Hallo!
Wisst ihr was, das ist leider auch schon das letzte Kapitel, mehr werden es nicht mehr. Es freut mich, dass so vielen die Story gefallen hat! Und dass ich so viele liebe Review bekommen habe! Beim letzten Kapitel waren es allerdings nur drei: severusnicole, LovelyNearly (die mir immer ein Review dagelassen hat+knuddel+ Danke!), Silberwoelfin
Aber einige haben die Story zwar zu ihren Favoriten hinzugefügt, mir aber kein Review dagelassen… Ich nehme schon an, dass euch die Story auch gefallen hat, aber sicher kann ich mir natürlich nicht sein…+mit dem Zaunpfahl wink+gg+
Viel Spaß beim letzten Kapitel und wem die Story gefallen hat, dem dürfte auch mein Story Lady Marmalade gefallen +gg+
Das Streben nach Perfektion
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von CarpeDiem
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Kapitel 6
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Von Beerdigungen und Komplimenten
Hier ist er nun, der Tag des jüngsten Gerichtes oder mit anderen Worten, der Tag an dem wir unsere Abschlusszeugnisse bekommen werden und auf die magische Gesellschaft losgelassen werden. Der Tag, auf den ich mit Sehnsucht und gleichermaßen mit Anspannung gewartet habe, seit ich das erste Mal durch die großen Tore von Hogwarts gegangen bin.
Naja, vielleicht nicht unbedingt seit ich das allererste Mal hindurch gegangen bin. Obwohl… eigentlich doch und ich bin furchtbar nervös! Ich brauche dieses verdammt Ohne Gleichen und ich werde es, bei Merlin, auch bekommen, schließlich habe Snape dafür gevögelt! Auch wenn das bei Weitem nicht so schlimm gewesen war, wie ich das am Anfangs vermutet hatte, aber das ist eine völlig andere Sache. Ohne diese Note kann ich meinen Meister nicht machen und genau das habe ich mir fest vorgenommen!
Die letzte Woche nach unseren Abschlussprüfungen hatten wir Unterricht. Wozu das allerdings gut sein sollte... Zugehört hat sowieso niemand mehr und ehrlich gesagt, nachdem uns das dritte Mal gesagt worden war, wie wichtig der Weg ist der vor uns liegt und das wir nun erwachsene wären und Verantwortung übernehmen müssten und blablabla, wollte das auch niemand mehr hören.
Snape war die ganze Woche so unausstehlich wie die ganzen sieben Jahre zuvor und anscheinend hat er schon längst wieder vergessen, wie er mich letzte Woche auf seinen Schreibtisch genagelt hat. Kein Lächeln, keine Sonderbehandlung, nichts, er hat mich einfach nur wie die kleine Besserwisserin aus Gryffindor behandelt, so wie er es immer schon getan hat.
Aber ernsthaft, was habe ich denn erwartet? Dass er mir nach der Stunde Nachsitzen erteilt, nur um mich noch einmal auf seinem Schreibtisch nehmen zu können? Okay es war gut, aber so gut nun auch wieder nicht und immer hin ist es Snape und das wird er auch immer bleiben, selbst wenn er sich einen Anzug anzieht und sich den Schädel kahl rasiert.
Gut, blödes Beispiel... Es ist in Ordnung so wie es ist. Ehrlich.
Jetzt sitze ich zusammen mit den anderen Abschlussschülern in der großen Halle, einen schwarzen Spitzhut auf dem Kopf und warte darauf, dass ich mein Zeugnis bekomme. Nur die Abschlussschüler, unsere Eltern und noch ein paar Geschwister sind in der großen Halle, abgesehen von den Lehrern natürlich. Draußen scheint die Sonne und irgendwie finde ich es ungerecht, dass wir hier drinnen in den säuberlich angezogenen Roben Abschluss feiern müssen, während sich die anderen alle draußen im Sonnenschein amüsieren dürfen.
Aber andererseits, ich bin jetzt fertig mit der Schule…
Die ganze Halle ist vollbesetzt und wir sitzen für alle gut sichtbar vorne in der ersten Reihe unter den Augen der ach so stolzen Eltern. Wirklich jeder scheint gekommen zu sein und Professor McGonagall musste sogar ganz hinten noch eine Reihe Stühle anfügen. Jetzt warten wir, dass Dumbledore seine Rede hält und wir anschließend von dem Zauberer aus dem Ministerium einzeln nach vorne geholt werden und unsere Zeugnisse überreicht bekommen. Danach werden wir zu unseren großartigen Leistungen, egal wie gut oder schlecht sie tatsächlich sind, beglückwünscht.
Schade eigentlich, dass die Noten nicht vorgelesen werden, meine Eltern wären bestimmt furchtbar stolz, wenn sie meine Guten Noten hören würden. Obwohl so stolz wären sie wahrscheinlich nicht, wenn sie wüssten, wie ich zu einer diesen Noten gekommen bin... Okay schlechte Idee, lassen wir das mit dem Vorlesen lieber. Und wenn ich mir die anderen, vor allem Neville, so ansehe, ist es wahrscheinlich das Beste so.
Ganz ehrlich ich fühl mich wie auf einer Beerdigung. Wir sind alle schwarz angezogen und die Hälfte der Mütter hat schon Tränen in den Augen und ein Taschentuch in der Hand. Wir sind jetzt fertig mit der Schule, das ist doch eigentlich ein Grund zum Feiern, sollte man meinen. Aber irgendwie will das Hochgefühl sich noch nicht so richtig einstellen. Aber vielleicht ist das auch gar nicht so verkehrt. Wir begraben hier schließlich unsere schöne Schulzeit und müssen von nun an den ganzen Tag arbeiten.
Ganz vorne steht der Vertreter des Ministeriums, der Direktor und die Hauslehrer und auch die sehen nicht wirklich glücklich aus. Eigentlich sollten sie doch froh sein uns endlich los zu werden. So schlecht, dass sie sich schämen müssten, dass sie unsere Lehrer waren, können wir doch gar nicht gewesen sein… Unsere Zeugnisse liegen ordentlich sortiert auf einem Stapel und gleich werden unsere Todesurteile verlesen. Jemand schließt die Türen der großen Halle und als Dumbledore an sein Pult tritt, wird es augenblicklich totenstill. Noch so etwas, das mich an eine Beerdigung erinnert…
Außerdem ist mir schlecht. Eigentlich sollte ich mich doch freuen, oder? Naja das liegt wahrscheinlich daran, dass ich nicht weiß, ob ich meine zehn Ohne Gleichen bekommen werde oder nicht. Snape hat mir zwar keinen Grund gegeben etwas anderes zu vermuten, nachdem er mir schließlich gesagt hat, dass er mir das Ohne Gleichen geben wird, aber sicher kann ich mir natürlich nicht sein. Er könnte sich an mir rächen wollen und es mir deshalb erst recht nicht geben. Und mal ehrlich, was soll ich dann schon groß tun? Mich vor alle hinstellen und laut vor allen Eltern verkünden, dass Snape mich vergewaltigt hat, nur um meine Rache zu bekommen? Nein, das würde ich ihm glaube ich nicht antun. Und mir auch nicht.
Außerdem würde ich damit diese ganze Beerdigung in eine noch größere Katastrophe verwandeln. Wenn er mir die Note tatsächlich nicht gegeben hat, dann gehe ich morgen zu Dumbledore und erzähle ihm, dass Snape mich vergewaltigt hat und ich mich bis jetzt nicht getraut habe etwas zu sagen. Obwohl... So viel Mut hab ich eigentlich nicht… Bloß gut, dass Snape das nicht weiß…
In der Halle ist es vollkommen still, während Dumbledore über unsere großartigen Leistungen, unserem beschwerlicher Weg in der Schule, den wir nun hinter uns haben, und über den noch beschwerlicheren Weg unseres Lebens, der uns noch bevorsteht, redet. Der Mann versteht es echt einem Mut zu machen!
Dann ist er endlich fertig mit seiner Rede und ruft den ersten Schüler zu sich hinauf. Merlin sei Dank, dass mein Nachname mit G beginnt und nicht mit A! Arme Hannah Abbot. Mit etwas unsicheren Schritten geht sie nach vorne und bekommt von dem Ministeriumszauberer ihr Zeugnis überreicht.
Der lange Zauberer gratuliert ihr und seine ganzen Bewegungen machen deutlich, dass er das schon bei tausenden von Schülern gemacht hat und es ihm völlig egal ist, wer der betreffende ist. Dann gratulieren ihr auch die Hauslehrer und anschließend Dumbledore. McGonagall lächelt freundlich, als sie Hannah die Hand schüttelt und redet noch kurz ein paar Worte mit ihr. Professor Sprout wünscht ihr so weit ich das von hier beurteilen kann, mit einem breiten Lächeln alles Gute und Flitwick muss seine Hand fast senkrecht nach oben strecken um Hannah gratulieren zu können. Snape gratuliert ihr ebenfalls, wenn auch ziemlich steif, aber im Großen und Ganzen hält sich der finstere Blick in Grenzen. Wahrscheinlich ist er tatsächlich froh, dass er jeden von uns endlich los ist.
Dumbledore ruft den nächsten nach vorne und einer nach dem anderen erhebt sich, um sich sein Zeugnis abzuholen.
„Hermine Granger."
als Dumbledore meinen Namen sagt, bekomme ich fast einen Herzinfarkt. Ich stehe auf und als ich ihn ansehe, lächelt er mir zu und in seinen blauen Augen liegt ein merkwürdiges Zwinkern.
„Die beste Schülerin dieses Jahrgangs."
Mein Herz macht einen Satz, als ich das höre. Ich hab es geschafft! Snape hat mir das Ohne Gleichen gegeben! Mit einem breiten Lächeln gehe ich nach vorne und steige die Stufen hinauf. Die Bohnenstange aus dem Ministerium schüttelt mir mit einem festen Händedruck die Hand und drückt mir mit der anderen mein Zeugnis in die Hand.
Und da sind sie. Zehn Ohne Gleichen mit Höchstpunktzahl! Ich kann es noch gar nicht glauben. Ich werde das Stipendium tatsächlich bekommen! Mit strahlendem Gesicht drehe ich mich noch einmal um und sehe zu meinen Eltern. Meine Mutter ist den Tränen nahe, so sehr freut sie sich für mich und meinen Vater habe ich noch nie so stolz gesehen.
Aber langsam mischt sich meine Freude mit meinem schlechten Gewissen. Was würde meine Mutter wohl sagen, wenn sie wüsste, wie ich diese Note bekommen habe? Mit einem etwas mulmigen Gefühl in Magen gehe ich die paar Schritte zu den Hauslehrern hinüber und McGonagall schüttelt mir als erste die Hand.
„Herzlichen Glückwunsch, Hermine. Niemand hat das so sehr verdient wie Sie. Ich bin wirklich stolz auf Sie, Sie haben Gryffindor alle Ehre gemacht."
Ich bringe ein Lächeln zu Stande, aber ich denke nicht, dass es wirklich ehrlich aussieht. Gryffindor Ehre gemacht… Gryffindor steht für Fairness und Mut und was habe ich getan? Mut hab ich bewiesen, das steht wohl außer Frage, aber Fairness?
Auch Flitwick und Sprout schütteln mit die Hand, aber ich höre gar nicht zu, was sie zu mir sagen haben, ich nicke nur geistesabwesend.
Ich fühle mich jetzt buchstäblich wie der letzte Dreck. Nicht nur, dass ich die Regeln gebrochen und betrogen habe, ich habe noch dazu meinen Körper verkauft, wie eine billige Schlampe! Verdammt gerade ich! Ich hätte auf Ginny hören sollen. Ich hab die zehn Ohne Gleichen nicht verdient, ich habe sie mir nur hinterhältig erkauft, mit Erpressung!
Ich bin jetzt fast den Tränen nahe und will nur noch weg von hier! Snape kann mir gestohlen bleiben, wenn ich jetzt auch noch seinen finsteren und anklagenden Blick ertragen muss, dann fange ich wirklich an zu heulen. Ich sehe so gut ich kann an Snape vorbei, als ich ihm die Hand reiche. Das letzte was ich will ist, dass er sieht wie sehr mich das ganze mitnimmt.
„Herzlichen Glückwunsch, Miss Granger. Und lassen Sie Sich bloß von niemandem einreden, dass Sie das hier nicht verdient hätten, auch nicht von sich selbst."
Ich hebe etwas verwirrt den Kopf. Was hat er gerade gesagt? Ich muss mich verhört haben!
„Sie Sind eine brillante junge Frau, Hermine", sagt er so leise, dass nur ich ihn verstehen kann und seine Stimme ist ungewohnt weich. „Und in Zukunft machen Sie Ihre Fehler, wenn nicht ihr Leben davon abhängt, ich werde möglicherweise nicht zur Stelle sein können, um Ihnen zu helfen."
Ich sehe Snape geschockt an, als er meine Hand, die er immer noch festgehalten hat, loslässt und mich ein letztes Mal viel sagend ansieht, bevor seine Züge wieder diesen üblichen strengen Ausdruck annehmen. Einen Moment bin ich wie vor den Kopf gestoßen. Hat er mich gerade als brillant bezeichnet oder bin ich jetzt komplett durchgedreht?
Ich bringe ein schwaches Lächeln zu Stande und stolpere dann weiter zu Dumbledore, immer noch völlig verwirrt von Snapes Worten. Aber als der Schulleiter meine Hand nimmt, sehe ich ihn an und er blickt seltsam wissend zu mir hinunter. In seinen blauen Augen liegt ein eigenartiges Zwinkern und irgendwie ist mir das unheimlich. Es sieht fast so aus, als wüsste er...
Das kann nicht sein! Snape hätte es ihm nie im Leben gesagt. Oder doch? Nein, mit Sicherheit nicht. Es scheint wohl doch so zu sein, dass Dumbledore immer alles weiß. Der Mann ist mir unheimlich…
„Viel Glück Hermine, ich bin sicher du wirst deinen Weg finden".
Mit meinem Zeugnis in der Hand gehe ich nachdenklich wieder zurück zu meinen Stuhl, als der nächste Schüler nach oben geht. Snapes Worte gehen mir immer noch durch den Kopf. Er hat gesagt, ich wäre brillant, also wenn das kein Kompliment ist, erst recht aus dem Mund des gefürchteten Tränkemeisters, dann weiß ich es auch nicht! Und er hat gesagt, dass ich das hier verdient hätte. Das stimmt ja auch und das müsste er schließlich am Besten wissen, aber irgendwie glaube ich nicht, dass er wirklich das gemeint hat, was ich gerade denke.
Ich denke einen Moment darüber nach. Vielleicht habe ich es ja doch verdient. Schließlich habe ich jahrelang nie einen Fehler gemacht und dann wenn, wie sagte Snape doch so schön, wenn mein Leben davon abhängt, mache ich einen Fehler! Das ist ungerecht, man kann das ganze doch nicht von einer einzigen Prüfung abhängig machen! Snape hat recht, verdammt noch mal! Ich habe das verdient und ich bin kein schlechter Mensch nur weil ich meinen Körper etwas feilgeboten habe. Das System ist schuld, genau!
Kaum zu glauben Snape hat mir die Augen geöffnet. Okay, ich hab mir die ganze Sache etwas zu sehr zu Herzen genommen, denke ich. Ich habe das hier verdient und zur Abwechslung werde ich einmal auf Snape hören und mir nicht weiterhin einreden, dass ich nur durch eine List dieses Stipendium bekommen habe.
In dem Moment tönt wieder Dumbledores Stimme durch die Halle und als ich aufsehe, sitzen alle wieder auf ihren Stühlen. Die ganze Atmosphäre ist jetzt viel entspannter und jeder scheint irgendwie mit seinem Zeugnis zufrieden zu sein. Abgesehen von Draco Malfoy natürlich - über seinem Kopf steigen fast kleine Rauchwölkchen auf, weil ich besser war als er - aber der zählt eigentlich nicht.
„Das waren die Schüler des Abschlussjahrganges 1998. Ich wünsche jedem einzelnen von euch alles Gute! Und nun wird gefeiert!"
Um mich herum stehen alle laut jubelnd auf und ich schließe mich ihnen an. Schwarze Spitzhüte fliegen in die Luft und auch ich stoße einen Jubelschrei aus, nachdem ich meinen Hut in die Luft geworfen habe. Welt pass auf, jetzt kommen wir!
Ende
Ganz liebe Grüße
CarpeDiem
