A/N: Es gibt gewisse Wortspiele die ich leider nicht mit ins Deutsche mitnehmen kann. Wer das englische Original gelesen hat wird das in diesem Kapitel merken. Es betrifft das Noble Haus Black, welches ich, um den Sinn aus dem englischen übertragen zu können, mit übersetzen müsste - also das Noble Haus Schwarz. Und DAS wäre nicht nur für mich ein Unding, sondern auch bestimmt für die Leser. Ich hoffe dennoch mein Lösungsweg ist nicht allzu abwegig geworden. Auch habe ich beschlossen, einige der Köstlichkeiten (und möglicherweise von Paimpont selbst erfundene Pflanzen in späteren Kapiteln) im englischen Original zulassen, sollte ich keinen Weg finden sie Sinngemäß zu übersetzen.
"Wach auf, Orion!" flüsterte Harry sanft.
Orion Black guckte verschlafen unter den silbernen Laken hervor, seine langen, dunklen Locken waren ein komplettes Chaos. "Elias? Was' los?"
Bei Merlin, wie sehr er Sirius ähnelt! Ich frage mich, ob er sich auch in einen zottigen, schwarzen Hund verwandeln kann?
"Es ist mein erstes Hogsmeadewochenende und ich habe mich gefragt, ob du mit mir mitkommen würdest. Ich brauche jemanden, der mir die Wunder des magischen Dorfes zeigen kann und ich befürchte Abraxas...ist verhindert."
Orion warf einen Blick zu Abraxas, welcher unter seinen Laken rumstöhnte und kicherte.
"Zu viel getrunken?"
"Ein wenig, ja. Slughorns Party letzte Nacht war zu viel für ihn. Er wird den Schlaf heute brauchen."
"Sieht wohl so aus. Hey, Elias, hast du genug Geld für die Geschäfte in Hogsmeade? Wenn du keines hast, kann ich dir welches leihen - meine Eltern hören einfach nicht auf mir Geld zu schicken. Muss den Stil der Blacks beibehalten - wie sollten die Leute sonst mit einem Blick sehen können, dass wir ihnen überlegen sind?"
Harry lachte. "Danke, aber ich hab' hier einen Beutel voller Galeonen. Komm, sollen wir Hogsmeade erkunden gehen, Mr. Black?"
Orion setzte sich auf, seine dunklen Augen glitzerten. "Natürlich, Mr. Black. Gehen wir als erstes zum Honigtopf für eine kleine Versorgung und dann können wir uns durch die neueste Mode für elegante junge Zauberer in Gladrags durchwühlen. Und dann vielleicht zu Zonko´s für ein wenig Spaß und der Drei Besen...Lass uns raus gehen und das Dorf schwarz streichen! Willst du zuerst frühstücken gehen oder sollen wir es auslassen? Wir könnten sofort zum Honigtopf gehen und uns Cockroach Clusters holen, meinst du nicht auch? Die sind ziemlich nahrhaft, richtig?"
"Erwähne bitte keine Cockroach Clusters..." murmelte die unklare Stimme Abraxas' unter der Decke hervor. "Ich glaube mir wird schlecht."
Während Orion sich schnell anzog, platzierte Harry einen Kessel bei Abraxas' Bett und tätschelte ihn behutsam am Kopf.
"Ich glaube der Rest des noblen Black Clans ist schon los gegangen," grübelte Orion als sie die Stufen hochstiegen. "Cygnus und Druella sitzen wahrscheinlich schon in Madam Puddifoots Cafe und starren sich gegenseitig in die Augen. Und es gibt keine Frage wo Alphard ist. Mein exzentrischer Cousin bewundert die seltsamen magischen Geräte in Dervish & Banges; er hegt den hoffnungslosen Wunsch eines Tages über einen Zeitumkehrer zu stolpern." gluckste er. "Als ob so ein Ding wirklich existierenwürde! Kannst du dir vorstellen was das für ein Chaos verursachen würde, wenn Leute in der Zeit vor und zurück reisen könnten?"
Harrys Herz begann schneller zu schlagen.
"Das wäre schlimm ja, nicht wahr?" Er konnte fast Hermines Stimme in seinem Kopf hören: Schreckliche Dinge passieren mit Zauberern, die mit der Zeit spielen.
Nun, es sieht wohl so aus, als hätte schon jemand mit dieser Zeit gespielt. Tom Riddle, verlobt mit Walburga Black! Irgendwie muss ich die Dinge wieder so zurechtbiegen, wie sie vorher waren.
Harry und Orion traten zusammen in den herrlich goldenen Herbsttag und begannen den vertrauten Weg Richtung Hogsmeade entlang zu trotten. Irgendwo, genau jetzt, in Hogsmeade trifft sich Tom Riddle mit seiner Verlobten. Vielleicht sieht Walburga in seine grauen Augen und fühlt wie ihr Herz zu flattern beginnt. Vielleicht treffen sich ihre Lippen in einem feurigem Kuss, der ihren ungeborenen Sohn für immer hinter dem Schleier der Unreales vom Realen trennt, gefangen hält...Ich bin schon einmal daran gescheitert Sirius zu retten, aber dieses Mal wird es mir nicht misslingen.
Walburga muss Orion heiraten, nicht Tom; andererseits wird Sirius niemals geboren werden. Oder? Was ist wenn Walburga Tom heiratet und einen Sohn gebärt und ihn trotzdem Sirius nennt? Wird er trotzdem der Sirius sein den ich kenne? Nein, unmöglich - er wäre komplett anders, ein komplett anderer Mensch. Ein anderer Sirius? Nein, ich will, dass Sirius so bleibt wie er war, ein überstürzter und leidenschaftlicher Animagus und ehemaliger Rumtreiber, mit Fell und allem! Komm schon, Orion, wir beide müssen einen ungeborenen Welpen retten...Aber wie überzeuge ich dich, dass du dazu bestimmt bist die Verlobte deines Professors zu stehlen?
"Die Heulende Hütte ist dort drüben", erklärte Orion "Das am meisten heimgesuchte Gebäude Britanniens. Man hört alle Arten von schrecklichem Geheul und Geschrei von dort; niemand wagt es sich näher ran zutreten. Setze einen Fuß in das Gebäude und du kommst wohlmöglich nie wieder zurück."
Harry ließ seinen Blick über das bekannte heruntergekommene Gebäude, getaucht in Glanz und Schatten, schweifen. Das am meisten heimgesuchte Gebäude in Britannien? Dieses verwahrloste alte Haus birgt viele Geheimnisse, aber Geister gehören nicht dazu. Warte eine Minute - Wie kann es sein, dass man Geheule aus der Heulenden Hütte hört, in dieser Zeit? Ich dachte das geisterhafte Geschrei kommt von den Rumtreibern, wenn sie in ihrer Animagusform sind? Woher kommt dieses Geschrei also?
"Du hast wohl keine Angst vor Gespenster, oder?" Neben ihm war Orion wohl ein wenig enttäuscht, dass er keine Spur von Angst zeigte.
Harry zuckte mit seinen Schultern. "Nah. Wahrscheinlich nur ein unregistrierter Animagus, der den Platz ausnutzt."
"Was?" Orion starrte ihn an. "Woher...woher weißt du das? Merlin, Elias, wie hast du das herausgefunden? Das ist nicht möglich. Keiner weiß es..."
Aha! Hast du ein kleines Geheimnis, Orion? Ein kleines haariges Problem, vielleicht, genauso wie dein zukünftiger Sohn? Harry lächelte seinen aufgewühlten Begleiter an.
"Oh, das war nur geraten. Mach dir keine Sorgen, Orion, ich werde es keiner Menschenseele verraten. Err...Nur so aus Neugierde, was ist deine Animagusform? Ein Hund?"
"Ein Schwarzbär." Orions Stimme bebte und er sah so aus, als würde ihm schlecht werden.
"Bitteerzähl es niemanden. Meine Eltern würden ausflippen."
"Natürlich nicht. Dein Geheimnis ist bei mir sicher. Ich kann sowieso nicht sehen was daran so schrecklich sein soll. Ich kenne andere, die so wie du sind. Mein Vater - er war auch ein Animagus. Das ist eines der wenigen Dinge, die ich über ihn weiß. Ich denke nicht, dass er es vielen erzählt hat, nur seinen engsten Freunden." Genauso wie dein ungeborener Sohn.
"Bist du-?" Orion Blickte ihn unsicher an.
"Was? Ein Animagus?" Harry schüttelte seinen Kopf. "Nein, ich fürchte nicht. Würde aber bestimmt Spaß machen, oder? Wir könnten uns gegenseitig durch die Heulende Hütte jagen!"
Das begeisterte Grinsen, das sich über Orions Gesicht ausbreitete, ließ ihn mehr denn je wie Sirius aussehen. "Wirklich? Das wäre bestimmt etwas! Es ist manchmal etwas einsam, aber es ist ein guter Platz zum verstecken wenn ich einer Verwandlung einfach nicht widerstehen kann." Er seufzte wehmütig. "Bist du sicher, dass du dich nicht verwandeln kannst? Vielleicht wenn du dich ganz fest konzentrierst? Vielleicht nach einem guten Frühstück?"
Harry lachte. "Fürchte nicht. Vertrau mir, nachdem ich erfuhr, dass mein Vater ein Animagus war, habe ich es einen ganzen Sommer versucht, solange bis ich blau im Gesicht war." Sein Blick schweifte den gewundenen Weg runter. Keiner war in Hörreichweite. "Ich habe aber andere Geheimnisse. Ich denke es ist nur fair, wenn ich dir eines von meinen erzähle."
"Du hast ein Geheimnis?" Orion leuchtete auf. "Warte, bistdu wirklich das geheime Kind von Phineas Nigellus Black und der Veelaprinzessin, so wie Abraxas behauptet?"
Harry seufzte. "Sei nicht absurd, Orion. Hast du jemals das Portrait von Phineas Nigellus Black gesehen? Denkst du wirklich, dass eine Veelaprinzessin so einem alten Griesgram verfallen würde?"
Orion überlegte für einen Moment. "Nein, ich denke nicht. Was ist dann dein Geheimnis? Warst du während des Krieges in Europa im Geheimdienst tätig? Geheime Missionen inmitten der Vampire Transsylvaniens, oder so etwas in der Art?"
"Nein, keine Spionage." zögerte Harry. Ich will ihm irgendetwas erzählen, aber nicht zu viel.
"Manchmal sehe ich Dinge aus der Zukunft, Dinge die noch passieren werden."
"Wirklich?" Orions dunkler Blick studierte ihn intensiv. "Du bist ein Seher?"
"Ich denke schon. Ich weiß natürlich nicht alles über die Zukunft, aber manchmal sehe ich ganz klar was in ferner Zeit geschehen wird."
"Was zum Beispiel?"
Harry atmete tief ein. "Nun, deine Söhne, zum Beispiel. Du wirst zwei Söhne haben, die beide nach Hogwarts gehen werden. Sie werden hübsch und clever sein und beide werden gut Quidditch spielen können. Ich vermute du wirst es ihnen in jungen Jahren beibringen."
"Wirklich?" Ein Lächeln breitete sich über Orions Gesicht. Er sah verträumt in die Ferne. "Ich denke ich werde es mögen mit den kleinen Lümmeln Quidditch zu spielen...Wie werden sie heißen?"
"Regulus und Sirius."
"Regulus und Sirius? Ich mag die Namen. Sie passen gut zur Familie der Blacks. Ich habe einen Onkel der Regulus heißt, und mein Großvater hieß Sirius. Vielleicht stimmt deine Vision, Elias. Aber was weißt du über die Mutter? Meine Frau? Wer ist sie?"
Harry räusperte sich. "Nun...da ist das Problem, verstehst du...deine Frau..."
Orion sah ihn panisch an. "Ich werde doch nicht etwa einen Muggel heiraten oder? Meine Eltern werden mich töten!"
Harry lächelte. "Oh, nein, sie ist kein Muggel. Weit entfernt davon. Sie ist eine Hexe und kommt aus einer uralten Reinblutfamilie. Hübsch ist sie auch." Wenigstens wenn sie jung ist.
"Wirklich?" Orions Augen glitzerten. "Ich mag die Richtung in die es geht. Sag mir ihren Namen, so dass ich sie sofort kennen lernen kann."
Oh, du kennst sie bereits,Orion. "Nun, da gibt es ein klitzekleines Problem, Orion. In meiner Vision wirst du nämlich Walburga Black heiraten."
"Walburga?" Orion stand für einen Moment wie eingefroren da. Eine leichte Röte zierte sein Gesicht. "Walburga Black? Bist du dir sicher? Walburga wird mich heiraten? Hast du sie schon einmal gesehen, Elias? Ich meine, sie ist sogar schöner als Araminta. Sie hat die Wahl von jeglicher Reinblutfamilie des Landes und du sagst sie wird mich auswählen?" Seine dunklen Augen leuchteten. "Ich habe sie schon immer bewundert, aber nie im Leben hätte ich es in Betracht gezogen...Aber es ist doch wohl nichts Schlimmes daran seine Cousine zu heiraten, oder? Es ist nicht gewöhnlich, aber die Gesetze der Zauberei erlauben es. Und wir haben einiges gemeinsam."
Ich schwöre, er verliebt sich mit jeder Sekunde, die er über sie redet mehr!
Plötzlich betrübte sich sein Gesicht. "Warte, wie konnte ich das nur vergessen? Walburga ist bereits verlobt! Mit Professor Riddle!"
Harry nickte. "Ja, sie ist mit Tom Riddle verlobt. Die beiden treffen sich heute in Hogsmeade. Und doch sah ich euch beide so klar zusammen. Ich habe keine Zweifel, dass ihr beide für einander bestimmt seid."
Orion ließ seinen Blick über das Dorf gleiten. "Die beiden treffen sich in Hogsmeade? Sie ist hier? Heute? Mit ihm?"
Harry nickte. "Richtig. Wir werden ihnen wahrscheinlich begegnen."
"Und...und dann was?" Orion sah ihn zweifelnd an. "Es gibt keinen Weg, wie wir ihr Date unterbrechen können, oder?"
"Vielleicht wird das Schicksal selber eingreifen, Orion. Du und Walburga seid, wie ich bereits sagte, für einander bestimmt. Komm schon, wo ist der Mut des schwarzen Bären?"
Orion lachte. "Schwarzbär-Mut, huh? Ich bin kein Feigling, aber - Professor Riddles Verlobte stehlen? Du bist verrückt, Elias, weißt du das? Aber ich vermute mal, dass es nicht viel Sinn macht gegen das Schicksal zu kämpfen, nicht wahr? Also gut, lass uns gehen und nachsehen ob wir sie finden, und dann...Nun, wir werden, dann schon sehen was als nächstes passiert. Du...du denkst wirklich, dass sie meinem bärenhaften Charme verfallen wird?"
Ich hoffe, dass sie es wird, Orion...Oh ich hoffe es wirklich.
"Aber natürlich." Beim Merlin, ich wünschte ich hätte meinen Umhang, der unsichtbar macht bei mir; dann wären wir in der Lage uns näher zu schleichen ohne dass sie uns sehen können.
"Was suchst du?" Orion sah neugierig zu Harry, welcher die Taschen seiner Robe ein letztes Mal durchsuchte, obwohl er sehr wohl wusste, dass sein Umhang sicher in seinem Schulkoffer in der Zukunft war.
"Ich wünschte ich hätte meinen Unsichtbarkeitsumhang," murmelte Harry. "Ich hatte mal einen, aber ich habe ihn zurückgelassen."
"Hast du?" Orion grinste. "Nun, Ich denke mal, dass wir dann meinen benutzen werden müssen." Er zog etwas Glänzendes, Mondlichtfarbenes aus seiner Tasche. "Weihnachtsgeschenk von meinem Cousin Alphard. Ist sehr praktisch, wenn man sich in die Heulende Hütte schleichen möchte."
...
Tom und Walburga saßen zusammen an einem abgetrennten, bedeckten Tisch in einer Ecke von Madam Puddifoot's. Madam Puddifoot selber, wesentlich jünger und schlanker, als er sie in Erinnerung hatte, servierte den beiden Tee in kleinen Porzellantassen. Harry bemerkte mit sinkendem Gefühl in seinem Herzen, dass Walburga wirklichmindestens genauso umwerfend schön wie Araminta aussah. Nacht-schwarze Locken zierten ein nahezu unheimlich liebliches Gesicht. Ihre großen, dunklen Augen glitzerten und ihre Haut war beinahe elfenbeinfarbig. Sie war komplett schwarz angezogen, aber der Schnitt wies eher auf Perfektion, als auf Trauer hin. Ein großer Diamantring funkelte an ihrer kleinen Hand, die in Toms auf dem Tisch lag.
Harry konnte hören wie Orion scharf die Luft einzog. "Beim Merlin, sie ist wirklich liebreizend, nicht wahr!"
Tom hob Walburgas alabastafarbene Hand zu seinen Lippen und küsste diese. Seine Hand. Seine Hand, die ihre so zärtlich hält...Das ist dieselbe Hand, die gestern Nacht noch auf meinem Kissen verweilte. Als ich meine Wangen einen Moment später auf das Kissen legte, war es von seiner Berührung immer noch warm.
Tom ließ Walburgas Hand fallen; ein zärtliches Rot breitete sich auf seinem hübschen Gesicht aus.
"Was ist los, Tom?" Ihre Stimme war reich und sanft wie Seide.
"Nichts. Ich habe...mich nur an etwas erinnert..." Toms Stimme schweifte ab.
"Etwas Wichtiges?" Sie blickte tief in seine Augen.
"Nein, es war nichts, wirklich. Nichts..." Er griff nach ihrer Hand und liebkoste sie langsam, fuhr mit seinen Fingern sanft über ihre Handfläche, bevor er sie wieder zu seinen Lippen hob.
"Merlin!Hörst du wohl damit auf? Das ist meine zukünftige Frau, die du hier verführst, Tom!" hauchte Orion empört unter dem Umhang hervor.
"Es ist wundervoll dich wieder zu sehen, Tom." Walburga lehnte sich ein wenig vor. "Es ist viel zu lange her."
"Ja, wirklich viel zu lange, Liebling." Tom verhakte seine Finger mit Walburgas. "Ich wünschte es gäbe einen Weg, wie wir uns öfters sehen könnten."
Harry erinnerte sich an Walburgas zukünftiges Portrait am Grimmauldplatz 12, abscheuliche Flüche schreiend, jedes Mal wenn man daran vorbei ging. Sei vorsichtig, was du dir wünscht, Tom!
"Tom! Du tust mir weh!" Walburga entzog schnell ihre Hand. "Warum hast du deine Hand so zusammengedrückt?"
"Ich... Ich weiß es nicht. Nur ein seltsamer Gedanke...Entschuldige vielmals, Liebling."
"Du wünscht dir wir könnten uns öfters sehen?" Walburga rührte etwas Zucker in ihren Tee und nahm einen kleinen Schluck. Sie zog kurz ihr Gesicht lang, als ob der süßliche Geschmack sie beleidigt hätte. "Nun, warum warten wir dann noch? Wenn wir erst einmal verheiratet sind, kann ich in deine Räume in Hogwarts ziehen und wir können immer zusammen sein." Sie reichte über den Tisch und fuhr Toms Lippen mit ihren Fingern nach. "Wir sprachen über eine Frühlingshochzeit, aber warum warten? Je eher wir verheiratet sind, desto eher können wir eins werden. In jeglicher Hinsicht, mein Liebling."
"Steck deinen Zauberstab zurück, Orion!" zischte Harry sanft.
Tom sah bestürzt aus. "Eine Heirat, jetzt? Aber was ist mit all den Dingen, die noch vorbereitet werden müssen? Sicher wird es einige Zeit brauchen? Ich... Ich will dass dieser Tag perfekt wird, Schatz. Wäre Mai nicht viel besser? Oder Juni? Denk an die Zeremonie, das Catering, die Musiker, dein Brautkleid..."
"Du vergisst den wichtigsten Teil, Tom." Walburga legte ihre Hand auf seinen Arm.
"Den wichtigsten Teil?"
"Unsere Hochzeitsnacht."
Oh, das ist doch absurd. Wer könnte sich den Dunklen Lord als Bräutigam vorstellen, wie er seine errötende Braut in der Hochzeitsnacht in ihre Gemächer trägt. Er ist nicht dazu bestimmt ein edler Verehrer, ein aufmerksamer Ehemann, zu sein. Jemandes dunkler Geliebter, ja, das könnte man sich vorstellen; er ist, nach allem, so gutaussehend. Ich könnte ihn sehen wie er jemanden in eine enge Umarmung nimmt, wild, in fieberhaftem Verlangen an dessen Kleidung zerrt, seine Augen, dunkel vor Verlangen...
"Bist du in Ordnung, Tom? Du siehst ein wenig erhitzt aus."
"Es ist ein wenig stickig hier drin. Ich denke ich brauche frische Luft."
Walburga stand auf. "Warum bezahlst du nicht die Rechnung und begleitest mich zu meiner Unterkunft? Vielleicht wird dir der Spaziergang gut tun."
"Ja, ich denke, das ist eine gute Idee." Tom half ihr in ihren Mantel und überreichte ihr ihre Handschuhe.
Walburga sah ihn mit einem kleinen Lächeln an. "Die Hausherrin meinte sie hätte noch ein paar Besorgungen zu erledigen; sie wird den ganzen Nachmittag unterwegs sein. Vielleicht möchtest du eine Weile mit in meine Räume?" Sie ließ ihren Blick im Teehaus umherschweifen. "Was war das? Dieses komische Geräusch - wie ein wildes Tier?"
Tom schüttelte seinen Kopf. "Ich habe keine Ahnung. Ich habe es auch gehört - es hörte sich beinahe an wie ein Bär." Er nahm Walburgas Gesicht in seine Hände und küsste sie sanft auf die Lippen. "Ich bin sicher es war nichts, mein Schatz. Nichts Bedeutendes..."
...
Eine halbe Stunde später trat ein junges Paar aus dem kleinen Hotel am Ende der Hochstraße in Hogsmeade. Sie wirkten so aufgelöst und geistesabwesend, dass sie nicht bemerkten wie sie mit Jemandem, ziemlich hart, zusammenstießen obwohl niemand auf der Straße zu sehen war.
"Es tut mir Leid Walburga... Ich bin heute ziemlich abgelenkt. Ich habe es wirklich versucht."
"Versucht? Und warum musstest du es so hart versuchen? Es gibt so viele Männer die ihr Leben geben würde für eine Chance auf...Oh, genug davon! Hier, nimm das!" Walburga zog einen ihrer Handschuhe aus, riss sich den Diamantring von ihrem Finger und warf ihn hart zu ihrem Begleiter.
Tom Riddle drehte sich auf seinen Fersen um und ging ohne ein weiteres Wort.
Walburga drehte sich zu dem leisen Geräusch an ihrer Seite. "Cousin Orion? Woher kommst du denn?"
"Oh, ich bin zufällig hier entlang gelaufen. Es ist so ein lieblicher Morgen für einen Spaziergang. Vergib mir wenn ich dich anstarre, Walburga: Es war nicht meine Absicht unhöflich zu sein. Deine atemberaubende Schönheit lies mich meine Manieren für einen Moment vergessen. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich schwören du hättest Veelablut in deinen Adern. Aber ich weiß, dass dies nicht der Wahrheit entspricht; Unser eins, ist eine der wenigen Zaubererfamilien, die rein und unverfälscht blieb. Wenn du mir gestattest, es scheint als hättest du deinen Handschuh fallen gelassen."
Orion hob den Handschuh hastig von der dreckigen Straße auf. Irgendwie fand der kleine, schwarze Handschuh den Weg zu seinen Lippen, bevor er ihn Walburga zurück gab.
Walburga sah ihn an und lächelte leicht, bevor sie den Handschuh akzeptierte.
