Kapitel 6 - Verbrannte Erde

Das Licht kam durch die Tür und bewegte sich am Doctor vorbei in die Mitte des Raumes zur Konsole, es hatte die Umrisse einer menschlichen Gestalt. Lichtblitze lösten sich aus dem Körper trafen die Konsole und dann auch das Ebenbild des Doctors. Das Licht hüllte ihn ein für einen Moment, dann fiel er bewusstlos zu Boden. Der Master konnte ihn gerade noch davor bewahren mit dem Kopf auf die Konsole zu schlagen.
Die Lichtblitze lösen sich weiter aus der weißen Gestalt und huschten auch an Amy vorbei nach unten. Allmählich wurde die Gestalt aber dunkler und aus dem weißen Licht wurde immer mehr ein Körper.
Die Verwandlung dauerte eine Weile, die zwei Timelords waren in ihrer Faszination derartig gefangen, das sie wie eingefroren da standen und zusahen. Der Doctor hatte keine Angst mehr, es war ein merkwürdig vertrautes Gefühl was von dem Licht ausging. Er sah, dass der Master ihn mit diesem fragenden Blick ansah. Die Lichtgestalt formte sich weiter zu einem menschlichen Körper.
Amy war nicht wohl dabei und deswegen sie ging zu Melody nach unten, die zu ihrer Verwunderung dabei war sich anzuziehen.
„Du bist auf den Beinen?", fragte sie verwundert.
„Wird Zeit so langsam. Mich hat einer dieser Blitze getroffen, das ist Regenerationsenergie der mächtigsten Sorte. Was ist das oben los, Mutter?"
„Eine weiße Gestalt steht mitten im Raum und materialisiert gerade. Unser Doktor wurde von einem dieser Blitze getroffen, so wie du, nun liegt er ohnmächtig da."
„Ich weiß auch wieso. Die drei brauchen uns gleich da oben, wenn sie erkennen wer das ist. Du musst keine Angst haben, sie ist nicht böse."
Melody nahm Dreail auf den Arm und die Beiden gingen rauf und sahen wie die Gestalt endgültig eine menschliche Form annahm. Es war die Gestalt einer älteren Frau mit einer auffälligen grauen Strähne im braunen Haar, dunkelbrauen Augen und eine sehr liebevollen Lächeln.
„Endlich. Ich hab so lange auf diesen Tag gewartet, nun seid ihr hier. Es ist so einsam hier.", sprach sie und sah sich um. „Master, du hast dich ja sehr verändert. Du solltest wirklich einen neuen Namen wählen. Ich muss sagen, ich bin sehr stolz auf dich." Sie lächelte ihn an.
„Ich dachte du wärst tot, wie alle anderen.", sagte er traurig, denn erkannte in ihr die Mutter seines Freundes.
„Ich bin tot…Das hier ist ein Energiekörper. Ich bin nur noch hier, um meine Aufgabe zu als Wächterin von Gallifrey zu erfüllen. Ihr zwei wart mir das liebste auf der Welt. Aber was er angestellt hat bricht mir das Herz." Sie sah zu ihrem am Boden liegenden Sohn hinunter. „Ich habe ihn von seinem Wahnsinn geheilt. Das ist Teil seiner Strafe, vor der ich ihn nicht bewahren kann." Sie wandte sich um. „Es tut mir so unendlich leid, Melody.", sagte sie traurig und ging zu den beiden Frauen.
„Passt gut auf Dreail auf. Er ist die Zukunft unseres Volkes. Bringe ihn an seinem achten Geburtstag noch einmal hierher. Ich bin sicher er wird die Prüfung schaffen. Unsere Traditionen müssen irgendwie weiterleben." Sie lächelte auch Amy an bevor sie sich dem Doctor zuwandte, der wie gelähmt immer noch ein dem einen Punkt stand.
„Du gehörst nicht hierher und doch warst du es, der mich gerufen hat. Du bist durch Dreail nun mit Melody verbunden." Sie strich ihm über die Wange. „Du wirst mein paralleles Ich auch noch einmal wiedersehen bevor du stirbst. Du bist wirklich etwas Einmaliges. Von allen den parallelen Doctoren bist du der Einzige, der wirklich zum Teil eine menschliche Seele hat. Und du weisst was das bedeutet. Es tut mir so schrecklich leid für dich."
Er senkte den Kopf. Sie legte ihm die Hand auf die Schulter.
Das Abbild seiner Mutter war so irreal für ihn, wegen vielen Ereignissen in seiner Vergangenheit, aber er liebte seine Mutter, weil sie auch an ihren ‚kleinen Dummkopf' geglaubt hatte, wenn er schlechte Noten in der Schule schrieb und nicht der perfekte Timelord war. Sie hatte ihm niemals wehgetan…
Sie schob ihre Hand unter sein Kinn und hob seinen Kopf, so dass sie in seine Augen sehen konnte und sie fuhr fort: „Aber heute noch nicht. Du hast noch eine Aufgabe hier, da dein Zwilling, dieses nicht alleine bewältigen kann. Der Schatten wartet auch auf dich."
„Was muss ich tun?", sagte er. Innerlich hatte er plötzlich wieder Angst und wollte weglaufen, aber er musste sich dem stellen was immer es auch war. Er war es Melody und Dreail schuldig.
Die alte Frau sah traurig zu seinem Zwilling. „Wenn du ihn berührst wird er erwachen und ihr werdet eure Erinnerungen noch einmal teilen. Du wirst ihm deine Stärke zeigen und er dir seine, dann könnt ihr den Schatten, der die diese Welt tyrannisiert vernichten. Es ist keine leichte Aufgabe. Aber mach dich auf den Schock gefasst, wenn du ihn berührst."
Der Doctor nickte und ging zu seinem Ebenbild und kniete sich zu ihm. Langsam streckte er die Hand aus und legte diese auf die Schulter seines Zwillings. Dieser zog scharf die Luft ein und riss die Augen auf. Der Doctor schauerte, der Andere hatte begriffen, was er getan hatte. Die Bilder und Gefühle waren fast zu viel für ihn, aber er musste ihn gewähren lassen und erduldete es. Der Master, Amy und Melody beobachteten die Szenerie und sahen wie beiden Doctoren langsam über ihren Schock hinwegkamen.
„Lass es nicht die Wahrheit sein. Das war doch nicht ich, der das getan hat?" sagte der Zwilling und sah den Doctor mit traurigem Blick an.
„Es ist die Wahrheit…leider. Ich wünschte ich könnte dir Schuld abnehmen, aber du musst sie alleine tragen und deine Strafe annehmen.", antwortete der Doctor ihm.
„Verzeihst du mir wenigstens?" fragte der Andere.
„Ich verzeihe dir, dass du mich gefoltert hast, aber alles andere kann ich dir nicht vergeben."
Die Beiden standen auf und sahen zu der alten Frau, die nun auf sie zutrat.
„Mutter…es tut mir so leid."
„Ich weiß, mein Engel. Aber leider kann ich dich nicht davor bewahren für deine Taten zu büßen."
„Ich weiß, Mutter." Er senkte den Kopf.
„Ihr müsst nun gehen. Der Schatten wartet schon."
„Mutter…bitte lass ihn da raus. Er hat schon genug getan."
„Leider kann ich dich nicht alleine gehen lassen, mein Engel. Du brauchst ihn und er dich. Er wird dir helfen dein Gewissen wiederzufinden und du wirst ihm helfen, dass er seine Leidenschaft wiederfindet, seine Seele." Sie legte beiden ihre Hände auf die Schulter. „Es ist Zeit."

Der Doctor ging zu Tür und nickte Melody und dem Master nur zu. Der Andere sah den Master nur kurz mit einem traurigen Blick an, blieb aber noch einmal vor Melody mit gesenktem Kopf stehen.
„Es tut mir so leid. Ich wünschte ich könnte all das ändern, was ich dir angetan habe. Aber ich kann es nicht. Ich frage dich auch nicht danach, dass du mir verzeihst. Denn du kannst und darfst mir nicht vergeben und dennoch…ich liebe dich immer noch und werde es immer tun, das ist Teil meiner Strafe." Er sah sie an. Melody war wie gelähmt, hatte sie sich doch nichts sehnlicher gewünscht als ihn noch einmal so zu sehen. Eine Träne floss ihr über die Wange und sie sagte nichts. Sie ließ ihn in seinem Leid. Er ging zur Tür, ohne sich noch einmal umzudrehen.
„Nun kommt schon. Wir müssen gehen.", sagte der Doctor.
Sie gingen zusammen hinaus.
Amy ging zum Master und umarmte ihn. Er stand da wie angewurzelt. Er hasste diese Hilflosigkeit seinem besten Freund nicht helfen zu können. Melody weinte und drückte Dreail an sich. Die Gestalt sah sie an.
„Verzweifele nicht. Sie werden es schaffen unser Universum aus der Dunkelheit zu befreien."
Sie lächelte. „Ich vertraue meinem Sohn. Ich hätte mir nur gewünscht, das er eher hier her gekommen wäre..."
Sie ging zu Melody und Dreail. Der Junge lächelte die alte Frau freudig an.
„Dreail ist kein gewöhnliches Kind. Er hat jetzt schon eine außergewöhnlich starke telepathische Begabung. Irgendwann wird er uns alle retten…das fühle ich." Sie seufzte. Melody merkte wie Dreail sie ansah und kurz darauf sah sie ein Bild von einen friedlichen trinkende Säugling. Er hatte wohl Hunger. Melody setzte sich und ließ ihn trinken, sie verdrängte den Gedanken, den sie hatte, dass sie nur einen von den Doctoren lebend wieder sehen würde.

Draußen war es finster und nichts regte sich. Sie gingen ein Stück bis zum Ende der Straße. Beide schwiegen sich an. Die Straße war gesäumt von Ruinen. Die Explosion hatte auch die Häuser vernichtet, die den Angriff der Daleks überlebt hatten. All die Jahre hatten die Leichen, die auf den Straßen gelegen haben zu bleichen Knochen werden lassen, aber nicht völlig verschwinden lassen. Es tat weh das zu sehen. Sie litten still jeder für sich. Die Schuld nagte an ihnen beiden.
Sie gingen bis zur Ecke der nächsten Straße. Die Stille und Dunkelheit konnten es nicht verbergen. Da standen die Ruinen des Hauses in dem der Doctor aufgewachsen war. Sie verharrten vor den Resten ihrer Kindheit und erstarrten.
„Sie haben meine Mutter hier verbrannt, weil ich die Flotte der Daleks vernichtet hatte. Ich habe diesen Ort schon unzählige Male in meinen Albträumen wieder gesehen. Ein perfektes Setting für das was uns bevor steht. Findest du nicht?"
„Ich denke er wusste wohin wir gehen?" Der Doctor sah sich um.
Der Schatten lauerte schon einige Zeit hinter ihnen, aber er wusste die beiden mussten dies hier erst sehen. Sie sollten leiden.
Ein Knirschen und ein Blitzen ließ beiden Doctoren herum fahren. Der Schatten materialisiert in eine menschliche Gestalt mit blauen Blitzen aus der absoluten Schwärze die vorher hinter ihnen war. Beide gingen ein paar Schritte zurück.
„Ahh, der Doctor und sein Zwilling aus der parallelen Welt. Seit ihr endlich hierhergekommen, um euch eurem Schicksal zu stellen." Die Gestalt, die er angenommen hatte war die eines Ratsmitglieds der Timelords.
„Was bist du?", fragte der Doctor. „Und was willst du von uns?"
„Ich bin eure Kreation. Ich bin geboren aus eurer Rachsucht, eurer falschen Eitelkeit aus euren Morden. Ich bin auch auf deiner Welt und warte dort auf dich. Du wirst fallen wie er, euer Herz ist das Gleiche.", antwortete das Wesen. „Ich will euch leiden sehen. Fühlt die Angst und das Grauen an diesem Ort, seht die Bilder."
Die Welt verschwamm vor ihren Augen und sie sahen den Ort so wie er war, dann kam der Krieg. Alle, die hier wohnten starben nach und nach und dann kamen die Daleks in dieser einen schreckliche Nacht und verbrannten das Haus ihrer Mutter.
Sie konnten ihre Erinnerungen nicht mehr trennen. Für den Doctor bedeutete es, das er den gleichen Schmerz wie sein Zwilling fühlte und das Leiden seines Ebenbildes. Es war beinahe unerträglich und er ahnte warum er zerbrochen war an diesem Anblick. Sein einziger Ausweg war den anderen Doctor zu umarmen und ihm zuzuflüstern: „Ich bin hier und das ist vergangen und kann dir keinen Schmerz mehr zufügen. Lass uns nie wieder töten, hörst du: Nie wieder! Nur so endet das hier." Das war seine tiefste Überzeugung, seit dem Ende des Krieges.
„Du hast Recht.", antwortete er sich selbst mit Grabesstimme. Er arbeitete hart daran nicht gleich wieder den Verstand über diesen Bildern zu verlieren.
„Ich bin beeindruckt.", sagte der Schatten und sah die Beiden an. „Aber das ist nur der Anfang."
Die Bilder die der Schatten ihnen zeigte waren alle die Folge ihres Handelns. Die Daleks begangen Genozid und sie töteten alle Frauen, Kinder, selbst die Tiere wurden nicht verschont. Die Timelords schlugen mit aller Härte zurück. Die abartigsten Waffen wurden ausprobiert und töteten teilweise Teile der eigenen Bevölkerung, Kollateralschaden wie es hieß. Darunter war ein Kinderheim und aus diesem Kinderheim kannte der Doctor, die meisten Kinder, alles Kriegswaisen und dann starben sie bei diesem furchtbaren Angriff. Sie hatten keinen leichten Tod, die Strahlung ließ es Stunden dauern bis die meisten erlöst waren. Der Doctor war unter Schock, das hatte er nicht geahnt, es war schlimmer als in seinen Albträumen. Er war bei ihm: „Lass es nicht deine Seele zerstören. Es ist nicht mehr zu ändern, wir können nur verhindern, dass es woanders noch einmal passiert."
„Ja.", flüsterte er heiser. Ihm war übel.
Die Bilder änderten sich wieder und zeigte ihnen was er getan hatte in diesem Krieg. Die zahllosen Daleks, die er umgebracht hatte und dieser Doctor hatte sich niemals einen Vorwurf gemacht, was er getan hatte. Er war eine Schande für all das, was er jetzt sein wollte. Er war die Dunkelheit in ihm. Aber nein, da gab es noch mehr. Der Doctor war gefallen in einen Abgrund von Wahnsinn. Er konnte es fühlen und es war erschreckend, das es sich nicht völlig fremd anfühlte für ihn. Er war ihm ähnlicher als er es wahr haben wollte.
„Ich bin du und du bist ich.", sagten sie mit einer Stimme.
Die Realität um sie herum war geschwunden und verband sie zu einem Wesen.
Sie sahen die Erde, ein wundervoller Planet und dann kamen die Daleks, weil er den Planeten nicht beschützen konnte. Seine Freunde starben vor seinen Augen, qualvoll und langsam. Davros genoss jede Minute ihrer Qual, die sich in seinem Gesicht wiederspiegelte. Es nagte an seinem Verstand und er wünschte sich den Tod. Sie wollten sterben und nicht noch mehr von diesen Bildern sehen. Ihre Schreie zerrissen die Stille fuhren den letzten Einwohnern dieses toten Planeten in Mark und Bein. Der Schatten stand über ihnen und amüsierte sich wie der Teufel in der Hölle über die Schmerzen seiner Opfer. Er erhöhte die Pein noch und schickte sie auf die Erde zwischen die Leichen ihrer Freunde.
Der Doctor war im Horror gefangen und konnte nicht mehr zwischen real und irreal unterscheiden. Sie waren tot und er lebte. ‚Warum?' Er hockte zwischen den Toten die er kannte und den Toten unter den Menschen, die er beschützen wollte. Und das waren sie wieder die Daleks. Immer die Daleks, warum immer die Daleks, die ihn quälten und überlebten, wie auf Gallifrey damals. Es wiederholte sich in Endlosschleife. ‚Warum es nicht beenden? Nicht regenerieren, so einfach' Er…sie rannten weg.
Da waren Menschen. Sie sahen ihn böse an.
„Mörder…du hast uns die Daleks hierher gebracht, wegen unserer Freundschaft zu dir mussten wir qualvoll sterben."
‚Rennen, einfach nur weiter rennen'
So viele Leichen und…nein...nicht das…Kinderleichen. Sie exekutieren die Kinder. Sie wollen verhindern, dass die menschliche Rasse sich je wieder erholt von diesem Schlag.
„Ihr Monster.", schrien sie in tiefsten Pein und Wut. Mit bloßen Händen zerstörten sie die Daleks, aus der Rüstung gerissen und in den Schmutz getreten. Er wusste nicht mehr wie viele er getötet hatte. So unendlich viele. Er war der entfesselte Irrsinn, die wilde Rachsucht und das Monster ohne Halt. Blut überall und doch lag er zwischen den Leichen seiner Freunde und war hilflos.
Da war diese Stimme: „Doctor, hey komm wieder zu dir, du darfst nicht sterben. Ich brauche dich doch!"
‚Melody…ein Halt in der Raserei.' Sie fühlten Liebe und den Wunsch gerettet zu werden.
Nein…die Menschen kamen und wollten ihn lynchen…er rannte.
Seine Tardis war ok, dank Melody und Master. ‚Rettung?'
‚Keine Hoffnung'…Er versuchte die Menschen zu überzeugen, dass es keinen Ausweg gab diesmal. Er war ja kein Gott. Aber dachten das die Menschen wirklich von ihm?
‚Oh bitte, ihr seid so verdammt klein in eurem Denken. Ich bin nur ein Timelord und nicht mal der Klügste von allen, nur einer der Letzten. Ich habe meinen Planeten geopfert, nur um das Gleiche hier noch einmal zu erleben…Nein'
‚Wilfried, du hier? Oh warum sagst du sowas. Wenn ich sie nur hätte retten können. Sie war meine beste Freundin…oh bitte nicht das'
Die Raumstation vier Wochen später. ‚Meine Hände um seinen Hals.'
‚Hör auf!'
Er drückte zu.
‚Hör verdammt noch mal auf!'
Er fühlte einen Kinnhaken und erwachte wie aus einem Traum und sah in das Gesicht seines Zwillings.
„Wach auf und wehr dich!" Er schlug wieder zu. Die Schmerzen ließen sie beide erwachen. Die lagen am Boden im Handgemenge, der Schatten über ihm. Der Schatten lachte.
„Ihr seid beide sehr schwach, wenn ihr das was auf der Erde passiert ist für das schlimmste Grauen haltet. Seht…"
Die verzerrte Realität, die alles verschlang, die Zeit…die Lebewesen jetzt, vergangen und künftig. Niemand konnte dabei bei klarem Verstand bleiben. Er litt entsetzlich klammerte sich an die Realität, den Schmerz. Ein stechender Schmerz, ein blutende Wunde. Beide sahen sie ihr Blut über ihre Hand laufen. Einer von ihnen hatte ihre rechte Hand in eine Scherbe gedrückt. Wer wussten sie nicht mehr.
‚Wehren wir uns?'
‚Ja'
‚Kämpfen wir?'
'Ja'
Mit vereinter Kraft fokussierten sie ihre telepathischen Kräfte auf den Schatten.
‚Stirb…du bist die Vergangenheit, die Zukunft braucht dich nicht'
Er war anstrengend und kräftezehrend, es würde die Lebensenergie eines Timelords kosten…er drängte den anderen weg und ließ seine Energie in den Schatten fahren, der plötzlich verging…fast lautlos und sie fielen zu Boden.
Der Doctor stand schwer atmend über den am Boden liegenden Zwilling. Er kniete sich zu ihm.
„Er ist tot, die Ratte ist tot und endlich kann das Leben hier von vorne beginnen. Leider habe ich alle Energie dafür gebraucht, die ich hatte. Regenerieren ist nicht mehr möglich…Aber es ist ok…ich bin jetzt bereit zu gehen…ich hab nur noch einen Wunsch…" Er flüsterte diesen dem Doctor ins Ohr, der nahm ihn dann hoch und trug ihn dann schweigend durch die Ruinen zur Tardis zurück.

Sie standen vor Melody und der Doctor legte sein Ebenbild ab. Er war noch lebendig, aber es würde nicht mehr lange dauern, das fühlte er. Melody hatte Dreail an Amy weiter gereicht und sank neben ihm zu Boden. Sie weinte bitterlich, obwohl sie es geahnt hatte in ihrem Herzen, was seine Strafe sein würde.
„Melody…ich liebe dich. Der Planet kann nun wieder leben und Dreail wird ein Timelord werden frei von der Schuld der alten Generation." Er lächelte.
„Du darfst nicht sterben, nicht jetzt.", schluchzte Melody.
„Das ist meine Strafe und es ist nicht schlimm. Ich werde in Gedanken immer bei dir sein und ich bin so glücklich, das ich dich retten konnte zu Schluss…", mühsam berührte er mit seiner Hand ihre Wange und strich die Tränen weg. Er stöhnte auf, die Kräfte verließen ihn immer mehr.
„Wo ist meine Mutter?", fragte er schwach.
„Ich bin hier, mein Engel.", sagte die Lichtgestalt.
„Ich danke dir für alles."
Sie antworte nicht, sondern nickte und strich ihrem Sohn mit der Hand über den Kopf. Auch in ihren Augen schimmerten Tränen. Fast lautlos war der Master Arm in Arm mit Amy hinzugetreten.
„Und Master bleib wie du bist. Mach sie glücklich. Hörst du?", er musste husten.
„Ja, alter Freund.", brachte der Master hervor. Auch er hatte Tränen in den Augen.
„Zwilling, sei vorsichtig, das du nicht den gleichen Fehler machst wie ich.", er hustet wieder. Man sah das Leben aus seinem Körper weichen.
Der Doctor war unfähig etwas zu sagen und nickte ihm nur zu.
Melody nahm die Hand des Sterbenden und küsste sie.
„Ich liebe dich, Doctor.", brachte sie mit tränenerstickter Stimme hervor. Er sah sie liebevoll an, es war Blick, den sie so schmerzlich vermisst hatte.
„Ich liebe dich auch…", hauchte er. Sie küsste seine Lippen, fühlte wie das Leben seinen Körper verließ.Er schnappte noch einmal nach Atmen…
und eine Sekunde später schloss er die Augen…für immer.
Melody nahm seinen leblosen Körper in die Arme und verharrte in dieser Position.
Alle anderen im Raum waren erstarrt.
Dem Doctor liefen Tränen über die Wangen, aber er wagte es nicht einen Laut von sich zu geben, um Melody nicht zu stören. Amy war in Starre, der Master weinte so lautlos wie der Doctor.
Die Mutter weinte um ihren toten Sohn.
Der Tod war für Timelords noch schwerer zu begreifen, wie für Menschen rannten sie doch eigentlich davor weg in all ihren Leben.
Nach einer ewig dauernden Stunde legte Melody den Toten Körper ihres Geliebten vorsichtig auf den Boden. Sie stand auf.
„Wir werden ihm ein ehrenvolles Begräbnis geben. Er hat uns am Ende alle gerettet."
Schweigend trafen sie die Vorbereitungen für die Verbrennung. Sie wickelten den leblosen Körper in ein weißes Leinentuch.
Niemand hatte in der Trauer bemerkt, dass das Tardis Interface im Moment des Todes ihres Doctors verschwunden war.
Als sie soweit waren trugen sie den toten Doctor nach draußen. Sie öffneten die Tür der Tardis und dann sahen sie es:
Die Dunkelheit war geschwunden und es waren immer noch Ruinen, aber einige Meter vor ihnen zwischen all dem Chaos wuchs eine kleine silberne Pflanze.
„Er hat nicht nur den Schatten vertrieben. Er hat Gallifrey gerettet.", sagte die alte Frau und lächelte.
Sie sahen einander an und beschlossen, das Holz für die Verbrennung hier aufzustapeln. Der Aufbau ging nur quälend langsam voran. Als fertig waren legen sie ihn darauf. Der Doctor entzündete eine Fackel und gab sie Melody. Sie weinte. Der Doctor legte ihr seine Hand auf die Schulter.
„Es tut mir leid, wenn den Platz hätte mit ihm tauschen könnte, hätte ich es getan."
„Sag sowas nicht. Es war sein Schicksal zu sterben." Sie küsste ihm auf die Wange. „Du wirst der rettende Engel für jemand anderes sein, das weiß ich."
Melody trat nun zum Scheiterhaufen. „Lebwohl mein Geliebter…ich vergebe dir."
Die anderen wiederholten unisono „Lebwohl."
Seine Mutter stimmte eine alte gallfreyanischen Lied an, das von Tod und Wiedergeburt handelt. Der Master und der Doctor stimmten mit ein. Melody weinte leise. Amy stellte sich zu ihr mit Dreail im Arm. Sie sagte leise: „Niemand geht so wirklich. Ein Teil von ihm wird immer hier sein."
Melody versuchte zu lächeln.
Sie stand lange vor dem brennenden Scheiterhaufen, bevor sie schweigend zurück zu Tardis gingen.
Die alte Frau sah in die Runde. „Die Tardis gehört nun dir, Melody. Das hätte mein Sohn sicher so gewollt und sie oder er würde es auch wollen. Das Interface wird nun ein neues Gesicht für dich wählen. Master, du muss erst einmal hier bleiben, denn deine Tardis wird dich auch finden und dann wir sie dich rufen. Und du Doctor für dich ist es höchste Zeit nach Hause zu gehen und zu vergessen."
„Vergessen muss ich wohl, was ich gesehen habe, aber ich wünschte ich könnte wenigstens etwas behalten und mitnehmen in mein leeres Leben.", sagte er und die großen traurigen braunen sahen die alte Frau flehend an.
„Ich kann dir nur ein Gefühl lassen, keine Erinnerung, aber vielleicht wird dir das in schweren Stunden helfen."
„Danke.", sagte er schlicht.
Melody kam zu ihnen.
„Ich werde dich nie vergessen und deinem Sohn von dir erzählen." Amy kam mit Dreail dazu. Der Doctor nahm seinen Sohn noch einmal auf den Arm und küsste dem Kleinen auf die Stirn.
„Ärgere deine Mutter nicht zu sehr und werde ein guter Timelord."
Er gab Amy den Kleinen zurück und umarmte Melody.
„Ich verzeihe dir alles und ich hoffe du wirst glücklich.", sagte er.
Der Master kam hinzu und umarmte den Doctor.
„Ich werde dich vermissen, mein Freund."
„Ich dich auch." Er lächelte tapfer.
Er dreht sich zur Mutter seines toten Ebenbildes um.
„Ich bin bereit.", sagte er.
„Lebwohl, mein Engel." Sie fragte nicht weiter berührte sein Schläfen und er sackte zusammen. Der Master fing ihn auf.
„Master, bringe ihn in seine Tardis und dann schicke sie zurück. Er wird glauben all dies wäre ein Traum gewesen. Die Entwicklung in seinem Universum darf nicht gestört werden. Auch wenn es mir das Herz bricht zu wissen, dass er nur noch zwei Jahre hat. Der Mensch in ihm ist, das was ihn ausmacht, es wird schlimm für ihn sein diesmal zu regenerieren. Er wird vergessen und wegrennen bis das bittere Erwachen in einem seiner nachfolgenden Leben kommen wird."
Der Master schaffte den Doctor in seine Tardis und schickte sie in sein Universum zurück bevor er schnell verschwand und mit dem Dimensionsshifter zurückkehrte.

Amy hatte beschlossen mit dem Master auf Gallifrey zu bleiben und noch eine Weile auf die neue Tardis zu warten, die den Master rufen würde, sobald sie soweit war. Der Abschied von ihrer Tochter und ihrem Enkel fiel ihr nicht leicht.
„Passt gut auf euch auf. Wir werden euch finden sobald die neue Tardis bereit ist."
„Ja, Mutter. Mach dir keine Sorgen um mich.", sie umarmte ihre Mutter.
„Melody, gehe bitte kein zu großes Risiko ein.", sagte der Master und lächelte Melody an.
„Vater, das würde ich nicht tun.", sagte sie mit einem Lächeln. Sie war bereit ihn nun 'Vater' zu nennen. Sie umarmte ihn. Der Master war überglücklich, auch wenn er seinen Freund vermisste.
Die Lichtgestalt nickte ihr zu.
Melody musste nun ihr neues Leben mit Dreail beginnen. Sie ging in die Tardis um diese an sie, ihre neue Timelady zu binden.
Das Interface erschien und lächelte sie an.
„Wie gefällt dir dieses Gesicht?", fragte er. Das Tardis Interface hatte die Gestalt des Doctors angenommen.
„Ich will ihn nicht vergessen, deswegen ist das eine gute Wahl.", sagte sie.
„Wohin soll es gehen?"
„Irgendwo hin, wo ich Babysachen kaufen kann.", lächelte sie und sah auf das schlafende Kind in ihren Armen.
Amy und der Master sahen wie die Tardis verschwand. Sie wussten, es würde nicht allzu lange dauern bis sie die Beiden wieder sehen würden.

Die alte Frau stand in einiger Entfernung. Sie wusste ihre Aufgabe als Wächterin war noch nicht zu Ende. Es gab noch so viel zu tun. Die Hoffnung war heute wiedergeboren worden. Sie war sich sicher, dass auch ihr Sohn wiedergeboren werden würde.
Nichts ging in diesem Universum verloren.

Weit entfernt auf der Erde wuchs eine kleine grüne Pflanze und kündete von der Wiedergeburt des Planeten. Dies sorgte dafür, dass sich eine kleine Gruppe von überlebenden Menschen dort sammelte und feierte. Dies würde der erste Feiertag der neu geborenen Erde werden.
Auch hier war die Hoffnung wiedergeboren worden.