So, Kapitel sechs...

Leset und staunet (Und lasst ein Review da, sonst hetz ich meine Schildkröte auf euch!)

Kapitel 6

Erschrocken fuhr Hermine herum. Normalerweise war sie in dieser Ecke allein in der Bibliothek.

Blaise stand amüsiert grinsend hinter ihr, einen wackeligen Stapel Bücher auf dem Arm und ein amüsiertes Grinsen im Gesicht.

„Woher..." fragte Hermine schwach. Schön langsam sollte sie sich wirklich von nichts mehr überraschen lassen.

„Er treibt Pansy und mich auch immer in den Wahnsinn. Meistens kann er nichts dafür, er ist einfach so." Ungefragt setzte er sich ihr gegenüber und klappte sein oberstes Buch auf, eine Zusammenfassung der wirksamsten Liebestränke.

„Sucht du was bestimmtes?"

„Wie kommst du darauf?"

„Nur so..." Hoffentlich war keiner davon für Ginny.

Einige Zeit saßen sie schweigend in ihrer Ecke, und nur das Rascheln von umblätternden Seiten durchbrach die Ruhe.

Schließlich wurde es dämmrig, und Blaise klappte sein Buch zu. „Das sollten wir bei Gelegenheit wiederholen."

„Ja, es ist schön, mal mit jemanden hier zu sitzen, der nicht die Sekunden zählt, um wieder zu verschwinden."

Blaise streckte sich, und Hermine fiel auf, das seine Krawatte schief hing, etwas, was ihr sowohl bei Ron als auch bei Harry ständig ins Auge fiel.

„Warte, deine Krawatte." Kichernd zog sie den Knoten in die Mitte.

„Oh, bei Merlins rosa Tangahöschen!" Erschrockenes Luftschnappen lies sie beide herumfahren.

Die Patilschwestern und Lavender standen halb hinter einem Regal verborgen und starrten Hermine und Blaise erschrocken an, die noch erschrockener auseinanderzuckten.

„Das gibt's doch nicht! Hermine Granger und Blaise Zabini!" Parvati schien mit einem Herzinfarkt zu kämpfen.

Plötzlich schlug sich Lavender mit der flachen Hand auf die Stirn. „ Du hast es ja angedeutet! Die Nachhilfe! Wie geil!"

Hermine kam sich vor, wie in einem endlosen Albtraum gefangen. Warum mussten es ausgerechnet diese drei sein? Warum? Plötzlich fiel ihr auf, dass sie noch immer Blaises Krawatte in der Hand hielt. Sie lies sie fallen, als hätte sie sich verbrannt.

Durch die Schreie wurden langsam auch die anderen Schüler in der Bibliothek aufmerksam, sodass sich mittlerweile ein Halbkreis um sie gebildet hatte.

„Ein Slytherin!"

„Hermine! Wie konntest du nur?"

„Wissen Malfoy und Potter Bescheid?"

„Wirst du enterbt, Zabini?"

Sie hätte heute morgen gar nicht aufstehen sollen. Einfach in Dracos Bett liegen bleiben und erst jetzt, abends, aufstehen. Sie atmete tief durch, um zumindest ein paar schwache Proteste abzuliefern, aber Blaise kam ihr zuvor.

„Ich glaube nicht, dass auch nur einer von ihnen die Wahrheit glauben würde. Die andere Version ist viel spannender. Lass sie doch reden, in ein paar Tagen ist sowieso wieder alles vergessen."

Er grinste sie aufmunternd an, und Hermine verstand, was alle Mädchen an ihm fanden. Er sah wirklich süß aus. Sie könnte sich glatt in ihn verlieben, wenn sie nicht schon einen Freund hätte. Einen Freund, den diese Geschichte wohl kaum gefallen würde, wenn er sie aus dem falschen Mund hörte.

„Wir können das hier trotzdem jederzeit wiederholen. Ciao, Bella! Nach diesen geflüsterten Worten hauchte er ihr einen Kuss auf die Wange und verlies die Bibliothek durch den Menschenauflauf, die ihm alle respektvoll Platz machten.

„Er hat sie geküsst!"

„Hast du das gesehen?"

„Der Wahnsinn, Granger ist echt mit Zabini zusammen."

Hermine war sich ziemlich sicher, dass das nicht in ein paar Tagen wieder vergessen war. Und was sollte dieser Kuss? Blaise war zwar Franzose, aber das war jetzt wirklich taktisch unklug. Sie warf einen Blick auf die Menschenmasse und entschied, dass sie wohl besser im Gemeinschaftsraum weiterlernte, da konnte sie wenigstens nur ein Viertel aller Schüler auf Hogwarts belästigen.

„Mit einem wütenden „Ich bin wirklich nicht mit ihm zusammen!" quetschte sie sich aus der Bücherei.

„Warte, wir kommen mit!"

Lavender und Parvati holten sie ein und nahmen sie ins Kreuzverhör.

„Wie lange bist du schon mit ihm zusammen?

„Ist es dir egal, das er ein Slytherin ist?"

„Er hat nicht gerade den besten Ruf."

„Ja, zum Beispiel ist er mit Malfoy befreundet."

Schön langsam sah Hermine rot. „ICH. BIN. NICHT. MIT. BLAISE. ZABINI. ZUSAMMEN!" brüllte sie so laut, dass ein paar Hufflepufferstklässler, die ihnen entgegenkamen, erschrocken zusammenzuckten.

„Sicher, Hermine, und vorher, da hast du ihm nur die Krawatte gerichtet, oder?" Parvati rollte mit ihren Rehaugen.

„Komm schon, jetzt kannst du´s doch zugeben, wir erzählen´s schon nicht weiter." Lavender legte den Arm um ihre Schultern.

Hermine war sich sicher, dass in wenigen Minuten ganz Hogwarts Bescheid wissen würde. Schnaubend machte sie sich los. Sie hasste es. Früher war sie nie in so bescheuerte Situationen gekommen.

Sie kletterten in den Gemeinschaftsraum, Hermine zuerst. Sie setzte sich zwischen Harry und Ron auf eines der Sofas und wartete auf ihre Hinrichtung.

Lavender und Parvati folgten ihr und setzten sich auf einen Sessel, der dem Sofa gegenüberstand.

„Ratet mal, was wir gerade in der Bibliothek gesehen haben!"

Auf die ratlosen Blicke von Harry und Ron hin begannen sie sehr laut und auffällig zu kichern, sodass sie ein möglich großes Publikum bekamen. Sogar Ginny, die zu Hermines Erstaunen immer noch mit Luke zusammen war, drehte sich um.

„Unsere brave Hermine hat eine Affaire mit Slytherins Mädchenschwarm Nr. 1."

„Blaise Zabini, der einzige Typ in Hogwarts, der mit einem Wabbelbeinfluch noch geil aussieht!"

Auch hier brach wieder das große Geflüster aus. Ein Internat war einfach der ideale Ort für Gerüchte.

„Hermine? Du bist mit Zabini zusammen?" Ron sah aus, als hätte er gerade etwas sehr bitteres verschluckt.

Hermine stand auf. Plötzlich hatte sie ein ungeheures Verlangen nach ihrem Bett. „ Das ist doch alles Blödsinn!"

Unter den verdutzten Blicken der Gryffindors verlies sie den Gemeinschaftsraum und stürzte in den Schlafsaal, wo sie sich die Decke über den Kopf zog und versuchte, alles zu vergessen.

Am nächsten Morgen wurde sie von Parvati geweckt, die ihr ausrichtete, dass Ron auf sie wartete, Mittagessen.

Rasch zog sie sich etwas anderes an und stieg die Treppen hinunter, wo Ron in einem Sessel fläzte und Pig mit Eulenkeksen fütterte.

„Morgen."

Mühsam rappelte er sich auf. „Morgen, Mine."

Einige Sekunden standen sie sich wortlos gegenüber, dann meinte er: „Tut mir leid wegen gestern abend, ich wollte nicht... Ich hab nur gedacht... Also, ich mein: Zabini?"

„Schon gut, es war nicht eure Schuld. Es war nur dieses: Uh, Granger hat einen Freund! Uh, es ist ein Slytherin! Dabei bin ich noch nicht einmal mit Blaise zusammen."

Sie machten sich auf den Weg zur großen Halle.

„Aber du nennst ihn Blaise, ja?"

„Ich habe mit ihm genau das gemacht, was ich mit euch beiden nicht machen kann: Irgendwo sitzten und ein gutes Buch lesen!"

Ron bohrte nicht weiter. Stattdessen fragte er, was Susan gestern wollte.

„Du hast doch schon von der Party am Wochenende gehört? Ich muss ihr bei einer Männergeschichte helfen." Das war die gekürzte Version, aber sie hatte nicht vor, mit Ron über Susan zu tratschen.

„Und damit kommt sie zu dir? Was ist mit Hannah?"

„Du warst doch dabei, als sie sich gestritten haben. Sie reden nicht mehr miteinander."

Darauf sagte Ron nichts mehr, und Hermine wusste, dass er an die vielen Male dachte, die sie sich schon so furchtbar gestritten hatten. Um ihn abzulenken, fragte sie: „Die Party wird sicher der Knaller. Ich hab´ gehört, Fred und George schmuggeln sich mit dem Feuerwiskey gleich selbst ein."

„Echt? Ach, hast du schon ihre neuste Erfindung gesehen? Sie haben es mir geschickt, ich weiß nur nicht, wo ich es hingelegt habe..."

Am Gryffindortisch setzten sie sich auf ihre Stammplätze. Harrys Platz war frei.

Als Ron ihren Blick bemerkte, meinte er, Harry sei in der Bibliothek. Wie immer, wenn er log, färbte sich sein Gesicht leicht rosa.

Hermine ignorierte es. Sie war sowieso zu sehr damit beschäftigt, die halb neugierig, halb empörten Blicke und das auffällige Geflüster um sie zu ignorieren, als das sie sich auch noch um Harrys Geheimnis kümmern könnte.

Harry tauchte den ganzen Nachmittag nicht wieder auf, und Ron war so eifrig damit beschäftigt sie von der Bibliothek fern zu halten, dass er sogar freiwillig mit ihr im Gemeinschaftsraum Astronomie lernte.

Irgendwann kam Ginny zu ihnen und versuchte, sie über Blaise auszuhorchen, und zu Hermines Überraschung klang sie eine Spur eifersüchtig.

Gerade als sich die drei auf den Weg zum Abendessen machen wollten, kam Harry durch dass Porträtloch geklettert, und Hermine war sich sicher, dass er bei einem Mädchen gewesen sein musste.

Sein T-shirt war verknittert, seine Haare noch mehr verstrubelt als sonst und er hatte dieses zufriedene Grinsen drauf, dass alle Typen nach dem Sex drauf hatten.

„Wie war das lernen?" Diese Frage konnte sie sich dann doch nicht verkneifen.

„Wie? Ach, das Lernen...interessant."

Auch an diesem Abend ging Hermine früh ins Bett, da sie die vielen Anspielungen und Witzeleien im Gemeinschaftsraum nervten.

Unruhig wälzte sie sich herum und fragte sich, was es wohl zu bedeuten hatte, dass sie heute weder Draco noch Blaise noch Pansy irgendwo gesehen hatte.

Hoffentlich hatte Blaise Draco erklärt, was es mit den Gerüchten auf sich hat.

Und hoffentlich nahm Draco das mit Humor und nicht wieder mit einer seltsamen Reaktion wie gestern Nachmittag.