Disclaimer: Detective Mac Taylor und die TV Serie CSI NY gehört den Produzenten Bruckheimer / Zuiker und nicht mir! Ich mache kein Geld damit :D

Warning: Eine Spankingszene in diesem Kapitel! Wer das nicht mag, bitte nicht weiter lesen!


Zwei Tage später gegen zehn Uhr saßen Alex, Jason und David zusammen in ihrem Englischkurs. Das Wetter hatte sich wieder gebessert und die Sonne trat langsam durch die Wolken hindurch und machte dem Mai alle Ehre! Der heutige Unterricht ging nur sehr schleppend voran und in knapp einer Stunde würden sie die Biologieklausur schreiben. Alex starrte aus einem der großen Fenster in den Hof, hörte nur mit einem Ohr dem Lehrer zu und kaute an seinem Kugelschreiber herum. Er dachte an Julia! Und daran, um was sie ihn gebeten hatte.

Die Zeit verging äußerst langsam. Alex sah nach ein paar Sekunden wieder auf die Tafel, während der Lehrer neue Fremdwörter und deren Bedeutung aufschrieb und hin und wieder in sein Buch blickte, um die neuen Wörter abzulesen. David blätterte seinen Collegeblock um und schrieb zügig weiter, während Jason auf der anderen Seite, mit seinen Gedanken bei der kommenden Klausur war und bereits seit heute früh überlegte, ob er sich mit Bauchschmerzen einfach krank melden und zur Schulschwester gehen sollte. Zwar würde diese vermutlich seinen Vater benachrichtigen, der ihn, wenn es seine Zeit zuließ hier abholen würde, aber der Schwindel würde erst heute Abend auffliegen, sobald Stephen zu Hause eintreffen würde. Und bis dahin konnte Jason sich eine weitere Lüge zurecht legen, die er seinem Stiefvater auftischen konnte!

Geknickt schüttelte der Junge den Kopf und machte mit der Abschrift weiter, bis Alex ihn plötzlich sanft mit dem Ellbogen in die Seite stieß.

"Was ist," fragte Jason so leise wie möglich und sah seinen Stiefbruder fragend an.

Kurz sah Alex auf den Lehrer, der aber wieder mit dem Rücken zu ihnen an der Tafel stand und beugte sich dann ein Stück zu Jason hinüber.

"Ich hau gleich ab," erzählte er ihm leise. "Ich fahr zum College um Julia zu sehen."

Jason bekam große Augen. "Was? Was machst du? ... Du weisst, dass wir gleich die Bioklausur schreiben oder?"

Alex sah wieder nach vorn und ließ sich dann in seinen öden Holzstuhl zurückfallen. "Ich kann den Stoff sowieso nicht und Julia will mich sehen ..."

"Und wenn dich der Papst höchstpersönlich sehen will," meinte Jason bitter und rollte mit den Augen. "Wir müssen diese Klausur mitschreiben, die ist für die Endnote wichtig, Alter! Vergiss es!"

"Unsere Väter wissen doch gar nichts davon, oder hast du Mac irgendetwas erzählt?"

Kopfschütteln. "Nein! Sonst sagt er mir noch, dass ich mit Stephen zusammen lernen soll! Das muss nicht sein!"

"Siehst du," erwiderte der Sohn des Arztes und zog eine Augenbraue nach oben, während er sich wieder nach vorn an den Tisch beugte und mit den Notizen weiter machte. "Also in der Pause verschwinde ich und du und David haltet den Mund, okay? Ihr habt mich in der Pause einfach nicht mehr gesehen und gut ist!"

"Wenn du meinst ..."

"Außerdem ... Hast du heute schon auf den Vertretungsplan geguckt?"

Jason zuckte die Schultern. Zwar hing der besagte Plan in der großen Eingangshalle der Schule, aber Jason hatte heute noch keine Gelegenheit gefunden, sich den Plan genauer an zu sehen, geschweigedenn ihn auswendig zu lernen, so wie Alex hier. Sie waren heute spät dran gewesen und Jason hatte noch mal vor Unterrichtsbeginn auf die Toillette gemusst.

"Mrs Moore ist heute nicht da," klärte Alex ihn grinsend auf. "Wir schreiben die Klausur aber mit einem Vertretungslehrer! Das ist doch die Gelegenheit zu schwänzen! Der Kerl kennt uns nicht so gut wie Moore! Der wird einfach nur hier rumsitzen und uns beaufsichtigen und das war's!"

"Alexander Connors," sprach ihn der Lehrer plötzlich an. "Etwas mehr Aufmerksamkeit, wenn ich bitten darf!"

"Entschuldigung, Sir."

Der Angesprochene schluckte nervös und sah wieder nach vorn, während er das nächste Wort abschrieb. Jetzt konnte auch David sich nicht mehr konzentrieren und sah zu seinem älteren Bruder hinüber. Die kleine Unterhaltung der beiden Jungen hatte er zwar mitbekommen, aber einmischen wollte er sich trotzdem nicht! Das war eine Sache, die Alex allein planen und umsetzen musste, wenn er den Mut dazu hatte! Wenn er selbst darüber nachdachte, die folgenden Stunden und die Klausur zu schwänzen, konnte er sich wirklich nicht vorstellen, dass das gut ausgehen würde. Ihr Vater war schließlich sehr bekannt in Woodside und auch hier an der Forest-Hills High und sobald einer seiner Jungen nicht zum Unterricht erschien, wurde Stephen Connors prompt über die Abwesenheit informiert.

Die Schulstunde näherte sich dem Ende und die Glocke, die die große Pause einläutete, erklang. Der Lehrer schlug sein Buch mit einer Hand zu, legte es zurück auf den Tisch und setzte sich, um noch ein paar Notizen zu machen. Seine Schüler packten unterdessen die Englischbücher zurück in ihre Taschen oder nahmen sie unter den Arm, um sie gleich in die großen, blauen Spinde zu räumen oder mit in die Pause zu nehmen.

Nachdem die Lehrkraft ihnen noch die Hausaufgaben erläutert hatte, strömte der Englischkurs erleichtert auf den Flur hinaus. David und Jason stellten sich an ihre Spinde, öffneten die Schlösser und warteten auf ihren Bruder, der als Letzter den Raum verließ. Alex rückte seinen Rucksack auf den Rücken gerade und trat schließlich an Jason heran, wo Connors keinerlei Anstalten machte, seine Schulsachen ordnungsgemäß in den Spind zu räumen.

"Du willst das wirklich machen, ja," fragte Jason ihn leise.

Alex seufzte. "Ich geh jetzt aufs Klo und dann bin ich schon weg!"

Verstohlen sah er sich nach allen Seiten um, doch ein Lehrer war nicht in Sicht. Alex drehte sich wieder zu Jason, der wiederum David musterte.

"Das ist dein Bruder, David und ihr seid verwandt! Red ihm das schnell mal aus, bevor er sich noch in die Scheisse reitet!"

"Alex, er hat recht," meinte der blonde Junge leise. "Das kommt ganz bestimmt irgendwie raus und dann wird Dad dir die Leviten lesen!"

Sein Bruder fuhr sich mit den Fingern durch das gestylte Haar. "Wenn's nur das wär!"

"Alex," sagte jetzt Jason seufzend. "Den riesigen Ärger, den du bekommst, wenn das auffliegt, ist Julia nicht wert! Hör doch auf uns, Alter!"

"Ich. Muss. Mal. Wohin. Okay? Bis irgendwann!"

Alex drehte sich auf dem Absatz um. David sah ihm nach und hielt sich eine Hand vor die Augen. Vorsichtig spähte er durch die Finger hindurch auf Jason, der seine Schulsachen jetzt endlich in den Spind räumte und seine Geldbörse zückte.

"Meinst du, wir sind auf seiner Beerdigung eingeladen," fragte Jason leicht grinsend und schug dann mit der flachen Hand den Spind zu. Zügig schloss er ihn ab, stopfte den Schlüsselbund in die Jeanstasche und konnte Alex dann schon nicht mehr in der Menge von Schülern erkennen. Er war weg - und würde wahrscheinlich nicht auf die Toillette gehen, sondern in den nächstbesten Bus steigen ...

David schüttelte den Kopf. "Dad wird das gar nicht gefallen! ... Aber, wenn er ihn umbringt, dann bekomme ich sein Zimmer!"

Jason schmunzelte. "Na, toll und was bekomme ich?"

"Die CD-Sammlung?"

"Abgemacht," stimmte Jason seinem Stiefbruder zu.

Er spazierte dann mit ihm gemeinsam über den vollen Flur und die Treppen hinunter in die Eingangshalle der Schule, wo sie durch eine Glastür in den Innenhof kamen. Dort besorgten sie sich an dem Kiosk ein riesiges Sandwich plus Pepsi und setzten sie sich an einen der Holztische um zu essen. Während David das Hühnchensandwich mit Gurke, Salat, Tomaten und Majonaise verzehrte, dachte er darüber nach, ob er seinem Vater eine SMS schreiben und Alex bei ihm verpfeifen sollte.

Es geht doch nur um das Schule schwänzen? Und eigentlich müssen wir doch zusammenhalten? Die Eltern und die Kinder bilden je eine Front! David schüttelte leicht den Kopf und aß weiter. Nein! Ich lasse Alex in Ruhe! Falls Dad Wind davon bekommt, muss er das allein ausbaden. Und außerdem ... es ist ja nicht so, als ob Alex eine Straftat vor hat oder? Er verpasst nur den Unterricht und die Biologieklausur!

Andererseits wusste David ganz genau, dass Stephen ziemlich sauer werden würde. Zu gut konnte sich der blonde Junge noch an damals erinnern. Alex hatte auch die Schule geschwänzt und zwar gemeinsam mit Jason! Sie hatten vorsätzlich den Mercedes von Direktor Frey beschmiert und demoliert und das nur, weil sein Sohn der auch auf die High School ging, etwas Bösartiges gegen Schwule gesagt hatte. Leider waren sie nach der Tat, die sie gemeinsam mit Scott Barringer ausgeübt hatten, von der Polizei am Tatort festgenommen und auf dem Polizeirevier in eine Zelle gesteckt worden.

David war nicht mit dabei gewesen, als sein Vater und Mac die zwei Jungen ausgelöst hatten, jedoch hatte David später von Stephen eine Tracht Prügel mit dem Gürtel kassiert, da er von den Plänen seines Bruders gewusst und trotzdem geschwiegen hatte. Wie am nächsten Tag die private Unterredung zwischen Alex und Stephen gelaufen und wie Alex bestraft worden war, das hatte sein großer Bruder ihm nie erzählt.


Etwas später spazierte Alex auf dem Vorhof des Gebäude des College auf und ab, während er wartete. Er hatte die Hände in die Hosentaschen gestopft, beobachtete unablässig den Haupteingang und lauschte der Musik, die durch die dünnen Kabel und Ohrstöpsel seines MP3-Players dröhnte. Grinsend sah er zu den Eingangstüren hinüber. Er freute sich auf Julia! Gleich würde sie hier mit ihrer Tasche auftauchen und ihm hoffentlich um den Hals fallen, da er ihre Bitte Vorbeizukommen sofort wahr genommen hatte. Er verschwendete im Moment keinen Gedanken mehr an sein Fehlen im Unterricht und das Versäumen der Klausur oder daran, dass eventuell doch alles auffliegen konnte! Nein! Im Moment war einzig und allein Julia wichtig und dass er sie gleich wieder sehen und überraschen würde.

Es klingelte zur Pause. Alex blieb stehen und sah hinüber auf den Eingang des College. Sekunden später strömten die ersten Menschen aus dem Gebäude. Taschen unter dem Arm und Geld in den Händen, um sich einen Kaffee oder anderes Getränk an dem Kiosk zu besorgen. Während Alex die Schüler konzentriert beobachtete und nach Julia absuchte, überlegte er bereits, ob er später auf seine Schule zurückkehren oder sich direkt mit seinen Geschwistern an der Bushaltestelle treffen sollte.

"Alex," fragte eine weibliche Stimme überrascht.

Connors drehte seinen Kopf herum und lächelte glücklich. Es war Julia, die schnell auf ihn zu lief und dann dicht vor ihm stehen blieb. Sie trug ihre Tasche mit sich. Eine blaue Jeans und einen grünen Pullover! Darüber eine schwarze Jacke, die selbe, die sie auch im Park getragen hatte.

Sie sah ihn etwas verwirrt an und stellte die Tasche zwischen ihre Stiefel. "Was machst du hier?"

Jetzt war er verwirrt! "Ich dachte, du wolltest mich sehen? Und hier bin ich!"

Julia warf kurz einen Blick auf ihre Schuhspitzen. Dann sah sie Alex wieder ins Gesicht und zog sich eine ihrer langen Strähnen aus dem Gesicht. "Ja, schon ... aber-"

"Was, aber," unterbrach er sie sofort.

"Warte," sagte das Mädchen und hob beschwichtigend die Hände. "Ich wollte dich sehen. Heute. Aber doch nicht während ich noch Unterricht habe und du auch! ... Warte! Schwänzt du gerade oder habt ihr früher frei?"

Alex zuckte die Schultern. "Es sieht so aus als ob ich schwänze, ja! Und mein Vater wird überhaupt nicht begeistert sein, wenn er das mitbekommt!"

Sie schwieg für einen Moment. Schnell sah sie sich nach allen Seiten um und warf ihm einen auffordernden Blick zu. "Schön, wenn das so ist, dann sollten wir die Zeit nutzen, oder?"

"Wie meinst du das," fragte er grinsend zurück.

"Auf was hast du Lust?"

"Keine Ahnung ich," begann er und seufzte. "Was kann man denn in Kew Gardens Hills so erleben? Am Vormittag und als Schüler?"

"Wir könnten in die Bibliothek gehen?"

Prüfend musterte er sie, bis Julia an fing zu lachen und ihm leicht auf die Brust schlug.

"War nur Spass, Alex," meinte sie schnell. "Ich bin zwar auf dem College, aber Lernen ist nicht gerade mein Lieblingssport!"

"Und was ist dein Lieblingssport?"

Wenn du wüsstest ...

Julia grinste frech und nahm ihn dann an der Hand, während sie los ging. "Wenn ich dir das verrate, müsste ich dich umbringen! Los komm! Ich hab eine Idee!"

Er folgte ihr, ohne genau zu wissen, was sie vor hatte und gemeinsam verließen sie das Gelände des Queens College!

Minuten später betraten sie einen großen Kinderspielplatz inmitten von Gras und hohen Bäumen. Julia steuerte wie selbstverständlich die Schaukel an, setzte sich und schaukelte langsam nach vorn, ließ sich dannn zurück fallen, während sie sich an den beiden Ketten, mit denen die Schaukel an den dicken Holzmasten befestigt war, locker festhielt. Alex kam durch den Sand zu ihr hinüber, beobachtete sie einen kurzen Moment und ließ sich dann auf der Schaukel neben ihr nieder. Die Zeit verging, Stunde um Stunde, während sie sich unterhielten, eine Zigarrette rauchten und die Zweisamkeit genossen ...


Gegen Mittag hatte Stephen sich auf seinem Sofa niedergelassen und sah fern. Er zappte durch die vielen Kanäle, stoppte bei dem Nachrichtensender und wechselte, als die News zu ende waren, wieder das Programm! Seine Tasse Kaffee, die er zum vierten Mal gefüllt hatte, stand auf dem Sofatisch und war wieder leer, doch er hatte keine Durst mehr. Der Arzt hatte heute relativ lang geschlafen und war nur wach geworden, als Mac aus dem Schlafzimmer geschlendert war und dann für seinen Dienstbeginn um acht Uhr geduscht hatte. Sie hatten sich kurz im Bett verabschiedet und Stephen war, nachdem er die Haustür und Mac's Cadillac gehört hatte, sofort wieder in seinen wohlverdienten Schlaf gefallen. Die Kinder waren natürlich schon vorher aus dem Haus verschwunden und zur Schule aufgebrochen, doch Stephen war einfach liegen geblieben und Alex und seine Brüder hatten ihn in Ruhe gelassen.

Stephen drückte sich mit dem Rücken etwas fester in das dicke Sofapolster und schlug die Beine übereinander. Er warf kurz einen Blick auf seine Armbanduhr und überlegte, ob er schon mit dem Kochen beginnen sollte, denn die Jungs würden in etwa einer halben Stunde hier sein. Den großen Nudelauflauf mit Gemüse und Hackfleisch hatte er zwar schon so gut es ging vorbereitet, aber in den Ofen musste er ja trotzdem noch! Wieder nahm er die Fernbedienung hoch und stellte einen anderen Sender ein. Eine Dokumentation über Supermodels?

Er seufzte und legte die Fernbedienung neben sich ab. Mittags läuft auch nur Mist im Fernsehn!

Die Klingel der Haustür ließ ihn aufhorchen, so dass das Fernsehprogramm sofort vergessen war. Sofort erhob sich Stephen aus der sitzenden Position und ging mit Socken an den Füßen und in Jeans und schwarzem T-Shirt in die Lobby und an die Tür. Er öffnete und ... sah überrascht in das Gesicht von Direktor Stephen Frey, der in Anzug und mit einer Aktentasche ausgerüstet vor ihm stand und scheu lächelte.

"Stephen," fragte der Arzt verwirrt und machte einen Schritt zurück in die Lobby, um seinem Gast Platz zu machen. "Kommen sie rein! Ist was passiert? Ist mit den Jungs alles okay?"

Der braunhaarige Direktor räusperte sich entschuldigend und machte einen großen Schritt vorwärts. "Es tut mir leid, wenn ich sie störe, Stephen ... Haben sie etwas Zeit?"

Sein Gastgeber drückte die Tür zu und geleitete Frey hinüber ins Wohnzimmer, wo er ihm das linke Sofa anbot und kurz stehen blieb. Frey setzte sich. Die Aktentasche legte er auf den Sofatisch, während er überlegte, wie er das kommende Gespräch am Besten beginnen sollte.

Stephen kam ihm zuvor! "Möchten sie einen Kaffee oder etwas anderes?"

Der Direktor der High School lächelte und nickte dankend. "Ich nehme einen Kaffee, wenn sie noch einen haben. Danke, Stephen!"

"Okay, bin gleich wieder bei ihnen," erwiderte Connors schnell.

Er nahm seine Tasse hoch, wandte sich um und verließ das Wohnzimmer. Schnell ging er in seine Küche, wo er seine Tasse auf dem Tisch abstellte und eine neue aus dem Oberschrank nahm. Er füllte beide mit Kaffee, legte einen kleinen Löffel auf die Untertasse, die Stephen bekommen würde und eine eingepackte Milch dazu. Zucker hatte er im Wohnzimmer. Er seufzte leise und starrte auf den Auflauf, der im kalten Ofen stand und darauf wartete, erhitzt zu werden.

Was macht Frey hier?! ... Geht es um David oder Alex? Oder vielleicht um Jason? Langsam blies er die Luft aus seinem Mund. Zeit, es herauszufinden!

Stephen kam zügig wieder ins Wohnzimmer zurück, setzte die Tasse für seinen Gast vorsichtig auf dem Tisch neben die Aktentasche ab und ließ sich dann auf seinem Sofa nieder. Frey bedankte sich höflich und öffnete die Milch, die er in die volle Tasse gab und umrührte. Einen Moment schwieg Stephen Connors noch, doch dann hielt er es nicht mehr aus. Irgendetwas musste passiert sein, wenn der Direktor seiner Kinder mittags bei ihm auftauchte!

"Stephen," fragte der Arzt vorsichtig, während er den anderen Mann musterte. "Warum sind sie hier? Oder ... um wen geht es?"

Frey grinste leicht. "Ihnen kann man nichts vormachen, was? Wenn ich ihnen sage, dass ich nur zu einem Freundschaftsbesuch gekommen bin, weil ich mich über ihr Wohlbefinden und das von Mac informieren wollte, glauben sie mir das nicht oder?"

Kopfschütteln. Stephen zog seine langen Beine an und rückte etwas nach vorn, während er an seinem Kaffee trank und die Tasse dann auf dem Tisch abstellte.

"Nein, das glaube ich ihnen wirklich nicht, Stephen! Also? Wer hat was getan?"

Sein Gast räusperte sich, doch dann kam er sofort zum Punkt! "Es geht um Alex! Er ist nicht zufällig hier, oder? Er kam nicht früher nach Hause, weil er sich krank gefühlt hat und liegt jetzt in seinem Bett?"

"Nein, das tut er nicht ..."

Stephen fuhr fort. "Okay! Schade. Er ... war heute früh in der Schule und beim Unterricht! Nach der großen Pause hat sein Kurs eine Biologieklausur geschrieben über drei Stunden und die hat ihr Junge leider ... verpasst!"

Was?!

Der Arzt riss die Augen auf. "Sie wollen mir sagen, dass mein Sohn heute Morgen dem Unterricht beigewohnt hat und danach einfach nicht mehr aufgetaucht ist, Stephen? Was- ... Und von welcher Biologiearbeit reden sie da? Mir hat niemand etwas gesagt!"

Frey leckte sich vorsichtig über die Lippen, sah kurz auf seine Tasse und dann dem Doktor ins Gesicht. "Leider ist es genau so gelaufen! Alex ist verschwunden! Er ist auch später zu den letzten beiden Kursen nicht mehr aufgetaucht und deshalb wurde ich informiert! Diese Klausur war sehr wichtig und das hatte Mrs Moore der Klasse auch klar gemacht, aber scheinbar war das Alex ziemlich egal."

Kurz überlegte er und fuhr dann fort. "Es war heute so, dass Mrs Moore sich krank gemeldet hat. Grippe, glaube ich. Das heisst, wir hatten einen Vertretungslehrer für diese drei-stündige Klausur und die Vertretung kennt den Kurs natürlich nicht so gut und deshalb wurde Alex' Verschwinden auch erst etwas später bemerkt. Ich wurde informiert und hier bin ich nun."

Stephen seufzte tief und fuhr sich mit der Hand durch das Haar. "Das glaub ich einfach nicht! Alex wusste, dass die Klausur wichtig war und hat trotzdem geschwänzt?!"

"Ich verstehe es auch nicht," gab Frey offen zu. "Ich meine, wenn Alex den Stoff nicht versteht, dann kann er doch sie fragen! Ich glaube seine Mitschüler wären froh darüber, so einen Profi im Haus zu haben, der den Stoff sicher beherrscht!"

Connors hob seine Tasse an und trank einen Schluck Kaffee. "Ich trau mich ja gar nicht zu fragen, aber um welches Thema ging es in der Klausur, Stephen? Wissen sie das?"

"Der menschliche Körper!"

Was?! ... "Was?!"

Stephen nickte leicht und nahm seine Aktentasche vom Tisch. Er öffnete sie und nahm einige Blätter heraus, die mit einer Büroklammer befestigt waren. Kurz blätterte der Mann sie durch und reichte den dünnen Packen an Stephen weiter, der sie entgegen nahm und die Stirn runzelte.

"Das kann doch nicht wahr sein," meinte Connors mehr zu sich selbst, während er sich die vielen Fragen durch las. Körperteile, ihre Funktionen, lateinische Bedeutung, Zusammenhänge und so weiter ... Er seufzte leise und schüttelte den Kopf. "Wissen sie was, Stephen? Mein Sohn ist faul! Anders kann ich mir sein Verhalten nicht erklären! Wirklich nicht! Wenn es um ein Thema gehen würde, was er nicht versteht und ich oder sonst jemand in seinem Umfeld auch nicht, dann- ... Das soll jetzt keineswegs eine Entschuldigung für sein Schwänzen sein, aber- ... Dann würde ich mich mit einem D als Endnote noch einigermaßen zu frieden geben, aber das hier!"

Er hob die Papiere hoch, wedelte damit herum und reichte sie Frey über den Tisch zurück. Der Direktor nahm sie wieder an sich, legte die Klausur in seine Tasche zurück, schloss diese und faltete die Hände auf dem Schoß zusammen, während er überlegte.

Frey öffnete wieder den Mund, während er Stephen bemitleidend an sah. "Es ist ja nicht so, dass seine Versetzung in irgendeiner Form gefährdet ist. Allerdings war diese Klausur wichtig für die Endnote und wenn Alex das hier auf die leichte Schulter nimmt, wird er ganz sicher keine gute Zensur auf dem Zeugnis erhalten."

"Verdammt ... Ich glaube, Alex ist im Moment etwas abgelenkt von allem."

"Ja, das denke ich auch," gab Frey ihm Recht. "Stephen? Das Problem hier ist, dass Alex mit seinen Gedanken scheinbar ganz woanders ist und sich nicht mehr wirklich auf die Schule konzentriert. Und das geht schon seit etwa einer Woche so ..."

Eine Woche? ... Stephen seufzte frustriert und wollte gerade noch etwas dazu sagen, als sie einen Schlüssel im Türschloss hörten. Ah! Jetzt wird es spannend ...

Er warf Frey einen Blick zu und sah von seinem Platz aus in die Lobby. David und Jason traten in sein Blickfeld und beide Jungen mussten unweigerlich schlucken, als sie ihren Direktor im Wohnzimmer sitzen sahen. David sah Jason an und dann seinen Vater, der den Kopf schief legte und sie abwartend musterte.

"Direktor Frey," begrüßte David den Mann verwirrt und nahm seinen Rucksack von den Schultern. "Was machen sie hier?"

Connors wartete, doch Alex schien nicht bei ihnen zu sein. "Wo ist Alex?"

David sah seinen Vater an und zuckte die Schultern. "Ehm, keine Ahnung. Vielleicht hat er den Bus verpasst, Dad?"

"Ihr hattet heute eine Biologieklausur, oder Jungs?"

Oh ... Sein Sohn nickte leicht. "Ja, Sir."

"Und," fragte Stephen leicht bissig. "War dein Bruder auch dabei und hat die Klausur mitgeschrieben?"

David machte einen Schritt vorwärts, während er immer noch den Rucksack in der Hand hielt. Kurz sah er Frey an, der auf dem Sofa sass und sich aus der Unterhaltung herraus hielt und dann war seine Aufmerksamkeit wieder bei Stephen! "Ich weiss nicht wo er ist! In der ersten Pause waren wir noch zusammen, dann wollte er aufs Klo und dann-"

"War er plötzlich nicht mehr da," mutmaßte diesmal Frey und seufzte leise. "Alex, Alex, Alex!"

Der Arzt seufzte. "Alex war also nicht bei euch im Bus?"

"Nein, Sir," gab Jason wahrheitsgemäß zurück. "War er nicht."

"Okay! Dann geht nach oben und macht Hausaufgaben! ... Und David, stell den Ofen an, bitte!"

Stephen drehte sich weg und ging wieder zu Frey hinüber, um sich zu überlegen, was er jetzt am Besten tun konnte. Er hörte wie Jason und David weggingen. Einer der Jungs nach oben und der andere in die Küche, um den Ofen anzustellen. Ein paar Sekunden später waren beide Teenager in ihren Zimmern und Stephen war mit Frey wieder allein im Erdgeschoß, wo sie weiter an ihrem Kaffee tranken, obwohl der Arzt schon mehr als genug davon hatte.

Und etwa zwanzig Minuten später wurde erneut die Eingangstür geöffnet! Stephen und Frey stoppten sofort ihr Gespräch, als Stephen einen Finger an seine Lippen legte und seinen Gast zum Schweigen brachte. Schnell erhob er sich vom Sofa und lief in die Lobby, nur um dort auf Alex zu stoßen, der gerade die Tür hinter sich zudrücken wollte.

Als Alex Stephen dort stehen sah, rasten ihm sofort an die Tausend Gedanken durch den Kopf! War etwas passiert? Mit Mac? Oder David und Jason? War sein kleiner Ausflug vielleicht aufgeflogen? Aber dann würde Stephen sich ihm gegenüber nicht so ruhig verhalten. Obwohl Alex es mittlerweile weit aus besser wissen müsste, sah er seinem Vater in die Augen und verhielt sich so, als ob nichts Außergewöhnliches geschehen wäre.

"Hey," begrüßte Alex ihn grinsend. "Entschuldige, ich hab den Bus verpasst, weil ich noch mal aufs Klo musste. Sind David und Jason schon hier?"

Stephen starrte ihn an. Ein Glück für ihn, dass Frey nebenan sitzt, sonst hätte er sich jetzt schon eine gefangen ... Der Doktor öffnete den Mund. "Ja, deine Geschwister sind schon hier, Alex! Würdest du mir verraten, wie die Biologieklausur heute gelaufen ist?"

Geschockt sah der Junge Stephen in die Augen. "Welche Klausur denn, Dad?"

"Jetzt pass mal auf, mein Freund," begann sein Vater leise und hob einen Finger in die Luft. "Weil ich heute Abend erst zur Arbeit muss und eigentlich bis jetzt einen ganz netten Tag hatte, an dem ich mal Ausschlafen konnte, werde ich genau jetzt anfangen zu zählen. Okay? ... Also! Wie lief die Biologieklausur, die ihr heute geschrieben habt und über die ich nicht Bescheid wusste, Alexander?"

Alex zuckte unweigerlich zusammen. Wenn Stephen ihn mit vollem Namen ansprach, dann bedeutete das nichts Gutes!

Er weiss es doch schon, also kann ich ihn jetzt nicht mehr belügen oder? "D-die Bioklausur lief nicht so-so gut, Dad."

Okay, vielleicht geht das doch!

Der Arzt schüttelte den Kopf. Er war fassungslos! Alex hatte ihm jetzt schon zwei Mal ins Gesicht gelogen und ihm die Wahrheit vorenthalten! Aber ein drittes Mal würde es heute nicht geben, da war Stephen sich sehr klar darüber.

"Gut, ganz wie du willst," sprach Stephen ihn wieder an und machte eine kurze aber eindeutige Bewegung mit dem Kopf in Richtung Wohnzimmer. "Wir haben Besuch!"

Langsam wurde Alex unruhig. Irgendwie hatte er nicht damit gerechnet, dass sein Verschwinden vom Unterricht so schnell auffliegen würde. Er sah zu, wie sein Dad voraus eilte und im Wohnzimmer verschwand. Geknickt folgte Alex ihm mit seiner Schultasche und stoppte sofort im Eingang, als er Direktor Frey erblickte, der gemütlich auf dem linken Sofa hockte und eine Tasse Kaffee in Händen hielt.

Der Mann sah zu ihm hinüber und setzte die Tasse ab. "Hallo Alex! Wir ... haben dich heute vermisst. Zu einer bestimmten Uhrzeit, weisst du?"

Der Teenager mit den schwarzen Haaren sagte kein Wort. Er war zu geschockt, dass Frey hier einfach aufkreuzte und seinem Vater erzählte, dass er den Unterricht versäumt hatte. Wie konnte er nur?

"Alex," sagte Stephen leise hinter ihm. "Sagst du bitte etwas dazu?"

"Was soll ich denn sagen," fragte sein Sohn bitter und kämpferisch. "Ihr habt euch euer Urteil doch schon längst gebildet oder? Ich weiss überhaupt nicht, was an dieser ganzen Sache so ernst sein soll?! Es ist doch nur eine beschissene Bioarbeit, mehr nicht!"

Frey öffnete ungläubig den Mund. Natürlich war er solche Ausdrücke an seiner Schule gewohnt, aber nicht in diesem Maße! In seinem Beisein und im Wohnzimmer des Vaters! Auch Stephen war von Alex' Wortwahl überrascht. Schnell warf er seinem Gast einen entschuldigenden Blick zu, der nickte und sich wieder seinem Kaffee widmete. Stephen hingegen machte einen Schritt vor seinen Sohn, nahm einen Finger hoch und zeigte in die Lobby.

"Mach das du nach oben kommst! Sofort! David wird dir nachher das Essen bringen und danach werden wir zwei uns über deine kleine Show, die du hier abziehst, unterhalten und zwar sehr ausführlich, Alex! Ich möchte, dass du dich jetzt bei Direktor Frey entschuldigst und Auf Wiedersehn sagst."

Eigentlich hatte Alex darauf überhaupt keine Lust, doch der durchdringende Blick, den sein Dad ihm zu warf, ließ ihm keine andere Wahl! Er drehte sich herum, damit er Frey sehen konnte und öffnete den Mund.

"Entschuldigung, Sir! Ich werde mich das nächste Mal besser benehmen, wenn sie einfach so bei uns zu Hause auftauchen! ... Wiedersehn!"

Mit diesem Satz drehte Alex sich einfach um, ging schnell in durch die Lobby und war kaum zwei Sekunden später aus Stephen's Blickfeld verschwunden. Stephen sah ihm fassungslos hinter her, blieb aber wo er war, um sich um seinen Besuch zu kümmern. Nachdem sie noch eine halbe Tasse Kaffee getrunken hatten, nahm Direktor Frey seine Tasche vom Tisch und erhob sich langsam vom Sofa. Stephen brachte ihn zur Tür und sah ihn dort noch einmal fragend an.

"Kann Alex die Klausur nachschreiben oder ist das jetzt für ihn gelaufen, Stephen?"

"Ja, das kann er natürlich," erwiderte der andere Mann und zog den Reißverschluss der Tasche zu. "Ich werde mich nach einem Termin erkundigen und sage Alex dann Bescheid. Einverstanden?"

Connors fuhr sich mit dem Finger über die Stirn und lächelte leicht. "Sagen sie besser mir Bescheid, Stephen! Sonst macht er noch mal Blau und das wäre dann sein Aus in Biologie, oder?"

"Ja, leider," gab Frey zurück und nickte. "Ich rufe sie auf der Arbeit oder hier an und gebe den Termin durch, wenn ich ihn habe."

"Danke für die Hilfe!"

Frey klopfte Stephen leicht auf die Schulter und öffnete die Tür, die Connors dann für ihn auf hielt. Er trat über die Türschwelle auf die Veranda und drehte sich noch mal zu dem Arzt um.

"Machen sie es gut, Stephen! Bis bald und grüßen sie Mac!"

"Ja, mach ich! Bis dann!"

Stephen sah ihm kurz nach und merkte dann erst, dass Frey nicht mit dem Auto hier war, sondern zu Fuß ging. Wahrscheinlich war der Wagen in der Werkstatt und der Direktor hatte sich mit dem Bus herbemüht, was für ihn äußerst seltsam und schon unnormal war!

Nach ein paar Sekunden schloss Stephen die Tür wieder und warf einen skeptischen und immer noch sehr verärgerten Blick die Treppe hinauf. Was hatte sich Alex nur dabei gedacht? Noch dazu dieses Fehlverhalten Frey gegenüber! Was sollte das? Kopfschüttelnd ging Stephen in das Wohnzimmer zurück, wo er die beiden Tassen nahm und in der Küche in die Spülmaschine steckte. Als nächstes sah er nach dem Auflauf, stellte den Ofen etwas kleiner und wartete anschließend in seinem Garten auf der Terrasse, bis das Mittagessen so weit war.


Nach dem Essen, was Alex allein in seinem Zimmer verzehrt und sich auch keinen Nachschlag gegönnt hatte, saß er nun allein auf seinem gemachten Bett und überlegte, was er seinem Vater gleich sagen sollte. Natürlich konnte er sich jetzt nicht mehr aus der Sache heraus reden! Stephen wusste Bescheid! Über das Schwänzen, über das Versäumnis der wichtigen Klausur und darüber, dass es Alex ziemlich egal war, was Frey von ihm und seiner Ausdrucksweise dachte. Seit dem Essen war jetzt schon über eine halbe Stunde vergangen und Alex fragte sich bereits, ob er das Geschirr hinunter bringen durfte ohne um Erlaubnis zu fragen, als es an der Tür klopfte.

Ohne Abzuwarten ging die Tür auf und David stand im Türrahmen. Alex war etwas überrascht, da er fest mit Stephen gerechnet hatte. Und er war sauer, dass sein Bruder es nicht für nötig hielt, seine Privatsphäre zu achten und einfach so hinein zu stürzen.

"Was," fauchte der Ältere den Jüngeren an. "Kannst du nicht warten, bis ich was sage, David?!"

David machte einen Schritt in den Raum und lehnte die Tür an. "Dad will dich sehen. Im Wohnzimmer!"

"Toll! Und der Tag hat so gut angefangen ... Verdammt!"

Schnell stand er vom Bett auf. Doch anstatt zu seinem Bruder zu gehen, machte Alex ein paar Schritte in die entgegengesetzte Richtung und öffnete seinen Kleiderschrank.

Sein kleiner Bruder machte ein Gesicht. "Alex? Er hat jetzt gesagt!"

"Ja doch! Ich komm ja! Reg dich ab!"

David sah ihn etwas geschockt an, doch zuckte dann die Schultern. Alex musste wissen, was er tat oder besser ... nicht tat! David drehte sich um. "Okay, vergiss es! Aber wenn er hochkommen und dich persönlich holen muss, dann hört der Spass echt auf, Alex!"

Dann wurde seine Stimme leiser. "Wir-wir haben dich nicht verraten, okay? Das musst du mir glauben."

"Schon gut," gab Alex seufzend zurück und legte die Trainingshose auf den Stuhl.

Schnell schlüpfte er aus der festen Jeans und zog sich um, als David wieder hinaus auf den Flur gehen wollte. Doch sein kleiner Bruder wandte sich noch mal um und hob einen Finger.

"Ach, so ... Du sollst das Geschirr mitbringen und in die Spülmaschine räumen und an machen. Viel Glück!"

"Ja, mach ich," sagte Alex und spürte wie sein Herz plötzlich heftiger schlug, je näher die Sitzung mit seinem Vater rückte.

Er sah wieder auf und schnürte die Kordel der schwarzen Hose vorn einmal zusammen, doch sein Bruder war bereits verschwunden um sich in seinem Zimmer mit Musik abzulenken und möglichst nichts von dem Gespräch und der kommenden Strafe mitzukriegen. Er nahm seinen Teller mit dem Besteck, verließ sein Zimmer, in dem er mit Sicherheit den restlichen Tag verbringen würde und spazierte langsam in das Erdgeschoß.

Instinktiv starrten seine Augen Richtung Wohnzimmer, wo die Schiebetür nur halb geschlossen war. Als er seinen Vater nicht sehen konnte, machte er noch einen Schritt und setzte den rechten Fuß auf den glatten Parkettboden der Lobby. Er brachte sein Geschirr in die Küche, räumte alles in die Spülmaschine, gab eine Tablette hinein, stellte sie an und machte sich auf den Weg zu seiner Hinrichtung!

Vor der Wohnzimmertür, blieb Alex stehen und klopfte leise. Stephen bat ihn herein und musterte ihn sofort vom Sofa aus, auf dem er hockte und fern sah. Schnell griff er blind nach der Fernbedienung, stellte das Gerät ganz aus und legte sie auf den Wohnzimmertisch. Alex schluckte und zog schnell die Tür hinter sich zu, bevor er sich dann wieder zu seinem Vater umdrehte.

"Ich sagte Sofort oder nicht," fragte der Mann streng und hob eine Augenbraue in die Stirn.

Alex kratzte sich am Bauch und kam langsam näher. "Ja, Sir. Es tut mir leid. Ich ... hab mich noch umgezogen."

"Und mit David gequatscht," fragte der Arzt ihn.

"Ja, Sir ..."

Entspannt sah Stephen seinen Sohn an und wies dann mit der linken Hand auf das andere Sofa. "Keine Lüge! Sehr gut, Alex! Das nächste Mal, wenn ich Sofort sage, kommst du sofort runter, bringst die Sachen in die Spülmaschine und stehst hier vor mir. Ist das klar, junger Mann?"

Oh Gott! Er bringt mich um ... "Ja, Sir. Ich hab verstanden."

"Setz dich hin!"

Mit hängenden Schultern trat Alex zwischen Sofa und Tisch und ließ sich auf das weiche, dicke Polster sinken. Als sein Hintern die Berührung wahr nahm, musste der Teenager unweigerlich zucken. Natürlich hatte er keinerlei Schmerzen, aber das würde in einigen Minuten ganz anders aussehen. Und sein Vater würde es ihm so richtig geben!

"Möchtest du jetzt etwas zu der ganzen Sache sagen, wo wir unter uns sind?"

Alex sah auf seine Hände. "Ich muss ja wohl, oder?"

"Das wäre hilfreich," meinte sein Dad leise und rückte etwas nach vorn. "Hast du eine Vorstellung davon, wie peinlich es ist, wenn es an der Tür klingelt und der Schulleiter plötzlich da steht und etwas besprechen möchte?! Wenn es darum um eines deiner Kinder geht, was den Unterricht und eine wichtige Klausur geschwänzt hat und einfach so nach der Pause nicht mehr aufgetaucht ist? ... Das ist sehr peinlich, Alex! Direktor Frey hätte das ganz sicher nicht bei jedem x-beliebigen Elternteil gemacht, aber mich und Mac kennt er jetzt schon ziemlich lange und unsere Kinder! Und das ist der Grund, weshalb er persönlich hier erschienen ist! Er wollte sehen, ob alles in Ordnung ist und du vielleicht einfach nur früher nach Hause gegangen bist, weil es dir nicht gut ging."

Alex schluckte nervös. Doch er schwieg.

Und Stephen fuhr fort. "Er hat sich Sorgen gemacht, Alex! Hm? Doch leider waren diese Sorgen völlig unbegründet oder? Also, Frey kommt her und fragt mich ob du krank geworden bist! Okay? Ich-" Stephen zeigte mit einem Finger auf seine Brust. "Muss dann leider zugeben, dass mein Sohn gar nicht zu Hause ist und ich nicht weiss, wo er steckt! Und jetzt möchte ich bitte wissen, wo du die letzten Stunden warst, während du den Unterricht geschwänzt hast! Und wehe, du lügst noch mal!"

"W-wieso noch mal, ic-"

"Alexander," unterbrach Stephen ihn sofort böse. "Du hast heute schon gelogen. Und zwar, als ich fragte, wie die Biologieklausur gelaufen ist! Du hast gesagt, es wäre ganz gut gelaufen, aber wenn du sie überhaupt nicht mitgeschrieben hast, kannst du das nicht wissen, oder irre ich mich?"

Verdammt, er hat mich ... "Ja, Dad. Das kann ich nicht wissen."

"Na also! Wo warst du heute und mit wem warst du dort? Denn ich denke nicht, dass du allein irgendwo hingegangen bist, stimmt's?"

Der Teenager konnte seinen Pulsschlag jetzt bis in die Ohren spüren, so nervös war er! Konnte er Julia noch aus der ganzen Sache heraushalten? War es schlimm, dass sie bei ihm und nicht auf dem College gewesen ist? War das in dem Alter noch wichtig, wo sie doch schon 20 war? Er räusperte sich und gab Stephen dann die Antwort, die er hören wollte.

"Ich war mit Julia unterwegs. Ich bin zu ihr ans College gefahren und hab sie da überrascht. Dann sind wir rumgezogen, Dad, das war Alles!"

Stephen fuhr sich mit den Fingern durch das Haar, seufzte und schüttelte den Kopf. "Julia! Schon wieder baust du Mist wegen Julia. Das geht mir so auf den Ge-"

Entsetzt riss Alex die Augen auf. "DAS STIMMT DOCH GAR NICHT!"

"RUHE JETZT," brüllte der Arzt sofort zurück und starrte Alex wütend in die Augen. Schnell hob er warnend einen Finger. "Diese Klausur war wichtig, Alex! Und du wusstest das! Und trotzdem hast du die Klausur und den Unterricht geschwänzt und alles nur, weil sie dich darum gebeten hat! Ist das richtig?!"

Und wieder hat er mich! ... Soll ich das besser abstreiten oder ...?

"Ist das richtig?"

Dad? Du wiederholst dich! ... Doch das sprach Alex natürlich nicht laut aus, denn sonst würde Stephen das Gespräch sofort abbrechen und zum ungemütlichen Teil kommen. Er schüttelte den Kopf!

"Nein, Dad, das stimmt nicht," sagte Alex mit fester Stimme. "Sie wusste nicht, dass ich vorbei komme. Ich hab sie überrascht. Julia hat nichts mit meiner Entscheidung zu tun, Dad!"

"Ist es richtig, dass du letzte Woche schon mal die Schule geschwänzt hast?"

"Was," fragte Alex und tat überrascht. "Nein!"

Der Arzt blies vorsichtig die Luft aus seinem Mund und starrte Alex an. "Das war deine dritte Lüge! Direktor Frey hat mich informiert, dass du die Schule schon einmal geschwänzt hast, weil er immer noch auf eine schriftliche Entschuldigung von mir wartet. Zwischendurch wurde es dann wieder vergessen, aber heute ist es ihm wieder eingefallen. Drei Lügen innerhalb von nicht mal ganz zwei Stunden ist gar nicht gut, Alex! Hörst du? Du weisst, dass ich Lügen nicht ausstehen kann und bestrafe, wenn ich euch dabei erwische."

Alex starrte ihn an und ihm wurde heiß. "Ich- ... Hilft es, wenn ich sage, dass es mir leid tut?"

"Nein," sagte Stephen streng. "Diesmal nicht! Du wusstest sehr genau was dir blüht und hast es trotzdem getan und das werde ich bestrafen, Alex! Wenn es drei Lügen waren und du-"

Er tat so, als ob er nachdachte und legte einen Finger an die Lippen. "Wieviele gibt es noch mal für eine Lüge, Alex?"

"Zehn."

"Richtig," gab der Arzt zurück. "Und zehn mal drei ist?"

"30, Sir," erwiderte Alex ihm gefasst, obwohl ihm das Herz bis zum Hals schlug. Aus der Nummer würde er nicht mehr rauskommen! Ganz egal was er Stephen noch sagen oder ob er betteln würde.

Stephen zog eine Augenbraue hoch. "Rechnen kannst du also noch, aber in Bio hast du scheinbar riesige Probleme? Warum fragst du mich nicht, Alex? Warum willst du nicht, dass ich dir beim Lernen helfe? Der menschliche Körper ist doch ... mein Spezialgebiet! Ich versteh dich nicht!"

"Du kannst doch nicht von mir erwarten, dass ich das Zeug sofort verstehe, nur weil du Biologie studiert hast, Dad!"

Stephen schüttelte den Kopf.

"Nein, das kann ich nicht und das tue ich auch nicht. Aber ich erwarte, dass du in die Schule gehst und dort dein Bestes gibst, Alex! Und dass du Bescheid sagst, wenn du Hilfe brauchst! Egal bei was! Heute warst du nicht in der Schule, weil du bei Julia warst und hast von Anfang an entschieden, dass dir Biologie nicht wichtig genug ist. Du hast noch nicht mal in Erwägung gezogen, dich anzustrengen, sondern hast lieber etwas ganz anderes gemacht! Darum geht es mir! Schule. Geht. Vor. Und zwar immer, es sei denn, ich gebe dir eine andere Aufgabe! Haben wir uns jetzt verstanden?"

Geknickt sah Alex auf seine Hände. Seine Stimme war leise. "Ja, Sir."

"Direktor Frey gibt mir Bescheid, wann du die Klausur nachschreiben wirst," teilte der Arzt seinem Sohn dann mit. "Und dafür werden wir beide uns hinsetzen und zusammen lernen. Und wir werden so lange lernen bis du es verstanden hast und auswendig kannst! Okay? ... Und was Julia angeht ..."

Alex starrte ihn an. Volle Aufmerksamkeit!

Stephen sprach weiter. "Julia Walker ist erstmal zweitrangig und zwar so lange, bis du mir bewiesen hast, dass du die Schule nicht vernachlässigst, Alex!"

Sein Sohn sagte nichts. Er war einfach nur geschockt, dass sein Dad so etwas gesagt hatte.

"Wir haben uns verstanden?"

"Dad, bitte," flehte Alex ihn an. "Meinst du nicht, du übertreibst hier ein bißchen? Es ging hier um ... zwei- ... noch nicht mal zwei Tage, die ich verpasst habe und die Klausur kann ich nachschreiben!"

"Ich übertreibe hier ganz und gar nicht, Alex," klärte der Erwachsene sein Kind auf und seine Stimme war immer noch gefährlich leise. "Wie lautet eine unserer Hauptregeln, die wir schon vor sehr langer Zeit festgelegt haben?"

"N-nicht l-lügen?"

"Willst du mich verarschen?! ... Diese Regel haben wir schon besprochen und auch die Strafe, die dich erwartet, oder Alexander?"

"Ja, Sir ..."

Stephen legte beide Hände auf seine Knie und die Jeans. "Also?"

"Ach du, m-meinst die andere Regel?"

"Alex? Es reicht mir langsam mit deiner Arroganz und deinem Auftreten! Hast du verstanden? Aber wenn du so weitermachen willst, dann bitte! Es ist ja nicht mein Hintern, der auf dem Spiel steht, hm?"

Oh oh ... "Schule schwänzen ist untersagt! Es sei denn, es liegt ein w-wichtiger Grund vor und es ist vorher mit dir oder Mac abgeklärt, Sir!"

Stephen nickte zustimmend. "Sehr richtig! Stell dir mal vor, ich würde einfach nicht zur Arbeit gehen, weil ich was anderes machen will und keine Lust auf das Krankenhaus habe, weil dich dort zum Beispiel etwas machen muss, was nicht meine Lieblingsbeschäftigung ist! Ich gehe also einfach nicht hin und was würde passieren? ... Zu aller erstmal würden meine Kollegen sehr skeptisch sein, weil ich niemandem Bescheid gegeben habe. Sie würden mich suchen, aber nicht finden. Als nächstes würden sie mich auf dem Handy oder hier zu Hause anrufen, aber ich würde die Anrufe vielleicht ignorieren oder vielleicht bin ich auch ganz woanders?"

Er grinste leicht und hob beide Hände. "Ich bin also nicht auffindbar, Alex! Dann wäre es vermutlich so, dass meine ganzen Termine, Sprechstunden, Operationen, Nachuntersuchungen und alles das, was an diesem Tag ansteht und von mir bearbeitet werden muss, an meine Kollegen weiter gegeben werden. Meine Kollegen sind natürlich weniger begeistert darüber, weil sie jetzt dank mir mehr arbeiten müssen und vielleicht sogar noch eine Extraschicht dranhängen müssen, nur weil Dr. Connors heute mal gemeint hat, Arbeit wäre nicht so wichtig und er könnte sich mal eine Auszeit gönnen! Diese Kollegen, Alexander, wird das überhaupt nicht freuen, ganz im Gegenteil! Wahrscheinlich müssen sogar Termine mit Patienten abgesagt werden, weil einfach niemand da ist, der sie behandeln kann!"

Stephen war wieder voll in Fahrt, das merkte Alex sofort! Der Junge seufzte leise und schüttelte den Kopf.

"Aber, Dad? Ich, ich meine, ehm ... Ich versteh dich, okay? Aber ich arbeite doch nicht? Und ich bekomme kein Gehalt für das, was ich tue! Ich sitze einfach nur in der Schule und muss den ganzen Tag lernen! Langweiliges Zeug ... Und du kannst ja quasi gehen wann du willst oder?"

Der Arzt seufzte tief und schüttelte frustriert den Kopf. Das wird ja wirklich schwieriger als ich erwartet habe ... Stephen stützte die Ellbogen auf seine Knie und legte das Kinn in seine Hände, während er seinen Sohn aufmerksam musterte.

"Alex, ich kann nicht wirklich gehen, wann ich will," erwiderte der Mann schmunzelnd. "Wenn ich früher gehe dann-"

In diesem Moment hörte Stephen einen Schlüssel in der Eingangstür. Die Tür wurde geöffnet und sie hörten Schritte. "Hallo! Irgendwer da?"

Connors reckte seinen Kopf in die Richtung, aus der die Stimme seines Mannes gekommen war. "Hier, Schatz!"

Und Alex sah ebenfalls in die Richtung! Mac kam in sein Blickfeld! Er trug einen schwarze Hose, schwarzes Jackett und darunter ein fast weißes Hemd ohne Krawatte. Schnell warf er seine Schlüssel auf den Sekretär und trat dann lächelnd die drei Stufen hinunter ins Wohnzimmer, wo Stephen mit Alex auf den Sofas hockte.

Mac beugte sich nach unten, lächelte wieder und nahm Stephen's Gesicht sanft zwischen die Hände. Vorsichtig drückte er ihm seine Lippen auf den Mund. Alex sass einfach nur da und beobachtete seinen Vater und Mac bei ihrer Begrüßungszeremonie. Als sich die beiden Männer wieder voneinander lösten, sah Mac ihm verliebt in die Augen und streichelte sanft Stephen's Haar.

"Hey."

"Siehst du," sagte Alex plötzlich laut und zeigte mit der Hand auf die beiden Erwachsenen, während er seinen Dad betrachtete. "Er kommt früher oder nicht? W-warum ist das Leben für Kinder so unfair!"

Sein Stiefvater drehte verwirrt seinen Kopf herum, doch ließ Stephen dabei nicht los. "Was bitte?! Darf ich nicht früher nach Hause zu meiner Familie kommen?"

Der Arzt grinste. "Doch, darfst du, Häschen! ... Warum bist du schon hier?"

Taylor wandte den Blick von Alex ab und erhob sich dann vorsichtig wieder. Er streckte sich etwas und seufzte dann leise. "Wenn du es unbedingt wissen möchtest ... Im Augenblick ist nicht so viel los und Stella hat sich angeboten, die Arbeiten heute zu leiten, damit ich von zu Hause aus arbeiten kann! Sind sie mit dieser Erklärung zu frieden, Dr. Connors?"

Stephen zuckte die Schultern. "Klar!"

"Und bist du damit auch einverstanden, Mr. Connors," fragte Taylor und warf Alex jetzt einen Blick zu. "Was ist eigentlich los? Ich bin in eine Besprechung geplatzt oder?"

"Ehm, ja," gab Stephen preis.

Mac ließ sich neben seinem Ehemann auf dem Sofa nieder und Stephen berichtete ihm von dem Besuch, den er heute schon gehabt hatte und von dem Schule schwänzen und dem Treffen mit Julia, dem Versäumen der Biologieklausur und dem unmöglichen Verhalten seines Sohnes!

"Oh," sagte Mac leise. "Hier ist aber reichlich passiert in den letzten Stunden, was?"

"Das kannst du laut sagen," meinte Stephen und erhob sich von seinem Platz. Er sah Mac in die Augen. "Tust du mir einen Gefallen? Erklär meinem Sohn bitte noch mal den gravierenden Unterschied zwischen der Arbeitswelt und Schule! Ich brauch mal eine Auszeit!"

Mac sah ihn an. "Sollen wir später noch einkaufen fahren? Ich brauche ein paar Sachen!"

"Ja, machen wir," gab Stephen lächelnd zurück. "Ich mache nachher eine Liste!"

Schnell ging er an Mac vorbei und die Stufen hinauf in die Lobby, wo er stehen blieb und sich noch mal umdrehte. "Alex?"

"Ja?"

"Glaub ja nicht, dass wir zwei jetzt fertig sind," teilte der Arzt ihm mit. "Mac übernimmt mal kurz und ich bin geich wieder da! Okay?"

Alex nickte geknickt. "Ja, Sir ..."

Sein Vater verließ etwas geschafft das Geschehen, zog die Türen hinter sich zu und war verschwunden - hinaus in den Garten und zu seinem Baum, den er immer dann besuchte, wenn er gerade nicht weiter wusste oder einfach nur mal Ruhe brauchte.

Nach etwa 20 Minuten holte Mac Stephen aus dem Garten zurück ins Haus! Sie tranken kurz in der Küche ein Glas Wasser und dann machte der Polizist sich auf den Weg nach oben, um im Schlafzimmer an seinem Notebook zu arbeiten, während Stephen im Wohnzimmer noch mit Alex zu Ende sprechen musste. Außerdem gab Mac den anderen Jungs Bescheid, dass sie fürs Erste in ihren Zimmern blieben sollten. Stephen stand unterdessen bei Alex und klärte ihn darüber auf, was gleich passieren würde.

"Ich denke geredet haben wir jetzt mehr als genug, oder," sagte der Arzt, während er eine Hand auf die Sofalehne legte und seinem Sohn, der immer noch auf seinem Platz hockte, in die Augen sah. Alex nickte leicht und sein Vater fuhr mit ruhiger Stimme fort. "Den großen Unterschied zwischen Schule und Arbeit konnte dir Mac auch erklären! Wenn du einen Job hast und Geld verdienst, hast du einige Privilegien, wie Urlaub zum Beispiel oder du kannst auch mal früher nach Hause gehen, wenn es einen triftigen Grund gibt. Hm? Aber Arbeit ist auch ziemlich anstrengend und das weisst du eigentlich auch, oder? Mac und ich haben einen Job, in dem wir im Schichtdienst arbeiten müssen - Frühschicht, Tagschicht, Spätschicht - und auch am Wochenende!"

Stephen ließ das kurz sacken und sprach dann weiter.

"Wir haben aber das Glück, dass wir etwas tun, was wir sehr schätzen und mögen. Mac ist gerne Cop und ich bin sehr gerne Arzt und liebe es anderen Menschen zu helfen, die sich nicht selbst helfen können. Und dafür nehme ich Schichtdienst auf mich, Arbeit an Feiertagen, Wochenenddienst und so weiter! ... Du dagegen musst deinen Kopf ein bißchen anstrengen und nur montags bis freitags für sechs bis acht Stunden, Schulstunden wohl bemerkt, in einem Klassenzimmer sitzen. Später machst du dann Hausaufgaben und lernst für Klausuren und Tests und voila mehr ist das nicht! Ihr habt Wochenenden und Ferien, was die arbeitende Bevölkerung einfach nicht hat! Okay?"

Wieder wartete der Mann etwas, doch von seinem Sohn kam keine verbale Reaktion, also fuhr Stephen weiter fort!

"Und hier zu Hause erwarte ich dann auch noch, dass ihr Kinder etwas im Haushalt tut, denn Mac und ich verdienen das Geld und stellen euch das Essen auf den Tisch! Und dafür, mein lieber Alex, erwarten wir Respekt und vollste Kooperation von unseren Kindern, denen wir ein Dach über dem Kopf geben!"

Er sah Alex immer noch an und sein Sohn senkte den Blick ... Stephen war allerdings noch nicht fertig mit seiner Ansprache, die ihm Mac vor ein paar Minuten so ähnlich gehalten hatte.

"Wenn du 21 bist und das dauert ja noch ganze fünf Jahre, wie wir wissen, darfst du ausziehen und tun und lassen was du willst, okay? Wenn du Hilfe brauchst, werde ich dir helfen und zwar bei Allem! Hast du verstanden? Das ist ein Versprechen, denn dafür sind Väter - Eltern - nun mal da!"

Alex schluckte schwer. "Dad, bitte ... Ich fang gleich an zu heulen ..."

Jetzt erhob sich Stephen von der Sofalehne. Langsam kam er zu Alex hinüber und setzte sich dicht neben ihn, um ihn zärtlich in den Arm zu nehmen. Alex legte seinen Kopf an die Schulter seines Dads und versuchte die aufkommenden Tränen zu unterdrücken.

"Du verstehst mich aber, ja," fragte der Arzt leise und rieb ihm den Oberarm. "Erst kommt die Schule - dann Julia und deine anderen Freunde!"

Tief atmete sein Sohn aus. "Ja. Entschuldige. Ich werd nie wieder schwänzen und ich werde eine gute Note in der Bioarbeit schreiben! Ich geb mir Mühe, wirklich Dad!"

"Schön zu hören," gab Stephen leise zurück, drückte Alex noch ein letztes Mal, bevor er dann wieder aufstand. Kurz blickte er auf seinen Sohn, der wie ein Häufchen Elend auf dem Sofa hockte. "Alex? Komm bitte!"

Ohne zu wiedersprechen, stand Alex auf und spazierte mit Stephen zusammen vor die Türen seiner Praxis, wo sein Vater seinen Schlüsselbund aus der Hose kramte und den großen Schrank öffnete. Ganz kurz lugte er hinein und nahm dann den dünnen Stock heraus, den er auf dem Sofa ablegte. Die Schranktüren wurden wieder geschlossen und der Arzt drehte sich zu seinem Sohn um, der langsam immer nervöser wurde.

"Ich mach dir jetzt einen Vorschlag," teilte er Alex mit und stützte die Hände in die Hüften. "Und sieh das jetzt ja nicht als Schwäche an, okay? Ich werde nicht weich, Alex! Ich möchte nur nicht, dass du Morgen mehr leidest als unbedingt nötig."

Alex nickte schnell und aufmerksam. "Ehm, okay?"

"Mir gefällt ganz und gar nicht, was du dir heute erlaubt hast und du wirst die volle Verantwortung dafür übernehmen und die Konsequenzen tragen! Und zwar für jede einzelne Sache, die du verbrochen hast! Okay?"

"Ja, Sir."

"Du bekommst jetzt deine Strafe für das Lügen. Und ich denke, weil Morgen Schule ist und du sehr viel Sitzen musst, wird das erstmal völlig ausreichen, um dich daran zu erinnern, dass ich Lügen nicht leiden kann! ... Den Rest der Strafe, das heisst, für das Schwänzen und dein Verhalten Frey und mir gegenüber, werde ich aufteilen und zwar auf die nächsten drei Abende! Mit anderen Worten, Freitag, wenn du ins Bett gehst und das wird ganz bestimmt nicht erst um Mitternacht sein, verlass dich drauf, sind wir beide quitt! Hast du verstanden?"

Oh nein ... Das will er doch nicht wirklich tun oder? Scheisse ...

Stephen fuhr fort und drehte den Stock leicht zwischen den Fingern umher. "Du wirst dich in den nächsten vier Tagen vorbildlich verhalten und wenn du nur einen minimalen Schritt aus der Reihe tanzt, Sohn, ganz egal wie, ist mir egal, ob du am nächsten Tag Schule hast. Okay?"

"Ja, Sir."

"Dann mach jetzt," befahl der Mann und machte eine auffordernde Bewegung mit dem Stock in seiner Hand. "Ich will mit Mac einkaufen fahren!"

"W-warte kurz, ich ... ich hab aber keinen Hausarrest oder so was, o-oder? Ich meine ich darf raus und auch telefonieren?"

Stephen nickte. "Ja, das darfst du! Aber du sprichst keine ganze Stunde mit Julia und wenn du weggehst, möchte ich vorher gefragt werden, so wie immer, hm? Ich, Alex und nicht Mac!"

Nicken. "Ja!"

Connors drehte sich um, damit Alex etwas Privatsphäre hatte und wartete. Mit spitzen Fingern öffnete Alex langsam den Knoten der Kordel und stellte sich näher an die Sofalehne heran. Zügig schob er seine Trainingshose über die Hüften und das Becken bis sie an den Kniekehlen hängen blieb. Der kühle Luftzug, der um seine nackten Oberschenkel strich, ließ ihn leicht erschaudern. Alex schluckte. Die Nervosität stieg immer weiter, je näher er dem ersten Schlag kam.

Doch er wollte und durfte jetzt nicht noch mehr Zeit schinden! Sein Vater hatte ihm gerade ein wirklich faires Angebot unterbreitet und Alex wusste, wenn er ihn jetzt weiter pushen würde, hätte Stephen keinen Grund mehr, die Aufteilung der Strafe auch wirklich durchzuziehen.

Alex steckte die Daumen in die Seiten und das Gummi der Shorts und rückte sie langsam bis unter seinen Po, während er noch einen Schritt auf das Sofa zu machte. Er beugte sich nach vorn, verschränkte die Arme auf einem der Kissen und bettete seinen Kopf darauf, während Stephen sich wieder umdrehte und hinter ihm in Position ging.

"Fertig," fragte Stephen leise und nahm den Stock noch mal richtig in die rechte Hand.

"Mhm," machte Alex in das Kissen und seine Arme hinein und schnaubte tief.

Nein! Er hatte ganz und gar keine Lust hierauf, doch er konnte es nun mal nicht ändern. Aber? Würde sein Vater ihm eine Aufwärmrunde gönnen? Und dann spürte er ihn! Den beißenden Schmerz, den der Stock auf seiner Haut hinterließ. Alex zuckte leicht nach vorn und presste sofort die Lippen aufeinander um nicht zu schreien. Hieb Nummer zwei war noch etwas fester. Alex spannte seine Muskeln an und versuchte seine gebückte Position über der Sofalehne auch nach den nächsten fünf Schlägen nicht zu verlassen.

Stephen holte wieder nach hinten aus und schlug hart zu! Die ganze Geschichte mit Julia ging dem Arzt etwas an die Nerven, denn er wollte, dass es Alex gut ging. Eigentlich freute er sich darüber, dass sein Sohn eine neue Freundin; ob es auch die Freundin werden würde, war noch fraglich; gefunden hatte mit der er reden konnte, aber wenn Julia Walker ihn zu dummen Sachen verführte, war das eine äußerst schlechte Kombination, oder?

Stephen hielt seinen Rythmus bei und ließ den Stock wieder und wieder auf Alex' ungeschütztem Hintern landen. Sein Sohn begann jetzt schwerer zu atmen und drückte sein Gesicht noch tiefer in das Kissen hinein, um wirklich jeden kleinen Laut, den er eventuell machen konnte, zu unterdrücken. Natürlich war es Stephen egal, ob sich Alex laut verhielt - weinte oder schrie, aber Alex war es nicht egal! Er war schließlich der Ältere der beiden Brüder und wollte David eine Art Vorbild sein. Das mit dem Vorbild funktionierte zwar nicht immer und überall, aber Alex gab sich Mühe!

Der 15. Schlag landete wieder auf beiden Pobacken, ungefähr in der Mitte und ließ den Jungen laut ausatmen. Er vergrub sein Gesicht noch tiefer in seinen Armen und dem Kissen, während sein Vater ihm noch einen gab! Die Zeit verging schleppend. Sein ledierter Hintern brannte wie Feuer und Alex war sich nicht sicher, wie er die kommenden Tage überstehen würde, wenn er sich dem vollen Rest der Strafe stellen musste. Wieder ein Hieb! 23. Ja, er hatte diesmal mitgezählt und gleich würde es vorbei sein ...

Mit jedem weiteren Hieb wurde das unangenehme Brennen in seinem Po stärker und breitete sich aus. Den Drang nach hinten zu fassen und sich mit der Hand zu schützen, widerstand Alex heute! Einmal hatte er es getan - irgendwann - und Stephen hatte prompt seinen Handrücken getroffen. Das hatte weh getan! Später dann hatte Stephen ihm etwas Eis gegeben und ihm sehr eindringlich eingebläut, dass er so etwas nicht noch mal sehen wollte. Der Handrücken war schließlich sehr empfindlich und die Haut war dünner als an anderen Körperstellen. Die Heilung hatte ein paar Tage gedauert und Alex hatte sich geschworen, nie wieder einfach nach hinten zu greifen! Das war jetzt zwei Jahre her ...

Also riss er sich zusammen und atmete stoisch durch die Nase und den Mund in seine Arme, während Stephen hinter ihm wieder ausholte und zu schlug. Natürlich hatte Alex genau gewusst, was er tat, als er ihm heute ins Gesicht gelogen und ihm mitgeteilt hatte, wie die Biologieklausur gelaufen war und das obwohl er sie nicht mitgeschrieben hatte. Lügen war etwas, was er eigentlich ganz gut konnte und beherrschte. Auch, wenn Stephen direkt vor ihm stand oder sass, schaffte Alex nicht allzu nervös zu wirken und seinem Vater die Unwahrheit zu sagen. Mitten ins Geischt!

In den vielen Jahren, in denen Alex bereits das Vergnügen mit dem Stock haben durfte, hatte er viele Male gelogen. Manche Lügen waren nie ans Tageslicht gekommen, sehr viele aber schon! Seitdem versuchte der Junge hier und da immer wieder sich durch Lügen aus der Affaire zu ziehen, sobald er für sein Hinterteil Gefahr witterte.

Der nächste Hieb mit dem Stock war sehr gezielt gesetzt und landete direkt auf den anderen Striemen. Alex presste die Lippen aufeinander und stöhnte leise. Morgen wird ja so ein blöder Tag ...

Ein letztes Mal zuckte er zusammen und dann war es vorbei! Stephen legte den Stock in den Schrank zurück, schloss schnell die Türen und ging zu seinem Sohn. Vorsichtig legte er ihm eine Hand auf den Kopf und kraulte ihm das schwarze Haar, was Alex heute Morgen mit Spray und Gel gestylt hatte.

"Dad," jammerte der Junge und hob dann sein Gesicht aus seinen Armen, um besser sprechen zu können. "Lass das bitte!"

Stephen grinste leicht, zog seine Hand aus dem Haar zurück und legte sie stattdessen auf Alex' T-Shirt und Rücken, wo er ihn streichelte. Eine wirkliche Träne vergossen, hatte Alex scheinbar nicht. Doch wenn der Arzt ihn so betrachtete, wusste er sehr genau, dass sein Sohn gerade unter Schmerzen litt. Wirklich zeigen, wollte Alex das aber fast nie. Doch Alex war jetzt sehr froh über den Körperkontakt zu seinem Vater! Stephen wusste das und er war sehr glücklich darüber.

"Ist alles okay mit dir, Großer," fragte der Erwachsene mit leiser und mitfühlender Stimme und reckte sich ein Stück nach vorn, damit der das Gesicht seines Sohnes sehen konnte. "Hm?"

Alex atmete tief aus und schniefte einmal. "Ja, ja! Es ... tut weh, aber ich ... es geht schon, Dad."

Connors nickte verstehend. "Sehr gut! Umarm mich bitte einmal ja? Und dann kannst du rauf gehen und ich komme gleich nach!"

Stephen sah ihn schmunzelnd an. Ein paar Sekunden später hatte Alex sich dann halb angezogen und spürte das Brennen auf seiner Haut um so deutlicher, als der dünne Stoff seiner Shorts über die wunden Stellen geschoben wurde. Doch er versuchte sich zu beherrschen, auch wenn er wusste, dass er das nicht unbedingt musste.

Liebevoll zog Stephen seinen 16-jährigen Sohn in die Arme und an seine Brust. Alex schmiegte sich an ihn und spürte sofort den Herzschlag in der Brust seines Vaters. Und wieder ertappte Stephen sich dabei, Alex einfach mal ins Haar zu greifen und ihn dort zu streicheln. Doch er konnte sich beherrschen und legte stattdessen seine Hand auf Alex rechte Schulter, um ihm nahe zu sein.

"Ich liebe dich, Alex," flüsterte Stephen in sein Ohr. "Vergiss das nicht. Niemals!"

Alex schluckte. "Nein, Dad! Werd ich nicht und es tut mir leid, dass ich heute so viel Mist gemacht hab."

"Schon okay," meinte der Arzt leise und streichelte sanft weiter Alex' Rücken.

"Ich liebe dich auch, Alter! ... Können wir noch mal über den Rest meiner Strafe reden?!"

"Nein! Das können wir ganz sicher nicht!"

Sein Sohn schmunzelte leicht und atmete dann den imaginären Duft seines Dads ein, während Stephen sie langsam und sanft umherschaukelte, so wie er es machen würde, wenn Alex geweint hätte.

Etwa eine Minute standen Vater und Sohn so im Wohnzimmer, bis Alex die Umarmung unterbrach und sich von Stephen abwandte. Der Arzt ließ ihn los und setzte sich schließlich geschafft auf sein Sofa, wo er die Kissen gerade rückte und für einen kurzen Moment die Augen schloss, um sich herunter zu fahren. Alex beobachtete ihn kurz aus der Entfernung und machte sich dann mit pochenden Schmerzen in seinem Hinterteil auf den langen Weg in sein Zimmer.


Alex lag bäuchlings auf seinem Bett. Den Kopf hatte er auf sein dickes Kissen gedrückt und die Unterarme und Hände darunter vergraben. Langsam atmete er in den Stoff hinein und behielt mit einem geöffneten Augen, obwohl er auf einmal so verdammt müde war, seine Konzentration bei! Er bewegte vorsichtig seine Füße und Beine und zuckte wieder, als sein Hinterteil an dem Stoff entlangscheuerte. Oh, man ...

Mit einem gequälten Gesichtsausdruck öffnete Alex wieder beide Augen, fasste dann nach hinten und zupfte die Jogginghose herunter, so dass der dicke Stoff an seinen Oberschenkeln hängen blieb und nicht mehr drücken konnte. Alex nahm seufzend wieder seine Hände nach vorn und wollte sie gerade wieder unter sein Kopfkissen stecken, als er hinter sich ein Geräusch wahr nahm. Überrascht drehte er seinen Kopf herum und blickte in das erstaunte Gesicht von David, der in der offenen Tür stand.

"Was willst du," fragte Alex seufzend und streckte seine besockten Füße ein wenig, was ihm leider nur noch mehr Schmerzen einbrachte.

David trat über die Türschwelle und musterte aufmerksam seinen leidenden Bruder.

"Ihr wart aber lang beschäftigt," meinte der blonde Junge und versuchte zu lächeln, während er einen Schritt auf das Bett zu machte.

Alex schielte zu ihm hinauf, ohne sich großartig zu bewegen. "Ich war nicht ganz einsichtig, okay? Mac kam noch vorbei und dann hab ich den tollen Unterschied zwischen Schüler und Erwachsenen gleich doppelt abgekriegt!"

"Okay," sagte David Schulter zuckend. "Wieviele gab's denn?"

Vorsichtig bewegte sich Alex auf seinem Bett etwas und zuckte dann zusammen. "30."

Sofort runzelte David die Stirn und kam noch näher. "Nur 30?! Was ...? Das war aber schon Dad mit dir im Wohnzimmer oder? Oder war das ein Klon, der nur so aussah wie Dr. Stephen Connors und es war tatsächlich Jemand ganz anderes? Hast du danach mal seine DNA untersucht?"

Plötzlich musste sein großer Bruder grinsen.

David machte ein Gesicht und verschränkte die Arme vor der Brust. "Was ist? Der war gut, oder?"

"Ja," meinte der ältere Connors und schniefte. "Besonders weil Dad ihn gehört hat!"

"Was," fragte David entsetzt, riss die Augen auf und drehte sich um.

In der offenen Tür stand Stephen! Ein Paar Latexhandschuhe und seinen Koffer in der einen Hand und ein Ice-Pack in der anderen Hand. Er musterte David kurz eingehend von oben bis unten und machte dann einen Schritt vorwärts.

David versuchte die Situation noch zu retten! "Ehm, entschuldige! Das war-"

"Respektlos," fragte Stephen und spielte an dem Koffergriff herum. "Nicht nett? ... Ja, das war's! Aber schön, dass ihr zwei noch lachen könnt. Besonders er da auf dem Bett!"

"Entschuldigung," gab sein Jüngster sofort zurück und wollte an Stephen vorbei und aus dem Zimmer gehen, doch sein Vater hielt ihn noch mal mit einer Hand auf.

"David? Er wird in ein paar Tagen die Biologieklausur nachschreiben. Ich werde ihm beim Lernen helfen. Ihr habt ja bestimmt die einzelnen Themen vorher schriftlich bekommen, damit wir gezielt daran arbeiten können, oder?"

David nickte. "Ja!"

"Gut," gab der Arzt zurück. "Noch etwas ... Du wirst ihm unter keinen Umständen die genauen Fragen und Antworten aufschreiben oder vorsagen! Ist das klar? Ich will, dass er die gleiche Chance bekommt wie du und Jason und keinen Vorteil aus dieser Schwänzerei ziehen kann. Falls, also ... er irgendwie eine gute Note erreicht und ich dahinter kommen sollte, dass du ihm etwas vorgesagt hast, werde ich das als Täuschungsversuch bestrafen."

David schluckte sofort und auch Alex fühlte sich gerade ziemlich unwohl, weil Stephen wieder ernst geworden war.

"Hast du mich verstanden, David?"

Er nickte schnell. "Ja, Dad!"

"Okay, dann geh! ... Ach, Mac und ich wollen gleich zum Supermarkt, also schreib bitte die Sachen auf, die du noch haben willst, ja?"

"Mach ich," erwiderte der blonde Teenager sofort, lächelte und ging dann sehr schnell an seinem Vater vorbei und auf den langen Flur. Dort zog er die Zimmertür hinter sich zu und verschwand im Erdgeschoss um dort in der Küche eine kleine Liste zu erstellen.

Stephen ging auf das Bett und seinen Sohn zu, setzte sich auf die Kante und stellte seinen Koffer auf dem Boden ab, den er öffnete. Nach kurzem Check, nahm er Alex' Boxershorts und zog sie vorsichtig von seinem brennenden Hintern bis an die Trainingshose hinunter. Er begutachtete die Striemen, die er Stock hinterlassen hatte, nahm die runde Dose mit der Wundsalbe heraus und öffnete sie, bevor er sich die Latexhandschuhe über die gewaschenen Hände streifte und dann mit drei Fingern in die Salbe tauchte. Die Dose wanderte wieder auf den Nachttisch zurück und Stephen begann so gefühlvoll wie möglich die kalte Salbe auf Alex' wunder Haut zu verteilen und etwas einzureiben.

Sein Sohn zuckte ein paar Mal und zischte leise, doch richtige Laute gab er nicht von sich! Wenige Minuten später war Stephen bereits so weit, zog sich die schmutzigen Handschuhe von den Händen und bestückte seinen Arztkoffer wieder.

Stephen betrachtete skeptisch Alex' nackten Po und stand dann auf. "Ich hab dir etwas zu viel Salbe gegeben! Wir warten jetzt erstmal bis die fast eingezogen ist und dann bekommst du dein Kühlpack, okay Großer?"

"Mhm," nuschelte Alex leise, während sein Vater ihm sanft über den Rücken streichelte.

Stephen stand auf, griff nach dem Pack und seinem Koffer und verließ dann das Zimmer seines Sohnes, um den Koffer in sein Schlafzimmer zu bringen und das Ice-Pack wieder zurück in das Kühlfach. Er würde es Alex später mit einem Küchenhandtuch wieder bringen. Aber erstmal musste es auch so gehen.

Tbc ...


AN: Dumm gelaufen, Alex was? Ich muss sagen, ich liebe dieses Gespräch mit Stephen am Abend, wo Alex das mit der Schule und einem richtigen Job irgendwie absolut nicht einsehen will, lol ... Klasse :D Also Schule geht vor und erst dann kommt Julia und alles andere? Wird er sich dran halten? Und wie wird die restliche Strafe ablaufen, die er jetzt noch vor sich hat? Bald gibt es ein neues Update! Liebe Grüße eure Vanessa