Hier Kapitel 6! Action und Los gehts ;-)
„Also, meine schöne. Wo willst du es denn gerne?" fragte Kol in Bonnies Zimmer.
„Wie bitte?" sagte sie und verschränkte die Arme.
„Naja, angekettet werden" sagte er unschuldig und holte Stahlhandschellen hervor.
„Wo hast du denn bitte die her?" fragte Bonnie.
„Aus dem Spielzimmer im Keller für böse Jungs! Ich vermute mal, dass du lieber hier oben bleiben willst!"
Natürlich hatte Klaus in jedem Haus einen Folterkeller, überlegte Bonnie.
„Wenn es unbedingt sein muss, dann am Bett, damit ich es mir wenigstens gemütlich machen kann.
Aber glaub ja nicht das du es dir dort auch gemütlich machst."
Er beugte sich über sie und machte eine Hand am eisernen Bettrahmen fest.
„Ich werde warten bis du mich dorthin einlädst" sagte er kokett. „Träum weiter!" sagte Bonnie.
Rebekah betrat das Zimmer. „Verschwinde Kol, du hast sie jetzt schon eine Stunde gelangweilt."
„Bin schon weg, Schwesterchen!" sagte Kol und verließ ihr Zimmer.
„Alles klar, Bonnie?" fragte Rebekah besorgt. „Hattest du wieder Visionen?"
„Nein, es geht mir gut! Was wird Klaus unternehmen?" fragte Bonnie.
„Seine Hexen sind mit den Särgen auf dem Weg hierher! Wir werden sehen was dann passiert!" sagte Rebekah nur um sie nicht zu beunruhigen. Doch Bonnie sah trotzdem ziemlich beunruhigt aus.
Rebekah nahm ihre Hand. „Klaus wird das Regeln, Bonnie, du musst uns vertrauen. O.k.?" „Ja, Bekah, das tue ich. Ich finde es nur furchterregend, dass sie so einfach in meinen Kopf kann. Ich hatte bisher immer die Kontrolle über mich und diese Gabe, aber ich weiß mir dieses Mal nicht zu helfen" erzählte sie ihr offen.
Rebekah war gerührt, dass sie ihr das anvertraute. Anscheinend sah sie wirklich bereits eine Freundin in ihr. Das war ein ganz neues Gefühl für Rebekah.
„Wir schaffen das alle zusammen. Wir müssen nur zusammenhalten!" sagte Rebekah. Beide saßen schweigend auf dem Bett und hingen ihre Gedanken hinterher.
Einige Zeit später sagte Rebekah im Aufstehen: „Ich werde dann mal wieder gehen. Ich schicke Kol nach oben, ja?"
„Rebekah!" sagte Bonnie schnell. „Sag Elena bitte, dass ich sie liebe und dass es mir Leid tut." Rebekah kam noch einmal ein Stück auf sie zu. „Bonnie, du weißt das du keine Schuld hast. Das warst nicht du!"
„Ich weiß!"
„Kol, geh nach oben und pass auf Bonnie auf. Und ärger sie nicht!" sagte Rebekah als sie das Wohnzimmer betrat. „Ich bin zahm wie ein Lamm!" sagte Kol und machte sich auf den Weg nach oben.
„Ich halte dass hier drin nicht aus!" sagte Elena.
„Lasst uns ein wenig rausgehen, Mädels" sagte Caroline und wandte sich an Katherine und Rebekah.
Die Mädchen gingen durch die Küche und traten in den Garten. Stillschweigend liefen sie zum See und setzten sich auf eine Mauer, die dort angelegt wurde.
Rebekah setzte sich neben Elena, die einige Kieselsteine über das Wasser warf.
„Ich soll dir von Bonnie sagen, dass sie dich lieb hat und es ihr Leid tut." „Sie kann nichts dafür" sagte Elena. „Ich weiß! Das habe ich ihr auch gesagt!" stimmte Rebekah zu. „Danke Rebekah! Ich halte es einfach nicht aus nur abzuwarten. Es gibt nichts was wir tun können. Ich werde noch verrückt!" sagte Elena.
„Wir könnten ein paar Kerzen suchen gehen. Die Hexen werden sie brauchen. Außerdem sollte jeder etwas Blut zu sich nehmen" schlug Katherine vor.
„Katherine hat Recht, wir sollten alle bei Kräften bleiben" stimmte Caroline zu.
Sie machten sich wieder auf den Weg in die Küche. „Wir sollten Bonnie auch etwas zu essen machen" sagte Caroline. „Ja, ich mache das und werde es ihr bringen!" schlug Rebekah vor und machte sich dann mit dem Brötchen auf den Weg nach oben.
„Kol?" fragte Bonnie.
„Ja, Sweetheart!" sagte Kol, der in einem der Sessel am Fenster saß und nun seine Aufmerksamkeit auf, die am Bett liegende Bonnie richtete.
„Erzähl mir etwas von dir!" sagte Bonnie.
Er stand auf und setzte sich auf die leere Seite des Bettes.
„Als wir noch menschlich waren, waren wir im großen und ganzen eine ziemlich normale Familie" sagte Kol, überlegte dann und senkte den Blick.
„Bis zu der Nacht, in der Klaus und Hendrik zu den Werwölfen gingen. Es war Vollmond und sie wollten sehen ob die Erzählungen wahr seien."
Er hob den Blick wieder und setzte fort. „Sie haben nicht damit gerechnet, dass sie so schnell, stark und bestialisch sein würden. Ein Wolf erwischte Hendrik und er starb. Klaus ist nie darüber hinweg gekommen und Vater hat allein ihm die Schuld gegeben. Als er herausfand, dass Klaus nicht sein Sohn ist, war es noch viel Schlimmer. Er behandelte ihn wie einen Aussätzigen.
Klaus gibt sich immer noch die Schuld an Hendriks Tod. Er trägt diesen Schmerz und diese Wut schon tausend Jahre in sich."
„Deswegen dieser Hass auf alle und alles" überlegte Bonnie laut und setzte sich etwas auf.
„Wir sind alle nicht darüber hinweg gekommen, aber er hasst sich dafür selbst. Das unterscheidet ihn von uns und lässt ihn alles nur schwarz und grau sehen" sagte Kol.
„Doch vielleicht hat er ein Licht gefunden" sagte Kol.
Bonnie blickte ihm in die Augen. Kol hatte Verstand und Einfühlungsvermögen. Sie dachte nicht, dass er auch sensibel sein konnte. Er sah sie mit seinem durchdringenden Blick an. Sie beugte sich zu ihm und er setzte sein strahlendes Lächeln auf.
Mit heißerer Stimme sagte Kol: „So verlockend das auch ist, trägt es nicht gerade dazu bei, dass du jeden Moment meine Mutter sein könntest" sagte Kol und erhob sich vom Bett.
In diesem Moment betrat Rebekah mit dem Essen Bonnies Zimmer und erblickte eine ziemlich verstörte Bonnie und einen grinsenden Kol.
„Was ist hier los?" fragte sie misstrauisch.
„Nichts!" riefen beide im selben Moment. Rebekah war nicht ganz überzeugt, da sie wusste das ihr Bruder immer etwas im Schilde führte, gab sich aber für den Moment zufrieden.
„Ich bringe dir etwas zu Essen, Bon" sagte Rebekah und stellte den Teller und ein Glas Wasser auf den Nachttisch. „Danke, dass ist nett von dir! Ich glaube ich werde eine Stärkung brauchen können!" sagte Bonnie und nahm das Brötchen mit ihrer freien Hand.
„Ich bleibe hier, Kol! Geh nach unten!" sagte Rebekah bestimmend.
„Schon gut, bin schon weg!" sagte Kol und schritt leichtfüßig die Treppe hinab.
„Ist wirklich alles in Ordnung, Bonnie?" fragte Rebekah als Kol die Türe hinter sich geschlossen hatte.
„Ja, alles gut!" sagte sie, nahm einen Bissen und sah aus dem Fenster um weiteren Fragen aus dem Weg zu gehen. Er hatte sie einfach abblitzen lassen. Noch eine Chance würde er nicht bekommen. Oder doch? Nein, ganz bestimmt nicht!
Caroline klopfte an. „Herein!" „Entschuldige, ich wollte dich nicht stören!"
„Du störst nicht, Caroline, komm rein!"
Klaus saß am Fenster und malte die Landschaft, die sich vor ihm erstreckte.
„Das ist wunderschön!" sagte sie. Er betrachtete sie und sagte: „Ich hatte schon bezauberndere Vorlagen."
Sie wusste was er meinte und ging nicht weiter darauf ein.
Sie drehte sich weg und fragte: „Bist du dir sicher, dass du deine Mutter töten kannst?"
„Es wäre nicht das erste Mal!" sagte er.
„Was?" fragte sie verdutzt.
„Wieso dachtest du hat sie tausend Jahre in einem Sarg verbracht. Ich habe sie getötet als sie uns verwandelt hatte."
Jetzt wird sie mich noch mehr verachten, dachte er und senkte den Blick.
Es lief ihr eiskalt den Rücken hinunter. Er hatte so viel Leid erfahren müssen, durch Verlust und Demütigung.
Er wusste sich nicht anders zu helfen als zu Töten und zu Vergelten. Warum nur hatte sie immer das Gefühl, dass sie ihn retten musste. Sie sollte gehen, schaffte es aber nicht.
Er sah so niedergeschlagen aus und sie wollte in seinen Augen Glück sehen und keine Trauer.
Sie ging auf ihn zu und legte eine Hand an seine Wange. Er hob seinen gläsernen Blick. „Wenn das hier vorbei ist kann sie dich nicht mehr verletzen, Klaus und du musst es auch nicht mehr!" sie ließ ihre Hand sinken und lächelte ihn an. Er verstand es nicht. Sie sollte ihn hassen, aber sie versuchte ihn zu verstehen.
„Lass uns nach unten gehen" sagte sie. Er nickte nur und sie verließen das Zimmer.
Ein Auto fuhr vor. „Sie sind hier" sagte Klaus und ging zur Türe. Die anderen folgten ihm die Eingangshalle.
Die Hexen traten ein. „Klaus!"
„Rania, Amia! Tretet ein" begrüßte Klaus die beiden. „Habt ihr die Särge dabei?" fragte Klaus die Hexen. „Sie sind im Auto!" sagte Amia, die mächtigere der beiden.
„Holt sie bitte!" sagte Klaus an die Männer gewandt. Elijah, Kol, Stefan und Damon gingen nach draußen. Sie brachten die Särge ins Wohnzimmer, wo sie vorher Platz gemacht hatten und die Mädchen Kerzen aufgestellt hatten.
„Ich sehe ihr habt soweit alles vorbereitet. Wo ist die Bennett-Hexe?" fragte Amia. „Sie ist oben" sagte Kol. „Gut, wir werden sie brauchen!"
„Setzt euch" sagte Klaus in der Bibliothek und nahm selbst in dem Sessel hinter dem Schreibtisch Platz.
„Wie wollt ihr vorgehen?" fragte Klaus.
„Esther hat euch auf dem Ball alle miteinander verbunden. Ihr seid also zusammen genauso verletzlich wie einer von Euch.
Das bedeutet aber auch, dass ihr zusammen viel stärker seid als sonst" führte Rania aus.
„Könnt ihr Mutter in eine andere Welt schicken, wo sie niemanden mehr kanalisieren kann?"
„Wir können sie in das Reich der Toten schicken. Sie wird nie mehr wieder kommen können, wenn es das ist was ihr wollt?" fragte die Hexe und blickte ihn fragend an.
„Sie wird nicht aufgeben bis sie hat was sie will. Sie muss sterben!" sagte Klaus.
„Wir werden die Natur aus dem Gleichgewicht bringen, wenn wir jemanden in das Reich der Toten schicken wollen!" sagte Amia.
„Was soll das bedeuten?" fragte er.
„Das kann ich nicht genau sagen! Die Natur wird es irgendwie versuchen auszugleichen."
„Und was heißt das genau?" fragte Klaus. „Du musst dieses Risiko eingehen, etwas Unerwartetes in Kauf zu nehmen."
Würde jemand von seinen Geschwister sterben müssen oder Bonnie oder er selbst oder Caroline? Er durfte sich nicht verrückt machen. Wenn sie es nicht taten würden sie alle sterben müssen!
„Gut. Was noch?" fragte er.
„Wir werden sie töten und sehen was passiert danach sollte sich eure Verbindung als Geschwister wieder lösen. Wir brauchen für die Zeremonie euer aller Blut. Wir werden also Finn wecken müssen." sagte die Hexe.
„Und wir brauchen Bonnies Blut" fügte Amia hinzu.
„Esther wird sich an ihr festhalten wollen. Sie wird sehr viel Kraft brauchen" sagte Rania.
„Sie ist sehr stark und wir werden ihr helfen können oder?" fragte Klaus.
„Ja, aus der Verbindung eures Blutes werden wir viel Kraft ziehen können" stimmte Rania zu.
Sie öffneten die Särge. „Bindet Finn irgendwie an oder haltet ihn fest, wenn er erwacht" sagte Klaus und zog den Dolch aus seiner Brust.
„Kol, hol Bonnie nach unten!" „Ja, Bruder!"
Klaus trat zu Finn als dieser erwachte. Kol und Elijah hielten ihn fest.
„Was zum Teufel ist hier los?" fragte er. „Wir werden dein Blut brauchen, Bruder" sagte Klaus verächtlich.
„Was tust du?" „Wir werden Mutter töten, aber dazu brauchen wir deine Hilfe!"
Klaus schnitt ihm ihn die Hand und ließ das Blut in einen Krug laufen. „Ich werde euch nicht helfen!" schrie Finn.
„Das hast du gerade, Finn!" sagte Klaus mit einem bösen Grinsen.
Er tauchte den Dolch in Weißeichenasche, die die Hexen mitgebracht hatten.
„Du hättest dich nicht gegen uns stellen sollen, Finn, vielleicht werden wir dir eines Tages noch ein Chance geben, Bruder!" Er stach ihm den Dolch wieder in die Brust und schnappte nach Luft als ob ihm der Dolch selbst in die Brust gestochen hätte. Er konnte nicht verstehen warum sich sein Bruder gegen sie alle stellte und es traf ihn tief. Doch er war sehr froh, dass er das Vertrauen seiner restlichen Geschwister wieder hatte.
Elijah und Kol legten Finn wieder in den Sarg und verschlossen ihn.
„Ihr vier müsst jetzt auch euer Blut in den Krug geben" sagte Amia.
Amia schaute Bonnie mit dem Messer in der Hand fragend an. Als diese nickte schnitt sie ihr ebenfalls in die Hand und lies ihr Blut in den Krug tropfen.
„Kol heile sie!" sagte Amia. Kol biss sich in das Handgelenk und führte es zärtlich zu ihrem Mund. Die Gefühle die diese intime Situation auslöste versteckte er schnell. Das hatte hier nichts zu suchen und er schallt sich einen Idioten. Bonnies wunde heilte wieder und sie lächelte ihn an.
Rania stellte den Krug in die Mitte des Kreises den die Urvampire gebildet hatten. Sie fassten sich an den Händen.
Neben dem offenen Sarg von Esther standen die Hexen die sich ebenfalls an den Händen fassten. Bonnie spürte sofort ihre Kraft. „Ihr seid stark!" sagte sie. „Das bist du ebenfalls, Bonnie, aber das werden wir brauchen!" sagte Amia.
Bonnie nickte und konzentrierte sich.
El que una vegada va ser assassinat,
passarà ara al món dels morts,
res és per connectar al món
i trobareu descans per sempre.
(Was einst getötet,
soll nun übergehen in die Welt der Toten,
nichts soll mit dieser Welt verbinden
und für immer Ruhe finden.)
Bonnie fiel auf die Knie und schrie. Es tropfte ihr Blut aus der Nase.
„Bonnie" schrie Caroline. „Nicht Caroline, sie wird es schaffen!" sagte Stefan.
Die Urvampire spürten die Kraft die sie Auseinanderreißen drohte und verstärkten ihren Griff.
Va a deixar aquest món per sempre,
la sang es retira de vostè
el seu cos es desintegrarà
la teva ment no pot fer res més aquí
(Du wirst diese Welt für alle Zeit verlassen,
dein Blut wird dir entzogen
dein Körper wird zerfallen
dein Geist wird nichts mehr hier anrichten können)
Bonnie schrie noch lauter auf und ihre Augen wurden weiß.
Das Blut tropfte jetzt noch stärker.
Deixant al nostre
món i mai tornar!
(Verlasse jetzt unsere Welt
und kehre niemals zurück!)
Bonnies Schreie erloschen und sie fiel zu Boden. Alle öffneten die Augen.
„Bonnie!" Die Mädchen rannten zu ihr und betteten sie auf das Sofa.
Die im Sarg liegende Esther zerfiel zu Staub.
„Da sie jetzt tot ist wirkt ihr Spruch nicht mehr und ihr seid nun nicht mehr verbunden!" sagte sie an die Geschwister gerichtet.
Amia schloss den Sarg als Klaus ihr zunickte.
„Bonnie, bist du o.k.?" fragte Caroline. Doch sie rührte sich nicht.
„Ihr Herz schlägt, Caroline. Sie wird wieder" sagte Kol und legte Caroline eine Hand auf die Schulter.
„Sie wacht auf!" sagte sie. „Bonnie geht es dir gut?" fragten sie.
Sie fasste sich langsam an den Kopf. „Ja, ja es geht schon. Hat es funktioniert?"
„Ja, sie ist weg!" beantwortete Caroline ihre Frage.
Die Männer trugen den Sarg von Finn in den Keller.
„Bringt den anderen Sarg noch nach unten, damit wir hier alles zusammen räumen können" sagte Elena.
Stefan nickte ihr zu und nahm den Sarg an der Unterkante.
Er sprang erschrocken zur Seite als er ein Klopfen aus dem inneren des Sarges hörte.
„Verdammt! Was ist das?" sagte er.
Klaus wandte sich an die Hexen. „Kann sie immer noch am Leben sein?"
„Nein, das ist eigentlich nicht möglich. Wir haben alle gesehen wie sie zerfiel!" sagte Rania ein wenig ratlos.
Als das Klopfen wieder ertönte ging Elijah auf ihn zu.
„Warte Elijah! Was wenn sie dich tötet!" rief Elena besorgt.
„Dann werden wir sowieso alle Sterben müssen" sagte er.
Kol und Rebekah traten zu ihm und Elijah öffnete langsam den Sarg.
Bitte Reviews liebe Leute :-)
