Und da bin ich wieder ;-)
Ich bedanke mich 3-lich bei allen, die mir reviewt und mich oder diese Story unter ihre Favoriten gelegt haben.

Vero1985: Ja *seufz* der arme Fred. Der hat es echt nicht leicht, aber auch nicht unsere Hermine. Mal sehen, was sich da noch tut und was ihre Freunde vielleicht unternehmen werden ;-)

Mimorin: Danke :-D Das freut mich. Ich versuche jede Woche ein Chap on zu stellen. Wie schon gesagt, ich versuche es. ^^ Und danke für die Kekse. Die waren lecker.^^ ;-)

Und jetzt wünsche ich allen viel Spaß mit dem nächsten Chap. Und lasst mir eure Meinung da.


Kapitel 5 - Sternbilder

Nein... Mit einem Schrecken, der bis zu ihrer Seele drang und diese erschütterte starrte sie auf die Türe des Fuchsbaus, die sich vor wenigen Minuten geschlossen hatte. Sie... hatte soeben ihren besten Freund verloren und nur weil sie es sich selbst nicht eingestehen wollte, dass sie seine Hilfe brauchte. Sie hatte nur etwas sagen wollen, was ihn davon abhielt, erneut zu fragen und genau das hatte sie anscheinend auch geschafft. Allerdings in weitaus größere Auswirkungen, als sie beabsichtigt hatte. Er würde nun nie wieder fragen. Er würde nie wieder fragen, weil sie ihn für immer vergrault hatte, weil sie ihm gesagt hatte, sie wolle ihn nicht in ihrem Leben. Und bei Merlins brennender Unterhose war das eine Lüge! Sie brauchte ihn mehr als irgendjemand sonst. Er war das Einzige, was sie bis jetzt hatte nicht verrückt werden lassen. Was hab ich nur getan? Schluchzend brach sie auf ihre Knie zusammen, die Arme ganz fest um ihren Bauch geschlungen. Mit zusammengekniffenen Augen beugte sie sich nach vorne, krallte ihre Finger in den Stoff ihres leichten Pullis, während die Sonne unbarmherzig auf sie hinunter schien und versuchte zu verbrennen. Was hab ich nur getan? Fred...

Der Wind wehte ihre Haare in ihr Gesicht. "Hermine!" Wer auch immer dort rief. Sie wollte es nicht wissen und sie wollte auch nicht antworten. Sie wollte alleine sein und in ihrem Selbstmitleid und ihrer Trauer versinken. Sie wollte nicht, dass irgendjemand sie so sah. "Hermine!" Die Stimme war nun näher, aber sie erreichte ihr Gehirn immer noch nicht. Sie konnte nicht ausmachen, wer nach ihr rief. Es war ihr auch egal, weil sie sich ganz sicher war, dass es Fred nicht sein konnte. Er würde nicht noch einmal zurückkommen, nicht nachdem, was sie ihm gesagt hatte. Sie würde auch nicht wiederkommen. Wieder schluchzte sie auf und biss sich auf die Lippe, bis sie Blut schmeckte.

"Bei Merlin, Hermine." Wieder die Stimme und dieses Mal auch zwei Hände auf ihren Schultern. "Hermine, sieh mich an." Sie verstand die Worte, aber wer sagte sie? Sie schüttelte nur den Kopf und ließ ihn weiterhin gesenkt, die Tränen tropften ohne Erbarmen ihre Wangen hinunter und vieles auf das warme Grün der Wiese. "Was ist denn nur passiert?", wollte die Stimme wieder wissen und sie wurde in eine enge Umarmung gezogen. Wütend wandte sie sich aus den Armen der Person und schüttelte heftig den Kopf. Sie hatte nicht verdient in die Arme genommen zu werden. Man sollte bei Fred sein und nicht bei ihr. Sie war grauenvoll. Man sollte sie hassen, wie es nun Fred tat.

"Hermine..." Die Finger wuschen ihr die Tränen von den Wangen und die Hände hoben ihr Gesicht langsam an. Und genauso langsam und vorsichtig traute sie sich dann doch ihre Augen zu öffnen und in das Gesicht der Person zu sehen, die immer wieder ihren Namen murmelte. Ginny...

"Was ist passiert?", wollte die Rothaarige leise wissen und hielt Hermines Gesicht immer noch in den Händen, anscheinend zu ängstlich, um sie wieder los zu lassen.

"Ich habe alles zerstört...", hauchte Hermine und ein taubes Gefühl legte sich über ihren Körper als sie nun auch das allerletzte realisierte. "Ich habe nichts mehr..." Es war nicht das taube Gefühl, dass sie bei dem Betrug von Ron empfunden hatte, es war ein anderes und ein weitaus schlimmeres.

"Was? Was meinst du? Wovon redest du?", wollte Ginny wissen und sah verwirrt in ihre Augen, streichelte ihr sanft durch das Haar.

"Ich habe ihn verloren.", hauchte sie. Irgendwie verschwand Ginny aus ihrem Blickfeld. Ihre Augen wurden trüb und leer.

"Hermine!", schrie Ginny panisch auf und schüttelte ihre Freundin, aber nicht eine einzige Reaktion bekam sie mehr aus der Brünetten heraus. "Hermine!"

Und dann... wurde alles schwarz.

XxX

"Hier.", sagte George und hielt seinem Bruder eine Flasche Butterbier entgegen. Zwar kein Feuerwhiskey, was man in diesem Moment am meisten gebraucht hätte, aber immerhin etwas alkoholisches.

Fred sah still zu seinem Bruder auf und nahm die Flasche entgegen, bevor sich George neben ihn auf die Couch fallen ließ und ebenfalls ins Feuer sah. Er hatte George noch nichts gesagt. Nur die drei Worte, die er zu Beginn des Abends gesagt hatte, dass sie ihn hassen würde. Aber wie oder was vorgefallen war, darüber hatte er noch kein Wort verloren und sie wirklich wollte er es auch nicht. Er befand sich noch in der Phase des Verdrängens. Vielleicht träumte er auch nur?

Seufzend schloss er seine Augen und zog ein Bein auf das Sofa. Das muss es sein. Ich träume nur und gleich wachst du auf und der ganze Tag beginnt erst.

"Wirst du es mir nie erzählen?", wollte George schließlich wissen und schaute zu seinem Zwilling. "Muss ich erst raten, bevor du mir erzählst, was passiert ist?"

Freds Augen öffneten sich erneut und er schaute in die seines Bruders. "Es gibt nicht mehr viel. Hermine hat mir nur klipp und klar gesagt, dass sie mich nicht mehr in ihrem Leben will.", sagte er heiser und nahm einen großen Schluck seines Butterbiers.

Ungläubig zog Fred eine Augenbraue hoch und schüttelte den Kopf. "Ich kann das nicht wirklich glauben."

"Soll das heißen, du stehst auf ihrer Seite?", fragte Fred wütend und setzte sich ruckartig gerade.

"Ich stehe auf niemandes Seite, Fred!", sagte George und hob die Hände, bevor er sie wieder sinken ließ und nachdenklich in seine Flasche sah. "Ich meine nur, dass ihr praktisch unzertrennlich wart... Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie so etwas gesagt haben soll."

"Nun, wenn du ihre genauen Worte wissen willst... 'Halt dich endlich aus meinem Leben raus!' Das waren ihre Worte.", sagte Fred zähneknirschend und nahm noch einen Schluck.

"Hat sie dir gesagt, warum es ihr nicht gut ging?"

"Natürlich nicht.!", schnappte Fred und funkelte seinen Bruder an. "Obwohl ich wünschte, sie hätte es getan.", sagte er dann wieder etwas beruhigter. "Aber sie benimmt sich, als würde man sie beißen, wenn sie auch nur einen Mucks von dem sagen würde, was sie bedrückt. Sie benimmt sich wie ein Kind, dass weiß, dass es eine besonders große Strafe bekommt, nachdem es Mist gebaut hat. Ich versteh sie einfach nicht mehr."

"Fre-"

Ein lautes Knallen riss die beiden aus ihrer Unterhaltung und erschrocken sahen sie zum Eingang. Ginny stand mit einem panischen Gesichtsausdruck vor ihnen, Tränen in den Augen.

"Ginny!", sagten beide erschrocken wie aus einem Munde. "Was ist passiert?"

"Hermine...", brachte sie über ihre Lippen, bevor sie sich auf den Sessel fallen ließ und sich mit einer zitternden Hand durchs Haar strich.

"Was soll mit Hermine sein?", wollte Fred nach einem kurzen Blick zu seinem Bruder wissen. Super, Fred, da hast du dir gerade geschworen sie endlich zu vergessen und dich wegen ihr nicht mehr kaputt zu machen und sie lässt dich immer noch nicht los? Kann das sein, dass du süchtig bist? - Nein, nur verliebt. - Ach, halt den Mund.

"St. Mungos.", hauchte Ginny und schloss kurz die Augen, als sie sich versuchte zu sammeln.

"Wie St. Mungos?", wollte George wissen und sah verwirrt und ein wenig ängstlich in das Gesicht seiner kleinen Schwester.

"Hermine ist kurz nach dem Fred gegangen war, zusammen gebrochen.", sagte Ginny und funkelte den besagten wütend an. "Was hast du mit ihr gemacht?", wollte sie wütend wissen und stemmte ihre Händen in die Hüften. "Was hast du zu ihr gesagt, dass sie dermaßen weinen lässt?"

"Ich...", begann Fred, wurde aber jäh von seinem Bruder unterbrochen.

"Fred hat absolut nichts gemacht. Es war Hermine.", verteidigte George seinen Zwilling und sah Ginny wütend an. "Versuch nicht immer anderen die Schuld zu geben. Hermine hat einen Fehler gemacht und ihn eingesehen, dass hat sie zum Weinen gebracht."

"Was denn für einen Fehler?", wollte die Rothaarige wissen und sah verwirrt in die Gesichter ihrer Brüder.

"Hermine hat mich aus ihrem Leben verbannt.", hauchte Fred und stand auf, um zum Kamin rüber zu gehen.

"Was?"

"Du hast mich schon gehört."

"Aber du weißt, dass Hermine das niemals ernst gemeint hat, oder?", wollte sie wissen und sah ungläubig auf den Rücken ihres Bruders. "Ich meine... sie stand schon die ganze Zeit neben sich und... sie liebt dich, Fred."

Bei diesen Worten schloss der Besagte kurz die Augen, bevor er den Kopf schüttelte. "Nein, das hat ihr Ton und die Art, wie sie es gesagt hat, klar gemacht. Sie meinte es ernst."

Er lachte hohl und freudlos auf. Ja, sicher doch. Sie liebt mich! Genau aus diesem Grund, will sie mich nicht in ihrem Leben haben. Man verbannt denjenigen, den man liebt ja aus seinem Leben. Sicher. Wir dumm ich doch war, es nicht sofort zu sehen., dachte er sarkastisch und schüttelte mit dem Kopf. "Weißt du Ginny, wenn sie das tun würde, würde sie mich nicht aus ihrem Leben schmeißen.", zischte er wütend.

Ginny senkte den Blick und biss sich auf die Lippe. Die Räder in ihrem Kopf konnte man ganz deutlich arbeiten sehen. "Weißt du, wenn man wütend oder verletzt ist, sagt man Dinge, die man eigentlich nicht meint.", hauchte sie und sah hoffnungsvoll zu ihm auf.

Wieder schüttelte er nur den Kopf. Sie verstand es einfach nicht. "Das mag sein, aber nie, nie würde ich das zu einem von euch sagen, egal wie sauer ich bin."

"Vielleicht du nicht.", sagte plötzlich George und Fred funkelte ihn wütend an.

"Danke, dass du mir in den Rücken fällst, statt mir beizustehen, Brüderchen.", sagte er wütend und biss die Zähne aufeinander.

"Du weißt ganz genau, dass das nicht wahr ist. Ich versuche nur zu verstehen, was sie dazu gebracht hat. Vielleicht gibt es irgendwas... was sie nicht sagen darf oder sie war wirklich emotional so fertig, dass..."

"George.", knurrte Fred und hob die Hände. "Ich will nichts mehr hören. Weder von dir", er zeigte auf George und dann auf Ginny, "noch von dir. Und am allerwenigsten von Hermine. Habt ihr mich verstanden?"

"Aber-", begann Ginny wurde aber jäh von Fred unterbrochen, der sie mit blitzenden Augen ansah.

"Habt ihr mich verstanden?"

Beide nickten bedrückt mit dem Kopf, bevor sie den Blick des jeweils anderes suchten.

"Wenn ihr mich nun entschuldigen würdet, ich gehe ins Bett.", sagte Fred kalt und stolzierte an ihnen vorbei und in sein Zimmer.

Als er die Türe hinter sich schloss, atmete er tief ein und legte sich gegen sie. Die Augen schloss er ebenfalls und eine ganze Zeit stand er dort. Mit einer Hand immer noch auf der Klinke, seinen Körper gegen die Türe gelehnt und den Kopf mit geschlossenen Augen hängend. Nur das silberne Licht des Mondes fiel auf ihn und hüllte ihn in ein warmes Licht. ...Also halt dich verdammt noch mal aus meinem Leben raus... Erschrocken riss er den Kopf hoch und strich sich fahrig durchs Haar. ...Also halt dich verdammt noch mal aus meinem Leben raus... Fast schon gequält schlug er die Hände über seine Ohren und schüttelte den Kopf, um ihre Stimme irgendwie zu verbannen. Fred, bitte. Verdammt, warum ließ sie ihn einfach nicht in Ruhe? Wütend zog er sich aus und nahm sich nur eine Pyjamahose aus seinem Schrank, bevor er die Bettdecke fast aggressiv zurück schlug und sich drunter legte. Fred... Wieder schüttelte er den Kopf und presste seine Augen zu. Er musste schlafen, sonst würde er noch völlig durchdrehen. Mit müden Augen sah er aus dem Fenster und auf den hellen Mond, dessen Licht immer noch in sein Zimmer fiel.

"Fred, schau mal.", hauchte Hermine vor Ehrfurcht, als sie ihn an der Hand aus dem Fuchsbau zog und in den dunklen Himmel hinaufsah. "Sie haben gesagt, dass es heute ganz klar werden sollte, aber... wow..."

Er sah sie lächelnd an, bevor er selbst in den Himmel hinauf sah und der Mond noch heller zu leuchten schien, als jemals zuvor.

"Ist das nicht wunderschön?", fragte sie und sah ihn auffordernd an.

Er nickte nur.

"Und schau mal die Sterne.", sagte sie aufgeregt und zeigte wieder in den dunklen Nachthimmel empor. "Wie hell sie leuchten..."

"Was für ein Sternbild hast du am liebsten?", wollte er leise wissen, als er in den Himmel hinaufsah.

Sie sah ihn für einen Moment erstaunt an, als hätte sie niemals mit einer solchen Antwort gerechnet, lachte dann aber und antwortete mit zwei Wort." Die Bären."

"Die Bären?", fragte er erstaunt. Er hatte eher mit Pegasus gerechnet, da es wohl das Lieblingsbild jedes anderen Mädchens war. "Wieso die Bären?"

"Kennst du die Legende zu ihnen?", wollte sie wissen und ließ sich neben ihn aufs Gras sinken.

Fred schüttelte mit dem Kopf und folgte ihr.

Hermine lächelte bevor sie wieder hinaufsah. "

Laut der griechischen Mythologie ist das Sternbild großer Bär folgendermaßen entstanden: Nachdem Zeus die Nymphe Kallisto vergewaltigt hatte wurde diese schwanger und bekam ein Kind namens Arkas. Die eifersüchtige Gattin des Zeus verwandelte daraufhin Kallisto in einen Bären, der von da an durch die Wälder streifte. Als Arkas erwachsen wurde und eines Tages auf die Jagd ging traf er dabei auf seine Mutter in Gestalt des Bären. Um zu verhindern das Arkas seine eigene Mutter ermordet warf Zeus die beiden daraufhin in den Himmel: Kallisto als großen Bären und Arkas als kleinen Bären.", erzählte Hermine.

Der Rothaarige zog verwirrt eine Augenbraue hoch. "Und deswegen magst du sie? Die Legende an sich ist doch schon..." Er brach ab und suchte nach dem richtigen Wort, das ihm allerdings nicht einfallen wollte.

Hermine lachte bei seinem Versuch das eine Wort zu finden und hob die Schulten. "Ich weiß, dass es keine besonders schöne Legende ist, wenn man den Part mit der Vergewaltigung mehr betrachtet, aber... Ich denke, was mich so fesselt ist die Tatsache, dass Arkas nach so vielen Jahren seine Mutter trotz allem irgendwie gefunden hat und Zeus sie dort hinaufschickte, damit sie dennoch zusammen leben können. Es muss schön da oben sein...", sagte sie und legte ihren Kopf träumerisch ein wenig schief. "Weißt du, Bären sind ganz schöne Tiere. In allerlei Hinsicht. Auf der einen Seite erscheinen sie so sanft, dass man sie einfach knuddeln will, auf der anderen Seite wirken sie aber auch so angsteinflößend, dass man ihnen sehr großen Respekt zu kommen lässt."

Fred sah sie einige Augenblicke noch an, bevor er wieder in den Himmel hinauf sah. So hatte er noch nie über die Dinge nachgedacht. Nicht ein einziges Mal und es überraschte ihn nicht ein bisschen, dass ausgerechnet Hermine ihm darüber die Augen öffnete.
"Ich finde, bevor man sich ein Sternbild aussucht, sollte man seine Legende dazu wissen.", sagte sie noch, bevor sie den Kopf schüttelte und ihn fragend ansah. "Was ist dein Lieblingsbild?"

Fred öffnete den Mund, um zu antworten, bevor er ihn wieder schloss und die Augenbrauen zusammen zog. Eigentlich hätte er sofort "Zwilling" geantwortet, aber Hermines Erklärung von vorhin, ließ ihn inne halten. Doch dann schüttelte er nur den Kopf. Nein, er würde trotzdem nicht seine Antwort ändern. "Zwilling.", sagte er daher und sah Hermine mit leuchtenden Augen an.

"Kennst du ihre Legende?", wollte sie wissen und er schüttelte den Kopf. "Der griechischen Mythologie nach verführte Zeus einst Leda, die Frau von Tyndareos, dem König von Sparta. Um sich Leda heimlich nähern zu können, nahm Zeus die Gestalt eines Schwans an. Leda gebar Ihm zwei Söhne: die Zwillinge Castor und Pollux. Dies sind auch die Namen der beiden hellsten Sterne des Sternbildes Gemini."

Fred lachte.

"Was ist?", fragte Hermine erschrocken.

"Nichts. Es ist nur, dass du einfach alles zu wissen scheinst.", sagte er und sah sie mit leuchtenden Augen an.

"Ach so...", sagte sie und ihr Lächeln verschwand, als sie ihren Kopf hängen ließ.

"Hermine?", fragte er leise und strich ihr vorsichtig durchs Haar."Was ist denn? Habe ich was falsches gesagt?"

"Es ist... Ich kann es einfach nicht lassen."

"Was denn?"

"Ich kann es einfach nicht lassen, Leuten auf die Nerven zu gehen, indem ich ihnen einfach alles erzähle, was ich weiß. Ich denke, ich werde nie aufhören können, eine Alleswisserin zu sein.", hauchte sie, zog die Beine an und schlang ihre Arme drum.

"Das ist doch nicht schlimm. Ich finde das Großartig, Hermine."Erschrocken sah sie zu ihm auf.

"Wenn du nicht so viel wissen würdest, wären wir vielleicht alle nicht mehr am Leben. Wer weiß, ob Harry überhaupt das erste oder zweite Schuljahr ohne dich überlebt hätte. Ich habe dich immer darum benedeitet. Zu wissen ist kein Fehler. Es wäre toll, wenn ich Freunden, meiner Familie oder meinen Kindern später mein Wissen weitergeben könnte.", sagte er und lächelte sie aufmunternd an.

Erleichtert und dankbar lächelte sie zurück, bevor sie wieder das Wort ergriff. "Aber jetzt noch mal zurück. Warum magst du das Bild so?"

"Ich bin ein Zwilling.", antwortete er lachend. " Ich finde es einfach cool zu wissen, dass es dort oben auch Zwillinge gibt. Und selbst dort kann man sie nicht trennen."

Hermine lächelte. "Verstehe."

Verstehe...Fred schloss müde die Augen, als die Erinnerung ihn zur Ruhe kommen ließ.

XxX

"Glaubst du ihm?", wollte Ginny leise wissen, nachdem Fred in seinem Zimmer verschwunden war.

"Was? Über das, was Hermine zu ihm gesagt hat, oder das, was er zu Hermine sagt?", wollte er wissen und sah sie fragend an.

"Beides?"

"Ich weiß, dass er über die Worte von Hermine die Wahrheit sagt. Aber ich glaube nicht, dass er nichts mehr von ihr wissen will.", sagte er und wagte kurz einen Blick zur geschlossenen Tür, hinter der Fred vor wenigen Minuten verschwunden war.

"Er liebt sie, nicht wahr?", fragte Ginny und schaute ebenfalls auf die Türe.

Erschrocken sah George sie wieder an und Ginny lachte leise. "Bitte, George, das sieht ein blinder.", sagte Ginny und dann verschwand ihr Lächeln wieder. "Und weißt du, was das krasse ist? Ich wünsche mir, dass es Fred wäre und nicht Ron.", gab sie leise zu.

"Du weißt, dass Fred mein Zwilling ist und ich ihm deswegen schon mehr gönne. Aber Ron ist unser Bruder..."

"Aber sie scheint Fred mehr zu bedeuten als Ron.", unterbrach Ginny ihn.

George seufzte. "Apropos Ron. Was macht er?"

Ginny zog die Augenbrauen zusammen. "Das ist gerade das merkwürdige. Er schien sich nicht ein bisschen darum zu kümmern. Stattdessen sagte er, er hätte noch eine wichtige berufliche Verabredung, von der Harry aber nichts weiß, und ist verschwunden. Er war nicht einmal im St. Mungos um sich nach Hermine zu erkundigen.", erklärte Ginny.

"Du meinst, es ist ihm vollkommen egal? Du redest, als ob die sterben könnte und es ihm immer noch vollkommen egal wäre.", sagte George und stand ebenfalls auf. Er konnte nicht länger sitzen. Irgendetwas musste er tun, um nicht auszurasten.
"So scheint es aber.", gab Ginny zu und stand ebenfalls auf. "Was auch immer es ist, ich bin sicher, dass es das ist, was sie weder uns noch Fred sagen will. Irgendetwas stimmt zwischen Ron und Hermine nicht."

"Daran habe ich auch schon gedacht, aber es scheint mir einfach zu... absurd."

Ginny seufzte und hob die Schultern. "Ich denke, es gibt nur einen, den sie es eventuell erzählen würde. Wenn die Zeit da ist.", sagte Ginny und schaute noch einmal auf die Türe, die Fred vor fast einer halben Stunde geschlossen hatte. "Ich werde jetzt nach Hause apparieren und mich ins Bett legen. Ich bin müde."

"Wirst du wirklich schlafen können?", wollte er wissen und hob fragend eine Augenbraue. Ginny hob nur die Schultern und verschwand mit einem lauten Knall. Zurück ließ sie einen noch verwirrteren George, der nicht mehr zu wissen schien, was er überhaupt noch tun sollte.