Als die Tafelrunde sich am nächsten Tag versammelt hat, betreten auch der König und die Königin den Thronsaal. Merlin hat sich etwas beruhigt, er ist wie immer an der Seite seines Königs. Als sie den Thronsaal betreten, sieht Arthur sich noch einmal nach Merlin um. Er nickt seinem zaubernden Freund zu. Die Tafelrunde hat sich wieder etwas gefüllt. Nur wenige Plätze sind noch leer. Der leere Platz, der Merlin sofort ins Auge fällt, ist der seines Freundes Sir Gwaine. Der Ritter, der jetzt in Königin Annis Königreich verweilt. Ein Stich durchfährt ihn, es macht ihm bewusst, wie sehr er den Freund mit seinem Humor vermisst. Als Arthur und Gwen Platz nehmen, setzen sich auch alle anderen Mitglieder der Tafelrunde. Auch Merlins Mentor Gaius ist anwesend, er hat den Platz rechts neben dem König eingenommen. Sir Leon sitzt neben der Königin. Ihnen gegenüber sitzen Sir Percival und Sir Galahad. Merlin hat mit einigem Abstand seinen Platz hinter seinem König eingenommen. Er atmet tief durch. Gespannt verfolgt er, wie sich Sir Leon erhebt um die Versammlung zu eröffnen.

Der Ritter steht neben seiner Königin und sieht in die Runde: "MyLord, MyLady, Ritter und Freunde, hiermit eröffne ich die heutige Sitzung der Tafelrunde." Er wendet sich seinem König zu: "MyLord, wenn Ihr beginnen möchtet?" Arthur nickt und erhebt sich, zeitgleich setzt sich Sir Leon wieder auf seinen Platz. Arthur sieht zunächst ebenfalls in die Runde: "Mitglieder der Tafelrunde, ich möchte heute mit euch über ein Thema diskutieren, welches mir in besonderem Maße am Herzen liegt." Er hält kurz inne und sieht zu Merlin hinüber, bevor er sich wieder der Tafelrunde zuwendet. "Wir Ihr wisst, wird morgen eine Gerichtsverhandlung betreffend des Zauberers, der im Schloßhof seine Magie anwendete, stattfinden." Er atmet einmal tief durch, dann fährt er fort: "Ich möchte, dass wir gemeinsam überdenken, wie wir diesen Vorfall bewerten wollen. Sicherlich sind die Gesetze in einen solchen Fall eindeutig, ich gebe aber zu bedenken, dass der Mann niemandem Schaden zugefügt hat. Im Gegenteil, er hat die Menschen erheitert und dem grauen Alltag etwas Freude beschert und somit zum Wohle des Volkes beigetragen." Der König lässt seinen Blick erneut durch die Runde schweifen, dann setzt er sich wieder auf seinen Platz. Gwen lächelt ihn an und nimmt seine Hand.

Gemurmel erhebt sich, es wird unruhig im Saal. Daher erhebt sich nun Sir Leon erneut um die Teilnehmer zu ermahnen: "Mitglieder der Tafelrunde, Gespräche hinter vorgehaltener Hand bringen uns hier nicht weiter. Ich bitte jeden, der seine Meinung kund tun und zur Lösung des Anliegens betragen möchte, sich zu erheben und offen zu sprechen." Er setzt sich wieder und nickt seiner Köngin zu.

Jetzt erhebt sich dem Königspaar gegenüber ein Ritter. In seinem Gesicht steht Entschlossenheit, als er beginnt zu sprechen: "MyLord, MyLady, Ritter und Freunde. Ich habe mich bereits einmal gefragt, weshalb Ihr MyLord die Gesetze über den Umgang mit Magie entschärft habt. Heute höre ich erneut, dass Ihr zweifelt, ob die Hinrichtung eines Mannes, der wissentlich und ohne Reue Magie in Camelot praktiziert hat, richtig ist." Er sieht in die Runde, dann fügt er hinzu: "Ich bin mir dessen sicher, denn ich hielt schon die erste Aufweichung des Gesetzes für falsch. Seht nur, was es gebracht hat. Da kommt ein Mann nach Camelot und zaubert ohne Not. Ich sage, reicht diesen Zauberern einen Finger und sie nehmen die ganze Hand. Daher verlange ich, dass dem Gesetz entsprechend gehandelt wird. Wir können nicht erlauben, dass diese Zauberer uns auf der Nase herumtanzen." Er setzt sich und wieder schwillt der Geräuschpegel an.

Die Mitglieder der Tafelrunde sehen nun erwartungsvoll zu ihrem König. Dieser erhebt sich erneut und ergreift das Wort. "Ich verstehe Euren Einwand vollkommen, doch bitte ich Euch erneut zu bedenken, was der Zauberer mit seinem Handeln bezwecken wollte. Ich bin mir sicher, er ist kein schlechter Mensch, nur weil er zaubern kann. Und einmal ein Leben genommen, kann man es nicht rückgängig machen. Ich bitte Euch daher, noch einmal ob der Härte der zu erwartenden Strafe zu überlegen. Ich stimme Euch dagegen in einem Punkt voll und ganz zu. Der Mann hat gegen ein geltendes Gesetz verstoßen und muss bestraft werden. Nur sollte die Höhe der Strafe angesichts der Tat angemessen erscheinen." Er setzt sich wieder.

Gaius erhebt sich: "Ich folge ganz der Meinung des Königs. Camelot ist ein gerechtes Königreich. Daher sollten auch gerechte Strafen auf unrechte Taten erfolgen. Das Herbeizaubern von Schmetterlingen und Blumen, mit dem Tod zu bestrafen, wirft uns in die Zeit zurück, als Uther noch König war. Camelot hat sich seit dem stark entwickelt. Wir sollten diesen Fortschritt nicht aufs Spiel setzen, wegen eines Gesetzes, das meiner Meinung nach längst abgeschafft worden sein sollte." Er sieht in die Runde, dann zu seinem König und zu seiner Königin, bevor er sich wieder setzt.

Ein weiterer Ritter erhebt sich: "Ich bin anderer Ansicht. Ich möchte den Fortschritt ebensowenig gefährden wie Ihr. Aber Fortschritt um jeden Preis halte ich für grundweg falsch. Ich erinnere nur an Morgana und an Mordred. Erinnert Euch, was die Magie aus beiden gemacht hat. Erinnert Euch, wieviele tapferer Ritter tot sind, wegen dieser beiden. Wenn wir Magie erlauben, und das tun wir, wenn wir diesen Mann nicht entsprechend den Gesetzen bestrafen, müssen wir uns bewusst sein, dass wir damit weitere Zauberer wie Morgana und Mordred zu erwarten haben. Ich bin daher dafür den Zauberer entsprechend den Gesetzen zu behandeln und ihn, sofern er verurteilt wird, hinzurichten."

Nun erhebt sich sogar die Königin. Sie sieht in die Tafelrunde. "Ich bitte Euch, überdenkt diese Forderung. Ich habe selbst unter zu voreiligen Schlüssen gelitten, als mein Vater, der nur mit einem Zauberer gesehen wurde, getötet wurde. Auch habe ich persönlich Leid durch Zauberei erfahren, da sie mich meines Bruders beraubt hat. Aber ohne die Zauberer wäre auch dieses Königreich gänzlich untergegangen. Ich bitte Euch, erinnert Euch an die Schlacht, die hier noch immer Lücken in unserer Gemeinschaft hinterlässt. Es war ein Zauberer, der das Königreich gerettet hat." Sie setzt sich wieder. Erneut erhebt sich Stimmengewirr.

Ein weiterer Ritter der Tafelrunde erhebt sich: "MyLord, MyLady, es erweckt mir persönlich den Eindruck, als hättet Ihr Euch bereits entschieden vom Gesetz abzuweichen. Ich frage mich also, was diese Farce bedeutet. Ich dachte, dieses Königreich und diese Tafelrunde, beschließt gemeinsam. War nicht genau das unsere Stärke in den letzten Jahren? War nicht unsere Stärke daraufbegründet, dass wir alle Entscheidungen gemeinsam getragen haben? Ihr habt Recht, ohne den Zauberer hätten wir die Schlacht verloren. Aber ich gebe auch zu bedenken, dass es ohne Zauberei erst gar nicht dazu gekommen wäre." Als er sich setzt, sehen alle gespannt zu ihrem König.

Als Arthur sich erhebt, läuft es Merlin eiskalt den Rücken herunter. Er ahnt, was jetzt kommt. Sein König sieht in die Runde, bevor er seine Stimme erhebt: "Ihr habt Recht, ich bin der Meinung, dass der Zauberer, sofern er denn für schuldig befunden wird, nicht hingerichtet werden soll. Ich weiß aber auch, da gebe ich Euch Recht, dass wir diese Entscheidung gemeinsam fällen müssen." Er seufzt: "Ich werde versuchen eine Entscheidung im Einklang mit der Tafelrunde zu finden, denn die Tafelrunde ist Camelot. Ich bitte daher, alle Anwesenden, die meiner Meinung sind, den Zauberer nicht hinzurichten, sich zu erheben. Ich bitte alle, die der Meinung sind, dass die Höhe der Strafe der Tat angemessen sein muss, sich zu erheben." Er sieht in die Runde. Nach einigen Sekunden eisigen Schweigens erheben sich Sir Percival und Sir Galahad. Von ihrem Beispiel ermutigt, folgen weitere Ritter. Gaius und Gwen haben sich bereits ebenfalls von ihren Plätzen erhoben. Seiner Königin folgend, steht auch Sir Leon auf. Dennoch, zusammen sind sie noch immer zu wenig. Der Großteil des Rates sitzt verbissen auf ihren Plätzen. Der König seufzt: "Damit ist die Entscheidung gefallen, der Zauberer wird den Gesetzen entsprechend behandelt. Ich werde mich der Mehrheit der Tafelrunde nicht widersetzen." Sir Leon fügt noch hinzu: "Damit beende ich die heutige Diskussion und Tafelrunde." Mit diesen Worten erheben sich nun auch die restlichen Mitgleider der Tafelrunde und entfernen sich einer nach dem anderen. Gwen drückt mit ihrer Hand die Schulter ihres Mannes: "Du hast es immerhin versucht." Aufbauend lächelt sie ihn an um zusammen mit Gaius den Saal zu verlassen. Als sich die Türen schließen, bleiben der König und sein Diener allein im Saal zurück.