Soooo, endlich mal wieder ein neues Kapitel von mir. Ich weiß, das hat ja diesmal eewig gedauert, aber zu meiner Verteidigung, mein Laptop hat letztes Jahr seinen Geist aufgegeben und natürlich war das angefangene Kapitel auf dessen Festplatte. Jetzt hab ich nen neuen PC und konnte das Kapitel fertig schreiben, da die Laptop-Festplatte ausgebaut wurde und mir jetzt extern nützlich ist. Was noch dazu kommt, ist, dass ich erst seit kurzem wieder meinen eigenen Zugang zum Internet hab und es vorher nicht hätte posten können.
Ich hoffe, das Kapitel gefällt euch trotz langer Wartezeit und freue mich schon auf eure Reviews.
Zugreise
Die folgenden Tage verliefen so sorglos, wie Harry es sich für sein bisheriges Leben gewünscht hätte.
Am Morgen des 1. Septembers wachte Harry auf und freute sich auf einen weiteren entspannten Tag mit seinem Patenonkel, als ihm einfiel, dass er gestern schon für Hogwarts gepackt hatte und nun bald in den Hogwarts-Express einsteigen würde. Das bedeutete, dass er Sirius erst in den Weihnachtsferien wieder sehen würde.
'Was soll's', dachte Harry, 'dafür sehe ich Hogwarts wieder und alle meine Freunde.'
Die hatte er zwar auch in den vergangenen Wochen oft gesehen, aber das waren immer nur ein paar Stunden an einem Tag und jetzt konnte er wieder seine komplette Freizeit neben dem Unterricht mit ihnen verbringen. Außerdem war da ja noch Quidditch und er freute sich wie ein Schneekönig auf die neue Saison in Hogwarts.
„Guten Morgen, Harry", wurde er von Sirius begrüßt, der mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht und fertigem Frühstück in der Küche auf Harry gewartet hatte.
„Morgen", gab Harry, noch ein wenig müde, zurück. Er setzte sich an seinen mittlerweile angestammten Platz am Tisch, Sirius gegenüber und schnappte sich eine Scheibe Toast und griff nach der Erdbeermarmelade.
„Hast du noch einmal überprüft, ob du auch tatsächlich alles eingepackt hast, Harry? Du willst doch schließlich nicht den Zug verpassen, oder?"
„Ja, hab ich doch gestern schon gemacht, Sirius. Ehrlich mal, du benimmst dich ja schon fast wie Mrs. Weasley. Die fragt nämlich auch mindestens dreimal nach, ob ich auch ja alles ordentlich im Koffer verstaut hab. Ich bin doch kein Kind mehr."
„Wenn du nicht dieses verräterische Grinsen auf den Lippen hättest, wäre ich fast auf den Gedanken gekommen, dass du mich eben beleidigen wolltest", lachte Sirius.
„So was Blödes. Und ich dachte, ich würde überzeugend klingen, aber ich kann dieses Grinsen einfach nich abstellen. Vor allem bei dem Gedanken daran, dass ich endlich jemanden außerhalb der Schule hab, dem ich mich anvertrauen kann. Außerdem muss ich jetzt an Weihnachten nich mehr in der Schule bleiben, sondern kann nach Hause kommen und mit meinem Patenonkel die Feiertage genießen und vielleicht auch ab und zu ein bisschen Hilfe bei den Hausaufgaben bekommen…", Harry schielte weiterhin grinsend zu Sirius.
„Ach, so stellst du dir das vor, ja? Ich soll deine Hausaufgaben erledigen, während du dich auf die faule Haut legst? Darauf kannst du aber lange warten, Freundchen", bemerkte Sirius und knuffte Harry in die Seite.
„Schade, aber helfen könntest du doch, oder? Immerhin habe ich gehört, dass du damals einer der besten Schüler gewesen bist."
„Wer sagt denn so was?"
„Professor McGonagall hat das in den Drei Besen gesagt, als ich im dritten war, wo alle noch dachten, dass du mich umbringen willst."
„Ehrlich? Das sie so was sagt, nachdem vor allem James und ich ihr so viel Stress bereitet haben…", sagte Sirius, in Erinnerungen an seine Schulzeit.
„Du hast doch auch geholfen, dass sie auch zwei weitere Schüler nie vergessen wird."
„Wen meinst du denn? Dich und Ron?"
„Na ja, uns vielleicht auch, aber einen mindestens genauso tiefen Eindruck wie du und Dad haben auch Fred und George hinterlassen. Die haben immerhin schon in einer ihrer ersten Wochen in Hogwarts eure Karte gefunden."
„Echt? Wie haben die das eigentlich geschafft? Immerhin hat Filch sie irgendwann entdeckt und uns weggenommen."
„Als sie mir die Karte „vermacht" haben, haben sie mir erzählt, dass sie in einer ihrer ersten Wochen mal eine Stinkbombe im Flur haben hochgehen lassen und dass Filch sie direkt mit in sein Büro geschleift hat. Er habe direkt damit gedroht, ihnen die übelsten Strafen aufzuerlegen. Jedenfalls fiel ihnen eine Schublade auf, einer von beiden lenkte Filch noch einmal ab und der andere machte die Lade auf und zog die Karte heraus. Frag mich aber nich, wie sie herausgefunden haben, wie sie funktioniert, davon hab ich keine Ahnung."
„Nich schlecht. Die beiden haben ja schon ziemlich früh angefangen. Gefällt mir. Schade, dass die Jungs nicht mal ab und zu mit Ron hier waren. Ich hätte sie gerne mal näher kennen gelernt."
„Dazu wirst du ganz sicher noch genügend Gelegenheit haben. Aber jetzt sollten wir erst mal sehen, dass wir zum Bahnhof kommen, sonst kann ich mir eine pünktliche Ankunft in Hogwarts abschminken."
„Wie Recht du hast. Accio Koffer!" Schon konnte man Harrys schweren Koffer die Treppe runter poltern hören. Einen Augenblick später stand er schon direkt vor Sirius' Füßen.
„Hast du Hedwig schon in ihren Käfig eingesperrt?"
„Ja, warum?"
„Dann sollte ich den wohl besser nicht magisch herbeirufen, oder?"
„Ich glaube, Hedwig würde dir das nich verzeihen, nein", lachte Harry.
„Na gut, dann eben anders." Und mit einem leisen Knall verschwand Sirius, doch kaum eine halbe Minute später stand er schon wieder vor Harry und hatte Hedwigs Käfig in der Hand.
„So, das hätten wir dann ja auch. Also, auf geht's."
Sirius drückte Harry Hedwigs Käfig in die Hand und legte selbst Hand an Harrys Koffer. Immerhin konnte er den Koffer nicht vor den Augen von Muggeln durch die Luft fliegen lassen.
Obwohl Sirius nicht wirklich gerne auf diesem Weg nach King's Cross fuhr, hatten sie keine andere Wahl, als ein Muggeltaxi zu benutzen.
Am Bahnhof angekommen lief Sirius schnell hinein und kam mit einem Trolley wieder raus, wo er dann den riesigen Schrankkoffer und Hedwig in ihrem Käfig auflud. Zusammen machten sich Harry und Sirius nun auf den Weg zum Gleis 9 ¾, wo sie gemeinsam den Bahnsteig entlanggingen, auf der Suche nach einem freien Abteil. Nach ein paar Schritten, rief jemand aufgeregt Harrys Namen. Als Harry sich rumdrehte, sah er Cedric auf sich zulaufen mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht.
„Hey, Kumpel. Wie geht's?", begrüßte er ihn.
„Super! Ähm, weißt du schon, wo du sitzt?"
„Ja, vorne bei den Vertrauensschülern. Ich wurde doch zum Schulsprecher ernannt. Tut mir Leid."
„ Ach, was. Nich so schlimm. Dann schau ich mal, wo ich mich nachher hinsetze."
„Du solltest dich ein bisschen beeilen, sonst sind nachher noch alle Abteile voll und du musst dich irgendwo dazusetzen und dich womöglich von irgendwelchen Bewunderern anglotzen lassen."
„Ja, da hast du wohl Recht. Kannst dich ja während der Fahrt mal blicken lassen."
„Klar, mach ich bestimmt mal. Ich häng mich dann einfach an Ron und Hermine."
„Wieso denn das? Die sitzen doch sowieso bei mir oder hab ich was verpasst?"
„Ja, weißt du denn nich mehr? Die beiden wurden doch die zwei neuen Gryffindor-Vertrauensschüler."
„Ach, stimmt ja. So was Blödes. Mit wem teil ich mir denn jetzt ein Abteil? Hmm..."
„Ich hab keine Ahnung, aber du wirst sicher jemanden finden. Du, ich muss jetzt wieder nach vorne. Die neuen Vertrauensschüler einweisen. Bis nachher, ja?"
„Okay, ja, bis gleich."
Nun machten Harry und Sirius sich wieder auf den Weg am Zug entlang. Endlich, am vorletzten Waggon fanden sie ein leeres Abteil. Sirius half Harry mit dem Koffer und Hedwig, danach stiegen die beiden noch mal aus, damit sie sich richtig verabschieden konnten.
„Na, dann, mach's gut", sagte Harry, mit leicht hängenden Mundwinkeln.
„Hey, Kopf hoch, wir sehen uns doch an Weihnachten wieder. Und wehe du kommst nicht."
Harry drehte sich um und hatte schon den ersten Fuß wieder im Zug, als Sirius ihn noch mal zurückrief.
„Harry, warte mal! Ich hab da noch ne Kleinigkeit für dich. Wird dir sicherlich gefallen."
Harry nahm das grob eingewickelte Päckchen entgegen und riss das Papier ab. Hervor kam ein Spiegel.
Ungläubig schaute Harry wieder in das grinsende Gesicht seines Patenonkels. „Was ist denn das? Wofür brauch ich denn einen tragbaren Spiegel? Ich bin doch kein Mädchen."
„Das ist kein gewöhnlicher Spiegel. Das ist ein Zwei-Wege-Spiegel! Dein Dad und ich haben den immer benutzt, wenn wir an zwei verschiedenen Orten eine Strafe absitzen mussten. Ich hab den anderen. Du musst einfach nur meinen Namen in den Spiegel sprechen und dann können wir immer miteinander reden. Gut, nicht?"
„Wow, das ist ja toll. Ich wusste gar nicht, dass es so was gibt. Danke, Sirius. Den kann ich wirklich gut gebrauchen. Damit sind die Zeiten dann ja wohl vorbei, in denen du einfach im Kamin des Gemeinschaftsraums aufgetaucht bist, nicht wahr?"
„Ja, denke ich auch. Das wird nach ein paar Minuten auch ganz schön unbequem, sag ich dir. Also, dann, viel Spaß in der Schule, ja?"
„Danke, den werde ich doch wohl hoffentlich haben. Vielleicht mal ein bisschen ruhiger als bisher… Autsch! Hey, pass doch auf, ja?" Harry drehte sich herum und sah noch grade so, wie ein Junge mit einer Ratte auf dem Arm seine Schritte beschleunigte. 'Komisch, den Jungen kenne ich gar nicht', dachte Harry, zuckte aber mit den Schultern und umarmte Sirius noch einmal zum Abschied.
Dann bestieg er den Hogwarts-Express und blieb an der Tür stehen um Sirius noch zu winken, als der Zug Geschwindigkeit aufnahm und um die Ecke verschwand.
Auf seinem Platz angekommen merkte Harry ein Jucken an eben der Stelle, an der der Junge ihn berührt hatte. Er drehte seinen Arm so, dass er diese Stelle genauer untersuchen konnte und sah, dass er blutete. 'Hey, diese blöde Ratte hat mich gebissen', dachte er wütend. Dieser Biss sah gar nicht so ungefährlich aus. Die Ratte hatte wirklich ganze Arbeit geleistet.
„So ein Mist…Oh, hey Chris!", sagte Harry von seiner Wunde aufblickend.
„Hi, Harry! Was ist Mist? Ähm, hast du was dagegen, wenn ich hier bleibe, wenigstens für eine Weile?", begrüßte ihn Chris.
„Nee, kein Problem, mach's dir bequem. Ron und Hermine werden ja schließlich vorne noch eingewiesen. Die beiden sind die neuen Vertrauensschüler von Gryffindor. Ich bin eben am Bahnsteig von so ner blöden Ratte gebissen worden."
„Autsch. Zeig mal. Hm, die hat dich aber echt gut erwischt, was? Aber wo kam die denn überhaupt her? Ich mein, die kann ja nich so einfach an dir hochgesprungen sein, um dich in den Arm zu beißen."
„Nein, natürlich nich. So'n komischer Junge hatte die aufm Arm. Frag mich nicht, ich hab den noch nie hier gesehen. Also entweder war's ein neuer Erstklässler oder jemand, der hier gar nix zu suchen hatte. Aber es is ja nur ein Biss. Ich hatte schon bei weitem schlimmere Verletzungen."
„Ja, ja, so ist das, wenn man das Unheil immer wie magisch anzieht, nicht wahr? Ich frag mich ja sowieso immer, wie ihr drei das immer schafft. Ich meine, du, Ron und Hermine haben schon so viele Abenteuer erlebt, bei denen viele erwachsene Zauberer ihr Leben gelassen hätten. Aber ihr habt es irgendwie immer geschafft, heil aus der Sache rauszukommen."
„Ich weiß. Viel davon hab ich eigentlich Ron und Hermine zu verdanken. Wenn es die beiden nicht gäbe, dann hätte ich wahrscheinlich nie soviel über diese Dinge rausgefunden und auch keins dieser Abenteuer so, mehr oder weniger, unbeschadet überstanden."
„Bist du immer so bescheiden? Ich mein, die Hauptarbeit hast doch im Nachhinein du gemacht, oder? Also, die echten Kämpfe und so."
„Schon, nur wär ich nie soweit gekommen, wenn es Ron und Hermine nicht gegeben hätte", sagte Harry und blickte in Richtung Abteiltür, wo gerade in diesem Augenblick Ron und Hermine mit Cedric erschienen. Ron schob die Abteiltür auf und ließ Hermine und Cedric eintreten bevor er selbst hinterherkam und sich neben Harry niederließ. Chris hingegen stand auf und ging zur Abteiltür. „Du, mir fällt grade ein, dass ich ja noch einen Aufsatz für McGonagall fertig schreiben muss. Wir sehen uns dann in Hogwarts!", sagte er und verschwand.
„Was sollte das denn? Man hätte fast meinen können, er sei auf der Flucht", sagte Hermine mit einem Stirnrunzeln.
„Komisch. Chris benimmt sich in letzter Zeit häufiger ein bisschen merkwürdig. Jedenfalls war er früher nich so. Hmm…", gab Cedric, ebenfalls stirnrunzelnd, zurück.
„Er kam mir eben auch schon ein bisschen anders vor. Ich mein, ich kenn ihn zwar noch nich so lange wie du, Ced, aber irgendwie war er komisch drauf. Er hat mich gefragt, wie es denn sein kann, dass Ron, Hermine und ich so viele Abenteuer so unbeschadet überstehen konnten, wo doch auch, wie war das, „viele erwachsene Zauberer ihr Leben gelassen hätten". Das is doch nicht normal. Man könnte fast meinen, er spioniert für irgendwen…", erklärte Harry.
„Wenn das so wäre, kann das noch nicht allzu lange der Fall sein, oder? Ich meine in den Sommerferien in der Winkelgasse war er doch noch ganz normal", sagte Cedric, „Jedenfalls hat er da keine dummen Fragen gestellt."
„Vielleicht hat ihn jemand mit dem Imperius-Fluch belegt…", meinte Ron.
„Warum sollte jemand das tun?", fragte Cedric. „Na ja, immerhin haben du und Harry letztes Jahr verhindert, dass Du-weißt-schon-wer zurückkommt. Vielleicht war es Wurmschwanz. Es kann doch sein, dass er mitbekommen hat, dass Chris jetzt mit Harry befreundet ist und somit einiges über ihn herausbekommen könnte", meinte Ron.
„Ja, aber wenn das so wäre, warum hat Wurmschwanz dann nicht dich oder Hermine benutzt? Ich meine, ihr wisst doch viel mehr über Harry", sagte Cedric.
„Ist doch ganz einfach. Im Prinzip hast du's sogar schon gesagt. Wir wissen viel mehr über Harry. Damit weiß aber auch andersrum Harry viel mehr über uns. Deswegen wäre Harry sicherlich aufgefallen, wenn wir uns auf einmal komisch verhalten. Und da Du-weißt-schon-wer nicht zurück ist, kann er nicht so offensichtlich handeln, sondern muss es im Geheimen machen. Also nimmt er besser jemanden, bei dem Harry nicht sofort den Unterschied feststellen würde…Was?", fragte Ron und schaute Hermine an, die ihn mit offenem Mund anstarrte.
„Wow, Ron, das was du da grade gesagt hast, ergibt sogar Sinn", gab Hermine, immer noch erstaunt, zurück. „Ja, klar, soll auch bei mir mal vorkommen. Immerhin kennen wir uns jetzt schon seit ein paar Jahren. Anscheinend hast du doch ein wenig auf mich abgefärbt, was das logische Denken angeht", sagte Ron mit einem Naserümpfen.
Harry blieb stumm und schaute aus dem Fenster. Wenn das wirklich stimmte, dann hatte er ein echtes Problem. Wie hilft man jemandem, der unter dem Imperius-Fluch steht, ohne dass es derjenige mitbekommt, der ihn mit dem Fluch belegt hat?
„Ist was, Harry?", fragte Hermine leise, „Du guckst so komisch." „Nein, naja, doch, irgendwie schon. Ich meine, wenn Chris tatsächlich unter den Einfluss vom Imperius-Fluch geraten ist, was machen wir denn dann? Wie können wir ihm helfen ohne dass er oder der Urheber, also wahrscheinlich Wurmschwanz, etwas davon mitbekommen. Weil, wisst ihr, ich bezweifle, dass wir einfach zu Chris hingehen können, um ihm zu sagen, er solle gegen den Imperius-Fluch ankämpfen. Nachher stellt sich dann raus, dass er einfach nur neugierig war oder irgendwelche Streitigkeiten daheim ihn belastet haben und er sich deswegen so merkwürdig verhalten hat. Das wäre schon ziemlich peinlich."
„Ja, stimmt schon. Vielleicht sollten wir einfach noch ne Weile abwarten und sehen, ob sich nicht doch alles von alleine klärt. Wenn es tatsächlich nur irgendeine familiäre Sache war, dann hält die sicherlich nicht allzu lange an. Ich kenne Chris und seine Familie schon ziemlich lange und bisher haben deren Meinungsverschiedenheiten noch nie lange angehalten. Allerdings hat er, soweit ich weiß, noch nie mit einem von uns über Familienangelegenheiten geredet", meinte Cedric schulterzuckend.
„Ihr habt ja Recht", gab Harry zurück. „Aber...", er brach ab, da in eben jenem Moment eine Gestalt, die Harry gerade überhaupt nicht erwartet hatte, vor der Tür auftauchte...Neville. Doch er war nicht allein. Neben ihm stand ein Mädchen mit so hellen blonden Haaren, dass Harry dachte, dass sie eine Veela sein könnte.
Vorsichtig schob Neville die Abteiltür auf und guckte unsicher wie immer drein, als er sagte „Hallo Leute, meint ihr, wir könnten uns zu euch setzen? Sonst ist überall schon voll." „Sicher, Neville, aber sag mal, sind du und Luna bis gerade eben mitsamt Koffern von Waggon zu Waggon gegangen um noch einen Platz zu finden?", gab Hermine freundlich zurück.
„Naja, wir haben uns eigentlich per Zufall auf dem Gang kennen gelernt", sagte Neville. „Also Zufall kann man das nicht gerade nennen. Du hast mich fast umgerannt, da spreche ich aber nicht mehr von Zufall", sagte das Mädchen namens Luna.
Als Hermine sah, wie verdutzt Harry, Ron und Cedric dreinsahen, erklärte sie „Das ist Luna Lovegood. Sie ist in Ginnys Jahr..." „...und viele halten sie für total verrückt. Wolltest du das nicht sagen?", sagte Luna ein bisschen beleidigt. „Nein, eigentlich halte ich dich nicht für verrückt, mag ja sein, dass andere nicht viel von dir halten, aber diese Leute gibt's bei mir auch. Eigentlich wollte ich noch sagen, dass Ginny dich total nett findet. Und mir nur Gutes über dich erzählt hat, wenn sie insgesamt auch nicht viel von anderen erzählt, aber wenn, dann war es durchaus positiv", gab Hermine versöhnlich lächelnd zurück.
„Ach so, tut mir leid, dass ich gleich vom schlimmsten Fall ausgegangen bin. Ich bin es einfach nicht gewöhnt, dass ich so freundlich behandelt werde. Die meisten schauen mich immer nur blöd an und ich hab sogar schon gehört, wie einige mich „Loony Lovegood" genannt haben", erklärte sie. „Na ja, wirklich verrückt sein kannst du doch gar nicht", meinte Hermine. Man konnte förmlich sehen wie sich die Fragezeichen hinter Lunas Augen bildeten. „Also, ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der nicht verdammt klug ist, in Ravenclaw landen kann. Meiner Meinung nach passt das nämlich überhaupt nicht. Verrückt und klug, meine ich."
„Schon mal was von Albert Einstein gehört? Wir haben in Muggelkunde von seinen Theorien gelernt und wenn du mich fragst, war der total verrückt, aber auch äußerst intelligent!", sagte Luna triumphierend. „Klar hab ich schon von Albert Einstein gehört, immerhin sind meine Eltern Muggel. Aber der musste doch auch nie den Sprechenden Hut aufsetzen", antwortete Hermine.
„Aber…", Luna wollte gerade widersprechen, als sie von Cedric unterbrochen wurde. „Leute, ich will eure Diskussion zwar nicht unnötig stören, aber ist euch aufgefallen, dass wir Hogwarts schon sehr nahe gekommen sind. Vielleicht sollten wir mal unseren Verpflichtungen nachkommen und die Gänge ein wenig patrouillieren, während Neville, Luna und Harry sich umziehen. Wir wollen doch nicht, dass sie nachher noch in ihrer Muggelkleidung in Hogwarts ankommen, oder?"
Ron und Hermine nickten und verließen hinter Cedric das Abteil. „Wir kommen dann wieder, wenn ihr umgezogen seid, okay?" sagte Cedric zu Harry gewandt. „Klar! Und, hey Ced, danke, dass du Hermine davon abgehalten hast, sich weiter in diese Diskussion hineinzusteigern. Das tut sie nämlich sehr gerne", flüsterte Harry, so dass nur Cedric ihn hören konnte mit einem Grinsen hinzu. Cedric grinste zurück und verschwand dann im Korridor des Waggons.
Harry stieg auf seinen Sitz und öffnete den Kofferdeckel um seine Uniform rauszuholen. Als er mit Blick auf seinen Koffer vom Sitz hüpfte fiel ihm auf, dass Luna weg war. „Wo ist denn Luna hin?" fragte er verdutzt. „Sie meinte, sie wolle sich lieber auf der Toilette umziehen. Hat irgendwas von Privatsphäre gebrabbelt", antwortete Neville, während er sich seinen Pullover über den Kopf zog.
Kurz nachdem Luna vollständig umgezogen wieder auf ihrem Sitz Platz genommen hatte, kamen Cedric, Ron und Hermine auch wieder und setzten sich wieder hin. „In ein paar Minuten sind wir in Hogwarts", sagte Ron, „dann geht der Stress erst richtig los." „Ach, Ron, stell dich nicht so an", sagte Cedric gelassen, „du stellst dir das viel anstrengender vor als es ist. Ich mach das dieses Jahr schon zum dritten Mal und kann dir sagen, dass das, was wir da machen eigentlich nur eine Vorsichtsmaßnahme ist. Bisher mussten wir nie mehr tun als die verwirrten Erstklässler, die Hagrids Stimme überhört hatten, auch wenn das kaum vorstellbar ist, in die richtige Richtung zu schicken. Gut, die Zweitklässler, die ja zum ersten Mal mit den Kutschen fahren, sind auch noch ein wenig verwirrt und wissen nicht so recht, wo sie hinsollen, aber ansonsten…"
Sie merkten, wie der Zug allmählich langsamer wurde und schließlich zum Stehen kam. Cedric, Ron und Hermine waren schon längst auf den Bahnsteig gehüpft um die Ordnung zu wahren. Neville, eine Hand fest um seine Kröte Trevor gewickelt, Harry, Hedwigs Käfig auf dem Arm und Luna, ohne jegliches Haustier, verließen nun auch ihr Abteil und kämpften sich draußen durch die Schülermassen hin zu der langen Straße, wo eine Reihe von Kutschen stand. Nach einiger Zeit hörte Harry ein lautes Stöhnen und Rons roter Wuschelkopf erschien in der Kutsche. Hermine und Cedric waren direkt hinter ihm und die holprige Fahrt gen Hogwarts begann.
So, das wars erstmal wieder. Ich hoffe sehr, dass es euch gefallen hat. Aber seid mir bitte nicht böse, wenn ich bis zum nächsten Kapitel wieder etwas länger brauche, da ich momentan wieder kurz vor Prüfungen stehe und dafür auch lernen muss. R&R, plz!!
Bis zum nächsten Mal, Eure Lizzy
