Kapitel 6: „Ah und Oh" oder „Mit Katz und Maus ins neue Jahr"
„Kitty?" Tiny kam ins Badezimmer, wo ihre Freundin gerade dabei war, sich die Haare zu flechten. „Ja, was ist denn?" fragend drehte Kitty sich zu ihr um.
„Rasputin ist wieder da." Erklärte Tiny und zwinkerte ihrer Freundin zu, die daraufhin freudig mit strahlte und mit Tiny in den Schlafsaal ging.
Rasputin war Dracos schwarz - graue Schleiereule, über die sie seit dem 2. Weihnachtsfeiertag Briefkontakt pflegten, da Draco bis kurz vor Silvester auf einer Hochzeit bei Verwandten war und seine Mutter ihn noch etwas bei sich behalten wollte.
Seit der Karaoke - Nacht bei Dumbledore hatten sie sich nicht mehr gesehen.
Kitty fand es schade, dass Draco nicht da war, denn so konnte er nicht sehen, wie gut ihr sein Ohrring stand, den sie nun jeden Tag trug.
Dies änderte allerdings nichts daran, dass er wusste, dass er ihr gefiel und sie ihn jeden Morgen anlegte. Denn natürlich hatte sie sich bei ihm bedankt und ihm versprochen ihn auch immer zu tragen.
Mit diesem Versprechen hatte auch ihr gegenseitiger Briefaustausch begonnen, der nun rege lief und Rasputin vier Flüge am Tag verschaffte - allerdings auch einen Haufen Eulenkrecker von Kitty.
Freudig empfing Rasputin Kitty im Mädchenschlafsaal und nahm schuhuend seinen Eulenkrecker entgegen.
Nun nahm Kitty der Eule den Brief ab, um ihn durchzulesen.
„Und? Was schreibt er diesmal?" Kitty antwortete auf diese Frage erst, als sie Dracos Brief fertig gelesen hatte.
„Er und seine Mutter sind heute zu Besuch bei Verwandten in Frankreich und er hat versprochen mir was mitzubringen." Erklärte Kitty aufgeregt und sah wieder zu ihrer Freundin.
„Was meinst du, wird er mir mitbringen?" „Mensch bist du neugierig, ich weiß doch noch nicht einmal, was es in Frankreich überhaupt gibt." antwortete Kitty, überlegte aber trotzdem, was Draco Kitty mitbringen könnte.
„Hast du es gut. So gut würde ich auch gerne mit ihm befreundet sein... man könnte glatt meinen, ihr zwei währt bereits zusammen." meinte Tiny und sah verträumt auf den Brief.
Ich hoffe nur, dass er Silvester auch wirklich wieder da ist. Dann werden wir ja sehen, wie er zu mir steht." Tiny sah ihre Freundin verwirrt an „Warum das denn?" „Mensch Tiny, überleg doch mal, wenn er mich an Sylvester um 0:00 Uhr küsst, dann kommt das einem Liebesgeständniss gleich und wir werden das nächste Jahr zusammen verbringen. Du kennst doch den Spruch: Wie man Silvester verbringt, verbringt man auch das Jahr darauf." Erklärte Kitty vergnügt, woraufhin Tiny anerkennend pfiff „Das hast du dir ja gut ausgedacht, dumm nur, wenn er dich nicht küsst. Was machst du denn dann?" fragend hob Tiny eine Augenbraue und wartete gespannt auf die Antwort ihrer Freundin, die zu überlegen schien.
„Ich glaube, dann bekomme ich einen Heulkrampf und werde die nächste Monate sauer auf ihn sein." Entgegnete Kitty lächelnd „Aber ich hoffe, dass es gar nicht erst so weit kommen wird." Führte sie weiter aus, schnappte sich Feder, Tinte und Pergament und setzte sich an ihren Schreibtisch um Draco zu antworten.
„Was schreibst du denn dieses mal?" Tiny hatte sich hinter Kitty aufgestellt und schielte ihr über die Schulter.
„Ich schreibe ihm, dass ich mich sehr über ein Souvenir freuen würde, dass er mir unbedingt mehr von Frankreich erzählen soll, wie sehr ich mich freue ihn wiederzusehen, dass ich hoffe, dass er Silvester wieder da ist und, dass er seine Mutter grüßen soll." zählte Kitty auf und konzentrierte sich dann darauf, den Brief zu schreiben.
Am Morgen des letzten Tages in diesem Jahr saß Tiny neben einer deprimierten Kitty beim Frühstück in der Großen Halle.
„Er kommt ganz bestimmt und außerdem ist sein erster Brief für heute längst fällig, er ist sicher schon auf dem Weg!" versuchte Tiny ihre Freundin zu beruhigen.
„Und was, wenn nicht? Dann werde ich das ganze nächste Jahr alleine sein!" seufzte Kitty und wurde daraufhin von ihrer Freundin in den Arm genommen.
„Quatsch nicht! Du hast doch noch mich."
Auch in diesem Jahr gab es auf Hogwarts eine gemütliche Silvesterfeier und dieses Jahr sollte sie auf dem Astronomieturm statt finden.
Doch dieses mal würde Kitty ohne Partner gehen. Denn immerhin wusste sie ja nicht, ob Draco vielleicht doch noch kam und wollte ihm auf keine Fall durch einen Partner verschrecken.
In einem seiner Briefe hatte Draco versprochen mit ihr dort hin zu gehen... wenn er rechtzeitig kommen würde.
Kitty hasste diese Ungewissheit, die sie momentan plagte.
Da sie den ganzen Tag über keinen Brief von Draco bekommen hatte, machte sie sich schon sorgen um den blonden Slytherin.
Etwas verstört und angeknickt machte sie sich nun mit Tiny auf den Weg zum Astronomieturm.
Dort angekommen vergaß Kitty ihre Sorgen fürs erste, da sie der Anblick, der sich ihr bot, faszinierte.
Irgendwie hatte Dumbledore es geschafft, dass die gesamte Turm mollig warm war und man trotz dem noch sehr gut die Sterne beobachten konnte.
„Also, eine Kapsel ist es nicht. Und wenn, dann eine durchsichtige!" begrüßte Blaise die beiden freudig mit je einem Drink, den er wohl von der Bar, gleich neben der Tür hatte. Eine Ecke des Turms war nur mit Kissen und Matten ausgefüllt, auf denen die Schüler lagen und Sterne beobachteten oder einfach saßen, was tranken und sich unterhielten.
Auch für Musik war gesorgt. An einer Seite des Turms stand ein Mann, der auf Muggelart Musik auflegte. Die Bühne neben ihm verriet allerdings, dass es wohl noch einen Live - Auftritt geben würde...oder Dumbledore noch einen Karaoke - Abend plante.
„Keine Angst, es gibt kein Karaoke!" erklärte Blaise, der Kittys misstrauschem Blick gefolgt war. „Du kannst wohl Gedanken lesen." Entgegnete Kitty und wand sich nun wieder Blaise und Tiny zu.
„Woher willst du das eigentlich so genau wissen?" fragte Tiny, der erst jetzt die Bühne auffiel.
„Dumbledore hat die Band Nevada für den heutigen Abend angesagt." Nun tauchte auch Thomas neben Tiny auf. „Nevada? Ich dachte der Sänger von denen währe schon lange tot, der hat sich doch erschossen... wie hieß er noch gleich..." „Ähm, Tiny? Du meinst jetzt aber nicht von Kurt Cobain von Nirvana, oder?" Nach dieser Frage von Kitty musste Tiny kurz nachdenken und wurde dann rot „Oopsi! Sorry, aber ich hab's nicht so mit Bands." entschuldigte sie sich schnell, woraufhin sie von Thomas umarmt wurde. „Du bist so süß, wenn du rot wirst." Säuselte er und gab ihr einen Kuss auf die Wange.
Diese Geste erinnerte Kitty nun wieder an Draco und augenblicklich sank ihre Laune.
„Sag mal, warum bläst du denn schon den ganzen Tag Trübsal?" Fragte Blaise und versuchte Kitty nachzuäffen. „Lass das, ich find das nicht witzig!" fauchte sie ihn an und nahm den ersten Schluck ihres Drinks.
„Komm, jetzt sag schon!" drängte Blaise Kitty weiter. „Warum willst du das wissen, ist doch mein Trübsal, nicht deines!" antwortete diese und wand sich ihm etwas ab.
„Aber..." „Komm, lass es lieber, sonst hast du sie das ganze nächste Jahr gegen dich." Erklärte Tiny und schickte ihn los um was zu essen zu besorgen.
„Hey, er kommt schon noch!" Thomas streichelte seiner kleinen Schwester übers Haar. Diese wirkte aber nicht sehr aufgeheitert, denn ein Blick auf die Countdown Uhr über der Bühne verriet ihr, dass er nur noch zwei Stunden zum kommen hatte.
Noch nie verging für Kitty die Zeit vor einem Jahreswechsel so langsam. Jetzt saß sie mit Blaise schon seit einer Stunde auf den Kissen und hörte sich sein Klagelied über verschiedene Bands an. Diese eine Stunde kam ihr wie ein halber Tag vor. Kitty wusste auch nicht mehr, wie viel sie schon getrunken hatte, sie war einfach froh, dass sie noch gerade so mit bekam, dass Blaise immer noch von dieser Band namens „Negative" redete und zum Glück keine Annäherungsversuche unternahm, denn sie war nicht sicher, ob sie sich in diesem Zustand genug wehren könnte.
Als es nur noch fünfzig Minuten bis Mitternacht waren kündigte Dumbledore die Band Nevada an. Allem Anschein nach war dies eine Zaubererband, da sie Zauberstäbe besaßen und mit deren Hilfe Drachen der verschiedenen Elemente in die Luft schossen.
Als sie anfingen zu singen entschuldigte Blaise sich und eilte zu dem Gedränge vor der Bühne um dort lauthals mitzusingen - wie eigentlich alle anderen Schüler auch. (Anm.: Es handelt sich bei Nevada um eine Punk/Rock Band)
Nur Kitty blieb in mitten der vielen Kissen und Matten zurück und ließ sich fallen.
Noch bevor sie groß nachdenken konnte schlief sie ein.
Nach einiger Zeit wachte sie wieder auf. Auch ohne die Augen zu öffnen wusste sie, dass es gleich Mitternacht war, denn die anderen Schüler waren gerade dabei den Countdown runter zu zählen.
„10..." warum war Draco denn nicht gekommen?
„8..." Warum hatte er sich nicht einmal abgemeldet?
„6..." Ihr nicht einmal eine Nachricht geschickt?
„4..." Langsam rollten Kitty tränen das Gesicht hinab. Sie würde das Kommende Jahr alleine verbringen. Ohne Draco.
„2..." Kitty spürte eine warme Hand an ihrer Wange, die ihre Tränen fort wischte.
„1..." Sie öffnete vor schreck die Augen
„0..." Jemand hatte sich über sie gebeugt und hauchte einen sanften Kuss auf ihre Lippen. Zwar konnte sie durch die vertränten Augen nicht erkennen, wer sie küsste, doch sein Duft ließ keinen Zweifel.
Kitty schlang ihre Arme um den Jungen über sich und erwiderte seinen Kuss.
„Draco!" hauchte Kitty, als sie sich voneinander trennten. „Ein frohes neues Jahr!" antwortete der blonde Slytherin über ihr und küsste sie erneut.
„Dir auch!" flüsterte sie, als er erneut von ihr abließ.
Draco ließ sich neben sie fallen und zog sie zu sich „Ich hab dich vermisst!" erklärte er und legte seine Arme um ihre Hüfte. „Ich liebe dich auch!" Kitty antwortete auf das, was Draco eigentlich sagen wollte, sich aber nicht traute.
„Hey du Schnapsdrossel! Aufstehen!" Ein pochender Schmerz durchzog Kittys Körper, als Tiny ihr Die Decke weg zog und auch noch so unmenschlich laut schrie.
„Bist du wahnsinnig? Mein Kopf!" Kitty hielt sich die Ohren zu und krümmte sich zusammen.
„Hier, nimm das!" Tiny hielt ihr ein Glas mit einer grünen Flüssigkeit entgegen, die Kitty arglos annahm und trank.
Kurz darauf verschwand der Schmerz und Kittys Kopf wurde wieder klar.
„Und? Was ist nun?" fragte Tiny und setzte sich neben Kitty. „Was soll sein?" fragte diese noch etwas verstimmt. „Na du und Draco!" erläuterte Tiny ihre Frage.
Kurz sah Kitty Tiny verwirrt an, bevor ihr ein Licht auf ging.
„Wo ist er? Was ist passiert, ich meine..." Langsam kamen die Ergebnisse wieder zurück in Kittys Erinnerung.
„Ach du schreck!" seufzte Sie und ließ sich wieder auf ihr Bett fallen. „Was ist denn? War's nicht so gut? Das glaube ich nicht, so oft, wie ihr euch geküsst habt!" „Nein, das ist es nicht! Ich..." Kitty erhob sich wieder und fing dann an zu lächeln „ Ich bin nicht mehr solo!" quiekte Kitty und fiel Tiny um den Hals.
„Also wird das ja doch noch was mit deinem erfüllte Jahr!" kicherte Tiny. „Ach, da fällt mir ein: Warum Hat kam er denn eigentlich so spät und hat nicht Bescheid gesagt?" fragte Tiny ihre Freundin.
„Das war ganz dumm. Rasputin hatte sich seinen Flügel verletzt und konnte deswegen nicht Fliegen und da Draco und seine Mutter quasi mitten in der Pampa bei einem Verwandten waren kam er auch an keine Eulerei." Erklärte Kitty und versuchte auch nichts wichtiges auszulassen. „Und warum kam er so spät?" Tiny gab einfach keine Ruhe.
Seine Mutter wollte ihn nicht gehen lassen. Naja, du weißt ja, wie Mütter sind."
„Achso... dann ist ja gut." Tiny erhob sich, drehte sich aber noch mal um, da ihr noch etwas wichtiges einfiel „Was hat er dir jetzt eigentlich aus Frankreich mit gebracht?".
Nun stand auch Kitty auf und grinste Tiny an „Du bist so neugierig!" sie ging zum Bad und drehte sich dort noch mal um „ er will es mir heute geben!" antwortete sie dann doch.
Nach dem Frühstück fing Draco Kitty ab und zog sie in eine dunkle Ecke um sie mit einem Kuss zu begrüßen.
„Wo warst du denn? Ich hab mir schon sorgen gemacht!" erklärte Kitty, als sie sich lösten. „Ich habe nur noch was vorbereitet." Erklärte Draco, woraufhin Kitty ihn verwundert ansah. „Komm!" Er zog sie mit sich aus dem Schloss und raus in den Schnee, der in den letzten Tagen gefallen war. „Aber ohne Umhang?" Kitty wurde bereits nach den ersten Schritten kalt.
„Sorry, ich vergaß!" Draco fischte seinen Zauberstab aus der Tasche, zauberte ihr einen grünen Umhang herbei und zog ihn ihr über. Daraufhin musste Kitty lächeln. „Was ist denn?" fragte Draco etwas verunsichert. „Es ist nur..." Kitty sah an dem Umhang hinab „...grün..." Kitty umarmte ihren etwas verwirrten Freund „Nun gehöre ich wirklich dir!" erklärte Kitty lächelnd und küsste Dracos Wange. „Mit Haut und Haar." Ergänzte Draco, umarmte Kitty und küsste sie.
Als sie sich wieder voneinander gelöst hatten zog Draco Kitty wieder weiter. „Wo willst du eigentlich mit mir hin?" fragte Kitty ihn, als sie schon fast am Rand des Verbotenen Waldes waren. „Zu deinem Geschenk!" erklärte Draco lächelnd und bekam einen verwirrten Blick als Antwort. „Lass dich einfach überraschen!"
Draco führte sie am Rand des Waldes entlang bis an den See. Hier blieb er stehen und band ihr eine Augenbinde um „Hey!" protestierte Kitty, als es dunkel wurde „Es soll doch eine Überraschung werden!" entgegnete Draco und führte, die nun blinde, Kitty weiter.
Nach einer Weile blieb er stehen, stellte sich hinter sie und befreite Kitty von der Augenbinde.
Als Kitty sich an die helle Umgebung gewöhnt hatte war das Einzige, was sie sehen konnte der See, der bereits zugefroren war. Sie drehte sich zu Draco um und fiel vor Schreck nach hinten.
„Keine Angst, der tut nichts!" Draco hatte ein Tier auf dem Arm, welches einem zu klein geratenen Schwan ähnelte.
Der Vogel hüpfte auf Dracos Schulter, damit dieser Kitty wieder auf helfen konnte. Diese sah den weißen Vogel wie gebannt an „Was ist das?" fragte sie nach einer Weile.
„Das ist ein Lumes." Antwortete Draco und ließ ihn auf Kittys Schulter hüpfen. „Ein Lumes?" Der weiße Vogel musterte Kitty ausgiebig und fing dann an sich an sie zu kuscheln. „Genau. Die sind in Frankreich gerade der Renner bei den Pärchen!" antwortete Draco lächelnd. „Wieso denn Pärchen?" „Weil sie Glück bringen. Sie befördern Briefe zwischen Pärchen hin und her und sie beschützen den, dem sie geschenkt werden... In dem Fall also dich." Draco nahm Kitty in den Arm und küsste sie „Danke schön" flüsterte sie ihm zu.
„Da fällt mir ein. Du musst ihr noch einen Namen geben." erklärte Draco und deutete auf den weißen Vogel, der immer noch auf Kittys Schulter saß. „Ihr?" wiederholte sie und bekam als Antwort ein nicken.
Kitty überlegte kurz „Wie währe es mit Curtney? Oder nein, ich hab's. Delilah! Genau!" die Lumes klapperte freudig mit dem Schnabel und bestätigte somit die Wahl.
„Ähm. Was frisst es eigentlich?" auf diese Frage begann Draco zu lächeln. „Was meinst du denn?" fragte er sie. „Naja, von Luft und Liebe lebt sie wohl nicht, oder!?" Diesmal fing Draco an zu lachen und nickte. „Bingo! Es ernährt sich von unserer Liebe!" Als Antwort auf Kittys verwirrten Blick küsste er sie erneut.
