Kapitel 7 Alles anders

Da ! Ein Schockzauber raste unaufhaltsam auf Lana zu und sie schaffte es nicht mehr richtig auszuweichen. Sirius erstarrte. Lana spürte wie etwas heißes ihren Körper traf und dann sah sie die fassungslosen Gesichter der beiden Todesser. Sie wunderte sich kurz darüber und rannte aus dem Zimmer auf den Ausgang zu. Gerade als sie die Tür aufziehen wollte hörte sie es knacken - sie war gefangen.

Da kamen sie auch schon auf sie zu und der Todesser den sie so beglückt hatte hielt den Zauberstab drohend auf sie gerichtet. Mit genüsslich grimmiger Miene sprach er „Crucio"

Sirius verbarg das Gesicht in den Händen, doch er hörte nichts. Überrascht blickte er auf.

Lana stand da und sah ihn fragend an während die beiden Todesser sie absolut fassungslos anstarrten.

Der Fluch hatte keinerlei Wirkung ! Das war einfach unmöglich, und so schossen nun die bösen Buben gemeinsam mehrere Flüche auf Lana ab – NICHTS.

Sirius schrie auf. Sie konnten ihr mit Zauber nichts anhaben !

Liliana war sich bewusst, dass sie noch lange nicht außer Gefahr war. Wie recht sie hatte. Ohne Umschweife packten sie die junge Frau, schleiften sie ins Wohnzimmer zurück und warfen sie hart auf den Boden. Gerade als sie beginnen wollten sich die Hände schmutzig zu machen, hörten die beiden Todesser die Tür bersten.

Ein „Bombada" ihrerseits und der Raum war ein einziges Trümmerfeld, fast im gleichen Moment apparierten sie. Ein erstickter Schrei war zu vernehmen, dann wurde es still.

Snape und Tonks stürzten herein und blickten entsetzt um sich. Von der Einrichtung war nichts heil geblieben. Die Wände bröckelten und die Tür hing schief in ihren Angeln. Doch wo war Lana ? Severus stürzte zu dem Holzhaufen der einmal eine Schrankwand gewesen war und barg einen leblosen Körper. Das konnte Sirius nicht ertragen, er schloß die Augen und verschwand.

In Tonks Augen bildeten sich Tränen und ihre Knöchel wurden weiß als sie ihre Hände zu Fäusten ballte. In ihre Trauer mischte sich Verwunderung als sie Snape betrachtete. Er kniete auf dem Boden und hielt das Mädchen fest in seinen Armen, in seinen Augen war absolute Fassungslosigkeit zu sehen. Tonks apparierte, nachdem sie Snape ein kurzes Zeichen gegeben hatte, um sofort den Orden über das Geschehene zu benachrichtigen.

Es herrschte absolute Stille, Severus wagte nicht sich zu bewegen. Auf einmal stöhnte er entsetzt auf, Lana bewegte sich, oder hatte er sich das nur eingebildet ? Erst jetzt tastete er nach ihrem Puls um sofort erleichtert aufzuatmen - sie lebte noch ! Nach einigen Augenblicken, in denen er sie weiter hielt ohne sich zu bewegen, schlug sie die Augen auf.

Lana blickte in die dunklen unergründlichen Augen von Snape. Verwirrt blickt sie um sich, gleich darauf klammerte sie sich an ihn, verbarg ihren Kopf in seinem Umhang und fing haltlos an zu schluchzen.

Im Hauptquartier war niemand unten anzutreffen da alle schliefen wie Tonks glaubte. Sie hielt es für das Beste vorerst nur Lupin zu verständigen. Als sie oben vor den Zimmern stand hörte sie jedoch Stimmen. Sie schliefen keineswegs wie sie feststellen musste, Tonks wusste ja noch nicht dass Hedwig mit einer Nachricht eingetroffen war die noch eifrig diskutiert wurde. Ohne anzuklopfen betrat sie das Zimmer und sah Harry, Ron, Hermine und Ginny vor sich die sie überrascht anblickten. „Kommt bitte kurz in die Küche und holt noch die anderen." sagte sie nur und ignorierte die fragenden Blicke. Die vier Freunde tauschten besorgte Blicke denn es war ihnen keineswegs entgangen wie Tonks ausgesehen hatte.

Sofort trommelten sie das ganze Haus aus dem Bett, in der Zwischenzeit hatte Tonks Dumbledore angefloht und ihn gebeten zu kommen. Als alle kurze Zeit später teils schlaftrunken, noch in Pyjamas und etwas mürrisch in der Küche auftauchten sahen sie Tonks am Tisch sitzen, das Gesicht in den Händen verborgen. Sofort ahnten sie dass etwas Schreckliches passiert sein musste und jeder hatte plötzlich ein unwohles Gefühl in der Bauchgegend.

Da erschien endlich auch Dumbledore, auch er sah müde aus und nur mit Mühe verbarg er seine Besorgnis. „Was ist passiert ?" Tonks´ Stimme zitterte als sie anfing zu berichten: „Liliana, sie ist..."

„Nun sag schon!" drängte Harry, er war blass geworden. „Zwei Todesser kamen zu ihr und haben..." weiter konnte sie nicht, sie schlug die Hände vor´s Gesicht und versuchte ihr Schluchzen zu verbergen. Mrs. Weasley, Hermine und Ginny schlugen die Hände vor den Mund. Harry sank auf einen Stuhl und starrte auf den Tisch und die anderen sahen nur fassungslos zu Tonks hinüber.

‚Nein !' war der einzige Gedanke aller.

Dumbledore verschwand umgehend und erschien in Lilianas Wohnung. Er atmete erleichtert auf als er Lana weinen hörte. Etwas erstaunt betrachtete er die Szene die sich ihm bot.

Snape hielt das Mädchen in seinen Armen und flüsterte ihr beruhigende Worte zu, selbst für Dumbledore war dieser Anblick geradezu unglaublich. Er lächelte leise und als er bemerkte, dass Lana sich langsam beruhigte räusperte er sich. Severus zuckte kaum merklich zusammen und ließ schnell von dem Mädchen ab.

„Wir bringen dich in unser Hauptquartier." sagte Dumbledore bloß, nickte Snape zu und mit Lana an den Händen apparierten sie. Nur einen kurzen Augenblick später tauchten Ministeriumszauberer in der Wohnung auf, ihnen blieb nur noch die Drecksarbeit, was geschehen war erfuhren sie nicht.

Als die drei in der Eingangshalle des Black Hauses auftauchten, hörten sie leises Schluchzen und gedämpfte Stimmen aus der Küche. Lana wischte sich die letzten Tränen aus dem Gesicht und schaute sich beklommen um.

In der Küche empfing sie Totenstille und keiner schien ihre Ankunft zu bemerken. Liliana, die die Lage nicht gepeilt hatte, sagte leise und etwas ängstlich : „Ist jemand gestorben ?" Alle fuhren herum und sahen sie an als wäre sie ein Gespenst.

Hermine fing sich als erste wieder und stürzte auf Lana zu. „Gott sei dank, Tonks hat uns das allerschlimmste berichtet." Die junge Frau stöhnte auf als Hermine sich an ihren Hals warf, sofort wurde sie wieder losgelassen und Hermine blickte sie nun entschuldigend und mitleidig an. „Ich lebe noch, danke der Nachfrage." Liliana presste eine Hand auf ihre Rippen.

Nach und nach fanden auch die anderen ihre Sprache wieder. Ein kurzes Durcheinander entstand als jeder seine Erleichterung kundtat, kaum jemand schien zu bemerken wie es Lana ging. Sie klammerte sich erneut an Snapes Ärmel und drohte umzukippen. Ohne auf die anderen zu achten, nahm dieser sie plötzlich auf die Arme und ging die Treppe hinauf. Dabei schnarrte er Hermine an: „Schnell ein Bett für sie Granger !" Ohne sich erst über den Tonfall des Tränkelehrers zu ärgern, flitzte Hermine voraus und hielt die Tür zu einem Zimmer auf. Oben angekommen legte er Lana vorsichtig auf das Bett, dann komplimentierte er Hermine auf seine liebenswürdigste Art die er drauf hatte, hinaus und begann die Verletzte zu untersuchen.

Hermine stand einen Moment lang, kochend vor Wut vor der Tür und ging dann, leise vor sich hinfluchend, wieder hinunter zu den anderen. Erwartungsvoll blickten sie ihr entgegen, doch Hermine ließ sich nur schnaubend auf einen der Stühle fallen und verschränkte die Arme. „Professor Dumbledore, Sie sollen bitte nach oben kommen." sagte sie, noch immer wütend darüber wie Snape sie behandelt hatte.

Gerade war Snape dabei das Mädchen genauer zu untersuchen, als Dumbledore den Raum betrat. „Wie steht es um sie Severus ?" „Soweit nichts wirklich schlimmes, sie hat eine Gehirnerschütterung und zwei gebrochene Rippen. Darüber hinaus weiß ich allerdings noch nicht was sie mit ihr angestellt haben und welche Flüche sie abbekommen hat. Jedenfalls steht sie unter Schock.

Dumbledore setzte sich auf die Bettkante und sprach eindringlich zu Lana: „Ich weiß, dass du Ruhe brauchst, aber es ist sehr wichtig für uns zu erfahren was passiert ist. Falls dir Informationen abgepresst wurden, könnte das für uns schwerwiegende Folgen haben." Aufmerksam schaute er sie an und Liliana begann zu erzählen.

Als sie davon berichtete wie die Flüche sie trafen, schauten sich die beiden Männer kurz erstaunt an, sagten aber nichts dazu. Als sie geendet hatte schwiegen die Professoren nachdenklich. „Ich muß etwas testen." sagte Dumbledore, erhob sich und zielte mit seinem Stab auf das Mädchen „Petrificus Totalus". Liliana blickte ihm ungerührt entgegen und Snapes Augen schienen aus ihren Höhlen treten zu wollen. Lächelnd erklärte Dumbledore : „Es hätte auch eine List sein können. Würden sie dich mit dem Imperius belegt haben, so wärst du ihr wichtigster Spion geworden. Doch wie ich sehe ist das bei dir unmöglich, auch wenn ich es mir nicht im Mindesten erklären kann."

Snape gab ihr nun den Trank, den sie vertrauensvoll aus seinen Händen nahm. „Schlaf jetzt. Wenn du etwas brauchst, dann rufe einfach." Dumbledore wusste sie gut aufgehoben und verließ nun das Zimmer nachdem er ihr freundlich zugezwinkert hatte. Snape folgte ihm auf den Fuß.

Jetzt war es an ihnen die anderen zu unterrichten. Trotzdem es mitten in der Nacht war, lauschten alle gebannt Dumbledores Bericht. Gleich darauf verabschiedete er sich, diskutieren konnten sie besser wenn sie ausgeschlafen waren. Die anderen wurden nun von Mrs. Weasley in die Betten gescheucht, Dumbledore hatte recht. Nur dachten gerade Hermine, Harry, Ron und seine Geschwister nicht im mindesten ans Schlafen.

Heimlich trafen sie sich in dem Zimmer von Ron und Harry . „Was haltet ihr davon ?" begann George. Sie schüttelten nur die Köpfe. Harry sinnierte: „Es war ja von Anfang an klar, dass sie außergewöhnlich ist. Jemand der Tote sehen kann die sonst keiner wahrnimmt und in der Lage ist Sirius lebendig werden zu lassen. Da ist es doch eigentlich gar nicht so abwegig, dass es ihr möglich ist sich vor Zaubern zu schützen."

„Aber Dumbledore hat doch ganz klar gesagt, dass sie keine Hexe ist." warf Hermine ein „Und außerdem kenne ich keinen Zauberer, der Flüche blocken kann es sei denn mit einem Zauberstab." Jetzt meldete sich Ginny zu Wort: „Da können wir grübeln wie wir wollen. Ich finde wir sollten selber mit ihr sprechen, ich geh ins Bett. Nacht." Hermine zuckte mit den Schultern und folgte ihrer Freundin hinaus. Was sollten sie auch sonst noch darüber sprechen, daher apparierten auch Fred und George. Ron begann zu gähnen, auch er wünschte Harry noch eine gute Nacht. Dann drehte er sich zur Seite und hob fast im selben Moment zu schnarchen an. Harry wünschte sich er könnte auch so schnell einschlafen, doch er lag ewig wach und dachte an das Geschehene. Erst als es zu dämmern begann fiel er in einen kurzen unruhigen Schlaf.

Harry war nicht der Einzige der in dieser Nacht keinen Schlaf fand. Mrs. Weasley hatte das Mädchen verbunden nachdem die Heilzauber bei ihr nur mäßige Erfolge bewirkt hatten. Liliana war zwar todmüde, doch nach diesen Erlebnissen und bei den Schmerzen die sie noch immer in ihrem Kopf und ihren Rippen verspürte war es ihr unmöglich einfach abzuschalten. Zudem befand sie sich in einem fremden Haus, welches alles andere als warm und gemütlich wirkte. Lana spürte wie die Kälte an ihr hochkroch und sie wickelte sich fester in ihre Decke.

Plötzlich quiekte sie ängstlich auf, in der Ecke hatte sich etwas bewegt und Lana merkte wie sie angestarrt wurde. Zitternd starrte sie in die Richtung aus der sie sich beobachtet glaubte. Da wurde die Tür aufgerissen, ein Mann machte sich an der besagten Ecke zu schaffen und drehte sich dann zu ihr um. Jetzt erkannte Lana Snape und sie atmete erleichtert auf.

„Alles in Ordnung ?" hörte sie ihn sagen. Langsam kam er näher und beschwor ein paar brennende Kerzen neben dem Bett. Sie wollte nicht alleine sein, egal was Sirius ihr über den Slytherin Hauslehrer erzählt hatte, sie war froh dass er gekommen war.

Snape blickte überrascht auf als Lana seine Hand ergriff und ihn bittend ansah. Ohne ein Wort zu verlieren beschwor er einen bequemen Sessel neben dem Bett und setzte sich, dabei hielt er ihre Hand in der seinen. Mit der freien Hand deutete er hinter sich und verriegelte mit einem Zauber die Tür. Lana sah ihn dankbar an und war in wenigen Minuten eingeschlafen. Die ganze Nacht über blieb Snape bei ihr und wachte über ihren Schlaf.