Kapitel 7
Schlaftrunken
„Was? Ein Fuchsdämon?", wiederholte Kagome verwundert. Inuyasha nickte ernst und schaute sie an.
„Ich hatte es schon früher sagen wollen, aber…" Er sah Kagome verwundert an. Sie war kreidebleich geworden, alle Farbe war aus ihrem Gesicht verschwunden und er konnte nur zu gut ihr Entsetzen riechen.
„Miroku, wo ist Shippo?", fragte sie leise. Inuyashas Kopf schnappte in Richtung des Mönches, welcher sie überrascht musterte.
„Keine Ahnung. Er ist kurz nachdem ich angekommen bin verschwunden, warum?"
„Shippo ist kurz nachdem ihr verschwunden seit wiedergekommen und hat erzählt das keiner der anderen Füchse an den Treffpunkten gewesen ist.", klärte Kaede auf. „Wir wollten auf euch warten um den Gerüchten nachzugehen."
„Was sagst du da, alte Hexe?", fragte Inuyasha und verstand plötzlich Kagomes Entsetzen. Sein Inneres schien in Sekunden wie zugefroren.
„Wir müssen ihn suchen." Kagomes Stimme war tonlos, doch Inuyasha brauchte keine Emotionen von ihr zu hören um zu wissen was sie fühlte.
„Kagome, du bleibst…", wollte er schon sagen, wurde aber von ihrem Blick gestoppt. Ihm stockte sein Atem als er den entschlossenen Ausdruck in ihren Augen sah, ihr Reiki schien um sie herum zu pulsieren griff teilweise sogar in sein Yoki, läuterte ihn aber nicht.
„Denk nicht einmal dran.", sagte sie ruhig.
Inuyasha nickte und konnte sich ein anerkennendes Grinsen nicht verkneifen. Wundervolle, starke, Gefährtin, schien sein Inneres förmlich zu schnurren.
„Dann lass uns gehen."
Inuyasha musste sich zusammenreißen als er mit Kagome auf seinem Rücken durch den Wald lief. Shippos Spur war bestenfalls schlecht findbar, da der Fuchs einige Strecken geflogen war und aus irgendeinem Grund schien seine Nase trocken zu werden. Er nieste ein paar Mal und versuchte sie so wieder feucht zu bekommen.
„Inuyasha, ist alles in Ordnung?", rief Kagome gegen den Wind und versuchte nicht die Wunde auf seiner Schulter zu berühren.
„Keh, sicherlich!", erwiderte er fahrig, doch um ehrlich zu sein fing er an sich seltsam zu fühlen und er musste sich konzentrieren um den Takt seiner Schritte zu halten. Zumindest hält Miroku uns nicht auf, dachte er erleichtert. Er ging nicht davon aus dass sie auf irgendwelche Gefahren stoßen würden; trotzdem gefiel es ihm nicht das Shippo das Dorf verlassen hatte um die anderen Füchse zu finden und der Mönch hätte unmöglich mit Inuyasha gegenwärtiger Geschwindigkeit mithalten können.
„Kagome, halt dich gut fest.", rief er nach einer Weile als er die Schlucht sah die auf sie beide zukam. Er kannte die Umgebung und konnte sich schon denken zu welchem Treffpunkt Shippo gegangen war. Natürlich hatte er den Fuchs am Anfang beschattet. Inuyasha würde nicht soweit gehen zu sagen dass er sich wirklich Sorgen gemacht hatte, aber er war schon damals der Meinung gewesen dass es vielleicht eines Tages nützlich sein könnte zu wissen wo sich die Füchse trafen; und wenn nur um diese Orte zu meiden.
Er setzte zu einem mächtigen Sprung an um die Schlucht zu überqueren. Scheiße! Was ist das? Sein linkes Bein schien unter ihm nachzugeben, machte seinen Sprung ein gutes Stück kürzer und ungeschickter.
Er hatte es gerade noch geschafft sie auf die andere Seite zu katapultieren, der Aufprall jedoch schleuderte sie beide zu Boden.
„Aua.", hörte er Kagome sich beschweren.
„Kagome? Bist du verletzt?", er stand so schnell er konnte auf und lief an ihre Seite um ihr beim Aufstehen zu helfen.
„Nein, nur ein wenig schmutzig. Inuyasha, was ist gerade passiert?", fragte sie ihn besorgt anschauend, während sie Schmutz von ihren Sachen klopfte.
„Nichts. Wir müssen uns beeilen!", trieb er sie an um von dem gerade geschehenen abzulenken. Sie warf ihm einen zweifelnden Blick zu, zögerte aber nicht sofort wieder auf seinen Rücken zu steigen.
Es dauerte nicht lange bis Inuyasha ein lauten Grollen hören konnte und den Geruch von verwesenden Fleisch.
„Tessaiga!" Sein Schwert fuhr durch den Körper des über Shippo gebeugten Dämonen und teilte diesen mit Leichtigkeit in Zwei. Kagome kam direkt hinter ihm und nahm den völlig verängstigten Fuchsjungen tröstend in ihre Arme.
„Shippo, ist alles in Ordnung?", fragte sie besorgt und begutachtete den Jungen ausgiebig.
Inuyasha schaute auf den entzweiten Körper, sah wie der Mund des Fuchsdämons wie ein Fisch auf dem Land, japsend öffnete und schloss.
Dieser Dämon sah noch schrecklicher zugerichtet aus, als der auf den er im Dorf getroffen war. Sein Gesicht schien von seinen eigenen Krallen aufgerissen zu sein, das Fleisch an den Wunden eiternd und bereits verfault. Er muss schon erfahrener gewesen sein, dachte Inuyasha bedauernd als er die Überreiste der drei Schwänze sehen konnte, die aussahen als hätte man sie teilweise ausgerissen. Auch seine Kleidung die wohl einst einmal bunt und auffällig gewesen war hing in Fetzen als wären sie von Klauen und Zähnen aus Wut zerrissen worden.
Was hat man euch nur angetan?, fragte er sich betroffen und schüttelte ungläubig seinen Kopf. Niemand hatte so ein Ende verdient.
Dann wandte er seine Aufmerksamkeit wieder dem Fuchsdämon in Kagomes Armen zu, welcher sich mittlerweile ein wenig beruhigt hatte und nur noch verhalten Schluchzte.
„Was hast dir dabei gedacht du verdammtes Gör!", knurrte Inuyasha ihn an und Shippo wurde automatisch still und schaute in aus großen Augen an. „Dir wurde gesagt du solltest auf uns warten! Was hättest du getan wenn ich nicht dagewesen wäre um dich zu retten?"
Er hatte sich Sorgen gemacht, sogar Angst gehabt, aber jetzt war er nur noch wütend, sehr sogar. Wut schien durch seine Adern zu fließen und sein Innerstes auszufüllen. Ein seltsames Verlangen zu reißen, zu beißen, seiner Wut freuen Lauf zu lassen keimte in ihm.
Verwirrt japste Inuyasha auf und schaute erschrocken auf seine Klauen, in einer von ihnen hielt er noch immer Tessaiga. Wie kommt das? Er kannte dieses Gefühl.
In den Momenten wen er die Kontrolle verlor und er zu einem richtigen Dämon wurde. Aber warum jetzt? Mit Tessaiga… ich habe mich nicht verwandelt… Er erschrak ihn zutiefst und er schaute Shippo aufmerksam an. Hatte der Junge etwas mitbekommen?
„Inuyasha… es tut mir soooo Leid!", fing der Junge plötzlich an zu heulen und Kagome streichelte ihm beruhigend über den Rücken.
Die Wut in Inuyasha zog sich langsam wieder zurück und er fand sich fähig zu antworten.
„Mach es nie wieder, hörst du?"
„Ich bin froh, dass wir ihn gefunden haben.", meinte Kagome und schaute auf Shippos schlafende Gestallt, welche direkt neben ihm lag.
Inuyasha, der an ihrem Fußende saß, nickte und blickte sie aufmerksam an.
Sie waren, nachdem sie Shippo gefunden und einigermaßen beruhigt hatten zurück ins Dorf gekehrt, wobei Inuyasha darauf verzichtet hatte sie beide zu tragen. Auch wenn sie länger brauchten, schien es ihm so sicherer. Ihn hatte seine plötzliche Kontrolle über seine Beine zutiefst verunsichert, obwohl er dies Kagome gegenüber nicht laut äußern wollte.
Auch beunruhigte ihn der Zustand des gefundenen Fuchsdämons. Nie zu vor ihn seinem Leben hatte er Dämonen in so einem Zustand des Wahnsinns gesehen. Dieser hatte dieselben Anzeichen gezeigt wie der, den er schon im Dorf getötet hatte.
Sie waren erst spät zurückgekommen und hatten nur kurz mit Miroku, Sango und Kaede gesprochen, aber auch diese waren ratlos gegenüber den Vorkommnissen.
„Er hätte es besser wissen müssen als so waghalsig alleine loszuziehen.", erwiderte Inuyasha hitzig.
Kagome lächelte ihn verschlafen an.
„Er hatte ein gutes Vorbild, meinst du nicht?"
„Was soll das denn heißen?" Inuyasha und schielte sie schief an.
„Hm… Hättest du es nicht getan, wenn es statt Shippos Freunden, Miroku, Sango oder ich gewesen wären die verschwunden sind?", fragte sie sanft.
„Was für eine Frage. Natürlich.", erwidert Inuyasha. „Aber ich bin auch stark genug auf mich aufzupassen."
„Ich denke er hat sich einfach wahnsinnige Sorgen gemacht und wollte einfach genauso sein wie du."
„Keh." Inuyasha wusste nicht genau wie er ihre Worte aufnehmen sollte. Er wusste das Shippo bei ihnen im Dorf geblieben war, wahrscheinlich weil er nichts anderes hatte, aber es fühlte sich seltsam an, das jemand so sein wollte wie er.
„Ich denke er schaut zu dir auf, auch wenn ihr euch manchmal streitet."
Inuyasha schaute sie nachdenklich an.
„Hmm…"
Sie schwiegen und Inuyasha hatte fast erwartet dass Kagome eingeschlafen war, als er sie leise sprechen hörte.
„Inuyasha?"
„Was?"
„Willst du dich nicht auch hinlegen?"
Inuyasha hatte sich in seinem Leben selten zum Schlafen hingelegt, abgesehen davon das er lange nicht so viel Schlaf brauchte wie Menschen. Häufig fühlte er sich nicht sicher genug, vor allem weil er, als er noch alleine war, meist auf Bäumen geschlafen hatte.
Die Gefahr überrascht zu werden war einfach zu groß und auf Bäumen konnte man sich selten hinlegen. Später wurde es einfach zu einer Gewohnheit.
Das erste Mal seit langer Zeit war er in Kagomes Zeit gewesen. Ihr Geruch hatte ihn eingelullt und schläfrig gemacht, während die Erschöpfung der letzten Kämpfe ihren Tribut gefordert hatte.
Aber jetzt wo er neben Kagome lag, seinen Arm über ihre schmale Gestallt geschlungen und seine Nase in ihrer Halsbeuge vergraben, glaubte er sich daran gewöhnen zu können. Vielleicht ist es doch nicht so falsch, sich hin und wieder gehen zu lassen, dachte er schläfrig und atmete tief ein.
Kagome wachte mit noch vor Sonnenaufgang auf und bemerkte wie kühl die Nächte geworden waren, doch statt der angenommenen Kälte auf ihrer Haut bemerkte sie einen warmen Arm um ihre Brust und einen noch wärmeren Körper der sich an ihren presste.
Heißer Atem strich über ihren Nacken und verursachte eine Gänsehaut ganz anderer Art.
Was…, dachte sie und öffnete gänzlich ihre Augen. Doch bevor Panik sie überfiel erinnerte sie sich an letzte Nacht. Inuyasha, dachte sie beruhigt und schloss ihre Augen wieder um noch eine Weile die morgendliche Stille zu genießen. Sie fühlte wie ihr Inneres sich erwärmte bei dem Gedanken endlich in seinen Armen zu liegen.
Ich bin nun schon ein paar Monate hier und nie haben wir ein Bett geteilt, stellte sie verwundert fest. Es war nicht so als hätte sich etwas an ihren Gefühlen geändert, aber nach drei Jahren Trennung war sie sich nicht sicher gewesen wie sie sich Verhalten sollte. Inuyasha mag zwar seine Momente zu haben, ihr vielen unzählige Momente ein in denen der Halbdämon ihr seine sanfte Seite gezeigt hatte, aber er ist nun mal nicht der romantische Typ. Sie lächelte leicht. Vielleicht sollte ich mir weniger Sorgen machen.
Ihre Gedanken wurden unterbrochen, als sanfte Lippen sich an ihren Hals drückten.
Wo…Kagomes Geruch war überall, schien ihn förmlich zu umgeben. Der Schmerz in seiner Schulter schien nur ein leichtes Pochen zu sein, das er gut ignorieren konnte. Er atmete tief ein, genoss es einfach ihr nahe zu sein. Er hatte sich die ganze Zeit zurückgehalten. Unschlüssig wie er sich verhalten sollte. Er begehrte sie –wer würde es nicht tun- aber er wollte sie auf keinen Fall unter Druck setzen, aus Angst sie vielleicht doch zu verlieren.
So hatte er lediglich abgewartet, bis sie bereit war. Ah… Kagome, dachte er, trunken von ihrem Geruch. Ein irrwitziger Gedanke erschien plötzlich, in seinem vom Schlaf benebelten, Kopf. Ob sie ihre Haut genauso gut schmeckt, wie sie riecht?
Er presste zu erst seine Lippen sanft gegen ihren Nacken, überrascht wie weich sich ihre Haut anfühlte. Meine Gefährtin… grollte sein Inneres zufrieden. Vorwitzig ließ er seine Zunge vorschnellen, schmeckte sie und unterdrückte ein Knurren.
„I-inuyasha?", hörte er sie leise flüstern und erstarrte. Wie hatte er nicht bemerken können dass sie aufgewacht war? Doch er war unwillig seine Geste zu verstecken und zog sie dichter an sich, drückte instinktiv seine Hüfte gegen ihre Kehrseite, ließ sie sein erwachendes Verlangen spüren. Überrascht horchte er auf, als sie scharf einatmete.
Kagome…Er hatte sich selten so … verlangend gefühlt und war nicht bereit einen Rückzieher zu machen, jetzt wo sie endlich in seinen Armen lag. Wieder küsste er sie, öffnete dabei seinen Mund und ließ seine Fangzähne leicht über ihre warme Haut gleiten. Er wollte ihre Stimme hören.
„Ah…", keuchte sie überrascht auf und Inuyasha konnte sich ein zufriedenen Grinsen nicht verkneifen.
Kagome fühlte sich wie paralysiert, als sie seine raue Zunge auf ihrem Hals spüren konnte. In ihrem Inneren schien sich etwas zusammen zu ziehen.
„I-Inuyasha?", versuchte sie zu fragen, er schien sie entweder zu ignorieren oder hatte ihre Stimme nicht gehört. Unmöglich er muss doch…Scharf zog sie Luft ein, als er sich an sie presste und seine harte Erregung gegen ihren Hintern presste. Kami, Inuyasha…Verlangen welches sie sich nie vorstellen konnte wallte in ihr auf und ein Keuchen entkam ihrem Mund als scharfe Zähne über ihre sensible Haut geisterten.
Das Verlangen ihn zu berühren, zu sehen, zu spüren wurde zu groß um zu widerstehen. Vorsichtig um Shippo noch aufzuwecken, drehte sie sich in seinem Armen zu ihm um. Seine Augen schienen schläfrig, ungewohnt für seine sonst so argwöhnische Natur, schauten sie mit so einer Intensivität an das Kagome der Atem stockte.
„Kagome.", seine Stimme klang rau, verlangend und Kagome merkte wie Schauer ihren Rücken hinab liefen. Fast schon gierig presste sie ihre Lippen auf seine, erstaunt über sich selbst. Eine Hand krallte sich in die Oberkleidung seines Kariginu während sich die andere in seinem erstaunlich weichen Haar verfing.
Es war der Moment in dem sich sein Mund öffnete und eine heiße Zunge ihre Lippen spaltete, den Kagome nie vergessen würde.
Nie hatte sie die Erzählungen von Schmetterlingen im Bauch ernst genommen, doch nun erlebte sie ein Gefühl welches kaum andere Worte zu ließ.
Sie konnte seine scharfen Fänge gegen ihre Lippen spüren, Hände mit Krallen die ihren Rücken abzusuchen schienen, unschlüssig wo sie verweilen sollten.
„Hem, hem!"
Mit einem Satz trennten sie sich und erschrocken auf Shippo, welcher sie mit verschränkten Armen anschaute.
„Ignoriert mich einfach." Shippo schaute sie grimmig an. „Ihr seit ja schlimmer als Miroku!", meinte er empört. „So etwas vor den Augen eines unschuldigen Kindes."
„Inuyasha, bitte. Jinenji ist wirklich nicht mehr als ein Freund und er hilft mir bei meinem Training.", meinte Kagome, als der Inuyasha immer noch beleidigt neben ihr ging. Kaede und Rin waren im Dorf zurückgeblieben, da die alte Priesterin sich nicht wohl fühlte und so hatte Kagome sich mit Inuyasha alleine aufgemacht.
„Ich trau ihm nicht.", bemerkte Inuyasha. Er war immer noch schlecht gelaunt, dass Shippo sie heute Morgen so rüde unterbrochen hatte. Er war sogar zu überrascht und peinlich berührt gewesen dass er nicht mal dazu gekommen war dem kleinen Gör eine Abreibung zu verpassen. Er sollte es besser wissen, dachte Inuyasha ungnädig. Davon ab hatte sich seine Schulter wieder bemerkbar gemacht und widerwillig hatte er zugelassen das Kagome sich um die Wunde kümmerte. Sie hätte schon längst verheilt sein sollen, dachte er ein wenig berunruhigt. Auch gefiel ihm die Steifheit in seinen Gelenken nicht die ihm aufgefallen war, als sie aufgestanden waren.
Im Verlaufe des Morgens war dies zwar wieder vergangen, aber es schien alles ein wenig seltsam, trotzdem war er zu stolz mit jemanden darüber zu reden.
„Du hast ihm früher doch auch getraut!", beschwerte sich Kagome und Inuyasha, aus seinen Gedanken gerissen, schaute sie zweifelnd an.
„Das war früher." Bevor du meine Gefährtin geworden bist. Plötzlich lachte Kagome verhalten.
„Ich denke du bist einfach eifersüchtig.", meinte sie bestimmt, wobei Inuyasha seine Ohren anlegte und sie empört anschaute.
„Wie kommst du denn auf die Idee? Warum sollte ich eifersüchtig sein auf diesen…" Bevor er seinen Satz beenden konnte hatte Kagome ihn an seinen Strähnen gepackt und küsste ihn.
„Du hast wirklich keinen Grund dazu.", meinte sie bevor sie ihn losließ und weiter ging.
Inuyasha schaute ihr überrascht hinter her, dann schüttelte sich aus seiner momentanen Starre. Sie hatte ihn einfach stehen gelassen!
„Kagome, warte!"
„Oh, Hallo Kagome-sama." Jinenji war wie fast jedes Mal wenn sie kam schon auf den Feldern um nach den Pflanzen zu sehen.
„Guten Morgen, Jinenji-san." Sie hatte lange aufgegeben ihm zu sagen er sollte nicht „sama" zu ihr sagen. „Inuyasha!" Sie knuffte den Halbdämon mit ihrem Ellenbogen.
„Keh… Morgen.", gab dieser widerwillig zurück. Er hatte nichts gegen Jinenji. Nur gegen die Art wie er Kagome ansah, sich benahm, wie er sprach, wie er reagierte. Grrr… eine falsche Bewegung…, knurrte er innerlich. Sicherlich, er fühlte sich irgendwo mit Jinenji verbunden, waren sie doch beide Halbdämonen, aber schon damals war ihm aufgefallen wie der jüngere Halbdämon Kagome beobachtet hatte.
„Ich bin dann mal weg.", meinte er abwesend und machte sich auf zu einer Reihe Bäume ganz in der Nähe wo er Kagomes Stunden bei Jinenji meistens abwartete.
Er hatte kein großes Verlangen die Mutter des anderen Halbdämons zu sehen, kam sie ihm doch immer noch wie eine alte Berghexe vor, allerdings wollte er sich auch nicht zu weit entfernen.
Zum ersten war er Kagome, seit sie zurückgekommen war, kaum einen Augenblick aus den Augen gelassen und zum zweiten fing er an sich unwohl zu fühlen. Seine Schulter schmerzte wieder und es schien als wäre ihm sein Frühstück nicht bekommen.
Es schien ihm seltsam, dass die Wunde noch immer nicht heilen wollte, schob es aber auf irgendein unbekanntes Gift von dessen noch niemand etwas gehört hatte. Ja klar, dachte er unwohl.
Aber er hatte noch nie Probleme mit Essen gehabt. Seine Nase hätte ihn gewarnt wenn etwas mit dem Essen nicht in Ordnung war, außerdem sorgte sein Halbhundedämondarsein dafür dass er selbst für Menschen ungenießbares Essen verdauen konnte wenn nötig. Davon ab hatte Kagome dasselbe gehabt wie er, aber sie schien völlig gesund.
Vielleicht die Sache mit Shippo, versuchte er sich selbst zu beruhigen, aber er wusste das seitdem dieser seltsame Fuchsdämon ihn gebissen hatte, etwas nicht stimmte. Er würde seinem Körper noch eine Woche geben, bevor er eventuell jemandem etwas sagen würde.
Müde schaute er zu Kagome und Jinenji, knurrte leise als er die Blicke des anderen Halbdämons sah. Sieht er denn nicht dass sie mein ist? Riecht er meinen Geruch nicht an ihr?, dachte er wütend. Trotz seiner Wut ließ er sich ein wenig erschöpft gegen den Baumstamm fallen und versuchte, trotz seiner guten Nachtruhe, seine Augen eine Weile zu schließen.
„Inuyasha, hey, wach auf.", rief Kagome von unterhalb des Baumes. Sie hatte mehrere Stunden damit verbracht sich von Jinenji bestimmte Pflanzen erklären zu lassen, die auch wenn sie nicht die Wirksamsten waren, sie sie auch im Winter finden konnte. Auf Inuyasha Verletzung hatte sie ihn, auf bitte Inuyashas nicht angesprochen, auch wenn sie seine Entscheidung für unsinnig hielt. Vielleicht hat er Recht und ich mache mir einfach zu viele Sorgen..., dachte sie ein wenig unsicher.
„Hm, Kagome?", sie konnte seine verschlafene Stimme hören und zog besorgt ihre Stirn in Falten.
„Inuyasha, ist alles in Ordnung?", fragte sie langsam und schaute zu ihm hoch.
„Ja, sicher, was soll denn sein?", erwiderte er bissig und sprang vom Baum, wobei Kagome nicht entging das er unbeholfener schien als sonst.
„Nichts, schon gut.", meinte sie beschwichtigend und griff nach seiner Hand, welche warm und feucht war, was ihre Sorge nur vertiefte. Wird er etwa krank?, fragte sie sich nachdenklich. In all der Zeit in der sie ihn kannte war er nie krank gewesen, abgesehen von Verletzungen die er in Kämpfen davongetragen hatte. Aber würde er es mir sagen wenn es ihm nicht gut ging? Er hatte sich schon seit einigen Tagen, genaugenommen seitdem er und Miroku zurückgekommen waren, seltsam benommen.
Allerdings wusste Kagome das es momentan wenig Sinn machte ihn darauf anzusprechen, er schien gereizt genug zu sein.
Wenn wir wieder zu Hause sind werde ich mit den anderen reden.
Komisch wie schnell es ihr zu Hause geworden war.
