Und das ist auch schon das letzte Kapitel… ich hoffe, der Schluss sagt euch halbwegs zu. Es könnte allerdings sein, dass nicht alle eure Fragen hier beantwortet werden. Vielleicht lasse ich mich noch zu einer „Author's Note" hinreißen, wie ich das ja schon beim ersten Teil gemacht habe.

Viel Spaß beim Lesen!

Anonyme Reviews werden wie gehabt hier in meinem Forum beantwortet – zu finden im „Profil".


Drei Freunde sollt ihr sein - Teil 3

Kapitel 7

"Oh no, love, you're not alone" (aus „Rock'n'Roll Suicide" von David Bowie)

OoooOoooO

Remus und Sirius hatten sich in eine Ecke der Zelle zurückgezogen und flüsterten leise miteinander. Remus fühlte sich sichtlich unwohl. Severus hörte einzelne Satzfetzen wie „…dauert nicht mehr lange…" und „…hilf ihm…"

Er hörte das Geräusch eines Kusses und einiger Schritte und dann hockte plötzlich Sirius neben ihm.

Remus hatte sich mittlerweile entkleidet und nur seine Robe wieder um seinen nackten Körper geschlungen. Er lag auf dem Boden und stöhnte leise.

„Es ist bald soweit", meinte Sirius leise. Seine Stimme klang besorgt.

„Sag mir eins, Black…", sagte Severus zögernd. „Tust du das nur für ihn?"

Sirius antwortete nicht sofort.

„Ich sehe das so, Snape…" Er machte noch mal eine kleine Pause. „Du bist zwar ein verdammter Bastard und wirst immer einer sein… aber… du bist nun mal unser Bastard." Er sah Severus an und grinste schief.

„Machst du dir das nicht ein bisschen zu einfach?", fragte Severus missbilligend.

„Vielleicht…", gab Sirius unbekümmert zu. „Aber das solltest du auch mal probieren. Es macht das Leben meist etwas erträglicher."

Severus stöhnte.

„Warum werde ich eigentlich ständig von wohlmeinenden Gryffindors gerettet?"

„Das scheint die Tragik deines Lebens zu sein", meinte Sirius unverfroren und sein Lächeln vertiefte sich. „Hast du Angst?"

Mit erschreckender Klarheit begriff er plötzlich, dass er Black irgendwie… mochte. Er liebte ihn nicht wie Remus, aber er beneidete ihn um seine Lässigkeit, er bewunderte seinen Mut und auch ein wenig sein gutes Aussehen und er respektierte seine Wutanfälle, weil er sie verstand - weil sie sich trotz allen Unterschieden doch verblüffend ähnlich waren. Aber vielleicht kam diese Erkenntnis nun etwas zu spät.

Severus sah nach Remus, der sich wie unter Krämpfen zu winden schien und er nickte.

„Ja", flüsterte er heiser. Er hatte tatsächlich Angst… mehr als das… er fühlte, wie eine längst vergessene und doch vertraute Panik von ihm Besitz ergriff. Er wusste wie der Werwolf aussah, er erinnerte sich mit peinigender Exaktheit an seinen Geruch, an sein unmenschliches Knurren, an das Geräusch, das er gemacht hatte, als er damals vor mehr als 20 Jahren Severus' Witterung aufgenommen hatte.

Allerdings hatte er es bislang tunlichst vermieden, dem Horror einer Verwandlung beizuwohnen und ein Horror war es, wenn er sich die gequälten Bewegungen von Remus so ansah. Er wollte wegrennen, er wollte schreien, er wollte seine Augen abwenden… doch er tat nichts von alledem.

„Das ist völlig normal…", sagte Sirius nach einem raschen Seitenblick auf Remus, der nun kehlig röchelte. "Ich muss mich jetzt auch gleich verwandeln…" Er richtete seine volle Aufmerksamkeit nun auf Severus. „Pass auf – am Besten bleibst du hier einfach liegen und rührst dich nicht. Steh auf keinen Fall auf. Wenn du größer bist als der Wolf, dann fühlt er sich bedroht und greift dich an. Wenn du ihm den Rücken zudrehst, hält er dich für Beute und…"

„Greift mich an. Schon verstanden", bestätigte Severus mit heiserer Stimme knapp. Sein Mund war unglaublich trocken.

Sirius redete weiter.

„Ich werde versuchen, seine Aufmerksamkeit auf mich zu lenken. Im Freien wäre das auch alles kein Problem… aber hier… Naja, wird schon schiefgehen. Und falls wir uns ein bisschen in die Wolle kriegen sollten, dann halt dich da raus! Und greif nicht ein. Nie. Unter keinen Umständen! Ein paar Bisse sind nicht schlimm, die halte ich schon aus."

Remus heulte auf und Severus erkannte im Dämmerlicht der Zelle undeutlich, dass sich der Kopf des Gryffindors schon halb verwandelt hatte. Lautes Knacken und Krachen durchschnitt die unwirkliche Stille und Remus' Gliedmassen dehnten, streckten und veränderten sich.

Severus erhaschte einen undeutlichen Blick auf messerscharfe Reißzähne und gelbe Augen, in denen keinerlei menschliche Vernunft mehr lag. In panischer Angst krallte er seine Hand in Sirius' Oberarm und fühlte gleichzeitig, wie sich etwas Warmes in seinem Schoß ausbreitete und an seinen Beinen hinab lief.

Sirius griff instinktiv nach ihm und fühlte dabei die verräterische Nässe seiner Hosen.

„Was ist denn?", fragte er nervös, doch als er begriff, hielt er verlegen und verwirrt inne. „Oh… mach dir keine Sorgen… das trocknet wieder… ich… ich muss jetzt… keine Angst – es wird schon alles klappen."

Severus schloss beschämt die Augen und wusste nicht, was schlimmer war. Sein Überleben von Sirius Black abhängig zu machen, oder diesen wissen zu lassen, dass er sich vor Angst selbst beschmutzt hatte.

Er wünschte sich wieder zurück in Remus' kleines Haus. Zurück zu jenem Sommer in dem alles angefangen hatte. Zurück an den Frühstückstisch an dem Sirius und Remus sich freundschaftlich kabbelten und er ihnen hinter seiner Zeitung lauschen konnte, immer in dem Bewusstsein, dass Sirius scharf auf ihn war und Remus ihn liebte… er würde alles tun, um noch einmal dieses Gefühl der Geborgenheit erleben zu dürfen. Doch alles Wünschen half nichts. Seine kurze Traumflucht hatte ihm lediglich einen unbändigen Überlebenswillen eingeflösst.

Als er die Augen wieder öffnete, war Sirius verschwunden und an seiner Stelle hockte ein großer, schwarzer Hund, der unruhig mit seinem Schwanz auf den Boden klopfte.

In der anderen Ecke der Zelle stand ein mächtiger Werwolf mit zum Angriff gesenktem Kopf und gefletschten Zähnen.

Das Geräusch unzähliger, hastender Schritte dröhnte auf der Treppe und durchdrangen matt den schwarzen Nebel seines Bewusstseins.

Dann ein Schrei: „Hier! Hier sind sie!"

„Merlin – sind sie tot?", rief eine Stimme. „Wenn Pettigrew uns angelogen hat, dann sorge ich eigenhändig dafür, dass ihm die Seele ausgesaugt wird!"

„Ein Glück, dass Pettigrew übergelaufen ist und uns alles verraten hat", murmelte eine andere Stimme.

Ein krachendes Geräusch ertönte und einige Menschen betraten die Zelle.

„Mister Lupin! Sagen Sie doch was!"

Ein leiser Schmerzschrei in der heiseren Tonlage des Werwolfs folgte.

Eine peinlich geflüsterte Entschuldigung: „Entschuldigung. Ich wollte Ihnen nicht weh tun."

Er versuchte, die Augen zu öffnen, doch die schwarzen Nebel waren stärker.

Jemand packte ihn unsanft an der Schulter. Aus der anderen Ecke hörte er Black's mürrische Stimme. „Es geht mir gut. Hört auf, mich zu rütteln. Ich glaube, meine Schulter ist gebrochen, ihr Idioten! Und so was wollen Auroren sein."

„Professor Snape! Professor Snape!", rief eine lästige Stimme. Eine Hand klatschte auf seine Wangen. „Machen Sie die Augen auf!"

„Ist er tot?", hörte er eine andere Stimme undeutlich fragen.

„Nein – nur bewusstlos."

„Wurde er gebissen?"

„Er hat jede Menge Wunden, aber das sieht eher nach Krallenspuren aus... Ja, kein Biss. Aber er blutet stark…"

Das war das Letzte was er hörte, bevor der schwarze Nebel ihn wieder ins Nichts zurückzog.

OoooOoooO

16 Monate später…

Es war der 01. Mai und einer jener sonnigen Tage, die einen Vorgeschmack auf einen frühen und heißen Sommer geben. Einer jener Tage, an denen alle Knospen an Bäumen, Büschen und Blüten aufbrechen um sich der wärmenden Frühlingssonne entgegenzustrecken. Einer jener Tage an denen man glaubt, das Pulsieren der Natur förmlich zu spüren und an denen man die Fenster weit aufreißt um die muffige Winterluft aus den Zimmern zu vertreiben.

Professor Aurora Sinistra stand an ihrem Lieblingsfenster in der Bibliothek. Es war Freitag. Und wie jeden Freitag – seit Harry Potter Lord Voldemort besiegt hatte – geleitete Professor Snape Professor Lupin zu den großen schmiedeeisernen Toren der Schule, welche die Apparationsgrenzen markierten.

Es war kein Geheimnis, dass Professor Lupin die Wochenenden in seinem eigenen Haus gemeinsam mit Sirius Black verbrachte und immer erst am Montagmorgen zurückkehrte. Es war auch kein Geheimnis, dass die Professoren Snape und Lupin über eigene Schlafzimmer mit eigenen Betten verfügten, doch Aurora vermutete - obwohl Snape und Lupin sehr diskret waren - dass während der meisten Nächte eines dieser Betten kalt blieb.

Aurora seufzte leise. Irgendwie war das alles schon sehr romantisch. Oder hätte es zumindest sein können, wenn nicht Sirius Black gewesen wäre.

Obwohl gemunkelt wurde, dass Sirius Black hauptsächlich dafür verantwortlich war, dass Severus Snape in jener Vollmondnacht vor über einem Jahr, nicht durch die Hand (oder vielmehr Pfote – oder sprach man bei einem Werwolf von Tatzen?) seines Geliebten und Kollegen zu Tode gekommen war.

Die Rolle von Sirius Black in der Liebesbeziehung zwischen Snape und Lupin blieb ihr tatsächlich ein ewiges Rätsel. Sie verstand nicht, warum Snape seinen Geliebten jedes Wochenende allein zu Black gehen ließ und sie verstand nicht, warum er ihn während der Ferien dorthin begleitete.

Aurora stellte sich ein wenig auf die Zehenspitzen um nicht das Beste zu verpassen.

Den Abschiedskuss.

Nur von diesem Fenster aus konnte man – wenn man sich ein wenig reckte – fast an dem Gebüsch vorbeisehen, hinter das sich Snape und Lupin jeden Freitagnachmittag zum Abschiednehmen diskret zurückzogen.

Sie hatte es rein zufällig eines Tages entdeckt und seither war sie jeden Freitag zur gleichen Zeit in der Bibliothek zu finden.

Oh ja – jetzt legte Snape einen Arm um Lupin, der seinen Kopf leicht schief legte und seine Lippen in Erwartung des Kusses schon ein wenig geöffnet hatte…

Aurora seufzte wieder.

Was für ein Kuss… wie viel zärtliche Leidenschaft auch dieses Mal wieder darin gelegen hatte. Doch was war das? Sie hielt verblüfft die Luft an.

Eine Abweichung von der Norm.

Sirius Black war vor den Gittertoren appariert und schritt jetzt durch sie hindurch auf die beiden Männer zu, die sich immer noch in den Armen hielten.

Sie sah, dass Snape die Lippen bewegte, doch natürlich konnte sie nicht hören, was er gesagt hatte, oder was Black darauf geantwortet hatte. Sie sah aber deutlich, dass Black unverschämt grinste, eine Hand in Snape's Nacken legte und ihn zu einem wilden Kuss an sich zog.

Aurora schnappte nach Luft.

Eine Dreiecksbeziehung!

Sie hielt sich am Fensterbrett fest, um nicht umzufallen, denn sie fühlte sich durch diese Entdeckung seltsam schwindelig.

Sie bekam nicht mehr richtig mit, wie Lupin und Black sich erst zärtlich begrüßten, dann Snape mit einer liebevoll anmutenden Geste Black über den Oberarm streichelte und Black und Lupin gemeinsam durch das Gittertor schritten und desapparierten.

Als Snape mit einem seltenen Lächeln auf seinen Lippen zurück ins Schloss ging, beschloss Professor Aurora Sinistra nie wieder anderen Menschen nachzuspionieren.

Denn das Geheimnis dieser offensichtlich funktionierenden Ménage a trois würde sie sicher niemals ergründen oder gar verstehen.

ENDE


Lorelei: So. Es ist vorbei. Schluss. Aus. Ende. Basta.

Severus: Was? Einfach so? Keine… äh… vergiss es.

Lorelei: Was soll ich vergessen, Sevilein?

Severus: Du weißt, dass du mich so nicht nennen sollst!

Remus: Ich glaube ihn stört das Fehlen jeglicher schlüpfriger Szenen.

Lorelei: Ach was…

Severus: Gar nicht wahr!

Remus: Doch wahr!

Severus: Aber nur, weil ich das so von IHR gewöhnt bin. Sie jagt mich doch in jeder Story vor aller Augen zwischen die Laken!

Lorelei: Und das fehlt dir jetzt?

Severus: Ja! Nein! Was starrt ihr mich jetzt alle beide so dämlich an?

Remus: Sevilein…

Severus: Lorelei! Sag diesem Werwolf sofort, dass er mich nicht so verliebt angucken soll!

Lorelei: Einen Teufel werde ich tun! Bleibt doch mal beide so, bis ich die Kamera geholt habe.

Severus: Hast du nicht noch ein oder zwei Plotbunnys zu versorgen?

Remus: Ach, Severus… wenn ich gewusst hätte, dass dir der Sex mit mir sooo sehr fehlt…

Lorelei: Plotbunnys? Ja, schon… aber das hat noch Zeit… Das hier ist gerade viel interessanter!