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Chap 7

Furchtbare Gedanken

Remus ließ seinen Blick von einem zum anderen wandern und ein ungutes Gefühl machte sich in seiner Magengegend breit.
‚Irgendetwas stimmt hier nicht', schoss es dem Werwolf durch den Kopf, als er die rothaarige Hexe bemerkte.
„Lily, was machst du in unserem Schlafsaal?", fragte Remus vorsichtig, mit zitternder Stimme.
„Sie hat uns geholfen", antwortete Peter für diese, worauf Sirius die Augen verdrehte.
„Wobei hat Lily euch geholfen?", verlangte Remus zu wissen, als er den vierten der Marauder in dessen Bett entdeckte.
„Prongs! Was… was ist mit ihm? Ist er verletzt?", krächzte Remus, und ein schlimmer Verdacht keimte in ihm auf.
„Keine Sorge, Remus, er ist bald wieder auf den Beinen", entgegnete Lily, die bis jetzt ungewöhnlich still gewesen war, wie Sirius Stirn runzelnd feststellte.
„Wann hat Prongs sich verletzt?", fragte Remus leise nach.
„Letzte Nacht", antwortete Lily und erntete dafür einen bitterbösen Blick von Sirius, den die Rothaarige jedoch nicht sah, da sie ihr Augenmerk auf Remus gerichtet hatte.
„Dann habe ich Prongs verletzt! Es ist meine Schuld, dass es ihm schlecht geht. Was habe ich nur getan? Ich habe…", flüsterte Remus mit erstickter Stimme und ging mit wackeligen Knien auf James' Bett zu.
„Hör auf, Moony, es ist nicht deine Schuld", zischte Sirius dem Werwolf leise, aber eindringlich zu, damit dieser sich daran erinnerte, dass Lily sich noch immer im Schlafsaal befand.
„Natürlich ist es meine Schuld, Pad. Ich hätte mich besser unter Kontrolle haben müssen. Ich bin und bleibe ein Monster", rief Remus, der nun noch blasser, wie Lily fand, als vorher war.
„Moony, sei jetzt endlich still! Evans hat doch gesagt, dass es Prongs bald besser gehen wird", startete Sirius einen neuen verzweifelten Versuch, damit Remus in Lilys Beisein nichts von seinem Geheimnis preisgab.
„Habe… habe ich ihn gebissen?"
„Sei endlich still, verstanden? Wir sind nicht alleine hier, also pass auf was du sagst", redete Sirius verzweifelt auf den völlig aufgelösten und am ganzen Körper zitternden Remus ein, doch seine Worte schienen den jungen Mann nicht zu erreichen.
„Ich habe keine Bissspuren gesehen", sagte Lily, was allerdings keiner der Jungs verstanden hatte, da Remus im selbem Moment laut aufschluchzte.

‚Also waren sie doch mit Remus zusammen, wie ich es vermutet habe', dachte Lily und ging auf Remus zu.
„Es tut mir so leid, Prongs. Ich wollte dich nicht verletzten. Pad, was, wenn ich Prongs gebissen habe? Dann…dann", stammelte Remus, der seine Stimme kaum noch unter Kontrolle hatte.
„Moony, jetzt hör endlich auf! Evans steht direkt neben dir", rief Sirius leicht panisch, und hielt Remus Kopf so, dass dieser ihn ansehen musste.
„Padfood, was wenn James wegen mir auch ein W…?",
„Moony", herrschte Sirius seinen Freund laut an, und Lily bemerkte, wie Sirius leicht zu zitternd begann.
„Sie weiß es", sagte Remus mit tonloser Stimme.
„Was?"
„Sie weiß es. Lily weiß schon lange, dass ich ein Monster bin", wiederholte Remus, worauf Lily und Sirius hörbar die Luft einzogen und Peter laut aufkeuchte.
„Du bist kein Monster", riefen Lily, Peter und Sirius uniso, wobei Sirius seiner Mitschülerin einen undefinierbaren Blick zuwarf, den diese nicht deuten konnte.

‚Was, wenn Moony Recht hat und er Prongs wirklich gebissen hat?', überlegte Sirius und Panik machte sich in ihm breit, da er bis eben diese Möglichkeit nicht einmal in Betracht gezogen hatte.
‚Wie wird Prongs reagieren und was werden Mortimer und Gulia dazu sagen, wenn ihr Sohn wirklich von Moony gebissen wurde?', schoss es Sirius durch den Kopf, hatte aber keine Zeit weiter darüber nachzudenken.

„Prongs würde hier nicht liegen, wenn ich ihn nicht verletzt hätte, oder etwa nicht? Also bin ich doch schuld", rief Remus mit bebender Stimme und drehte sich zu Lily, die bei seinem Anblick heftig erschrak.
‚Er sieht um Jahre gealtert aus', dachte das Mädchen fassungslos und ging wie in Zeitlupe in die Hocke, sodass sie nun mit Remus auf Augenhöhe war.
„Jetzt beruhig dich erstmal wieder, Remus, okay? Ich habe James Verletzung verbunden und kann dir versichern, dass du ihn nicht gebissen hast", erklärte Lily ruhig und sah den jungen Mann vor ihr fest in die Augen.
„Was für Verletzungen hat James genau?", verlangte Remus zu wissen.
„Du wolltest wohl ein bisschen mit ihm kuscheln und hast etwas zu fest zugepackt", umschrieb Lily James eigentliche Verletzung, worauf Remus bitter auflachte.
„Du wolltest wohl eher sagen, ich habe seinen Körper mit meinen Klauen aufgeschlitzt", sagte Remus sarkastisch.
„Nein, wollte ich nicht, da er wirklich nur eine offene Wunde hat", entgegnete Lily und hielt Remus durchdringenden Blick dabei stand.
„Ach ja, und warum ist Prongs dann bewusstlos?", zischte Remus, da ihm aufgefallen war, dass James, trotz des ganzen Lärms um ihn herum sich nicht einmal bewegt hatte.
„Er ist nicht bewusstlos", antwortete Peter und sah fragend zu Lily, die leicht, zur Bestätigung mit dem Kopf nickte.
„Prongs hat sich, seit ich hier bin, nicht einmal bewegt, und wach geworden ist er auch nicht", platzte es aufgebracht aus Remus heraus.
„Es stimmt aber was Pettigrew sagt. James hat nur kurz das Bewusstsein verloren und das war letzte Nacht auf den Ländereien", stellte Lily klar.
„Und warum wird er trotz des Lärms nicht wach? Hast du dafür auch eine Erklärung, Evans?", herrschte Remus Lily ungehalten an.
„Ja, habe ich Lupin! Dein Freund hier bekommt nichts mit, weil ich ihm ein Schlafmittel gegeben habe", brüllte Lily nun zurück.
„Moment mal, sagtest du nicht, du hättest Prongs ein Schmerzmittel gegeben?", wollte Sirius nun misstrauisch wissen und hielt Lilys Arm fest.
„Habe ich auch. Ich habe dem Schmerzmittel ein leichtes Schlafmittel untergemischt, damit euer Freund hier sich nicht zu viel bewegt, und die Wunde heilen kann", erklärte Lily und schüttelte Sirius Hand von ihrem Arm.
„Kann ich sie sehen? Die Wunde, meine ich", fragte Remus, der sich selbst davon überzeugen wollte, dass James keine Bissspuren hatte.
Lily und Sirius wechselten einen raschen Blick und verstanden sich das erste Mal auch ohne Worte.
Langsam stand Lily aus der Hocke auf, während Sirius Peter zu verstehen gab, ihm zu helfen. Vorsichtig ließen sie James in der Luft schweben, während Lily mit Hilfe ihres Zauberstabs den Verband abwickelte.
Remus besah sich James Wunde auch sehr genau und stellte etwas erleichtert fest, dass es wirklich keine Bissabdrücke gab.
„Die Wunde ist sehr tief", meinte Sirius überrascht, da er sie ja auch zum ersten Mal sah.
„Was ist das für ein braunes Zeug auf seinem Oberkörper?", wollte Remus wissen.
„Jod. Ich habe die Wunde damit desinfiziert. Wenn Potter Glück hat, wird er nur eine kleine Narbe zurück behalten", antwortete Lily, worauf Remus sie ungläubig ansah.
„Du hast Prongs mit Jod behandelt? Warum das denn? Im Krankenflügel gibt es doch Heilkräuter für so was", meinte Remus nachdenklich.
„Ja, im Krankenflügel, aber Black wollte ja nicht, dass wir Potter dahin bringen", erklärte Lily Augen rollend.
„Aha, und du hattest das Jod in einer deiner Taschen, oder was?"
„Nee, dass habe ich aus Evans Haus geholt", entgegnete nun Sirius und hielt sich leise stöhnend die linke Seite.
„Was? Wollt ihr mir jetzt damit sagen, dass du Hogwarts verlassen hast, nur um Jod aus Lilys Elternhaus zu holen, anstatt in den Krankenflügel zu gehen, wo es Massen an Heilsalben und Kräuter gibt?", verlangte Remus skeptisch zu wissen und zog beide Augenbrauen in die Höhe, wobei ihm nicht verborgen blieb, dass Lily nervös ihre Finger zu kneten begann.
„Ich weiß, aber die Gefahr von Pomfrey erwischt zu werden, war einfach zu groß, da war ein Besuch in Evans Elternhaus sicherer", meinte Sirius ironisch, während Lily James Oberkörper wieder verband.
Verwundert schaute Remus zwischen Lily und Sirius hin und her, sagte vorerst aber nichts mehr dazu.
„Lily, kann… kann ich Prongs irgendwie helfen, damit es ihm bald wieder besser geht", fragte Remus mit einem Mal leise, der über Sirius Worte immer noch nur den Kopf schütteln konnte, während die anderen beiden Marauder James wieder behutsam auf dessen Bett legten.
Lily ließ sich etwas Zeit mit der Antwort und hing, ebenso wie Sirius, ihren Gedanken nach.
„Wenn ich das jetzt richtig sehe, dann hat Potter seit gestern Abend nichts mehr gegessen und getrunken, Remus. Es wäre also gut, wenn du in die Küche gehen würdest, um die Hauselfen zu bitten, ihm eine kräftige Brühe zuzubereiten", antwortete Lily mit einem leichten Grinsen im Gesicht, da sie genau wusste, wie unausstehlich James Potter Brühe fand.
„Prongs mag…", warf Sirius ein, wurde aber mit einer Handbewegung von Remus zum Schweigen gebracht.
„Ich werde gleich in die Küche gehen, Lily. Kann ich sonst noch etwas machen?", versprach Remus und schenkte Lily einen dankbaren Blick.
„Hm, eigentlich nicht, außer darauf zu achten, dass Potter sich nicht zuviel bewegt, ihm alle drei Stunden diesen Trank einzuflössen und darauf bestehen, dass er die Brühe löffelt ", entgegnete Lily und zog James Bettdecke über ihn.
„Alle drei Stunden? Wann sollen wir denn schlafen?", stöhnte Peter gequält auf, der seine Augen vor Müdigkeit kaum noch aufhalten konnte.
„Ich mach das schon, legt du dich ruhig hin, Wormtail", versicherte Remus schnell, als er Lilys ungläubiges Gesicht sah.
„Du könntest aber auch noch etwas Ruhe und Schlaf gebrauchen, Remus", meinte Lily und warf Peter einen bösen Blick zu, worauf dieser entschuldigend die Schulter zuckte.
„Vielleicht können wir uns ja abwechselnd um Prongs kümmern, dann müssen nicht alle wach bleiben", schlug Peter zaghaft vor, vermied es allerdings Sirius und Remus dabei anzusehen.
„Ich bleibe bei Prongs, geh du ruhig schlafen, Pete. Evans, ist da schon wieder ein Schlafmittel drin?", verlangte Sirius zu wissen, zeigte dabei auf die Phiolen auf James Nachtschrank, und sah Lily misstrauisch an.
„Nein, dass Schlafmittel ist alle. Es muss jetzt auch ohne gehen. Das hier ist nur noch ein leichtes Heilmittel, welches Potter aber unbedingt alle drei Stunden einnehmen muss", antwortete Lily eindringlich und schaute die drei Jungs einem nach dem anderen scharf an, bevor sie Richtung Tür ging.
„Und was ist mit dem Verband? Muss der auch gewechselt werden?", fragte Peter vorsichtig nach.
„Nein, eigentlich reicht es, wenn der Verband morgen erneuert wird", antwortete Lily und wunderte sich einmal mehr über Peter.
‚Das Pettigrew überhaupt danach fragt', dachte Lily und schüttelte leicht den Kopf.
„Evans, wo willst du hin?", rief Sirius, als Lily nur noch einen Schritt von der Tür entfernt war.
„Es geht dich zwar nichts an Black, aber ich gehe in meinen Schlafsaal und werde meine Zaubertränkehausaufgaben machen. Anschließend werde ich mir die Mühe machen nachzulesen, ob für Potter die Gefahr besteht ein Werwolf zu werden, wenn etwas von Remus Speichel in die Wunde gelangt ist", antwortete Lily leise, worauf die drei Marauder ziemlich blass wurden und laut aufkeuchten.
„Was? Aber Prongs… ich meine…", stammelte Remus und sah panisch zwischen Sirius und Peter hin und her, die bei Lilys Worten laut aufkeuchten.
Sirius Gedanken überschlugen sich und nervös fuhr er sich durch die Haare und schaute besorgt zu James, der von alledem nichts mitbekam und nichts ahnend in seinem Bett lag und schlief.
„Ich werde jetzt gehen, und ihr beide versucht euch daran zu erinnern, ob Potter auch ein Animagus ist und wenn er einer ist, ob Remus ihn in seiner menschlichen oder Animagus Gestalt verletzt hat. Und du, Remus, vergiss nicht, die Brühe aus der Küche zu holen, damit euer Freund nicht auch noch Bauchschmerzen bekommt, weil er am verhungern ist", erinnerte Lily die drei Jungs und verließ, bevor auch nur einer von ihnen etwas sagen konnte den Schlafsaal.
So sah die Rothaarige auch nicht, dass sie drei völlig geschockte junge Männer zurück ließ, die ihr fassungslos hinterher starrten.

Nachdenklich ging Lily die Treppen herunter, und obwohl James sie ständig mit der Frage nach einem Date nervte und sie ihn nicht ausstehen konnte, wünschte sie ihm dennoch nicht Remus Schicksal teilen zu müssen und einmal im Monat selbst zum Werwolf zu werden.
‚Warum müssen sie sich auch immer in Gefahr bringen?', seufzte Lily leise und entschied sich zuerst in die Bibliothek zu gehen, um das Buch über Werwölfe zu holen.
‚Zaubertränke mach ich dann später', dachte Lily und schlich leise durch die leeren Gänge, da sie davon ausging, dass schon Sperrstunde war, und sie zu dieser Uhrzeit eigentlich nicht mehr hier sein durfte.
‚Das ist alles Potters Schuld', grummelte der Rotschopf vor sich hin und schlüpfte lautlos in die Bibliothek, die, wie Lily feststellte, gar nicht leer war.
‚Das kann doch gar nicht sein. Warum sitzen die hier noch alle, es ist doch bestimmt schon nach zehn', überlegte Lily Stirn runzelnd und ging zielstrebig auf die Reihen zu, wo sich die Bücher über „Magische Geschöpfte" befanden.
Das es sich bei den Schülern allesamt um Siebtklässler, die eine Sondererlaubnis von Dumbledore hatten, handelte, damit sie sich auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiten konnten, registrierte Lily zu dieser späten Stunde gar nicht.
‚Es muss doch hier irgendwo sein', murrte Lily und fuhr mit ihrem Finger über die teilweise verstaubten Buchrücken, als sie endlich, fast am Ende der Reihe, dass gesuchte Buch gefunden hatte.
‚Da ist es ja', seufzte Lily innerlich, zog das doch ziemliche schwere Buch aus dem Regal und steuerte einen kleinen Tisch unter einem der Fenster an, ohne weiter auf die anderen Schüler in der Bibliothek zu achten.
Äußerst konzentriert wanderten Lilys Augen über das Inhaltsverzeichnis, tippte mit ihrem Zeigefinger auf das von ihr gesuchte Kapitel und schlug schnell die gewünschte Seite auf.
‚Uff, ist das lang', stöhnte Lily leise auf, als sie die Seitenanzahl des Kapitel sah.
„Eigentlich könnten das auch Potters Freunde machen", grummelte Lily leise vor sich hin, war aber Sekunden später schon völlig in dem Kapitel vertief, sodass sie heftig erschrak, als sich eine warme Hand auf ihre Schulter legte.
„Lily, was machst du denn noch hier? Wir haben dich schon überall gesucht", flüsterte Grace leise, da sie nicht darauf erpicht war Madame Price Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, da sie schon des Öfteren von ihr ermahnt wurde.
„Frag lieber nicht", seufzte Lily, um sich eine gute Ausrede für ihre Freundin einfallen zu lassen.
„Ich frage aber, also, was liest du da und seit wann bist du überhaupt hier? Ich war schon kurz nach dem Abendessen hier, und habe nach dir gesucht, aber da warst du nicht hier", sagte Grace und sah ihre Freundin herausfordernd an.
„Heute ist Mittwoch, da gebe ich Philine Cavendish doch Nachhilfe. Schon vergessen?", antwortete Lily mit einem schlechten Gewissen, da die Nachhilfestunde heute ausgefallen war, weil Philine sich beim Quiddichtraining den Arm verstaucht hatte.
„Philine? Ich dachte immer, du gibst Eugene Spencer Nachhilfe", hakte Grace irritiert nach.
„Eugene gebe ich donnerstags Nachhilfe und Philine mittwochs und alle zwei Wochen auch montags, da sie doch kurz vor ihren ZAG Prüfungen steht", entgegnete Lily, was ja noch nicht mal die Unwahrheit war.
„Ach so! Steigst du eigentlich noch durch deine vielen Termine und Verpflichtungen durch, Lily", stöhnte Grace und verdrehte dabei ihre Augen.
„Komm, so viele sind es nun auch wieder nicht. Jetzt aber mal was anderes, wie hieß denn deine Verpflichtung heute Abend, hm?", neckte Lily ihre Freundin, die auch sogleich leicht rosa Wangen bekam.
„Ich weiß ehrlich gesagt, nicht wovon du sprichst", meinte Grace nur, konnte ihre Verlegenheit aber nur schwer verbergen.
„Na, der mit den braunen Haaren! Wie hieß er doch gleich… Charles… Edward….nein warte, ich hab's, er hieß…!"
„Ich weiß ehrlich nicht, wovon du überhaupt redest. Ich habe die ganze Zeit gelernt", fiel Grace ihrer Freundin ins Wort und betrachtete eingehend ihre Finger.
„Ach, wirklich? Dann frage ich mich gerade, was du wohl gelernt hast, und woher dieser große Fleck an deinem Hals kommt", grinste Lily Grace süffisant an, worauf diese erschrocken aufkeuchte.
„Was? Das.. ich habe ihm doch extra… wie konnte…", wimmerte Grace und legte blitzschnell ihre Hände an den Hals, als sie Lilys leises Lachen vernahm.
„Oh, du kleine Schlange, dass zahle ich dir irgendwann mal heim", zischte Grace mit funkelnden Augen, stimmte aber nach ein paar Sekunden in Lilys Lachen mit ein.
„Und wie ist dein neuer Verehrer so?", fragte Lily und sah Grace erwartungsvoll dabei an, worauf diese wissend in sich hinein grinste.
Es gab nur sehr wenig Menschen in Hogwarts die wussten, wie neugierig Lily Evans in Wirklichkeit war, was daran lag, dass sie ihre Neugier bis jetzt immer sehr gut verbergen konnte.
„Hm, er ist ganz okay", entgegnete Grace schulterzuckend und deutete auf das Buch, welches vor Lily auf dem Tisch lag.
„Was liest du da eigentlich? Wir haben das Thema Werwölfe doch schon lange abgeschlossen", wollte Grace nun wissen, und blickte Lily mit hochgezogenen Augenbrauen an.
„Ja, wir schon, aber Philine leider nicht", seufzte Lily und rollte mit den Augen.
„Sie will immer alles ganz genau wissen und bei meinem Glück wird sie von mir wissen wollen, ob man auch ein Werwolf wird, wenn sein Speichel zum Beispiel in eine offene Wunde gelangt", stöhnte Lily gequält auf.
„Und, kann man dadurch einer werden?", wollte Grace wissen und blickte Lily fragend an, worauf diese den Kopf schüttelte.
„Nein, kann man nicht. Man muss schon gebissen worden sein", entgegnete Lily, und sah der Ratte nach, die es nach Lilys letztem Satz sehr eilig hatte, aus der Bibliothek zu kommen.

Während Grace Lily davon überzeugte, endlich Schluss für heute zu machen und mit ihr in den Gryffindorturm zurück zu gehen, berichtete Peter, Sirius, Remus und James, der zwischenzeitlich aufgewacht war, was Lily gesagt hat.
„Und sie hat wirklich gesagt, man muss gebissen worden sein, um selbst ein Werwolf zu werden", hakte Sirius vorsichtshalber noch einmal nach.
„Sagt mal, habt ihr eigentlich nicht zugehört, als wir dieses Thema im letzten Schuljahr durchgekaut haben? Moony, nimm' endlich dieses Zeug weg, schon alleine vom Geruch wird mir schlecht", motzte James und schob unwirsch Remus Hand, in der er die Suppentasse mit der Brühe hielt, von sich.
„Du sollst ja auch nicht daran riechen, sondern trinken", hielt Remus dagegen und schob James, als dieser gerade den Mund öffnete, um etwas zu sagen, den Löffel in den Mund, worauf dieser ihm einen wütenden Blick zu warf.
Allerdings wirkte der Schlaftrank noch, sodass James Remus, obwohl dieser selbst noch sehr mitgenommen und schwach von seiner letzten Verwandlung war, nicht viel entgegensetzen konnte und somit gezwungener maßen die Brühe löffeln musste.

Ich hoffe, es hat euch gefallen

liebe Grüße jas