A/N: So, Ihr Lieben! Es ist mal wieder soweit. Juhuuuuuuuu! Endlich hat diese ... Seite es mir erlaubt, das neue Kapitel online zu stellen. Vielleicht habt ihr es mit bekommen, die letzten zwei tage ging gar nichts. °Grummel!° Aber jetzt weiter im Text. Und da unser heißblütiger, nicht nur mit einem Badetuch bewaffneter (hihi!) Animagus den Kuschelwolf in nur einem einzigen Kapitel gleich um Längen hinter sich gelassen hat, ist hier wohl zumindest ansatzweise eine Revanche fällig. Und natürlich hat man sich da etwas einfallen lassen ...


Summary:

Ein gewisser Zauberer betätigt sich als strahlender Ritter und endet als der böse Wolf, was eine bestimmte Muggel dazu veranlasst, insgeheim die Auswahl ihrer Unterwäsche zu bedauern, bevor sie schließlich wider an der Wand endet und ihre Jeans in den Händen, statt über dem Hintern trägt.

In weiteren Rollen:

Ein reichlich überdrehter Animagus, der seine Klappe nicht halten kann, eine kreischende Kartoffel mit schlechtem Aussehen und noch schlechteren Umgangsformen und eine Fledermaus mit Stilaugen und spitzer Zunge, die lang ersehnte Zärtlichkeiten stört.


Reden ist Silber, Küssen ist Gold

Manchmal konnten diese Rowling-Geschichten wirklich lästig sein …

Nach einer erneuten, fast schlaflos verbrachten Nacht kämpfte sich Remus aus seinem Bett und schnitt seinem leicht grauen, knittrigen Spiegelbild eine Grimasse. Er hatte den vergangenen Tag ganz wunderbar mit Stella verbracht. Und gestern Morgen hatte er sie nach diesem wunderbar zärtlichen Kuss zum Frühstück herunter begleitet und dort von einem strahlenden Sirius erfahren, dass dieser es – mal wieder – einfach geschafft hatte.

Großer Gott, dieser Mann war einfach unglaublich!

Mit für ihn untypisch aufgeregten, roten Flecken im Gesicht hatte er ihm von der Begegnung zwischen Lena und ihm erzählt, voller Begeisterung für die Frau, die ihn völlig von den Socken gehauen hätte und überhaupt die schönste und begehrenswerteste Frau sei, die er seit langem zu Gesicht bekommen hatte. Und dass er sie vernascht hätte. Im Badezimmer. Oh Wunder …

„Nicht so richtig, Moony", schmälerte er seinen Erfolg allerdings ungewohnt ehrlich, „nur so halb! Aber es war der Wahnsinn! Sie ist einfach wunderbar – so herrlich leidenschaftlich!"

Für ihn kam die Show, die sein Freund ihm schließlich leicht atemlos flüsternd zwischen frischen Brötchen und cremigem Rührei geschildert hatte – und das, obwohl er es eigentlich gar nicht wissen wollte – seinem Verständnis von ‚vernaschen' allerdings sehr nahe. Um an einen Punkt zu gelangen, an dem er zwei Finger in einer nackten, willigen Frau gehabt hatte, hatte er schließlich in früheren Zeiten Monate gebraucht. Wunderbar. Padfoot brauchte dafür nur einen halben Tag.

Jedenfalls hatte er mit diesem sträflich in sein Hirn gepflanzten Gedanken das Essen im vollbesetzten Esszimmer überstehen müssen. Ohne natürlich darüber nachzudenken, wie er sich in der gleichen Situation gefühlt hätte – mit Fingern und Zunge in Stella … Okay, wen wollte er belügen? NATÜRLICH hatte er darüber nachgedacht! Und wenn Sirius nicht direkt neben ihm, statt ihm gegenüber gesessen hätte, hätte er ihm liebend gern mehr als nur einmal kräftig gegen das Schienbein getreten.

Verdammt, er hatte mit einer Erektion in dieser Runde gesessen, von der er befürchtet hatte, dass sie jeden Augenblick seine Hose sprengen würde! Und in diesem Zustand musste er lächeln und höflich Konversation machen!

Und genau darum waren auch Mrs. Rowlings Gesichten so furchtbar lästig! Weil sie Stella ein Bild von ihm gezeichnet hatten, dem er momentan so gar nicht entsprechend wollte!

Ehrenhaft? Himmel, er wollte ihr am liebsten ohne lange Vorrede die Kleider vom Leib reißen!

Schüchtern? Zählte es als schüchtern, wenn man eine Frau bereits am zweiten Tag der Bekanntschaft vernaschen wollte, bis diese vor Wonne schluchzte?

Und genau da lag sein Problem! Sie hatte gestern so von seinen angeblichen Qualitäten geschwärmt, dass er es schließlich nicht einmal mehr gewagt hatte, sie zu berühren, und sei es auch noch so flüchtig. Aus Angst, sie ohne Vorwarnung anzuspringen und ihr an die Wäsche zu gehen.

Er hatte also wieder den halben Tag mit Phantasien darüber verbracht, mit der Zunge über eine ihrer hoch aufgerichteten, erwartungsvollen Brustspitzen zu fahren, während sie gerade nichtsahnend durch sein Zimmer gestreift war und so wunderschön ausgesehen hatte, während sie ehrfürchtig ein paar Bücher aus seinem Regal zog und mit ihm sprach.

Schweigsam – noch so ein Attribut, mit dem sie ihn bedacht hatte – war er jedenfalls deshalb definitiv gewesen. Kein Wunder, lagen ihm doch nur Sätze wie „Nimm mich!" oder „Wenn Du nicht bald aus diesen Klamotten raus bist …" auf der Zunge. Und DAS konnte er ja wohl kaum zu ihr sagen ... Jedenfalls nicht, wenn er wollte, dass sie nicht sofort die Flucht ergriff, nicht wahr?

Tja, er hatte sie also irgendwann zu sehr später Stunde zurück in ihr Zimmer begleitet und vor der Tür wenigstens noch einen Kuss bekommen. Einen von der süßen, sinnverwirrenden Sorte, der einem Mann das Herz in der Brust herumrollte, bevor es ihm in den Hals hüpfte. War dann aber brav zurück in seine vier Wände geschlichen und hatte sich den Rest der Nacht unruhig im Bett gewälzt. Verfolgt vor der Vorstellung von runden, duftenden Brüsten und feuchten, einladenden Schenkeln. Und Masturbation – ja verdammt, er hatte sich wirklich wie ein pickliger, hormongeplagter Teenager gefühlt – hatte nicht einmal wirklich Erleichterung gebracht, denn als seine körperlichen Bedürfnisse notdürftig gestillt waren hatte sich sein Herz gemeldet und ganze Sonette über ihre rosigen, weichen Lippen und ihre süße Stimme verfasst.

Verflucht, Merlin und zugenäht! Es war das erste Mal gewesen, dass er Snape wirklich heiß um seine stoische Ruhe beneidet hatte …

Himmel! Ausgerechnet SNAPE!

Na ja, jetzt war die Nacht vorbei und er würde sie wenigstens wieder sehen! Sie riechen und schmecken können. Und wer wusste es schon. Vielleicht meinte das Schicksal es ja gut mit ihm und es würde ihm eine Gelegenheit geben, ihr zu beweisen, dass er ihrer Aufmerksamkeit auch wert war, wenn er nicht still und langweilig wäre …

Wenn er wieder er selbst wäre...

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Und das Schicksal meinte es gut mit ihm! Sehr gut sogar. Denn Stella hatte eine mindestens genauso schlaflose Nacht hinter sich, in der sie mit Gott und der Welt gehadert hatte, weil Remus Lupin, der Mann, der sie einen Tag zuvor noch so wild und leidenschaftlich geküsst hatte, plötzlich so still und wenig fordernd gewesen war. Vorher hatte er ihr irgendwie doch besser gefallen. Und sie hatte sich die halbe Nacht lang den Kopf darüber zerbrochen, was seine plötzliche Verwandlung wohl ausgelöst haben mochte. Hatte sie vielleicht etwas gesagt, was er falsch verstanden hatte? In den Harry Potter-Büchern gab es schließlich auch immer Missverständnisse zwischen Muggeln und Zauberern...

Gedankenverloren schlüpfte sie in ihre Kleider und wuschelte sich nur flüchtig durch die kurzen, dunklen Locken, ehe sie ihr Zimmer verließ. Einen Moment zögerte sie und überlegte, ob sie bei ihm klopfen sollte. Doch letzten Endes traute sie sich nicht. Die Art, wie er sich am vergangenen Abend gegeben hatte, verunsicherte sie zu sehr. Hatte sie etwas falsch gemacht?

Also setzte sie ihren Weg allein fort, mit dem festen Vorsatz, später mit ihm zu sprechen. Lange und ausführlich. Und vielleicht könnte sie so wieder den Wolf in ihm entdecken, der sie so bezaubert hatte.

Viel beschwingter hüpfte sie wie früher in ihren Kindertagen die Treppe hinab. Am liebsten wäre sie sogar das geschwungene, hölzerne Geländer hinuntergerutscht! Die Verlockung war wirklich groß, immerhin war niemand zu sehen, der sie beobachten könnte.

Oder … ?

Auf dem Weg in den Speiseraum, als sie die große Halle durchqueren wollte, raschelte es plötzlich leise hinter ihr und Stella erstarrte unwillkürlich. Okay, unvermutete Geräusche in einem Haus, das angefüllt war mit Magie, beunruhigten sie dann doch ein wenig. Besonders, wenn sie ganz allein war. Angestrengt horchte sie auf weitere Geräusche, sich selbst für ihre Hasenfüßigkeit scheltend. Und das Rascheln wurde tatsächlich lauter. Alle Nackenhärchen stellten sich unwillkürlich bei ihr auf und sie versuchte, gleichmäßig und tief zu atmen, die Angst zu bekämpfen. Doch irgendwie blockierten ihre Lungen …

Dem Rascheln folgte ein durchdringendes Quietschen und Stella konnte links von ihr eine Bewegung ausmachen. Ein Tür, die langsam aufschwang. Und etwas enthüllte … etwas kleines, braunes, mit borstigen Haaren, riesigen, hervorstehenden Augen und einer dicken Knollennase. Ein schmutziges Geschirrtuch baumelte vor einem dicken, aufgequollenen Bauch. Aber das war nicht das Schlimme. Viel beunruhigender war das mörderische Funkeln in den wässrigen Augen.

Stella tat das Beste, was ihr einfiel – sie schrie so laut, wie noch nie in ihrem Leben!

- - - - -

Als der markerschütternde Schrei zu Remus hoch schallte war er grade dabei, sein Hemd zuzuknöpfen. Und sein Rasierzeug stand auch schon bereit, denn er hielt nicht sonderlich viel von der Zauberer-Methode. Sie war nicht gründlich genug und nur für leichten Bartwuchs effektiv. Etwas Derartiges hatte er definitiv nicht. Hey, einmal im Monat wuchs ihm ein Bart an Stellen, die er nicht einmal benennen wollte …

Aber all das war vergessen, als sich diese süße Stimme in einem so hohen, schrillen Angstlaut überschlug. All seine Werwolfssinne bereiteten sich auf Kampf vor, als er seinen Zauberstab herbei acciote und aus dem Raum stürzte.

Wer oder was auch immer dieses Geräusch verursacht hatte – er würde sterben!

Stella schrie immer noch, als er die Treppe hinunter gestürzt kam. Sie war mittlerweile an eine Wand zurück gewichen und dieses ... dieses Ding war ihr gefolgt und hatte jetzt ebenfalls angefangen zu kreischen und wild zu gestikulieren.

Als der herbeistürzende Remus den Grund für ihre Schreie erkannte, donnerte er wütend: „KREACHER! Lass sie in Ruhe!"

Das Ding – diese hässliche, fette Kartoffel, denn das war das, was ihm Stellas Meinung nach am ähnlichsten war – fuhr herum und bedachte auch den groß gewachsenen Mann mit einem vernichtenden Blick.

„Mach´, dass Du weg kommst! Und zwar sofort! Und wage Dich nicht noch einmal in ihre Nähe!"

Kreacher funkelte ihn wütend an und spuckte Remus dann vor die Füße, ehe er eilig herum wirbelte und zurück in den Türspalt schlüpfte, aus dem er gekommen war.

„Dieser verdammte, nichtsnutzige …"

Erst einen Moment später schien Moony Stellas Gegenwart wieder deutlich bewusst zu werden, denn der wütende Ausdruck in seinem Gesicht änderte sich schlagartig in einen besorgten. Und nur Sekunden später schirmte er sie fast schützend von der Außenwelt ab und berührte vorsichtig ihre noch immer etwas blasse Wange.

Trotz des Schreckens, den die Kartoffel ihr versetzt hatte, prickelte ihre Haut unter seinen Fingerspitzen gewaltig ... Und am liebsten hätte sie sich fest an ihn geschmiegt. Da war er wieder, der Mann, den sie gestern Abend so vermisst hatte! Der Mann mit den blitzenden Augen und der mühsam gebändigten Anspannung in seinem hochgewachsenen, muskulösen Körper ...

„Stella? Alles in Ordnung mit Dir?"

„Was war das?" Sie deutete fahrig mit der Hand hinter ihn.

„Sirius' und Doras Hauself Kreacher. Ich dachte eigentlich, Du wärst nach Miss Rowling auf ihn vorbereitet."

„War ich nicht", verneinte sie seine Vermutung mit zittriger Stimme – und fand sich Sekunden später an einer breiten, NACKTEN Männerbrust wieder, tröstend umarmt. Zumindest schien das der Plan. Er sagte auch noch etwas Leises, Tröstendes, aber Stella war viel zu sehr abgelenkt von dem reinen, unverfälschtem Geruch nach Mann, der von ihm ausging und den weichen Brusthaaren, die ihre Wange kitzelten. Und dem Geräusch seines Herzschlags. Sie reichte ihm nur knapp bis an die Schulter, etwas, das ihr erst jetzt so richtig bewusst wurde. Himmel, sie liebte große Männer!

Fast augenblicklich wurden ihre Knie weich wie Pudding. Aber das machte fast gar nichts, denn seine Arme hatten sich urplötzlich so fest um sie geschlungen, dass er sie problemlos in Position hielt. Fest an sich gepresst. Gegen diese warme, duftende, bloße Männerbrust.

Würde es notgeil wirken, wenn sie ihm das Hemd ganz von den Schultern streifte? Oh Gott, was machte dieser Mann nur mit ihr?

Eine ganze Weile bewegte sich keiner von beiden, genauso wenig wie jemand etwas sagte. Dieses Mal war es Stella, die das Schweigen brach. Mit deutlich heiserer Stimme.

„Remus?"

„Hm?"

„Hab´ ich gestern etwas gesagt?"

„Was?"

„Did I say anything wrong to you?" Komisch, wie flüssig ihr dieser Satz plötzlich über die Lippen ging. Vielleicht stimmte es ja, dass Fremdsprachen gar nicht so schwer waren, wenn man etwas Wichtiges sagen wollte...

Er bog sich ein winziges Bisschen zurück, was den Effekt hatte, dass sie zwar nicht mehr mit der Wange gegen seine Brust lag und seinen sich langsam beschleunigenden Herzschlag spüren und hören konnte, sich dafür aber sein Bauch und sein Becken gegen sie schoben.

Himmel, war das etwa …?

Er schien nicht nur im sprichwörtlichen Sinne „groß" zu sein!

„Never! Wie sagt ihr Deutsche? Quetsch?"

„Quatsch", verbesserte sie ihn unwillkürlich, fast völlig atemlos. Ihm schien sein „körperlicher Zustand" jetzt auch aufzufallen, denn er errötete ein wenig, rückte aber nicht ab. Stella wertete das als gutes Zeichen. Als SEHR gutes Zeichen!

„Wie …?" Er räusperte sich, ehe er mit rauer Stimme fortfuhr. „Wie kommst Du denn darauf?"

Worauf? Ach so, ja …

„Du …" Wie sollte man sich erinnern, wenn etwas so verlockend Hartes gegen den eigenen Bauch gedrückt wurde und man sich nichts sehnlicher wünschte, als … als … verdammt noch mal – zu vögeln! Hier und jetzt!

„Du warst so komisch!"

Oh, ein ganzer, zusammenhängender Satz! Im Stillen beglückwünschte sich Stella dafür. Und sie presste sich auch nur deshalb kurz gegen ihn, weil ein kleines Teufelchen von ihr Besitz ergriff! Das war wirklich der einzige Grund. Ehrenwort!

Zu ihrer Überraschung schien es ihm ähnlich zu gehen, denn mit einem Mal funkelten seine silbergrauen Augen golden auf und im nächsten Moment fand sie sich von ihm fest an die Wand gedrückt wieder und er knurrte leise. Und zu ihrer absoluten Verwirrung – ängstigte es sie kein Stück. Es ließ sie vielmehr … feucht werden.

Oh Himmel.

Einen Herzschlag lang starrte er sie durchdringend mit diesen erregend goldenen Augen an, ehe er plötzlich blinzelte und den Kopf schüttelte, als erwache er grade aus einem Traum. Gold wechselte zu Silber in nur einer weiteren Sekunde. Als er gewahr wurde, dass er sie grade mal wieder gegen eine Wand nagelte, wollte er einen Schritt zurück weichen.

Aber Stella vergrub die Hände in seinem Hemd und ließ ihm keine Fluchtmöglichkeit. Mit einem reichlich verruchten Lächeln lud sie ihn vielmehr ein.

„Nicht weggehen."

„Aber …"

Sie schüttelte den Kopf. „Siehst Du, das meine ich! Im einem Moment bist Du so … so …" Sie suchte nach Worten und er zog unwillkürlich den Kopf zwischen die Schultern, in Erwartung einer Strafpredigt.

„… leidenschaftlich!" stieß sie schließlich hervor und erntete einen reichlich verblüfften Blick. „Und dann wieder so schrecklich zurückhaltend!"

„Du magst das?" fragte er ungläubig.

„Und wie!"

„Aber Du .. you said that … ich seien still und ... und … so ehrenhaft … und das gefallt … gefällt Dir!" Offenbar hatte sie ihn so aus der Fassung gebracht, dass er wirklich völlig konfus in den Sprachen wechselte und seine reine deutsche Aussprache schlichtweg die Themse herunterging.

Wenn es nach Stella ginge, konnte sie vor dort bis in den Atlantik schwimmen!

Er räusperte sich noch einmal und sah ihr schließlich fest in die Augen. „Du ... du magst – den Wolf?"

„Wenn er Dich dazu bringt, mich so herrlich an Wände zu nageln, dann liebe ich ihn!"

Stella zwinkerte und er konnte nicht anders als Lächeln. Erst zärtlich – dann deutlich herausfordernd. Seine Augen begannen erneut zwischen Gold und Silber zu flackern.

„Weißt Du, er ist ein Teil von mir. Der Wolf, meine ich."

Stella nickte, während sich eine erwartungsvolle Gänsehaut über ihren Rücken schlich. Seine Stimme war eine Nuance dunkler und voller geworden. Und sein Blick ... Ob er sich sehr erschrecken würde, wenn sie hier einfach zu einem Pfützchen dahinschmolz?

Er schien noch immer etwas zu zögern. „Und wenn Du mich willst, Stella, bekommst Du ihn automatisch dazu. Ob Du willst oder nicht. Das hab´ ich gelernt. Und er ... er ist manchmal nicht sehr sanft."

„Ich bin hart im Nehmen", war ihre schlichte Antwort, während der sie den Blickkontakt offen aufrecht hielt. „Und ich habe keine Angst vor dir!"

„Ich kann ihn nicht steuern. Und er kommt auch nicht nur an Vollmond."

Stella grinste ihn an – allein der Gedanke! - ehe sie die Hände auf seine Schultern legte und sich langsam und aufreizend an ihm rieb. „Dann würde ich vorschlagen, dass Du ihn mir endlich vorstellst!"

Als habe er nur auf diese Aufforderung gewartet verlor sie wie bei ihrem ersten Kuss erneut den Boden unter den Füßen und wurde hart gegen die Wand gepresst. Im nächsten Moment hatte sich ein harter Oberschenkel zwischen die ihren gedrängt und sie höchst erotisch an das Kribbeln zwischen ihren Schenkeln erinnert, das stärker würde, seit seine Augen wieder diesen Goldton angenommen hatten - und er sie angesehen hatte wie eine besonders leckere Portion Mousse au chocolate! Oder, im Falle des Wolfes – eine besonders große Portion Filet Mignon!

Und dann küsste er sie. Hart, leidenschaftlich. Kompromisslos räuberte er ihren Mund, duellierte sich mit ihrer Zunge, nur um den Kuss genauso abrupt zu beenden, wie er begonnen hatte. Und sich dann an dem empfindlichen Punkt ihres Halses festzusaugen, seine Zähne darin zu vergraben.

Stella gab ein ersticktes, hungriges Geräusch von sich, ihre Brust hob und senkte sich heftig, während seine Hände sich besitzergreifend ihre Seiten hinabarbeiteten, bis zum Rand ihres Pullovers. Er zog ihn mit einem Ruck hoch, in Erwartung von nackter, warmer Haut. Doch alles worauf seine gierigen Finger trafen war neuer Stoff. Erneut entfuhr ihm ein Knurren und er blickte ihr fragend in die Augen.

Sie erschauerte – und wusste nicht, ob erwartungsvoll oder unbehaglich. Aber eines wusste sie – er durfte jetzt auf keinen Fall aufhören!

„Ein Body", antwortete sie auf seine ungestellte Frage. Er runzelte die Stirn. „Häkchen. Unten." Mehr brachte sie nicht über die Lippen, zog sich ihr Körper doch erwartungsvoll unter seinem Blick zusammen. Himmel, er sollte weiter machen! Sie wollte ihn!

Ohne sie aus den Augen zu lassen, wanderten seine Hände zum Knopf ihrer Jeans und zerrten ungeduldig daran. Himmel, allein diese Ungeduld war besser als alles, was sie vorher gekannt hatte. Erregend bis ins Mark! Er wollte sie so offensichtlich, dass er ihr vermutlich wirklich die Kleider vom Leib reißen würde, wenn sie ihm nicht half. Und irgendwie war dieser Gedanke sehr verlockend.

Nur mühsam gewann ihre Logik Oberhand – immerhin war sie im Moment nicht gerade mit einem übervollen Kleiderschrank gesegnet – und sie half ihm. Mit einem kurzen „Wieder-auf-die-Füße-stellen" von Stella gelang es ihnen schließlich die Jeans loszuwerden. Und als Remus´ Hand erneut tastend zwischen sein Bein und ihren Schoß schlüpfte, konnte sie ein leises, erregtes Stöhnen nicht gänzlich unterdrücken. Mit flinken Fingern hatte er die winzigen Häkchen geöffnet, nur um gleich darauf auf den Stoff ihres Höschens zu stoßen.

„Himmel, Frau, Du hast eindeutig zu viel an", brummte er an ihren Lippen, ehe er sie wieder mit den seinen verschloss und ihr Höschen kurzerhand zur Seite schob. Seine andere Hand legte sich besitzergreifend über eine ihrer Brüste, um quälend langsam mit dem Daumen über ihre verhärtete Spitze zu streichen.

Stellas Hände krallten sich in seine Schultern und sie biss sich auf die Unterlippe, um nicht aufzuschreien, als sie seine Finger spürte, mit denen er in sie hinein glitt, ein Finger, zwei, drei. Das Zusammenspiel aus sanften, besitzergreifenden Bissen und streichelnden Händen auf ihrer Brust, auf ihrer Klitoris, ließ sie ungeduldig auf seinem Bein hin und her rutschen, verzweifelt bemüht die Spannung zu lindern, die er so gründlich und unwiderstehlich in ihr aufbaute. Mehr! Sie wollte mehr! Und das schnell! Sonst … sonst …

Ein winziger Fingerstreich reichte aus, damit ihre Welt in flüssige Farben zerlief und einer blendendhellen Welle aus konzentriertem Gefühl Platz machte. Sie schrie unwillkürlich auf, erschauerte heftig und sank schließlich kraftlos gegen ihn. Nur sehr benommen registrierte sie, dass er sich an seiner Hose zu schaffen machte. Und sie hätte begeistert gejubelt über die Aussicht, ihn endlich richtig zu spüren, tief in sich, wenn sie dazu nicht viel zu atemlos gewesen wäre.

‚Oh ja, nimm´ mich!' flehte sie stattdessen stumm und hob sich ihm unwillkürlich entgegen.

Grade als er die Knöpfe seiner Hose geöffnet hatte und sie zurecht schob, gab es einen Knall und beide fuhren erschrocken zusammen.

Stella, mit dem Blick auf die Haustür, lief puterrot an und starrte wortlos über seine Schulter. Innerlich fluchte Remus laut. Oh verdammt! Warum grade jetzt! Merlin, er war so nahe dran gewesen! Und seine Erektion würde ihn umbringen, wenn er nicht sehr bald Erleichterung verspürte. Aber was sollte er tun? Er konnte wohl kaum fortfahren, während jemand hinter ihnen stand!

„Lupin! Such´ Dir gefälligst ein Zimmer! Das ist ja widerlich!"

‚Oh nein, nicht er!'

Die goldenen Augen verwandelten sich in die silbernen zurück, ehe er den Kopf wandte. Das Schicksal schien ein wirklich grausames Wesen zu sein …

„Was willst Du hier?" fragte er den neuen Besucher unfreundlich, während er versuchte, Stella mit seinem Körper abzuschirmen und gleichzeitig seine Hose wieder zu schließen.

„Snape?" flüsterte Stella dicht an seinem Ohr.

Er nickte nur. Kein Wunder, dass sie den Tränkemeister auf Anhieb erkannt hatte – ihn hatte Miss Rowling besonders gut getroffen. Er war wirklich die blasse, unfreundliche Fledermaus! Und seine messerscharfe Zunge war mal wieder in Höchstform!

„Jedenfalls nicht dabei zusehen, wie Du eine Frau an der Wand vernascht", schnarrte Snape nämlich gerade zurück, ehe er offenbar einen längeren Blick über Stella wandern ließ. Einen Moment lang hätte sie schwören können, dass er sie sehr seltsam ansah. Fast anerkennend. Sein kalter Blick wanderte von ihrem hochgeschobenen Pullover über ihren Body, der ihr mittlerweile geöffnet über den Bauch hoch gerutscht war, bis hin zu ihrem – Gott sei Dank! – farblich passenden Slip.

„Ich hoffe, Sie sind sich darüber im Klaren, wen Sie da vor sich haben. Maam", bemerkte er gefährlich leise, während Remus ihn mit eisigem Blick maß. „Ich an Ihrer Stelle wäre wählerischer."

Stella hatte bereits den Mund geöffnet, um diesen unfreundlichen Klotz zornig anzufauchen und sich sarkastisch zu erkundigen, ob ER die weniger attraktive Alternative sei, doch Remus warf ihr einen kurzen, beruhigenden Blick zu.

„Warte in der Küche, Severus. Ich komme sofort!"

Snape verzog die schmalen Lippen zu einem kalten Lächeln, ehe er der Bitte verblüffenderweise Folge leistete und in der Küche verschwand. Offenbar hatte er genug Gift verspritzt.

Ganz langsam ließ Remus Stella endgültig hinunter und lächelte sie schief an.

„Es tut mir leid. Wirklich. Aber ich muss mit ihm sprechen."

Sie nickte, eindeutig enttäuscht, versuchte ihre Gefühle aber zu verbergen. Mit einer etwas zu heftigen Bewegung zog sie sich den Body zurecht und schloss die Häkchen wieder, ehe sie sich zu ihrer Jeans hinabbeugen wollte. Bei letzterem hielt er sie auf. Sanft legten sich seine Hände um ihr Gesicht und der folgende Kuss war wesentlich zärtlicher als alle vorhergegangenen.

„I promise we´ll finish this as soon as possible. Okay?"

Wieder nickte Stella. Ihre Hand strich sanft über seine Wange und verharrte kurz auf seinen Lippen.

"Bald?"

"Sehr bald", versprach er leise, während er ihre Finger mit der Hand umschloss und sie sanft küsste. "Sonst muss ich nämlich explodieren."

Gegen ihren Willen musste sie bei seinem kläglichen Gesichtsausdruck lachen. „Ich nehme Dich beim Wort, Wolfsmann", antwortete sie zwinkernd, ehe sie, die Jeans immer noch in den Händen anstatt an den Hüften, die Treppe erneut hochflitzte.

Eine ausgiebige kalte Dusche war angesagt.


Immer diese Störungen. Tz, tz, tz. Snape hat aber auch ein Radar hierfür. Wir sind schon gespannt auf eure Reviews!