Carlisle POV
Ich saß in meinem Büro und arbeitete mich durch unzählige Patientenakten. Hin und wieder warf ich einen Blick auf die Uhr, die über der Zimmertür hing. Es war bereits 10 Uhr und meine beiden rebellischen Töchter hatten ihr Zimmer immer noch nicht verlassen. Entweder versuchten sie das Ganze hinaus zu zögern, oder sie schliefen wirklich noch. Es wäre ihnen nicht zu verdenken immerhin war es bereits vier Uhr morgens, als die beiden nach Hause kamen. Wahrscheinlich hatten sie auch noch mit den Nachwirkungen des Alkohols zu kämpfen, denn mir war durchaus nicht entgangen das die beiden penetrant nach Alkohol rochen.
Gerade als ich den Gedanken zu Ende gedacht hatte, hörte ich schon eine Zimmertür die aufgerissen wurde und wie jemand ins gegenüberliegende Bett stürmte.
Ich seufzte kurz und stand auf, um der Sache auf den Grund zu gehen. Als ich vor der Badezimmertür stand hörte ich bereits wie jemand würgte und sich im wahrsten Sinne des Wortes die Seele aus dem Leib kotzte.
Ich musste lächeln, denn ich wusste das es nur eine meiner beiden Töchtern sein konnte.
Langsam öffnete ich die Tür und sah wie sich meine jüngste Tochter Lilian über die Kloschüssel beugte und ihren Mageninhalt darin entleerte.
Ich kniete mich neben sie und strich ihr beruhigend über den Rücken. Sie hätte mir fast leid getan wenn da nicht die Tatsache wäre, dass sie auf diese Party gegangen ist und das auch noch ohne meine Erlaubnis.
Nach einigen Minuten hatte sie sich wieder beruhigt und sah mich wehleidig an "Dad ich hab Kopfschmerzen. Kann ich eine Tablette haben?"
Ich lächelte und schüttelte den Kopf "Oh nein mein liebes Kind. Du bekommst ganz sicher keine Tablette von mir. Nicht nachdem du dich gerade übergeben hast" antwortete ich.
"Aber Dad ich hab Kopfschmerzen" jammerte sie.
Ich blieb hart "Das hättest du dir überlegen müssen, bevor du Alkohol trinkst"
"Aber Dad ich hab keinen.." sagte sie.
Sofort hielt ich meine Hand hoch "Lüg mich nicht an! Ich habe es gestern gerochen. Ihr habt beide getrunken." sagte ich.
Meine Tochter schaute mich mit ihrem typischen Daddyblick an "Ich hab nur ein Bier getrunken Daddy!" sagte sie, schaute aber sofort in die andere Richtung.
Ich konnte es nicht fassen, das sie mich schon wieder anlog. Ein Knurren entwich meiner Kehle, woraufhin sie mich sofort erschrocken ansah "Lilian ich bin nicht blöd!" brüllte ich "Ich mag zwar 300 Jahre alt sein, aber ich kann sehr wohl den Geruch von Bier und Schnaps unterscheiden. Und weißt du was?" fragte ich und zog eine Flasche hinter dem Rücken hervor "Die hab ich bei dir im Zimmer gefunden"
Ihre Augen waren voller Schock auf die halbvolle Flasche Wodka in meiner Hand gerichtet.
"Da du nichts mehr dazu sagst, nehme ich das alles Bestätigung das ihr beiden harten Alkohol getrunken habt" sagte ich und stand auf.
Meine Tochter stand ebenfalls auf und verschränkte die Arme vor der Brust "Was hast du eigentlich in meinem Zimmer zu suchen Dad?" fragte sie.
"Ich bin in dein Zimmer gegangen um nach euch zu sehen und da habe ich diese Flasche unter deinem Bett gefunden. Außerdem steht das hier nicht zur Debatte" antwortete ich, bevor ich fortfuhr "An deiner Stelle würde ich das Benehmen das du gerade an den Tag legst zurückstellen. Ich will deine Schwester und dich in einer halben Stunde in meinem Büro sehen und keine Minute später. Verstanden?" fragte ich.
Meine Tochter drehte sich genervt weg und würdigte mich keines Blickes. Ich machte einen Schritt auf sie zu ergriff ihren Oberarm und drehte sie wieder zu mir "Hast du verstanden?" fragte ich erneut.
"Ja hab ich" antwortete sie.
"Sehr gut! Bis gleich in meinem Büro" sagte ich noch, bevor ich aus der Tür ging und meine Tochter alleine ließ.
Lilly POV
Ich putzte mir schnell die Zähne, bevor ich in Rosalies Zimmer stürmte und sie aufweckte.
"Rose aufstehen" rief ich.
"Was denn" antwortete sie noch halb verschlafen.
"Beeil dich wir sollen in einer halben Stunde in Dads Büro antreten" sagte ich und suchte währenddessen nach Klamotten im Kleiderschrank meiner Schwester.
"Was? Wieso jetzt schon? Ich bin noch total müde" sagte sie und zog sich die Bettdecke wieder über den Kopf.
Ich verdrehte die Augen "Rose mach weiter. Er ist jetzt schon total angepisst"
Endlich stand meine Schwester auf und murmelte genervt "Ist ja gut"
Gott sei Dank! Ich hatte keine Lust auf mehr Ärger mit Dad. Den würden wir sowieso bekommen, aber man muss ihn ja nicht noch mehr reizen. Das hatte ich bereits im Badezimmer mit meinen Lügen geschafft, welche er sich wahrscheinlich schon mental notiert hatte.
Nach 20 Minuten stand meine Schwester fertig angezogen und wie sollte es auch anders sein komplett aufgetackelt vor mir.
"Rose warum machst du dich so hübsch? Dad wird dich sowieso umbringen" fragte ich.
Meine Schwester fuhr sich mit der Hand durchs Haar und sagte "Na und, dann will ich wenigstens hübsch sterben"
Wieder verdrehte ich die Augen "Deine Gelassenheit möchte ich haben" sagte ich und begab mich nun mit meiner Schwester auf den Weg in die Höhle des Löwen.
Wenige Sekunden später standen wir vor Dads Bürotür "Kommt rein" rief er von innen.
Ich ließ meiner Schwester den Vortritt, immerhin war sie älter als ich.
"Hinsetzen" befahl er und deutete auf die zwei Besucherstühle vor seinem Schreibtisch.
Etwas gelangweilt ließ ich auf dem Stuhl plumpsen und sah aus dem Fenster. Rose schaute auf den Boden und spielte an ihrem Armband rum.
Dad räusperte sich und sah zwischen und beiden hin und her. Eine Sekunde später ließ er seine flache Hand auf die Tischplatte knallen, was mich so erschreckte das ich ihn sofort ansah. Rose war ebenfalls zusammen gezuckt und wendete sich von ihrem Armband ab und richtete ihre Aufmerksamkeit nun ebenfalls auf unseren Dad.
"Wie schön das ich nun eure volle Aufmerksamkeit habe" sagte Dad etwas sarkastisch.
"Also" begann er "Nun erzählt mir doch mal, was euch dazu bewegt hat auf diese Party zu gehen, obwohl ich es euch verboten hatte"
"Wir wollten Spaß haben" platzte ich heraus.
"So ihr wolltet Spaß haben? Das war eine sehr gute Erklärung dafür" sagte er und faltete die Hände auf der Tischplatte und starrte meine Schwester und mich an.
Ich glaub ich halte lieber die Klappe und überlasse Rosalie das Reden, bevor Dad noch komplett ausflippt.
"Es tut uns leid Dad" schniefte Rose und sofort liefen ihr Tränen über die Wangen.
Sehr gut, dachte ich. Tränen ziehen bei Dad immer..
"Wir haben einfach nicht nachgedacht und wir machen es bestimmt nicht wieder" fügte Rose hinzu, bevor sie total in Tränen ausbrach.
Meine Schwester kann wirklich verdammt gut Schauspielern. Wenn ich später die selbe Tour abziehe, wird Dad mir bestimmt verzeihen...
Dad sah mich an und sagte "Lilian geh bitte in dein Zimmer bis ich dich hole"
Verwirrt antwortete ich "Okay"
In meinem Zimmer angekommen schmiss ich mich aufs Bett und wartete.
Nach einer viertel Stunde hörte ich Schritte auf dem Flur und wie Rosalies Zimmertür geöffnet und geschlossen wurde.
Es dauerte nicht lange bis es an meiner Tür klopfte "Herein" antwortete ich.
Dad öffnete die Tür einen Spalt "Kommst du bitte?" fragte er und sofort stand ich auf und folgte ihm wieder in sein Büro.
"Setz dich" sagte er.
Ich nahm Platz und legte meinen traurigsten Gesichtsausdruck den ich zu bieten hatte auf.
"Lilly lass das. Es hat bei Rose nicht geholfen und es wird bei dir, auch wenn du meine leibliche Tochter bist nichts helfen" ermahnte er mich.
Verdammt! Anscheinend ist Rose doch nicht so eine gute Schauspielerin wie ich dachte.
Nervös rutschte ich in meinem Stuhl hin und her, als Dad zu sprechen begann "Du hast einige Regeln gebrochen und ich hoffe du bist dir im Klaren darüber"
"Hmmm" murmelte ich.
"Wie bitte?" fragte er.
"Ja ich weiß" antwortete ich etwas lauter.
"Was waren das für Regeln?" fragte er wieder.
Mein Gott Dad, das weißt du doch "Ich bin auf die Party gegangen, obwohl du es verboten hast. Ich hab Alkohol getrunken und ich hab dich angelogen" antwortete ich.
"Du hast mich zweimal angelogen um genau zu sein" fügte er hinzu.
Er wird mich umbringen...
"Dann wäre das ja geklärt" sagte er und stand auf.
Ich blieb sitzen und beobachtete wie er auf die Couch in der Ecke zu ging und sich hinsetzte.
Oh Dad komm schon...
"Komm her Lilian" befahl er.
Seufzend stand ich auf und blieb vor ihm stehen " Oh man Dad du bist voll Oldschool. Wir können das doch auch anders regeln zum Beispiel mit Hausarrest oder so" schlug ich vor.
Er sah mich fragend an "Oldschool?"
"Ja Oldschool" antwortete ich "Komm schon gib mir Hausarrest oder so"
"Hmmm ich erinnere mich daran das du Hausarrest hattest, aber dich nicht daran gehalten hast" sagte er schon fast triumphierend.
Verdammt! Warum hat er nur so ein gutes Gedächtnis?
"Aber Daddy..." bettelte ich.
"Schluss jetzt" schimpfte er "Die Daddy Tour zieht nicht und jetzt komm her"
Ich blieb stehen und schüttelte den Kopf. Kampflos wollte ich nicht aufgeben.
Er seufzte, bevor er auf mich zukam und mich hochhob. Ich versuchte mich aus seinem Griff zu befreien, aber ich hatte nicht den Hauch einer Chance.
Warum hab ich nur diese verdammten Jogginghosen angezogen? Denn diese hatte er im Bruchteil einer Sekunde samt meiner Unterwäsche runter gezogen.
Er hatte mich durchschaut, soviel war sicher. Es war vorbei mit der Daddy-es-tut-mir-leid-Masche und das wurde mir bewusst als ich den ersten harten Klaps auf meinem Hintern spürte.
Ich blieb ruhig, auch wenn die ersten geschätzen fünf Schläge ziemlich fest ausfielen.
"Daddy das tut weh" jammerte ich in der Hoffnung er würde dann aufhören.
"Ich weiß" antwortete er und machte weiter.
Mittlerweile war er bei 20 angelangt und langsam konnte ich nicht mehr ruhig bleiben. Ich heulte und rutschte auf seinen Knien hin und her, um seiner Hand auszuweichen, aber ohne Erfolg.
Notiz an mich: Ich schleich mich nie wieder aus dem Haus, oder ich frag Emmett wie man das macht ohne erwischt zu werden!
Mein Hintern sah wahrscheinlich mittlerweile aus wie wenn ich fünf Stunden im Solarium gewesen war.
Mein Dad hörte auf und ich wollte sofort aufstehen, aber er hielt mich zurück "Hiergeblieben" sagte er und schob mich ein Stück nach vorne. Ich wusste sofort was los war und bedeckte meinen Hintern mit beiden Händen.
"Lilly nimm die Hände weg" sagte er streng.
Ich schüttelte den Kopf.
Nie im Leben Dad! Ich bin doch nicht wahnsinnig!
Sofort packte er meine Handgelenke und hielt sie hinter meinem Rücken zurück.
Ich bettelte und flehte, aber nichts half. Dad meinte es dieses Mal verdammt ernst.
"Daddy es tut mir leid" jammerte ich.
"Ich weiß" antwortete er "Seh es als Warnung"
"Ich machs nie wieder versprochen" heulte ich.
Wieviele waren es bis jetzt? Nochmal zehn? Ich hatte aufgehört zu zählen.
Die letzten fünf die er mir gab taten verdammt weh...
Ich lag immer noch übers Dads knien und heulte wie ein kleines Mädchen. Bin ich das nicht sogar? Egal!
Nachdem er mir meine Hose wieder hochgezogen hatte hob er mich hoch und drückte mich an sich.
"Es tut mir leid. Ich machs bestimmt nie wieder" weinte ich und umarmte ihn.
"Ich weiß Schätzchen, ich weiß," sagte er liebevoll.
Ich weinte in sein Hemd, als er mich sanft hin und her schaukelte.
"Ich liebe dich ", flüsterte er mir wieder und wieder zu.
"Ich dich auch Daddy"
Als ich aufgehört hatte zu weinen zog ich mich aus seiner Umarmung zurück "Ich will zu Rose gehen" murmelte ich.
Dad lächelte "Geh ruhig zu ihr" antwortete er.
Als ich mich umdrehte sagte er "Lilly eins noch. Mach so etwas nie wieder! Und dein Hausarrest bleibt die nächsten zwei Wochen bestehen. Das selbe gilt für Rosalie"
"Geht klar Dad" sagte ich noch und machte mich auf den Weg zu meiner Schwester.
