Der Morgen war ziemlich hektisch gewesen. Alle Mädels sprangen schnell unter die Dusche und schwangen sich dann jeweils an den Schminktisch in ihren Zimmern. Schnell wurde das letzte Make Up aufgelegt, bevor es nach unten zum frühstücken ging. Schnell wurden die Cornflakes in die hungrigen Bäuche geschoben und die Orangensäfte hinterher gekippt.
„Sakura? Bist du fertig?" rief Tenten zwanzig nach acht in die zweite Etage hoch. Sie hörte ein Murren. „Ino?" rief sie weiter. „JA! IST OKAY!!! BIN GLEICH DA!" brüllte die Blondine genervt hinunter. „Wir müssen los!" rief Hinata. „Es ist schon 20 nach! In 10 Minuten müssen wir da sein!"
„IST GUT!" brüllten die beiden Mädchen als sie am oberen Treppenabsatz erschienen synchron, stürmten die Treppen hinunter und sprangen in ihre Schuhe.
Zu viert machten sie sich auf den Weg zu den Jungs, um sie abzuholen. Die waren total ruhig und gechillt, sie mussten schließlich nicht 10 Mal pro Minute Make Up und Haare checken.
Schnell wurden sie eingesammelt, bzw. gehetzt sich endlich die Schuhe anzuziehen und getadelt, weil irgendetwas an ihnen nicht nach dem Geschmack der Mädchen aussah. Erst als Ino sich darüber beschwerte, Kibas Oberteil würde nich zu seinen Tatoos passen, schoben die Jungs sie genervt aus dem Haus und bugsierten sie irgendwie zu ihrem neu zugewiesenen Klassenraum.
Auf dem Weg dahin zog Tenten Kiba und Neji ein wenig zur Seite. Verwundert sahen die beiden jungen Männer die Braunhaarige an. „Tenten?" fragte Neji mit kühlen Augen.
„Ähm… Neji… Kiba… tut mir leid, dass ich vorgestern so ausgetickt bin… öhm… das war eigentlich nicht meine Absicht… und… danke, dass ihr euch um mich Sorgen gemacht habt…" fügte sie kleinlaut hinzu. Die beiden Jungen sahen sich einen Moment an. Dann grinste Kiba. „Kein Problem, Süße. Tut mir auch leid. Ich weiß doch, dass du an die Decke gehst, wenn man dir angeblich grundlos etwas verbietet." Er legte einen Arm um sie und drückte seine beste Freundin an seine Seite. Auch Akamaru schien äußerst glücklich über die „Wiedervereinigung" zu sein, denn er sprang glücklich neben den beiden auf und ab.
Dann widmete Tenten Neji ihre Aufmerksamkeit. Er hatte die Szene mit leicht zusammengezogenen Augenbrauen beobachtet und war still geblieben. Er hatte die Freunde nicht stören wollen. Als er schließlich merkte, dass Tenten wartete, ob er etwas sagen würde räusperte er sich. „Ähm… Ja… schon okay." Damit legte er einen Zahn zu und war innerhalb weniger Sekunden bei Hinata angelangt, die mit Sakura quatschend einige Schritte vor ihnen lief. Verwirrt sah Tenten ihm hinterher, doch Kiba lachte. „Er ist wohl kein Mensch großer Gefühle." Tenten schüttelte grinsend den Kopf. „Definitiv nicht."
Im Klassenzimmer saßen bereits drei Junge Männer. Zu ihrer „großen Freude" sahen Neji und Kiba unter ihnen auch Chouji. Sofort legten beide die Arme um Tenten und Hinata und schossen ihm eisige Näh-dich-ihr-und-du-bist-tot-Blicke zu.
Sakura hatte ganz andere Probleme. Ein grünes Etwas kam höchst erfreut auf sie zugesprungen und zog sie in eine feste Umarmung. „Sakura-san! Endlich bist du da! Ich hab schon gedacht du kommst nicht mehr! Ich hab dich ja so vermisst! Wie konntest du nur einfach weggehen ohne mir deine Handynummer dazulassen! Ich habe auch bei euch geklingelt, aber mir hat irgendwie nie jemand aufgemacht!" entrüstet schob er sie von sich und sah die Haruno entgeistert an. Wie konnte man IHM denn nicht aufmachen? Oder war Sakura einfach nicht zu Hause gewesen?
Sakura warf einen hilflosen Blick zu ihren Freunden hinüber, als Lee sie wieder umarmte und sich mit ihr immer schneller im Kreis zu drehen begann. Naruto machte grade einen Schritt nach vorne, um Sakura zur Hilfe zu eilen, als Sasuke die Haruno bereits sanft aus Lees Arme befreit und mit seinen eigenen umschlossen hatte. „Tut mir leid… ähm… Lee war das, richtig? Wir waren alle zusammen bei uns im Haus, deswegen konnte dich leider keines der Mädchen hören und dir aufmachen." Erklärte der Uchiha höflich. „Aber ich habe doch ganz laute Musik aus einem der Zimmer gehört!" sagte der Froschmann empört, seine Arme hatte er immernoch nach Sakura ausgestreckt. Als Lee noch einen Schritt auf sie zu machte, um sie irgendwie wieder in die Finger zu kriegen drückte sich die Rosahaarige näher an den Uchiha und grub ihre Finger in sein Shirt. Sollte wohl „Mach, das er weg geht!" bedeuten. „Lee, würdest du bitte deine Finger von Sakura lassen? Sie hat ein wenig Berührungsängste mit neuen Leuten." Rettete er sie. „Aber… ihr kennt euch doch noch gar nicht so lange, oder?" fragte Rock Lee mit großen Kulleraugen. „Ähm…" stotterte Sasuke. Er konnte ja jetzt schlecht irgendetwas von Cousin – Cousine erzählen. So ähnlich sahen sie sich wirklich nicht. „W-Wir waren zusammen in der Grundschule!" fiepte Sakura. Sie hatte gespürt wie Sasuke sich auf der Suche nach einer guten Ausrede verkrampft hatte.
„Ach so… Alles klar, Sakura-san! Ich werde mich in Zukunft ein wenig von dir fern halten! Auch wenn es mich ziemliche Überwindung kosten wird nicht dein wundervolles Haar zu riechen und deine wundervolle, weiche Haut spüren zu können!" damit entfernte er sich. Sakura und Sasuke atmete beide einmal tief durch und entspannten sich. Das war ja grade nochmal gut gegangen.
„Oh Mann! Die erste Stunde hat noch nicht mal angefangen und ihr zwei flirtet schon wie verrückt." Grinsend stellte sich Ino neben die beiden und sah ebenfalls Lee hinterher. „Der ist aber auch 'ne Nummer…" Murmelte sie grinsend.
Sakura und Sasuke stoben auseinander, beide mit leichtem Rotschimmer auf den Wangen, was Sasuke jedoch gekonnt überspielte: „Lasst uns uns hinsetzen." Schnell setzten sie sich irgendwie hin und warteten auf irgendeinen Lehrer der auftauchte.
Allerdings kam besagter Lehrer erst nach einer halben Stunde und somit war die Frage auch schon geklärt, wer es denn wohl war. Kakashi. Natürlich. „Kakashi-sensei, kommen sie eigentlich immer zu spät?" fragte Tenten seufzend. Neji neben ihr nickte. „Und er hat jedes Mal eine andere Ausrede parat." Grinste der Hyuuga.
„Nanana, Neji. Sei mal nicht so frech!" tadelte ihn der grauhaarige Lehrer. „Also. Ich bin euer Deutschlehrer, Hatake Kakashi, für die die mich noch nicht kennen." Er schaute in Richtung Chouji. „So. Ich hoffe ihr habt euch am Wochenende schon mal ein wenig eingelebt und euch untereinander vertraut gemacht… soweit das noch nicht der Fall war." Er sah sich im Raum um, doch gerade, als er wieder ansetzen wollte, schwang die Tür auf und ein Mann in einem froschgrünen Anzug stürmte hinein. „Ich kenne euch jedoch noch nicht! Ich bin Maito Gai! Und euer Sport- und Klassenlehrer! Ich kenne euch jugendlichen, feurigen Mädchen und Jungen noch nicht, deshalb würde ich vorschlagen, dass sich jeder kurz mit seinem Namen vorstellt und warum er gerade in den Sportzweig wollte! Das wird uns helfen, uns besser zu verstehen! Da bin ich mir sicher!" so tänzelte Gai durch den Raum. Kakashi schüttelte hoffnungslos den Kopf. Das konnte ja noch was werden. Sakura war unterdessen immer weiter zu Naruto nach links gerutscht. Zu ihrer rechten saß nämlich Lee und der hatte, seit er ihren Klassenlehrer erblickt hatte irgendwie… Feuer gefangen. In seinen Augen tobte ein unheimliches glitzerndes Feuer, voller Tatendrang und er hibbelte die ganze Zeit so seltsam rum… Als die junge Haruno schließlich fast auf dem Schoß des Uzumaki saß, erbarmte er sich und tauschte Plätze mit ihr. Nun saß sie neben Sasuke, der sich das Schauspiel nur mit gerunzelter Stirn ansah. „Warum kriegen wir es nochmal immer mit Bekloppten zu tun?" fragte er Sakura. Sie zuckte mit den Schultern. „Wir scheinen sie irgendwie anzuziehen…" Die beiden seufzten. Wenn ihre anderen Lehrer auch alle irgendeine komische Marotte hatten konnten sie sich ihren wenigstens halbwegs normalen Unterricht sonst wo hin stecken.
„Also, ich fange dann auch gleich mal an! Ich bin Maito Gai!" *Hat er irgendwie schon gesagt.* dachten die Freunde. „Ich bin euer Sport- und Klassenlehrer!" *Hat er irgendwie auch schon gesagt…* „Und ich freue mich sehr euch Jugendliche, die ihr bestimmt voller jugendlicher Energie seid, unterrichten zu dürfen!" *Okay… das verstört mich jetzt ein wenig…* dachte jeder einzelne von ihnen in sich hinein. „Wer will als nächstes?" fragte er und strahlte die Klasse an. Lee hüpfte auf seinem Platz auf und ab. „Oh, Ich! Ich, Sensei! Ich will!" Mit einem anerkennenden Lächeln und einem seltsamen Glitzern in den Augen nickte er Lee zu. „Ich bin Rock Lee! Ich freue mich ebenfalls mit euch Unterricht zu haben!" Sakura rückte noch ein Stück näher zu Sasuke. Der Typ war definitiv nicht normal. Dann war Naruto an der Reihe. „Öhm… ja… ich bin Uzumaki Naruto… ähm… ja… freut mich auch euch kennen zu lernen…" stammelte er, etwas verstört vor sich hin. Sakura sah ihn besorgt an, als sie plötzlich in die Seite gepiekst wurde und zusammenschrak. „A-Ano… Haruno Sakura! E-Ebenso…" sagte sie schnell. Sasuke erledigte seinen Job dabei etwas besser. „Uchiha Sasuke. Hi." Sagte er mit coolem Gesichtsausdruck und lehnte sich dann auf der Bank zurück. „Hyuuga Neji… zweites Jahr." Sagte Neji neben Sasuke gelangweilt. Hinter ihnen ging es dann weiter mit Ino („Yamanaka Ino. Freut mich!"), Hinata („H-Hyuuga Hinata… Nejis Cousine…"), Tenten („Tenten. Mehr braucht ihr nicht wissen.") Kiba („Inuzuka Kiba, und mein Hund Akamaru!" *bellbell*) und Shikamaru („Nara Shikamaru." Gai: „Und? Willst du nicht etwas mehr sagen?" Shikamaru: „Nö.").
Vor Sakura und Sasuke saßen die beiden, ihnen unbekannten Typen. „Aburame Shino. Hi." Sagte der Junge mit der dunkeln Sonnenbrille und dem hochgeschlagenen Kragen.
„Akimichi Chouji. Wann gibt's was zu essen?" stellte sich der dickere Junge vor. Kiba und Neji verkrampften sich, ließen sich jedoch sonst nichts anmerken.
„Gut! Da wir nun alle Freunde sind, würde ich sagen, wir laufen uns erstmal freundschaftliche 10 Runden um den Sportplatz ein! Los! Kommt mit!" rief ihr Klassenlehrer. Alle sahen sich verwirrt an. Meinte der das ernst? Sasuke, Sakura und Naruto beugten sich zu Neji. „Müssen wir da ernsthaft mitgehen?" „Das meint der doch nicht ernst!" beschwerten sich Naruto und Sakura, doch Neji schüttelte den Kopf. „Der Typ wird von keinem ernst genommen. Vor allem haben wir jetzt eigentlich Kakashi-sensei. Wir schauen einfach mal, wer mitgeht." Damit sanken die drei beruhigt wieder auf ihre Plätze zurück und beäugten amüsiert, wie Lee natürlich voller Tatendrang gerade zur Tür hinaus sprang. Ino und Tenten waren ebenfalls aufgestanden, was die beiden Typen in der ersten Reihe dazu veranlasste ebenfalls das Klassenzimmer zu verlassen. Die beiden Mädchen jedoch blieben bei Neji stehen. „Das meint er nicht ernst, oder?" Die vier aus der zweiten Reihe schüttelten einstimmig die Köpfe. Die beiden Mädchen nickten und setzten sich wieder. Als der Flur draußen ruhig war sprach Kakashi wieder.
„Neji!" fluchte er. „Ich hätte es ja okay gefunden, wenn du deiner Cousine bescheid gesagt hättest, aber musstest du gleich den Großteil der Klasse hierlassen? Das wird Gai nicht gefallen…" grummelte er. „Musst du mir vor allem den Spaß verderben?! Ich hätte mein Buch lesen können, wenn s nur ihr beide gewesen wärt! Mann… Dann muss ich ja ernsthaft Unterricht mit euch machen…"
„Ach was, Sie können uns hier auch einfach rumsitzen lassen! Lesen Sie ruhig Ihr Buch! Wir hören währenddessen einfach Mando Diao oder so…" schlug Ino hoffnungsvoll vor. Auf Unterricht hatte sie generell keine Lust. Doch Kakashi schüttelte den Kopf. „Wenn Tsunade-sama das mitkriegt, dann bin ich so gut wie tot… mit eurer Anzahl lohnt es sich ja wenigstens Unterricht zu machen…" grummelte er weiter. Hinata schüttelte ungläubig den Kopf. Dieser abstruse Mensch sollte Lehrer sein? Er war dafür doch viel zu abgelenkt! Vor allem schien er nun ernsthaft böse auf ihren Cousin zu sein. Er nahm ihn ständig dran, ließ ihn ständig die schwersten Fragen beantworten, doch Neji schien das gewohnt zu sein und beantwortete jede Frage sehr souverän. Die Stunde ging schnell herum, Kakashi-sensei entließ sie zehn Minuten früher, weil er vor seiner nächsten Stunde unbedingt noch etwas in seinem seltsamen Buch lesen wollte und scheuchte sie schnell hinaus.
„Was haben wir jetzt?" fragte Tenten seufzend. Wenn hier alle Lehrer so seltsam waren, fragte sie sich ernsthaft, ob sie an dieser Schule überhaupt etwas lernen würden. „Ähm… Wir haben…" Sakura kramte in ihrer Tasche, die vollgepackt mit schweren Büchern war. „Mathe." Antwortete Neji, ohne auch nur auf seinen Stundenplan geschaut zu haben. „In Raum A006. Das ist da lang, Ino." Dirigierte er die Yamanaka, die schon voller Tatendrang in die falsche Richtung losgestapft war. „Wer ist der Lehrer?" fragte die Blondine, um von dieser leicht peinlichen Tatsache abzulenken. „Sarutobi Asuma. Ein intelligenter junger Lehrer und er kann verdammt gut erklären… allerdings ist er verdammt faul…" fügte der Hyuuga nach einer kurzen Pause an. „Sympathisch." Meinte Shikamaru und stapfte schnell Ino hinterher, als die anderen begannen ihn komisch von der Seite anzusehen.
Asuma war genau so, wie Neji ihn beschrieben hatte. Eigentlich ein super Lehrer, aber ein wenig faul und desinteressiert. Er erinnerte Naruto in einer seltsamen, ironischen Weise irgendwie an Shikamaru. Und Shikamaru… naja… der schien Asuma ja auch irgendwie zu mögen. Der ließ ihn nämlich schlafen. Nachdem der Nara am Anfang der Stunde einige, zumindest für Naruto ziemlich schwierige Fragen problemlos beantworten konnte, durfte er es sich den Rest der Stunde auf dem Tisch neben ihm bequem machen und so vor sich hin dösen. Das fand der Uzumaki jedoch gar nicht witzig, denn er hätte ein wenig Hilfe wirklich ganz gut gebrauchen können. Doch der Nara schlief einfach eiskalt weiter.
In der vierten Stunde (ja in der vierten, nein ich bin nicht zu blöd zum zählen) hatte der Sportzweig nach einer Doppelstunde Mathematik auch endlich wieder geschlossen Unterricht (A: heißt, die Unwissenden die Gai hinterher gerannt sind, sind jetzt auch wieder da ^^), nämlich Englisch, bei Yuuki Kurenai, einer überaus hübschen aber auch strengen Lehrerin, wie Neji ihnen von vorne rein mitteilte. Und tatsächlich, als Kurenai den Raum betrat mussten die Jungs – außer Neji versteht sich – wirklich schwer schlucken. Warum war so eine hübsche Frau Lehrerin und nicht Model oder Schauspielerin?
Diese Frage wurde ihnen teilweise von Kurenai selbst beantwortet.
„Oh Gott, bitte starrt mich nicht so an. Das ist ja schrecklich! Hab ich was im Gesicht oder was?!" empörte sich die junge Frau als sie ihre Sachen auf dem Pult abgelegt und geordnet hatte. „S-Sie… sind so…" stotterte Hinata verlegen, und es wunderte wirklich so ziemlich jeden, der Hinata kannte, dass gerade SIE antwortete. „Was bin ich? Durch den Wind? Energisch? Eine Zicke? Spuck's aus, Kleines!" forderte sie. „Ähm… nein, so … hübsch." Vollendete Hinata schließlich ihren Satz. Die junge Frau vor der Tafel errötete. „Oh… ähm… findest du?" geschlossenes Nicken. „Ähm… Danke…" verlegen ließ sie ihren Blick durch die Klasse schweifen. Dann räusperte sie sich jedoch und begann wieder mit demselben Elan zu sprechen wie noch wenige Augenblicke zuvor. „Also, ich bin Yuuki Kurenai und 25 Jahre alt. Ich unterrichte Englisch und Theater… und … ähm… ja, der Rest geht euch eigentlich nichts an." Scherzte sie lachend.
Nachdem sich auch ihr alle vorgestellt hatten begann der Unterricht.
Nach diesen vier Stunden voller Hauptfächer, hatte der Sportzweig Mittagspause. Sie gingen zusammen in die Mensa, schnappten sich jeder ein Tablett und stellte sich in die Reihe zur Essensausgabe. Die Mädels luden sich ihre Teller und Schüsseln voll mit Feld- und Obstsalat, Orangensaft und einem Körnerbrötchen.
Sie standen wenige Minuten einfach nur herum, mit ihren Tabletts in der Hand und schauten sich suchend nach einem Platz um. Plötzlich gellte ein Schrei durch die volle Cafeteria: „Hey!! Ist das nicht der Sportzweig?!"
Alle Augen lagen auf ihnen, sie gefroren in ihren Bewegungen. Shikamaru, der sich gerade von der Theke her umdrehte, Naruto und Chouji, die sich immer noch mehr Essen auftun ließen, Shino, Kiba und Akamaru hielten beim Strecken inne und auch Ino, Sakura, Hinata, Sasuke und Tenten blieben wie angewurzelt stehen, als sie die vielen Augenpaare auf sich spürten. Nur Neji, der die Aufmerksamkeit wohl schon gewohnt war und Lee, der sie überhaupt gar nicht erst zu merken schien, gingen weiter zu einem freien Tisch, so ziemlich in der Mitte des Raumes.
„Müssen wir da sitzen? Da sitzen wir doch wie auf dem P-Präsentierteller." Fragte Hinata ihren Cousin, als dieser sie weiter schob und ihr und den anderen zu verstehen gab, dass sie nicht darauf achten sollten. „Das ist normal. Der Sportzweig sitzt immer in der Mitte." Sakura seufzte. „Das ist ja wie in einem von diesen schlechten amerikanischen Filmen…" murmelte sie in ihren – nicht vorhandenen – Bart. „Die beliebtesten Schüler sitzen immer in der Mitte, wo sie auch nur jeder sehen kann." Nickte Shikamaru hinter ihr. „Jep. Das sind dann meistens die Cheerleader und die Football- oder Basketball-Heinis." Seufzte Tenten. „Also, dass das mal klar ist, ich bin KEIN Cheerleader!" stellte sie gleich fest als Kiba neben ihr begann zu grinsen. Sie setzten sich also alle zusammen, auch wenn Chouji nicht wirklich erwünscht war (A: von wem wohl xD). Shino schien sich jedoch sehr gut mit Kiba zu verstehen, und das reichte den anderen schon aus.
„Was haben wir eigentlich nach der Pause?" fragte Naruto zwischen zwei Bissen.
„Musik…" sagte Sasuke skeptisch. „Mal sehen wen wir da kriegen…" er ahnte Schreckliches.
„Konan." Sagte Neji teilnahmslos.
Es erwartete sie eine blauhaarige junge Frau mit kalten Augen und einem Piercing am Kinn.
„Guten Morgen Schüler. Ihr seid also der Sportzweig? Hmhm." Nickte sie nachdenklich. „Wir werden dieses Jahr Terze wiederholen und uns dann später um das Leben der wohl größten Komponisten und Musiker der vergangenen 200 Jahre kümmern. Irgendwelche Fragen?"
Zögernd hob Sakura die Hand. Diese Lehrerin machte ihr irgendwie Angst. „Ja? Dein Name, bitte?"
„Haruno Sakura… ähm… w-werden wir auch s-singen?" fragte sie vorsichtig. Konan sah sie abschätzend an.
„Meine kleine Madame… glaubst du, der Musikunterricht ist ein Pillepalle-Fach? Wir sind nicht hier um uns mit euren Talenten oder Tabubereichen zu beschäftigen, sondern um etwas zu lernen. Lernt man beim singen etwas? Nein. Also kannst du dir die Antwort ja wohl selber denken." Fuhr sie das rosahaarige Mädchen grob an, das nun eingeschüchtert und zusammengekauert an ihrem Platz zwischen dem Uchiha und dem Uzumaki saß. Beide legten ihr eine Hand auf die Oberschenkel, als Konan fortfuhr. „Mach dir nix draus, Sakura-chan." Sagte Naruto beruhigend.
Sasuke nickte. „Sowas hätte echt nicht sein müssen. Ich werde nach der Stunde zu ihr gehen…" Naruto nickte nun ebenfalls. „Bin dabei, Teme!" Doch Sakura winkte hektisch ab. „Nein! Ist schon okay! Ich bin ja selber Schuld, hätte mir doch eigentlich denken können, dass eine so streng aussehende Lehrerin mit uns nichts Vergnügliches macht…" flüsterte sie hektisch auf die beiden ein. Doch die Jungs sahen sich in die Augen, nickten und fixierten dann Konan, die angefangen hatte irgendwelche Terze an die Tafel zu schreiben. „Sakura du kannst das nicht auf dir sitzen lassen." Sagte Sasuke. „Zumindest können wir das nicht." Fügte Naruto hinzu. Sakuras weitere Beschwichtigungsversuche waren umsonst. Der Schwarzhaarige und der Blonde waren total auf die Lehrerin fixiert und beschossen sie die ganze Stunde lang noch mit eisigen Blicken, ihre Hände lagen immernoch warm auf Sakuras Oberschenkeln. *Die beiden sind echt toll. Total nett. Aber das ist wirklich nicht nötig. Ich meine, nicht dass ich mich nicht freuen würde, dass sie so zu mir halten. Aber ich will nicht noch mehr Ärger. Es reicht mir auch so…* dachte die Haruno leicht verzweifelt.
Am Ende der Stunde versuchte sie krampfhaft die beiden Jungs mit aus dem Raum zu ziehen, doch sie hatte natürlich keine Chance und deshalb verzog sie sich lieber schnell mit Tenten und Hinata.
Ungefähr eine Viertelstunde später, zehn Minuten zum Sportunterricht bei Gai, tauchten die beiden Jungs schließlich mit Gesichtern wie drei Tage Regenwetter wieder auf. „W-Was hat sie gesagt?" fragte Sakura vorsichtig. Die beiden Jungs grummelten nur etwas Unverständliches.
&&&&&&Flashback&&&&&
Immernoch sauer und empört bauten sich die beiden Jungen vor Konan auf. „Wie kann ich euch helfen?" fragte sie gespielt höflich. „Was sie da vorhin mit Sakura-chan gemacht haben war nicht fair!" platzte es aus Naruto heraus, doch Sasuke legte ihm eine Hand auf die Schulter. Ein Blick in die schwarzen Augen des Uchihas sagten Naruto, dass er es langsamer angehen und eher ihn, Sasuke, mit der Lehrerin reden lassen sollte. Der Uzumaki nickte und trat einen Schritt zurück.
Die blauhaarige Frau zog eine Augenbraue hoch. Was wollten diese zwei Halbstarken von ihr?
„Hören Sie." Setzte Sasuke an. „So, wie Sie Sakura vorhin angefahren haben, war echt nicht okay. Sie haben doch gemerkt, dass sie etwas schüchterner ist. Außerdem hat sie eine ganz normale Frage gestellt. Ich glaube, es war ziemlich übertrieben, dass Sie sie so angekeift haben." Er biss sich auf die Zunge. Das vorletzte Wort hätte er anders umschreiben sollen, seine Gegenüber könnte es falsch interpretieren. Und das tat sie dann auch. Aber so richtig.
„Was glaubt ihr eigentlich wer ihr seid, mir meinen Umgang mit den Schülern neu beibringen zu wollen!? Ich glaub's ja nicht! Ich bin seit ungefähr zehn Jahren Lehrerin, glaubt ihr nicht, ich weiß langsam, wie man mit schüchternen Schülern umgeht?!" fuhr sie die beiden Jungs an. „Das haben wir nicht gesagt, aber ich denke Sie haben in dieser Reaktion ein wenig überreagiert." Versuchte Naruto die Frau zu beruhigen, doch umsonst. „Überreagiert? ÜBERREAGIERT?! Jungs, mal ganz ehrlich. Ich glaube, ihr denkt ihr könnt hier machen was ihr wollt, aber das ist nicht der Fall. Ihr Seid hier gewissen Personen unterstellt, diese nennen sich Lehrer! Und ihr habt nicht an ihren Einschätzungen und Verhaltensweisen rumzumäkeln! Ihr reagiert hier über. Ich weiß ja nicht, auf was für einer Schule ihr vorher ward, aber das hier ist die Realität und wenn ihr mit der nicht klarkommt, dann könnt ihr diese Einrichtung hier gleich verlassen." Sie wandte sich ab, wollte ihre Sachen weiter einpacken, für sie war das Gespräch erledigt. Für Sasuke und Naruto aber noch lange nicht. „Konan-Sensei! Wir verarschen Sie hier nicht!" begann Naruto. „Wir versuchen Ihnen nur unser Anliegen verständlich zu machen und wollten Sie darum bitten, dass sie das nächste Mal vielleicht, aber auch nur vielleicht ein wenig darauf achten könnten, wie sie sich unserer Klasse gegenüber ausdrücken!" argumentierte Sasuke weiter. Konan hatte ihre Sachen nun alle in ihrer Tasche verstaut und drehte sich nun nochmals zu den beiden Jungen um, um an ihnen vorbei zu gehen, gab ihnen jedoch keine Antwort. Für Sasuke als auch für Naruto war es klar, dass diese Frau den Raum nicht verlassen würde, ohne ihnen eine vernünftige Antwort gegeben zu haben. Sie stellten sich ihr wie Wände in den Weg.
„Lasst mich vorbei, oder es wird euch leid tun." Zischte sie den beiden, ungefähr einen Kopf größeren Männern zu.
„Nicht, solange Sie uns eine vernünftige Antwort gegeben haben."
„Außerdem, finde ich, schulden Sie unserer Klassenkameradin eine Entschuldigung." Knurrten die beiden Jungen. Die Lehrerin blitzte sie an. „Ihr werdet beide zwei Wochen lang den Schulhof säubern, dafür, dass ihr euch hier so unmöglich benehmt, habt ihr mich verstanden?! Und ich werde mit eurem Klassenlehrer sprechen." Fauchte sie sie an und sprang dann in einer gekonnten doppelten Schraube über den Uchiha und den Uzumaki hinüber, um dann so schnell wie möglich aus der Tür zu verschwinden und die beiden sich selbst zu überlassen.
&&&&&Flashback ende&&&&&
„Tut mir echt leid…" flüsterte Sakura betreten, als Naruto und Sasuke ihnen nach der Schule von ihrem „Gespräch" mit der Lehrerin erzählten.
„Muss dir nicht leid tun." Sagte Naruto beschwichtigend. „Ist nicht so schlimm, wir schaffen das schon, nicht war Teme?"
„Jep. Ist sowieso alles irgendwie meine Schuld. Hätte ich nicht gesagt, dass sie dich angekeift hätte, wäre sie wohl auch nicht so ausgetickt. Also mach dir keine Vorwürfe." Nickte Sasuke über den Couchtisch hinweg.
„Aber allein wegen mir seid ihr doch überhaupt zu ihr gegangen…" sagte Sakura mit belegter Stimme.
„Du wolltest uns aufhalten." Sagte der Uchiha grinsend.
„Stimmt. Du hast es versucht. Aber wir wollten ja nicht hören." Die beiden Jungs grinsten sich an.
Ino legte einen Arm um ihre Freundin. „Hey, guck mal, Sakura, die beiden Blödmänner grinsen sogar. Die sind dir mit 99,999%iger Sicherheit nicht böse. Also hör auf hier so eine Flappe zu ziehen und strahl wieder!" Die Aufmunterungsversuche der Blonden funktionierten. Schon kurz darauf wurde gelästert was das Zeug hielt. Über Klassenkameraden, Lehrer und die restliche Schülerschaft. Auch Sakura konnte nicht anders als zu lachen, als Tenten erzählte, wie Lee und Gai sich plötzlich mitten im Sportunterricht in die Arme gefallen waren, begonnen hatten zu flennen und ein schlecht gemalter Sonnenuntergang von der Hallendecke heruntergeknallt war. Sie rutschten alle von ihren Plätzen, als sie das Schauspiel mit Kiba nachstellte und die beiden dabei übertrieben schluchzten.
So zog sich der Nachmittag hin, am Abend wurde noch zusammen gegessen -Ino schlug vor, dass sie abwechselnd immer in einem Haus alle zusammen aßen- und sich für den nächsten Morgen verabredet.
Dann fielen sowohl die Mädels als auch die Jungs schon so gegen neun Uhr todmüde in ihre Betten und schliefen nur nach wenigen Minuten bereits ein.
