Newt stolperte in sein Zimmer als der andere ihn grob hinein stieß und hinter sich die Türe schloss. Vorsichtig drehte sich der Rotschopf zu Gellert um, doch dieser ignorierte ihn vorerst, legte stattdessen seinen Mantel achtlos auf einen Stuhl und ging hinüber zu einem der Schränke in welchem sich diverse Drinks und Gläser befanden.

Newt behielt den blonden Zauberer indessen genau im Auge, spürte wie ihm sein Herz immer noch bis zum Hals schlug während das Adrenalin durch seinen Körper rauschte. Bis eben schien Gellert noch im Blutrausch zu sein und jetzt wirkte er schon fast wieder gefasst, schenkte sich ein Glas Whiskey ein und machte es sich dann scheinbar entspannt auf einem der Sessel bequem. Nur die verschiedenfarbigen Augen des Älteren deuteten auf die kalte Wut hin, die immer noch in ihm wütete während er Newt ruhig betrachtete.

„Zieh dich aus."

In Newt zog sich alles zusammen als er die all zu bekannten drei Worte hörte. Es war nichts neues für ihn, ehrlich gesagt war es sogar fast eine Routine zwischen ihnen gewesen. Wenn Percival damals einen stressigen Tag gehabt oder wütend gewesen war, dann fielen jedes mal diese drei Worte. Es hatte Newt nie etwas ausgemacht, schließlich war es meist der Auftakt zu wirklich gutem Sex gewesen, wenn auch nicht gerade sanft. Und dazu schien es Percival jedes mal zu beruhigen und runterbringen, alles in allem also ein wirklich guter Deal für sie beide.

Doch dieses mal war es etwas völlig anderes. Mal abgesehen davon, dass Newt sich momentan nicht mal Sex mit 'Percival' vorstellen konnte, so war die aktuelle Gestalt Gellerts in der Hinsicht dreifach unvorstellbar für ihn. Percival hatte er zumindest immer vertraut und Percival hatte niemals derart kalt und grausam gewirkt, wie es Gellert gerade tat.

Und doch wusste Newt es besser als jetzt zu widersprechen, saß ihm der Schock über die Situation auf dem Gang doch immer noch in den Gliedern.

Während Gellert also entspannt einen Schluck seines Whiskeys trank, senkte Newt den Blick und begann mit zitternden Fingern sein Hemd zu öffnen. Er konnte den Blick des anderen bei jeder seiner fahrigen Bewegungen auf sich spüren und zwang sich, sich so schnell wie möglich zu entkleiden um es einfach hinter sich zu haben. Als er schließlich nackt und beschämt vor dem anderen stand, herrschte einen Moment eine angespannte Stille, während Gellert ihn einfach nur ruhig betrachtete.

„Komm her."

Nach kurzem Zögern setzte sich Newt langsam in Bewegung, überbrückte die paar wenigen Meter Abstand und kam schließlich direkt vor dem blonden Zauberer zu stehen. Er wusste, was jetzt von ihm erwartet würde und es trieb ihm langsam Tränen in die Augen. Einen Moment schloss er die Augen, versuchte sich zusammen zu reißen und ließ sich schließlich wie früher auch langsam zwischen Gellerts Beinen auf die Knie senken. Fast automatisch legte er seine Hände auf die Oberschenkel des älteren Zauberers und strich zögerlich hinauf zu dessen Hosenbund um den Gürtel zu öffnen. Wenn dabei doch nur seine Hände nicht so zittern würden...

Doch bevor er den Gürtel öffnen konnte, griff plötzlich eine Hand in seine Haare und zerrte seinen Kopf grob nach hinten. Erschrocken starrte Newt hinauf, konnte seinen Blick nicht von den verschiedenfarbigen Augen lösen, welche ihn mit einem undefinierbaren Ausdruck betrachteten. Erst da bemerkte er, dass ihm bereits Tränen die Wangen hinunter liefen. Er hielt die Luft an und rechnete bereits fest damit jeden Moment wieder bestraft zu werden, da er zu lange gebraucht hatte und sich so dumm anstellte. Was würde dieses mal folgen? Würde Gellert ihn erneut würgen oder schlagen oder ihn dieses mal einfach direkt umbringen?

Doch da wurde der Rotschopf bereits grob an den Haaren hochgezogen, sodass er sich dicht vor dem Gesicht des anderen wiederfand.

„Du bist einfach nur erbärmlich. Ich hätte dich gleich umbringen sollen wie alle anderen auch!" Gellerts Stimme war ein wütendes Knurren und sein Blick eiskalt.
„Das würdest du durchziehen, aber deinen Hintern in den dir zugewiesenen Räumen zu lassen klappt nicht?!"

Newt wusste nicht was er darauf sagen sollte und schaute den anderen nur völlig überfordert an, während sich immer neue Tränen unaufhaltsam ihren Weg seine Wangen hinab bahnten. „Es... tut mir Leid..." brachte er schließlich fast schon schluchzend heraus, verstand gerade einfach nicht wieso Gellert bereits wieder kurz vorm Ausrasten stand. Er hatte doch nur getan, was er von ihm verlangt hatte. Bevor er sich darüber hätte weiter Gedanken machen können, wurde er allerdings bereits auf die Beine gezogen und nackt an den Haaren hinüber ins Badezimmer gezerrt. Dort angekommen schnippte Gellert mit den Fingern woraufhin sich die große Wanne augenblicklich mit Wasser füllte. Im ersten Moment verstand Newt nicht, was das alles sollte. Doch als Gellert ihn einfach runter auf die Knie vor die Wanne drückte, riss er panisch die Augen auf.

„B-bitte..." flüsterte er noch ein mal.

„Halt deinen Mund!"
Newt hatte gerade noch Zeit seine Hände in den Badenwannenrand zu krallen und die Luft anzuhalten, da wurde sein Kopf bereits nach vorne unter das eiskalte Wasser gedrückt.

Als er wieder hochgezogen wurde, schnappte er sofort nach Luft, brachte zitternd ein „Es tut mir Leid...!" heraus. Doch anstatt einer Antwort wurde er erneut unter Wasser gedrückt. In Newt stieg langsam die Panik auf, dass er es dieses mal wirklich nicht überleben würde. Verzweifelt versuchte er mit den Armen um sich zu schlagen, doch Gellerts Griff blieb unerbittlich. Erst als Luftblasen aufstiegen, zerrte der ältere Zauberer ihn wieder an die Oberfläche.

„Gellert...!" schluchzte der Rotschopf nun aber verzweifelt und versuchte sich irgendwie an ihm fest zu krallen.

Doch dieser schnaubte nur verachtend, zog seinen Kopf zurück und beugte sich nah zu ihm.

„Das ist alles was du kannst, nicht? Betteln, um Verzeihung flehen und heulen." flüsterte er eiskalt in das Ohr des Jüngeren. „Ich habe dich gewarnt, dass auch meine Geduld Grenzen hat!"

„Du sagtest, ich soll mich ausziehen..." brachte Newt völlig aufgelöst hervor.

„Ja, unter Tränen und zitternd hast du dich ausgezogen, als sei ich ein Monster, dass dich gleich vergewaltigt! Machst du für jeden die Beine breit wie eine erbärmliche Hure, sobald man dir droht?!" Ohne eine Antwort abzuwarten drückte er ihn erneut unter Wasser.

Doch dieses mal schaffte Newt es nicht rechtzeitig Luft zu holen und spürte bereits kurz darauf wie sich das Wasser seinen Weg in seine Lungen bahnte. Ironischerweise fühlte es sich fast so an als hätte er flüssiges Feuer eingeatmet statt eiskaltes Wasser, so sehr brannten seine Lungen. Doch bevor der Rotschopf das Bewusstsein hätte verlieren können, wurde er bereits wieder nach oben gezogen und spuckte hustend so gut wie möglich das Wasser aus. Newt war sich nicht sicher ob er ein weiteres mal aushalten konnte und war umso erleichterter als Gellert ihn schließlich nach hinten zog, sodass er völlig fertig gegen die Brust des anderen sackte.

„Alles gebe ich dir hier, obwohl du es dir nicht verdient hast! Sicherheit für dich und deine Viecher, ein warmes Bett und Mahlzeiten, toleriere alle deine schwachsinnigen Macken und dein respektloses Verhalten mir gegenüber! Was habe ich bisher von dir dafür bekommen? Entspannte Gesellschaft nach einem harten Tag? Sex? Ein Dankeschön? Irgendetwas?" Gellerts Stimme war nur noch ein Zischen an seinem Ohr während er ihn eisern festhielt.

„Aber natürlich verdiene ich das nicht, denn ich bin Gellert Grindelwald und nicht Percival Graves!" er spuckte den Namen fast aus.

„In der Gestalt von Percival würdest du dich mir am liebsten an den Hals werfen und in dieser nässt du dich fast ein vor Angst! Du bist nichts als ein undankbares, heuchlerisches, oberflächliches Miststück!"

Mit diesen Worten stieß Gellert ihn nach vorne, woraufhin Newt am Badenwannenrand zusammensackte und versuchte irgendwie das aufgelöste Schluchzen zu unterdrücken.

Einige Momente schaute Gellert noch schwer atmend vor Zorn hinab auf den zusammen gekrümmten Rotschopf.

„Du widerst mich an."

Damit drehte er sich jedoch um und stapfte davon, ließ Newt einfach nackt und durchnässt auf dem kalten Boden liegen.