Anmerkung: Freue mich wie immer über eure Kommentare!! :D sagt mir was ihr von dem Chapter haltet...hmm bin nicht so ganz damit zufrieden, was sagt ihr?? Liebe Grüße HON

Ihr Blick schweifte über die Weite des Zimmers, denn sie hatte ihr Kinn auf seine Schulter gedrückt und irgendwie hatten sich dadurch ihre Wangen aneinander gepresst.

Könnten sie mich von hier fort bringen?"

Miss Granger, was reden sie denn da?"

Führen sie mich dorthin wo ich keine Ängste mehr spüren kann, keine Schmerzen…wo nur Unendlichkeit ist…weit weg von Hogwarts…"

Miss Granger…seit wann verlieren sie sich in nichtsnutzigen Worten?"

Bitte…nehmen sie mir die Angst, denn wenn ich ehrlich bin, bekomme ich Angst. Angst davor, dass ich sterben werde und meine Eltern es nicht mal wissen…"
„Der Schulleiter hat ihre Eltern sofort informiert, sie werden bald in Hogwarts ankommen!"

W-wirklich? Ich wollte…nun…klingt es sehr schroff, wenn ich ihnen anvertraue, dass ich sie nicht sehen möchte? Ein Teil von mir möchte es, ein anderer will ihnen nicht DIESE Hermine zeigen!" Wieso sprach sie so mit ihm? So ehrlich und vertraut, als wäre er ihr bester und innigster Freund? War sie verrückt geworden?

Sie sind eine sehr starke, junge Hexe, Miss Granger! Rufen sie sich das immer ins Gedächtnis. Es ist keine Schmach, wenn ihre Eltern sie so sehen…", murmelte er nahe ihres Ohres.

Noch vor Tagen, vor Wochen hätte Hermine es nie für möglich gehalten mit Severus Snape solche Gespräche führen zu können. Gerade mit ihm…war das wirklich wahr?

Sie sind keine Halluzination, habe ich Recht?", fragte sie unsicher und wurde von ihm von der Schulter weggezogen. Er suchte sofort ihren Blick.

Glauben sie das etwa?", fragte er zurück und bohrte ihren Blick in den ihrigen. Normalerweise war dies seine Waffe jeden niederzustrecken, und jeden Schwächling wegschauen zu lassen. Hermine jedoch schaffte es ihn einfach anzusehen.

Sie müssen doch gestehen, dass es schon seltsam ist…"

Seltsam?"
„Wie wir hier sitzen und miteinander reden, Sir!"

Snape hob wieder seine Augenbraue in die Höhe und Hermine glaubte sogar einen kurzen Anflug eines echten Lächelns um seine Lippen zu erspähen. Doch er ließ es natürlich nicht vor ihr zu und unterdrückte es gekonnt.

Ich würde es nicht als seltsam betiteln…" erklärte er ihr professorenhaft.

Aber wir mögen uns nicht mal…", kam es über sie und sofort biss sie sich auf die Unterlippe.

In das Wort „Mögen" kann man aber doch so einiges hinein interpretieren, Miss Granger…"

Wie wäre denn ihre Interpretation?", hakte sie nach.

Nun…sie sind selbst jetzt noch eine penetrante Besserwisserin, und eine stolze Gryffindor noch dazu...und…"

Soll das heißen, dass sie das an mir mögen, Sir?", unterbrach sie ihren Professor.

Habe ich das gesagt?"
Zaghaft wedelte sie ihr Gesicht.

Gut, jetzt hören sie auf mich auszufragen…"

Darf ich sie um etwas bitten?"

Ihre Frage ließ ihn aufhorchen, seine verwirrten Gedankengänge wurden auf einmal stumm.

Snape nickte knapp, so war es seine Art.

Wenn ich sterbe, möchte ich, dass sie bei mir sind!"

Seine Pupillen weiteten sich, Hermine schaute verloren zur Seite, suchte wieder ihren Mut und blickte ihn wieder bittend an.

Obwohl wir uns nicht mögen?", fragte er sie und nun huschte wirklich ein kurzes Lächeln über seine Mundwinkel.

Hermine lächelte nun auch, denn ihre Frage hatte die Stimmung um sie herum deutlich beeinträchtigt…es wirkte alles noch dunkler um sie herum.

Sie wusste nicht mal wieso sie diese Bitte geäußert hatte…sie musste ihn einfach fragen. Sie wusste nicht mal den Grund. Sie wollte es einfach…

Ja, obwohl wir uns nicht mögen!", wiederholte sie ihn und sah sein Einverständnis ihrer Bitte in seinen schwarzen Pupillen ruhen.

Ich muss sie nun verlassen…schlafen sie ein wenig…"
„Aber…aber sie kommen doch…wieder?"

Er löste sich von ihr und drückte sie in die Kissen, war noch über sie gebeugt, nah über ihrem Gesicht.

Zu jemanden den ich nicht mag?", fragte er sie und funkelte sie an, „nun das wäre doch selbst für mich eine ziemliche Überwindung, finden sie nicht?"
Hermines Kopf drückte sich tiefer in das Kissen hinein, ihre Locken umrahmten ihr Gesicht, das sehr müde ausschaute und noch rötlich von den Tränen schimmerte, die noch immer aus ihren Augen liefen. Das Mädchen jedoch spürte sie nicht.

Versprechen sie mir noch etwas?" Er musste dies sagen, denn sie schwieg und irgendwie wollte – nein er konnte einfach nicht gehen, wenn sie nichts mehr erwiderte.

Ihre Augenlider zuckten und er konnte in ihrer Mimik lesen, dass sie stumm bejahte.

Weinen sie nicht mehr…", führte Snape seine Bitte zu Ende.

Ihr Atem traf ihn und es war dieses Mal eine warme Brise.

Ich weine doch gar nicht!"

Doch, das tun sie…!"

Ich spüre es nicht", nun kamen mehr Tränen, als ihr bewusst wurde, wie traurig ihre Seele zu sein schien und dass sie es einfach nicht mal mehr mitbekam. Ihr Körper weinte und sie spürte die Tränen nicht mal mehr.

Plötzlich hob der Professor seine Hand und strich der jungen Schülerin über die Wange, nahm ein paar Tränen mit fort und hielt seinen wässrigen Finger nun vor ihren Augen.

Wenn ich zurück komme…dann weinen sie nicht mehr!", bat er sie wieder.

Hermine schniefte und ihre Pupillen waren herunter gefahren um auf ihre Wangen zu schielen, was ihr natürlich misslang. Doch sie spürte noch immer ein Prickeln seines Fingers auf der Haut, aber einfach nicht ihre vielen Tränen.

Ich werde es versuchen!"

Nicht nur versuchen, Hermine!"

Snape zog sich wieder von ihr zurück und straffte sich, sah dann ihre geschockten bernsteinfarbenen Augen.

Was haben sie denn jetzt schon wieder?", wollte er wissen und wieder lag die alte Spöttelei in seiner Stimme vergraben.

Sie haben Hermine gesagt!"

Tatsächlich?", meinte er kurz angebunden und betrachtete die Flügeltüre der Krankenstation.

Ja…!"

Das haben sie sich eingebildet, Granger!"

Distanziertheit sprach aus seinen Worten und dann drehte er sich abrupt um und verließ den Krankenflügel.

Lange sah sie ihm wieder hinterher obwohl er schon gar nicht mehr zu sehen war. Trotz allem hatte Hermine Granger das Gefühl, als wäre er noch irgendwie da.

Warum zur Hölle hatte sie ihn gebeten, dass er bei ihr bleiben durfte, sobald sie…sobald…

Sie konnte dieses Wort nicht mehr über die Lippen bringen. Ja, sie würde bald sterben. Das war Gewissheit. Ihre Seele hatte sich damit abgefunden…nein hatte sie nicht, denn sonst würden nicht unentwegt Tränen fallen. Selbst noch in diesem Moment fielen sie…und sie konnte sie nicht stoppen, dabei hatte es Snape von ihr verlangt…er hatte…

Merkwürdigerweise hatte sie wirklich noch das nachprickelnde Gefühl seiner zwei Finger auf ihrer Wange, als würden sie dort noch entlang streichen.

Sie schauderte, war sie noch bei Sinnen? Hallo? Das war Snape, kein guter Freund oder sonst irgendetwas für sie geworden… wie konnte auch solch eine Wandlung in solch kurzen Tagen, na gut Wochen womöglich, möglich sein?

Er war nett. Konnte man das Adjektiv „nett" überhaupt mit Professor Severus Snape in Verbindung bringen? War es nicht viel eher so, dass Snape eine scheußliche Kreatur war, die nicht wusste was „helfen" bedeutete?

Wenn ihre Freunde wüssten, mit wem sie hier die Zeit verbrachte…sie würden an ihrem Verstand zweifeln und so langsam tat sie das auch.

Sie strich sich über die Wangen und versuchte vergebens die Tränen zu stoppen, sie spürte sie nicht mal fallen.

Toll, Snape! Wie soll ich aufhören, wenn ich die dummen Tränen nicht mal spüre…", grummelte sie verdrießlich und gab es schließlich auf, als weitere von ihrem Kinn tropften.

Er hatte sie beim Vornamen genannt…das hatte sie sich keinesfalls eingebildet. Oder doch?

ER hatte früher auch mal ihren vollen Namen ausgesprochen, sei es im Unterricht, oder wenn er sie mit Harry und Ron in den Gängen erwischt hatte. Doch noch nie hatte er nur ihren Vornamen genannt. Sie wusste schon, wie er klang durch seine Stimme, aber doch war es etwas anderes, wenn ihr Nachname nicht noch ausgesprochen wurde. Und von Snape war es sowieso einfach nur seltsam…ER benahm sich seltsam.

Irgendwie war er anders. Zu ihr zumindest. Zu seinen Kollegen, erinnerte sie sich, war er genauso kühl und distanziert wie immer…aber zu ihr war er anders. Und was ihr auch aufgefallen war…er sorgte sich um sie, aber er zeigte kein Mitleid, so wie all die anderen. Nein, es war nur Sorge und Angst um sie. Gerade zwei Attribute, die doch so gar nicht auf seine Person passten-

Ihre Gedanken wirbelten, sie fragte sich, wieso er so freundlich zu ihr war. Klar hatten sie des Öfteren Meinungsverschiedenheiten und waren immer kurz vor einem Streit, oder schon mittendrin, weil sie beide stur waren und nicht aufhören konnten. Aber irgendwie freute sich Hermine darauf. WARUM zur Hölle freute sie sich wenn sie sich mit Snape streiten konnte?

DAS musste an ihrem Zustand liegen, sie war nicht mehr ganz auf der Höhe. DAS musste es sein.

Und wenn ihr Herz nicht in ihm war…so musste es doch einen Auslöser geben, irgendetwas, was es wieder zum schlagen bringen konnte. Aber welche Kraft auf Erden hatte solch eine Macht dazu?

Als der gefürchtete Tränkemeister durch die Gänge rauschte, schreckten wie erwartet alle Schüler zusammen, sprangen zur Seite um ihm Platz zu machen. Sein eiskalter Blick traf jeden, der sich dazu ermutigt fühlte, ihn länger als nur ein paar Sekunden anzustarren.

Er erreichte nichtsdestotrotz pünktlich die Eingangshalle Hogwarts. Minerva McGonagall und Albus Dumbledore standen bereits mit Hermine Grangers Eltern zusammen in einem Halbkreis und schienen auf ihn zu warten.

Da sind sie ja, Professor Snape!", grüßte der Schulleiter ihn und deutete kurzerhand auf die zwei Muggel, die ihn mit großen Augen musterten. Anscheinend hatten sie seinen Namen schon mal gehört, denn Hermines Mutter funkelte ihn kurz verächtlich entgegen. Sie hatte eine Ähnlichkeit mit Hermine, die er nicht genau beschreiben konnte. Doch sie war da, ebenso hatte Hermine wohl auch diesen gewissen, unduldsamen Blick von ihrem Vater geerbt. Severus Snape stand nun neben Minerva und nickte allen knapp zu.

Sie haben unsere Tochter also…", fing Mrs. Granger an und starrte ihn eine Weile nachdenklich nach weiteren Worten suchend an.

Severus verschränkte seine Hände vor der Brust und starrte Hermines Eltern von oben herab an.

„…in diesen Zustand gebracht?", endete Hermines Vater brüsk. Sofort schwang eine Augenbraue des Tränkemeisters nach oben. Der Schulleiter Hogwarts räusperte sich schnell.

Nein, nein…Mr. Granger. ES ist nicht so wie sie denken…die Vision handelte zwar von Severus, aber er kann nichts dafür…dass…"
Doch die aufgebrachten Eltern, die nur nach außen Gelassenheit ausstrahlten und die Angst um ihre Tochter hatten, ließen den mächtigen Zauberer nicht den Satz beenden.

Hermine wird sterben…soweit haben wir uns doch schon verstanden!"

Severus betrachtete die lautstarke Mutter eingehend und fragte sich, woher Hermine immer diese innere Ruhe fand, die in ihrer Mutter anscheinend nicht zu existieren schien. Aber vielleicht konnte er sich solch eine Charakterisierung in solch winzigen Minuten nicht leisten. Welche Mutter würde nicht so reagieren…

Wir wissen es nicht", führte Albus weiter aus und meinte dann: „lassen sie uns in mein Büro gehen!"

ICH WILL zu meiner Tochter!", betonte Mrs. Granger.

Severus öffnete den Mund, doch er konnte einfach nicht die Bitte Hermines hervorbringen. Sie hatte ihm in Vertrauen gesagt, dass sie sich so ihren Eltern nicht zeigen wollte…

Das ist gerade nicht möglich", hörte er aber nun doch seine Stimme. Alle Anwesenden starrten ihn nun an.

Sie ist noch sehr geschwächt und schläft jetzt…"
„ICH WILL SIE sehen. ES ist mir vollkommen egal, was sie meinen, Professor Snape."
Snape schien nun zum ersten Mal vor einem Elternteil sprachlos zu wirken.

Vielleicht sollten wir uns alle erst einmal beruhigen…ich würde sie bitten, mit mir in mein Büro zu kommen…"
Hermines Mutter, in einem bräunlichen Kostüm und langen haselnussbraunen Locken schaute kurz zu Snape. Verächtlich, wie er es schnell identifizierte. Er fragte sich, was Hermine Granger wohl über ihn erzählt haben musste, und wieso ihre Eltern so feindselig ihm gegenüber waren.

Gut, Professor Dumbledore…entschuldigen sie unser Verhalten. Aber Hermine ist unser ein und alles und…", plötzlich schluchzte sie und Hermines Vater reichte seiner Frau ein Taschentuch.

Snape fühlte sich dadurch irgendwie nicht hierher gehörig. Als sich alle auf den Weg zu dem Büro des Schulleiters begaben, begleitete er diese Gruppe nicht.

Er musste zu Hermine Granger und ihr mitteilen, dass ihre Eltern hier waren.

Dumbledore nickte ihm zu, als er sich von ihnen trennte. Sonst nahm niemand Notiz davon.

Er ging mit schnellen Schritten in den Krankenflügel und sagte schon mit seiner lauten Stimme, als er die Flügeltüre passiert hatte: „Miss Granger! Ihre Eltern sind hier!"

Doch sie antwortete nicht. Ein ungutes Gefühl kribbelte in seinem Magen, als er rasch näher kam. „Miss Granger?"

Sofortige Sorge spiegelte sich in seinen schwarzen Augen, als er vor ihrem Bett stehen blieb.

Er beugte sich herab und strich mehrere Locken aus ihrem Gesicht, welche dieses halb verdeckt hatten.

Noch immer rannen Tränen. Sie hatte ihre Augen geschlossen. Er befühlte ihre Wange und spürte ihre Wärme. Sie zitterte also nicht mehr. Ein gutes Zeichen. Doch sie weinte.

Aber sie schlief…ihr ging es gut. Das ungute Gefühl verschwand sofort und auch die Angst verkroch sich wieder in die hintersten Kammern seiner geschundenen Seele.

Er setzte sich auf den Besucherstuhl, schob ihn näher an ihr Bett und entdeckte ihre Hand, die einfach so auf der Bettdecke ruhte.

Lange musterte Snape diese, sah noch mal in ihr schlafendes Gesicht, beugte sich dann vor und ergriff ihre Finger.

Er hielt ihre Hand nun in seiner eigenen und schloss für einen kurzen Augenblick die Lider.

Entschuldigung…!", hörte er ihre leise Stimme.

Er schlug die Augen auf und sah, dass sie erwacht war. Trotzdem ließ er ihre Hand nicht los.

Ich habe ihre Bitte nicht erfüllen können", hauchte sie ihm weiter entgegen und ihre sonst so leuchteten Bernsteinaugen wirkten nur wässrig und obwohl Hermine so viele Tränen vergoss, waren sie nicht mal geschwollen oder gerötet.

Nicht schlimm", flüsterte er zurück und Hermine begann sanft zu lächeln.

Ihre Eltern mögen mich nicht", sagte er plötzlich, ohne es sagen zu wollen. Hermines Pupillen suchten nun seinen Blick.

Sind sie in Hogwarts?", hauchte sie schwer.

Snape nickte ohne den Blick abzubrechen.

Sie geben mir die Schuld wie es aussieht!"

Hermines Blick veränderte sich. Verwirrtheit und Entsetzen spiegelten sich nun darin.

ABER…das ist doch nicht wahr", ihre Stimme zitterte durch den Tränenkloß in ihrer Kehle.

Snape hielt nun ihre Hand noch etwas fester.

Doch, Miss Granger. Und wahrscheinlich haben sie sogar recht!"

Sie wissen doch, dass das nicht stimmt…!"

Was haben sie ihren Eltern über mich erzählt?"
„Wie?", flüsterte sie.

Es scheint, als hätten sie einen gewaltigen Hass auf mich…"

Ich…also…", Hermine suchte nach Worten, „sie waren seit dem ersten Schultag ein Scheusal zu mir…das wissen sie doch…auch. Ich habe ihnen nur immer erzählt, dass sie meine Leistungen nie zu würdigen wissen!" Ihre Stimme wurde leiser.

Ihre Leistungen Miss Granger habe ich immer gewürdigt!"

DAS stimmt nicht!", betonte sie heftig.

Severus Snape blickte zur Seite.

Hassen sie mich, Miss Granger?"

Sein Blick fegte zurück zu ihr, die ihren Blick nicht mehr von ihm nehmen konnte. Ihre Pupillen waren nur vergrößert.

Nein, Sir. Ich hasse sie nicht…glauben sie mir…bitte!"

Dieses Mal war sie es, die seine Hand fester zurückdrückte. Der Professor betrachtete ihre zusammengefalteten Hände.

Ihre Eltern wollen sie sehen und ich glaube nicht, dass der Direktor sie aufhalten kann…!"

Aber ich möchte nicht, dass sie mich so sehen", ihre Stimme zitterte.

Ich weiß…aber sie sind hergekommen um sie zu sehen…tun sie mir bitte einen Gefallen und lassen sie es zu, dass sie sie sehen können, Miss Granger! Würden sie das für mich tun?"
„Bleiben…bleiben sie dann bei mir?"
„Es wäre besser wenn sie Zeit allein mit ihren Eltern verbringen!"
„Aber ich werde nur Mitleid in ihren Augen sehen…verstehen sie das? ICH WILL DAS NICHT SEHEN", wütete sie bockig und drückte seine Hand wieder fester.

Es sind ihre Eltern, sie haben eine lange Reise hinter sich…sie wollen sie sehen!"

DAS ist mir egal…ich kann nicht…bitte können sie sie nicht wegschicken…ich will niemanden sehen…nicht so! NICHT SO…"

Snape runzelte die Stirn. „Miss Granger…ich bitte sie!"

NEIN", fauchte sie und ihre Augen wirkten nun wie Spiegel für ihn, so kristallklar, dass er für einen Moment verwirrt inne hielt und schließlich in ihren so offenen Blick zu versinken drohte.

Plötzlich wirbelten ihre Gesichter synchron zur Eingangstüre des Krankenflügels, als plötzlich Stimmen laut wurden.

Miss Granger, sie müssen sie nun empfangen", sagte er schließlich mit festem Unterton und solch einer Stimme, die keine Widerworte duldete.

Aber…aber dann müssen sie hier bleiben…"

Sie sah wieder in seine Augen und obwohl dieser Blick von ihnen nur kurz andauerte, konnte er ihr diese Bitte seltsamerweise erneut nicht abschlagen.

Er sah wieder zu ihrer Hand, die so zerbrechlich und schwach wirkte, dann wollte er diese loslassen, doch Hermine fasste fester zu.

Nicht…", murmelte sie flehend. Snape schluckte und konzentrierte sich stattdessen auf die heran eilenden Personen. Voran Hermines Mutter, dahinter ihr Vater und schließlich Albus.

Ihre Mutter erreichte als erstes Hermine und drückte ihre Tochter sofort einen Kuss auf die Wange, bemerkte sofort mit einem Seitenblick, dass sie die Hand ihres Lehrers hielt.

Hermine…Engelchen", ihre Mutter strich ihrer Tochter eine dünne Haarsträhne hinters Ohr und lächelte sie an.

Ihr Vater stand nun neben seiner Frau und lächelte ebenso auf sie herab.

Albus betrachtete jedoch nur diese Geste, zwischen Lehrer und Schülerin.

Severus, wir sollten nun die Familie alleine lassen…"

Hermines braune Augen protestierten.

Nein…Professor Snape…soll…soll bleiben, wenn das möglich ist!"

Alle starrten sie an, nur Severus nicht, der blickte lieber auf seine lange, schwarze Robe und fragte sich allen Ernstes was hier gerade geschah und was mit ihm verdammt noch mal los war.

In Ordnung", antwortete der Schulleiter verstört und musterte den Tränkemeister eingehend.

Ist das auch in deinen Wunsch, Severus?"

Der Angesprochene hob nun doch den Kopf und begegnete den funkelnden Hass-Sprühenden Blick Hermines Mutter.

Wenn es Miss Granger wünscht…", erwiderte er nur und beließ es dabei.

Albus nickte nur erkennend und begab sich dann aus dem Krankenflügel, um vor der Flügeltüre zu warten.

Warum willst du, dass dieser schreckliche Mensch bei dir bleibt, Mine? Du kannst ihn doch nicht leiden", ereiferte sich ihre Mutter plötzlich kurzerhand zu äußern.

MUM!", schnappte Hermine peinlich berührt, „das ist nicht wahr. Was redest du da?"

Sei nicht so unhöflich", hauchte nun Hermines Vater in das Ohr seiner Frau.

Diese hob nur die Schultern.

Gibt es…gibt es wirklich keine Heilung für dich, Mine?" Tränen schossen in die braunen Augen ihrer Mutter.

Hermine schluckte ergriffen und blickte verstohlen zu ihrem Tränkemeister, sie fühlte sich überfordert und er spürte es.

Offenbar nicht", übernahm er die Antwort.

DAS kann doch einfach nicht wahr sein…", brachte Hermines Vater hervor und schüttelte den Kopf.

Mum es ist alles in Ordnung…bitte weine doch nicht!"

ALLES in Ordnung?", piepste ihre Mutter, „Mine…du wirst…wirst…!"
Hermine kniff die Augenlider zusammen und drückte unwillkürlich Snapes Hand fester.

Ich werde es nicht zulassen!"

Zum ersten Mal suchte Hermines Blick nun offen den seinigen, als Snape diese Antwort äußerte.

Ich dachte es gäbe keine Heilung", konterte ihre Mutter.

Bisher gibt es auch keine!"

Aber sie halten sich wohl für den Menschen, der eine findet, ja?"

Snape sah sie schweigend an, hob dann seine Schultern.

Hermine, möchtest du mein Schatz, dass wir noch etwas bei dir bleiben?"
„Mum, ich...ich würde nun gerne schlafen…"

Oh natürlich Spätzchen…wir besuchen dich sobald wie möglich wieder…!"

Ihre Eltern küssten ihre Stirn und Hermine erhaschte nun wirklich diese Emotion in den Augen ihrer Eltern…Mitleid…zwar auch Sorge, Angst und Panik – aber auch Mitleid!

Sie warfen Snape noch einen undefinierbaren Blick zu und verließen in einem leisen Gespräch den Krankenflügel.

Ich verstehe meine Mutter nicht, normalerweise ist sie nicht so…so…"

..so unhöflich?"

Ich entschuldige mich für sie, Professor!"
„Schon gut…vergessen sie das! Ich bin ja auch nicht eine nette Person-"

Darauf antwortete das Mädchen nicht. Stattdessen wechselte sie das Thema.

Danke, dass sie hier geblieben sind!"
„Es war doch ihr Wunsch!"
„Danke, dass sie ihn erfüllt haben."
Er strich über ihren Handrücken.

Sie wollten doch nun schlafen…!"

Ich bin aber gar nicht müde!"

Aber sie haben ihren Eltern doch gesagt..."

Ich weiß, Professor. Ich wollte...wollte nur nicht länger…"

Verstehe!"

Man nennt sie also Mine…?"
„Ja meine Familie und meine Freunde nennen mich alle so", murmelte sie peinlich berührt.

Sie versank wieder in seinen Blick, als keine weitere Frage seinerseits kam.

Warum fragen sie?"

Professor Snape bohrte seine tiefen Pupillen in die ihrigen.

Dann hob er kurz angebunden die Schultern.

Soviel ich weiß, bleiben ihre Eltern solange in Hogwarts, wie es ihnen zurzeit möglich ist!"

Hermine kauerte auf ihre Unterlippe.

Ist das ein Problem für sie, Miss Granger?"

Wie würden sie sich fühlen, wenn sie wüssten, dass ihre Eltern ständig in ihrer Nähe wären und…und sie so dahin schwächen?"

Nun", begann er langsam, „…wenn ich ehrlich bin, kann ich ihnen diese Frage nicht beantworten."

Hermines Neugier war nun geweckt, da sich seine Stimmlage verändert hatte, irgendwie klang sie tiefer und trauriger? Nein traurig ganz gewiss nicht, das gab es nicht…das hier war noch immer Snape…

Dürfte ich wissen, wieso?"

Ihre braunen Augen begannen wissensdurstig zu funkeln. Zum ersten Mal seit langem.

Der Tränkemeister räusperte sich schier und zog seine Stirn faltig.

Nein dürfen sie nicht", schnarrte er streng, „dass geht sie nichts an!"

Sein Ton wurde nun bissig.

Der schwarzhaarige Mann, mit der doch so vertrauten noch schwärzeren Robe saß in dem Besucherstuhl zurück gelehnt und obwohl er es sich darauf bequem gemacht hatte, strahlte er noch immer diese aufrechte Anmut aus.

Hermine, du solltest dich mal denken hören, murmelte sie in ihren Gedanken, die wie schweres Metall durch ihre Nerven glitten.

Dann eben nicht", gab sie schnippisch zurück und zog eine Schnute, schaute von ihm weg und knetete die Bettdecke.

Ich sollte nun gehen!"

Ja das habe ich erwartet", sagte Hermine nun kurz angebunden ohne ihn anzusehen.

WIE?"
„Sie verschwinden immer, wenn es zu persönlich wird…"

WIE darf ich das verstehen, Miss Granger?"

SO wie ich es sagte", giftete sie nun streiteslustig.

10 Punkte Abzug!"

WAAAAAS?" Ihr Kinn reckte sich zu ihm, ihre Lippen weit und Protest schreiend geöffnet.

Mit verschränkten Armen stand er nun vor ihren Bettenden.

Falls sie es vergessen haben sollten, ich bin Lehrer in Hogwarts und bin nicht dazu verpflichtet, 24 Stunden bei ihnen zu bleiben…denn wie sie vielleicht wissen, muss ich auch noch Unterricht führen, das hat nichts damit zu tun, dass es mir zu persönlich wird…"; erklärte Snape kalt, seine schwarzen kinnlangen Haare waren tiefer nach vorne gefallen und verdeckten nun gänzlich seine Wangenpartien.

Lange verharrte Hermine in ihrer nun leicht aufgesetzten Sitzhaltung und starrte ihn nur verwundert hat.

Seit wann legte Snape Rechenschaft für seine Handlung ab? Normalerweise war es ihm doch egal und er verschwand einfach nach Lust und Laune. Aber jetzt?

WAS haben sie schon wieder?", fragte er nun einen Ton ruhiger und seine rechte Augenbraue zuckte nach oben.

N-Nichts. Entschuldigung, Sir. Ich wollte sie überhaupt nicht zu einer Erklärung zwingen, ich…war wohl zu selbstsüchtig!"

Er antwortete nicht, stattdessen zückte seine Augenbraue noch etwas höher. Er bat wohl um eine umfassendere Erklärung.

Ich habe vollkommen vergessen, dass sie ja noch Unterricht geben müssen…ich habe mich schon so sehr daran gewöhnt, dass sie hier bei mir sind, dass…dass es seltsam ist, sobald sie gehen!"

Ihre Augenlider schlossen sich peinlich berührt und ihre Finger begannen wieder die Decke durchzuarbeiten.

Sie sollten sich nicht zu sehr an meine Gegenwart gewöhnen, Granger. Das bekommt ihnen nicht!"

Ihre Pupillen schnellten wieder zu seinem Gesicht, er hatte sein Kinn etwas herunter geneigt und schien auf ihren Blick gewartet zu haben.

Wieso sagen sie so was?", ihre Stimme begann nun zu beben, sie verstand nicht wieso. Es waren seine Worte, die ihr plötzlich sehr nahe gingen.

Ich muss nun wirklich gehen!"

WIESO können sie nicht einfach mal antworten?", wurde Hermine lauter und ihre Stimme bebte bei jedem Buchstaben.

Severus Snape funkelte sie spöttisch an und kräuselte die Lippen.

Ich wusste nicht, dass sie zum Lehrer mutiert sind, Granger… und ich nun der Schüler geworden bin!"

Argwöhnisch blitze es in ihren Augen empor.

DAS hat doch nichts damit zu tun…", wütete sie und beugte sich weiter nach vorne. Seine Hände umschlossen die Metallstange, die die Bettenden verband. Der Tränkemeister beugte sich ebenso etwas vor und stützte sich mit seinem Gewicht gegen das Gestell.

Dann fragen sie doch mal ihren werten Freund Potter…dann werden sie verstehen, warum ich ihnen das sagte!"

Harry kann sie vielleicht nicht leiden, ja hasst sie vielleicht sogar, aber das beruht ja wohl auf Gegenseitigkeit…wieso glauben sie jetzt noch immer, dass auch ich sie hassen könnte?"
Seine Augenlider zuckten ein paar Sekunden, als wäre er wie vor dem Kopf gestoßen.

ICH hasse sie nicht und ich mag es, wenn sie bei mir sind…sie sind der einzige, den ich um mich herum ertragen kann…und wenn sie das nun auch runterspielen wollen…bitte…dann machen sie es. Aber ich mag ihre Gegenwart!"

Haben sie denn schon vergessen, wer ich bin?"
„NEIN, Sir. Ich weiß wer sie sind…glauben sie mir. So vernebelt ist mein Verstand noch nicht!"

Warum genießen sie dann meine Gegenwart, Granger? In Hogwarts gibt es kaum eine Person, die mit mir den Raum, länger als nur ein paar Minuten, freiwillig teilen möchte!"

Weil ich…sie…sie-", sofort brach ihre Stimme, denn ihre Kehle zog sich zusammen.

Seine schwarzen Augen sahen sie entgeistert an, als sich das junge Mädchen an die Kehle griff.

Sie hörte ihn etwas sagen, doch plötzlich schien Watte in ihren Ohren zu stecken, sie hörte sich selbst keuchen, als wäre sie ein Beobachter, der auf diese Szene herabsah...

Fortsetzung folgt...