Kapitel
7:
When the Legend Begins
いつ伝説は始める
Am Tag vor dem Aufbruch in die Risekai
Die Nachricht, dass Asuka in die Risekai entführt worden war hatte vor allem Fubuki und Ryou sehr hart getroffen, aber auch die beiden besten Freundinnen des Mädchens, Momoe und Junko konnten die Nachricht kaum fassen. Die beiden Lehrkörper Samejima und Daitokuji versuchten ihr Möglichstes um ihren Schülern verständlich zu machen, was vor sich ging, berichteten vom Anfang des Märchens und erklärten wie Asuka zu retten sei. Es ging nur, wenn sie sich in die Risekai begaben und zu den legendären Kriegern, den Dark Flowers wurden.
Anfänglich war Ryou noch dagegen jemand anderes in diese Gefährliche Mission hinein zu ziehen, ihm war völlig klar gewesen, dass es sich hierbei nicht um eine wunderschöne Gutenachtgeschichte für kleine Mädchen handelte, sondern um bitteren Ernst.
Als sich auch die anderen Duellanten im Zimmer des Schülers einfanden um sich zu beratschlagen, verließ Ryou sie noch einmal. Einerseits weil er es innerlich nicht mehr aushielt, andererseits auch weil er wusste, dass er seine Mitschüler nicht dazu bringen konnte sich aus der Sache heraus zu halten. Mit großen Schritten ging er zurück zum Büro seines Lehrers und klopfte höflich dort an. Ryou konnte ganz genau hören wie Daitokuji noch mit einer zweiten Person sprach oder einfach nur etwas zu seiner Katze Pharao sagte. Nach wenigen Momenten öffnete der dunkelhaarige Lehrer die Tür und blickte den großgewachsenen Schüler aus den scheinbar geschlossenen Augen an. Ein paar Sekunden herrschte Stille zwischen Lehrer und Schüler, beide wussten jedoch, dass der jeweils andere etwas auf dem Herzen hatte. Daitokuji bat Ryou also in sein Büro hinein und versicherte, nachdem Kaiser sich ein paar Mal für sein Eindringen entschuldigte, dass es nur so aussähe als sei er anderweitig wichtiger beschäftigt gewesen. Allerdings war sich Ryou dem nicht so ganz sicher, denn Ayukawa Emi saß am Tisch und hatte eine Tasse Tee vor sich zu stehen, sie wirkte nicht sehr glücklich und Daitokuji's Kater, der auf ihrem Schoß lag schien auch nicht ganz munter zu sein.
"Was führt dich zu mir, Ryou-kun?", wollte Daitokuji wissen.
"Sensei", begann der Junge bedrückt, "Ich weiß, Sie haben ausdrücklich um eine Unterredung zwischen den Schülern gebeten und es tut mir auch leid, mich Ihres Wunsches so zu widersetzen, aber ich kann die anderen nicht in Gefahr bringen."
Emi
erhob sich von ihrem Stuhl und ging langsam auf den stolzen Schüler
zu, der sich auch noch einmal seiner Lehrerin zuwandte und sich
höflich verbeugte, was er zuvor noch nicht getan hatte.
"Du
kannst nicht allein gehen, Ryou-kun", sagte Daitokuji ohne eine
Mine zu verziehen.
"Sensei! Hören Sie mir bitte zu, die
anderen haben mit der Sache nichts zutun, es ist meine Schuld das
Asuka entführt werden konnte!", meinte Ryou aufgebracht.
Ayukawa
schüttelte leicht mit dem Kopf um ihn zu beschwichtigen und
erklärte darauf:
"Es ist nicht deine Schuld. Schuld ist
das Buch, das Asuka gelesen hat. Es hat die magischen Kräfte und
muss von nun an gut bewahrt werden damit es keinen Unwissenden mehr
in die Hände fällt."
"Ayukawa Sensei, woher wissen Sie...?", wollte er überrascht wissen.
"Ich habe Emi-san ... Ayukawa Sensei in diese Sache eingeweiht. Ryou-kun, bitte hör mir jetzt genau zu. Von Beginn an waren es immer vier oder mehr Krieger, die sich als Dark Flowers versucht haben. Niemals war es ein einzelner Mann der los eilte um seine Prinzessin zu retten", erklärte nun der Lehrer bedächtig und bot seinem Schüler an auf dem Sofa Platz zu nehmen, was Ryou sogleich höflich dankend annahm und der weiteren Erklärung seines Lehrers lauschte, "Du musst wissen, dass die Risekai eine Welt ist, in der mehr Mächte am Werk sind als jene die wir bereits kennen. Es ist merkwürdig, aber es scheint als übertrugen sich einige Charaktereigenschaften der Dark Flowers auf die neuen Anwerter dieser Titel. Es wäre also einfach nur sträflich dich allein gehen zu lassen. Auch der Glaube und das Vertrauen in dir und deinen Freunden wird getestet werden. Zweifel sind in der Risekai tötlich, deshalb möchte ich dich ebenfalls icht allein gehen lassen."
Ryou wollte sogleich zu einer Antwort ansetzen, doch wurde durch ein leises Seufzen seines Lehrers unterbrochen: "Ich sehe schon, du verstehst es noch nicht ganz. Fest steht, dass dich mindestens zwei deiner Freunde begleiten müssen. Dann werde ich mich als euer Führer durch diese fremde Welt bereit stellen und Ryou-kun, sei dir versichert auch hier werden deine Freunde nicht vom Zauber des Buschwindröschens verschohnt bleiben. Sie werden auch durch die Auswirkungen des Buschwindröschens zu kämpfen haben. Also was sagst du?"
"Ich habe wohl keine andere Wahl als mich Ihrem Wunsch zu beugen. Ich bin mir sicher, sie wissen ganz gut was Sie tun", antwortete Ryou mit einem enttäuschten Unterton in der Stimme. Er entschuldigte sich noch einmal höflichst für sein Eindringen und wünschte beiden Lehrern noch einen angenehmen Abend.
Daitokuji
schloss die Tür hinter seinem Schüler und wandte sich
wieder seinem Gast zu. Ihm entfuhr ein erleichtertes Seufzen, nicht
nur, weil Ryou sich nun endlich damit abfinden würde nicht
allein in die Risekai zu gehen, sondern auch weil er keine weiteren
Fragen nach dem Grund für Ayukawa's Mitwissen stellte. Es war
zwar nicht verboten für Kollegen eine Beziehung aufzubauen die
nicht nur rein Freundschaftlich war, es war allerdings auch nicht
allzugern gesehen.
Emi ergriff seine Hand und zog damit wieder
Daitokuji's Blicke auf sich. Sie lächelte ihn freundlich an und
bat um ein paar Auskünfte, die er ihr nur widerwillig und sehr
zweifelhaft gab. Emi verstand seine nicht so ernst gemeinten
Kommentare als ein Necken und musste sich mit dem Wenigen, das sie zu
hören bekam zufrieden geben. Immer wieder lenkte Daitokuji sie
durch einen zärtlichen Kuss ab und überwältigte sie
schließlich mit noch ganz anderen Liebkosen.
Er
war über sie gebeugt, seine Hände waren in ihren
verschlungen und er sah ihr tief in die Augen. Sein Gesichtsausdruck
war unwahrscheinlich ernst, selten hatte sie ihn so gesehen, aber auf
diese Weise machte er ihr klar, dass es ein ernstes Thema war, dass
er ansprechen würde:
"Während meiner Abwesenheit
musst du dich um Pharao kümmern, ja?"
"Natürlich!", antwortete sie ihm und erwiederte seinen Blick voller Unschuld.
"Auch wenn ich nicht mehr zurück komme?", wollte er wissen.
"Du wirst zu mir zurückkehren!", meinte sie und zog den jungen Mann zu einem erneuten innigen Kuss bei dem sich ihre Zungen zärtlich berührten und gegenseitig umspielten, etwas außer Atem geraten löste sie ihn schließlich wieder und sah ihn ebenso ernst an wie er es getan hatte, "Denk gar nicht erst daran zurück zu bleiben, Daitokuji! Du kommst wieder zurück! Zusammen mit Ryou-kun, Asuka-san und den anderen die folgen! Versprich es mir!"
"Na schön. Aber versprich du es mir nur für alle Fälle!", bat er kurzum.
"Auch wenn es keinen Grund gibt dir ein solches Versprechen zu geben... ich werde mich um den kleinen Kümmern so lange du nicht hier bist! Egal wie lange es dauert, ich werde auf dich warten!", antwortete Emi und dieses Mal war er es, der hungrig nach ihren Lippen suchte.
Ryou
und Fubuki kamen also überein, dass auch Manjoume zu ihnen
stoßen sollte, die anderen bekamen den Auftrag die Duel Academy
vor jeglichen Unheil zu bewahren. Der kleine Zwischenfall mit Momoe
schien Fubuki allerdings ein bisschen mitzunehmen, denn er hatte kaum
noch etwas gesagt. Ryou hätte ihn gern getröstet, doch
wusste er nicht genau wie man sich in so einem Moment ausdrückte.
Auch Manjoume und die anderen hatten ebenfalls mit angehört
was Momoe dem älteren Schüler zu sagen hatte. In ihren
Augen hatte sie sich ebenfalls sehr unvernünftig verhalten
obwohl Fubuki sie nur schützen wollte. Während Ryou
berichtete, dass Juudai und die jenigen die hier zurück blieben
ebenfalls kämpfen mussten, stand Junko vom Fußboden auf.
Sie hatte die ganze Zeit schon schweigsam neben Manjoume gesessen und
nun wollte sie die Runde verlassen.
"Junko-chan,
wo willst du hin?", erkundigte sich Manjoume und ließ sie
nicht aus den Augen.
"Ich wollte mich jetzt in mein Zimmer
zurück ziehen", entgegnete das rotblonde Mädchen,
"Oder gibt es noch wichtige Dinge zu besprechen?"
Manjoume
blickte Fubuki und Kaiser fragend an, Juudai und Shou sprachen auch
schon seit einer ganzen Weile über ganz andere Dinge während
Misawa sich ebenfalls still verhielt. Ryou schüttelte also mit
dem Kopf, alles Wichtige sei nun besprochen und es gäbe keinen
Grund seine Freunde nun länger hier festzuhalten. Somit wollte
sich nicht nur Junko verabschieden, Shou war es lieber seinem älteren
Bruder aus dem Weg zu gehen und Juudai folgte ihm weil er eben auch
nichts besseres zutun hatte. Misawa wollte sich den Obelisk Blue
Schülern auch nicht weiter aufdrängen und verabschiedete
sich bei seinen Freunden.
Manjoume stand nun ebenfalls auf und
wandte sich an Junko:
"Soll ich dich begleiten? Du siehst
etwas fertig aus!"
"Nein, nein, es geht schon. Mach dir bitte keine Umstände, ja? Außerdem musst du dich auf deine Aufgabe vorbereiten und ich wollte sowieso vorher noch bei Momoe-chan vorbei sehen", antwortete sie.
Manjoume schüttelte seicht lächelnd mit dem Kopf, er kannte dieses Verhalten zu gut, immer wenn Junko irgendetwas auf dem Herzen lag tat sie so als wolle sie nicht mit ihm sprechen. Sie wollte sich auf keinen Fall aufdrängen, aber so wollte Manjoume es nun wirklich nicht enden lassen. Er nahm Junko sanft bei der Hand, wandte sich noch kurz an Fubuki und Ryou um ihnen mitzuteilen er bleibe ganz sicher nicht sehr lange weg und käme später noch einmal um weiter mit ihnen zu sprechen.
Ohne
Umschweife begleitete Manjoume seine Freundin raus in den Korridor.
Sie mussten das Gebäude wechseln um zu Momoe's Zimmer zu
gelangen, denn der Obelisk Blue Dorm war nach Jungen und Mädchen
getrennt, ganz anders als bei den Osiris Red und den Raa Yellow
Schülern.
Einen Moment lang blieb es noch sehr still
zwischen den beiden, bis Junko begann sich auszusprechen: "Wirklich,
Manjoume-kun, du brauchst mich nicht zu Momoe-chan rüber
bringen. Ich kenne mich schließlich viel besser im Mädchendorm
aus als du!"
"Ich weiß, ich weiß. Du möchtest mich am liebsten los haben, aber so schnell lasse ich mich nicht abschütteln, hast du verstanden!?", mahnte Manjoume mit einem gespielt herrischen Ton, "Du machst dir Sorgen, oder?"
"Natürlich mache ich mir Sorgen um euch. Es ist nicht gerade behaglch zu wissen, dass es übernatürliche Kräfte gibt die meine beste Freundin entführt haben. Aber wenn ich ganz ehrlich bin mache ich mir am meißten Sorgen um dich, Manjoume-kun! Ich möchte nicht, dass du mit ihnen gehst! Dir könnte etwas passieren und das macht mir Angst. Natürlich kann alles etwas passieren und ich will nicht, dass sich überhaupt jemand verletzt, aber... weißt du... ich habe ganz besonders Angst um dich!", gestand sie kleinlaut und blickte dabei auf den Boden um nicht den Faden zu verlieren, sollten sich ihre Blicke treffen und Junko mochte es auch nicht, wenn sie vor dem schwarzhaarigen Stolzen errötete. Der ehemalige Obelisk Blue Schüler aber konnte darauf nur lächeln, noch immer hielt er Junko's warme Hand fest in seiner und noch bevor die beiden die Haustür des Dorms erreichten, zog er sie herum, so dass sie gezwungen war Augenkontakt mit ihm zu halten. Wie von einem Blitz getroffen zuckte Junko zusammen. Sie merkte wie heiß sich plötzlich ihre Wangen anfühlten und sicher hätte sie gestammelt, wenn Manjoume von ihr verlangte etwas zu sagen. Das Mädchen schwieg, sah ihren Gegenüber jedoch unentwegt in die dunklen Augen. Zu keinem außer ihr und Asuka war er je so liebenswürdig gewesen, vor allem zu Asuka, allerdings hatte sich diese Zuneigung schon seit einiger Zeit verflüchtigt.
"Junko-chan, ich werde dir jetzt etwas versprechen, ja?", schlug Manjoume schließlich vor um die lange Schweigeminute zu unterbinden.
Das schüchterne Mädchen blickte ihn mit großen, fragenden Augen an: "Ein Versprechen? Was denn für ein Versprechen?"
"Richtig, ein Versprechen", antwortete der Junge mit einem seichten Nicken und hielt ihre Hände etwas höher, wie es die vornehmen Herren in alten Zeiten zu einem Handkuss taten und er konnte sich sein Lächeln nicht verbieten, "Ich kann dich nicht mitnehmen in die Risekai. Aber ich werde eine der Dark lowers werden und Tenjouin-kun retten. Na ja... jedenfalls werde ich Kaiser behilflich sein um sie zu retten. Und nicht nur um seinet Willen, sondern auch wegen dir. Vertrau mir bitte, wenn ich dir sage, dass du dich nicht um mich zu sorgen brauchst. Mir wird nichts geschehen und wenn doch etwas sein sollte, dann hast du die Erlaubnis mich wieder vom Sterbebett herunter zu ziehen um mich eben an diesen Ort wieder hinzubefördern weil ich nicht gehorsam war und dich traurig machte. Was hälst du von dem Vorschlag?"
Junko musste tatsächlich lachen, allerdings war es kein erleichtertes Auflachen, sondern viel mehr eine Bestätigung dafür, dass Manjoume wieder Unfug im Kopf hatte. Wie immer. Allerdings hatte er ihr nun ein Versprechen gegeben, also musste sie ihm beim Wort nehmen und nickte dann leicht: "Ich glaube dir. Aber ich werde dich auch beim Wort nehmen, Manjoume-kun! Sollte dir etwas geschehen, dann werde ich dir sofort folgen, das verspreche ich dir!"
"Nun gut, dann wissen wir ja beide, dass wir es ernst meinen", entgegnete der Junge und küsste beide ihrer Handrücken, worauf die Rotblonde erneut heftigst errötete.
Es dauerte nicht mehr lange und die beiden Schüler hatten den Weg bis zu den Mädchenunterkünften des Obelisk Blue Dorms zurückgelegt. Die Sonne versank schon langsam hinter dem Horizont und der Himmel war in ein feuriges Rot getaucht. Noch einmal wandte sich Manjoume an Junko und nochmals versicherte er ihr, dass er heil wieder in diese Welt zurückkehren würde.
"Du hast es versprochen, vergiss es also nicht!", bat Junko.
"Niemals werde ich so etwas Wichtiges vergessen, Junko-chan. Du hast mein Wort, und was ich verspreche, das halte ich auch!", antwortete er und ließ sie dann in den Dorm gehen, worauf er sich wieder auf den Weg zu Fubuki und Ryou machte.
Junko suchte nun Momoe in ihrem Zimmer auf, wie schon am Morgen als sie sich dafür entschuldigen wollte, dass Fubuki sie beim Nachhilfeunterricht gelobt hatte. Wie auch schon am Morgen klopfte sie höflich an die Tür ihrer Freundin, doch statt ihres sonst so humorvollen Spruches, ein Perversling solle es ja nicht wagen einzutreten, kam eine zornige Abfuhr aus dem Zimmer heraus: "Meine Güte! Verdammte Möchtegern-Rockstar lass mich endlich in Ruhe! Dies ist der Mädchendorm falls du es noch nicht bemerkt haben solltest! VERSCHWINDE!"
"Mo-...Momoe-chan, ich bin es. Junko... Darf ich vielleicht eintreten? Bitte...", die Bitte des Mädchens klang wirklich sehr schwach und leise, so eine heftige Antwort hatte Junko selbst jetzt nicht erwartet. Wenn sie ehrlich war, konnte sie kaum glauben dass sich Momoe so verhalten konnte.
Die Stille war schlagartig wieder eingekehrt. Junko wartete ab ob Momoe ihr antwortete, aber kein Laut trat aus dem Raum hervor. Die schüchterne Junko war schon drauf und dran den Korridor zu verlassen und sich in ihr eigenes Zimmer zu begeben, als plötzlich doch noch die Tür aufgerissen wurde und Momoe sich verzweifelt in die Arme ihrer Freundin fallen ließ.
"Warum will er mich ausschließen, Junko-chan!? Warum hat er nichts weiter für mich übrig als ständige Gemeinheiten!? Warum sieht er mich nur als ein kleines Mädchen an!? WARUM!? Er begegnet dir doch auch anders...", schluchzend vergrub Momoe ihr Gesicht in Junko's Armen. Das Mädchen war perplex, auch das sah Momoe überhaupt nicht ähnlich und alles was das blonde Mädchen nun noch tun konnte war, sie mit in das Zimmer zu nehmen. Langsam ließ sie sich mit Momoe auf ihr Bett nieder und streichelte ihr beruhigend über den Rücken und das schwarze Haar.
"Nun... vielleicht...", Junko suchten nach den richtigen Worten um diese Situation zu beschreiben, dabei ahnte sie noch nicht, dass ihre sanfte Stimme schon ausreichte um Momoe ein bisschen zu trösten, "Vielleicht habt ihr beide den Hang dazu alles misszuverstehen. Ganz besonders du Momoe-chan. Ich glaube nicht, dass Tenjouin Senpai dich ausschließen möchte. Ich bin mir sogar sehr sicher, dass er dich liebend gern dabei hätte!"
"Ach ja, und warum schickt er mich dann weg wie ein kleines Mädchen? Ich bin kein kleines Kind mehr!", entgegnete Momoe störrisch, ihre Stimme klang erstickt von Schluchzen und Tränen, aus ihr sprach eine gewaltige Ungerechtigkeit, die keiner wieder gut machen konnte.
"Weil er dich nicht in Gefahr wissen will, deshalb", antwortete Junko, "Ich bin mir sicher, er hat dich sehr, sehr gern! Sonst würde er sich weniger um dich kümmern, meinst du nicht auch? Hast du denn noch gar nicht bemerkt wie aufgebracht seine Stimme klang?"
"Dieser Möchtegern-Rockstar nutzt jde Gelegenheit aus um mich bloß zu stellen!", meinte Momoe und setzte sich nun wieder auf. Junko bedachte sie mit einem besorgten Blick, so konnte das natürlich nichts werden. Wenn Momoe so stur darauf verharrte, dass Fubuki ihr etwas Böses wollte, dann konnte sie auch nichts vom Gegenteil überzeugen. Nicht einmal der vermeindliche Sträfling selbst.
"Hör auf, Momoe-chan! Du willst gar nicht, dass er sich um dich kümmert, oder? Du willst doch unverstanden sein, warum bist du so ungerecht zu ihm!? Hast du denn vergessen, was Daitokuji Sensei und gesagt hat? Es wird gefährlich werden! Tenjouin-san will dich nicht in Gefahr sehen und wenn ich es mir richtig überlege, möchte ich das auch nicht!", fuhr Junko ihre Freundin an, jedenfalls versuchte sie dabei so bestimmt wie möglich zu klingen. Dies war natürlich ein Akt, der Momoe völlig fremd war. Auf jeden Fall wenn es von Junko her kam. Die Schwarzhaarige sah erstaunt aus, wenn sie sich Junko's Worte richtig durch den Kopf gehen ließ, ergab es Sinn und sie konnte eine Weile nur stumm auf das Bett hinunter sehen.
"Ich kann nicht glauben dass...", begann sie leise.
"Das Tenjouin-san dich gern hat?", hakte Junko nach.
"Nein, es ist ganz anders. Natürlich will er mich beschützen, warum sollte er mir denn Böses wollen!?", entgegnete Momoe, "Es ist nur so, als ob etwas anderes in mein Herz gekrochen wäre. Misstrauen. Unendliches Misstrauen hat mir die Brust zugeschnürt. Im Moment ist es weg, gerade eben, aber ... es ist unheimlich."
"Vielleicht hat das ja auch was mit diesem Buch zutun?", murmelte Junko vor sich hin.
Die
beiden Mädchen wussten es nicht und konnten es sich auch gar
nicht weiter erklären. Fest stand nur, dass Momoe's Überreaktion
vollkommen grundlos war und sie sich schnell wieder mit Fubuki
versöhnen musste um nicht in Zwietracht auseinander zu gehen.
Nachdem eine erneute drückende Stille eingekehrt war, wandte
sich Junko erneut an Momoe:
"Was willst du jetzt machen?"
"Was soll ich schon machen? Ich werde einfach zu ihm hingehen und mich bei ihm entschuldigen. Auch wenn es vielleicht zu spät ist, so sehe ich meine Fehler ein und stehe dafür gerade!", antwortete das andere Mädchen mit einem Schulternzucken.
Junko sah ihre Freundin allwissend an und fragte: "Wirst du ihm auch sagen, dass du ein bisschen mehr als nur Freundschaft für ihn fühlst?"
"Was!?", Momoe schreckte etwas zurück, "Ich gebe ja zu, dass dieser Möchtegern-Rockstar sehr viel Esprit hat und er sehr nett und ein guter Freund sein kann, aber darüber geht es noch nicht hinaus, Junko-chan. Konzentriere du dich lieber auf Manjoume-kun!"
Nun hatte das schwarzhaarige Mädchen den schwachen Punkt ihrer Freundin getroffen. Das sie Manjoume schon seit langem zugetan war, konnte sie nicht mehr bestreiten und wenn sie ehrlich war so wollte sie es auch gar nicht. Nur den Mut um ihren Schwarm die Zuneigung, die sie für ihn empfand zu gestehen, fand sie nicht. Dennoch war sich Junko sehr sicher, dass auch Momoe sich in exakt der selben Situation befand.
So
kam der Tag der Abreise. Die Schüler versammelten sich zusammen
mit Daitokuji und Ayukawa Sensei am Kai, wo sie die letzten
Überbleibsel der Entführung gefunden hatten und wollten
sich auf den Weg machen.
Junko sah sich nervös um. Momoe war
nirgens zu sehen, sie war auch nicht in ihrem Zimmer gewesen. Was
ihre Freundin nun wieder vor hatte, war ihr ein absolutes Rätsel.
Dabei war sie doch am Abend zuvor so entschlossen gewesen sich mit
Fubuki zu versöhnen. Vielleicht hatte sich ihre Meinung doch
wieder geändert und Momoe war vielleicht sogar böse auf
sie, weil sie sich auf die Seite des älteren Schüler
gestellt hatte.
Solche Befürchtungen, waren allerdings
völlig grundlos gewesen. Momoe war nicht böse auf Junko und
auf keinen anderen. Sie wollte sich wirklich bei Fubuki
entschuldigen. Dafür, dass sie ihn so angebrüllt hatte,
dass sie so taktlos war und mit Absicht falsch verstanden hatte und
sie wollte eigentlich dafür sorgen, dass er ihr ein Versprechen
gab, dies sollte ihr als Versicherung dienen, dass er wirklich heil
und nicht in Stücken wieder bei ihr ankam.
Das
Verabschieden gestaltete sich allerdings schwieriger als erwartet,
denn der schwarzhaarige Wildfang kam um einiges zu spät. Schon
seit einer ganzen Weile standen die Schüler am Kai, hatten sich
herzlich voneinander verabschiedet und nun da Daitokuji das magische
Steintor zur Risekai geöffnet hatte, mussten sie sich beeilen.
Momoe konnte es von Weitem sehen. Die Gruppe machte sich auf den
Weg ohne sich von ihr zu verabschieden. Dabei musste sie sich davon
versichern, dass er nicht böse auf sie war oder ihr etwas
nachtrug. Sie musste sich einfach nur beeilen um noch rechtzeitig bei
ihm zu sein. Laut rief das junge Mädchen nach Fubuki, mehrere
Male rief sie seinen Namen so laut wie möglich aus, doch
antwortete er ihr nicht. Er ging einfach weiter ohne sie auch nur
eines Blickes zu würdigen wie es schien.
Warum musste sie auch zu spät kommen?
War es Schicksal das sie allein zurück bleiben sollte?
Nein, ganz sicher nicht. Es musste einen Grund geben warum sie ihm nicht ins Gesicht sagen konnte was sie fühlte. Dieser Grund schien nun vor ihren Augen zu erscheinen. Die Erkenntnis fiel ihr wie Schuppen von den Augen als sie das weit geöffnete Tor zur Risekai erblickte. Natürlich, sie sollte ihnen trotzdem folgen. Es rief nach ihr, Momoe war sich ganz sicher, dass dieses Tor, diese fremde Welt nach ihr rief. Und somit schob sie sich an ihren Mitschülern vorbei, rannte beinahe Junko um und sprang der kleinen Gruppe hinterher.
Noch aus der Ferne hörte sie Junko's protestierendes Rufen und Flehen sie möge wieder zurück kommen und auf Fubuki warten, doch diese Bemühungen kamen zu spät. Hinter Momoe verschloss sich das Tor zur Risekai wieder und verschwand im Nichts, so wie es auch erschienen war.
Gegenwärtig im Schloss der Prinzessin
Schon einmal war Asuka in tiefster Dunkelheit erwacht, nachdem sie Ryou beim Leuchtturm getroffen hatte und aus irgendwelchen Gründen ihr Bewusstsein verloren hatte. Ja es war sehr merkwürdig, jetzt wo sie erneut die Augen aufschlug und sich scheinbar draußen in der Natur befand, meinte sie sich düster an einen unangenehmen Steintisch zu erinnern, auf dem sie gefangen war. Bei ihr war Ryou oder zumindest jemand, der Ryou zum verwechseln ähnlich sah, jedoch kältere Augen hatte als ihr Schwarm.
Asuka setzte sich auf, ihre Augen mussten sich noch an das helle Licht der Sonne gewöhnen und ihre Glieder schmerzten ebenfalls noch. Das zierliche Mädchen setzte sich auf und sah auf das Gras hinunter, es hatte eine so satte grüne Farbe, dass man kaum glauben konnte es handelte sich um echten Rasen. Die leicht feuchte Erde unter ihren Händen aber verriet ihr, dass es vor kurzem geregnet hatte, oder der weiche Rasenteppich unter ihr, gewässert worden war.
Die nächste Überraschung bot sich ihr, als sie sich selbst musterte, denn sie trug nicht mehr ihre gewohnte blau - weiße Uniform, sondern ein langes hellblaues Kleid mit kurzen Ärmeln die nur ihre Schultern leicht bedeckten und um ihrem Hals lag ein weißer Rüschenumhang aus festem Stoff. Auch ein brauner Ledergürtel war um ihre Tallie geschnürrt und schwarze Halbschuhe trug sie auf den Füßen. Hier ging etwas absolut nicht mit rechten Dingen zu. Asuka glaubte sich genau daran erinnern zu können, das sie überhaupt nichts mehr auf dem Leibe getragen hatte und nun befanden sich fremde Kleider an ihrem Körper. Oder hatte sie das alles nur geträumt?
Verwirrt stand sie auf und sah sich um. Es gab keinen Zweifel mehr, sie befand sich nicht auf den Duel Insel wo sich die Duel Academy befand. Um das Mädchen herum befanden sich hohe Laubbäume, die sie noch nie in der vertrauten Umgebung gesehen hatte und die ungewöhnlichsten Blumen tummelten sich neben weißem und rotem Klee. Asuka ging völlig gedankenverloren auf einen abgetrennten Baumstumpf der noch fest in der Erde verankert war zu und setzte sich darauf. Was war mit ihr geschehen, dass sie sich an so wenig was in den letzten Stunden passiert war, erinnern konnte?
Oder waren es mehr als Stunden gewesen?
Waren bereits Tage oder Wochen vergangen?
Es kamen plötzlich so viele Fragen in ihr auf, dass sie sich erst einmal fassen musste um nicht vollkommen verrückt zu werden. Wieder und wieder rief sie die Augenblicke am Leutturm in ihrem Gedächtnis wach und immer wieder kam sie auf das Selbe hinaus. Ryou war ihr so nahe gewesen, Ryou hatte sie geküsst und dann herrschte tiefste Finsternis in ihrem Kopf.
"Was ist nur los mit mir?", dies und viele andere Fragen stellte sie sich in ihrem Inneren und als sie noch einmal nachdachte und wieder auf den Kuss mit Ryou kam, wurde sie noch verwirrter als sie ohnehin schon war.
Befand sich Ryou etwa hier?
Oder war sie gar ganz allein?
Nein, jemand musste sie doch hergebracht haben!
Plötzlich waren Schritte im Gras zu hören. Das leise Rascheln des Rasens machte Asuka auf jemanden hinter sich aufmerksam. Das Mädchen wagte es kaum sich umzudrehen und riskierte nur einen kleinen versteckten Seitenblick, was ihr nur einen flüchtigen Blick auf eine große, schlanke Person ermöglichte.
"Habt keine Angst, bei mir seid Ihr in Sicherheit, Asuka Ohimesama", sagte eine weibliche Stimme.
Das
dunkelblonde Mädchen sah sich nun endgültig um und konnte
eine junge Frau in Augenschein nehmen, die in etwa so alt zu sein
schien, wie Asuka selbst. Zu ihrem Erstaunen war dieses fremde
Mädchen nackt, ihre weiße Haut wurde nur von eisblauer
Körpermalerei bedeckt, die sich wie Flammen und Ringe über
ihren gesammten Körper schlängelten. Die Augen der weißen
Schönheit leuchteten rot und wirkten bedrohlich, auch wenn sie
ein ehrlich freundliches Lächeln auf den Lippen hatte. Die
schlanke Gestalt beeindruckte Asuka, das lange weiße Haar, des
unbekannten Mädchens, fiel bis zum Kreuz hinab und verlieh ihr
ein anmutiges Aussehen.
Verwirrt über die Anrede erhob Asuka
sich hektisch vom braunen Baumstumpf und trat ein paar Schritte
zurück. Aus unerklärlichen Gründen kam in ihr das
ungute Gefühl herauf, dass etwas nicht mit rechten Dingen vor
sich ging. Vielleicht war diese junge Frau feindseelig, vielleicht
irrte sich Asuka auch einfach nur, denn sie hatte zu verworrene Dinge
erlebt, die sie sich nicht allein erklären konnte.
"Habt keine Angst. Euch geschieht hier nichts", versuchte die Silberstimme der Fremden Asuka zu beruhigen.
Etwas misstrauisch noch entgegnete das Mädchen: "Wer sind Sie?"
"Entschuldigt, dass ich so formlos eindringe. Mein Name ist Lillith und ich bin die Herrin dieses Reiches. Ich habe Euch hierher gebracht als man Euer Herz fand", antwortete Lillith nun.
Asuka blickte das schlanke Mädchen vor sich verwirrt an: "Lillith? Die Prinzessin aus dem Märchen? Träume ich denn!?"
Lillith
lächelte, sie kostete Asuka's Verwirrung aus und natürlich
war es eben das, was sie wollte. Das Mädchen verwirren, so dass
sie leichtes Spiel mit ihr hatte. Im Moment konnte sie den Geist
Asuka's sehr gut lenken und versuchen alles richtig zu machen. Nach
einem kurzen Moment des Schweigens brachte sie folgende Antwort
hervor:
"Ihr träumt ganz sicher nicht, Asuka Ohimesama.
Ich bin Lillith und ebenso echt wie Ihr es seid. Wir teilen sogar das
selbe Schicksal und Ihr wisst es noch nicht einmal."
"Das gleiche Schicksal?", Asuka hatte das Gefühl noch viel verwirrter zu sein als zuvor, "Was meint Ihr damit? Und warum nennt Ihr mich Prinzessin? Ich bin doch gar keine..."
Mit kleinen Schritten kam Lillith auf das blond Mädchen zu und nahm ihr Gesicht in beide Hände. Mit einem einfühlsamen Blick bedachte sie Asuka und streichelte ihr sanft mit ihrem Daumen über die Wangen:
"Armes Kind. Ich habe gehofft Ihr würdet verstehen. Lasst es mich erklären, ich werde Euch helfen die Wahrheit zu erkennen!"
"Die Wahrheit?", wiederholte Asuka leise und Lillith konnte die Ängstlichkeit vernehmen, die aus ihrem Gesicht sprach. Stumm nickte die weiße Prinzessin und ließ Asuka wieder auf dem Baumstumpf platznehmen. Lillith selbst setzte sich neben Asuka.
Es waren bereits mehrere Tage vergangen seit sich Daitokuji zusammen mit Fubuki, Ryou und Manjoume auf den Weg in die Risekai gemacht und Momoe unwissentlich mit in diese fremde Welt genommen hatte. Seit jenem Tage hatte sich auf der Duell Insel etwas verändert. Kurz nachdem sich das Tor zur Risekai wieder geschlossen hatte begannen plötzlich weiße Blumen zu sprießen. Überall wo man hinsah befanden sich die gefährlichen Blumen aus dem Märchen, das Asuka gelesen hatte. Buschwindröschen wuchsen auf den Wiesen, sprossen in den Ritzen zwischen den Steinen auf den Gehwegen und sogar in Tome's Kräutergarten.
All das kam Junko sehr merkwürdig vor und ließ sie oft am Kai sitzen. Sie wusste nicht warum es sie ständig wieder dorthin zog. Vielleicht war es die Gewissheit das Asuka dort verschwunden war und auch Momoe ihren Freunden einfach so gefolgt war, oder aber aus einem ihr noch vollkommen unersichtlichen Grund. Auch heute konnte sie der Versuchung nicht widerstehen und setzte sich dort neben den Leuchtturm nur um der schäumenden Gischt zu zusehen. Dieses Mal sollte sie allerdings nicht sehr lange ungestört bleiben, denn Misawa tauchte kurz nach ihr dort auf und ging direkt zu ihr.
"Junko-san", sagte er mit ruhiger Stimme, wie es eben seine Art war.
"Misawa-kun!? Was suchst du denn hier?", wollte das Mädchen sofort wissen und kam wieder auf die Beine.
"Shou sagte mir, dass du oft hier bist", entgegnete der Raa Yellow Schüler, "Ich glaube du machst dir zu viele Gedanken. Warum bist du immer so alleine hier?"
"Was hat denn der kleine Marufuji mit mir zutun? Es geht ihn nichts an was ich tue. Und ebenso wenig dich!", meinte sie und verspürte gleich darauf ein schlechtes Gewissen. Junko versuchte oft so zu wirken wie Momoe, wenn sie an etwas nur wenig Gefallen fand, aber es gelang ihr nicht oft diese kühle Haltung zu wahren. Misawa lächelte sanft und sah ebenfalls auf das Meer hinaus. Es erstaunte Junko wie bedächtig dieser Musterschüler aussehen konnte. Selbst sie hielt ihn für einen eintönigen Langweiler, jemanden der nur für den Unterrich lebte und nichts anderes als einen noch spröderen Laborjob in Aussicht hatte.
"Kaiser
und Asuka trafen sich oft genug hier am Leuchtturm. Heimlich am Abend
obwohl sie damit ein paar Schulregeln verletzten. Hamaguchi-san
folgte Fubuki-san in die Risekai ... du denkst an Manjoume-kun, habe
ich Recht?", forschte Misawa nach ohne zu wissen ob es wirklich
klug war das Mädchen auf diese Sache hin anzusprechen.
Einen
Augenblick lang sah das rotblonde Mädchen auf den Boden, nickte
dann aber doch vorsichtig: "Natürlich denke ich an ihn! Ich
hoffe das er keinen Unsinn macht denn von allen ist ausgerechnet er
der jenige, dem ich zutraue dass er Unfug treibt. Ich habe schon seit
einiger Zeit das Gefühl das etwas nicht stimmt und Manjoume-kun
hat gesagt er kommt heil wieder zurück, sonst kann er auch von
mir etwas erleben!"
"Dann hast du doch nichts zu befürchten!", meinte Misawa und fing sich damit einen fragenden Blick ein, "Denk doch mal nach, Junko-san. Manjoume-kun ist sehr stolz und überheblich. Er geht jeden an den Kragen der seine Fährigkeiten auch nur im Geringsten in Frage stellt, du allerdings darfst ihn schelten und tadeln so viel du nur willst. Wenn er dir ein Versprechen gibt, dann wird er alles daran setzen es auch zu halten!"
Junko war sichtlich verwirrt. Die Anspielungen die der braunhaarige Junge da machte ergaben Sinn, aber es hieß auch, dass er bereits einen Teil ihrer Gefühlswelt entschlüsselt hatte. Vielleicht war es auch offensichtlich dass sie mehr für Manjoume empfand als nur Freundschaft oder Bewunderung. Aber das Wichtigste war nun, dass sie sich sicher sein konnte dass die anderen sich um sie kümmerten. Junko lächelte nun leicht und wandte sich Misawa zu: "Danke. Du glaubst gar nicht wie sehr du mir damit hilfst!"
"Das ist selbstverständlich. Und glaub nicht, dass du allein mit deinen Problemen bist, wir haben Lehrer die dir helfen können und du hast Freunde! Also zögere beim nächsten Mal nicht wenn du etwas auf dem Herzen hast!", antwortete der Junge.
Junko nickte, tat eine diskrete Verbeugung aus Höflichkeit und verließ den Kai dann. Misawa blieb dort allein zurück.
Junko war auf den Weg zum Obelisk Blue Dorm. Der Tag war dunkel und kündigte Regen an obwohl es recht windig war. Kurzerhand blieb sie doch noch einmal stehen um Inne zu halten.
Ja, sie machte sich große Sorgen um Manjoume.
Dieses ungute Gefühl ihm könne bereits etwas zugestoßen sein wollte sie einfach nicht mehr loslassen. Im Augenblick beneidete sie Momoe, dass sie mitgegangen war ohne auch nur um Erlaubniszu bitten. Sie wusste was vor sich ging, sie konnte sehen wenn es ihren Freunden an etwas mangelte. Junko seufzte, allmählich wurde ihr bewusst dass ihre Hauptsorge der ehemalige Obelisk Blue Schüler war und nicht ihre Freundin. Dabei war doch Asuka die jenige, die entführt worden war, warum dacht sie die ganze Zeit ausgerechnet an Manjoume's Wohlergehen?
Konnte es sein, dass sie genau deshalb nur ihn im Kopf hatte?
Junko war sich sicher, egal ob sie ihn nun liebte oder nicht, sie könnte niemals ihre Freundin deshalb vernachlässigen oder gar vollkommen im Stich lassen. Ihr Blick schweifte über zu einem kleinen Buschwindröschen, dass wohl im Laufe des Tages aufgeblüht war. Die Blütenblätter der Pflanze wirkten vollkommen, die fünf spitz zulaufenden Blätter wirkten so rein im Gegensatz zu dem grauen Beton aus dem der Weg gebaut war. Junko's Blick fixierte sich auf diese scheinbar vollkommene Blume und allmälig schien es ihr als ob sie aufleuchtete. Ein weißer Schein umgab diese wunderschöne Blüte, Junko war sich ganz sicher. Langsam fuhr ihr ein kalter Schauer über den Rücken, sie sollte sich diese Blume nicht länger ansehen. Sie sollte sich von ihr abwenden und vergessenen. Die Buschwindröschen waren verfluchte, gemeine Blumen. Oder lag sie da falsch?
Die weiße Aura um die Blume erlosch auch nach weiteren Sekunden nicht und das Mädchen blieb auch weiterhin darauf fokusiert. Leise, still und leise meinte Junko plötzlich eine Stimme in ihrem Kopf zu hören. Eine silberne Mädchenstimme sprach in ihrem Kopf:
"Du möchtest wissen was wirklich vor sich geht, in der Risekai?"
"Ja, das will ich."
"Ich werde dir helfen diesen Wunsch zu erfüllen!", erklärte das Buschwindröschen.
"Warum?"
"Damit du dir sicher sein kannst, was das Schicksal der Dark Flowers ist. Wenn du dir ihres Schicksals ganz sicher bist, musst du dir keine Sorgen mehr machen!", entgegnete die Blume.
"Warum sollte ich dir vertrauen?"
"Weil du keinen Grund hast, es nicht zutun und weil ich weiß, wie das Märchen endet. Du kannst es ebenso heraus finden, denn egal wer sich als Dark Flower versuchte, das Märchen hat immer das selbe Ende gefunden.", antwortete die Pflanze geduldig.
"Wie kann ich es heraus finden?"
"Im Buch, 'Buschwindröschen' steht es geschrieben. Wie die Legende ihren Lauf nimmt und sich ständig wiederholt. Das Buch ist im Moment verwahrt, im Büro einer Frau in weißer Kleidung. Nehme das Buch an dich und lese es laut vor, damit du die Wahrheit der Legende erfährst und das Verbrechen, dass sich der Führer der Dark Flowers bezichtigt.", erklärte das Buschwindröschen und noch ehe Junko wieder etwas antworten oder eine weitere Frage stellen konnte, erlosch der weiße Schein, der um die Blume herum gewesen war und Junko fand sich allein auf dem Wege wieder.
Sie seufzte. Die Beschreibung der Frau war ziemlich dürftig, allerdings kam ihr der Verdacht dass es sich um die Schulärztin und Lehrerin Ayukawa handelte. Es klang auch sehr glaubhaft, dass sie das Buch nun bewachte, denn Daitokuji schien viel auf sie zu geben. Nun musste Junko nur noch einen schlauen Grund finden um in das Büro der freundlichen jungen Frau zu kommen. Ein bisschen hinterhältig kam sich Junko schon vor, denn sie hatte eigentlich keinen Grund Ayukawa oder sonst einen anderen zu hintergehen, die Neugierde und ihre Sorge um Manjoume waren allerdings größer als das Verlangen ihr eigenes Selbst zu bewahren. Eine Möglichkeit war Junko schon recht schnell in den Sinn gekommen, sie musste einfach nur so tun als ginge es ihr nicht so besonders gut. Sie war sich im Klaren, dass sie eine furchtbar schlechte Lügnerin war, obwohl man in gewisser Weise schon sagen konnte, dass sie sich nicht wohl fühlte.
So suchte Junko ihre Lehrerin gegen Abend auf. Natürlich war Ayukawa sehr überrascht, denn das schüchterne, ruhige Mädchen hatte sich noch nie die Mühe gemacht um sich untersuchen zu lassen. Deshalb war sich die junge Lehrerin ziemlich sicher, dass es sich um etwas ernstes handeln musste. Zunächst bat Ayukawa die junge Schülerin in ihrem Büro Platz zu nehmen und begann mit der Befragung was Junko denn fehlte.
"Mir geht es nicht so gut, Ayukawa Sensei", gestand Junko, "Schon seit ein paar Tagen kann ich überhaupt nicht mehr schlafen und ich habe Kopfschmerzen."
Junko sah auf den Boden, letzteres war eine Lüge gewesen, und eigentlich hätte sie sich dieses kleine Detail sparen können, allerdings litt sie wirklich unter gewaltigem Schlafmangel in den letzten Tagen. Emi musterte Junko von oben bis unten, ihr entging der schuldbewusste Blick nicht, den Junko auf den Boden warf. Vielleicht kam es aber auch nur durch die Tatsache, dass sie sich dieses Mal wirklich Hilfe in Anspruch nehmen musste.
"Keine Sorge, ich denke die Kopfschmerzen werden verschwinden sobald du ein bisschen mehr geschlafen hast. Für das einschlafen kann ich dir ein pflanzliches Mittel geben, es hilft ganz gut", meinte Ayukawa und wandte sich von Junko ab um sich in ihr Arsenal an Medikamenten zu begeben. Das Mädchen nahm diese Gegenheit wahr, um sich umzusehen. Ayukawa's Büro war nicht sonderlich voll. Es standen nur wenige Bücherregale darin und ein großer Schreibtisch aus Holz auf dem ein Computer stand. Junko ging ein paar Schritte auf den Schreibtisch zu und ihre Augen leuchteten auf vor Freude. Zum Glück hatte Ayukawa wohl noch keinen richtigen Platz für das schwere Buch gefunden und während die Lehrerin noch weiter im Nebenzimmer nach dem Schlafmittel suchte, konnte Junko schon mal das Buch auf dem Büro schaffen.
Schnell griff das rotblonde Mädchen nach dem verfluchten alten Ding und legte es leise in den Gang neben der Tür zum Büro. Gerade als Junko die Tür wieder leise geschlossen hatte, kam Emi auch schon wieder aus der Medizinkamer heraus und gab ihr lächelnd ein Fläschchen in die Hand.
"So, es hat etwas gedauert aber ich habe es doch noch gefunden. Mach dir fünf bis zehn Tropfen in deinen Tee bevor du schlafen gehst und dann dürftest du keinerlei Probleme mehr haben", meinte sie und verabschiedete Junko wieder.
Nachdem Emi ihre Tür hinter Junko wieder verschlossen hatte, hob sie ihr Diebesgut vom Boden auf und lief so schnell sie nur konnte in ihren Dorm zurück um sich in ihr Zimmer zu verschanzen.Sofort setzte sich das Mädchen auf ihr Bett und schlug das in verschlissenes Leder eingebundene Buch auf um die Geschichte des Buschwindröschens zu lesen. Das sie damit etwas tat, dass nicht im Interesse der anderen stand wusste sie nicht und sie konnte es sich auch gar nicht vorstellen. Die ersten Seiten des Busches waren wie ein ganz gewöhnliches Märchen erzählt. Es handelte über die Zustände in der Risekai, dass die Blumen eine wichtige Rolle spielten und viele verschiedene Nationen, Menschen, Elfen, Gnome und Feen zusammen leben musste. Jeder Mensch beherrschte Magie und jede Rasse zeichnete sich durch andere Stärken und Schwächen aus. Die wohl mächtigste Rasse dieser Welt waren die sogenannten Spirits. Junko war sich noch nicht schlüssig darüber ob man es wirklich eine eigene Rasse nennen konnte, denn es gab immer nur sechs von ihnen, die verschiedene Gaben besaßen. Fast so wie die weisen Feen im Dornröschen. Vier dieser Spirits vertraten die bekannten Elemente: Feuer, Wasser, Erde und Luft. Die beiden anderen schienen besonderer Natur zu sein, denn sie vertraten Licht und Dunkelheit.
Weiter als über dreizehn Seiten kam Junko nicht, denn es überkam sie eine unglaubliche Müdigkeit und sie schlief von ganz allein ein ohne auch nur einen Tropfen der ihr zugeteilten Medizin zu nehmen.
Asuka hatte der Prinzessin aufmerksam zugehört. Jedes Wort das sie sagte machte Sinn und klang sehr überzeugend. Zwar war Asuka noch immer sehr verwirrt über die Umstände wie und warum sie in der Risekai war, aber auch darauf hatte Lillith eine passende Antwort parat. Mitlerweile hatten sie sich schon so weit unterhalten, dass sie vertrauter miteinander umgehen konnten. So fragte die Prinzessin schließlich:
"Liebe ist etwas Grausames wenn sie nicht erwidert wird, nicht wahr?"
Asuka sah kurz auf den Boden, nahm jedoch schnell wieder Blickkontakt auf: "Ich bin mir nicht ganz sicher."
"Wirklich? Dabei müsstest du es doch ganz genau kennen. Dieses Gefühl das einem die Brust zuschnürrt. Wenn du nicht mehr atmen möchtest weil du ganz genau weißt, dass du keine Chance hast. Ich weiß genau was in dir vorging, die ganze Zeit während du das Buch last habe ich es gespürt!", entgegnete Lillith und sah Asuka dabei mitleidig an, allmählig kam Asuka auch diese Behauptung glaubwürdig vor und ihr fragender Blick wurde richtig gedeutet, so dass Lillith fort fuhr, "Ich habe dich am Leuchtturm gesehen."
"Ryou war auch dort!", meinte Asuka leise, denn sie wusste ebenso gut wie Lillith, dass etwas nicht stimmte. Schon als sie den Kai betreten hatte, war das ungute Gefühl in ihr hochgekommen, dass Ryou nicht so war wie sonst.
"Kaiser Marufuji Ryou!? Denk genau nach, kleine Asuka Ohimesama... war es dein Kaiser, der dort am Leuchtturm auf dich wartete?", fragte Lillith weiter.
Asuka wich dem Blick der Prinzessin erneut aus, worauf diese ihre Frage noch einmal wiederholte um eine Antwort zu erzwingen. Schließlich brach eine Antwort aus Asuka heraus die auch die Tränen, die sie schon lange in sich gespürt hatte heraus ließ:
"Wer soll es sonst gewesen sein!? Er war da, so wie verabredet! Er hat mich sogar geküsst!!"
"Nein. Es war nicht dein Ryou!", behauptete Lillith mit einem sanften Lächeln, "Es war ein verzaubertes Buschwindröschen, das ich dir zum Trost schickte. Ich ließ dich zu mir bringen, damit du mir dein Herz öffnest."
Asuka sah die weiße Prinzessin ungläubig an. Sie konnte es nicht glauben, Ryou hatte doch keinen Grund nicht zum verabredeten Ort zu kommen. Es war zwar nicht auszuschließen, dass er etwas von ihren Gefühlen erfahren hatte, aber das war noch lange kein Grund nicht zu einer Verabredung aufzutauchen. Hinter Lillith tauchte erneut die Gestalt des hochgewachsenen Schülers auf und Asuka's Gesicht schien wieder aufzuklaren.
"Aber... Ryou was tust du hier?", fragte sie überrascht.
Er
antwortete nicht. Schon am Leuchtturm hatte er kaum ein Wort gesagt,
seine Augen waren leer und spiegelten kein Licht wieder. Sein Gemüt
war ebenso reglos wie alles andere, das einzige was er tat war eine
kleine Verbeugung vor Lillith. Die weiße Prinzessin sah
abwechselnd von Asuka zu Ryou und dann wieder zum Mädchen, leise
fragte sie dann:
"Glaubst du wirklich, dass das hier Kaiser
Marufuji Ryou ist? Sieh dir diesen Jungen genau an. Fällt dir
denn gar nichts auf?"
Asuka musste sich konzentrieren. Sie näherte sich dem jungen Mann, der Ryou so ähnelte, seine Uniform sah haargenauso aus wie seine. Es war eine gewöhnliche Obelisk Blue Jungenuniform wie sie bekommen war, auch wenn Ryou sich vom Rest der Schüler unterschied. Beim näheren Betrachten wurden die Zeichen allerdings noch deutlicher als sie auf dem ersten Blick erschienen.
Nein,
wenn sie es sich recht überlegte, dann musste Asuka zugeben,
dass dieser Junge kaum Ähnlichkeit mit Ryou hatte. Das Aussehen
konnte zwar leicht nachgestellt werden, aber das war schließlich
bei jedem so. Allerdings konnte dieser Fremnde vor ihr nicht die
gleiche Sanftmütigkeit entgegen bringen, nichts erweckte in ihr
den Eindruck, er könne sie beschützen. Ryou war für
sie der Fels in der Brandung, das Leuchtturmlicht das ihr den Weg
wies wenn sie nicht mehr weiter wusste. Gespräche fanden nur
dann statt, wenn es nötig war oder wenn sie wirklich reden
wollten. Zwischen ihnen herrschte eine höhere Verbindung, die
selbst sie nicht in Worte fassen konnte. Genau aus diesem Grund
glaubte sie sich in Ryou verliebt zu haben. Oder war es genau dieses
Detail ein Hindernis für eine tiefere Bindung zwischen ihnen?
Asuka's Gedanken hingen in einer Endlosschleife fest. Sie wusste
nicht was sie sagen sollte. Stattdessen fielen leise Tränen von
ihren Augen und rollten langsam über ihre Wangen. Lillith hatte
Recht, dies hier war jemand, der Ryou immitierte. Ein verzaubertes
Buschwindröschen also?
"Hätte ich dich dort allein warten lassen sollen, Asuka Ohimesama?", wollte Lillith mit süßlicher Silberstimme wissen, "Glaube mir bitte, wenn ich dir versichere, dass ich nur um dein Wohlergehen besorgt war."
"Ja... Ja, ich weiß schon. Es ist okay!", antwortete Asuka monoton und setzte sich damit bemüht ihre Haltung zu bewahren in das grüne Gras hinunter. Lillith setzte sich neben sie. Besorgt strich die weiße Prinzessin dem anderen Mädchen über den Rücken.
"Nein. Nein, das ist es nicht, ich sehe doch wie sehr du darunter leidest!", meinte sie.
"Ich leide nicht. Ganz gewiss nicht! Prinzessin! Bitte sag mir warum ich eigentlich hier bin!", bat Asuka schließlich.
"Du bist hier um eine Wahl zu treffen. Du bist in meinem Schloss weil ein paar deiner Freunde Dark Flowers geworden sind und versuchen wollen dich wieder mitzunehmen. Auch er ist einer von ihnen geworden und wenn ich das sagen darf ... soll ich es dir denn sagen? Jetzt wo du ohnehin schon weißt, dass er dich nicht getroffen hat ... soll ich dir auch das jetzt sagen?", fragte Lillith.
Asuka sah die Prinzessin erschrocken an: "Dark Flowers!? Ryou!? Eine Dark Flower? Aber ... die Dark Flowers sind doch... warum ist er einer dieser Monster?"
"Ich weiß es nicht. Diese Frage kannst nur du beantworten. Ryou ist der Anführer der Dark Flowers geworden. Mit ihm kamen weitere vier Krieger und mitlerweile hat sich auch schon einer der Spirits auf ihre Seite geschlagen. Die Frage ist jetzt, ob du noch an Ryou glauben willst und auf ihn wartest, so wie ich mein Leben lang auf meinen Prinzen gewartet habe und noch immer warte. Oder ist das Gefühl in dir zu schwach um eine so lange Zeit auf ihn zu warten?", entgegnete Lillith leise, sie streckte Asuka eine Hand aus und fuhr fort, "Bitte lege deine Hand in meine, wenn du zusammen mit mir warten möchtest. Solltest du es nicht wollen, dann wirst du zurück in deine Heimat geschickt, aber niemals wird es eine Chance für eure gegenseitige Zuneigung geben."
Ohne zu zögern legte Asuka ihre Hand in die der weißen Prinzessin. Lillith lächelte während Asuka sanfte Worte vor sich hinmurmelte, bei denen sie beteuerte, dass Lillith nie mehr einsam zu sein brauchte. Das junge blonde Mädchen wollte ebenfalls auf Ryou warten. Die Nachricht dass nicht er, sondern ein anderer an seiner statt gekommen war und sie geküsst hatte, brach ihr fast das Herz. Der stolze Kaiser der Academy war es, dem ihre Zuneigung galt und nur ihm war sie wirklich aus tiefsten Herzen zugetan. Asuka wollte an diese eine kleine Chance glauben, wobei sie sich aber nicht die entscheidende Frage stellte warum ihre Freunde denn die Rollen der Dark Flowers übernehmen wollten, wenn Ryou doch gar nichts für sie fühlte.
Warum wollten sie versuchen Lillith vom Leben zu trennen?
Die kurzen, aufglimmenden Fragen in ihrem Kopf erloschen jedoch bald, denn ihr Kopf schien vernebelt zu sein, wie in dem Moment, als das Buschwindröschen sie küsste.
Die weiße Prinzessin lächselte. Sie hatte ihr Ziel erreicht und Asuka in die Position gebracht, die sie sich wünschte. Noch immer funktionierten ihre manipulierenden Worte und ebenso wie sonst auch gelang es ihr die Geschichte wieder zu ihren Gunsten laufen zu lassen. Dieses Mal würde sie allerdings nicht nur ein weiteres Herrschaftsgebiet der Risekai an sich reißen können, sondern noch eine ganz andere Welt dazu. Die Welt aus der die junge Asuka und ihre Freunde kamen. Wenn alles nach Plan lief, dann würde das Herrschaftsgebiet sich sehr vergrößern.
Eine weitere Stimme tauchte plötzlich aus dem Hintergrund auf. Es war eine kleine Fee mit roten Augen, Schafshörnern auf dem Kopf und sie trug ein weißes Kleid aus Blüten eines Buschwindröschens. Die Fee war höhstens zehn Zentimeter groß und machte einen niedlichen, aber keineswegs vertrauenwerten Eindruck.
"Eure Hoheit, die Königin der Blauen Garde Niëva-sama hat Kontakt mit uns aufgenommen", berichtete die kleine Fee, "Wie Ihr verlangt habt, wurde eine der Dark Flowers in das Schloss Seijin Kokuou no Ao gebracht."
"Das sind doch mal gute Nachrichten. Richte Niëva aus, dass sie weiß was sie mit der Dark Flower zutun hat!", befahl Lillith mit strenger Stimme.
Die Fee verbeugte sich: "Sehr wohl Euer Hoheit. Dabei gibt es noch etwas das Ihr wissen solltet. Es scheint als ob es zwischen der gefangenen Dark Flower und noch einer weiteren, eine starke innere Verbindung besteht!"
"Na das ist doch noch besser! Dann gib der Königin der Blauen Garde folgenden Befehl: wartet und nutzt diese Verbindung zum Vorteil für mich aus!
Liebesgeflüster unter Dark Flowers sind immer ein gewaltiger Vorteil. Zumal man mehrere Herzen auf einmal sammeln kann. Das ist doch wirklich nicht schlecht, langsam bekomme ich das Gefühl den Kampf schon gewonnen zu haben obwohl er noch gar nicht richtig begonnen hat! Der arme, arme Amnael. Das ich ihn doch noch zwischen die Zähne kriege ist doch ein ganz besonderes Glück! Sag Niëva, dass ich gleich bei ihr sein werde und mich persönlich um die Dark Flower kümmere", sagte Lillith und wartete bis die Fee sich wieder entfernt hatte, ihr Blick wanderte wieder zu der geistig völlig abwesenden Asuka, die heiter lächelnd, mit leerem Blick ein paar Blumen pflückte und diese zu einem Kranz flechtete, "Nun, kleine Tenjouin Asuka, ich bin gespannt wie lange dein Herz braucht um vor Liebe überzuströmen. So blind wie du vor Liebe zu dieser Dark Flower bist, nehme ich an, dass dein Herz schon bald reif für die Ernte ist. Glaub mir meine Liebe, Amnael schafft es nicht noch einmal mir zu entwischen, ganz gleich wie oft dieser Berg-Spirit versucht ihm aus der Patsche zu helfen!"
Lillith grinste in sich hinein und brach in schallendes Gelächter aus: "Nein, die Welt ist schon ein gerechter Ort! So bekomme ich nicht nur meine Rache an Amnael sondern auch der neu erwachte Berg-spirit läuft mir direkt ins Messer hinein!! Warte nur kleine Tenjouin ... dich lasse ich mein Masaker miterleben! Und wenn du zugesehen hast wie ich deinen Dark Flowers und deinem geliebten Prinzen die Herzen aus dem Leibe gerissen habe, wirst du selbst erfahren wie weh die Realität tun kann..."
So wie Lillith es hatte ausrichten lassen machte sie sich mit einem schnellen Gefährt auf den Weg in das Herrschaftsgebiet der Blauen Garde. Es war eine sehr schnelle Reise, die sie unbemerkt durch das An'ei und Mori Reich führte. Ohnehin wären die Dark Flowers nicht so unvorsichtig gewesen um die weiße Prinzessin in eben diesem Augenblick anzugreifen, dazu waren ihre Kräfte zu schwach und die der Prinzessin zu stark.
Die Blaue Garde bestand aus sieben festen Mitgliedern, die immer mehr Überläufer verskalvten und sie für ihre eigenen Zwecke ausnutzten. Die Blaue Garde handelte natürlich auch im Interesse der weißen Prinzessin, doch zogen sie ihre Vorteile aus neuen Gesetzen heraus und unterdrückten das Volk. Da Niëva immer wusste wie sie vorgehen musste um sich das Vertrauen unschuldiger der gesammten Risekai zu erschleichen hatte die Blaue Garde ebenso viele Freunde wie Widersacher und bereits ein großes Herrschaftsgebiet erlangt.
Das Anwesen Seijin Kokuou no Ao war ein aus Elfenbein geschlagenes Gebäude das einer Festung gleich kam. Die Dächer der Türme waren mit Saphiren besetzt und schillerten sanft wenn das erste Licht des Tages darauf fiel. Das Gebäude stand auf einer offenen Lichtung, sehr zum Leidwesen der Prinzessin, denn sie hielt die Natur, am besten einen dunklen Wald für den perfekten Schutz vor feindseeligen Gemütern.
Mit lautem Rattern fuhr der sechsspännige Wagen der Prinzessin vor. Die geflügelten schwarzen Pferde kündigten mit lautem Wiehern ihr Eintreffen an und tatsächlich kam sofort eine der bekannten Mitglieder der Blauen Garde aus dem Anwesen heraus. Lillith kannte sie, es war ein goldgelocktes Mädchen mit schneeweißer Haut und eisblauen Augen, sie öffnete den Wagen und half Lillith heraus obwohl sie nur einen knappen halben Meter groß war.
"Willkommen im Anwesen Sejin Kokuou no Ao, Lillith Ohimesama. Niëva-sama erwartet Euch bereits!", sagte das Mädchen freundlich lächelnd.
Lillith schenkte ihr ebenfalls einen solchen Blick und legte sanft ihre Hand auf den Kopf des Mädchens: "Sehr schön. Versorge doch die Pferde, ja, Taki-chan!?"
"Wie Ihr wünscht!", antwortete das blonde Mädchen und machte eine höfliche Verbeugung bevor sie die Prinzessin im Anwesen verschwinden sah und sich dann den Tieren zuwandte.
Als
Lillith die Empfangshalle betrat wurde sie auch schon von einer
weiteren jungen Dame bregrüßt. Sie hatte glattes schwarzes
Haar, rehbraune Augen und war ebenso vertrauensseelig wie das blonde
Mädchen zuvor. Auch sie machte eine tiefe Verbeugung vor der
Prinzessin:
"Niëva-sama wünscht, dass ich Euch in
die Kerker begleite. Dort wartet sie mit der gefangenen Dark Flower
auf Euch."
"Danke", entgegnete Lillith höflich und folgte dem kleinen Mädchen, es war zwar größer als Taki aber sie reichte Lillith nicht einmal bis zum Bauchnabel, "Hat deine Königin schon mit der Arbeit begonnen?"
"Oh jah Euer Hoheit! Ihr hättet die Dark Flower mal schreien hören müssen! Es war schrecklich!", antwortete das Mädchen.
"Hat man dich etwa zusehen lassen!? Na ja, Niëva's Erziehungsmaßnahmen waren noch nie nach meinem Geschmack. Also dann, bring mich zu deiner Königin!", befahl Lillith und folgte dem Mädchen darauf.
Das Anwesen war eigentlich sehr hübsch und hell eingerichtet, zu den Kerkern mussten die beiden allerdings eine graue Betontreppe herunter steigen und auch in den Verließen selbst war es alles andere als freundlich. Die drückende Kälte und Dunkelheit konnten die härtesten Männer klein kriegen. Das war auch das Einzige was Lillith ohne Protest vertreten konnte, die Folterkammern der Königin. Nach wenigen Minuten, in denen sie durch die dunklen Gänge streiften und mal hier mal dort einen vermeindlichen Sträfling in einem Verließ sitzen sahen oder sogar ein bereits verrottetes Skelett das noch nicht aus dem Anwesen beseitigt wurde, kamen die beiden auch schon beim richtigen Verließ an. Niëva stand vor ihrem gefesselten Opfer, die Königin der Blauen Garde war ein großgewachsenes schlankes Mädchen von kaum mehr als zwanzig Jahren, dessen dickes Haar weit über ihre Schultern fielen und ihre Kleidung war knapp und praktisch. Es war selbst für die Mädchen und Kriegerinnen der Risekai ungewöhnlich Hosen zu tragen, Niëva aber ignorierte dieses ungeschriebene Gesetz, dass Röcke Frauenmode waren.
Als Lillith den Kerker betrat wandte sich die Königin der Blauen Garde direkt an die Prinzessin:
"Willkommen, Prinzessin. Ich habe Euch bereits erwartet."
"Guten Tag. Und? Wie weit bist du schon gekommen?", wollte Lillith wissen.
"Es sieht ganz gut aus, würde ich sagen", entgegnete Niëva und wandte sich wieder Momoe zu, die gefesselt an der Wand hing. Das Mädchen sah schon nach wenigen Stunden Aufenthalt in den Kerkern schwer zugerichtet aus. Das Haar war schmutzig und zerzaust, ihre Kleidung zerrissen und ihr Körper wies tiefe Schnittwunden auf, die mit einer Peitsche zugefügt wurden.
Nachdem Lillith sich das Mädchen eine Weile angesehen hatte sagte sie zufrieden: "Du hast ja schon ganze Arbeit geleistet. Ich muss sagen, dass ich beeindruckt bin. Wie bist du eigentlich an diese Dark Flower heran gekommen?"
"Die Elfen aus dem Herrschaftsgebiet nahe des An'ei Yama unterstehen meinem Befehl. Die dortige Herrin hat Soldaten ausgeschickt die den Auftrag hatten die Dark Flowers zu suchen. Ich denke die Elfe hatte ein Emblem gespürt und sich deshalb zum Angriff aufgemacht. Wie dem auch sei, die eigentliche Angreiferin hat wohl eine andere Dark Flower zu fassen bekommen, aber die Herrin des An'ei ist dazwischen gekommen und musste sich als strahlende Retterin erweisen. Eines muss ich ganz ehrlich sagen, Prinzessin", antwortete Niëva und fuhr mit überlegener Stimme fort, "es hat seine Vorteile die Elfen zu kontrollieren. Sie beherrschen viele Blumenzauber, die Elfenfürstin berichtete mir, dass die Löwenmaul Zauber dazu führten das man diese Dark Flower gefangen nehmen konnte. Und wie ich Euch schon berichtete, gibt es wohl eine besondere Verbindung zu einer weiteren Dark Flower und diese Verbindung liegt wirklich sehr tief in ihrem Herzen verankert. Körperlich ist sie nicht zu beeinflussen, auf jedenfall ist die Folter bei diesem Mädchen keine sehr gute Methode."
"Hast du ihr eine rote Rose eingefügt?", wollte Lillith wissen.
"Und ob! Wahrscheinlich ist das wirklich der einzige Weg sie dazu zu bewegen ihr Herz überströmen zu lassen. Wir haben schwere Zweifel bei ihr entdeckt. Diese Dark Flower folgte ihren Freunden heimlich und hat nicht einmal die Weihung hinter sich gebracht. Nun ja, Prinzessin, was meint Ihr?", fragte Niëva.
Lillith sah sich Momoe noch einmal genau an. Die Prinzessin tat ein paar Schritte auf das bewusstlose Mädchen zu und berührte sanft eine klaffende Wunde an der Wange. Das Blut, das die Finger der Prinzessin benetzte bildete einen starken Kontrast zu ihrer schneeweißen Haut und nahm den Blick der Prinzessin gefangen. Sie nickte leicht wie zu sich selbst und sagte dann: "Daran sollte es eigentlich nicht scheitern. Ich werde mich selbst um 'Lady Shin'you' kümmern. Aber keine Angst, es gibt etwas für dich zutun!"
"Habt Ihr einen neuen Auftrag für mich?", forschte Niëva nach.
"Ja", bestätigte die weiße Prinzessin sofort, "Ich will das du deine drei besten Krieger der Blauen Garde auf die Erde schickst. Dort finden wir unser neues Herrschaftsgebiet. Sag deinen Freundinnen, dass dort bereits ein Mädchen den bedeutenden Fehler macht und das Buch liest. Sie wird einfach zu beeinflussen sein!"
Die Königin der Blauen Garde wurde hellhörig: "Die Erde!? Sagt, wart Ihr schon dort? Woher wisst Ihr das dort jemand das Buch liest?"
"Dummerchen. Wer hat das Buch verzaubert? Es wäre doch eine Schande, wenn ich meine eigenen Flüche nicht mehr erkenne. Niëva! Amnael ist wieder in der Risekai, wusstest du das?", wollte Lillith wissen.
"Amnael!?", wiederholte die Königin der Blauen Garde und klang dabei sehr überrascht, Lillith nickte als antwort, natürlich konnte sie sich denken, dass Niëva alles andere als Glücklich über diese Tatsache war.
"Amnael...", Niëva sprach diesen Namen noch einmal in einem Flüsterton aus und fing sich damit einen höhnischen Blick der Prinzessin ein, "Prinzessin! Wisst Ihr was das bedeutet!?"
Lillith antwortete nicht, sie bedachte die Königin der Blauen Garde noch immer mit einem überlegenen Lächeln und antwortete dann:
"Es ist keines Falls ein Weltuntergang. Jedenfalls nicht für mich. Es ist wahr, er ist zurück und wahrscheinlich nur um seinen Platz in dieser Geschichte wieder einzunehmen. Das heißt dass ich meine Absichten ebenso weiter verfolgen kann. Niëva, ich will seine Vernichtung! Egal wie, er soll um sein armseeliges Ende betteln!"
"Darf ich fragen, wie Ihr dieses Ziel erreichen wollt?", fragte Niëva neugierig, "So viel ich weiß besitzt Amnael eine ungeahnte Macht angesichts der Stellung die ihm damals zu Gute kam."
"Gewiss, aber wo er ist muss es auch mich geben. Er kann seinem Schicksal nicht entkommen und du wirst dafür sorgen dass ich ihm begegne, hast du verstanden?!", befahl Lillith ungeduldig.
Niëva sah ihre Herrin mit fragender Miene an und brachte ihre Frage sogleich heraus: "Wie stellt Ihr Euch das vor, Prinzessin?"
"Du bist doch sonst auch so kreativ. Dir wird schon was einfallen und am besten verlierst du keine Zeit. Ich kann sehr ungehalten werden wie du weißt. Ich rate dir nur, dass du mich nicht enttäuschst hast du verstanden?!", antwortete die weiße Prinzessin und schenkte Niëva einen stechenden Blick, den sonst niemand im ganzen Land wagte der Königin zu zuwerfen, Niëva machte eine tiefe Verbeugung und entfernte sich zusammen mit dem kleinen schwarzhaarigen Mädchen, das Lillith in die Kerker begleitet hatte. Lillith sah den beiden noch mit strengem Blick hinterher. Sie machte sich nichts daraus, dass die kleine Tsurara dabei zugesehen hatte. Je schneller sich das kleine Mädchen an das raue Temperament der Prinzessin gewöhnte umso besser würde sie es später in ihrem Diensten haben. Lillith verstand den Umstand, dass sowohl Taki, Tsurara und Niëva's Adoptivtochter Hyouzan noch Kinder waren und ihre schlechten Taten wohl nur schwer nachvollziehen konnten. Wahrscheinlich verstanden diese Mädchen nicht wie sehr sie sich vor erwachsenen Kriegern hüten mussten, sollten die älteren Mitglieder der blauen Garde nicht bei ihnen sein.
Die Prinzessin schüttelte diese Gedanken ab. Es war nicht ihr Problem ob diese Kinder ebenfalls in dem ihr bevorstehenden Gemetzel; und Lillith war sich sicher, dass es eines werden würde, umkamen. Wichtig war im Augenblick die Dark Flower Momoe, die noch immer bewusstlos an die Wand gekettet war.
Wie schon zuvor berührte Lillith das schwarzhaarige Mädchen vor sich sanft im Gesicht. Vorsichtig streichelte die Prinzessin die gesunde Wange und weckte Momoe langsam mit ihren freundlichen Berührungen.
Momoe's erste Reaktion war ein schriller Schmerzensschrei, den sie kurz vor ihrer Ohnmacht nicht mehr ausstoßen konnte, ihr Körper verspannte sich und sie wand sich in der Hoffnung aus ihren eisernen Fesseln heraus zu kommen. Es half jedoch nichts und als das vitale Mädchen ihre Augen letztendlich wieder nach vorn wandte um ihrer Entführerin in die Augen zu sehen, konnte sie nicht glauben was sie sah. Die Erscheinung der Prinzessin war zu ungewöhnlich um jeglichen Kommentar feindseeliger Natur auszusprechen, stattdessen wunderte sich Momoe darüber, wer sie sein konnte. Lillith konnte dem nur lächelnd entgegen kommen und stellte sich höflichst vor, wie es sich ziemte.
"Du hast Asuka entführt!? Verdammt noch mal, was willst du eigentlich von uns? Wir haben dir doch gar nichts getan! Warum versuchst du jeden, der das Buch liest zu vernichten und... ach du bist einfach abscheulich!", schimpfte Momoe die nun wieder ihre Fassung gewonnen hatte. Bei jedem Wort zog sie energischer an ihren Fesseln, jedoch schaffte sie es nicht sich los zu machen. Lillith beobachtete das Mädchen mit ernster Miene. Natürlich konnte Momoe es nicht verstehen, sie sollte eigentlich zurück gelassen werden wie es den Anschein hatte.
"Aus dem einfachen Grund, da ich nicht so sein will wie du! Shin'you-chan", antwortete Lillith, "Du konntest nicht warten, du bist deinen Freunden gefolgt, habe ich Recht? Du warst ungeduldig und nun sitzt du ebenfalls in der Falle. Wie dem auch sei meine Kleine, ich kann dir natürlich weiter helfen, wenn du mich nur lässt!"
"Verdammt noch mal, ich falle doch nicht auf so billige Tricks herein! Ich bin doch nicht dumm!", bestritt Momoe und wand sich erneut in ihren Fesseln.
"Armes Mädchen. Dabei sind wir doch beide... verlassen. Du liebst diese Dark Flower hab ich Recht? Wie ist sein Name?", fragte Lillith mit sanfter Silberstimme.
Momoe betrachtete das nackte Mädchen überrascht, wie kam diese Person nur dazu zu glauben, dass sie verliebt war?
In eine Dark Flower?
Die Schwarzhaarige konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und verfiel gleich darauf in ein lautes Lachen, wobei sie nicht bedachte, dass Lillith es womöglich genauso auffasste, wie Momoe es meinte, als Hohn.
"Lächerlich! Unter den Dark Flowers befindet sich mein Lehrer Daitokuji Sensei, Kaiser Ryou, Manjoume-kun und Asuka's älterer Bruder ... ein Möchtegern Rockstar, ein Spinner der den lieben langen Tag nichts weiter zutun hat als auf seinem Surfbrett zu stehen und allen möglichen Weiberröcken nachzujagen. Das ist nicht gerade die Partie, die ich mir für mich vorstelle, bedaure!", erklärte Momoe mit gehässiger Stimme und trug dabei hatte das schwarthaarige Mädchen noch immer ein überlegenes Lächeln auf den Lippen.
Lillith ließ ein gekünsteltes Seufzen hören: "Wirklich? Wie schade... dann wundert es mich nicht, dass dir noch keiner geholfen hat!"
Momoe
erwiderte den strengen Blick der Prinzessin. Eine Weile herrschte
Schweigen zwischen ihnen und keiner von beiden wollte es sich
einfallen lassen den Mund aufzutun. Niëva hatte zwar schon
gesagt, dass Momoe unter körperlicher Folter nicht sehr viel
wünschenswerte Reaktion zeigte, aber davon wollte sich die
Prinzessin erst selbst überzeugt haben und so musste sie sich
wohl oder übel eines anderen Mittels benutzen. Sie musste
zugeben, dass dieses Mädchen etwas starkes an sich hatte und sie
sicher noch von Nutzen war so lange sie noch lebte.
Momoe ließ
sich ihre Furcht nicht anmerken. Nach allem was ihr bereits in diesem
Folterkeller widerfahren war, konnte sie sich schon ausmalen was die
Prinzessin persönlich mit ihr machen konnte. Allerdings war sie
sich nicht ganz sicher, was Lillith wohl mit dieser Bemerkung meinte.
Warum war es ein Wunder, dass ihr noch niemand geholfen hat?
Fubuki
und die anderen wussten doch ganz sicher nicht wo sie sich überhaupt
befand.
Sie konnten nicht wissen was ihr angetan wurde.
Oder wusste Lillith mehr?
Ein lauter, schmerzverzerrter Schrei durchdrang die Kerkergänge plötzlich. Lillith hatte die Arbeit begonnen, die Niëva nicht vollenden konnte. Ohne Vorwarnung hatte die weiße Prinzessin ihre Hand auf Momoe gerichtet und sie zu einer Faust geballt. So schnell wie der Schmerz sie ereilte konnte sie gar nicht versuchen die Zähne zusammen zu beißen.
"Ja, schrei nur so viel du willst und so laut du kannst! Dich hört ja doch keiner!", meinte Lillith mit ihrer überaus freundlichen Silberstimme, "Und weißt du wieso?"
Momoe stöhnte und keuchte vor inneren Schmerz, sie spürte ganz deutlich das Ziehen in ihrer Brust. Die Elfen hatten ihr etwas in den Körper gepflanzt und wenn sie sich richtig entsann war es eine Blume gewesen.
"Meine Freunde...", Momoe stoppte, das Ziehen und Stechen in ihrer Brust wurde bei jedem Wort, das sie sagte, größer und so musste Lillith nach haken:
"Was soll schon mit deinen Freunden sein!?"
"Meine Freunde... sie wissen nicht...", ein weiterer Schrei brach aus dem Mädchen hervor, als die weiße Prinzessin mit ihrem Zeigefinger, auf die Stelle an der die Blume in Momoe's Körper versunken war, zeigte und ihn langsam auf der Mitte ihrer Brust legte, "Sie haben doch keine Ahnung wo ich mich befinde!!"
Lillith lächelte sanft und ließ Momoe erst einmal wieder zu Atem kommen. Mit vollkommener Zufriedenheit beobachtete die Prinzessin, dass Momoe einen erleichterten Seufzer ausstieß als der Schmerz aus ihrer Brust verschwand. Warum Niëva nicht gleich mit einer solchen Behandlung begonnen hatte, konnte Lillith sich nicht so recht erklären. Dies hier schien doch eigentlich ganz gut zu funktionieren. Momoe selbst konnte ganz gut in Lillith' rotglühenden Augen erkennen, dass ihr die Folter Spaß machte, dass diese junge Frau vor ihr eine unglaubliche Genugtuung oder gar Befriedigung in dieser Behandlung sah.
"Natürlich wissen sie das. Amnael ist doch schließlich bei ihnen, er weiß wo sich die Blaue Garde befindet. Armes Mädchen! Es ist schade dass du auf eine solche Weise erfahren musste wie gleichgültig du deinen Freunden bist!", meinte die Prinzessin gelassen.
"DU LÜGST! FUBUKI-SAN IST MIR ZU HILFE GEKOMMEN! ER WIRD MIR HELFEN, GANZ SICHER!", schrie das schwarzhaarige Mädchen worauf sich Lillith' Gesichtsausdruck schlagartig änderte.
"Erst einmal bin ich nicht taub!", erklärte sie kurz und knapp, "Zweitens frage ich mich dann, wieso dein wundervoller Märchenprinz noch nicht erschienen ist und drittens frage ich mich wie du dazu kommst mich anzulügen!"
Das gefesselte Mädchen sah Lillith erschrocken an, mit jedem Wort, das die Prinzessin gesagt hatte wurde ihre Stimme zwar strenger, hatte aber nicht im Geringsten an Ruhe verloren und sorgte dafür, dass ein sonderbares Zittern ihren Körper erfasste.
"Sie mich nicht so an, ich kann es fühlen, die Sehnsucht nach dieser Dark Flower!", entgegnete Lilith die sehr wohl wusste was Momoe meinte. Nun da die Prinzessin einen unglaublichen Zorn in sich aufkommen spürte, punktierte sie erneut ihre Fingerspitzen zwischen Momoe's Brust und ließ ihre langen Fingernägel weit in die Haut hinein. Die Gefangene konnte unmöglich an sich halten, warf ihren Kopf in den Nacken und schrie aus vollem Hals den ganzen Schmerz heraus, den Lillith ihr antat. Wie schon zuvor im Wald, als ihr die Rose in die Brust gedrückt wurde, begann ihre Sicht langsam nachzulassen. Ihre Gedanken vernebelten sich langsam und ließen sie nur noch fern miterleben was mit ihr Geschah. Lillith betrachtete diese Situation mit Genuss, genau so wollte sie Momoe haben, winselnd, schwächelnd und offen für neue Grausamkeiten.
Ein neuer Tag brach für die Schüler und Lehrer der Duel Academy an. Es war aber keines Wegs einer dieser schönen sonnigen Tage, die sie sehr oft auf der Insel erlebten, sondern ein grauer stürmischer Tag. In letzter Zeit nahm es an Stürmen zu und veranlasste die Schüler sich meißt drinnen aufzuhalten.
Auch wenn Daitokuji nun als Lehrer fehlte, ging der Unterricht seinen gewohnten Gang. Chronos, ein italienischer Lehrer mit blondem langen Haar, hatte die Vertretung in Alchemie übernommen und es kam mehr als einmal vor, dass es im Klassenzimmer ordentlich knallte. Sehr zum Leidwesen des Lehrers, doch für die Schüler war es eine gelungene Abwechslung wenn Chronos einmal keine Fleißparolen hielt oder die verschwundenen Obelisk Blue Schüler in den Himmel lobte und meinte, es fehlte dem anwesenden Rest sehr an Diziplin. Vor allem Juudai und Shou bekamen stechende Blicke seitens des Obelisk Blue Headmasters.
An
diesem Morgen versammelten sich die Schüler allerdings zuerst in
der Turnhalle bei Ayukawa Emi zum Sportunterricht. Ihr Unterricht
machte den Schülern besonders Spaß, auch Juudai und Shou
waren sehr aufgelegt bei den Aktivitäten mitzuhalten obwohl der
sonst so heitere Juudai Tennis überhaupt nicht mochte.
Noch
recht verschlafen stand der braunhaarige Junge neben seinem kleinen
Freund und gähnte noch einmal herzhaft als Emi ihre Liste
durchging und abhakte wer an diesem Tage fehlte.
"Yuuki Juudai-kun?", fragte sie als nächstes und bekam ein aufgeschrecktes "ja" von Selbigen, der fast wieder eingenickt wäre, "Makita Junko-chan?"
Niemand antwortete der Lehrerin.
"Makita Junko-chan?", wieder antwortete ihr niemand und auch bei einem dritten und vierten Mal bekam sie keine Antwort, so dass sie sich ganz genau in der Runde umsah und tatsächlich feststellen musste, dass Junko nicht dabei war, "Hat jemand eine Ahnung wo Makita-san ist? Hat sie vielleicht verschlafen?"
Shou sah seinen Freund mit großen, fragenden Augen an. Das letzte Mal hatten sie das Mädchen beim Leuchturm gesehen bevor sie Misawa baten nach ihr zu sehen. Dieser blickte ebenfalls zu dem Osiris Red Schüler hinüber. Emi erkannte die ratlosen Gesichter ihrer Schüler und machte sich schnell eine Notiz.
"Na schön. Ihr wärmt euch jetzt erst mal auf, mit leichtem Laufen. Ich werde nachsehen ob Makita-san etwas fehlt!", sagte die Lehrerin mit besorgter Stimme.
"Sensei, meinen Sie Junko ist krank?", wollte Juudai ebenso besorgt wissen.
Die junge Frau nickte: "Sie fühlte sich gestern nicht wohl. Vielleicht hat sie sich nun wirklich etwas eingefangen, ich weiß es nicht genau. Ich werde zur Sicherheit nach ihr sehen. Also dann, keine Müdigkeit vorschützen, klar!?"
Ein einstimmiges "Ja" kam als Antwort und die Schüler der ersten Klasse begannen langsam mit dem Laufen um sich für den weiteren Sportunterricht warm zu machen. Emi verließ mit gutem Gewissen die Turnhalle und machte sich auf den Weg in den Obelisk Blue Dorm der Mädchen.
Durch den starken Regen, der die Duell Insel an diesem Morgen heimsuchte kam Emi völlig durchnässt im Dorm an. Die junge Frau wischte sich erst einmal ein paar feuchte Haarsträhnen aus dem Gesicht und trat ein.
Es war still im Dorm, die meißten Schüler saßen zu dieser Zeit schon im Unterricht. Nur wenige hatten frei um sich auf wichtige Prüfungen vorzubereiten. Die Räume der Erstklässler waren gleich im zweiten Stock, über den Lehrerzimmern und Büros, die Zweitklässler und die Drittklässler waren in den jeweiligen oberen Stockwerke untergebracht.
Emi
sah sich um. Sie musste zugeben, dass selbst für einen Schultag
alles ziemlich still war. Während der Unterrichtszeit wurde
Reinigungspersonal durch den Raa Yellow und die Obelisk Blue Dorms
geschickt und diese Putzkolonnen machten für gewöhnlich
genug Geräusche um sich nicht völlig unwohl zu fühlen.
Die rothaarige Lehrerin sah sich aufmerksam um. Wie es schien war
niemand hier und doch konnte sie eine merkwürdige Präsens
spüren. Emi wusste nicht was sie davon halten sollte, vielleicht
war es auch nur Einbildung. Nachdem sie die Treppe nach oben in den
ersten Stock nahm, wusste sie allmählig, dass hier wirklich
etwas nicht mit rechten Dingen zugehen konnte. Um das Treppengeländer
waren Ranken von Pflanzen zu sehen und kleine junge Blumen, die sie
als Buschwindröschen erkannte. Einen Moment lang blieb die
Lehrerin wie angewurzelt stehen um ihre plötzlich aufkommenden
Gedanken zu ordnen. Auswirkungen sollte es geben. Auswirkungen vom
Kampf in der Risekai gegen diese Prinzessin?
In wie fern
Daitokuji die Bemerkung meinte wusste sie nicht und sie konnte sich
kaum erklären wie diese Pflanzen hierher kamen. Alles war
plötzlich so undurchsichtig und verwirrend. Emi musste sich
wieder fassen und nahm die nächsten Treppenstufen mit großer
Eile. Sie achtete nicht auf die immer dichter werdenden Ranken und
die dazwischen platzierten Buschwindröschen, die ihre weißen
Knopsen schon geöffnet hatten. Nach wenigen Minuten kam die
junge Frau dann endlich im zweiten Stock an. Es kam Emi wie eine
Ewigkeit vor, die sie die Treppe hinauf gebraucht hatte und was für
ein Anblick sich nun hier vor ihr bot, konnte sie kaum fassen. Einige
Schüler schienen bewusstlos am Boden zu liegen, allerdings
hatten die Mädchen ihre Augen geöffnet und regten sich
nicht mehr, auch die Putzfrauen und Herren lagen so reglos am Boden
und alles deutete für die Lehrerin auf den schrecklichen
Einfluss der Prinzessin aus der Risekai hin.
Emi kniete sich zu einem der Mädchen hinunter, die reglos an eine Wand gelehnt saßen. Es war eine Drittklässlerin deren Leistungen sehr gut waren. Sie hatte ihre Duel Disc gezogen, ein paar ihrer Karten lagen auf dem Fußboden verstreut und die Anzeige der Lebenspunkte war auf Null gesunken.
"Sie hat ein Duell verloren...!?", murmelte Emi vor sich hin und fühlte den Puls des Mädchens, "Er ist normal, ebenso wie ihre Atmung und Herzschlag... Was kann nur geschehen sein?"
Sie stand wieder vom Boden auf und sah sich um. Niemand schien hier noch bei Bewusstsein zu sein. Und was war mit Junko? So schnell wie es ihre überstürzte Eile nur zuließ rannte Ayukawa zu Junko's Zimmer und fand die Tür ebenso verwachsen wie das Treppengeländer.
"Junko-chan!? Mach auf! Junko-chan!", rief Emi ängstlich und panisch aus, doch weder eine Antwort des Mädchens kam noch eine Reaktion, wahrscheinlich hatte das Mädchen ein ebenso aussichtloser Zustand ereilt. Aber warum nur?
"Verdammt, was ist hier passiert!?", sagte sie leise vor sich hin.
"Sie wird dich nicht hören. Niemand hier wird dich hören!", antwortete eine fremde Stimme, die Emi nicht kannte. Die Tür zu Junko's Zimmer wurde geöffnet und vor der jungen Frau standen plötzlich drei Mädchen. Sie sahen aus als hätten sie im Alter der Schüler sein können, jedoch waren sie viel älter als sie aussahen. Es waren zwei brünette junge Frauen und ein kleineres Mädchen, sie waren von Niëva in die uns bekannte Welt geschickt worden um langsam eine Invasion zu beginnen.
"Wer seid ihr?", kam es erschrocken von Emi als sie die drei Mädchen eine zeitlang gemustert hatte und nun auch erkennen konnte, dass Junko die noch in ihrem Nachthemd gekleidet war, mit gezückter Duel Disc in den Armen der Kleinsten lag. Schnell suchte Emi mit den Augen die kleine rote Digitalanzeige die ihr sagte, wie viele Lebenspunkte noch für ihre Schülerin übrig waren. Einen Augenblick lang war Emi erleichtert die Zahl fünfzig zu lesen obwohl sie nicht genau einschätzen konnte ob dies wirklich so positiv war.
"Ach ja richtig", sagte die große Brünette mit den eisblauen Katzenaugen, "Wenn ich uns vorstellen darf..."
Das Mädchen zeigte auf ihre gleichaltrige Freundin, die mit glattem hellblauen Haar aus der Blauen Garde herausstach: "Das hier ist Kouri, eine Meisterin im Umgang mit Monstern des Typs Fairy und Wasser. Die Kleine ist die Adoptivtochter unserer großen Königin, ihr Name ist Hyouzan und ich bin 'Zankokuna' Kakugouri, ich leite die Mission auf der wir uns befinden."
"Mission!?", wiederholte Emi ohne sich recht ihre Namen eingeprägt zu haben, ihre Verwirrung war so groß, dass sie noch keinen klaren Gedanken fassen konnte und obwohl sich die Lehrerin ängstlich fühlte gelang es ihr noch mit fester Stimme zu sprechen, "Was habt ihr mit Junko-chan gemacht?"
Kakugouri sah ihre gleichaltrige Freundin mit einem höhnischen Lächeln an: "Welche Frage sollen wir ihr zuerst beantworten?! Ich meine, wen soll sie es schon erzählen wenn sie das selbe Schicksal erleidet?"
"Sei vorsichtig, unterschätze das Menschenweib nicht, die haben hier doch einigermaßen gut duelliert, findest du nicht?", fragte Hyouzan vorsichtig, "Niëva Ojousama hat behauptet es sei ein Kinderspiel!"
"Bisher hast du deinen hübschen Kopf doch aber gerettet", meinte Kouri mit verschränkten Armen und wandte sich nun an die Lehrerin, "Unser Auftrag ist die Welt "Erde" zu unterwerfen. Wir sollen das neue Herrschaftsgebiet das zur Gefangenen der weißen Prinzessin, der Risekai gehört, erobern und es zu einem Teil unserer Welt machen."
"Wie bitte!?", fragte Ayukawa überrascht, diese Mädchen wollten allein die ganze Erde unterwerfen?
"Da bist du aber überrascht, hab ich Recht?", wollte Hyouzan mit überlegener Miene wissen, "Verübeln kann man's dir nicht. Du bist ja nur ein Mensch!"
Emi wusste nicht genau wie sie darauf antworten sollte, sie war nicht der Typ, der sich mutiger geben konnte als sie eigentlich war und so meinte sie: "Es klingt etwas wahnsinnig, wisst ihr eigentlich wie groß die Erde ist!?"
"Das spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass wir euer schwächelndes Volk unterwerfen. Ihr beherrscht ja nicht einmal Magie!", entgegnete Kakugouri sofort.
"Aber wir beherrschen Duel Monsters eigentlich ganz gut! Und wenn es sein muss, dann werde auch ich gegen euch antreten!", meinte sie mutig.
Kakugouri grinste, es lief alles so, wie sie es haben wollte und Emi fiel ebenfalls auf die provokanten Reden herein, darauf zückte Kakugouri sofort ihre Duel Disc und entgegnete: "Natürlich. Die Frage ist nur, ob du es auch gegen uns drei Schwestern aushalten kannst. Hast du denn schon einmal ein Schattenduell gespielt?"
"Schattenduell!?",
wiederholte Emi verwirrt.
Das Gerücht der Schattenduelle war
wohl jedem Duellanten schon einmal zu Ohren gekommen. Das es
allerdings tatsächlich welche gab, wollte niemand glauben.
Hatten diese drei Mädchen aus der Risekai etwa die Macht ein
Schattenduell zu spielen?
"Selbstverständlich ein Schattenduell oder was glaubst du warum die anderen Menschen in diesem Gebäude so faul in der Gegend herum liegen!?", fragte das jüngste Mädchen und zog eine bläulich schimmernde Glaskugel hervor, "Hier nehmen wir alle Seelen gefangen die, die Menschen verloren haben. Wenn du uns nicht dazwischen gekommen wärst, dann wäre deine Junko jetzt auch hier drin. Sie konnte sich nämlich schon bei tausend Lebenspunkten nicht mehr rühren. Schade... das Duell hätte so spaßig werden können!"
"Wie kommt ihr eigentlich hier her? Wenn ich das fragen darf!?", wollte Emi wissen.
Kouri sah die junge Frau überlegen an: "Wir haben hierher gefunden weil Junko uns gerufen hat!"
"Was meinst du damit!?", hakte die Lehrerin nach.
"Das Buch ist nicht nur in die Hände eines kleinen dummen Mädchens geraten das darauf hin von der Prinzessin entführt wurde, sondern noch einem zweiten Mädchen das mindestens genauso dumm war um die Geschichte zu lesen. Junko hat die Buschwindröschen in diesem Hause wachsen lassen und damit führte sie das Ende eurer Welt herbei!", erklärte Kouri gelassen, "Und nun mach dich bereit, wir haben schließlich noch viel Arbeit vor uns, wie du weißt!"
Emi fühlte zum ersten Mal seit langer Zeit wieder tiefen Zorn in sich aufkommen. Es war lange her das man sie so sehr in Rage versetzt hatte, doch nun musste sie versuchen die Duel Academy zu verteidigen und ihren Schülern zu helfen. Kampfbereit zückte Ayukawa ihre Duel Disc worauf ihre erste Gegnerin, Kouri es ihr gleichtat und die Lebenspunkte beider Parteien auf 8000 eingestellt wurden.
Das Aufwärmtraining war schon recht lange beendet. Da die Schüler keine weiteren Anweisungen bekommen hatten, wollten sie Ayukawa's Abwesenheit dazu nutzen erst einmal wieder zu Atem zu kommen. Diese Verschnaufpause wurde allerdings von fünf Minuten auf eine knappe halbe Stunde hochgetrieben, so dass sich Misawa langsam dazu äußerte, dass die Lehrerin schon etwas zu lange unterwegs sei.
"Vielleicht geht es Junko ja schlechter als erwartet...", meinte Juudai nachdenklich.
"Aber
Aniki, Misawa-kun hat Recht, Ayukawa Sensei würde doch sicher
noch einmal zu uns kommen und bescheit sagen was los ist. Ich weiß
nicht, aber wäre es nicht besser wir sehen mal nach dem
Rechten?", wollte Shou wissen und sah Daichi fragend an. Dieser
nickte nur als Antwort und so gab Juudai seinen Kommentar ab:
"Ihr
wollt doch wohl nicht in den Mädchen Dorm der Obelisk Blue
Schüler gehen, oder?"
"Doch das müssen wir doch dann wohl. Hast du etwa Angst vor Mädchen?", fragte Daichi mit kritischem Blick nach.
"Ach Quatsch doch nicht vor Mädchen", entgegnete Juudai und fuhr bedächtig fort, "Ich hab nur gehört, dass die Obelisk Blue Mädels es gern mal in den falschen Hals bekommen, wenn man sich in der Nähe ihres Dorms aufhält. Ich halte's zwar für keine so gute Idee, aber wenn ihr beiden geht, dann begleite ich euch!"
"Na also dann komm jetzt!", verlangte der Raa Yellow Schüler und ging den beiden Osiris Red Jungen vorraus.
Im ersten Moment ging nichts verdächtiges vor sich. Im Schulgebäude saßen die Schüler in den Vorlesungsräumen und hörten den Lehrern mehr oder weniger aufmerksam zu, machten sich Notizen für die anstehenden Hausaufgaben, doch als Juudai, Shou und Misawa in die Nähe der Mädchenunterkünfte des Obelisk Blue Dorms kamen, spürte der braunhaarige Osiris Red Schüler etwas Merkwürdiges. Als ob etwas Kaltes seine Brust ergriff durchfuhr ihn ein schwacher Schmerz, der so plötzlich kam, dass Juudai kurz Keuchte.
"Aniki was ist denn los?", wollte Shou sofort erfahren, auch Daichi sah seinen Freund fragend an.
"Ich weiß nicht", antwortete Juudai wahrheitsgemäß, "Es ist plötzlich über mich gekommen! Da ist etwas... vielleicht etwas Dunkles. Ich weiß nicht was, auf jedenfall läuft hier etwas ganz und gar nicht wie es sollte!"
Ein Knall ertönte und machte die drei Jungen wieder auf das Gebäude, in dem die Mädchen des Elitedorms wohnten, aufmerksam. Es hatte eine Explosion im zweiten Stock gegeben, die dazu führte, dass einige Fenster des Dorms zersprangen und ein Schmerzensschrei, den Misawa als den von Ayukawa identifizieren konnte folgte darauf. Shou stand wie angewurzelt neben Juudai, ihm stand die Furcht ins Gesicht geschrieben und brachte es nicht fertig richtig zu sprechen.
"Na komm schon, Shou! Wir dürfen keine Zeit verlieren!", mahnte Juudai und zog seinen kleinen Freund hinter sich her. Für den aufgeweckten braunhaarigen Jungen stand fest, dass seine Lehrerin in Gefahr war, warum auch immer. Daichi bemerkte die zunehmende Vegetation die sich praktisch über Nacht ereignet hatte und rannte ebenfalls hinter Juudai her. Die Anspannung war groß und als sie in den Dorm liefen um zu sehen was los war, erblickten sie gleich in der Eingangshalle was nicht stimmte.
Inzwischen war das Duell zwischen Kouri und Ayukawa in die Eingangshalle verlegt worden, die nun eher einem Gebirge glich. Juudai erkannte sofort worum es sich handelte, eine Fieldmagic Karte wurde gespielt, aber das erklärte noch lange nicht die Explosion.
"Ayukawa Sensei!", rief Juudai in den Raum und zog damit die Aufmerksamkeit der drei fremden Kriegerinnen der Blauen Garde auf sich.
"Schon wieder so ein Störenfried!?", kam es gelangweilt von Hyouzan, deren Blick wirklich einiges über ihre Laune aussagte.
"Was geht hier vor!?", wollte Daichi sofort wissen, Shou hielt sich im Hintergrund. Er war sich im Gegensatz zu Misawa und Juudai überhaupt nicht sicher ob er etwas zu dieser fragwürdigen Situation beitragen sollte. Er hatte immerhin nicht die selben Duellfähigkeiten wie sein selbsternannter Bruder und das Raa Yellow-Ass.
"Ignorier sie, Kouri! Beim nächsten Zug hast du ihre Seele!", meinte Kakugouri und ging ein paar Schritte auf die drei hinzugekommenen Jungen zu. Emi wandt sich erschöpft an ihre drei Schüler. Ihre Lebenspunkte waren auf 500 gesunken, sie hatte nur noch eine Sonic Duck auf dem Spielfeld und konnte sich wohl kaum mehr lange auf den Beinen halten.
"Juudai-kun, Misawa-kun! Nehmt euch in Acht, sie wollen uns unterwerfen und ... sie spielen nur Schattenduelle!", sagte sie bedächtig und mit leiser Stimme, denn viel machte diese auch nicht mehr her.
Daichi sah seine Lehrerin mit großen Augen an: "Wie bitte, Schattenduelle ... aber ... wie ist das denn möglich!?"
Juudai sah genau wie viele Lebenspunkte seiner Lehrerin noch blieben und daraus folgerte er, dass es womöglich gleich vorbei war. Zornig drängte er sich in den Vordergrund um die rothaarige Frau zu retten, denn gegen einen Kaiser Dragon mit einem Angriffswert von 2300 und einem Verteidigungswert von 2000 konnte sich Ayukawa bestimmt nicht mehr wehren.
"Lass Ayukawa Sensei in Ruhe!", rief er aus.
"Wie bitte!? Du wagst es dich hier einzumischen!?", drang die zornige Stimme des Mädchens an sein Ohr.
"Ja na klar, was glaubst du wer du bist, dass du mir den Mund verbietest!?", entgegnete Juudai mit seiner gewohnt naiven Miene, wenn er mal wieder überhaupt nicht verstanden hatte was Sache war, "Hör mal, Schattenduelle sind ja schön und gut und wahrscheinlich wahnsinnig spannend! Aber ich glaube nicht, dass Ayukawa Sensei es wirklich auf so was angelegt hat. Deshalb mache ich dir ein Angebot angesichts deiner hohen Zahl an Lebenspunkten!"
Kouri sah die kleine Frohnatur verwirrt an, er schien absolut nicht zugehört zu haben. Die andere Möglichkeit, dass Juudai nicht gerade klug war und die Situation überhaupt nicht begriff, ereilte sie ebenfalls und brachte sie dazu zu antworten: "Ach ja, und was für ein Angebot soll das bitte sein!?"
"Ein Tag-Duel! Ich werde Ayukawa Sensei's Tag Partner und du ... na ja, du bist ja ohnehin im Vorteil mit deinen Lebenspunkten!", antwortete Juudai sogleich.
"Ein Tag-Duel, hm!?", wiederholte Kouri und sah zu ihren Freundinnen, "Das hört sich gar nicht mal so schlecht an."
"Na also. Und ich denke da deine Freundinnnen sich ganz schön langweilen werden, können sie ja gegen Daichi und Shou antreten", meinte Juudai zufrieden.
"Was!? Aber Aniki... das sind doch keine...", protestierte Shou sofort, doch Misawa fiel ihm ins Wort: "Sie sind vielleicht keine Menschen, aber sie spielen Duel Monsters und das können sowohl sie als auch wir! Also komm schon und stell dich nicht kleiner hin als du bist!"
"N-...N-na gut!", stimmte der kleine blauhaarige Junge mit einem Nicken zu und zückte seine Duel Disc. Misawa tat es dem Jungen gleich und so stimmten auch die beiden anderen Mitglieder der Blauen Garde zu einem Tag Duel zu.
"Sie hat Recht... Fubuki-san ist nicht hier! Er kann auch nicht kommen, denn er weiß nicht wo ich bin und selbst wenn er es täte... Er würde mich niemals retten weil ich ihm egal bin. Ich bin Fubuki-san vollkommen egal! ... Fubuki-san... bitte hilf mir! Lass mich nicht sterben, ich will nicht sterben! Nicht hier!! Mir ist egal was passiert aber ... ich will nicht sterben, bevor ich dir noch mal in die Augen gesehen habe..."
Fubuki
schreckte mitten in der Nacht auf. Schon mehrere Male war er
aufgewacht da er nicht die nötige Ruhe fand um sich wirklich
auszuruhen. Langsam setzte er sich auf und hielt sich die Hand vor
die Stirn. Er fühlte sich matt und unwirklich seit er dabei
zusehen musste wie Momoe entführt worden war. Er sah sich nach
allen Seiten hin um, seine Freunde schliefen schon lange tief und
fest, alles was ihn rings um sich noch an Leben erinnerte waren die
lodernden Flammen des Lagerfeuers, dass sie geschürt hatten.
Den ganzen Tag hatten sie einem scheinbar unerreichbaren Ziel
nachgejagt, das Schloss der Prinzessin der Risekai, allerdings musste
Fubuki ständig an Momoe denken. Wie konnte er sich einfallen
lassen in eine womöglich völlig andere Richtung zu laufen.
Der Plan der Dark Flowers hatte so ausgesehen, dass es am sichersten
war zunächst die Emblems zu finden. Ohne Emblems konnten sie
keine großen Fähigkeiten erlangen, so meinte auch die
Berg-spirit Ruki, doch tief in sich wusste er, dass es falsch war
noch länger zu warten.
"Entschuldigung... Könnt Ihr nicht schlafen, Fubuki-sama?", fragte Ruki's helle Stimme.
Er drehte sich nach dem Mädchen um und fand sie mit besorgtem Blick neben sich. Sofort setzte er ein freundliches Lächeln auf und antwortete ihr: "Nein, kann ich nicht."
"Habt Ihr einen Alptraum gehabt?", forschte das Mädchen weiter und legte ihr Hand auf seine.
"Nein, nein, das habe ich nicht", antwortete er ihr wahrheitsgemäß, doch erstarb sein Lächeln gleich darauf und er sah Ruki ernst an, "Ich höre nur ihre Stimme. Sie ruft nach mir, Ruki-chan! Ich kann es hören, in mir drin..."
Eine Weile konnte sie nichts sagen, alles was sie fertig brachte war ihn lange schweigend anzusehen. Die ganze Zeit über war Fubuki fröhlich gewesen. Ruki hatte sich die ganze Zeit schon gefragt wie er es schaffte so ruhig zu bleiben, obwohl er wusste, dass sie es demnächst häufiger mit Black Rose Duels zutun bekämen, dass die Prinzessin der Risekai unheimlich stark war und seine Schwester in ihrer Gewalt war.
"Ich rede wohl gewaltigen Unsinn, hm!?", meinte er dann und nahm wieder Blickkontakt mit ihr auf.
Ruki schüttelte hastig den Kopf: "Nein! Nein, bitte glaubt das nicht! Das ist kein Unsinn...! Das ist... wundervoll!"
"Wundervoll?", wiederholte Fubuki verwirrt.
"Es muss doch bedeuten, dass Eure Verbindung zu Momoe-sama sehr stark ist! Es ist natürlich das Ihr sie hört, aber kein anderer! Ihr habt sicher große Angst um sie, nicht wahr!?", erklärte Ruki mit immer gleichbleibendem Sanftmut.
"Warum machen sie sich keine Sorgen? Daitokuji Sensei, Ryou ... Manjoume... du...
warum seid ihr euch alle so sicher, dass wir nicht zu spät kommen!? Was ist wenn Momoe-chan schon tot ist!?", antwortete Fubuki, "Oder wozu braucht diese Prinzessin Momoe-chan, wenn sie, sie nicht umbringen will?"
Ruki blieb kurz still, einen Moment noch mit sich kämpfend ob sie aussprechen sollte, was sie wusste, es war immerhin sein Recht es zu erfahren: "Momoe-chan wird aus dem selben Grund gefangen gehalten wie auch Eure Schwester. Ich fürchte mit beiden wird das Selbe geschehen wie mit Manjoume-sama."
In dem Moment als Ruki zu ende gesprochen hatte, stand Fubuki mit einem Ruck auf. Er hatte nicht vergessen was mit Manjoume geschehen war. Die Elfe gegen die er sein Black Rose Duel gefochten hatte, wollte ihm damit das Herz entnehmen und es verschlingen. Er war so schwer verletzt gewesen, dass sogar die heilenden Kräfte der Monster beinahe nichts mehr hatten ausrichten können und sogar jetzt waren die Auswirkungen auf seine Gesundheit noch zu merken, denn es fehlte Manjoume noch immer an Kraft und Durchhaltevermögen.
Bei Asuka und Momoe war es allerdings noch eine ganz andere Sache, denn er und die anderen Dark Flowers befanden sich nicht ein mal in der Nähe irgendeines Ziels. Sie leideten sicher unter Höllenqualen und er saß hier an einem warmen Feuer und konnte gar nichts tun. Er warf Ruki einen zornigen Blick zu, ohne daran zu denken, dass er damit vielleicht auch Unbehagen in ihr auslösen konnte. Seine Wut galt allerdings nicht ihr sondern dieser Welt in der sie sich befangen. Warum gelang es denn niemanden diese grausame Prinzessin zu stürzen, wenn jeder wusste, dass es falsch war, was sie tat.
"Ruki-chan ich werde Momor-chan suchen gehen! Jetzt sofort!", sagte er schließlich.
"Was!?", Ruki erhob sich ebenfalls und sah Fubuki geschockt an, "Aber Fubuki-sama...!"
"Hör auf! Versuch nicht mich davon abzuhalten, hast du verstanden?! Ich werde die beiden allein suchen gehen wenn es sein muss. Mit deiner Hilfe würde es allerdings schneller gehen!", entgegnete er und unterbrach keinen Augenblick den Blickkontakt.
Ruki
zögerte auch nicht mehr länger, was sollte Fubuki schon
ohne sie oder Daitokuji tun? Er kannte sich überhaupt nicht aus
in dieser Welt. Eben deshalb stimmte sie zu und schrieb dem Führer
der Dark Flowers eine kleine Notiz, wo sie waren und wie ihre
Absichten aussahen.
Gleich darauf holte Ruki den Red Eyes Black
Dragon des jungen Kriegers zurück und beide setzten sich auf das
Tier um, wie Fubuki es schon vorraus gesehen hatte, in eine
vollkommen andere Richtung zu fliegen.
"Fubuki-sama wir müssen sehr vorsichtig sein, mit der Blauen Garde ist nicht zu scherzen. Mit der Prinzessin schon gar nicht, aber Niëva ist ein Biest!", berichtete die Berg-spirit, "Ihr habt nicht einmal Euer Emblem, wir dürfen uns also auf keinen Fall auf einen Kampf mit ihnen einlassen!"
"Ist ihre Macht größer als deine? Dann will ich denen lieber nur Tschüss als Hallo sagen!", versicherte Fubuki bedächtig.
"Ich habe viele Gerüchte über Niëva gehört und nach allem was ich gehört habe, möchte ich ihr lieber nicht im Dunkeln begegnen. Es gibt mächtigere Spirits als mich!", antwortete Ruki etwas geknickt, so dass Fubuki sich etwas schuldig fühlte. Er hatte wirklich angenommen, sie sei sehr mächtig, doch wenn sie selbst von sich behauptete, sie sei eigentlich gar nicht stark, dann hatte das sicher einen Grund.
"Tut mi-..."
"Still!", Fubuki wurde unterbrochen, bevor er eine höfliche Entschuldigung hervor bringen konnte. Sofort sah er von seinem Tier hinunter auf die dichten Baumkronen des Waldes unter ihnen. Noch bevor er fragen konnte was los war, seufzte Ruki. Er wusste nicht was nun wieder auf sie zukommen würde, doch bevor er danach fragen konnte, sagte sie: "Bitte nicht, ich kann so was jetzt nicht gebrauchen...!"
Fubuki warf einen fragenden Blick über die Schulter. Das Mädchen hinter ihm sah wirklich nicht begeistert aus und so zückte er schon einmal kampfbereit seine Duel Disc. Ruki begegnete ihm mit einem überraschten Blick, sagte allerdings noch nicht genau was vor sich ging oder warum sie selbst nicht auch bereit für einen Gegenangriff war.
Ende des 7. Kapitels, Fortsetzung folgt in Kapitel 8: The Forest of Guardian Strife
Nachwort des zu langen Kapitels O.o
Tja
Leute, hallo erst mal! Ich kann euch sagen, Umzüge sind
anstrengend und in den nächsten Jahren möchte ich gern auf
einen weiteren verzichten!
Wie auch immer, dieses Kapitel... ist
sehr lang! So lang sollte es eigentlich nicht werden, aber die
Tatsache, dass ich damals im 2. Kapitel vergaß einen ganzen
Abschnitt abzuschreiben, der dazu aber auch ziemlich ausschlaggebend
für Kaiser's Sinneswandel war, wurde dieses Kapitel ein
Mörder-Dingens.
Ich weiß nicht mehr wer es war, der
geschrieben hat, Momoe's Reaktion damals bei Fubuki sei zu impulsiv
gewesen. Ich habe hier noch nicht den direkten Grund geschrieben,
sicher ist aber, dass alle explosionsartig reagieren. Vielleicht
wollte Momoe gar nicht so sehr in Rage geraten, konnte es allerdings
nicht anders, da das Abenteuer Buschwindröschen schon begonnnen
hatte. Zudem bekommt Momoe jetzt direkt den Namen "Lady Shin'you
(shinai)", das bedeutet Misstrauen oder Zweifel haben und eben
diesen Titel hatte ich ihr von Anfang an zugeschrieben und wird auch
in den folgenden Kapiteln erklärt werden!
In diesem Kapitel kam auch mehr von der Blauen Garde. Sie besteht aus Niëva der Königin, ihren beiden ungefähr gleichaltrigen Freundinnen Kouri und Kakugouri, ihrer Adoptivtochter Hyouzan und den Kindern Tsurara und Taki. Meine Erklärung zu dieser Eisigen Truppe: es ist zufall dass ihre Namen etwas mit Eis und Wasser zutun haben, da es eine "Blaue" Garde ist, suchte ich mir ein Wort das mich an Blau erinnerte. Himmel war irgendwie zu einfach und wäre auch irgendwie ironisch rübergekommen, wenn ihr mich fragt. So wurde es schnell Wasser und Eis. Den Namen der Königin habe ich mir ausgedacht, die Schreibweise mit den beiden Punkten über dem E bedeuten lediglich dass Niëva's Name nicht "Nieva" sondern "Ni-e-va" ausgesprochen wird.
Dazu muss ich noch sagen, dass die Blaue Garde schon mehrere hundert Jahre auf dem Buckel hat, da die Zeit in der Risekai ein bisschen anders läuft, aber dazu später .-
Junko hat es nun auch endlich getroffen. Na ja gut, was heißt "endlich", aber ich habe mich irgendwie schon drauf gefreut diese Szenen in der Duel Academy zu schreiben und im 12. Kapitel geht es damit auch weiter. Womöglich gibt es dann auch wirklich nichts aus der Risekai. Wie dem auch sei, der letzte Abschnitt war nur dazu gut um zu klären was die Dark Flowers in der Zwischenzeit getan haben. Eigentlich sollte noch die Erklärung kommen, was jetzt genau auf Fubuki und Ruki zukommt, aber da das Kapitel durch meine eigene Schusseligkeit so extrem lang geworden ist, nehme ich es einfach erst in Kapitel 8 rein. Also, ich hoffe wie immer, dass es euch gefallen hat. Kritik, Lob etc. sind sehr erwünscht
Bis zum nächsten Kapitel und wie schon in den vorherigen Kapiteln findet ihr am Schluss die Bedeutungen der Namen/Ausdrücke die im Kapitel vorgekommen sind!
Eure Ruky
Ohimesama
Prinzessin
Sejin Kokuou no Ao Heiliges königliches Blau
Taki ihr Name bedeutet "Wasserfall"
Shin'you (shinai) Misstrauen / Zweifel - "shinai" das eigentlich mit zum Verb gehört wurde weggelassen!
Tsurara ihr Name bedeutet "Eiszapfen"
Hyouzan ihr Name bedeutet "Eisberg"
Kouri ihr Name bedeutet "Eis"
'Zankokuna' Kakugouri Der Beititel bedeutet 'grausam' und ihr Name hat die Bedeutung "Eiswürfel"
