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Disclaimer: Der Plot gehört mir - der Rest gehört J.K. Rowling
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VII. Projektfortschritt: Ziel erreicht?!
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Natürlich hatte er nicht vergessen, dass Granger momentan auf der Krankenstation lag – wie auch, wenn ihre beiden Freunde sich wegen ihr mit ihm prügelten.
Wie schon zuvor, war Granger die Wurzel allen Übels. Sie machte ihm nicht nur seinen Spitzenplatz in der Schülerbestenliste streitig, nein, sie hetzte ihm auch noch zwei minderbemittelte Gryffindors auf den Hals. Es schien beinahe eine Seuche zu sein, dass sie sich in diesem Maße füreinander einsetzten.
Merlin sei Dank hatte er solche Probleme nicht – er und für jemand anderen einen Finger krumm machen? In seltenen Fällen und dann auch nur ausnahmsweise.
Ohne dabei einen Vorteil für sich herauszuziehen?
Niemals.
Als er den Krankenflügel betrat, war Madame Pomfrey nicht anwesend. Unverantwortlich. Er würde sich auf jeden Fall beschweren, was wäre denn gewesen, wenn er eine lebensbedrohliche Verletzung gehabt hätte? Er wäre zwar nicht elendig verreckt – er wäre mit Würde gestorben – aber beides lief auf dasselbe hinaus. In Gedanken formulierte er bereits den Beschwerdebrief an Dumbledore.
Suchend blickte er sich um - er würde eben so lange auf die Schwester warten müssen. Immerhin konnte er nicht mit einer gebrochen Nase herumlaufen. Pansy würde sich augenblicklich auf ihn stürzen und anfangen, ihn zu bemuttern - und darauf konnte er wirklich verzichten. Fünf plumpe Annährungsversuche pro Tag waren mehr als genug.
Aha. Da lag sie. Hinter dem zugezogenen Vorhang. Wollte sich vor seinem Zorn verstecken, aber so leicht würde sie ihn nicht abschütteln können.
Wenn er schon warten musste, konnte er sich seine Zeit auch damit vertreiben, sie ein bisschen zu ärgern. Die Nase konnte sie ihm ja nicht mehr brechen und dieses Mal würde er seinen Feind genau im Auge behalten. Er wusste nämlich, dass Granger sehr wohl fest zuschlagen konnte – die Ohrfeige aus dem dritten Schuljahr hatte er immer noch im Gedächtnis.
Mit einem Ruck öffnete er den Vorhang. Überrascht blinzelte er. Das war das erste Mal, dass er Granger in etwas sagen wir mal ‚figurbetonten' sah. Okay, natürlich hatte sie das Nachthemd an, das jedes Mädchen auf der Krankenstation bekam – aber, obwohl es eine Unigröße war, zeigte es mehr von ihrer Figur, als ihre übliche weite Schuluniform und die Muggelklamotten, die sie an jedem ersten Schultag trug.
Dass er diesen Anblick regelrecht in sich aufsog und sie etwas länger musterte als nötig, lag natürlich nicht daran, dass sie besser aussah, als Pansy und Co. Er nutzte es einfach nur aus. Wer wusste schon, wann er wieder die Gelegenheit hatte, sie ohne Gekeife ihrerseits zu betrachten. Ihre Haare lagen ausgebreitet auf dem Kopfkissen und schienen buschiger als sonst zu sein, ihr Allgemeinzustand schien sowieso eher schlecht.
Aber er würde jetzt keine Gewissensbisse bekommen – Gewissen, ein weiteres Wort, das im Wortschatz eines Malfoys nicht existierte – sie hatte ihn herausgefordert, er hatte die Herausforderung angenommen, und sie hatte den Kürzeren gezogen. So war der Lauf der Dinge. Das passierte jedem – also wieso sollte er Mitleid haben? Mitleid, auch ein Wort, das ein Malfoy nicht kannte.
Sie war Schuld an seinem Schulstress und an seiner gebrochenen Nase. Und nun lag sie friedlich schlafend vor ihm und lachte ihn wahrscheinlich innerlich aus. Bestimmt hatte sie seinen Plan doch noch durchschaut und war jetzt drauf und dran den Spieß umzudrehen – allmählich wusste er, wozu diese Gryffindor fähig war. Natürlich fürchtete er ihren Zorn nicht, aber sie konnte doch schon sehr gerissen sein – gerissen im negativen Sinne, Gryffindors können nur negativ betrachtet werden.
„Das freut dich oder, Granger?", zischte er und beobachtete ihr Gesicht.
Keine Regung zeigte sich und sie schien wirklich zu schlafen.
„Das in der Bibliothek heute hast du doch genau geplant. Du willst mich fertig machen, weil du auf die Traumreise hereingefallen bist. Du kommst aber zu spät, mein Plan war besser als deiner und hat funktioniert. Und nun liegst du hier auf der Krankenstation und wirst nächste Woche durch die Prüfungen fallen. Ich hoffe du weißt, dass du das alleine mir zu verdanken hast. Und weißt du was? Der jämmerliche Versuch mich mit deinen beiden beschränkten Freunden abzulenken, hat nicht funktioniert. Um mich zu schlagen, musst du dir schon was Besseres ausdenken..."
„Mister Malfoy. Was machen Sie da?"
„Gut, dass Sie da sind, Madame Pomfrey. Ich benötige Ihre Hilfe.", erwiderte er prompt und umging so elegant ihre Frage.
„Bei Merlin. Was ist denn mit Ihnen passiert?"
Sofort stürzte die Schwester auf ihn zu und drückte ihn auf ein Bett, von dem er Granger immer noch gut im Blickwinkel hatte.
„Warten Sie hier, ich bin sofort wieder da."
Sie wuselte davon und sein Blick wanderte auf die gegenüberliegende Seite des Raumes. Granger hatte sich geregt und starrte ihn aus ihren großen braunen Augen an.
War sie schon die ganze Zeit wach gewesen?
Wie viel hatte sie mitbekommen?
Durchtriebenes Biest.
Sie ließ ihn seinen Plan ausplaudern, während sie vorgab zu schlafen. Plötzlich hatte er die Vermutung, dass, wenn sie kein Schlammblut wäre, der Hut sie bestimmt nach Slytherin gesteckt hätte. Ein wissendes Lächeln zuckte um ihre Mundwinkel und ihre Lippen formten lautlos das Wort Traumreise. Woher er das wusste? Natürlich konnte er von den Lippen anderer Leute lesen – was für eine Frage.
Ein ungutes Gefühl stieg in ihm hoch.
Granger als Feindin – und das so kurz vor den Prüfungen – konnte sehr gefährlich werden.
Madame Pomfrey sah ihn an.
„So das wäre es, Mister Malfoy. So gut, wie neu."
Prüfend betrachtete er sein Gesicht im Spiegel. Na wenigstens auf sein Aussehen konnte er sich verlassen. Er probierte sein umwerfendstes Lächeln aus und Madame Pomfrey zog ihm leicht kichernd den Spiegel weg und wuselte erneut davon.
Perfekt, das klappte immer noch. Einen letzten Blick auf Granger werfend – die doch tatsächlich etwas errötet war (was, wie er stark vermutete, an seinem Lächeln lag) – verließ er den Krankenflügel.
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‚Projektfortschritt: Projekt enttarnt! Vergeltungsschlag wird erwartet.'
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Autorengeschwafel: Ein großes Danke an meine Beta Draco's CoffeeGirl und natürlich wie immer an meine Reviewer Zauberfee1979, ginnyfan, Gifty, Rosifer und Zaubermaus.
Please R&R
Nina
