So, hier nach einer langen Pause endlich das neue Kapitel meiner Geschichte. Ich weiß, dass das ziemlich lange gedauert hat, ich will das in Zukunft auch vermeiden, aber ich denke, dass jeder hier schonmal eine Schreibblockade hatte und dass es deshalb auch jeder nachvollziehen kann *gg*. Ich hoffe, dass es euch in diesem Kapitel nicht zu überstürzt zugeht, aber für Kritik und natürlich auch Lob bin ich immer offen :-) So, jetzt noch zu den reviews:

@ArcchAngelAzrael: Vielen Dank für dein Lob und ich hoffe, du schaust hier nochmal vorbei und bemerkst, dass die Kapitel jetzt länger geworden sind *g*.

@Meryll: Jetzt ist es leider zu spät, meinen Fehler wieder zu beheben, das hab ich dir ja auch schon per mail mitgeteilt, ich hoffe, die Story gefällt dir trotzdem noch? *zitter*

@Einhorn: Das find ich schön, dass du meine Geschichte spannend findest, ich bemühe mich ja auch spannend zu schreiben ;-)

@Viechle: Das mit Goldys Alter hab ich dir ja schon anderweitig mitgeteilt *g* und wie du siehst, hab ich es jetzt endlich geschafft, den Nazgûl wieder nach Bruchtal zu bringen, aber ob die Bewohner von Imladris das so toll finden?

~~~

Eine fast sichtbare Spannung herrschte wenige Minuten später in Valainas Zimmer. Da es sich sehr versteckt am Ende eines Ganges von Elronds riesigem Palast befand, hatte man den anwesenden Damen ans Herz gelegt, sich dort zu verbarrikadieren.

Nun schritten Arwen, Éowyn und Valaina wie eingesperrte Tiger in einem Käfig nervös durch das Zimmer, als hofften sie durch ihr Verhalten irgend etwas zu bezwecken. Nur Galadriel saß stumm und mit abwesendem Blick auf dem breiten Fenstersims und betrachtete den Himmel. Schließlich hielt Valaina es nicht mehr aus:

"Wir müssen doch auch etwas tun, wir können doch nicht alles den anderen überlassen! Wir wohnen schließlich auch hier, wir können doch nicht einfach zusehen, wie die Nazgûl unsere Heimat angreifen! Wollt ihr hier einfach so herumsitzen und abwarten, ob Elrond und die anderen Imladris verteidigen können, oder ob die Verteidigung vielleicht doch fällt? Das ist ja nicht zum aushalten!"

Insgeheim wuchs in ihr die absurde Hoffnung, dass die Ringgeister sich ihr Vorhaben noch einmal überlegten, wenn sie sie erblickten, doch sie war sich nicht einmal sicher, ob sie sich das seltsame Verhalten des Nazgûl nicht doch eingebildet hatte. Tatenlos hier herumsitzen würde sie aber auf gar keinen Fall. Als sie die anderen gerade mit weiteren heftigen Worten aus ihrer Lethargie locken wollten, begann Galadriel mit ihrer dunklen, sanften Stimme zu sprechen.

" Ich habe gerade versucht, mit Elrond oder Celeborn gedanklich Kontakt aufzunehmen, doch ich konnte nur erfahren, dass sie sich bereit machen, die Ringgeister zu bekämpfen, ihre genauen Gedanken und Gefühle waren mir nicht zugänglich. Es war, als ob sich eine dichte, dunkle Mauer zwischen unsere Verbindung geschoben hätte, auch das noch!"

Sie seufzte. Banges Schweigen legte sich ab diesem Augenblick über Valainas Zimmer. Die Anwesenden taten nichts anderes, als darauf zu warten, dass Elrond, Celeborn und die anderen wiederkämen oder die Bedrohung letztendlich doch Gestalt annehmen würde.

Ein lauter Knall, gefolgt vom Geräusch splitternden Holzes, schreckte sie auf. Éowyns Blick fiel auf die Zimmertür, die unter den wuchtigen Schwertschlägen der Ringgeister erbebte, die sich gewaltsam Eintritt verschaffen wollten. Mit schnellen Schritten wollte sie zur Tür eilen, um sich den Kreaturen entgegenzustellen, aber Arwen hielt sie energisch fest und alle zogen sich in eine Ecke des Zimmers zurück.

Und das keinen Augenblick zu früh, denn nun hatten zwei der Nazgûl das Hindernis überwunden und kamen mit gezogenen Schwertern auf die teilweise nun doch sehr verängstigten Elbinnen zu. Valaina war wimmernd in einer Ecke des Raumes zusammengebrochen und hielt sich krampfhaft an Galadriels Arm fest. Ihr Klammergriff musste der Elbin zwangsweise Schmerzen bereiten, aber diese zuckte weder zusammen, noch versuchte sie sich aus diesem Griff zu befreien.

Verzweifelt kämpfte Valaina gegen eine nahe Ohnmacht an. Weshalb nur konnte sie die Nazgûl spüren? Reichte es nicht, wenn Galadriel seherische Fähigkeiten besaß? Doch länger konnte sie nicht darüber nachdenken, denn ein erschrockener Schrei Arwens machte sie darauf aufmerksam, dass Éowyn nun mit aller Gewalt gegen die beiden Nazgûl ankämpfen wollte und mit einem Holzsplitter, der aus der Tür herausgebrochen war, auf sie losging.

Arwen wollte sie zurückhalten, was die Situation nicht gerade erleichterte, da der zweite Nazgûl nun mit einem gefährlichen Zischen auf die Elbin losging. In der Zwischenzeit wanderte Galadriels Blick auf das große Fenster in Valainas Zimmer, dass sich etwa einen Meter links von ihr befand. Langsam und vorsichtig begann sie auf die Stelle zuzukriechen und zog Valaina dabei mit sich.

Jeder Zentimeter, den sie zurücklegte, wurde zur Qual, denn hätten die Nazgûl auch nur für einen Moment ihre Aufmerksamkeit von Arwen und Éowyn auf sie gelenkt, wäre ihr Fluchtversuch vereitelt worden. Da dem aber zum Glück nicht so war, erreichte Galadriel schließlich das Fenster und bemühte sich, es so leise es ging aufzustoßen. Sofort lies sich Galadriel nach draußen gleiten und wollte versuchen, Valaina ebenfalls in die trügerische Sicherheit zu bringen, in der sie sich befand, doch sie hatte die Rechnung ohne die scharfen Sinne der Ringgeister gemacht.

Als Arwen die Fluchtmöglichkeit ebenfalls wahrnahm, sich ruckartig herumdrehte und Richtung Fenster rannte, setzte einer der Nazgûl zum Sprung an und stand plötzlich vor Valaina. Diese schrie auf, doch er stand einfach nur vor ihr und musterte sie. Es war Celahir.

Nun stand er vor ihr, vor dieser seltsamen Elbin, deren Anblick ihn schon einmal dazu bewegt hatte, sie gehen zu lassen. Doch das war dieses mal nicht möglich. Er konnte sich den Befehlen Saurons nicht widersetzen, doch er konnte sie etwas abändern. Valaina starrte immer noch wie hypnotisiert auf den Ringgeist und konnte plötzlich beinahe etwas wie Bedauern, das von ihm ausging, fühlen. Dann hob er sein Schwert zum Schlag und um sie herum wurde es schwarz.

Elrond bedauerte es zutiefst, die Nazgûl angegriffen zu haben, aber er hatte keine andere Möglichkeit, sich zu verteidigen gesehen. Mittlerweile war nicht nur ihm die Erschöpfung sichtbar anzumerken, viele der tapferen Elben aus Bruchtal waren den todbringenden Klingen der Ringgeister zum Opfer gefallen, auch wenn sie nur zu siebt waren.

Nun war es an Elrond zu stutzen. Warum war ihm das nicht schon früher aufgefallen? Sie waren zu siebt!

In diesem Augenblick gewahrte er eine Bewegung und musste mit Erstaunen feststellen, dass die sieben Ringgeister wie auf ein unsichtbares Kommando hin ihre Waffen sinken ließen und auf ihren schwarzen Pferden genauso schnell wieder davonpreschten, wie sie gekommen waren.

Er wischte sich den Schweiß von der Stirn und sah zu Celeborn hinüber, dem dieser seltsame Anblick anscheinend auch nicht verwehrt geblieben war, denn der Elb sah genauso erstaunt aus wie Elrond sich fühlte. In diesem Moment gewahrte er zwei schattenhafte Schemen, die sich sehr schnell von Bruchtal entfernten und bald zu den anderen sieben unheimlichen Reitern aufgeschlossen hatten. Von Elrond war ein erleichterter Seufzer zu hören, als er Glorfindel, der ebenfalls neben ihm stand, auf die Schulter klopfte und meinte: "So seltsam mir dieses Verhalten auch erscheint, ich glaube, wir haben Saurons düstere Reiter für dieses mal los."

Glorfindel lächelte aufmunternd und die Krieger aus Bruchtal begannen sich um ihre Verwundeten zu kümmern und ihre Toten aufzubahren, damit sie in den nächsten Tagen ehrenvoll bestattet werden konnten.

Doch als Elrond sich wenig später auf den Weg zu Valainas Zimmer machte, kam ihm eine gar nicht so gefasste Galadriel entgegen, der wenig später eine in Tränen aufgelöste Arwen folgte.

Geschockt sah Elrond sie an und strich seiner Tochter, die sich in seine Arme geworfen hatte, beruhigend über die Schultern.

"Was ist passiert?"

Eine Zeit lang schien es so, als ob er keine Antwort bekommen würde, doch während Arwen fortfuhr,herzzereissend zu schluchzen, bekam er von Galadriel die gewünschte Antwort auf seine Frage.

"Valaina und Éowyn sind von den Nazgûl entführt worden."