In diesem Kapitel habe ich nicht nur die Personen aus Harry Potter ausgeliehen, sondern auch das Ende von Kapitel 32, 33? oder so aus Band 7.

LG


„Gratuliere Sev!", sagte Neville. „Wir wissen, …wer das Gegenstück zu deinem Bild hat. Nur erwarte nicht, dass dir das „wer" gefallen wird". Und wir erwarten nicht, dass es einfach wird, setzte er gedanklich hinzu. Neville fragte sich, ob irgendetwas ausgenommen der Geschichte des Fotos, die paar Worte über Lucius von gestern, und Sevs Angst nicht gelogen war.
Und warum hatte gerade er Severus' Namen nennen können, was zuvor nicht mal Lily geschafft hatte?

Sev blickte zu Neville und verstand.
"Harry Potter", sagte er. "Ausgerechnet er".

Er stand auf und ging an Nevilles Computer. Neugierig, was er vorhaben würde, kamen Hermine und Neville hinzu. Sev setzte sich an den Schreibtisch aber anstelle die Maus zu bedienen, sah er sich -Harry auf dem Bildschirmschoner - dem Foto von Neville und seinen Freunden - sehr genau an.
"Seht nur, wie ähnlich sie sich sehen. Vor allem ihre Gesichter", sagte er und fuhr die Konturen über dem Monitor nach.
"Deshalb hatte ich geglaubt ihn zu kennen, als wir angekommen sind. Es war Lilys Fotografie".
Dann lag nur mehr Gram in seiner Stimme. "Was ist das für ein Fluch, dass ich es nicht gesehen habe?".

"Derselbe Mist, der uns nicht reden lässt. "Also", begann Neville von Neuem und fühlte sich sehr diplomatisch, "du überlegst dir eine gute Entschuldigung und dann gehen wir zu Harry runter? Und was noch wichtiger ist, glaubst du uns jetzt?". Er gab ihm die Fotografie zurück.

"Soweit... soweit ich es mir leisten kann", antwortete der.
"Versteh' mich nicht falsch, ich möchte bleiben. Aber bevor ihr versucht mich für Harry Potters Krieg einzuspannen...".
Er hatte sich vom Bildschirm abgewandt und stockte mitten im Reden. Faszinierend, wie schnell du dich auf ihrer Seite denkst, überlegte Sev sardonisch. Aber was brachte es, wenn er Lily vertraute und ihrem Sohn und dessen Freunden nicht.
Es mit den Toten zu halten und sich den Lebenden auszuliefern... Er

schnaubte resigniert, irgendwie stand er immer irgendwo dazwischen.
"Es ist immer noch Tag und ich glaube, ich brauche etwas Ruhe nach alledem", sagte er schließlich. "Außerdem möchte ich ein Bad benutzen. Würdest du mir vielleicht Kleidung - dunkle Kleidung - leihen, Neville?".

Es wurde später Nachmittag. Neville durchsuchte seinen Kleiderschrank - natürlich hatte Sev ihn gefragt und nicht Harry, obwohl die beiden fast dieselbe Statur hatten - nach schwarzen Klamotten.
Neville verwunderte dessen Rückzug nicht, weil erstens der alte Snape auch daran gesetzt hätte, jedes Aufeinandertreffen mit Harry zu verzögern und zweitens ihm 'Sev' recht hoffnungslos in Voldemorts Lügen gefangen schien.

Währenddessen trug Harry Potter in seinem Arbeitszimmer einen großen Pappkarton.
Der ganze Raum war vollgestopft mit magischen Artefakten und auch die Wände hingen voller Abbildungen davon. Es waren Relikte ihrer Suche nach Horcruxen.
Harry stellte den Karton ab und nahm ein Becken von etwas mehr als einem halben Meter Durchmesser heraus. Er stellte es vor sich auf den Tisch. Irgendwann hatten Hermine und er herausgefunden, dass es Stein sein musste und so wurde eine bessere Vogeltränke mithilfe ihrer Magie zu einem Denkarium.
Harry hatte keine Ahnung, wie Voldemort die Vorstellung, sie hätten Snape etwas angetan in dessen Kopf gehext hatte. Niemand hatte seinen alten Lehrer auch nur gesehen, seit Hogwarts gefallen war.

Harry hob seinen Zauberstab an die Schläfe. Augenblicklich zog sich ein silbrig-weißer Nebel von seinen Haaren bis zur Spitze des Stabes.
Vorsichtig ließ er die Erinnerung in das Denkarium herabsinken. Er beugte sich zum Becken herunter und tauchte zum ersten Mal in eine, seiner schlimmsten Erinnerungen ein.

"...Vielleicht weißt du es bereits? Du bist ein cleverer Mann, Severus, trotz allem. Du warst mir ein guter und treuer Diener und ich bereue, was geschehen muss".
Harry hörte Voldemort schon reden, bevor die Heulende Hütte vollständig materialisierte.

Der 28-jährige Harry trat aus den Schatten der Erinnerung heraus und umging die Kisten, hinter die er, Ron und Hermine sich damals versteckt hatten. Dann sah er Snape, wie sie ihn in Erinnerung hatten: Durch Zauber wirkte er doppelt so alt, deutlich breiter und alles in allem gesünder. Kurz - er lieferte die perfekte Imitation eines Menschen.

"Herr, ich -", sagte er.

"Der Elderstab kann mir nicht gebührend dienen, Severus, weil ich nicht sein wahrer Meister bin. Er gehört zu dem Zauberer, der seinen letzten Besitzer getötet hat. Du tötetest Albus Dumbledore. Solange du am Leben bist, kann der Elderstab nicht wahrhaftig mein sein".

"Herr!", Severus protestierte und hob seinen Zauberstab.

"Es gibt keine andere Möglichkeit", sagte Voldemort. "Ich muss den Stab beherrschen, Severus. Nur wenn ich den Stab beherrsche, kann ich Potter am Ende besiegen".

Voldemort schwenkte den Elderstab durch die Luft. Er verletzte Snape nicht, der für den Bruchteil einer Sekunde zu glauben schien, er würde verschont werden. Aber dann wurde Voldemorts Absicht klar: Die Schlange fegte in ihrer Schutzsphäre durch die Luft und bevor Snape etwas anderes tun konnte als schreien, hatte sie seinen Kopf und Schultern umschlossen. Voldemort sagte in Parsel: "Töte".
Es gab einen schrecklichen Schrei. Harry sah, wie Snapes Gesicht das letzte bisschen Farbe verlor, wie er totenbleich wurde und seine schwarzen Augen sich weiteten als die Zähne der Schlange sich in seinen Hals bohrten, er es nicht schaffte Nagini von sich zu stoßen und seine Knie schließlich nachgaben.

"Ich bereue es", sagte Voldemort kalt.

Der mächtige Kiefer der Schlange öffnete sich ein Stück weit. Noch im selben Moment biss sich Nagini wieder in Hals und Nacken fest. Die Wucht der neuen Attacke riss Snape herum, er schlug auf den Rücken und blieb regungslos liegen.
Voldemort gab den Befehl von ihm abzulassen.
Einige Augenblicke vergingen und Voldemort disapparierte mitsamt Nagini. Harry beobachtete, wie sein jüngeres Selbst den Unsichtbarkeitsumhang ablegte und sich über den vermeintlich Sterbenden beugte. Er hatte versuchen wollen, dessen Wunden mit seinen Händen zu verschließen, doch bevor er ihn anrühren konnte, hatte Snape ihn gepackt und zu sich herangezogen. Es gab ein schreckliches rasselndes, ersticktes Geräusch als er versuchte zu sprechen.
"Nimm' sie... Nimm'", flehte er.

Welcher Magie er sich auch bediente, er schaffte es seine Gedanken und Erinnerungen zu materialisieren. Er hielt die Magie noch einen Moment, als er nicht mehr in der Lage war, den jüngeren Harry länger festzuhalten.

"Sieh... mich... an...", flüsterte er noch und starb.
Beide Harrys wären sich einig gewesen, etwas in Snape starb, als Nagini sich in ihn verbissen hatte. Der Ältere ertappte sich bei dem Gedanken, ob er deshalb in die Heulende Hütte zurückgekehrt war - weil er für sich hatte ausschließen müssen, er hätte sie bei der Schlacht um Hogwarts einfach im Stich gelassen.
Harry kniete neben seinem jüngeren Ich nieder und sah Snape an. Die obligatorischen Lagen schwarzer Kleidung verdeckten seinen Hals und er war verflucht noch mal nur... untot.
Aber fernab des Gifts, Harry glaubte nicht, dass er hätte aufstehen und weggehen können, wägte er sich erst allein - Naginis zweite Attacke hatte ihn umgerissen, in selben Moment und entgegen der Richtung in die er vorher langsamer und einigermaßen kontrolliert zusammengesunken war.
In der Folge war er verdreht, zerbissen und unkontrolliert mit dem zusätzlichen Gewicht des massigen Tieres auf den Boden geschlagen. Über seine linke Seite.

Indes hielt Voldemort längst seine wirre Rederei über Dinge wie Mut und ehrenhaften Kampf.
"Lord Voldemort ist gnädig", sagte er und ihn beider Harrys Ohren klang es wie blanker Hohn. Der ältere Harry stand auf und ging weg von Snape. Er wollte Voldemort nicht ein zweites Mal zuhören, wie er ihm vorwarf, er ließe seine Freunde für sich sterben.
Aber die Erinnerung lies ihn nicht los - noch nicht.
Erst nachdem Voldemort geendet hatte und die 1998er Harry, Ron und Hermine in Richtung Schloss rannten, zerfiel die Heulende Hütte in schwarze Schatten. Ohne dass Harry wusste, warum er es tat, drehte er sich nochmal nach dem Vampir um.
"Verflucht noch eins!", entfuhr es ihm.
Er sah gerade noch, wie sich dessen schwarze Augen öffneten und in seine Richtung sahen. Dann stand er wieder in seinem Arbeitszimmer.

"Du hast dir nicht deine Einschulung angesehen?".
Neville hatte im Vorbeigehen durch die offene Tür das Denkarium auf Harrys Schreibtisch gesehen und gewartet. Er klopfte demonstrativ an den Türrahmen und kam in Harrys Zimmer.

"Aaach, Neville", seufzte Harry. "Die Schlange hatte Snape nicht getötet. Ich meine, natürlich hat sie es nicht! Aber ich hatte es gesehen - damals schon!
Ich habe mir eingeredet, dass es nicht sein kann, dass ich mich vertan haben muss - aber er - er war wieder bei sich, schon als Voldemort sein dreckiges Maul gehalten hat, nachdem er zu euch allen gesprochen hatte.
Wenn wir ihn gesucht hätten, vielleicht... Als erst diese Scheiße 'Erzverräter bleibt am Leben' im Tagespropheten stand, hatten die ihn doch schon kaputt geflucht".

"Wärest du mit wehenden Fahnen vor Malfoys Haustür gestanden, hättest du gewusst, dass sie Sev dahinter festhalten? Red' dir nichts ein. Wir wären nicht auf 100 Meilen an ihn rangekommen...".
Neville besah sich das Denkarium und wie Harry die Erinnerung zurück in seinen Kopf zauberte. Er runzelte die Stirn, diese ganze Gedankenpfuscherei war ihm nicht geheuer.
"Übrigens, er hat sich beruhigt und ich bin wieder Herr meines Wohnzimmers". Neville befreite einen orange-roten Sessel von Büchern und etwas, dass wie ein handtellergroßes, goldfarbenes Huhn aussah. Er setzte sich.
"Wie geht es deinem Hals, bist du ihm sehr böse?", fragte er.

"Ist einigermaßen ok... und soweit ich diesen Fluch verstehe, kann er nicht dazu.
Es ist nur... das Denkarium. Ich hab' noch mehr gesehen, Neville".
Bevor er weiterredete räumte er Bücher von dem anderen orange-roten Sessel und setzte sich. Harry stütze seine Ellbogen auf die Oberschenkel und lehnte sein Kinn auf die Hände.
"Voldemort hatte keine Ahnung - er wusste nicht, dass er untot war - nicht bis er Snape töten wollte.
Ich habe die Schlange schon mal töten sehen. Nagini hatte Rons Vater gestellt. Mr. Weasley brach sofort in sich zusammen und er wäre zwei Jahre früher gestorben, wenn ich sie nicht... gesehen hätte.
Als Voldemort Nagini dann gegen Snape geschickt hat, widerstand dessen Körper dem Gift. Zumindest eine Zeit lang, es hat ihn kurz ausgeknockt und wir haben es damals für sterben gehalten.
Voldemort wurde misstrauisch, er starb ihm nicht schnell genug. Deshalb befahl er eine zweite Attacke; er hat Nagini ihn kaputt beißen lassen, damit er nicht fliehen konnte. Voldemort hatte in dem Moment verstanden, als er ihn nicht töten konnte".

"Vielleicht wollte er dir und Voldemort sogar seinen Tod vorspielen? Und sag' jetzt nichts, Harry. Vampire bemerken Menschen, auch unter Tarnumhängen! Wir wissen es nicht und er kann es nicht sagen.
Deshalb, lass' die Vergangenheit. Du wirst nichts davon erzählen können und ich würde erst recht nicht darauf bauen, dass der dämliche Fluch ihn ein Denkarium benutzen lässt. Wie auch immer. Sev meinte, er möchte bleiben".

"Von mir aus. Ähm, du sagst er hat sich beruhigt - ihr habt nicht mehr über unsere Bedingungen gesprochen? Und was ist das überhaupt für ein alberner Name - Sev?".

"Es klingt netter als 'Snape'", sagte Neville wobei er bewusst Harrys übliche Betonung imitierte.
"Und nein, haben wir nicht. Er hat geahnt, dass wir gewissermaßen... beschlossen hatten, ihn in den Keller zu sperren. Du hättest sein Gesicht sehen sollen. Es hätte wieder ein, wie soll ich sagen, Kräftemessen gegeben, wenn...
Nun, das erzählt er besser selbst".
Neville konnte Sev schlecht einschätzen. Einerseits vermutete er, dass Harrys Legilimentiküberfall einiges kaputt gemacht hatte. Andererseits war Harry der "Junge", den er seit Jahren suchte.
Nevilles Überlegungen erinnerten ihn daran, worüber er eigentlich mit Harry hatte reden wollen. Er stand auf und begann im Vorbeigehen die Bilder und Buchseiten an der Wand links neben seinem Sessel abzusuchen.

"Kann ich dir helfen?", fragte Harry ein wenig irritiert.

"Nein, nein. Geht' schon", sagte Neville und redete sowie suchte unbeirrt weiter: "Irgendwie hatte ich mich ziemlich geärgert, wie du den Abend mit ihm umgesprungen bist - ich meine diese 'Nützlich-Kiste' wegen Sirius.
Gut, Sev hatte gelogen und an seinem sonnigen Wesen lag's nicht; vielleicht hatte ich ihm 'Sev' nur vorgestellt, um dir eins auszuwischen. Aber vielleicht kam" - Neville grinste halbernst - "ein Teil deiner Stieseligkeit auch von Voldemorts Fluch".

"Und weil du 'Sev' beim Namen nennst, ist 'der, dessen Namen zu nennen sich Neville immer fürchtete' jetzt zu Voldemort geworden?", konterte Harry.

"Ja, sozusagen", entgegnete Neville gedehnt. "Er und ich hatten da dieses aufschlussreiche Gespräch über Namen".

"Ah, hier ist es!". An einer Pinnwand wurde Neville fündig. Er löste den Magneten vom Metall und nahm ein Foto ab.
Es zeigte Harry - nicht ganz ein Jahr alt - und James, seinen Vater. Der Kleine saß halb auf dem Schoß, bzw. lag in seines Vaters Armen und dieses Mal war es die rechte Bildseite, die abgerissen war.
"Hier, Harry. Du solltest es ihm zeigen. Er hat das Gegenstück", sagte er und drückte ihm die Bildhälfte in die Hand.

"Er hat was bitte?", fragte Harry mit Grabesstimme.
"Neville, dass kann er mir nicht antun! Sag' mir nicht, er läuft seit 10 Jahren mit einem Bild von meiner Mutter herum!".

"Sie... haben anscheinend verpasst, es ihm wegzunehmen", sagte Neville mit undefinierbarem Geschichtsausdruck.
"Weißt du, ich glaube Voldemort wird sich noch wundern. Sein ganzes Verfluchen nur dafür, dass Sev nicht weiß, wer er ist und Angst vor uns hat. Und dann diese Sache mit seinem Namen, dass Hermine und du sogar Voldemorts Alias für ihn genutzt hattet, alles das hängt mit an dem Fluch...
Ich glaube langsam, er kann ihm noch schaden. Zusammen mit uns kann er ihm schaden! Sonst hätte Voldemort sich nicht so eine Mühe gemacht".

Es dämmerte. Harry und Neville gingen in die Wohnküche. Harry hoffte, dass er Sev und einigermaßen würden reden können und weil im Grunde alle viel zu bereden hatten, erschien ihnen ihr gemeinsames Wohnzimmer als idealer Ort. Nur Ron entschied, allein oben zu bleiben.

Als dann der Vampir wenig später zu den Freunden kam, fanden die - in der Sitzecke sozusagen alteingesessenen - ein wenig schneller in die Routine ihres Abendessens und Beisammenseins zurück als am Vorabend.
Auf der Eckbank gab es zwei freie Plätze und Sev entschied sich für den Platz außen, rechts neben Harry.

Neville hielt den Atem an. Würde er reden?
Neville und Hermine hatten Harry absichtlich nicht von der Zeichnung sowie Sevs und Lilys Gespräch erzählt. Er sollte es selbst tun; spräche er Harry hier nicht offen an, wahrscheinlich täte er es nie.

"Ich werde ...muss mich also bei dir entschuldigen und können wir jetzt über die Fotografie reden?", fragte der Vampir alsbald er sich gesetzt hatte.

"Du redest doch bereits darüber". So neugierig Harry selbst war, auf die Tour brauchte er ihm nicht kommen. Er schwieg demonstrativ und widmete seine Aufmerksamkeit seinem Käsebrötchen.

Sev starrte ihn finster von der Seite an.
"Dein Schweigen wäre allenfalls nachvollziehbar, wenn mein 'dich-Festhalten' dir die Freiheit über alles Denken und Sagen genommen hätte, wie mir deine Attacke gestern. Da du aber - wie es scheint - von Ersterem generell kein Gebrauch machst, sagst du mir bitte, was es mit dem Foto auf sich hat?".

"Ich rede nicht, weil du ein arroganter Dreckskerl bist!". Harry schlug mit der flachen Hand auf den Tisch und alles Abendbrotgeschirr klirrte leise auf dem Holz.
"Du kannst ja nicht mal sagen, dass dir dein 'Festhalten-Beinahe-Erwürgen' leid tut. Wir sind dir doch egal, dich interessiert nur...".

"Was? Nur zu Harry Potter, was ist es, das mich interessiert? Ein Grund vielleicht, einen Beweis über die Fotografie hinaus, dass ich dir nicht länger blind vertrauen muss?". Wieder war es Harry, der sich aufregte und der Vampir, der in verstörender Weise ruhig blieb.
Sev öffnete einen Reißverschluss an der schwarzen Fleecejacke, die er von Neville bekommen hatte und holte seine Bildhälfte aus Tasche. Er entfaltete das Papier und legte es vor Harry auf den Tisch.

Harry erschrak mehr über die knochigen – er konnte nicht umher als zu denken - leichenhaften Hände des Vampirs als über das getrocknete Blut auf dem Foto. Er hatte es bislang übersehen, aber deren Krallen erklärten die vier ordentlichen Schrammen an seiner Brust, wo der in gepackt hatte.

"Es gehört dir, wenn du willst", sagte Sev. Ihm war Harrys Entdeckung nicht entgangen. Er überspielte es, es stand schon genug zwischen ihnen. Die Vampirgeschichten mussten warten.
"Ich erinnere mich ohnehin nicht an sie", erklärte Sev mit etwas lauterer Stimme. „Es ist Zufall, dass ich ihren Namen weiß.
Aber ohne das Bild... ich hätte alles daran gesetzt Neville zu töten, und dann hätten er oder spätestens das Feuer in der Wohnung es beendet".
Er sah Neville an, aber er fand keinen Ärger in dessen Gesicht. Im Gegenteil, Neville grinste nur: "Hast' es nicht mal versucht. Kluger Mann!".

Sev lachte auf. "Wo du mich einen klugen 'Mann' nennst, habe ich wohl keine Wahl als zu versuchen mich wie ein Mensch zu verhalten" - er hielt inne und bedachte Harry mit einem kurzen, spöttischen Blick - "und zu reden?".
Dann strich er sich in einer für 'Snape' undenkbaren Geste die Haare aus dem Gesicht und blickte unsicher in die Runde.
"Nun gut", begann er zögerlich. "Es ist so... Die Geschichten des Dunklen Lords, sie machen durchaus Sinn, wisst ihr?
Er sagte nämlich, Harry Potter töte und foltere seine Anhänger.
Das hier", er reckte seinen Unterarm vor ohne den Ärmel neu hochzuschlagen, "macht mich zu einem von ihnen und so hättet ihr mich gefangen gesetzt, gefoltert.
Ich bekam Angst, als Neville den Abend sagte er sei vom Widerstand - schreckliche Angst. Ich dachte, er käme sozusagen um einen alten Fehler zu korrigieren.
Denn der Raum, wo Blondi-Lucius mich fand, wo ihr mich liegen gelassen hättet; Lucius sagte mal, er hätte Ostfenster gehabt und es wäre Mai gewesen und beinahe 5 Uhr morgens".

„Lucius?", fragte Hermine. Sie war auf ihrem Stuhl nach vor gesprungen und hing jetzt beinahe über dem Tisch. „Entschuldige, du erinnerst dich ausgerechnet an Lucius Malfoy?".

„Er ist nicht mein Feind. Lucius ist mir bisher sowas wie ein… Freund gewesen. Ich hielt es gestern nicht für klug, offen darüber zu reden".

Harry sah Sev sehr zweifelnd an. „Also, du weißt weder wo dieser Raum war, noch was vorher gewesen ist", fasste er zusammen. „Du erinnerst dich an Lucius, der – wie du gestern meintest - ein Messer oder sowas gehabt hatte und dass er auch dort war. Lucius, Messer… dein Arm? Merkst du was?".
Harry begann zu erahnen, wogegen sie anredeten oder besser es nicht konnten. Ihr Nervenbündel an Vampir hatte von der Nacht auf den 2. Mai 1998 erzählt, ohne die Schlacht um Hogwarts nur zu streifen.

„Er ist nicht mein Feind", wiederholte Sev nur. „Lucius und der Dunkle Lord haben mich mir als einen Mörder und Todesser vorgestellt. Ihr versteht was das heißt? Hättet ihr also diese Dinge getan und Lucius erst um 6 Uhr nach mir gesucht – auch gut, einer weniger. Ich könnte es euch im doppelten Sinne kaum verübeln.
Wie auch immer. Lucius und der Dunkle Lord – ihre Geschichte ergibt Sinn - was kann ich", er wechselte zu seinem vampirischen Angesicht und blickte in die Runde, „groß anderes für die Menschen gewesen sein?
Beide sagten, ich hätte mich für ihre Sache verdient gemacht und sie bereuten was geschehen sei - deshalb bekam ich die Wohnung in London, den Schutz des Dunklen Lords".

"Dort angekommen fand Lilys Bild recht bald", sagte er nun wieder menschlich. „Sie sagte 'glaube niemals Lord Voldemort'. Was er täte sei unrecht. Sie hatte auch gesagt ich solle 'ihren Jungen' suchen".

Harry nahm das Bild in die Hand und betrachtete es. Er kannte die Aufnahme, in dem Fotoalbum, das er einst von Hagrid geschenkt bekommen hatte, war ein Abzug gewesen.
Aber irgendetwas störte, etwas passte nicht - Harry überlegte und sagte schließlich: "Verstorbene sprechen nicht aus Fotografien. Du... musst es abgezeichnet haben, und dann hat sie entschlossen mit dir zu reden!".

Sev nickte.
"Ich fragte Lily warum sie überhaupt mit mir redet. Sie sagte sie täte es, weil sie mir verziehen habe".