Review:
Er beugt sich vor, immer näher, ich spüre seinen seltsam kühlen Atem auf meiner Haut. "Soll ich dich einfach töten... Oder gibst du mir deine Seele?", flüstert er mir ins Ohr.
Ich erschaudere, an Sebastians schlanke Muskeln unter dem Jackett gedrückt, seine Hand in meinem Nacken.
Ich kratze den letzten Rest meines Verstandes zusammen, schlucke hart und erwidere: " Warum sollte ich dir meine Seele umsonst geben?"
Ich spüre sein lächeln an meinem Hals und mein Körper beginnt zu zittern. "Wie wahr...", murmelt er und seine Samtigen Haare kitzeln mich an der Wange.
"Sebastian."
Bei Ciels warnenden Unterton grinst er noch breiter, lässt von mir ab aber ich bin immer noch an ihn gepresst.
"My Lord?", erkundigt er sich und tauscht einen Blick mit seinem Herrn.
Dann nickt er, als hätte dieser etwas gesagt, hebt mein Kinn an und schenkt mir ein lächeln.
Er zieht sich einen Handschuh mit den Zähnen von den Fingern und legt mir seinen langen schlanken Zeigefinger auf die Stirn und lässt ihn langsam meine Wange hinunter wandern...
Irgendetwas kracht und ich schrecke hoch.
Ich sitze im Gang.
Hä?
Ich blinzele.
Langsam richte ich mich aus meiner zusammengesackten Position an der Wand auf.
Mir tut der Rücken und der Nacken weh.
Was mache ich hier?
Ach ja! Das Unwetter... Der Blitz... Ciel...!
Ich springe auf und sehe hinaus. Der Sturm ist etwas weitergezogen.
Aber keine Gestalt liegt auf der Wiese.
Ein... Traum?
Ja, klar!
Aber... Diese dürre Gestalt... Die kenne ich nicht. War es vielleicht doch... Realität?
"Das ist lächerlich!", murmele ich.
Ich seufze. Das kommt einfach davon, dass hier so zwei Anime Charaktere herumlaufen!
Louis d'Oucceur ist außerdem der Name eines Geschäftspartners meines Vaters, und die beiden sind mit fünf anderen Führungspersönlichkeiten in Thailand.
Und ein anderer Louis d'Oucceur ist einer der Milliardäre zwei Straßen weiter. Und der City-Reporter...
Aber der Traum war so... realistisch!
Ich seufze und Schleicher zurück in den Schlafraum.
Erschöpft lege ich mich hin, kuschele mich fest in die Decke und schlafe ein.
Ciel Sitzt an einem massiven Holztisch. Ich gehe auf ihn zu, ein silbernes Tablett mit duftenden Tee in der einen, ein Stapel Papier in der anderen Hand.
Die Dokumente lege ich säuberlich auf den Tisch, das Tablett stelle ich vorsichtig daneben.
"Bitte lest euch diese Dokumente über die Phantom Company durch."
Währenddessen nehme ich Tasse und Unterteller in die eine, die volle Teekanne in die andere Hand und gieße den hellbraunen Tee schwungvoll und elegant in das feine Porzellan.
Dann stelle ich sie vor Ciel ab.
Er ergreift den schlanken geschwungenen Henkel, hebt die Tasse und nippt daran.
"Earl Grey.", stellt er nüchtern fest.
"Ja, mein Herr.", bestätige ich. "Aus dem Hause Twinings."
Er nickt und blättert durch die Dokumente.
Bei einem Bericht leuchtet sein Auge in zornigen Dämonen rot auf.
Wohl der vom Inspektor, den ich aus dem Archiv 'mitgehen' habe lassen.
"Dieser Stümper.", zischt er und seine schlitz artigen Pupillen ziehen sich noch ein Stück zusammen.
Er legt das Papier auf einen Stapel, schließt die Augen, lehnt den Kopf an seine Hand und seufzt.
Als er den Blick wieder hebt, strahlt sein Auge wieder in seinem normalen tiefen ozeanblau.
"Sebastian, finde mehr über den Fall heraus. Dieser Stümper von Inspektor hat keine Ahnung und sicher das meiste übersehen."
"Yes, my Lord.", antworte ich ergeben und neige den Kopf.
Als ich den Raum verlasse und die Tür leise hinter mir schließe, werde ich geschüttelt.
"Vanessa!"
Wieder schrecke ich hoch.
Ich bin im Klassenraum, wo ich übernachtet habe. Eines der Mädchen ist über mich gebeugt.
Sie war wohl diejenige, die mich geschüttelt hat.
"...Mann, du hast vielleicht einen festen Schlaf!"
Ich blinzele. "Hmm?"
Wo ist Ciel?
Hä?
Hab ich... schon wieder geträumt?
Ich seufze.
Langsam setze ich mich auf.
"Was ist denn?", frage ich müde.
"Aufsteh Zeit. Es ist acht Uhr! Außerdem ist das Wetter etwas besser, wir können abgeholt werden."
Ich sehe aus dem Fenster.
Tatsache.
Es schüttet nicht mehr aus Kübeln, es tröpfelt etwas. Und der starke Wind ist weitergezogen, ganz windstill ist es zwar eher nicht, aber besser als vorher...
Ich mache mich fertig und begeben mich zu den andern n in die Kantine, um dort zu Frühstücken.
Zwanzig Minuten später ist mein Chauffeur in der Einfahrt der Schule, und ich haste durch den unangenehmen Nieselregen zum Auto und steige ein.
Er fährt los und wir passieren das Tor, vorbei an einem Mädchen mit langen braunen Haaren das in einen roten Porsche steigt, an einer Stratch Limousine deren kleiner glatzköpfiger Fahrer gerade von Nelly zusammen gestaucht wird( der arme muss jetzt ihre schlechte Laune ausbaden...) und an einem matt glänzenden, pechschwarzen Porsche mit getönten Scheiben.
Holla! Das ist doch mal ein Hingucker!
Und Ciel geht gerade auf die Beifahrerseite und öffnet die vordere Tür.
Als wir direkt an ihnen vorbeifahren kann ich einen Blick auf die Fahrersitz Seite werfen.
Dort sitzt Sebastian!
Butler und Chauffeur?
Voller Stundenplan! Respekt!
Und allem Anschein nach vertraut Ciel ihm ziemlich, wenn er sich vorne hinsetzt...
Ich fahre nach Hause, fahre den Computer hoch und öffne die Suchmaschine, hole alle meine Black Butler Mangas und schmeiße mich aufs Bett.
"Jetzt wollen wir doch mal sehen...", murmele ich.
