So, da bin ich wieder mit einem neuen Kapitel. Ich hoffe es gefällt euch, auch wenn ich selbst nicht wirklich zufrieden bin! XD
Aber das bin ich auch fast nie... egal.
Viel Spaß beim Lesen!
ALLE CHARAKTERE GEHÖREN STEPHENIE MEYER
Trip
Wie erwartet hatte Mrs. Patterson mir ohne Zögern Urlaub gewährt und mir bis einschließlich Dienstag frei gegeben. So konnte ich noch länger bei meiner Mutter bleiben und mit der Bemerkung ‚Nur über das Wochenende würde es sich doch auch nicht lohnen, Kind' alle meine Bedenken weggewischt. Nach der Arbeit hatte ich gleich meine Mutter angerufen, dass ich einen Flug für Freitagnacht brauchte, damit ich Samstag rechtzeitig da war. Sie beruhigte mich, dass Phil es genau so geplant hatte und so musste ich bis Freitag eigentlich nicht mehr viel erledigen außer zu packen.
Das würde ich morgen Abend machen, damit ich Übermorgen nicht vor der Arbeit gehetzt alles ein einen Koffer schmeißen musste und dann vermutlich die Hälfte vergaß. Nein, so war ich auf der sicheren Seite!
Die Arbeit am Donnerstag verlief ruhig. Es kamen kaum Kunden herein und so konnte ich mal etwas von der liegen gebliebenen Büroarbeit nachholen. Bestelllisten abheften und so weiter. Abends traf ich mich mit Alice, die mir beim Packen helfen wollte. Und das war gar nicht so leicht.
„Bella, du brauchst auch ein paar Pullover und dicke Jacken", entschied sie.
„Alice, ich fahre nach Jacksonville, nicht in die Antarktis. Da ist es wärmer als hier", versuchte ich sie zu überzeugen.
„Mag sein, aber man muss auf alle Eventualitäten vorbereitet sein", argumentierte sie und legte einen warmen aber modischen blauen Pullover in meine Reisetasche.
„Ich fahre doch nur für vier Tage weg und da ist der morgige Tage schon mit eingeschlossen", wies ich sie zurecht. „Mit allem, was du bisher als ‚unbedingt notwendig' empfunden hast, könnte ich vier Wochen wegbleiben, ohne Waschen zu müssen. Und mal ehrlich, meine Mom hat eine Waschmaschine. Ich muss also nicht so viel mitnehmen!" Alice, die vor meinem Kleiderschrank stand, drehte sich zu mir um.
„Mensch, jetzt denk doch mal praktisch! Du wirst dich viel besser erholen können, wenn du dir nicht ständig Gedanken darüber machen musst, dass du nicht auf alles vorbereitet bist und…", begann sie, doch ich fiel ihr ins Wort.
„Erstens denke ich ja praktisch, denn ich will ja nur drei Hosen, ein Kleid und vier Shirts mitnehmen und zweitens kann ich mich sicherlich auch nicht entspannen, wenn ich mir an meiner Reisetasche einen Bruch hebe", konterte ich souverän.
Sie verzog unwillig das Gesicht. „Na schön! Du kannst die Pullover zu Hause lassen. Wir packen stattdessen ein oder zwei Strickjäckchen ein. Die kannst du dann überziehen, wenn es frisch wird", gab sie nach. Na ja, es war noch immer unnütz, aber immerhin ein kleiner Sieg.
Am Ende lagen drei Bluejeans, fünf verschiedenfarbene und verschieden geschnittene Shirts, ein Cocktailkleid, ein Rock, drei Paar Schuhe und die ‚Strickjäckchen' in meiner Tasche, die nun fasst zu platzen drohte.
Egal! Was tat man nicht alles, um Alice glücklich zu machen?!
Wir verabschiedeten uns noch herzlich mit einer Umarmung und meine beste Freundin gab mir den Rat mir einen neuen Mann ‚anzulachen'. Aber wie sollte ich das tun? Ich konnte nur an Edwa… - nein, nicht an ihn denken! – denken. Das würde sich wohl auch in Jacksonville nicht ändern. Trotzdem versicherte ich ihr, dass ich mit Männern flirten würde, was ich eigentlich gar nicht konnte. Innerlich verdrehte ich die Augen.
Nachdem Alice gegangen war, ließ ich mich sofort ins Bett fallen und schlief ein…
Auch am Freitag war im Buchladen nicht viel los, aber dieses Mal hatte ich auch nicht anderes zu tun. Also glitten meine Gedanken immer wieder zu Edward – mist, jetzt hatte ich doch an ihn gedacht! – ab und ich fragte mich oft, was er wohl machte und ob er auch an mich dachte, was natürlich Blödsinn war. Ich seufzte wohl so häufig, dass Angela mich nach einer Weile darauf ansprach. Ich versicherte ihr jedoch, dass alles in Ordnung wäre und ich nur Angst vor dem Flug hätte, was aber nicht stimmte. Fliegen war für mich nun wirklich kein Problem.
Mit dem Truck fuhr ich direkt nach der Arbeit zum Flughafen und warte dort noch zwei Stunden ehe ich an Bord gehen konnte. Den Flug über schlief ich und wurde erst wenige Minuten vor der Landung unsanft von einer Flugbegleiterin geweckt, die mich anwies meinen Gurt wieder anzulegen.
Einige Zeit später war ich ausgestiegen, hatte mein Gepäck geholt und betrat die große Empfangshalle des Flughafens. Und obwohl es mitten in der Nacht war, waren hier viele Menschen versammelt und warteten auf ihre Flüge oder ihre Lieben, die sie begrüßen wollten. So auch meine Mutter und ihr Mann.
Lächelnd ging ich auf die beiden zu und blieb direkt vor ihnen stehen. Meine Mutter riss mich in eine stürmische Umarmung, weswegen mir meine Reisetasche von der Schulter glitt und zu Boden segelte. Zum Glück hatte ich nichts Zerbrechliches dabei.
„Bella, Liebling, es ist so schön dich zu sehen", rief sie überschwänglich.
„Hey, Mom. Ich freue mich auch", erwiderte ich leise. Als sie mich losgelassen hatte, umarmte ich auch Phil. Ich mochte ihn. Er war zwar vielleicht etwas zu jung für meine Mutter und nicht wirklich erfolgreich in seinem Beruf, aber er machte sie glücklich. Und ich war alles andere als ein Snob was so etwas anging. Früher hatte Phil selbst als Baseballspieler gearbeitet, aber da er nun heute dafür schon zu alt waren, trainierte er eine kleine ‚Minor League'- Mannschaft mit eher mäßigem Erfolg.
„Hallo, Phil", begrüßte ich auch ihn.
„Hey, Bella. Du kannst dich wohl einfach nicht dazu durchringen mich ‚Dad' zu nennen, was?", scherzte er, aber ich wusste, dass er es ernst meinte. Ich lachte.
„Ich nenne nicht mal meinen Dad ‚Dad'!", zwinkerte ich.
„Dann muss ich mich wohl damit abfinden", stimmte er nun in mein Gelächter mit ein. Als das geklärt war, beeilten wir uns zum Haus der beiden zu fahren, damit wir noch etwas Schlaf bekommen konnten. Glücklicherweise lag das Haus in der Nähe. Renée kam noch kurz mit ins Gästezimmer und gab mir noch einen Kuss auf die Stirn, bevor sie verschwand und ich mich bettfertig machte. Durch die Erschöpfung des anstrengenden Tages schlief ich sofort ein und wachte nicht einmal in der Nacht auf.
Am nächsten Morgen wurde ich durch ein Klopfen an meiner Tür geweckt. Unwillig stöhnte ich auf. Ich war noch so verdammt müde. Plötzlich öffnete sich die Tür und meine Mutter trat ein.
„Guten Morgen, Schatz. Bist du schon wach?", fragte sie mich leise.
„Ja, jetzt schon", gab ich etwas genervt zurück.
„Entschuldige. Ich wollte dich nicht wecken, aber ich habe uns für heute Mittag einen Friseurtermin gemacht, damit wir heute Abend auch vorzeigbar aussehen", erklärte sie. „In einer Stunde müssen wir los." Ich war etwas überrumpelt.
„Okay, dann mache ich mich jetzt besser mal fertig", sagte ich und stand auf. Renée verließ mein Zimmer und ich öffnete meine Reisetasche, um meine Badutensilien mit in eben dieses nehmen zu können. Unter der Dusche wusch ich mir die restliche Müdigkeit und Anstrengung vom gestrigen Tag ab und stieg hinterher hellwach in eine Jeans, ein dunkelgrünes Neckholdertop und ein schwarzes Bolero.
Anschließend ging ich runter und traf das glückliche Paar in der Küche an. Meine Mutter lehnte an der Küchenbar, die den Mittelpunkt des Raumes bildete. Phil hingegen saß am Esstisch und trank einen Kaffee. Die Küche war relativ klein, aber es reichte aus für zwei Personen. Die Fronten der Schränke waren mit dem Muster eines hellen Holzes bedruckt. Alles in allem nichts Besonderes.
„Willst du etwas frühstücken?", wollte meine Mutter wissen. Ich überlegte.
„Nein, ich nehme nur einen Kaffee", entschied ich. Meine Mom setzte sich in Bewegung und schenkte mir einen ein. Ich verdrehte die Augen.
„Mom, ich bin durchaus dazu in der Lage das selbst zu machen", erklärte ich ihr. Ich hasste es bemuttert zu werden.
„Nein, nein! Du bist unser Gast. Du musst gar nichts machen. Zum Mittag koche ich uns nachher etwas Schönes", informierte sie mich, als sie mir die Tasse reichte. Meine Alarmglocken schrillten. Renée konnte nicht kochen! Bis ich mit siebzehn zu meinem Vater gezogen war, hatte ich das Kochen für uns übernommen. Ihr hatte ich es zu verdanken, dass ich kochen konnte. Es war für unser Überleben notwenig gewesen, dass ich mit zwölf anfing täglich zu kochen.
„Ehm…Mom, das kann ich doch machen. Wirklich, das macht mir gar nichts aus", bestätigte ich ihr. Sie kniff leicht die Augen zusammen. Ich blickte zur Seite und nahm einen Schluck von meinem Kaffee.
„Bella, ich kann kochen, oder Phil?", wandte sie sich an ihren Mann.
„Sicher, Schatz. Du kochst großartig", erwiderte er leicht pikiert.
„Da siehst du's", sagte sie triumphierend. Dann drehte sie sich um, sodass sie mit dem Rücken zu Phil stand. Dieser schüttelte nun wild den Kopf und machte mit seiner Hand eine Geste, als würde er sich die Halsschlagader durchtrennen. Hatte ich es doch gewusst.
„Mom, bitte. Ich möchte kochen. Wenn ich arbeiten muss, komme ich nie dazu. Mir macht das Spaß", flehte ich. Sie beäugte mich kurz skeptisch, doch dann nahm ihr Gesicht einen warmen Ausdruck an.
„Also gut, wenn du es wirklich möchtest", gab sie nach.
„Danke", sagte ich lächelnd. Auch Phil grinste jetzt über das ganze Gesicht. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie es war jeden Tag Renées spezielle Gerichte zu sich zu nehmen. Er musste sie wirklich lieben.
„Komm schon, Bella. Wir müssen los", holte sie mich aus dem Gedanken. Und so verließen wir das Haus und ließen uns ‚ansehnlich' herrichten.
*#*
„Du siehst hinreißend aus", lobte mich meine Friseurin Lilly, nachdem sie mit mir fertig war. Ich blickte in den Spiegel vor mir. Meine langen braunen Haare waren nun hochgesteckt. Das Gesamtwerk aus Haaren erinnerte mich irgendwie an eine Blume.
„Danke, das haben Sie wirklich toll gemacht", gab ich das Kompliment zurück. Ich hatte schließlich nur hier gesessen und nichts getan, während sie mit meiner wilden Mähne gekämpft hatte.
Ich stand auf und sah zum anderen Ende des Raumes. Meine Mutter war schon fertig und unterhielt sich noch angeregt mit ihrer Friseurin. Langsam ging ich auf die beiden zu uns stellte mich neben meine Mutter.
„Ich bin jetzt auch fertig", wandte ich mich an sie.
„Großartig. Schatz, du siehst einfach toll aus", lächelte sie süffisant. Das Lächeln kannte ich. Sie hatte irgendetwas vor. Doch bevor ich danach fragen konnte, drehte sie sich um und bezahlte für unsere Frisuren. Normalerweise hätte ich darauf bestanden selbst zu bezahlen, aber Reneé hatte schon im Wagen verboten auch nur auf die Idee zu kommen und ich wollte keinen Streit vom Zaun brechen. Also blieb ich ruhig, was mir die Zeit gab darüber nachzudenken, was meine Mutter plante. Es musste ganz klar etwas mit ihrem Hochzeitstag zu tun haben. Wollte sie, dass ich auf der Feier sang? Oder sollte ich aus einer Torte springen und ‚Überraschung' rufen? Oder wollte sie, dass ich… Mir fielen nicht mehr viele Szenarien ein. Bei so etwas war ich sehr unkreativ. Aber vielleicht wurde ich auch paranoid. Vielleicht hatte das alles gar nichts mit mir zu tun oder ich hatte ihren Blick falsch gedeutet…
„Bella? Willst du hier bleiben oder kommst du mit nach Hause?", riss meine Mutter mich aus den Gedanken. Ich hatte nicht bemerkt, dass sie an mir vorbeigegangen war und nun in der Tür auf mich wartete.
„Entschuldige. Ich war gerade mit meinen Gedanken woanders", gab ich zu.
„Na, wie heißt er?", fragte sie grinsend. Aber hier hatte sie unrecht. Ausnahmsweise hatte ich nicht an ihn gedacht.
„Er heißt Reneé", sagte ich und versuchte dabei ernst zu bleiben. Meine Mutter schaute mich merkwürdig an. Ich begann schallend zu lachen. „Ich habe nur darüber nachgedacht, was du geplant hast."
„I- ich habe gar nichts geplant", versuchte sie mich zu überzeugen, doch ich nahm es ihr nicht ab. Ich warf ihr einen zweifelnden Blick zu und stampfte an ihr vorbei zum Auto. Die Fahrt war ruhig. Ich wollte ohnehin nicht reden. Ich hing meinen Gedanken nach. Das Thema war ‚er'. Ich war in ihn verliebt. Gut! Na ja, nicht gut. Aber nichts, was ich gerade ändern konnte. Aber was konnte ich tun? Ihm aus dem Weg gehen? Sicher keine schlechte Idee, doch er war der Bruder meiner besten Freundin und in der einen Woche unserer Bekanntschaft schien es kaum einen Tag gegeben zu haben, an dem wir uns nicht gesehen hatten. Also, was waren die Alternativen? Gott, mir fiel einfach nichts ein.
„Bella, wenn du nicht aufhörst so stark auf deine Lippe zu beißen, dann fängst du gleich noch an zu bluten", holte meine Mutter mich zurück in die Wirklichkeit. Überrascht stellte ich fest, wie weh meine Lippe bereits tat. Schnell ließ ich von meiner Unterlippe ab und führte meine Finger an eben diese. Als ich meine Hand fortnahm und sie betrachtete, waren meine Finger rot. Ich blutete also tatsächlich. Augenblicklich wurde mir schwarz vor Augen. Ich nahm nun auch den rostig salzigen Geruch war, der mich umgab. Und dann wurde alles Schwarz...
Ich stand im 'Bücherparadies' vor dem Regal mit den Klassikern. In meinem Rücken spürte ich einen Luftzug. Gerade als ich mich umdrehen wollte, fesselten mich zwei starke Arme und machten mich bewegungsunfähig. Jemand hauchte mir sanft in den Nacken und ich bekam sofort eine Gänsehaut, die mich tief in mir berührte. Zitternd schloss ich die Augen. Um mich herum wurde es plötzlich brennend heiß. Erschrocken öffnete ich die Augen und blickte in ein Paar mit Flammen flackernden Augen. Edwards Augen! Augenblicklich fühlte ich quälende Lust in mir aufwallen. Langsam ließ Edward seine heißen Lippen auf meinen Hals sinken und küsste meine Kehle. Mit seiner Zunge fuhr er von dort aus zu meinem Ohr und biss dann spielerisch in mein Ohrläppchen. Bei allem was er tat, bog ich mich ihm mehr entgegen. Mit jeder Berührung seiner Lippen auf meinem nun nackten Körper verging ich fast vor Verlangen. Edward packte grob meine Hüften, hob mich an und stieß mich gegen das Bücherregel. Auch er war nun nackt und drang ohne Verzögerung in mich ein. Er war dabei so brutal und kraftvoll, dass Bücher aus dem Regal fielen und um uns herum auf dem Boden landeten. Ich war schon kurz davor meinen Orgasmus zu erreichen. Die Lust war mittlerweile nur noch quälend…
Keuchend schlug ich die Augen auf. Dieser Traum war… erregend und schockierend zugleich. Jetzt träumte ich schon von Edw - nein, nicht an ihn denken! – und dann war es auch noch der erste erotische Traum, den ich je hatte. Aber das schlimmste war, dass ich wirklich vollkommen sexuell erregt war…
Aber Moment mal. Was war passiert. Das letzte, an das ich mich erinnern konnte, war, dass ich im Auto saß mit meiner Mom. Was war dann passiert?
Ich stand auf aus meiner - auf dem Bauch liegenden – Position und trat in das kleine angrenzende Bad. Mein Spiegelbild war zwar etwas blass, aber sonst auch nichts. Nun verstand ich auch, warum ich auf dem Bauch gelegen hatte. Sonst wäre meine Frisur im Eimer gewesen. Nun saß sie noch recht passable. Nicht mehr so gut, wie nach dem Friseurbesuch, aber trotzdem.
„Bella, wo bist du?", hörte ich meine Mutter besorgt fragen.
„Hier", rief ich zurück und wartete.
„Bella, da bist du ja! Wie geht es dir?", wollte meine Mutter wissen. Sie stand mittlerweile vor mir und schaute mich mitleidig an.
„Gut, denke ich… Mom, was ist passiert?"
Sie lachte. „Du und Blut. Muss ich noch mehr sagen?", fragte sie glucksend.
Ahh. Das erklärte einiges. Zu dumm, dass ich absolut kein Blut sehen konnte, ohne ohnmächtig zu werden.
„Ich denke, ich sollte mich jetzt fertig machen. Wie lange hab ich noch?", fragte ich ablenkend. Ich wollte nicht länger auf meine Schwäche eingehen. Das war mir zu peinlich, selbst vor meiner Mutter.
„In fünfzehn Minuten werden die ersten Gäste hier sein", klärte sie mich auf. Oh! Na ja, dann würde ich mich beeilen müssen. Und das tat ich dann auch. Renée ließ mich allein und ich legte etwas Puder auf, verschönerte meine Lippen mit Lipgloss und tuschte meine Wimpern. Dann verließ ich das Badezimmer und öffnete den Kleiderschrank, um mein Cocktailkleid herauszuholen. Es war aus dunkelblauem Satin, gab noch ein gutes Stück von meinen Schenkeln preis und hatte Spaghetti-Träger. Das Kleid war schlicht, aber eng anliegend. Dazu hatte Alice mir passende Schuhe geliehen, die ich nun anzog und das Gesamtkunstwerk dann im Spiegel betrachtete. Ich war zufrieden. Und gerade als ich die Tür öffnete und runter gehen wollte, klingelte es und der offizielle Teil des Tages begann.
Der Abend war sehr anstrengend. Ich schüttelte bestimmt tausend Menschen die Hand, hörte mir ein paar ‚Ach-dich-hab-ich-das-letzte-Mal-gesehen,-da-warst-du-noch-ein-Baby"-Komentare an und machte Smalltalk mit viel zu vielen Menschen. Zwischendurch musste ich Fotos über mich ergehen lassen. Die Bilder mit meiner Mom und Phil waren schon in Ordnung, aber ich brauchte nun wirklich keine Fotos mit Fremden.
Glücklich und erschöpft sank ich nachts in mein Bett und schlief ein.
Der nächste Tag verlief ruhig. Ich redete mit meiner Mutter, war aber oft abwesend, weil ich an ihn dachte. Das musste meine Mutter auch bemerken, sagte aber vorerst nichts. Gerade lag ich auf dem Bett mit meinem Buch in den Händen, als mein Handy klingelte. Es war Alice Nummer.
„Hey, Alice", begrüßte ich sie freudig. Ich vermisste sie irgendwie schon jetzt.
„Hi, Bella!", kam es von ihr zurück. „Wie war es gestern Abend?"
„Anstrengend. Ich erzähl dir alles, wenn ich zurück bin. Was läuft bei euch so?", lenkte ich das Thema auf sie.
„Ich bereite alles vor für die Charityveranstaltung und Edw-", begann sie zu erzählen, aber ich stoppte sie.
„Sprich es nicht aus!", bestimmte ich energisch.
„Ehm…Bella…mein Bruder steht gerade neben mir und hört zu", gab sie widerstrebend zu. Dödödödöööm, Zonk! Verdammt. Warum verschwieg sie mir das immer?! Ich musste mal ein ernstes Wörtchen mit ihr reden.
„Hi, Ed-", denk nicht an sein Engelsgesicht, „ward. Alice, ich muss Schluss machen. Ich… habe noch was vor. Also, wir sehen uns", sagte ich und legte auf, bevor einer von beiden etwas erwidern konnte. Ich hatte zwar nichts vor, aber alles war besser als die Peinlichkeit der Situation eben.
Bis Montag passierte sonst wenig und so fand ich mich schnell auf dem Flughafen und in einer innigen Umarmung mit meiner Mutter wieder.
„Wer auch immer er ist, das wird schon", raunte sie mir zu. Überrascht blickte ich sie an, doch sie grinste nur wissend. Was sollte ich sagen?! Sie war eben meine Mutter. „Du hattest übrigens recht. Eigentlich wollte ich dich Samstag mit einem von Phils Spielern verkuppeln, aber da du ja offensichtlich in Gedanken schon mit einem anderen Mann beschäftigt warst, habe ich die Idee aufgegeben."
„Danke", erwiderte ich lächelnd und checkte dann ein. Auf dem Flug schaute ich einen Film namens ‚Tristan und Isolde' und merkte schnell, das ich ihn nun zu meinen Lieblingsfilmen zählen musste. So ging der Flug schnell vorbei und nach einer ewigen Wartezeit bei der Gepäckausgabe, stand ich endlich meinem roten ‚Ungeheuer' gegenüber. Ich liebte ihn einfach. Ich brauchte drei Anlaufversuche ihn zu starten, aber er war ja auch nicht mehr der Jüngste.
Zu Hause schmiss ich meine Tasche auf das Sofa, als ich bemerkte, dass das Licht an meinem Anrufbeantworter blinkte. Ich hatte eine Nachricht. Also drückte ich auf die Taste, die das Gerät veranlassen würde die Nachricht wiederzugeben.
„Hey, Bella", hörte ich Alice' reuige Stimme. „Das mit Edward tut mir leid. Er wollte nicht, dass du weißt, dass er dabei ist." Warum auch. Er konnte mich nicht leiden und schämte sich für unsere ‚Ausrutscher'. „Aber ich werde es wiedergutmachen. Wir treffen uns Dienstag früh um zehn Uhr im Café." Oh, nein. Warum denn dort. Konnten wir nicht mal woanders hingehen? „Und, nein, wir können nicht woanders hingehen", antwortete mir die aufgenommene Stimme meiner besten Freundin. Was sollte ich sagen?! Sie kannte mich einfach zu gut. „Also, bis Dienstag."
Ich war baff. Ich wollte ihn nicht sehen. Als würde das einen Unterschied machen. Meine Gedanken kreisten nur um Edw- nein, nicht… Ach, was sollte das alles? Ich konnte es ja ohnehin nicht ändern, dass ich an Edward dachte – egal, ob ich dabei seinen Namen verwendete oder nicht – und außerdem würde ich morgen mit ihm reden müssen. Wenn das mal nicht schlimmer war, als an ihn zu denken…
Das Chapter war ziemlich kurz, aber da musste ich einen Cut machen. Wieso, seht ihr dann nächstes Mal. =D
Es wird jemand sterben und jemand neues kommt hinzu. Lasst euch überraschen… XD
LG
