Kapitel 6 – Discovered

Doo wachte warm eingelullt auf. Zuerst war er überrascht einen schlafenden Tom neben sich zu sehen, der einen friedlichen Ausdruck auf seinem Gesicht hatte. Dann erinnerte er sich an seinen Alptraum von letzter Nacht und vergrub mit einem Schaudern sein Gesicht in der Brust des älteren Mannes. ‚Ich bin ihm dankbar, dass er mich geweckt hat, aber er hätte wirklich nicht die ganze Nacht bleiben müssen. Nicht, dass es mich stören würde. Es ist eher richtig angenehm…' Doo seufzte sanft. ‚Du solltest dich nicht zu sehr daran gewöhnen, Tarrant. Es ist die Kopfschmerzen nicht wert.'

Der Vergessene öffnete seine Augen und verengte sie ziemlich schnell wieder, als er die Haut des anderen Mannes betrachtete. Tom schlief ohne Shirt und so waren alle Narben auf seiner Brust sichtbar. Die meisten sahen bösartig aus und einige waren schon leicht verblasst, als wären sie schon Jahrzehnte alt. Es gab eine wirklich gemeine, die direkt oben auf seiner linken Schulter begann und erst am Hosenrand verschwand, die die Aufmerksamkeit des grünäugigen Mannes einfing. Doo erkannte, dass sie aus dem Krieg sein musste und glitt gedankenlos mit einem Finger darüber, während er sich traurig auf die Unterlippe biss.

„Das kitzelt, weißt du", murmelte Tom und Doo zuckte erschrocken zusammen.

„Sorry! Ich wollte- ich meine…"

„Ich meckere dich nicht an, Doo." Der Dunkle Lord seufzte. „Es ist mir ehrlich gesagt egal." Er zog an einer Strähne von Doos weißen Haar. „Wie fühlst du dich heute Morgen?"

Doo erschauderte wieder. „Das ist das erste Mal, dass ich mich an einen Alptraum erinnere…"

Tom runzelte die Stirn. „Du hattest vorher schon welche?"

Grüne Augen trafen auf rote. „Ja. Zack hat mich in den ersten vier Jahren immer geweckt, weil ich geschrieen habe, aber ich konnte ihm nie sagen, was ich gesehen habe, noch konnte ich mich daran erinnern. Ich hatte seitdem keinen Alptraum mehr, wenn ich so darüber nachdenke…" Doo sah nachdenklich aus.

„Du bist ein starker Zauberer. Der Spruch könnte langsam verschwinden oder es könnte sein, dass es daran liegt, dass du an einem Ort wie Hogwarts bist, wo die Magie so konzentriert ist, dass du dich an Dinge besser erinnern kannst. Ich habe bemerkt, dass du mehr Erinnerungsblitze hast, wenn eine große Menge wilder Magie um dich herum ist", sagte Tom erklärend. „Hattest du irgendwelche Alpträume, als du im Krankenflügel lagst?"

Doo schüttelte den Kopf. „Vielleicht war mein Körper zu müde."

„Wahrscheinlich", stimmte Tom zu.

Doo seufzte und wechselte das Thema. „Du musstest nicht die ganze Nacht bei mir bleiben, weißt du."

Der Dunkle Lord warf ihm einen amüsierten Blick zu. „Ich fürchte, ich hatte nicht wirklich eine Wahl. Du hast einen Griff wie ein Schraubstock, Mr. Tarrant."

Doos Gesicht wurde knallrot. „Sorry…"

Tom zog wieder an einer Strähne des weißen Haares und lächelte. „Hab ich mich beschwert?" Doos Rot wurde noch dunkler. „Warum ziehen wir uns nicht beide an, damit wir ein bisschen Frühstück zu uns nehmen können und dich durchchecken lassen können? Wenn Dulcie sagt, dass es dir gut genug geht, dann nehme ich dich mit in deinen Laden und wir können gucken, wie alles so läuft, hm?"

„Klingt wie ein Plan", stimmte Doo zu und setzte sich auf. Tom lächelte und stand vom Bett auf, er steckte seinen Zauberstab in den Bund seiner Hose, bevor er rüber in sein Zimmer ging. „Tom?", sagte Doo kurz bevor der Dunkle Lord die Tür schloss.

„Hm?" Tom sah zurück zu seinem Freund.

„Danke."

„Dafür sind Freunde doch da", erwiderte der Dunkle Lord, bevor sich die Tür schloss.

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„Das sieht nicht gut aus…", murmelte Tom und nickte zu dem fremd wirkenden Auto, das vor dem Zitronenbrausebonbon parkte.

Doo verengte seine Augen. „Das ist Zacks Auto."

::Kann ich ihn beißen?::, fragte Inda von ihrer Position unter Doos Shirt, gebunden um seinen Oberkörper, mit ihrem Kopf auf seiner Schulter. Sie hatte beschlossen, eine Weile bei ihm zu bleiben und Tom hatte keinen Grund gesehen, ihr zu widersprechen.

::Nur wenn dieser kleine Scheißer versucht, irgendwas Seltsames zu tun::, erwiderte Tom.

Doo schnaubte. „Definier ‚seltsam', Tom."

„Wenn er versucht, dich zu verletzen", erwiderte der Dunkle Lord ernst.

„…Oh…" Doo biss sich auf die Unterlippe und konzentrierte sich darauf, Richtung Laden zu gehen.

„Zum letzten Mal, wo ist er, du kleiner Scheißer?" Die beiden Zauberer konnten Zacks Stimme vom Laden hören, obwohl noch zwei weitere Läden zwischen ihnen waren.

„Das werde ich dir bestimmt nicht sagen. Raus hier, Palmer", schoss Nicks Stimme scharf zurück.

Es ertönte ein Geräusch, dass sich anhörte, als würde Haut auf Haut aufeinander treffen und Doos Augen weiteten sich. „Nick…", zischte er, bevor er in den Laden stürmte. „Palmer, lass ihn sofort los", spie er die dunkle Gestalt vor dem Tresen an.

„Doo!", rief Nick, als Zack herumfuhr, seine braunen Augen trafen auf die gefährlich verengten seines Exfreundes.

„Na ja, na ja, wenn das nicht der kleiner Scheißer höchstpersönlich ist", sagte Zack grausam und trat bedrohlich einen Schritt näher an Doo heran.

::Bleib weg von Doo::, zischte Inda, hob ihren Kopf von Doos Schulter und weitete ihre Haube bedrohlich. Zack erstarrte mit weiten Augen.

„Uhm, Doo, Kumpel, da ist eine Kobra auf deiner Schulter", meinte Nick nervös.

„Sie gehört mir", sagte Tom ruhig, als er in den Laden trat. „Guten morgen, Ripley."

„Morgen, Marvolo. Gut zu sehen, dass du mal auf mich gehört hast", erwiderte Nick so ruhig er konnte, seine Augen lagen immer noch auf der wütenden Schlange auf der Schulter seines Freundes.

Tom trat vor und streichelte Indas Kopf ruhig. „Und du musst Zack Palmer sein. Eine Freude, endlich den Mann zu treffen, den ich schon die ganze Zeit fertig machen wollte."

::Iss ihn nur nicht. Er riecht schlecht::, knurrte Inda, als sie ihren Kopf wieder auf Doos Schulter legte. Sie behielt ihre Augen auf Zack. Tom gluckste, während Doo sich auf die Lippe biss, um sein Lächeln zu unterdrücken.

„Und wer glaubst du, dass du bist?", wollte Zack von dem Dunklen Lord wissen.

Tom zog eine Augenbraue hoch. „Wie unhöflich von mir. Ich bin Tom Marvolo."

Zack grinste. „Hast dir schon ein neues Spielzeug besorgt, Dooley?"

Doo schnaubte. „Du verwechselst mich mit dir selbst, Palmer. Ich gehe nicht aus und habe Sex mit der ersten hübschen Person, die ich sehe." Sein Blick brannte sich förmlich in seinen Ex. „Im Gegensatz zu anderen Leuten, die ich kenne."

„Für diesen Kommentar wirst du sterben!", rief Zack und sprang auf Doo zu.

Der Dunkle Lord bewegte sich mit übermenschlicher Geschwindigkeit und fing den Muggel mitten im Sprung. „Die einzige Person, die hier dem Tod nahe ist, bist du, Mr. Palmer. Jetzt werde ich dich raus setzten und du setzt dich in dein kleines Auto und fährst weg. Wenn ich dich vor dem Gerichtstermin nächste Woche noch mal sehe, dann werde ich dir deine Kehle durchschneiden", sagte er scharf, bevor er den verängstigten Mann aus dem Laden zog.

„Was ist er? Halbvampir?", flüsterte Nick, als Doo rüber zum Tresen kam und Inda dabei sanft streichelte.

::Teilweise Schlange::, antwortete die Schlange.

„Wirklich? Wie hat er das hingekriegt?", fragte Doo, missachtete seine eigenen Regeln und setzte sich auf den Tresen. Nick machte sich nicht mal die Mühe, ihn an die Regeln zu erinnern.

::Keine Ahnung. Ich kannte ihn damals noch nicht.::

„Oh…"

„Du kannst sie verstehen?", flüsterte Nick und lehnte sich leicht vor.

Doo lächelte. „Ja. Sie sagt, dass Tom teilweise Schlange ist, aber sie weiß nicht, wie er das geschafft hat."

„Wahnsinn…" Nick seufzte. „Wie heißt sie? Kann ich sie anfassen?"

Doo lachte. „Nick, das ist Inda. Inda, das ist mein Freund Nick Ripley."

::Er riecht gut. Ja, er darf mich streicheln::, beschloss Inda, nachdem sie ihre Zunge rausgestreckt hatte.

Doo gab die Nachricht weiter und die beiden Männer lachten, bevor sie sie sanft streichelten.

::Hast du Spaß, Kleines?::, fragte Tom von der Tür her und lächelte die drei am Tresen an.

Nick sprang bei dem Zischen des Dunklen Lords in die Luft. „Gütiger Gott, Marvolo! Tu das nie wieder!"

::Ahh… Komm schon, Tom, du hast es ruiniert::, beschwerte sich Inda.

Tom und Doo sahen sich an, bevor sie beide in schallendes Gelächter ausbrachen. Nick seufzte nur und streichelte wieder die glückliche Schlange.

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„Doo! Du bist okay!", rief Deva fröhlich, als sie und ein paar der Eltern aus der Nachbarschaft in den Laden traten.

Doo lächelte die bulgarische Hexe an. „Dulcie hat mich heute Morgen gehen lassen. Es war ein sehr langweiliger Tag."

„Kein Stress", sagte Tom, der hinter dem Tresen mit Nick stand und sich zeigen ließ, wie man die Kasse benutzte.

„Oh, ha, danke, dass du mich dran erinnerst", grummelte Doo.

Inda sah von ihrem Versteck unter Doos Shirt auf. ::Hallo, Deva.::

Deva blinzelte die Kobra ein paar Mal geschockt an, während alle anderen erstarrten. „Bei allen Göttern. Inda? Was machst du bei Doo?"

„Ich hab sie ihm irgendwie geliehen", antwortete Tom.

„Sie hat Zack zu Tode erschreckt." Doo kicherte.

„Palmer war hier?", wollte einer der älteren Männer der Stadt, Radolf Dalton, wissen.

Doo nickte langsam. „Ja. Er hat Nick gedroht, als Tom und ich hier ankamen. Tom hat ihn rausgeschmissen. Hat ihn zurück nach Glasgow geschickt."

„Was wollte er, Nicholas?", fragte Radolf den dunkeläugigen Mann hinter dem Tresen.

Nick seufzte. „Er hat nach Doo gefragt. Ich habe keine Ahnung, warum."

„Er wollte dir wahrscheinlich sagen, dass du nicht vor Gericht erscheinen brauchst", murmelte Tom nachdenklich. „Wenn er dich davon abhält, hat er gewonnen."

„Du denkst wirklich, dass er das tun würde, Tom?", fragte Doo mit geweiteten Augen, als die Anderen hinter ihm scharf die Luft einzogen.

„Das kann er versuchen, aber das wird nicht passieren", spie Nick aus.

„Nein, wird es nicht", stimmte Tom kalt zu. „Weil ich Doo nicht mehr aus meinen Augen lasse."

Doo fuhr auf seinem Stuhl herum und starrte seinen Freund geschockt an. ‚Oh, Gott… Ich hab keinen Platz, wo er schlafen kann…', erkannte er wie betäubt.

„Großartig. Das heißt, dass ich mir keine Sorgen mehr um Doo machen muss", sagte Nick strahlend, schlug dem Dunklen Lord auf den Rücken und grinste, als er als Antwort einen Todesblick erhielt.

„Bist du dir sicher, Nicholas?", fragte Gloria Ripley ihren Sohn.

Nick nickte. „Marvolo gehört vielleicht nicht zu uns, noch hat er den besten Charakter im Universum, aber du könntest keinen besseren Bodyguard haben. Zwischen Inda und Marvolo kann nichts an Doo rankommen."

„Hast du Todessehnsucht, Ripley?", knurrte Tom.

„Nein, aber es macht mir Spaß, dich auf die Palme zu bringen", erwiderte Nick.

Deva stöhnte auf, während Doo sich zwei Zitronenbrausebonbons schnappte und sie den beiden Männern zu warf. „Beruhigt euch, ihr beiden", befahl er.

Tom runzelte das Zitronenbrausebonbon an, dass ihn getroffen hatte, während Nick seines in den Mund steckte. „Warum wirfst du ausgerechnet diese?", jammerte der Dunkle Lord.

„Sie waren als nächstes an mir dran", erwiderte Doo achselzuckend, als die Zuschauer im Laden lachten.

„Morgen sitzt du auf der anderen Seite", beschloss Tom.

„Neben den Kaugummis?", fragte Nick und warf dem Dunklen Lord einen ungläubigen Blick zu. „Bist du wahnsinnig?"

„Ja", erwiderte Tom mit ernstem Gesicht. Nick blinzelte ihn ein paar Mal an, bevor er hilflos zu lachen begann.

Doo verdrehte seine Augen. „Gab es einen Grund, warum ihr alle hier seid?"

„Ja", sagte Radolf für alle. „Wir wollten dich wissen lassen, dass die Stadt hinter dir und nicht hinter Palmer steht. Brauchst du einen Anwalt?"

„Nein." Doo lächelte zu Tom und Nick, die sich gegenseitig Beleidigungen an den Kopf schmissen. „Toms arbeitet schon an der Sache."

„Ich sag Peter bescheid, dass er morgen vorbeikommen soll", meinte Tom und kehrte seine Aufmerksamkeit wieder dem ganzen Leuten zu, nachdem er Nick stumm gehext hatte.

„Zwei Uhr", beschloss Radolf und sah sich für die Zustimmung der anderen um.

„Ich stelle klar, dass er hier ist", versprach Tom.

„Sehr gut." Radolf nickte Doo zu. „Pass auf, Dooley."

„Du auch, Radolf", erwiderte Doo und beobachtet, wie die Prozession seinen Laden verließ.

Tom ging zu Doo, während Deva zu Nick ging, um zu gucken, ob er okay war und den Spruch von ihm nahm. „Bist ziemlich beliebt, nicht?", fragte der Dunkle Lord und zog sanft an Doos Pferdeschwanz.

„Die Stadt hält immer fest zusammen. Keiner war hier besonders begeistert von Zack. Vielleicht weil er ein großer Anwalt aus Glasgow war und die Leute hier diese Art nicht mögen." Doo seufzte und sah zu Tom auf. „Ich hab keinen Platz, wo du schlafen kannst."

„Wie groß ist dein Bett?", fragte Tom mit einem Hauch Belustigung in der Stimme.

„Hä? Ist ein Doppelbett. Warum?"

„Dann muss ich es mir halt mit dir teilen, hm?"

Doos Augen erröten blitzschnell. „Ich… ich denke ja."

Tom runzelte die Stirn. „Oder ich kann irgendwas in ein Bett verwandeln und da schlafen."

Der jüngere Mann seufzte, legte seinen Kopf gegen den Bauch des Älteren und schockte damit den Dunklen Lord. „Nein, du kannst in meinem Bett schlafen. Wahrscheinlich der beste Weg, um mich zu beschützen", murmelte Doo.

Tom legte seine Arme um Doos Schultern und drückte ihn sanft an sich. „Bist du müde?"

„Mm."

::Ich denke, er ist::, meinte Inda.

„Okay." Der Dunkle Lord lehnte sich vor und hob Doo sanft auf seine Arme, lächelte bei dem leicht genervten Ton, den der grünäugige Mann von sich gab. „Vielleicht war der Tag einfach ein bisschen zu anstrengend gewesen, hm?", fragte Tom einfach in den Raum.

„Bringst du ihn in sein Zimmer?", fragte Deva ruhig.

„Ja", erwiderte Tom. „Hast du Ripley von dem Fluch befreit?"

„Ja, ich bin befreit", knurrte Nick sanft. „Betrüger."

„Slytherin", korrigierte der Dunkle Lord, bevor er die Treppe hoch in Doos Wohnung und sein Schlafzimmer ging.

Doo hatte nicht gelogen, als er gesagt hatte, dass sein Schlafzimmer wie ein Schlachtfeld aussah. Überall waren Klamotten, Bücher und Papiere verteilt, inklusive einer Hose über dem Deckenventilator. Zwei rote Schränke, drei blaue Sessel, vier kleine hölzerne Tische, ein weißer Schreibtisch, ein schwarzer Schreibtischstuhl, ein kleines gelbes Bücherregal, vier Bodenlampen in verschiedenen Farben und ein Doppelbett mit grüner Bettwäsche füllten den Raum. Die Wände waren mit Bildern behangen und auf dem Schreibtisch standen Bilder von allen von Doos Freunden, inklusive eins von Tom, an dessen Entstehung sich der Dunkle Lord nicht erinnern konnte. In einer Ecke lag ein Haufen Stofftiere in allen Größen und eine kleine, weiße Stoffeule saß auf dem Bett und beobachtete den Eingang mit scharfen Augen. Ein Laptop lag geschlossen vor den Bildern auf dem Schreibtisch, daneben ein kleiner Behälter mit Papieren. Eine Schreibtischlampe füllte den restlichen Platz des Tisches aus.

Tom beschloss, die Unordnung für einen Moment zu ignorieren und trat zu dem Bett, um Doo sanft abzulegen. Er zog dem jüngeren Mann die Schuhe und Socken aus und schickte sie mit einem Zauber an ihre Plätze, bevor er ihn sanft zu deckte. ::Pass auf ihn auf, während ich hier mal aufräume::, zischte er Inda zu, die unter Doos Shirt hervor geglitten kam und sich auf Doos Kopfkissen zusammengerollt hatte.

::Natürlich, Tom::, erwiderte Inda.

Der Dunkle Lord nickte und zog seinen Zauberstab. Nachdem er einen Platz für sich selbst auf dem Boden freigeräumt hatte, in dem er den Kram an die Seite geschoben hatte, schloss er seine Augen und sprach einen mächtigen Saubermachzauber auf den ganzen Raum aus.

Doo, der nicht ganz geschlafen hatte, sah mit großen Augen zu, als der Raum sich selbst reinigte. Klamotten falteten sich zusammen und folgen in seinen Schrank oder warfen sich selbst zu seiner Dreckwäsche. Papiere ordneten sich auf den Tisch, als die Fotos sich so aufstellten, dass keines ein anderes verdeckte. Die Bücher richteten sich auf und die Bücher, die vorher nicht gepasst hatten, legten sich oben drauf oder fanden andere Plätze. Seine Stofftiere ordneten sich selbst auf eine Art und Weise, wie Doo sie niemals hätte präsentieren könnten. Seine Bilder richteten sich gerade, als ein Putztuch durch den Raum flog, um alles zu entstauben.

„Wow…", flüsterte Doo, als sich alles wieder beruhigt hatte.

Tom sah über die Schulter zu ihm. „Ich dachte, du wärst am schlafen."

„Nein, nicht wirklich…" Doo setzte sich auf und umarmte seine Stoffeule fest. „Das war Wahnsinn, Tom."

Der Dunkle Lord zuckte mit den Schultern. „Saubermachsprüche sind nicht eine Stärke, aber es ist immer eine gute Idee, sie alle zu können. Sie können verdammt nützlich sein."

„Warum hast du sie dann nicht in deinem Zimmer benutzt?", fragte der Vergessene neugierig.

Tom setzte sich mit einem schwachen Seufzen ans Bettende. „Zwei Gründe. Zum einen brauchte ich etwas Physisches…"

„Wie deinen Zehn an einem Bettpfosten zu treten?", unterbrach Doo ihn aufziehend.

„Es hat mich beruhigt, oder nicht?"

„Ehrlich gesagt, hat es dich ganz schön zum Fluchen gebracht. Warst du in deinem vorherigen Leben ein Seemann?"

Der Dunkle Lord grinste. „Wahrscheinlich nicht, aber ich hab für ein paar Jahre auf einem Schiff gearbeitet, als ich jünger war."

„Du warst ein Mitglied der Schiffscrew?"

„Ja. Ich brauchte das Geld." Tom nickte.

„Okay. Was war der andere Grund?"

„Hogwarts, wie ich sagte, ist sehr magiekonzentriert. Was ich hier gemacht habe, wäre wahrscheinlich nicht halb so effektiv gewesen, wie in der Schule, wegen dem Level der wilden Magie, die anwesend ist", erklärte Tom.

„Aber würde das nicht die Magie der Schüler stören?", fragte Doo besorgt.

„Hogwarts hält normalerweise die wilde Magie davon ab, sich in die Schulsachen einzumischen, aber es ist viel schwieriger zu kämpfen oder magische Streiche zu spielen, als irgendwo anders, denn die wilde Magie würde sich einmischen."

„Also ist Hogwarts lebendig und lässt nur Sachen zu, wo es denkt, dass sie passieren sollen", sagte Doo.

„Jap." Tom grinste. „Ich hab den Hauselfen verboten, in mein privates Schlafzimmer zu gehen, also kannst du sagen, dass sich die wilde Magie da frei verbreitet, weil Hogwarts sich beschwert, dass ich seinen Dienern keine Extraarbeit gebe."

Doo kicherte. „Aber du hättest etwas machen können, oder?"

„Natürlich." Tom nickte. „Mein Spruch hätte dort wie jeder andere Zauber von einer normalen Hexe oder einem Zauberer in ihrem eigenen Haus."

„Sogar wenn ihr Haus in, sagen wir, Hogsmeade ist?"

„Das ist die wunderbare Sache, wenn du ein eigenes Haus besitzt, es wird die wilde Magie, die es enthält, einsetzen, um dir zu helfen und nicht, um dich zu hindern." Tom lächelte.

„Cool…", sagte Doo, bevor er weit gähnte.

Der Dunkle Lord gluckste und stand auf. „Warum machst du dich nicht fürs Bett fertig, während ich Peter eben anflohe?"

„Okay…"

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Tom und Nick stritten sich im Wohnzimmer von Doos Wohnung, während Doo und Deva Mittagessen für fünf in der Küche machten. Wormtail würde jeden Moment ankommen und sie wollten in den zwei Stunden essen, bis das Treffen mit den Stadtleuten war. Tom hatte erwähnt, dass sie auch noch seinen Anwalt in alles einweihen mussten und, vielleicht, mit ihm argumentieren mussten, dass er einen Fall für einen Vergessenen übernimmt.

„Du kochst besser als ich, Doo. Das macht mich etwas eifersüchtig", zog Deva ihn auf, als Doo die Süßkartoffeln vom Herd nahm.

„So habe ich es geschafft, so lange zu überleben", erwiderte Doo und wischte sich mit dem Ärmel seines Shirts über die Braue.

„Setz dich für ein paar Minuten. Du warst den ganze Tag auf den Beine", befahl Deva und schubste den Vergessenen auf einen Stuhl, den sie vorher heraufbeschworen hatte.

Doo seufzte und tat, wie befohlen, und beobachtete, wie sie vorsichtig mit den Kohlrüben arbeitete. „Zwischen dir, Nick und Tom werde ich überhaupt keine Chance haben, mich zu stressen und das für mindestens einen Monat."

„Das kriegst du dafür, dass du dich versucht hast, umzubringe", erwiderte Deva ohne Reue. „Und du wirst sitze und es aushalte, oder ich zwinge dich, es auszuhalte."

„Aua. Ich sollte Tom sagen, dass du mich bedrohst. Es stresst mich so sehr", gab der grünäugige Mann zurück und blies eine einzelne Strähne seines weißen Haares aus dem Gesicht. Der Rest seiner Haare war fest zurückgezogen und mit einem schwarzen Kopftuch bedeckt, um es aus dem Essen zu halten.

Es gab einen Knall aus dem Wohnzimmer, dann hörten die beiden in der Küche Tom sagen: „Perfekter Auftritt, Peter. Wir hatten schon angefangen, uns zu langweilen."

„Oh, das hier kann für eine Weile köcheln." Deva stöhnte. „Lass uns rüber gehe und überprüfe, dass Tom den armen Peter nicht verhext, weil er von Nick angepisst ist."

Doo kicherte, stand aber auf und folgte der Hexe ins Wohnzimmer. „Oh, komm schon Tom. Wenn du jemanden verhexen willst, denke ich, dass du Nick verhexen solltest", meinte der Vergessene, als er den auf Wormtail gestreckten Zauberstab sah, der geschockt wirkte. Tom schnaubte auf und steckte seinen Zauberstab weg.

Der Rattenanimagus drehte sich zu seinem Retter, um ihm zu danken, erstarrte aber in der Bewegung, Mund und Augen vor Schock geweitet. „Merlin…"

„Was jetzt?", fuhr Tom seinen Anwalt an.

„Harry!", quietschte Wormtail.

Tom fuhr herum, um Doo anzusehen, der völlig verwirrt aussah, und seine eigenen Augen weiteten sich. „Fuck…", zischte er, bevor er sich schwer auf das Sofa fallen ließ.

„Was ist los?", wollte Nick wissen, sein dunkler Blick glitt zwischen den beiden Dunklen Zauberern hin und her. „Und warum nennst du Doo ‚Harry'?"

„Das ist nicht möglich!", rief Deva plötzlich hinter Doo. Doo fuhr herum, um sie anzusehen und seine Verwirrung verdoppelte sich, als er Tränen in ihren Augen sah. „Er sollte tot sein! Peter, du musst einen Fehler gemacht habe!"

„Würde mir jemand mal bitte erklären, was hier los ist!", rief Nick.

„Er-Er ist Harry Potter", sagte Wormtail endlich und deutete mit seinem Finger auf Doo.

Doo drehte sich langsam zu Tom, grüne Augen füllten sich mit Trauer, als er das Entsetzen in den roten Augen vor ihm sah. „…nein…", flüsterte er, bevor ihm schwarz vor Augen wurde.

TBC

A/N: Ich weiß, es hat wieder lange gedauert o.o Aber ich komm momentan einfach zu nichts – echt mal, es ist langsam nicht mehr schön. Außerdem hab ich vor, die kompletten FFs noch mal zu überarbeiten, um auch die letzten Rechtschreibfehler rauszufiltern – und das kann alles dauern! Na ja, solange könnt ihr euch am sechsten Kapitel von The Forgotton erfreuen!