HYA und ein wundervoll sonnig-warmes Hallo ihr Lieben!
Hach wie schön ist dieser Frühlingstag heute! Ich bin noch immer vom ganzen Vitamin D beseelt.
Von der Sonne nun direkt in ein düsteres Kapitel im winterlichen Forks irgendwo zwischen den Jahren.
Die Familie ist wieder vereint, Alice und Jasper zurückgekehrt, doch wird es reichen?

allerliebste Grüße
Tali

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7. Kapitel- Flames and Dust

ALICE

I see fire burning the trees
And I see fire hollowing souls
Desolation comes upon the sky
(Ed Sheeran, I see fire)

Ich sehe, wie das Feuer den Wald verbrennt
Und ich sehe, wie das Feuer unsere Seelen aushöhlt
Die Verzweiflung zieht auf

Die Bedrohung zieht auf, die Volturi marschieren ein.
Irina hat ihr Leben gelassen, damit Aro bekommt was er will, doch das wird jetzt ein Ende haben. Drei Wochen haben Jasper und ich die Nadel im Heuhaufen gesucht. Und wir haben sie gefunden, wenn Aro bereit ist zuzuhören.
Jasper ist nicht begeistert davon, dass ich Aro an meiner Vision teilhaben lasse, dass ich all meine Erinnerungen und Visionen mit ihm teilen werde. Aber es ist unsere einzige Chance. Ich würde es nicht tun, sähe ich eine andere Möglichkeit. Es gefällt mir auch nicht, einen seelischen Striptease – wie Jasper es nennt – vor Carlisles Freund hinzulegen. Aro ist mir zu… machthungrig und hinterhältig. Er ist ein Strippenzieher, der immer auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Renata beschützt zuerst ihn. Und dann die anderen. Doch ich habe keine andere Wahl. Nicht wenn ich abwenden will, was ich noch gesehen habe. Die wenigsten Dinge sind in Stein gemeißelt.

Ich habe Jasper vorgewarnt, dass sie ihn aufhalten werden, während ich bis zu Aro gehen kann. Dennoch wehrt er sich, zerrt am Griff der Wachen, will nicht, dass ich allein vor den König der Vampire trete. Jasper sagt, es gibt nur zwei starke Gefühle, die er je von Aro empfangen hätte. Missgunst und Gier. Wo keine Liebe ist, sei auch keine Hoffnung. Jasper sieht unser Unterfangen sehr kritisch, kann nicht denselben Optimismus aufbringen wie ich. Aber ich habe gesehen, dass alles gut enden kann. Was die Zukunft nach dieser Konfrontation bringt, ist noch unklar, ungewiss, doch wir werden es überstehen. Ich weiß es. Nicht so sicher, wie ich wusste, dass Jasper und ich uns finden würden. Auch nicht so sicher, wie unser Weg uns zu unserer Familie geführt hat. Aber ich weiß es. Ganz bestimmt.

Aros Blick ist entrückt, als er sieht, was ich gesehen habe. „So wird es sein, es sei denn, du entscheidest dich, einen anderen Weg einzuschlagen.", noch immer umklammert Aro meine Hand, starrt mir ins Gesicht. Er ist ein kluger Mann. Er wird nach seinen Vorteilen entscheiden. Er weiß, dass meine Visionen nur Möglichkeiten sind, doch sie haben fast alle denselben Ausgang.
Ich kann Edwards entsetztes „Nein" hören. Ziehe meine Hand überrumpelt zurück. „Es ist egal was ich dir zeige, nicht wahr? Du hast dich entschieden.", erschrocken. Aro lächelt nachsichtig.
Drehe mich zu Bella um. Sie hat meine Hinweise verstanden. „Jetzt", rufe ich ihr stumm zu. Es ist Renesmees einzige Chance. Ich warte eine Sekunde, bis Jacob mit ihr losgerannt ist, bevor ich mich wieder Aro zuwende.
Für alles Leid, dass er meiner Familie zugefügt hat, hole ich Schwung und verpasse ihm einen kräftigen Tritt, dass er weit in das Feld seiner Wachen hinein rutscht.
Alle Anwesenden schnappen nach Luft. Das wird er sich nicht gefallen lassen, doch ich hoffe auf genügend Chaos, genügend spontane Entscheidungen. In keiner meiner Visionen habe ich gesehen, dass ich das tun würde. Weil ich mich niemals dafür entschieden habe. Auch ich habe noch ein paar Asse im Ärmel, die ich Aro nicht preisgeben wollte. Nun treffe ich diese Entscheidung. Vielleicht verändert es alles zu unseren Gunsten.
„Bringt sie von hier weg!", brüllt Aro, als mich Wachen packen und in die entgegnen gesetzte Richtung von Jasper ziehen. Sehe Jasper an, der eine Wache abgeschüttelt hat.
Mein Soldat ist ein guter Kämpfer, mein Major ist jedoch nichts im Vergleich mit der Heimtücke der Volturigarde. Anders als jene ist Jasper ein aufrichtiger Kämpfer.

„LASS SIE GEHEN!", Carlisle setzt auf die Linie der Volturi zu. Nein, nein, nein! Er reißt zwei Gardemitglieder zu Boden, die ihn aufhalten wollen, bevor Aro nach vorn setzt. Die Bedrohung durch Carlisle ist ihm anscheinend zu gefährlich.
NEIN

Es wird wahr werden, was ich vorausgesehen habe. Der Kloß in meinem Hals ist wieder da, schwer und erstickend. Zerre und zappele, um mich loszureißen. Das Gefühl ist dasselbe wie in meiner Vision. Blicke Jasper an, der meine Emotionen auffängt. Nicht mal ihm habe ich alles erzählt, was ich gesehen habe und das ist schrecklich. Besorgt blicken wir auf Carlisle und Aro, die sich auf dem Feld annähern. Es ist der Wendepunkt in meinen Visionen. Es ist die Dunkelste unter ihnen, die sich nun bewahrheiten soll.

Garrett

And I see fire blood in the breeze
And I hope that you remember me
(Ed Sheeran, I see fire)

Und ich sehe das Feuer, das Blut
Und ich hoffe, dass du dich an mich erinnern wirst

Ich kann nicht glauben was ich sehe, als sich die beiden "Freunde" in der Luft begegnen. Carlisle, mein sanftmütiger Freund zieht los, um seine Tochter zu bewahren.
Einer meiner ältesten Freunde, in dem ein echter Richard Löwenherz schlummert. Mitgefühl. Siobhan scherzt, dass es seine Gabe sei, dass Mitgefühl die Zauberkraft unseres Engländers sei, weil ihn Menschen wie Vampire hereinlassen, sich seiner annehmen und er viele Privilegien genießen kann. Er habe mich dazu gebracht, nicht alle Rotjacken als Pack zu empfinden. Er habe Liam zumindest ein bisschen mit den britischen Eroberern versöhnt.

Doch mit Aros Reaktion rechnet niemand von uns. Beide Clanoberhäupter begegnen sich in der Luft, im Sprung. Die beiden Vampire gleiten aneinander vorbei, kommen wieder auf dem Boden auf. Doch Carlisles Landung ist seltsam, ohne die sonstige Grazie. Aros Pergament-Gesicht ist zu einem höhnischen Lächeln verzogen, als er seine Trophäe in die Höhe hält.

Esmes Schrei ist ein herzzerreißender Klagelaut. Das Entsetzen durchbricht unsere Anspannung. Aro, der König der Volturi hat seinen langjährigen Freund Carlisle, seinen ärgsten Konkurrenten, geköpft.
Ohne eine Miene zu verziehen richtet Caius die Flammen auf den Torso des Doktors.
Das ist zu viel.
Ich bin fassungslos. Das kann nicht geschehen sein. Fühle mich wie im Fieberwahn, verwundet auf dem Schlachtfeld vor so vielen Jahrzehnten.

Irgendwo hinter uns bricht Holz, ein Baum fällt um und reißt den Hang hinunter.
Betrachte eine Sekunde die Denalis, der Zirkel von dem ich nun ein Teil bin, meine Familie. Ergreife Kates Hand einen Moment, drücke sie kurz, die Elektrizität tanzt über unsere beiden Hände hinweg, wir sehen uns an. Bedeutungsschwanger. Ein kurzes Nicken und dann stürzt unsere Linie in den Kampf. Der Schreckmoment vorüber, unsere Fassungslosigkeit schlägt in Wut um. Die Volturi wollten keinen Frieden, dann werden sie nun mit der Schlacht leben müssen.

Der falsche König delegiert seine Wachen auf unsere vorrückende Front, als hinter uns die Wölfe losschlagen und schnell zu uns aufgeschlossen haben.
Sie knurren, fletschen die Lefzen. Sie haben wahrlich keine Angst vor ein paar Blutsaugern. Ihr jugendlicher Leichtsinn ist ihre größte Schwäche, aber ihr Mut wahrscheinlich ihre Stärke.
Das Rudel kennt nur den Rudelplural, fürchten sich die Alpha nicht, fürchtet das Rudel nicht.
Es wäre schade um so junge Leben, doch ich bin auch froh um ihren Beistand. Sie sind der Faktor, mit dem die Volturi nicht rechnen konnten. Nicht mal Alice sieht die Wölfe klar und deutlich, auch wenn sie angeblich besser geworden ist, nachdem Renesmee geboren wurde. So behauptet zumindest Edward.
Ob ich Alice je nach dem Wahrheitsgehalt fragen kann?

And I see fire, blood in the breeze

Alice

And should my people fall then,
Surely I'll do the same
(Ed Sheeran, I see fire)

Und sollte meine Familie fallen,
werde ich mit ihnen untergehen

Die Linien prallen aufeinander. Meine Familie kämpft, während ich noch immer versuche mich frei zu strampeln. Blicke mich besorgt nach Garrett um, ich habe eine Vision gehabt, in der zwei Wachen auf ihm niedergehen. Doch der Patriot ist ein guter Kämpfer. Die Wachen haben ihn unterschätzt, als er beide Leben beendet. Dumme Italiener, haben sie nicht verstanden, zu was der junge Amerikaner im Stande ist, als er Kate davor bewahrt hat, diesen Kampf viel früher loszutreten?
Mir schwirrt der Kopf, als die Visionsfetzen auf mich einprasseln. Sie verstärken die Ahnungen, die ich schon auf der Suche nach Beweisen hatte. Die Suche in Südamerika hat mir auch immer wieder schreckliche Bilder beschert, die ich nun nicht mehr abschütteln kann.

Jasper hat seine beiden Gardemitglieder… außer Gefecht gesetzt. Doch die Wachen kennen seinen Wert und wissen, dass der Major früher in den Südstaaten eine Größe gewesen ist. Sie kennen seinen Namen, weil er in ihren Vorbereitungen fällt, wenn ihnen die Geschichte und Verbote der Vampire näher gebracht werden. Sein Name fällt auch, weil sie glauben, dass sie seine Verbindung zu unserer Familie schneller kappen könnten, als die der anderen. Sein Name fällt, weil sie wissen, dass seine Empathie uns stabilisieren kann, ähnlich wie Chelsea. Sie wissen aber auch, dass er Aro nicht wertvoll genug ist, weil er eben eine so geartete Gabe schon besitzt, dass sie versuchen werden ihn frühzeitig aus dem Spiel zu nehmen.
Will Jaspers Namen schreien, als um uns herum ein Kampf tobt. Sie greifen ihn an. Für Jasper ist es wichtig, dass der Tracker verschwindet. Er bedroht unsere Familie schon zu lange, würde immer jeden von uns finden. Er ist eine Gefahr, die mein Major ausschalten wird. Zumindest hoffe ich das. Denn ich habe auch gesehen, wie… schließe die Augen, habe das grausame Bild vor Augen, schluchze.

Die kleine garstige Hexe, Jane, fixiert Jasper, erzeugt die Illusion von Schmerz. Unvorbereitet geht Jasper zu Boden.
Doch dann ist da Bella, die sich aufrappelt und Jasper abschirmt, als dieser mit Demetri kämpft. Mein Major springt auf und stößt Demetri von sich. Demetri kneift verbissen die Augen zusammen.

Ich schrecke auf, als ich Bellas überraschtes Ausrufen hören kann. „NEIN!", Alec hat sie zu Boden gerissen, Jasper sackt zusammen, als Janes Qualen ihn treffen. „JASPER!", rufe ich ohnmächtig, doch es hilft nichts.

Garrett

Oh should my people fall then
Surely I'll do the same
(Ed Sheeran, I see fire)

Oh, und sollte meine Familie untergehen,
werde ich mit ihnen fallen.

Wirbele herum, werfe den Volturi- Zeugen zu Boden, als ich den spitzen Aufschrei der weitsichtigen Cullentochter höre. Ich bin fast an ihr dran, der letzte Wille meines Freundes war es, seine Tochter in Sicherheit zu wissen. Ich kann zumindest versuchen, ihm diesen Gefallen zu tun.
Doch es ist nicht so leicht, die kämpferischen Schwestern rücken nur langsam vor. Und ich bringe es nicht über mich, sie allein zu lassen.

„JASPER!", hallt Alice klare Stimme über das Feld, als der Knochenbrecher, Felix, den Major hinterrücks packt und ihn enthauptet. Nein! Die kleine Alice reißt die goldenen Augen weit auf, als sie ihren Gefährten sterben sieht. Wut, Trauer und Zorn durchzucken ihre gesamte Erscheinung. Dann nimmt sie Schwung und zerlegt ihre beiden Bewacher, bevor sie sich nach dem kleinen Biest, Jane umsieht, um sie ihrer gerechten Bestrafung zu zuführen. Die Kraft, die die kleine Alice aufbringt, zeugt wieder einmal davon, was Verlust mit uns anstellt.
Jasper. Irgendjemand richtet die Flammen auf den jungen Major. Auch wenn wir zu unterschiedlichen Zeiten, auf unterschiedlichen Seiten, für unterschiedliche Dinge gekämpft haben, war er mir doch der liebste von Carlisles Söhnen. Vielleicht, weil wir beide Ähnliches gesehen haben, heute ähnliche Ansichten teilen. Teilten. So wie ich Gedanken der Weltanschauung mit Carlisle teile. Teilen konnte. Vampire sind ohne Fremdeinwirkung unsterblich. Ich habe mich noch nie damit auseinander gesetzt, dass mir jemand stirbt, der Meinesgleichen ist. Es ist ein Schock.

Die Schlacht ist in vollen Gange. Emmetts Knurren gleicht dem Brüllen eines wütenden Grizzlys, als er auf den Tracker losgeht. Er wird beenden, was sein Bruder begonnen hat. Aus den Augenwinkeln kann ich sehen, dass er es tatsächlich schafft, Demetri fällt dem Bärenhaften Cullen zum Opfer, ist schneller zerlegt, als er heute Morgen wohl vermutet hätte. Nehme auch wahr, wie der kleine graubraune Wolfe, Seth, zu Boden geht. Es ist ein endloses Durcheinander.

Entledige mich zweier Angreifer, auf der Suche nach meiner schönen Zänkischen, die eine Furie ist. Wie ein Racheengel streckt sie die Wachen und Zeugen nieder. Es ist deutlich, dass sie vorrücken, um Caius zu töten. Rache für Mutter und Schwester zu nehmen. Und für die Cousins, die bereits gefallen sind.

Sehe mich nach Isabella um, die sich tapfer schlägt. Das Training zeigt Wirkung. Entdecke das flammend rote Haar meiner Freundin Siobhan, die beinahe elegant einen Vampir enthauptet, mache meinen Kameraden ausfindig, doch bevor ich Eleazar entdecken kann, stürmen drei Vampire auf mich zu. Fairness scheint ihnen ein Fremdwort.

Alice

We've got to close to the flame
Wir sind den Flammen zu nah

Jasper! Jasper! Ich kann nicht fassen, dass diese Version der Zukunft wahr geworden ist. Der Schmerz zerreißt meine Brust. Ein Leben ohne ihn, ist wie ein Tag ohne Sonne, meine Sonne.

Garrett geht zu Boden, als zwei Wachen auf ihn losgehen und ein weiterer Zeuge scheint sich für die Garde empfehlen zu wollen. Sie ringen ihn zu Boden, doch der Patriot wehrt sich nach Kräften, schafft es immer wieder ihnen entgegen zu kommen, fast sie abzuschütteln. Er ist ein verbissener Gegner und ich bin sehr froh, dass er sonst ein sehr friedlicher Zeitgenosse ist. Täte mein Herz nicht so weh, würde ich es ergreifend finden, wie sich Kate immer wieder seines Zustands versichert. Immer wieder hält sie in Zweikämpfen inne, sieht sich nach ihrer Familie, nach ihm um.

Bella ist in Bedrängnis, versucht sich frei zu strampeln, doch der Würgegriff des Zeugen scheint zu fest zu sein. Wo verdammt ist Edward? Wo ist Emmett?
Benjamin blickt auf, Panik in den sonst so freundlichen Augen. Er hat sie im Blick, er war ein gelehriger Schüler, hat verinnerlicht, was sie geplant haben.
Garrett, der Bella am nächsten ist, ringt noch immer am Boden mit seinen Angreifern. Der Junge, der die Elemente beherrscht, holt aus und schlägt mit der geballten Faust auf den Schneebedeckten Boden.
Der Boden reißt zickzackartig auf, durch die Eruption und den plötzlichen Verlust von Boden unter den Füßen, fallen einige Kämpfende in die Tiefe. Bellas Angreifer straucheln, versuchen sich zu halten, doch sie stürzen schreiend in den Abgrund.
In einer Vision habe ich gesehen, wie tief die Schlucht ist. Unglaublich, was er alles kann. Ob er sich dem Ausmaß seiner Kraft bewusst ist?

Jane blickt mich überrascht an, als unsere Blicke sich quer über das Durcheinander begegnen. Sorge im Blick. Sie hat Vampire sterben sehen, die sie für unbesiegbar hielt. Sie flüchtet vor mir. Ob ich ihr sagen sollte, dass sie den Tod nicht durch meine Hand finden wird? Oh nein, ich werde dabei zusehen. Und werde ihr größtmögliche Verdammnis und Qual wünschen.
Erwische die miese kleine Hexe, zerre Jane quer über das Feld. Für das, was sie Jasper angetan hat, muss sie leiden. Sie wird für all die Qualen büßen, die sie über die Jahrhunderte bereitet hat.

Sie hat ihre kleinen garstigen Illusionen von Schmerz angewandt. Sie hat Seth mit auf dem Gewissen. Und einige der jüngeren Wölfe. Leah kann ihren kleinen Bruder nicht mehr rächen, dafür hat sie meine Mutter gerettet und ich hätte nie gedacht, dass ich das mal über die verschlossene und recht unhöflich daher kommende Gestaltwandlerin mal sagen würde, bin ich ihr unendlich dankbar. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es nur an Seth' Tod liegt, was sie getan hat. Sie hat selbstlos gehandelt. Sollte es jemals soweit kommen, schwöre ich mir, werde ich ihre Mutter ebenfalls mit meinem Leben beschützen. Ich verspreche es, Leah.

Sam taucht aus dem Wirrwarr auf, als hätte er meine Gedanken gehört. Der schwarze Wolf trabt langsam, aber tödlich auf mich zu. Den Kopf geneigt, die Zähne gefletscht. Knurrend. Jane winselt, wissend was auf sie zukommt. Es wird kein angenehmes Ende.
Der Alpha bleibt einen Meter vor mir stehen, spannt die Muskeln an, neigt sich zum Sprung, als ich ihm Jane vor die Tatzen stoße. Wäre ich nicht so in Rage, ich würde mich vor seinem Knurren fürchten, als er auf das Gardemitglied losgeht und sie zerfetzt. Gutes Hündchen.

Garrett

War rages on you'll be on my side through it all
Please don't pass me by
Can't you hear me calling your name, forgive those things I do,
When darkness comes you're like a burning light
(Alex Clare, war rages on)

Ich muss zugeben, ich bin ein bisschen stolz. Um Emmett, Peter, Liam und mich ist mehr Platz als um die anderen. Wir sind gut darin, die Volturi zu dezimieren.
Von den falschen Königen ist Caius der Hinterhältigste.
Reiße mich von meinem Zweikampf los, als Caius Tanya überfallen will. Dieses listige kleine Aas.
Weiche den Vampiren aus, die nach mir ausholen. Ich bin zu weit weg getrieben, verdammt.
Kates goldene Augen funkeln, wir sehen uns an. Caius wird Tanya nicht bekommen.
Erreiche den Blonden und stoße ihn direkt in die wartenden Arme des kleinen Feuerwerkskörpers. Kate lächelt wölfisch, als ihre Elektrizität den Oberen in die Knie zwingt. Ihre Funken sprühen.
Die beiden Schwestern sehen sich an, Verständnis, Vertrauen, das Gefühl von Familie im Blick. Sie sind für immer. Dann packt Tanya den rachsüchtigen Ältesten und zerreißt ihn langsam, während Kates Gabe ihn ruhig stellt. Sorge dafür, dass niemand diesen Akt der Vergeltung stört.

Kate sieht mich an. Sie sieht erleichtert aus. „Ich konnte dich nicht sehen.", flüstert sie. „Du darfst mich nicht verlassen."
Lächele sie an, nur eine halbe Sekunde, bevor wir uns wieder dem Kampf zuwenden. Die Könige werden fallen. Dies ist das Ende.

Carmen stöhnt weiter hinten auf dem Feld auf, wir wirbeln zu ihr herum, als sie in den Schnee fällt, ihren Schrei erstickt. Eleazar ist an ihrer Seite und geht mit einer Aggression auf Carmens Angreifer los, dass ich etwas geschockt bin. Von der Gewalt, die aus dem sanften Mann herausbricht und die Genauigkeit, die er an den Tag legt. Die Volturi haben tatsächlich ALLE Mitglieder gut trainiert.
Wir halten eine Sekunde den Atem an, wissen nicht genau, was mit Carmen passiert ist. Doch als ein Gardemitglied versucht, Eleazar von hinten zu erschlagen, springt dessen Gefährtin auf und reißt jenem den Kopf von den Schultern.

An anderer Stelle setzt Aro an, zielt darauf ab, nach dem Familienoberhaupt auch noch den Sohn zu töten. Doch Isabella und Edward sind ein gutes Team.

Suchend wandert mein Blick über das Feld. Die Wölfe und wir sind ein ebenso gutes Team. Unsere Gegner mussten Verluste hinnehmen. Doch leider, ist Blut auf beiden Seiten geflossen.
Carlisle, Jasper, Leah, Seth, Charlotte. Die schöne Rosalie. Irina. Noch mehr junge Wölfe.
Wir mögen vielleicht Freiheit gewinnen, doch wir haben bereits eine Menge verloren.
Maggie geht zu Boden, Vampire stürzen auf das zierliche Mädchen. Ich bin sehr erleichtert, dass sie solange durchgehalten hat. Wenn auch überrascht, kenne ich doch Liams Verweigerungshaltung dazu, dem Mädchen Kampftechniken beizubringen.
Siobhan wirbelt zu ihrem Zirkelmitglied, ihrer Tochter, herum, doch sie ist umzingelt und zu weit von ihr entfernt.
Liam macht kurzen Prozess mit seinem Gegner und eilt dem Mädchen zu Hilfe. Sie können es nennen, wie sie wollen, doch sie ist das Äquivalent einer Tochter. Er würde sein Leben für sie geben.

Es geht eine Welle des letzten Aufbäumens von uns aus. Die Stimmung kippt, wird nicht nur verbissener – nach unseren Verlusten wollen wir diese Schlacht gewinnen. Wir werden nicht untergehen! Wir werden diese falschen, süßholzraspelnden, kleinen… Wir werden sie zu Fall bringen. Caius ist längst Geschichte, auch Aro wird den Kampf verlieren. Edward wird seinen Vater und seine Geschwister rächen. Niemand hat den Tod so sehr verdient wie Aro. Und Caius. Sobald Aro, ihr König tot ist, werden die anderen umfallen wie die Fliegen oder flüchten. Sie sind dumme kleine Schafe, die keine eigene Meinung haben.

Ein hoher, schmerzverzerrter Klagelaut zieht meine Aufmerksamkeit auf sich. Nein, nein, nein!
NEIN!
Mache einen Satz in Liams Richtung, doch ich bin genauso zu spät, wie Siobhan.
Ein Zeuge greift Liam von hinten an, während er noch mit Maggies Angreifern kämpft, Maggie springt auf, um ihm zu helfen, wird jedoch von einem Wolf getroffen, der durch die Luft geschleudert wird und mit ihr über den Boden schlittert.
Die Wachen zerreißen meinen Kameraden, dessen Torso vorn überfällt. Die Vampire lassen seine Arme fallen, als sie seinen Körper den Flammen zu führen.

Ich habe Siobhans Geschichte gehört. Ihre schlichte Version, und die Version, wie es wirklich gewesen sein soll. Sie hat ihren Erschaffer und seinen Harem vernichtet. Sie ist eine besonders starke Vampirfrau. Ihr Gesicht ist von Trauer verzerrt, doch der Verlust entfesselt die rohen Kräfte, die in meiner Freundin verborgen sind.
Die Gardemitglieder und Zeugen, die ihr in die Quere kommen, stehen keine Sekunde.
Maggie und der Wolf haben sich aufgerafft, doch Maggie sackt auf den Boden zurück. Der Wolf muss die übrig gebliebenen Wachen abwehren.

Ich fühle ein Stechen in der Brust, habe einen Bruder im Geiste verloren. Ich bin zutiefst erschüttert. Ist er doch derjenige, dessen Ende ich am wenigsten erwartet hätte.
Vielleicht, weil ich mich darauf verlassen habe, dass Siobhan eine Gabe hat und selbst wenn diese nicht stark genug sein sollte uns allen zu helfen, dann habe ich doch angenommen, dass es ihren Zirkel schützen wird. Das Stechen nimmt mir den Atem und ich bin froh, dass dieser nicht überlebenswichtig ist.

Marcus erwartet die beiden Rumänen, die ihn durchreißen, wie ein Blatt Papier.
Aro setzt sich noch mehr zur Wehr, doch schlussendlich fällt er Edward und Isabella zum Opfer. Die Flammen steigen in den Himmel empor.

Am Ende dieser Schlacht stehen wir als die Gewinner gegen die Unterdrückung. Übrige Gardemitglieder, keiner des Inneren, festen Kreises ist noch da, fliehen, ebenso wie die Zeugen.
Am Ende dieser Schlacht, gibt es keine Gewinner. Die falschen Könige sind tot. Doch auch wir haben Verlust erfahren. Mehr als wir eingeplant haben. Mehr, als ich mir je ausgemalt hätte.

Trauernde Gefährten sind sich ähnlich. Esme und Alice fallen sich in die Arme, Mutter und Tochter wiedervereint. Sie haben beide die Männer verloren, denen sie ihr Selbst verschrieben haben.
Emmett betrachtet Mutter und Schwester, hat die Augen weit aufgerissen. Er erinnert mich tatsächlich an einen Jungen, sein Blick ist unsicher, voll von Verlust.
Der Soldat Peter steht erstarrt auf dem Feld, betrachtet, was einmal seine zierliche Charlotte gewesen ist.
Doch das Schluchzen, das meine Aufmerksamkeit hat, ist Siobhans. Maggie und sie knien im Schnee, Siobhans Finger umklammern Liams Lederarmband, was ihm anscheinend während des Kampfs entrissen wurde, wie Klauen, als sie vornübergebeugt einmal hoch und herzergreifend schluchzt und dann ganz still ist. Maggie sieht aus, als würde sie weinen, zusammen gekrümmt über den Resten. Sie hat mir einmal gesagt, dass Liam der erste Mann war, der sie jemals wirklich beschützt hat. Und egal wie es mit ihnen begonnen hat, war er, wo Vater und Großvater unzureichend gewesen sind, der erste Mann, der nach ihrem Auskommen Ausschau gehalten hat. Sie hat ihn geliebt – liebt ihn - wie einen Bruder. Vielleicht sogar wie einen Vater.

Die Rumänen stehen zwischen den Iren und Pete. Das siegessichere Lächeln, die Befriedigung über das Ende der Volturi ist aus ihren Gesichtern gewichen. Sie wissen, wie es ist, einen Gefährten zu verlieren. Haben sie doch auch vor Jahrhunderten ihre Lieben im Kampf gegen die Volturi verloren. Doch sie hatten einen Feind, den sie dafür verteufeln konnten. Siobhan, Esme, Pete, Emmett und Alice haben diese Möglichkeit nun nicht mehr. Niemand von uns hat das.

War rages on, I am still by your side
Light is still down as the dark is all night
(Alex Clare, war rages on)

Spüre Kate an meine Seite treten. Berühre Tanya am Arm, als sie an uns vorüber geht. Sie hat nicht nur eine Schwester verloren, sondern auch Familie. Sie lächelt müde.
Blicke mich nach Eleazar und Carmen um. Sie sind beide noch da. Atme erleichtert auf. Doch als der Wind in Carmens Haar fährt, kann ich sehen, was passiert ist.
Ein Teil ihres hübschen Gesichts und ihres Arms ist verbrannt. Anscheinend haben sie die Zeugen oder Gardemitglieder bei Voranschreiten der Verluste nicht mehr an ehrliche Handkämpfe gehalten, sondern Caius' Flammenwerfer zu Hilfe genommen.
Doch sie scheint soweit wohl auf, am Leben zu sein. Das beruhigt mich. Auch wenn ihr Anblick mir noch einmal deutlich macht, was wir verloren haben.

Die Aufbruchsstimmung lässt alle unruhig werden. Die Cullens halten es kaum hier aus.
Kate blickt mich ängstlich an, als ich mich aus ihrer Umarmung löse.
Sie hat überlebt. Wir haben überlebt. Ich werde mein Versprechen einlösen können. Noch nie hat mir etwas, das mir so viel Freude bereitet, auch so wehgetan.
„Siobhan", flüstere ich auf ihren fragenden Blick. Ich möchte meine irische Freundin von hier wegbringen. Ich hoffe, dass sie nicht auf mich losgehen wird. Sie war beeindruckend aber nicht minder beängstigend.

Kate

Die Schlacht ist vorüber.
Irina ist tot. Betrachte Esme und Alice, ihre Gesichter wirken eingefallen, Edward stützt seine Mutter, während Alice ihre Hand nach Emmett ausstreckt, der an ihre Seite tritt, es aber nicht schafft, sie in den Arm zunehmen.

Meine Familie ist im Vergleich dazu fast intakt. Carmen hat den hinterhältigen Angriff mit Feuer überlebt. Ihr außerordentlich schönes Gesicht ist beeinträchtigt, aber ich sehe sie mit meinen Augen noch immer als diese schöne und sanftmütige Vampirfrau, deren Mut uns immer bestärkt. Deren Optimismus mir Kraft gibt.

Garrett löst sich von mir, versucht meinen Klammergriff zu lösen. „Siobhan", raunt er, deutet mit dem Kopf in ihre Richtung.
Für mich war Siobhan eine kämpferische Erscheinung, eine Amazone fast. Nun ist nur die trauernde Witwe übrig. Ich mag es mir gar nicht vorstellen, wie es ist, seinen Geliebten nach so vielen Dekaden zu verlieren. Ich würde es nicht ertragen, Garrett zu verlieren. Und das ist das Schreckliche an unseren Verlusten. Mein erster Gedanke galt nicht unseren Gefallenen oder Verletzten, sondern dem zotteligen Nomaden, und wie froh ich darüber bin, dass er überlebt hat.
Will protestieren, Vladimir und Stefan stehen schon dicht bei meiner neuen Freundin, doch Carmen legt mir ihre verbrannte Hand auf den Unterarm.
„Liam war sein Kamerad. Er hat ihn verloren. Gib ihm Zeit."
Blicke meinem Patrioten nach. Der Schmerz zeichnet sein hübsches Gesicht, als er sich zu Siobhan hinunter beugt und ihr die Hände auf die Schultern legt. Sie sieht ihn nicht einmal an.
Maggie blickt unter wirren Locken zu ihm auf, und als Garrett hinter Siobhan in den Schnee sinkt, lässt diese sich von ihm in den Arm nehmen.
Die beiden Frauen des irischen Zirkels sehen sich an, ihre Gesichter spiegeln das Leid der anderen und machen es somit sicherlich noch schlimmer.

Ich kann nicht glauben, dass Carlisle tot sein soll. Oder Jasper. Rosalie! Von allen gerade meine kratzbürstige Lieblingscousine, die, wäre sie nicht so schrecklich prüde, eine herrliche Sukkubus abgegeben hätte.

Alice
Eleazar versteht nicht, wo ihr Plan falsch gelaufen ist. Sie hatten doch alles geplant! Sie sind davon ausgegangen, dass die Volturi, sobald sie innerhalten und zuhören, auch verstehen und ablassen würden. Und für den Notfall hat er auf die Gaben der anderen vertraut. Er glaubt, dass Siobhan die Gabe besitzt, Dinge nach ihren Willen zu beeinflussen. Sie glaubt nicht daran. Er sieht diese Gabe, doch sie hat nichts genützt.

Ich habe damit gerechnet, dass sich unsere Versammlung zerstreuen würde, der Verlust sitzt tief in unseren Knochen. Ich hoffe, dass meine Zeugen entkommen sind. Sie haben die Flucht ergriffen, so wie es besprochen war, als der Kampf ausbrach. Irgendwann muss ich die Kraft aufbringen, nach ihnen zu sehen. Kachiri wird sie sicher in den Regenwald zurück bringen und ist dann bald wieder mit ihren Schwestern vereint.

Die Denalis sind noch hier, weil sie um Carlisle, Jasper, Rosalie UND Irina trauern. Sie wollen uns mit unserem Schmerz nicht allein lassen. Eleazar ist fassungslos über den Hergang.
Edward versorgt Carmens Wunden, doch die Brandnarben werden nicht gänzlich vergehen. Feuer ist das einzige, was uns dauerhaft schädigen kann.

Emmett und Peter sitzen auf den Verandastufen und starren geradeaus. Sie haben beide nicht nur ihre Mates verloren, sondern auch einen Bruder.
Die Trauer erdrückt dieses Haus, das nicht dafür gemacht ist, ein solches Gefühl zu empfinden.

„Er wird mit euch kommen.", sagt Edward an Kate gewandt. „Gib ihm nur noch etwas Zeit."
Garrett. Der wissbegierige Nomade scheint überfordert mit den Verlusten zu sein. Carlisles Tod trifft ihn schmerzlich, Jaspers Ableben hängt über ihm – das haben wir gemeinsam, doch er hat auch einen Bruder verloren. Und nun muss er dabei zu sehen, wie eine seiner ältesten Freundinnen damit hadert, mit dem Vergehen ihres Gefährten nicht umzugehen weiß. So wie ich es selbst immer gedacht habe, hat auch Siobhan geglaubt sie wären ewig.

Der irische Zirkel sei ausgelöscht, hatte das irische Zirkeloberhaupt verlautbart, als sie und Garrett am Fluss standen und in die Ferne sahen. Ich kann nicht glauben, dass die beiden Frauen tatsächlich nicht nach Irland zurückgehen werden. Doch sie beide seien nicht in der Lage ein Haus zu betreten, ein Land, das so viele Erinnerungen hält. Wenn sie ihrer Entscheidung treu bleiben, werden sie eine Weile mit den Rumänen reisen.

Pete ist sich nicht sicher, wie es mit ihm weitergeht. Unsere Einladung steht, er kann bleiben, wenn er möchte, in unserer Familie. In Forks hält uns nur noch Charlie und von dem werden wir Abschied nehmen oder Bella und Edward noch eine Weile hier lassen. Sobald Renesmee zurück ist, wird sie verstehen, dass sie diesem Großvater Lebewohl sagen muss.
Doch ich weiß, dass Pete es nicht erträgt mich anzusehen, weil er an Jasper und Charlotte denken muss.

Mom funktioniert, hat sich bei Billy erkundigt, wie es dem verbliebenen Rudel geht, ob ärztliche Hilfe benötigt wird. Als ihr Neugeborenes gestorben ist, wollte sie sich in den Tod stürzen. Dass sie noch steht, liegt an uns, an ihrem Bedürfnis, unseren Schmerz zu lindern. Weil Dad es so getan hätte. Es ist unvorstellbar, dass Carlisle nicht mehr da ist. Ich habe immer noch das Gefühl, dass er gleich durch die Tür kommt, den Kopf etwas neigt und uns anblickt. Mich tadelnd ansieht und behauptet, ich sei genauso theatralisch wie Rosalie.

Die Amazonen verabschieden sich, bieten den irischen Frauen an, den Regenwald mit ihnen zu erkunden und sind verschwunden.

Garrett wird mit Tanyas Zirkel nach Denali gehen. Sie haben einen langen Weg vor sich. Einen steinigen Pfad, der nicht seichter durch den Ausgang unserer Konfrontation geworden ist.
Kate muss die gleiche Geduld und dasselbe Verständnis für ihren Soldaten aufbringen, das er ihr entgegen bringen wird. Es wird nicht leicht für sie. Für niemanden von uns wird es leicht.
Marcus ist an diesem Schmerz fast zerbrochen, Vladimir und Stefan haben ihren Groll nie vergessen. Es werde nie leichter, aber man könne lernen, mit dem nagenden Gefühl zu leben und sich und seine Befindlichkeiten darum herum arrangieren.

Freiheit von der Unterdrückung.
Edward blickt mich an. Meine Visionen dazu sind noch undeutlich. Die Vampirgemeinde steht einer großen Veränderung gegenüber. Wir sind ohne Führungsriege. Nun ist die Frage, wer diese Lücke ausfüllt, oder ob wir tatsächlich bereit sind, ohne eine solche Instanz zu leben.
Ich habe damit gerechnet, dass die Rumänen sofort in die Lücke springen, doch sie scheinen daran kein Interesse zu haben.
Würde Carlisle noch leben, vielleicht würden er und Eleazar nach Italien aufbrechen, um die großen, gefestigten Zirkel zu versammeln und zu erörtern, wie nun weiterzuleben ist, doch Carlisle ist nicht mehr da. Es fühlt sich an, als würden wir uns auflösen.

Wenn jemand die Lücke füllt, wer wird es sein? Wird es besser oder schlechter werden?
Benjamin und Tia haben eine Ahnung, glauben, dass Amun es versuchen könnte. Oder ein anderer Zirkel aus Ägypten.

Edward hat sich diese Gedanken auch schon gemacht. Er ist eben auch ein Vater. Wird sein Kind je sicher sein?

Unser Leben ist nicht einfacher geworden, es wird nie wieder so sein, wie es einmal war.
Vielleicht haben wir dies begonnen, haben dabei zugesehen, wie unsere Gemeinde in eine ungewisse Zukunft schifft. Wir haben nichts mehr. Nichts wird je wieder normal sein. Wir werden nie wieder normal sein.

Do you understand that we will never be the same again?
The future's in our hands and we will never be the same again
These are the things, the things we lost
The things we lost in the fire
Flames, they licked the walls
Tenderly they turned to dust all that I adore
(Bastille, Things we lost)