, Montag
Ich wurde unsanft gerüttelt. „Wach auf! Verdammt Maddie!" Plötzlich spürte ich, wie mir jemand eine Ohrfeige gab. Geschockt öffnete ich meine Augen, doch schlug sie sofort wieder zu, das Licht blendete zu stark. „Endlich." grummelte die Person von eben. Erschöpft fuhr meine Hand an meine Stirn. Mein Kopf tat so weh. Erneut schlug ich meine Augen auf und sah wer vor mir stand. Es war Delia, die mich mitleidig ansah. Ich verdrehte genervt meine Augen und versuchte mich aufzurichten. „Komm ich helf dir." flüsterte sie und streckte ihre Hand nach mir aus, doch ich schlug sie weg. „Lass mich einfach..." „So geht das nicht weiter." Sie sah mich verletzt an. „Hat doch eh keinen Sinn mehr." „Gut, wenn du meinst." Und mit diesen Worten verschwand sie.
Ich sah mich um und suchte mir meine Klamotten zusammen. Gestern fand hier die große After-Halloween Party statt und wie immer landete ich bei irgendeinem Typen im Bett. Ich wusste nicht mehr wer es war, warum auch? War doch scheiß egal. Die ganze letzte Woche war ein reinster Halloween Marathon. Jeder verkleidete sich, versuchte sich von Tag zu Tag zu steigern und auch die Partys wurden von Tag zu Tag heftiger. Wurde am ersten Tag noch mit Bier angefangen, so endete es mit edelsten Muggelwodka, Feuerwhiskey und etlichen anderen harten Zeug.
Von meinem Kater brauchte ich gar nicht anzufangen. Schrecklich, diese Auswirkungen von ein wenig Spaß. Seufzend nahm ich zwei Kopfschmerztabletten.
„Scheiße Boutier, wie krank siehst du denn aus?" „Halts Maul Evans." grummelte ich und lief an ihr vorbei zu meinem Bett. Ich stopfte meine Sachen unter mein Bett und legte mich darauf. Die Vorhänge zog ich zu und versuchte einzuschlafen.
„Boutier es gibt Essen." Mein Mund verzog sich wütend. „Du hast mich geweckt Evas." zischte ich. „Ja, wie gesagt es gibt jetzt Abendessen. Du hast fast 7 Stunden geschlafen. Erschrocken öffnete ich meine Augen. Sieben Stunden? So lange? „Äh..ich...ich hab kein Hunger Evans." stotterte ich. Sie antwortete nicht und ging stattdessen mit Cassandra und Alice raus. Erleichtert, dass sie weg waren, stand ich auf und ging ins Badezimmer. Ich schnappte mir eine Bürste und fuhr damit mehrmals durch mein Haar. Es war total struppig und kaputt. Hundert Mal das Haar kämmen, dann ist es weich. Hundert Mal das Haar kämmen, dann ist es weich. Hundert Mal das Haar kämmen, dann ist es weich. Hundert Mal das Haar kämmen, dann ist es weich. Ich nahm mir eins meiner Abschminktücher und fuhr damit mehrmals über mein Gesicht. Ich sah schrecklich aus. Unter meinen Augen zeichnete sich die verschmierte Wimperntusche von gestern Nacht ab. Evans hatte Recht, ich sah krank aus. Einfach nur krank. Ich putzte mir gründlich die Zähne, nahm eine Tablette und schminkte mich danach gründlich, natürlich nicht übertrieben. Sobald ich zufrieden mit mir war, lief ich wieder zurück ins Zimmer zum Kleiderschrank. Ich griff nach einem weißen Pailletten Top und einer schwarzen, engen Hose. Dazu zog ich noch schwarze Pumps an.
„Hey Maddie!" Eine Hand fuhr an meiner Hüfte entlang und schon ging der Junge wieder weiter. „Trevor." grüßte ich mit einem anzüglichen Lächeln. Er grinste mich kurz an und drehte sich wieder um. Die Große Halle war fast randvoll gefüllt, doch ich lief an ihr vorbei, da ich noch in die Bibliothek musste. Egal wie viel ich feierte, ich versuchte immer noch genug an die Schule zu denken, was mir gründlich schwer fiel. Nachdem ich meine Bücher gefunden hatte, setzte ich mich an einen Tisch und fing an.
„Entschuldigung?" Genervt sah ich den kleinen Jungen an, der vor mir stand. „Ja?" fragte ich mit gekünsteltem Lächeln. „Ich wollte... vielleicht..ehm, kann ich deine Hausaufgaben machen?" „Was?" ich lachte. Der Bursche sah mich schüchtern an. „Naja, du bist beliebt und ich dachte wenn ich dir vielleicht einen Gefallen mache, dann..?" „Was dann?" Meine Augenbrauen zogen sich hoch. „Naja... wenn die aus meinem Jahrgang mich mit dir sehen, dann denken sie ich bin cooler..." „Okay..." „Ehrlich?!" freudig sah er mich an. „Ehm..naja du bist wie alt?" „Vierzehn!" „Du hast doch noch gar nicht den Stoff von der siebten Klasse." „Naja, ich habe übersprungen, bin jetzt in der Fünften und außerdem der Schlauste aus meinem Jahrgang, also könnte ich's doch mal versuchen." „Was muss ich dafür machen?" „Einfach mir deine Sachen vor den anderen geben. Muss ja nicht jeder wissen, dass das deine Hausaufgaben sind. Sie sollen mich nur mit dir sehen." „Mehr nicht?" misstrauisch starrte ich ihn an. „Jep." „Okay, Deal. Du kannst gleich anfangen." Ich stand auf, packte das Zeug zusammen und drückte es ihm in die Hand.
„Ist das dein Ernst?" Meine Bewegung stoppte und ich drehte mich zu dem Jungen um. Neben ihm stand Remus, der mich fassungslos ansah. „Jetzt heuerst du schon kleine Jungs an -" „Hey!" rief dieser entrüstet dazwsichen. „ um deine Hausaufgaben nicht machen zu müssen!?" Remus' Hand umschloss mein Oberarm und er zog mich mit sich nach draußen auf den Gang. „Er hat es vorgeschlagen, Remus. Nicht ich!" „Na und? Warum nutzt du sowas aus? Sowas hast du doch gar nicht nötig!" „Sag du mir nicht was ich nötig habe und was nicht!" zischte ich ihn an und entzog ihm meinen Arm. Seine Augen weiteten sich. „Maddie... ich weiß, die Situation mit dir und Sirius und auch James ist schwierig, aber..." Er brach ab und sah mich mitleidig an. „Das hat nichts mit ihnen zu tun." „Belügst du dich jetzt schon selbst? Sieh dich doch an." „Was soll das heißen?!" Meine Wut wuchs. „Wir haben alle gemerkt, dass du dich verändert hast. Und die anderen und ich machen uns Sorgen. Natasha macht sich Sorgen." Ich schnaufte. „Das ist es, um was es hier geht. Um Natasha. Remus halte mich aus eurem Beziehungsding raus!" „Sie ist nur noch schlecht gelaunt wegen dir!" zischte er. „Ich. Mach. Was. Ich. Will. Klar?" „Willst du das? Dass wir dich alle in Ruhe lassen und du weiter abrutschst und irgendwann keine Freunde mehr hast?" „Du verstehst das nicht!" widersprach ich und sah mich um. Soweit ich sah lauschte uns keiner. Die Schüler liefen mit Desinteresse an uns vorbei, vielleicht mal ein paar einzelne Jungs, die mich grinsend ansahen. „Ich habe mit James geredet." „Freut mich für dich Remus." sagte ich sarkastisch und er verdrehte seine Augen. „James meinte du wolltest dich ändern, weil du gedacht hast, du wärst nicht gut genug für Sirius." „Das habe ich so nie gesagt." „Aber gemeint." Meine Augen wandten sich ab. „Du warst immer gut genug Maddie. Keiner hat gesagt, dass du irgendetwas falsch gemacht hast." „Ich habe mit seinem besten Freund geschlafen, Remus." Grinsend sah ich ihn an. „Ihr habt miteinander geschlafen? Ich dachte... ich dachte ihr hättet euch nur geküsst." Mein Lächeln wurde falsch. „Siehst du was ich meine?" „Ja das war wirklich ein Fehler..." murmelte er immernoch geschockt. „Trotzdem..." „Nichts trotzdem, verdammt, Lupin checkst du's nicht?!" ich schnaufte. „Ich bin für das Ganze nicht geschaffen. Treue, Hochzeit und das ganze Zeug. Das ist nichts für mich." „Das haben wir deutlich gemerkt." „Gut. Dann ist meine Nachricht ja angekommen." „Warum willst du so sein? Denkst du es ist besser, wenn du dich wie eine Nutte benimmst und mit jedem dahergelaufenen Jungen schäfst? Ich hoffe du verlangst nicht noch Geld von ihnen!" zischte er mich an. Mein Mund öffnete sich, ich war fassungslos. Ich erhob meine Hand und gab ihm eine heftige Ohrfeige. Es knallte laut und ich spürte,wie die Blicke auf mir lagen. „Wage es nicht mich als Nutte zu bezeichnen Lupin. Du weißt nichts über mich. Nichts!" Ich lief an ihm vorbei und sah, dass James und Sirius uns beobachteten, und so auch ziemlich der Rest, der gerade aus der Großen Halle kam. Ich sah sie zornig an und versuchte an ihnen vorbei zu laufen, doch abermals schloss sich eine Hand um mich. „Ich warne dich. Wehe du protestierst jetzt! Du gehst jetzt schön, widerstandslos mit mir mit und wirst mir in Ruhe erklären, was das gerade sollte." Sirius zog mich hastig mit sich, achtete wenig darauf, ob ich überhaupt mit ihm Schritt halten konnte. Ich drehte mich ein letztes Mal um und sah wie James mich fassungslos anstarrte, bevor er meinem Blick auswich und auf Remus zuging.
Mein Verlobter tritt die Tür regelrecht ein, zog mich mit sich und schubste mich auf sein Bett. Er stand an der Wand und stützte sich schnaufend an der Kommode ab. „Was, verdammt nochmal, ist in dich gefahren?!" schrie er mich laut an. Ich zuckte nicht zusammen. Ich war nicht mehr schwach. „Was soll schon gewesen sein?" Ich lächelte ihn unschuldig an, wissend, dass es ihn noch wütender machen würde. „Maddie!" Ich stand auf und lief langsam auf ihn zu. Als ich vor ihm stand legte ich meinen Kopf leicht schief und grinste. „Sirius?" Ich trat noch einen Schritt näher. „Lass deine Spielchen, ich habs dir schonmal gesagt." spie er mir entgegen. „Welche Spielchen?" Ich legte meine Hand auf seine Schulter und fuhr über seine Armmuskeln. Dann lies ich sie langsam wieder über seine Brust gleiten. Immer weiter runter. Ich hörte, wie er die Luft scharf einzog. Während ich an seinem Hosenbund stoppte, sah ich in seine Augen. Sachte stellte ich mich auf Zehenspitzen und flüsterte ihm ins Ohr. „Du willst es doch auch." stöhnte ich leise. Meine Zunge fuhr zu seinem Hals und ich saugte sanft daran. Ich spürte, wie seine Anspannung nachließ.
Krachend fiel die Tür des Schlafzimmers auf. Sirius und ich fuhren erschrocken auseinander und ich stolperte einige Schritte zurück. Vor uns stand James und sah uns misstrauisch an. „Was wird das hier?". „Nichts!" schnaufte Sirius und fuhr sich durch die Haare. Er lief an mir vorbei und setzte sich auf das Bett, auf dem vorhin noch ich saß. Ich blickte wieder zurück zu James und lächelte ihn anzüglich an. „Kostprobe gefällig James?" Ich leckte mir über meine Lippen.
„Spinnst du?" rief Sirius empört hinter mir. Ich verdrehte meine Augen, wandte mich aber nicht von James ab. Er schüttelte den Kopf und starrte mich einfach nur an. Meine Stirn zog sich kraus. Was sollte das? War irgendwie gruselig. „Ich geh dann mal."
Ich lief in James Richtung und lies meine Hand über seine Brust gleiten. Gerade als ich an ihm vorbei ging packte mich schon wieder jemand. War das zu fassen? War heute der Pack-Maddie-unsanft-am-Arm-Tag?! „Nicht so schnell Fräulein!" sagte James emotionslos und zog mich zurück. „Kannst mir halt doch nicht widerstehen, hm?" Ich lachte auf. „Pad?" „Ja?" grummelte Sirius vom Bett aus und beobachtete uns. „Kannst du uns kurz alleine lassen?" „Willst du mich verarschen? Damit ihr wieder rummacht oder miteinander schlaft? Vergiss es." Ich verdrehte meine Augen. Kind. „Wer macht hier rum? Du konntest ihr gerade eben selbst nicht widerstehen und nein mache ich nicht. Rumtreiberehrenwort. Aber bitte, machs einfach!" „Rumtreiberehrenwort." äffte ich ihn nach und zwei tödliche Blicke schossen auf mich zu. „Prongs..." „Bitte." Er grummelte ein paar Dinge vor sich hin, machte sich am Ende jedoch aus dem Staub.
„Willst du mir erzählen was los ist?" Er setzte sich auf sein Bett und schaute mich abwartend an. „Mhm... eigentlich würde ich gerade viel lieber etwas anderes machen." Ich biss mir verführerisch auf die Lippe. „Den Trick hast du schon bei Sirius benutzt, also komm mir nicht mit alten Leiern." Er sah mich wütend an. „Bist du eifersüchtig?" Grinsend stellte ich mich vor ihn. Er sah mich von unten an und ich streichte ihm sanft durch die Haare. „Nein." Ich ging langsam in die Hocke und lies meine Hand an seine Wange wandern. Meinen Kopf legte ich schief und lächelte ihn zärtlich an. „James, wir wissen beide, dass das nicht stimmt. Warum kämpfst du dagegen an? Hab ein bisschen Spaß." Wie hypnotisiert starrte er mich an und ich nutzte meine Chance und legte meine Lippen sanft auf seine. Gerade als er seine Lippen bewegte, stieß er mich plötzlich von sich weg. „Hör auf damit ! Hör auf!" schrie er mich an. Ich grinste und legte mich auf Sirius' Bett. „Das macht dir Spaß, he? Uns alle an der Nase herum zu führen? Du versucht an uns ranzukommen und uns zu verführen, aber ist dir klar was du damit anstellst? Du hast gesagt, du willst Sirius' und meine Freundschaft nicht gefährden. Das hast DU gesagt! Und was machst du gerade? Du spielst mit uns und hetzt uns gegeneinander auf! Du verstößt gegen deine eigenen Prinzipien. Das ist so unlogisch, was geht in deinem Kopf vor?!" fassungslos sah er mich an. „Ich will Spaß haben, das ist los." Er lachte hysterisch auf. „Das ist alles was du dazu sagst? Das ist mal wieder typisch." Verärgert setzte ich mich wieder auf. „Nur weil ich einmal im Leben Spaß haben will!?" „Einmal Maddie? Einmal?! Ich wette du warst in Frankreich kein unbeschriebenes Blatt. Erzähl mir nicht, du hättest erst hier angefangen mit Jungs zu schlafen und Partys zu feiern." Er verzog seinen Mund. „Nein. Aber das ist kein Vergleich. Ich habe immernoch meine Familie, die mir jeglichen Spaß nimmt." „Bei Merlin, fang jetzt nicht mit deiner Familie an. Denkst du ich durchschaue dich nicht? Denkst du, du wärst so schlau? Die Masche mit der Familie zieht bei mir nicht. Komm drüber hinweg." „Gut." Eingeschnappt sah ich weg.
„Man Maddie. Denkst du, ich will mich mit dir streiten? Mir macht das Ganze auch kein Spaß. Aber schau dich doch um. Du vergraulst Delia und Natasha, bist nur noch im Zimmer oder am feiern. Und mit uns hast du auch ewig kein Wort mehr geredet. Und wann warst du zuletzt in der Großen Halle und hast etwas gegessen?" „Was geht dich das an, wann ich etwas esse!?"zischte ich. Er kam auf mich zu und setzte sich neben mich. „Wie viel wiegst du?" „Wie bitte!?" „Wie viel du wiegst." „Ich hab dich akustisch schon verstanden. Und trotzdem, das geht dich nichts an." Er schnaufte und blickte an mir herab. Dann schüttelte er traurig den Kopf. „Du bist zu dünn. Du bist viel zu dünn geworden." Ich lachte auf. „Nur wenn man mal ein paar Kilo abnimmt wird man nicht gleich magersüchtig James." Bei dem Klang seines Namen schaute er mich wieder an. „Du warst vorher schon dünn genug. Warum abnehmen Maddie?" „Ich habe einfach keinen Hunger." „Und was denkst du woran das liegt? Du schottest dich nur noch ab. Du feierst bis morgens, wo andere schon aufstehen. Dann schläfst du den ganzen Tag, nimmst haufenweise Tabletten und lässt dich erst nachmittags oder gar abends blicken. Wir vermissen dich."
Ich konnte deutlich erkennen, wie schwer ihm das ganze fiel. Ich vermisste ihn auch, seine Zärtlichkeiten und seine Berührungen. Allein der Gedanke lies mir einen Schauer über den Rücken laufen. Aber ich war nicht mehr schwach, und so sehr er mich berührte, ich konnte ihn nicht mehr an mich heranlassen. Weder ihn noch die anderen.
„Toll. Vielleicht vermisse ich euch aber nicht." sagte ich hart und sah wie seine Augen sich leicht weiteten. „Wenn du meinst..." sagte er traurig und stand auf. Er ging und lies mich alleine zurück.
Gegen Abend fand die letzte Party des Halloween Marathons statt. Als Abschluss sozusagen. Diesmal wieder im Raum der Wünsche.
„Evans?" fragte ich mit kratziger Stimme. Lily drehte sich zu mir um und sah mich erstaunt an. Sie war gerade dabei ihre Klamotten für den Abend zu richten und ich stand vor meinem Bett. „Ja?" „Kann ich vielleicht nachher mit dir dorthin? Also..naja weil Cassandra ja mit dem aus Hufflepuff geht und Alice mit Frank." „Ehm...okay." „Danke." flüsterte ich und ging ins Badezimmer. Meine Laune war nach dem Gespräch mit James auf dem Nullpunkt und dementsprechend hatte ich auch keine Lust auf diese Feier. Ich machte mir einen einfachen Dutt und schminkte mich leger. Meine Kleider hatte ich schon an, eine einfache rote Jeans mit einem schwarzen Top.
„Boutier? Können wir gehen?" rief Evans ins Badezimmer. „Jep. Bin fertig."
„Wie läufts eigentlich mit Parker?" fragte ich sie während wir durch die Gänge liefen. „Ganz gut. Wir gehen am Samstag wieder nach Hogsmeade. Er ist heute auch da..." „Man könnte meinen du seist nervös, Evans." ich lachte und sie schoss mir einen wütenden Blick zu. „Nein bin ich nicht." „Wer's glaubt, wird selig." „Lass die Party beginnen." flüsterte Evans als sie die Tür zu dem randvollen Partyraum öffnete. „Man sieht sich Evans." Ich tätschelte ihr auf die Schulter und ging in Richtung Bar.
Es war schon nach Mitternacht und ich war ziemlich fertig. Egal wie viel ich trank, es half nichts. Mein Kummer blieb mir nicht erspart und die Jungs brachten mir auch nichts. Es kamen lauter notgeile Böcke auf mich zu und versuchten mich anzumachen, aber ich wies sie alle ab. Stattdessen beobachtete ich die Jungs. Sie schienen ihren Spaß zu haben und selbst Delia und Natasha amüsierten sich. Sie hatten es ohne mich eben doch besser. Ich schnaufte und drehte mich wieder zur Bar. „Ein Tequila bitte!"
„Hast du nicht schon genug getrunken?" Ich wurde wütend. „Was willst du Remus?" zischte ich. „Mich entschuldigen." „Hört sich aber nicht danach an." ich drehte mich zu ihm um und schaute ihn erwartungsvoll an. Er verdrehte die Augen. „Es tut mir Leid für heute Morgen. Ich wollte dich nicht beleidigen. Ich mach mir einfach nur Sorgen, so wie der Rest von uns." Jetzt fing er damit schon wieder an. „Ist gut." Ich versuchte zu lächeln, was mir kläglich misslang. „Und, du bist mit Evans gekommen, habe ich gesehen?" fragte er mich, doch ich antwortete nicht. Ich schenkte den Personen die einige Meter von uns entfernt standen, viel mehr Aufmerksamkeit. James und Patricia Plott. Meine Augen weiteten sich. Ich konnte erkennen wie er sich innig mit ihr unterhielt, bis er sich plötzlich zu ihr hinunterbeugte und sie sanft küsste. Selbst aus der Entfernung konnte ich sehen, dass es nicht stürmisch war. Es war eben ein James Kuss. Tränen stiegen in mir auf und ich bekam Panik. „Maddie?" Ich zuckte zusammen und sah schnell zu Remus. „Es...es tut mir Leid. Mir ehm... geht's nicht so gut. Ich muss gehen." Ich stand auf und rannte an ihm vorbei.
Als ich draußen ankam sah ich mich hektisch um. Wo war hier die nächste Mädchentoilette? Ich lief schnell durch die Gänge, bis ich sie schließlich fand.
Erschöpft stützte ich mich am Waschbecken ab und sah in den tat es so weh, dass er eine andere küsste? Weil sie eine Schlampe war, die ich hasste? Oder weil ich ihn eben doch mehr mochte, als ich zugeben wollte? Natürlich wusste ich, dass ich selbst Schuld war. Ihn verletzte es bestimmt auch, wenn ich mit jedem Typen schlief und ich wusste auch, dass er in letzter Zeit nicht unschuldig war, aber es so mitanzusehen...
Warum war ich so dumm? Ich hatte alles vermasselt.
„AARRGGHH!" Wütend schlug ich mit meinen Fäusten mehrmals hintereinander auf den Spiegel und bereute es sofort. Riesiger Schmerz übermannte mich. Ich sah auf den kaputten Spiegel. Überall zeichneten sich Risse ab und man konnte Blutflecken erkennen. Mein Blick wanderte auf meine schmerzenden Hände. Sie bluteten und an manchen Stellen waren noch winzige Glassplitter. Wie in Trance lief ich zur war das einzige Stockwerk in dem es auch Gemeinschaftsduschen gab. Ich zog die Glassplitter so gut es ging heraus und setzte mich auf den Boden.
Müde lehnte mich gegen die kalte Mauer und versuchte meine Tränen zu unterdrücken. Nicht wegen des Schmerzes. Nein, die Tränen waren wegen James.
Ich versuchte eine Hand nach oben auszustrecken, doch ich war zu schwach, um den Henkel zu erreichen. Ich streckte mich noch ein bisschen und schon lief Wasser an mir herab. Das Blut lief an dem Fliesenboden entlang, das Wasser spülte es mit sich.
Und ab diesem Moment fing ich an aufzugeben. Meine Tränen siegten und ich schluchzte los. Ich winkelte meine Beine an und stützte meinen Kopf darauf ab. Das Wasser hat meinen Körper vollständig durchnässt. Ich fing an zu zittern, das Wasser war so kalt, aber ich lies es geschehen. Ich hob meinen Kopf wieder und spürte wie das Wasser von meinem Kopf, über mein Gesicht lief und meine Schminke verlief. Aber das war mir egal. Ich blickte nocheinmal zu meiner Hand und bemerkte, dass der Schnitt an einer Stelle größer war als ich gedachte hatte. Sie hörte nicht mehr auf zu bluten, im Gegenteil, es sah aus, als würde es stärker werden. Überall wo ich auch hinsah, sah ich rot. Rotes Blut.
Ich wollte meine Augen aufhalten, wirklich, aber es ging nicht. Der Alkohol machte mich müde und der Schmerz wurde betäubend. Ich blinzelte mehrmals, versuchte sie offen zu lassen. Aber letztendlich schloss ich meine Augen.
Remus' (15 Minuten zuvor)
Ich sah wie sie wegrannte, doch ihr trauriger Blick blieb mir im Bild. Verwirrt sah ich mich um und konnte sofort erkennen, was der Grund für ihren schnellen Abgang war. Schnaufend lief ich auf James zu und trennte ihn von Patricia. „Was soll das Lupin?" schnauzte diese mich an. Ich drehte mich arrogant zu ihr um. „Plott. Verschwinde. Sofort." schnauzte ich sie an und sie ging widerstandslos. „Moony, was ist los?" fragte James mich ernst. „Sie ist weg." „Was?" Er verstand nicht was ich meinte. „Maddie. Sie hat dich gesehen und ist abgehauen." „Oh... naja. Aber du weißt, sie macht mit jedem Typen hier rum und schläft sich durch die Gegend. Ich will nicht daneben stehen und zuschauen. Ich hab meine eigenen Freiheiten." „Aber warum bitte Plott, James?" „Keine Ahnung... Alkohol?" er grinste leicht, doch ich erwiderte es nicht. „Bedeutet sie dir etwas?" „Remus..." „Prongs!" forderte ich. Er sah sich um und ich wusste wen er suchte. Sirius. Er ging sicher, dass Padfoot nicht mitbekam über was wir uns unterhielten. „Ja das tut sie." flüsterte er. Ich drehte durch. War das sein Ernst? War das aller Ernst? Verdammt noch mal! Maddie sollte Sirius heiraten und nicht mit James schlafen. Das Ganze ruiniert unsere komplette Freundschaft. Ich schnaufte.
„Moony... ich.. ich will es ja auch nicht. Aber ich kann nichts gegen meine Gefühle tun. Ich will Pad nicht wehtun." Natürlich wollte er das nicht. Sie waren die allerbesten Freunde.
„Ich glaube du solltest ihr nachgehen. Ich hab kein gutes Gefühl. Sie war schon in keinem guten Zustand, als ich mit ihr redete. Und nachdem sie euch gesehen hat..." „Ich hab heute Mittag mit ihr geredet." „Was kam raus?" „Nichts, wie immer. Es ist sinnlos, sie verändern zu wollen. Sie ist nicht mehr die alte Maddie. Beziehungsweise die, die ich kennengelernt habe." „Geh ihr nach James. Rette, was zu retten ist." „Und wenn es hoffnungslos ist?" „Versuch es." flüsterte ich und ging.
James' Sicht (5 Minuten zuvor)
Verzweifelt blieb ich stehen. Die letzten Minuten bin ich planlos durch die Gänge gerannt, aber ich fand sie einfach nicht. Dass ich erst später auf die Idee mit der Rumtreiberkarte kam, ärgerte mich. Ich öffnete die Karte und suchte sie ab. Wo konnte sie nur sein? Ich suchte die ersten Stöcke ab, selbst im Keller, aber ich fand sie nicht. Doch plötzlich, erkannte ich ihr Namensschild. Lang genug war es ja. Madeleine Daphne Phoebe Boutier. Schnell packte ich die Karte wieder ein und rannte los zur Mädchentoilette.
Doch ich war nicht gefasst, auf das, was mich dort erwartete. Mein Blick wurde sofort besorgt, als ich sie dort sah und ich bekam Panik. Überall war Blut und alles voller Glasscherben.
Schnell rannte ich über den nassen und rutschigen Boden zu ihr. Sie saß da, der Kopf an der Wand angelehnt, die Augen geschlossen. Als würde sie schlafen. Nein, nicht schlafen. Als wäre sie ohnmächtig, oder gar schlimmeres. Aber daran wollte ich nicht denken. Ich kniete vor ihr hin und schaltete das Wasser ab. Das Klo war schon genug überflutet. Ihr Kleider waren komplett nass und ihre Lippen schon blau angelaufen. „Scheiße. Maddie!" Ich rüttelte an ihr, versuchte aber so sachte wie möglich zu sein. Ihr Hände bluteten ununterbrochen und auch ihr Arm war betroffen. Ich fragte mich, wie lang sie das schon taten. Ich packte sie und nahm sie in den Arm. Mehrmals tätschelte ich ihr gegen die Backe, versuchte sie aufzuwecken, aber sie antwortete nicht. „Scheiße scheiße scheiße." Ich lies sie wieder los und zog mir mein Hemd aus. Ich riss mein Hemd in zwei Teile und band es jeweils um ein Handgelenk. Plötzlich begann sie zu keuchen. Sie merkte wie der Druck auf den Händen ihr Schmerzen bereitete. Aber ich war froh, dass sie überhaupt ein Lebenszeichen von sich gab.
Sie versuchte ihre Augen zu öffnen, schloss sie aber wieder mehrmals. „Maddie! Wach auf. Bitte Süße, mach deine Augen auf." flüsterte ich ihr zu und streichelte mit meiner Hand an ihrer Wange. „James..." flüsterte sie. „Ich bin hier." Beruhigend fuhr ich ihr durch die nassen Haare. „Du bist ja nackt." Ich musste vor Freude lachen. „Nicht ganz Süße, nicht ganz." Doch plötzlich schloss sie wieder ihre Augen. „Hey! Nicht einschlafen!" „Ich...bin so müde James." Wieder begann ich in Panik zu versinken. Ich sah mich um, aber keiner war da. Wild entschlossen packte ich sie und hob sie hoch. Ich legte ihre Hand über meine Schulter und versuchte sie so gut es ging hinauszutragen.
