Kapitel 7
„Du hast es darauf ankommen lassen? Ich fasse es nicht."
„Vielleicht."
Sara konnte sich keinen Reim auf diesen Grissom zu machen.
„Aber warum?"
Sie merkten beide nicht, dass die Schwangerschaft nicht mehr das Thema war. Hier ging es plötzlich um sie beide. Alles was sich in den letzten Wochen angestaut hatte, kam nun zu Tage.
„Warum ? Ich habe mich in dich verliebt, dir einen Heiratsantrag gemacht, den du angenommen hast, wenn ich daran erinnern darf. Und nur ein paar Tage später verlässt du mich. Was denkst du, hat es aus mir gemacht?"
Sie war überrascht über so viel – Wut. Hatte sich denn in den letzten Wochen nichts für ihn geändert?
Sie war doch wieder da.
Das Gespräch bereitete Sara zunehmend Probleme.
Sie verstand einfach nicht warum Grissom so gehandelt hatte.
„Wolltest du mich bestrafen? Hast du gedacht, sie wird schwanger und dann soll sie sehen was passiert? Was für eine Art Rache hast du geplant?"
Sie sah nicht wie Grissom erblasste.
„Denkst du, dass ich dazu fähig wäre?"
„Männer sind zu vielem fähig."
Am liebsten hätte er auf die Bremse getreten. War es wirklich so weit mit ihnen gekommen? Vertraute sie ihm überhaupt nicht mehr?
„Ich dachte, dass wir uns lieben und vertrauen. Wie kannst du so etwas denken?"
Irgendetwas schnappte in Sara.
„Seit wann sind wir Liebende?"
Sie fing an zu zittern. Etwas war falsch hier. Ganz falsch.
Das war der Mann, den sie seit Jahren liebte und sie bekamen ein Baby. Es sollte ein Anlass zur Freude sein. Stattdessen wuchs es sich zum größten Streit aus, den sie je mit Grissom gehabt hatte.
Verdammt, dachte Grissom. Warum hatte er nicht vorher mit ihr geredet. Nun schien jedes Wort was er sagte, falsch und unwahr.
„Du bist die einzige Frau für mich."
„Und deshalb bin ich nun schwanger."
„Ja."
Sara bekam plötzlich keine Luft mehr.
Das war es also. Er hatte es mit Absicht gemacht, aber nicht um sie zu bestrafen. Oder doch. Er wollte sie an sich binden. Oh mein Gott, er wollte ihr ihren Willen nehmen. Sie dominieren.
Grissom merkte, dass etwas nicht mit Sara stimmte. Sie wiegte sich auf ihrem Sitz hin und her.
„Sara, Sara."
Keine Reaktion.
„Bitte Honey, rede mit ihr."
„Ich habe mich in dir getäuscht. Du bist genau wie andere Männer. Du hast mich
geschwängert damit ich dich nicht wieder verlassen kann. Nicht wahr?"
Kein Wort kam aus seinem Mund.
„Nicht wahr", schrie sie ihn an.
„Ja."
„Wie kannst du nur, Grissom. Wie kannst du nur?"
Er wusste nicht was er darauf antworten sollte. Als er zum ersten Mal darüber nachdachte, dass Sara schwanger werden konnte, fand er den Gedanken interessant. Und je mehr Zeit verging, desto mehr gefiel ihm der Gedanke. Natürlich sagte er sich auch, dass er mit Sara reden mußte. Nur er hatte es nie getan.
„Sara, es war falsch. Aber wir lieben uns doch und."
Sie unterbrach ihn.
„Das ist keine Liebe. Du willst mich besitzen. Wie mein Vater meine Mutter besaß."
„Was ? Nein. So bin ich nicht."
„Wirklich ? Ich sehe das anders."
„Lass uns in Ruhe darüber reden. Über alles. Bitte Sara."
Sie schüttelte vehement den Kopf.
„Nein, nicht jetzt. Ich kann nicht. Bitte lass mich raus. Ich muss allein sein."
Er merkte, dass es Sara ernst war. In diesem Zustand sollten sie vielleicht wirklich nicht reden. Ein wenig Abstand könnte von nutzen sein.
Das Auto hielt ein paar Straßen weiter. Sara schnappte sich ihre Sachen und stieg aus.
Er versuchte es noch einmal.
„Soll ich dich nicht lieber zu Nick fahren."
„Nein, ich will niemanden sehen."
Grissom lehnte sich zurück und sah ihr hinterher. Was hatte er nur angerichtet?
Xxx
TBC
