So meine Lieben,

hier kommt ein neues Kapitel und ich möchte mich ganz herzlich bei meinen Revierwern bedanken! Es ist echt toll eine Rückmeldung zu erhalten! Ich fahre jetzt allerdings für ne gute Woche weg und genieße ein bisschen das entspannte Urlaubsleben, deswegen nicht sauer sein, wenn jetzt mal kein Update kommt, in allerspätestens 2 Wochen bekommt ihr ein extra langes Kapitel! #sich auf den Urlaub freut#

DieGinny: Bei mir ist es genau umgekehrt, obwohl Ginevra ihr richtiger Name ist mag ich Virginia lieber und benutz ihn daher auch ) Ginny erzählt es ihm tatsächlich, aber ob das so gut war...? Ich hab mich sehr über dein Review gefreut und hoffe auch das Kapitel gefällt dir!

Zaubermaus: Gleich 2 Reviews, das war aber nett ) Ja du hast Recht, dass sie reinblütig ist, ist nur von Vorteil für sie. Aber ob Ginny das gefällt? Du wirst es lesen...Ich hoffe auch in Zukunft noch deine Meinung zu hören!

klein Eli: Schön dass dir das letzte Kapitel gefallen hat! Ich hoffe auch hiermit bist du zufrieden und wünsch dir viel Spaß beim Lesen!

Und jetzt noch ein Vermisstenaufruf: Simsly wurde längere Zeit nicht gesichtet, wer etwas weiß kriegt ´nen Kuschelteddy )

Liebe Grüße, Vestia

Kapitel 6 - Das Café zur Glocke

Einige Tage später (Mittwoch...)

Ginny lag in ihrem Bett im Fuchsbau, starrte an die holzgetäfelte Decke und lächelte versonnen, als sie mit den Fingern über ihren Bauch fuhr. Zwar merkte man ihr äußerlich noch nichts an, aber Ginny wusste, dass es in ihr etwas gab. Sie hatte in den letzten Tagen häufige Stimmungsschwankungen gehabt, doch mittlerweile überwog bei ihr der Gedanke, dass sie das Baby gerne behalten würde. Es widerstrebte ihr, so etwas kleines und unschuldiges zu töten, denn es war schließlich ihr Fehler gewesen und das Baby konnte nichts dafür, dass es da war. Ihre Eltern hatten sie gewarnt, hatten ihr verdeutlicht, dass sie mindestens ein Semester verpassen würde, und dass ein Baby anstrengend war. Und auch Ginny wusste, dass es dann vorbei sein würde mit sorglosen Partys bis ins Morgengrauen, dass sie es schwer haben würde einen Partner zu finden, wenn sie ein Kind hatte und dass sie ihre Jugend nicht mehr so leicht würde genießen können.

Und vor allem eins war ihr klar geworden, sie musste mit Draco Malfoy reden und wissen, was er dazu sagte. Denn auch das war wichtig für ihre Entscheidung. Sie wollte nicht, dass ihr Kind seinen Vater nie kennen lernen würde und sich ungewollt vorkam. Deswegen hatte sie ihm einen Brief geschickt, mit der Bitte, dass er sich mit ihr treffen möge, denn es gab etwas Wichtiges zu bereden.

Er hatte zugesagt und sie würden sich in einer Stunde in einem kleinen Café in der Winkelgasse treffen.

Sie stand auf und zog sich um, für das Treffen hatte sie ein marineblaues Kostüm mit passender Bluse ausgewählt und dazu schwarze Pumps. Ihre Haare umspielten offen und lockig ihr Gesicht und sie hatte sich kaum geschminkt. Sie wirkte ernst und seriös, was ihr ganz gut gefiel, denn er sollte sie nicht anbaggern sondern ihr zuhören. Das Mädchen ging hinunter in die Küche und Molly drückte ihr einen Becher Beruhigungstee- für alle kleinen und großen Sorgen in die Hand und lächelte ihr aufmunternd zu.

„Das wird schon werden, und wenn er frech wird oder dich irgendwie verletzt, droh ihm einfach mit deinen Brüdern!" Mrs. Weasley lächelte verschmitzt und auch Ginny grinste.

Mutter und Tochter waren sich in der letzten Zeit nahe gekommen, denn Ginny hatte sich nun brennend für das Thema Baby interessiert und viel Zeit in der gemütlichen Küche der Weasleys verbracht, über alte Fotoalben mit Babybildern gebeugt, während Mrs. Weasley kochte, putzte oder sonstigen Haushaltstätigkeiten nachging. Sie hatten viel geredet, gelacht und auch geweint, dies hatte vor allem Ginny getan, und ihre Mutter hatte ihr viele kleine Episoden aus ihrem Leben mit den vielen Kindern erzählt. So hatte sie ihr zum Beispiel erzählt, dass Ginny als kleines Mädchen stets ihre Brüder geärgert hatte und diese den Ärger bekommen hatten, denn Ginny hatte so unschuldig geguckt, dass niemand geglaubt hatte, sie hätte Unsinn gemacht. Sie hatte ihr auch diverse Babysachen gezeigt, die sie selber gemacht und aufbewahrt hatte.

Aber auch die ernsten Themen wie Studium, Lebensunterhalt und eben Draco Malfoy waren diskutiert worden. Ginny schreckte aus ihren Gedanken auf, denn Molly machte sie auf die Uhrzeit aufmerksam und drückte sie noch mal kurz.

Dann stand Ginny auch schon draußen im Vorgarten und konzentrierte sich auf den „Tropfenden Kessel". Sie kniff die Augen zusammen und spürte das unangenehme Gefühl des Apparierens, doch drei Sekunden später war es vorbei. Als sie die Augen wieder öffnete stand sie vor dem kleinen, schmuddelig wirkenden Pub, den sie schnell durchquerte und kurze Zeit später war sie in der Winkelgasse. Sie eilte durch die belebte Straße und wich einer vierschrötigen Hexe aus, die einen Handkarren mit lauter Kröten, Salamandern und Lurchen hinter sich her zog. Hier und da hielt die Hexe an und bot ihre Ware mit lauter Stimme an, und zwar als Lebendfutter für trollige Knilze und andere größere Kreaturen. Ginny schüttelte sich und ging schnell weiter, bis sie ein kleines Schaufenster erreichte, in dem diverse Teesorten, Tortenstücke und Pralinen angeboten wurden. Ein schlichtes golden umrahmtes Schild, das im sanften Luftzug hin – und her - schwang verkündete, dass es sich um das „Café zur Glocke" handelte und die ebenfalls golden verzierte Tür öffnete sich einladend als Ginny davor stand.

Als sie eintrat, erklang ein leises melodisches Klingeln über ihr und sofort wurde eine schlanke Kellnerin mit lockigen grauen Haaren auf sie aufmerksam:

„Hallo, ich freue mich sie hier begrüßen zu dürfen! Nehmen sie doch dort drüben platz, da ist noch ein Tisch frei, ich komme gleich zu ihnen!"

Die Kellnerin deutete auf einen kleinen runden Tisch, der etwas abseits in einer Nische stand, die von Rosen umwachsen war. Ginny nickte und setzte sich, sie stellte beim Betrachten des Cafés fest, dass es offensichtlich jemandem gehörte, der Rosen mochte, denn Rosen wuchsen an den Wänden lang, standen in Vasen auf Tischen und Fensterbänken und zierten als Muster Tischdecken, Sitzbezüge und Tapeten. Es waren jedoch keine roten Rosen, sondern weiße und champagnerfarbene, während die Stiele zart grün waren. Durch die vielen Rosen duftete es in dem Café nach ihnen, doch ihr Duft vermischte sich mit dem der Torten und Pralinen, die in einer Glastheke am Eingang des Cafés ausgestellt waren. Das Café war gut besucht, doch ihr Tisch war weit genug von den anderen weg, so dass sie relativ ungestört war. Das melodiöse Geräusch der Türklingel ertönte und Ginny schluckte, als sie erkannte, dass es Draco Malfoy war, der nun geradewegs auf sie zu kam. Er blickte sich mit gerunzelter Stirn um, offensichtlich war ihm das Café zu kitschig und zu rosig, doch er ließ keinen spöttischen Kommentar ab, sondern begrüßte sie ganz normal und fragte dann zwinkernd:

„Na Weasley, Sehnsucht bekommen? Zu dir oder zu mir?"

„Oh bitte, höre auf damit, es ist wichtig!" Sie musste wohl ziemlich kläglich geklungen haben, denn er musterte sie kritisch und blickte sie dann auffordernd an.

„Was gibt es denn?"

Doch Ginny kam nicht zu einer Antwort, denn die Bedienung kam und fragte nach ihren Wünschen. Ginny bestellte einen Milchkaffee und ein Stück Mokkatorte, während Malfoy einen schwarzen Kaffee und Scones orderte.

Als Ginnys Tortenstück vor ihr stand, blickte sie krampfhaft auf eine der Mokkabohnen und versuchte dann den Faden wieder aufzunehmen.

„Nun hör zu...es ist ja schon was her, aber unsere gemeinsame Nacht hatte Folgen."

„Was soll das heißen?!" Malfoys Stimme klang alarmiert und ein wenig schrill und in Ginny machte sich unpassender Weise etwas Schadenfreude breit.

„Hast du an Verhütung gedacht?!"

„Was?...Nein...scheiße, du meinst doch nicht ernsthaft? Oh mein Gott!"

Malfoy schien zu merken, worauf sie hinaus wollte und als die Rothaarige aufsah, bemerkte sie dass sein Gesicht einen grauen Farbton angenommen hatte und er den Kopf in die Hände stützte.

„Weasley, das ist kein dummer Trick um mich zu heiraten und mein Geld zu kriegen, oder?"

„Oh Malfoy! Um dich mein Leben lang zu ertragen braucht es mehr als einen Haufen Geld und das weißt du auch! Und wenn du willst, hier ist die Bescheinigung vom Medimagier!"

Doch er schenkte dem Stück Papier keinerlei Beachtung sondern brütete still vor sich hin.

„Willst du es behalten?" Seine Stimme klang zögernd und kein bisschen arrogant und Ginny beschloss sich ihm ein kleines Stück zu öffnen.

„Ich weiß nicht...ich hab lange drüber nachgedacht und...es hängt auch von dir ab. Wenn du es nicht willst und keinerlei Vaterpflichten übernehmen willst dann nicht. Aber ansonsten, doch ich glaube schon..."

„Weasley, willst du jetzt einen auf glückliche kleine Familie machen, oder was? Du weißt genau, dass das kein Kind der Liebe ist, was da passiert ist!"

„Malfoy, hör auf mit dem Scheiß, natürlich nicht! Ich hatte eher daran gedacht, dass du dich auch um es kümmerst und es besuchst und es auch...na ja wie dein Kind behandelst. Ich will nicht mit dir zusammen ziehen oder dich heiraten, bei Merlin, das will ich wirklich nicht!"

„Oh, so liebenswürdig wie immer, na bei der Mutter, bist du dir sicher, dass du es behalten willst? Die Kindheit solltest du dem Kind ersparen..."

„Aber ein Todesser als Vater ist natürlich toll! Damit man Gewaltbereitschaft, Grausamkeit und Hass auf Muggel und Schlammblüter von Geburt an eingetrichtert bekommt oder was?! Ich weiß wirklich nicht, wieso ich überhaupt mit dir reden wollte! Als ob du jemals ein wirklicher Vater sein könntest!" Bei diesen Worten fing Ginny an zu weinen und sie stürmte wütend aus dem Café. All ihre Hoffnungen darauf, dass Malfoy vielleicht doch Interesse an seinem Kind haben könnte waren kaputt, er war bloß ein altes Ekel. Sie hätte es ihm gar nicht erzählen sollen!

Doch gerade da hörte sie jemand laut: „Warte! Warte, verdammt! Lauf doch nicht weg!" rufen und eine Hand hielt ihren Arm fest.

„Hey, so meinte ich das nicht! Entschuldige Weasl – Virginia! Hör zu, das kam alles ziemlich schnell, das verstehst du doch, oder? Und ein Kind ist nicht gerade das, worauf ich momentan warte!"

„Ist schon gut, ich pack das auch allein! Deine Hilfe brauch ich nicht!"

Ginny war sauer, sie wollte nichts mehr von Malfoy hören und sehen, doch der sprach unbeirrt weiter.

„Ach und was willst du machen? Willst du etwa auf der Straße leben? Wovon willst du denn dich und das Kind ernähren? Von dem bisschen Geld was du in diesem Restaurant kriegst? Und wie willst du studieren?"

„Und was interessiert dich das?! Für dich bin ich wahrscheinlich nur eine nette kleine Vergnügung gewesen und - "

„Mich interessiert das, weil es auch mein Kind ist! Und nur weil ich ein Malfoy bin, heißt das nicht, dass ich keine Vaterpflichten wahrnehmen kann!"

Auch Malfoy war jetzt lauter geworden, die Leute in der Winkelgasse drehten sich schon zu ihnen um und er zog die widerstrebende Ginny hinter sich her in eine ruhigere Ecke.

„Ach nein? Du willst mir doch nicht ernsthaft erklären, dass du dich um dein Kind kümmern willst?"

„Hör zu, wir sind eine reinblütige Familie mit langer Tradition und reinblütige Kinder werden nicht ... abgetrieben, sondern werden anerkannt!"

„Und wenn ich jetzt muggelstämmig gewesen wäre?! Dann hättest du gesagt, ich solls weg machen lassen, oder was?! Nein danke, ich will kein Kind, dessen Vater es nur wegen der Tradition behält!" Ginny sprach das Wort aus, als ob es giftig wäre und stürmte dann laut schluchzend davon.

Draco Malfoy starrte ihr verdutzt hinterher, er hatte damit nur sagen wollen, dass er von seiner Familie Geld für das Kind bekommen würde, allein schon weil die Tradition es verlangte und seine Eltern würden sich kaum wehren können, nur weil sie eine Weasley war. Doch Ginny hatte das scheinbar eindeutig missverstanden. Er seufzte und beschloss ihr einen Brief zu schreiben, damit sie nichts unüberlegtes tat.

TBC