Kapitel 15

James Ellison, FBI Agent hatte einen Polizisten angelogen. Angelogen um einer Maschine aus der Zukunft zu helfen. Einer Zukunft, in der die Maschinen die Menschheit auszurotten trachteten. Nun saß er neben dieser Maschine, die vorgab mit der einzigen Person zusammenzuarbeiten, die sich dieser Zukunft entgegenstemmte.

'hoffentlich mache ich keinen Fehler', dachte er.

Dann sah er zur Seite auf Cameron. 'Nein", dachte er. 'Es...Sie hat recht. Mein Gefühl hat mich noch nie getrogen und es sagt mir, dass sie auf unserer Seite ist'.

In diesem Moment drehte Cameron den Kopf und sah ihm in die Augen. Er sah einen Blick voller Wärme. Nichts Maschinenhaftes lag in diesen Augen und auch das Lächeln schien echt zu sein.

„Wir sollten bei nächster Gelegenheit ein neues Kleidungsstück für mich kaufen und die Verletzung verbinden", sagte sie und wies auf die Wunde, die durch nun offen stehende Jacke zu sehen war.

Ellison sah kurz von der Straße erneut in ihr Gesicht und dann hinunter auf das blutige Shirt.

„Tut es weh?" Fragte er und schalt sich sofort einen Narren. „Kann man das reparieren?" Fragte er daraufhin mit deutlichem Bedauern in der Stimme.

Cameron legte eine Hand auf seinen Unterarm. „Mit etwas Unterstützung wird es spurlos verheilen und Ja, ich registriere den Schmerz aber danke für Deine Sorge".

„Verheilen?" Fragte er verwirrt. „Ich dachte du wärest...?"

„Eine Maschine?" Fragte sie lächelnd. „Ich bin ein Kybernetischer Organismus, LEBENDES Gewebe über einem Metall Endoskelett.", sagte sie mit Betonung.

„Mein Nervensystem ist ähnlich dem Euren angelegt nur bin ich viel besser in der Lage die Sinneseindrücke zu verarbeiten. Ich kann Temperaturen, Feuchtigkeit und Analysen durchführen nur durch Berühren und/oder Ansehen eines Stoffes".

Wieder sah er sie kurz an und dann zurück zur Straße. Er versuchte die Informationen zu verarbeiten, die sie ihm freiwillig gab.

„Außerdem bin ich in der Lage, Die Stresslevel einer Person und damit den Wahrheitsgehalt einer Aussage zu erkennen, in dem ich Ihn oder Sie berühre", führte sie weiter aus.

Ellison überlegte einen Augenblick. „Diese Fähigkeiten könnten sehr nützlich sein, wenn wir erstmal die Spur der Connors aufgenommen haben".

Cameron blickte nach diesen Worten wieder nach Vorne. „John, wo bist du nur?" Sagte sie so leise, dass Ellison es gerade noch verstehen konnte.

Ellison hatte einen sehnsüchtigen Unterton erkannt und fühlte Bedauern für das Mädchen. Fast wäre ihm die einzelne Träne entgangen, die Camerons Wange herablief.

„Du bist manchmal so...?"

„Menschlich?" Ergänzte sie seine zögerliche Frage.

Ellison nickte nur.

Cameron aber schüttelte den Kopf. „Future John konnte mich lediglich mit einem Basiswissen über die Menschen ausstatten, zu mehr war in der Eile keine Zeit", sagte sie erklärend. „Gegenwarts John sollte mir alle Weitere zeigen, auch wie ich meine Emotionen richtig kontrolliere und zeige".

Ellisons Kopf ruckte herum. „Emotionen?" Fragte er verstört.

Cameron nickte nur. „Ich wurde als Infiltrator konzipiert. Allerdings war Skynet nicht klar, wie komplex zwischenmenschliches Verhalten ist. Ich habe alle Rechenleistung benötigt, die ersten Stunden mit John zu bewältigen, ohne das er etwas merkt. Dazu kamen noch diese Emotionen die ich John gegenüber von der ersten Sekunde an hatte".

Ellison sah sie mit gerunzelter Stirn an. „Liebe auf den ersten Blick?"

„Liebe?" Sie blickte auf. „Ich weiß es nicht", sagte sie verstört.

„Als John von der Maschine im Haus angeschossen worden war, übernahm diese Emotionen die Herrschaft über mich. Infolge Dessen habe ich mich Sarah Connor gegenüber irrational verhalten, woraufhin sie mich dort zurückgelassen hat. Deshalb war ich in diesem Zustand als Du mich gefunden hast.

„Was war das für ein Zustand?" Fragte Ellison neugierig.

Cameron blickte zu ihm hinüber. „Als ich John da liegen sah krampften sich meine Innereien zusammen. Meine Energiezelle begann heftig zu pulsieren und erweckte den Anschein, als wollte sie bersten".

Sie sah sinnierend aus dem Fenster. „Als Sarah Connor mit meinem John geflohen war und mich alleine dort zurückgelassen hatte, war mir tatsächlich als wäre meine Energiezelle defekt. Es fühlte sich an, als wäre meine Brust in eine Presse geraten.

Ellison dachte in der folgenden Stille hinein über ihre Worte nach.

„Klingt für mich wie Liebe", sagte er schließlich.

Cameron blickte ihn mit Tränen in den Augen an. „Ich bin eine Maschine, ich sollte Soetwas nicht Fühlen können", sagte sie verstört.

Diesmal nahm Ellison eine Hand vom Lenkrad und ergriff ihre. „Vielleicht bist Du menschlicher als Du glaubst?"

Sie blickte ihn stumm an während sein Blick immer zwischen ihr und der Straße pendelte.

„Das wäre...schön", sagte sie zögerlich mit einem schüchternen Lächeln.

James Ellison, der harte Verhöre führen konnte ohne Nerven zu zeigen hatte plötzlich einen Klos im Hals.

„Ja das wäre es", sagte er ohne dies recht zu registrieren.


Kapitel 16

Als sie sich erneut einem Diner näherten sah James Ellison zu ihr hinüber.

„Eis?" Fragte er lächelnd.

Cameron grinste wie ein kleines Mädchen und sah ihn an. „Sehr gerne aber wir müssen zuerst Kleidung für mich besorgen", sagte sie mit Bedauern in der Stimme.

Ellison nickte.

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Sie erreichten einige Meilen später eine Tankstelle mit angrenzendem Laden. James hielt vor dem Laden und sah kurz hinüber. Dann griff er in seine Tasche und holte seinen Geldclip heraus. Er zog die Klammer ab und zählte 50 Dollar ab und hielt sie Cameron hin.

Cameron sah auf die fünfzig Dollar in seiner rechten Hand und auf die restlichen paar hundert Dollar in seiner linken.

„Danke!" Rief sie und grapschte das Geld aus seiner Linken.

James starrte ihr mit hängendem Kinn schockiert nach.

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James Ellison brauchte einige Sekunden, um sich von der Überraschung zu erholen. 'Dieses kleine Biest!' Dachte er und musste trotzdem lachen. Kopfschüttelnd fuhr er vor zur Tankstelle.

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Cameron hatte ein zufriedenes Lächeln im Gesicht als sie den Laden betrat. Sie hatte kaum fünf Schritte in den Raum hinein gemacht, als sie den Wagen hinter sich losfahren hörte. Ihre Augen weiteten sich und sie wirbelte auf dem Absatz herum und rannte zur Tür.

Wäre die Tür verschlossen gewesen hätte sie sie aus dem Rahmen gerissen, mit der Kraft, mit der sie sie aufriss.

Cameron stoppte im Schritt, als sie sah, dass der Wagen an einer Zapfsäule zum Stillstand kam und James Ellison ausstieg.

Mit einem Aufatmen, das ihr selbst nicht bewusst wurde kehrte sie nach einem letzten Blick in den Laden zurück.

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James Ellison öffnete den Tankstutzen und warf noch einen Blick zurück zum Laden. Er sah gerade noch Camerons Rücken. Verwundert sah er einige Sekunden auf die Tür, zuckte dann aber mit den Schultern.

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Cameron sah sich aufmerksam um. In einer der Ecken des Ladens fand sie einige Regale mit Kleidungsstücken. Sorgfältig besah sie sich Alles. Sie hatte schließlich einige T-Shirts und einige Hosen über dem Arm liegen und streifte durch den Laden.

An einem Ständer mit Sonnenbrillen blieb sie stehen und betrachtete die Brillen. Dann probierte sie Einige vor einem kleinen Spiegel.

Zum Schluss hatte sie noch zwei Exemplare zur Auswahl. Eine Ray Ban Aviator und eine Ray Ban 4135.

Nachdem sie die Aviator aufgesetzt und sich im Spiegel betrachtet hatte schüttelte sie den Kopf und legte sie zurück. Dann setzte sie eine 4135 auf.

Cameron legte den Kopf schräg, dann lächelte sie.

Mit der Brille in der Hand wollte sie gerade ihren Weg zur Kasse fortsetzen, als sie im Schritt verharrte und sich noch einmal umdrehte.

Cameron dachte an James Ellison und drehte erneut an dem Ständer. Mit einer Ray Ban Predator 2 und ihrer 4135 ging sie dann endgültig zur Kasse.

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Zufrieden lächelnd verlies Cameron den Laden. Sie wühlte noch ein wenig in den Taschen. Als sie aufblickte stockte ihr Schritt, ihr Lächeln gefror.

James Ellison und der Wagen waren weg.

Panik griff nach Cameron. Sie lies entsetzt die Taschen Fallen.

Tränen bildeten sich in ihren Augen. Sie war wieder alleine.


Kapitel 17

Gedankenverloren hatte James Ellison den Wagen auf den kleinen Parkplatz hinter der Tankstelle geparkt und betrat diese nun erneut, diesmal durch den Hintereingang.

Er streifte durch den Laden. Er wusste nicht, was er suchte aber schließlich warf er einige Beutel mit Süßigkeiten in den Korb. An der Kasse stand noch eine Gefriertruhe mit Eis am Stiel. Grinsend zog er zwei der größten Eis heraus und legte dann Alles auf die Theke an der Kasse.

„Und eine Tüte bitte", sagte er zu der lächelnden Bedienung, die ihm zunickte.

James Ellison wühlte noch ein wenig in den Süßigkeiten als er merkte, dass die Bedienung nicht kassierte sonder nur aus dem vorderen Fenster starrte.

„Ähm..", sagte er und räusperte sich.

Die Bedienung beachtete ihn gar nicht. „Armes Mädchen, sie sieht aus, als hätte man sie zurückgelassen", sagte sie gedankenverloren.

Jetzt ging James selbst weiter vor, um aus dem Fenster sehen zu können.

„Cameron!" Entfuhr es ihm und er hastete aus der Tür.

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Cameron hatte mit Tränen in den Augen einige Schritte in die Eine und dann wieder in die andere Richtung gemacht.

Sie starrte den Highway immer wieder rauf und runter aber selbst bei maximaler Vergrößerung konnte sie den auffälligen Wagen nicht ausmachen.

Die Taschen mit den Sachen, die sie gekauft hatte lagen unbeachtet auf dem Boden, einige Kleidungsstücke waren herausgefallen.

Ihre Hand lag auf ihrem Mund und versuchte die Geräusche zu unterdrücken, die ihr Stimmprozessor gegen ihren Willen erzeugte.

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Als James sie erreichte hatte Cameron die Hände vor die Augen gelegt.

„Cameron?" Fragte James, als er sie erreichte.

Cameron erstarrte, dann ruckte ihr Kopf in Richtung seiner Stimme, Augen aufgerissen.

James sah die Tränen in ihrem Gesicht.

Dann warf sie sich ihm entgegen. Er hatte mühe sie quasi aufzufangen. Automatisch schloss er die Arme um sie.

Ihr Gesicht hatte sie in seinen Hals vergraben, ihre Arme hatten ihn umschlungen. Er fühlte, wie ihr Körper bebte.

Dann passierte etwas was er mit seinem Verstand nicht begreifen konnte. Sein Herz war es, das für ihn begriff.

Automatisch begann er über ihren Hinterkopf zu streicheln.

„Schhhhh, ich bin doch da", sagte er leise.

Sie schniefte. „Ich dachte...ich habe geglaubt...", hörte er dumpf von ihr.

„Du hast geglaubt, auch ich hätte Dich zurückgelassen?" Fragte er verwundert.

James konnte spüren, wie sie nickte.

„Niemals", sagte er spontan und hielt sie noch fester.

Nach einer Minute oder so, löste sie sich langsam von ihm.

Anscheinend verlegen, mit gesenktem Kopf wischte sie sich mit einer Hand die Tränen aus dem Gesicht. „Ich bitte um Entschuldigung", sagte sie Leise.

James legte eine Hand auf ihre Schulter. „Kein Grund dafür".

Jetzt lächelte Cameron schüchtern. Dann zuckte sie zusammen und sah sich um.

„Ich hab was für Dich", sagte sie und stürzte auf die Einkaufstaschen zu.

Verwundert sah James Ellison zu, wie sie in einer der Tasche wühlte und mit einem Brillenetui zu ihm zurückkehrte.

„Was ist das?" Fragte James mit einem halben Lächeln.

„Machs auf,...machs auf", sagte sie und hopste wie ein kleines Mädchen auf der Stelle.

Kopfschüttelnd lächelnd öffnete er nach einem letzten Blick auf das Mädchen vor ihm das Etui.

„Gefällt sie Dir?" Fragte Cameron enthusiastisch.

James nahm die Sonnenbrille aus dem Etui, klappte die Bügel auf und besah sie sich von Vorne.

„Das ist...". Er dachte an das Geld und lächelte sie trotzdem ehrlich an. „...ein schönes Geschenk".

Cameron sah ihn an als er die Predator 2 aufsetzte. Dann grinste sie.

„Warte...", sagte sie plötzlich mit erhobenem Finger.

Sie wirbelte herum und bückte sich erneut. Als sie sich wieder aufrichtete sah er, wie sie selbst ein Etui öffnete und eine Brille herausnahm. Sie setzte die Brille auf, dann erst drehte sie sich breit grinsend herum.

„HEY!" Ertönte in diesem Moment eine wütende Stimme.