7. Walking in the Winterwonderland

oder der 2. Streich

Am nächsten Morgen wachten Sirius und James mit dem dringenden Gefühl auf, dass ein Streich dringend notwendig war. Immerhin hatten sie in ihrer ganzen bisherigen Laufbahn als Sechstklässler noch keinerlei Unfug getrieben hatten.

Also planten sie, wie immer, einen sehr aufwendigen Streich.

Der Trank, den sie dafür brauen mussten, war sehr schwierig, außerdem musste er über einen Monat vor sich hin köcheln. Die Zutaten kauften sie heimlich bei einem der Hogsmeade- Ausflüge Ende September.

Am siebten November war es endlich soweit. James, Sirius, Remus und Peter kletterten um ein Uhr morgens leise aus ihren Betten.

Sie gingen hoch in den Nordturm, den höchsten Turm der Schule. Dort krempelten sie die Ärmel ihrer Umhänge hoch und sprachen gleichzeitig eine Beschwörungsformel. Dadurch holten sie den Zaubertrank aus einer anderen Ebene, in der sei ihn immer versteckt hatten, wenn sie ihn nicht gerade gebraut hatten.

„Mann, Wurmschwanz! Konzentrier dich doch mal!", fauchte Sirius Peter an, als die Beschwörung nicht funktionierte.

Vor Peter war ein gelber Blitz aufgeblitzt, der gezeigt hatte, dass von Peters Zauberstab zu wenig Energie kam um den Kessel zu materialisieren. Peter konzentrierte sich, so dass die schwierige Formel beim zweiten Versuch wirkte.

Ein Kessel, so klein wie ein Kochtopf erschien wie auf dem Nichts, drehte sich und blieb dann harmlos aussehend vor den vier Jungen stehen.

„Enormius!", Sirius deutete voller Vorfreude mit dem Zauberstab auf den Kessel. Doch der blieb unverändert. Auch die anderen drei versuchten ihr Glück, doch außer dass der Kessel sich im Kreis drehte, passierte nichts.

„Ich denke, dass ein Zauberschutz darauf liegt, dass die Leute für alle verschiedenen Tränke einen Kessel anderer Größe kaufen müssen." Mit diesen Worten trat Lily Evans aus dem Schatten.

Sirius machte einen rießen Satz und versuchte doch noch, den Kessel vor Lilys Blick zu schützen. James machte einen Sprung nach vorne, da er sich so erschreckt hatte. Remus Zauberstab fiel mit lautem Klappern zu Boden und Peter stand erschrocken und mit offenem Mund da und sah Lily an.

„Was machst du denn hier? Verfolgst du uns etwa?" Sirius hatte eingesehen, dass Lily den Kessel sowieso schon gesehen hatte und baute sich nun drohend vor ihr auf, was sie aber nicht sehr zu beeindrucken schien, obwohl Sirius gut einen Kopf größer war als sie selbst.

Erneut deutete sie auf den Kessel und meinte nur ungerührt: „Das hättest du wohl gerne! Nein. Ich wollte nur etwas Wasser trinken gehen, da hab ich gesehen, wie ihr Richtung Nordturm gerannt seid. Also hab ich beschlossen, euch im Auge zu behalten, damit ihr nicht schon wieder Unsinn anstellt."

„Du willst uns doch nicht etwa verpetzen?" James wurde vor Empörung einen halben Meter größer.

„Nein, ich will euch nur davon abhalten, euch schon wieder selbst Ärger zu machen!" Lily schien es zu Sirius´ Erstaunen wirklich Ernst zu meinen.

Während er es noch immer nicht fassen konnte, was für eigenartige Ansichten manche Leute doch hatten, sagte Remus, der aussah, als wäre ihm eine Idee gekommen, sagte:

„Hör mal Lily. Du bist doch so gut in Zauberkunst und hast du nicht letztes Mal gesagt, dass du ein Buch über urheberrechtlich geschützte Waren gelesen hast? Du könntest uns doch helfen, diese Kessel mitsamt Inhalt anschwellen zu lassen?"

Lily schien fassungslos, ob dieses Angebots. „Und warum um Himmels Willen sollte ich das tun?"

„Na ja. Ich dachte du magst den Winter sehr gerne?", Remus lächelte hintergründig.