Disclaimer:
Na ja Leute, ich bleibe standhaft dabei: Nichts gehört mir, bis auf die Idee zu dieser Story... Aber das ist ja auch schon was...
An dieser Stelle muss ich unbedingt einmal ein ganz großes Dankeschön an all die tollen Leser und Kommentarschreiber aussprechen... Danke Leute, ihr seid der Grund, warum diese Story so schnell bzw. überhaupt von der Stelle kommt!!!
Jetzt musste auch Sanae grinsen, denn ob sie es wollte oder nicht, irgendwie war dieser eingebildete Bengel, der sie ständig Cherié nannte, doch sehr charmant. Eingebildet und recht nervtötend, aber charmant. Ein Franzose eben.
„Mein Name ist Sanae Nakazawa."
„Oh, aber ich darf dich doch weiterhin Cherié nennen, oder? Es passt so gut zu dir."
Aus unerfindlichen Gründen musste Sanae lachen. Napoleon war sicherlich etwas überheblich, aber hinter seiner Fassade schien sich auch sehr viel Humor zu verbergen. Er nahm sich selbst nicht ganz so ernst und selbst der beste Casanova konnte sich von Louis' Charme etwas abgucken, befand Sanae innerlich. Sie war auf jeden Fall geneigt ihn eher als Witzbold anzusehen, denn als arroganten Franzosen, der keine Ahnung von der Welt hatte. Sie sah halt irgendwie immer das Gute im Menschen und gab nie die Hoffnung auf.
„Wenn es dir Spaß macht, Louis, dann bin ich die letzte, die dich daran hindert."
Sanaes Lächeln ließ Karl-Heinz einen Schauer über den Rücken laufen und zum Wiederholten Male fragte er sich, wie er wohl das Versprechen, das er Genzo vor ein paar tagen erst gegeben hatte, einhalten wollte. Sein Körper und seine Empfindungen betrogen seinen eigenen, grundsätzlich klar formulierten Willen, seine anfänglichen Gefühle, wenn man sie denn als solche bezeichnen konnte, nicht weiter zu vertiefen. Aber nichts hielt sich an dieses hochgestochene Ziel und trotzdem würde er sich ihr nicht anders näher als ein Freund es tun würde. Erst, wenn Sanae selbst auf ihm zukommen und ihn um mehr bitten würde, ja, erst dann wollte er sich von seinem Versprechen Genzo gegenüber entbunden fühlen. Aber dann wollte er auch auf keine Minute des Glücks mehr verzichten, wenn es denn vielleicht irgendwann einmal soweit kam.
Abgehetzt und wie immer zu spät kam ein mittelgroßer, recht braungebrannter, junger Mann mit strahlendem Lächeln und perleweißen Zähnen auf die Gruppe zu und grüßte alle freundlich, als sein Blick an Sanae hängen blieb. Seine großen, dunkelbraunen Augen schienen sie intensiv zu mustern und Sanae fühlte sich seltsam beklommen. Irgendwie kam dieser Mann, dem der Schalk scheinbar aus den Augenwinkeln blitzte, ihr bekannt vor. Sie konnte nur nicht genau sagen, woher sie ihn kannte, aber sicher war, dass sie sich schon einmal begegnet waren, vor einiger Zeit.
Augenscheinlich ging es dem Mann im grünen Trainingsanzug genauso, denn sein Blick blieb starr auf Sanae gerichtet, die ihre Augen ebenfalls nicht von ihm abwenden konnte.
„Ich kenne dich irgendwoher, aber ich weiß nicht, woher."
Stellte der für Sanae fremde Mann fest. Verwirrt nickte sie nur, um seine Behauptung zu bekräftigen. Es war ihr regelrecht unheimlich, auch wenn ihr Gegenüber gar nicht wirklich unheimlich schien. Im Gegenteil, er wirkte offen und freundlich auf sie, seine Körperhaltung kerzengerade, dafür aber kein bisschen angespannt. So locker und entspannt. Auch sein Körper war, wie es für einen Sportler wohl Pflicht war, die reinste Augenweide, genau definierte Muskeln, sonnengebräunte Haut und ein gewisses Selbstbewusstsein, das nur Erfolg verleihen konnte. Großer Erfolg. Und aus unerfindlichen Gründen, war er ihr, trotz seines bohrenden Blickes, sehr sympathisch.
„Ich störe eure augenscheinlich höchst interessante, aber wortlose Kommunikation nur höchst ungern, aber das Training hätte eigentlich schon vor längerem anfangen müssen und wenn wir nicht Strafrunden bis zum Sankt Nimmerleins Tag laufen wollen, würde ich vorschlagen jetzt endlich anzufangen, bevor der Trainer noch komplett die Geduld verliert.
Diaz, kommst du?"
Erst als Schneider den Namen aussprach kamen Sanaes Erinnerungen urplötzlich zurück. Natürlich kannte sie den Mann vor ihr, es war Juan Diaz! Und sie hatte ihn bisher nicht nur im Fernsehen gesehen, sonder auch vor einigen Jahren bei der U-16 Weltmeisterschaft in Frankreich. Also, daher kannte er sie und sie ihn.
„Juan Diaz, jetzt weiß ich wieder, woher wir uns kennen. Damals, bei der U-16 Weltmeisterschaft, habt ihr Argentinier gegen die Japaner, gegen Tsubasa, gespielt. Und am Ende der Weltmeisterschaft-"
„- Gab es eine große Feier zu Ehren aller Teilnehmer. Und da haben wir miteinander getanzt. Ja, jetzt erinnere ich mich auch, natürlich, du hast Tsubasa an jenem Abend begleitet."
Diaz' Gesicht begann zu leuchten, als er an die vergangene Zeit zurück dachte. Er spielte gerne für Argentinien, aber seine erste WM damals in Frankreich würde er wohl nie vergessen, genauso wenig wie die vielen talentierten Fußballer, gegen die er damals gespielt hatte und die er später als Menschen besser kennen gelernt hatte.
„Genau! Oh Gott, wie lange ist das jetzt schon wieder her."
Beide strahlten und Karl-Heinz Schneider stand etwas säuerlich daneben. Nicht umsonst hatte er sie unterbrechen wollen, als sie sich so lange so intensiv in die Augen gesehen hatte. Auch Genzo war langsam unruhig neben ihm von einem Bein auf das andere getreten, als wäre ihm das alles furchtbar unangenehm. Und auf seinem Gesicht konnte Schneider lesen, dass Genzo bereits vorher gewusst haben musste, woher sie sich kannten, schließlich war er damals mit dabei gewesen. Doch aus irgendwelchen gründen hatte er sich entschlossen zu schweigen und es die beiden selbst herausfinden zu lassen.
Schneider gefiel es gar nicht, wie gut sich Juan und Sanae zu verstehen schienen. Von Napoleon, na ja, da ging keine wirkliche Gefahr aus, der wollte nur spielen, wollte zeigen, dass er ein Mann war, aber Diaz', der fröhlich und recht offene Argentinier, schien genau Sanaes Geschmack zu sein und dann hatten sie augenscheinlich auch noch eine gemeinsame Vergangenheit.
Fröhlich verließen die Jungs Sanae und Dr. Bammel um endlich dem Training ihre volle Aufmerksamkeit u schenken. Gemeinsam setzten sich die anderen beiden auf die Tribüne und sahen dem geschehen zu. Glücklicherweise verletzte sich keiner, so dass Sanaes erste Arbeitstag mit dem SV Werder Bremen ungewöhnlich ruhig von statten ging, was zufällig auch etwas damit zu tun hatte, dass das Training unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden hatte. Sonst war von Ruhe und Besinnlichkeit nie die rede, wenn Sport- und Klatschreporter oft aus ganz Deutschland und der Welt sich in Bremen am Weserstadion die Ehre gaben. Aber zu diesem Zeitpunkt konnte Sanae auch noch nicht wissen, dass die Presse, oder besser gesagt ein übereifriger Reporter gerade dabei war die Story zu recherchieren und zu schreiben, die ihr noch viel Ärger bringen sollte.
Die nächsten Tage vergingen für Sanae wie im Flug. Ihre Arbeitstage mit den Spielern zusammen waren lustig, aber bisher ereignislos, so dass sie noch keine Sportlerverletzung hatte behandeln können. In der Klinik hingegen war immer allerhand zu tun und Sanae fragte sich des Öfteren schon, wie sie später einmal so einen Alltag würde meistern sollen, aber auch diese Zweifel gingen vorbei. Sie half, wo sie kann und stand Martin und Katrin so gut sie konnte zur Seite. Irgendwie wurde sie aber das Gefühl nicht los, dass Katrin ihr irgendetwas sagen wollte, aber nie die Worte dazu fand. Da Sanae es aber für unhöflich hielt sie direkt danach zu fragen, ließ sie das Thema, welches auch immer es gewesen sein mag, auf sich beruhen. Sicherlich würde ihre neu gewonnen Freundin irgendwann schon damit rausrücken.
Und so waren die meisten tage Sanaes mit Arbeit gefüllt, so wie es auch ursprünglich geplant gewesen war, schließlich war sie nicht in Deutschland um auf der faulen Haut zu liegen. Nein, sie wollte und sollte etwas lernen und Wissen anhäufen, das ihr später einmal zu gute kommen würde.
Abends ging sie oft mit Genzo und seinen Freunden feiern. Karl-Heinz, Juan und Napoleon schafften es irgendwie immer wieder Sanae zum Mitkommen zu animieren, auch wenn sie sich immer wieder schwor, dass erst einmal Pause machen würde. Es half nicht, bei solchen Männern konnte sie einfach nicht widerstehen. Außerdem machte es ihr auch immer sehr viel Spaß mit den Jungs zu feiern, die immer genau wussten, was sie wollten und wie sie es bekamen. Besonders galt dies natürlich für Napoleon, der augenscheinlich jeden Abend mit einer anderen Schönheit verbrachte und sie trotzdem immer noch, auch in Anwesenheit seiner neuesten Eroberung, Cherié nannte. Dieser verrückte Franzose hatte sich mit der Zeit einen festen Platz in ihrem Herzen erkämpft, genauso wie alle anderen. Der normalerweise immer fröhliche Diaz, der einfach himmlisch tanzen konnte und mit seinem Frohsinn alle ansteckte, aber auch eine erste Seite hatte, die er jedoch nicht allen zeigte. Dann noch der etwas ruppige Manfred Kaltz, der ein Herz aus Gold hatte und natürlich Karl-Heinz Schneider, ihren Kalle, mit dem sie weiterhin jeden Morgen zusammen laufen ging und der zu so etwas wie ihrem persönlichen Beschützer geworden war, sobald Genzo sich einmal für länger entfernte. Ja, zu Schneider hatte sie das beste Verhältnis aufgebaut und er war es auch, der sie letztendlich immer dazu bekam doch noch mitzukommen. Genzo hielt sich bei diesen Aktionen ungewöhnlich zurück und war zuweilen wirklich grüblerisch. Manchmal wollte Sanae sehr gerne wissen, was in dem Kopf ihres alten Freundes vorging, doch zu fragen traute sie sich dann doch nicht. Das wäre vielleicht zu aufdringlich und unhöflich gewesen.
Es hatte aber auch seine Vorteile, wenn man mit Stars befreundet war, denn Sanae hatte, seit sie in Deutschland war, nur in den besten Clubs gefeiert, nie an irgendeiner Schlange angestanden und auch noch nie nur einen Cent bezahlt. Den Besitzern war es eine Ehre die erfolgreichen Stars des SV Werder Bremens zu bewirten, immerhin konnten sie alle sicher sein, dass es viel kostenlose Publicity dafür gab.
Zwei Wochen nach ihrer Ankunft in Deutschland, hatte Sanae sich schon prächtig eingelebt. Das Leben war bei weitem einfacherer und die Menschen, auch wenn alle Südländer darüber lachen mussten, bei weitem offener und lockerer als in Japan. Sie fühlte sich grundsätzlich wohl, auch wenn ihre Nervosität langsam stieg, denn bald würden Taro und Tsubasa nach Bremen kommen um sie und Genzo zu besuchen. Zu Sanaes Glück hatte Kojiro Hyuga absagen müssen, da er bereits eine Woche später in Bremen sein würde, ließ sein Trainer in zu diesem Zeitpunkt nicht weg. Das beruhigte Sanae ein bisschen, denn Kojiro und Tsubasa zum selben Zeitpunkt, damit konnte sie nicht fertig werden.
Eigentlich war es als spontaner Überraschungsbesuch gedacht gewesen, aber dann hatte Genzo doch eingesehen, dass es vielleicht nicht wirklich ratsam war, sie mit etwas zu überraschen, was mit Tsubasa zu tun hatte, schließlich hatte er ihr seit Wochen nicht mehr geantwortet und ihre Telefonate waren, seit Sanae in Deutschland war, ganz weggefallen, obwohl sie jetzt noch nicht einmal mehr die hindernde Zeitverschiebung zu ertragen hatten. Aus irgendwelchen Gründen war bei ihnen derzeit einfach der Wurm drin und Sanae fürchtete sich ein wenig vor ihrem zusammentreffen.
Was sollte sie sagen? Was wollte er hören? Warum, verdammt noch mal, rief er nicht an oder antwortete? War er sauer, hatte sie irgendetwas falsch gemacht?
Sanaes Gedanken drehten sich im Kreis und eigentlich hatte im Augenblick keinen Nerv für die quälenden Fragen und die Ungewissheit, aber ihre Gefühle für Tsubasa, die sie sonst immer so erfolgreich unterdrückte, wollten gewaltsam an die Oberfläche und Sanae hatte Angst die Tage, die sie zusammen waren, nicht zu überstehen.
Sie waren hier nicht zu Hause, in Nankatzu, hier war alles so anders. Sicherlich gab es tausend und eine Sache, über die sie sich unterhalten konnten, aber bestimmt fiel ihr im entscheidenden Moment wieder keine ein. Das war schon immer so gewesen. Tsubasa schaffte es sie absolut willenlos zu machen und in ein Häufchen stotterndes Elend zu verwandeln. Diese Kraft hatte sonst niemand, außer er. Es konnte kommen, wer wollte, selbst vorm Fußballkaiser höchst persönlich hatte sie keine Probleme, aber bei Tsubasa setzte ihr Gehirn regelmäßig aus. Einfach so.
Missmutig schlug Sanae die Morgenzeitung auf, die sie nach dem Joggen mit Kalle mit hinein geholt hatte. Irgendwie war das Zeitung reinholen zu ihrem Part geworden, da sie ja eh jeden Morgen mit Karl-Heinz draußen unterwegs war. Und diese kleinen oder großen Touren waren ihr mittlerweile richtig ans Herz gewachsen. Sanae fühlte sich fitter, gesünder und sie liebte es mit Schneider über dieses oder jenes Thema zu sprechen. Auch wenn man es nicht von ihm erwartete, so hatte er doch Abitur und war extrem belesen, was für Sanae viele Stunden lebhafter Diskussionen mit sich brachte. Auf ihn traf das weit verbreitete Vorurteil „Dumm kickt gut" nicht zu.
Genzo stand noch unter der Dusche und machte sich fit fürs Training, als Sanae zur Rubrik Klatsch und Tratsch kam. Gewöhnlich übersprang sie diese Sektion, weil sie solche Sachen nicht wirklich interessierten, doch an diesem Morgen blieb ihr Blick an der Überschrift hängen.
Ein Märchen auf japanischNeugierig geworden begann Sanae zu lesen. Der Artikel war über Sportler. Vielleicht fand sich auch der eine oder andere ihr bekannte Name darin wieder, vorzugsweise Napoleon, der in dieser Spalte eigentlich immer in irgendeiner Form vertreten war.
Liebe Leserinnen und Leser,
Ich habe mich in der letzten Zeit sehr intensiv mit Märchen beschäftigt. Genauer gesagt: Mit modernen Sportler Märchen, die ein Happy End haben und die Menschen faszinieren. Weil sie ehrlich sind, ohne Lüge, basierend auf echten erfolgen und wahrer Liebe. Wenn ich jedoch ehrlich bin, habe ich nicht besonders viele gefunden. Einige hatten am Anfang wirklich großes Potential, von ihnen habe ich mir großes erhofft, aber sobald ich einen Blick hinter die strahlende Fassade warf, war alles morsch und schon fast verrottet. Nicht besonders märchenhaft. Es war zum Heulen, kann ich berichten. Wo sind all die Traumkarrieren hin, die man früher so oft bewundert hat? Wo sind all die Vorzeigesportler und ihre Vorzeigeehefrauen denn nun hin? Nun ja, Sportler haben wir hier in Deutschland genug. Verheiratet sind auch einige von ihnen. Warum, werden sie mich jetzt bestimmt fragen, haben sie nicht einfach ein Paar von denen genommen?
Die Antwort ist einfach: Ich wollte ein Märchen, keine alltägliche Geschichte. Weil Märchen etwas besonderes sind, weil sie eine gewisse Faszination ausüben. Deswegen habe ich mich auf die lange und beschwerliche Suche nach einem Sportler Märchen gemacht, so wie es vielleicht am Anfang die Karrieren von Pelé, Franz Beckenbauer oder Diego Armardo Maradona welche waren.
Und dann, schon bald am Ende meines Lateins, stieß ich auf das ultimative Sportler Märchen, das mir eigentlich sehr nahe lag, an das ich aber am Anfang keinen Gedanken verschwendet habe.
Wer, werden sie fragen. Wer liegt nahe und wird doch nicht sofort bedacht, wenn es um einen märchenhaften, kometenhaften Aufstieg geht?
Ich will es ihnen sagen: Genzo Wakabayashi.
Sicherlich werden sie sich fragen, wie ich gerade auf den Torwart des SV Werder Bremens gekommen bin.
Auch das ist eigentlich ganz einfach und logisch: Aus einem Land kommenden, in dem Fußball noch lange nicht so gelebt wird, wie hier in Deutschland, kam er als kleiner Junge in unser Land um zu lernen und der beste Torwart zu werden. Sein Ehrgeiz und sein Talent brachte ihm nicht nur einen Stammplatz in der Werder-Elf ein, sondern auch einen festen Platz in der japanischen Nationalmannschaft, mit der er bereits im Alter von 15 Jahre seinen ersten Weltmeisterschaftstitel gegen Deutschland errang. Seit damals hat er viele Siege auf dem Platz errungen, die meisten für den SV Werder, wozu zwei Meisterschaften und ein Championsleague Titel gehören, an denen er nun wirklich nicht ganz unbeteiligt ist.
Und was ist daran jetzt märchenhaft? Harte Arbeit, viel Schweiß und vermutlich auch viele Tränen haben ihn dahin gebracht, wo er jetzt ist, und nichts anderes, werden sie mir antworten. Und da gebe ich ihnen unumwunden Recht.
Ja, wirklich, ich gebe ihnen recht, denn genau das ist es, was mir an Genzo Wakabayashis Biographie zuerst märchenhaft vorkam: Ohne Beziehungen, ohne irgendwelche Vorteile, hat er sich hochgearbeitet, etwas, was in unserer Gesellschaft mittlerweile fast vollkommen unmöglich ist, hat er vorgemacht.
Sein eigenes, persönliches Märchen.
Und ja, danach wurde ich neugierig, wollte mehr wissen, mehr erfahren über den zumeist schweigsamen Japaner, der angeblich im Kreis seiner Freunde richtig auftauen soll. Ein wirklicher Partygänger sei er zwar nicht, wurde mir berichtet, aber in Gesellschaft seiner Freunde sei er bei weitem lockerer und spontaner als in Anwesenheit der Presse und Fremder. Verständlich, finde ich.
Mit einem ungefähren Bild im Kopf machte ich mich dann auf den Weg nach Bremen, wollte herausfinden, ob Genzo Wakabayashi heimlich, still und leise eine Freundin habe und all diese Dinge, die den romantischen Sektor eines Märchens ausfüllen. Und voilà, ich wurde prompt fündig: Vor meiner Kamera spielte sich, absolut unbeobachtet, das romantische Märchen ab, nach dem ich so verzweifelt gesucht habe: Zusammen mit einer jungen, anmutigen Frau sah ich Genzo Wakabayashi, der sich fast perfekt getarnt hatte, an der Schlachte entlang spazieren. Sie hielten zwar kein Händchen und ich verstand auch kein Wort, von dem, was gesagt worden war, aber man konnte förmlich spüren, wie die Chemie stimmte.
Sie lachten viel und entschlossen irgendwann, sich hinzusetzten und eine heiße Schokolade zu trinken. Immer wieder berührten sich ihre Hände wie durch Zufall und jedes Mal lächelten sie sich verliebt an, so als könnten sie ihr süßes Geheimnis nicht mehr lange wahren (s. Foto 1).
Gemeinsam schlenderten sie weiter, Wakabayashi zeigte ihr Bremen mit all seinen Eigenheiten und sie staunte nicht schlecht, als er sie zu einem kleinen, aber feinen Juweliergeschäft brachte. Auch meinen Augen traute ich kaum, als ich das junge Paar vor dem Juweliergeschäft erblickte. Verträumt sah die Frau auf die ausgestellten Trauringe und auch Wakabayashi schien für einen Augenblick die Welt um sich herum vergessen zu haben (s. Foto 2).
Den Laden betraten sie, falls viele es vielleicht schon vermutet hatten, leider nicht. Stattdessen führte er sie weiter, immer darauf bedacht sie in der Menge nicht zu verlieren. Fürsorglich sah er sich immer wieder nach ihr um und, ob durch Zufall oder seine geschickte Planung, landeten sie vor einem Brautmodengeschäft, das natürlich die junge Frau sofort zum Träumen verleitet. Geduldig ließ Genzo seine Angebetete dort stehen, träumen und schauen, während er selbst sich dezent in den anderen Schaufenstern umguckte, da ein Bräutigam das Kleid seiner Braut ja nicht vorm Hochzeitstage sehen darf (s. Foto 3).
Sie denken jetzt sicher, dass es nicht noch romantischer geht? Ein Mann, der mit seiner Freundin spazieren geht, mit ihr Trauringe suchen geht und sie in aller Ruhe Brautkleider beschauen lässt? Aber sicher doch. Denn Genzo Wakabayashi, als wahrer Gentleman, zeigte noch viel mehr Interesse für die Liebe seines Lebens.
An jenem Nachmittag machten die beiden sich dann auch gleich auf zum Dom um alle Formalitäten wegen der Trauung zu klären. Hier übernahm Wakabayashi die Initiative und seine Freundin sah sich in aller Ruhe den wunderschönen Dom an und sicherlich schweiften ihre Gedanken auch hin- und wieder zu der bevorstehenden Hochzeit der beiden, die augenscheinlich genau dort stattfinden sollte (s. Foto 4).
Selbstverständlich werden sie jetzt alle fragen, ob es denn kein Statement von Wakabayashi selbst zu der ganzen Geschichte gäbe. Ob es nicht vielleicht alles ausgedacht ist, weil ich eine Story brauchte? Fotos können lügen, werden sie mir anführen, aber auf der nächsten Seite werden sie den ultimativen Beweis finden, dass ich nicht lüge, denn dort sind Bilder abgedruckt, die zum einen an jenem Nachmittag auf offener Straße aufgenommen wurden und zum anderen private Fotos aus Wakabayashis Haus, die beide zusammen zeigen.
Später fand ich heraus, dass Genzo Wakabayashis Verlobte Sanae Nakazawa heißt, sie sich schon seit Kindertagen an kennen und nie den Kontakt zueinander verloren haben, auch während der langen Trennung nicht. Als verständnisvolle Frau soll sie ihm immer den Rücken gestärkt und ihn in seinen Entscheidungen voll unterstütz haben. Mittlerweile arbeitet sie als Ärztin in einem Bremer Klinikum und für den SV Werder Bremen. So hat Wakabayashi wunderbar dafür gesorgt, dass seine Liebste, die erst vor kurzem aus Japan zu ihm nach Deutschland gekommen war, sich in ihrer zukünftigen Heimat auch wohl fühlen würde. Auch seinen Freunden hat er seine große Liebe bereits vorgestellt und alle waren begeistert und glücklich, dass ihr Torwart endlich die Liebe gefunden hat, die er wahrscheinlich schon sehr viele Jahre des Alleinseins gesucht hat. Seit dem Sanae in Deutschland ist, geht Wakabayashi nämlich viel häufiger mit ihr weg, sie feiern zusammen und genießen ihre Jugend. Diese neue Lockerheit und Lebensfreude scheint wohl nur auf die Anwesenheit seiner Verlobten Sanae zurück zu führen zu sein. Besonders sein bester Freund, Karl-Heinz Schneider, scheint sehr von der Wahl seiner Freundes begeistert zu sein, denn er geht nicht nur jeden Morgen mit ihr joggen, nein, er hat sich sogar erboten den beiden ein gemeinsames Haus zu konzipieren, wenn sie denn erstmal verheiratet wären. Bisher wohnen beide noch in Genzo Wakabayashis Villa in Schwachhausen, wo sie sich jedoch ebenfalls sehr wohl fühlen.
Wenn dies für sie, liebe Leserinnen und Leser, nicht märchenhaft genug ist, dann werden sie wohl in der Realität im Moment kein größeres Märchen finden, dass wirklich und wahrhaftig echt und nicht gespielt ist. Dann müssen sie sich in die Fantasiewelt der wahren Märchen flüchten, aber ich gebe ihnen den gut gemeinten Tipp, dass sie rechtzeitig wieder aufwachen, denn nun warten wir selbstverständlich alle auf die offizielle Bekanntgabe der Verlobung.
Und, meine lieben Leserinnen und Leser, sehr lange werden wir bei dem jungen Glück, bestimmt nicht mehr darauf warten müssen.
Und selbst wenn, nun sind sie zumindest schon einmal vorinformiert und können mitreden, wenn es demnächst heißt: Hast du schon gehört, es steht eine Märchenhochzeit in Bremen an.
Bis zum nächsten Mal, ihr
Jürgen Grabs
Fassungslos ließ Sanae die Zeitung zu Boden fallen. Das konnte nicht wahr sein, es durfte einfach nicht dort stehen. Kraftlos ließ Sanae ihren kopf in die Hände sinken. Wie hatte sie nur in so eine Situation gelangen können? Es war absolut skandalös! Nur mit Widerwillen hatte sie die Fotos angesehen und erkennen müssen, dass all das wirklich geschehen war und nicht nur der Einbildung dieses Reporters entsprang. Natürlich waren die Bilder vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen, aber trotzdem. Besonders schockierend fand Sanae das Bild, das anscheinend durch ihr Schlafzimmer aufgenommen worden war. Da machte Genzo ihr gerade ihr feuerrotes Kleid zu und ein Träger war ihr von der Schulter gerutscht, so dass es aussah, als würde er etwas anderes tun. Es war einfach nur schrecklich. Ein Skandal. Was würde ihre Familie dazu wohl sagen?
Ebenso verzweifelt fand Wakabayashi sie wenige Minuten später und versuchte mit ihr zu reden, was nicht gelang, bis er die Zeitung aufhob und ihm ein Bild von sich uns Sanae ins Auge fiel. Ihr verträumtes Gesicht spiegelte sich in der Scheibe des Brautmodenladens wieder, während er selbst dezent zur Seite sah. Aber er war es, unverkennbar.
Still begann Wakabayashi zu lesen und wurde von Minute zu Minute zorniger. Jetzt verstand er Sanaes Verhalten. Dieser schmierige Reporter schien für alles eine logische Erklärung zu haben. Dem normalen Leser würde nie auffallen, dass es sich alles um ein Netzt aus Lügen handelte und kein Wort davon wahr war. Nun ja, fast kein Wort. Sicher, er war es gewohnt Lügen über sich in der Zeitung zu lesen, doch eine andere Frau, eine seiner Freundinnen, hatten sie noch nie mit hineingezogen. Er fühlte ehrlich mit ihr.
Fast eine geschlagene halbe Stunde redete er auf Sanae ein, die immer noch vollkommen gelähmt am Küchentisch saß. Schon längst hätten sie beide weg sein müssen, doch Genzo sah einfach keine Möglichkeit Sanae aus ihrer Trance herauszuholen und in diesem Zustand wollte er sie auch nicht alleine lassen. Dafür machte er sich viel zu große Sorgen um sie. Seine Hoffnung bestand einzig und allein darin, dass er ihr klarmachen musste, dass niemand in Japan jemals etwas von diesem Artikel erfahren musste. Ihr Ruf war nicht für immer irreparabel geschädigt. Und ihre Freunde würden diesem Schmierenfink sowieso nicht glauben. Aber irgendwie heiterte sie auch das nicht auf.
Genzo hörte die Tür zugehen und wunderte sich, wer ihn zu dieser Zeit wohl besuchen käme, bis ein strohblonder Kopf um die Ecke lugte und fragend Sanae ansah.
„Ich hab mir schon gedacht, dass ihr noch nicht weg seid, als ich die Zeitung aufgeschlagen habe."
„Du hast ihn also schon gelesen?"
„Ja."
Jetzt hob Sanae das erste Mal den Kopf und sah verwirrt zu Karl-Heinz auf. Ihre Augen waren rot und man konnte vermuten, dass sie geweint haben musste. In diesem Augenblick hätte Schneider alles dafür gegeben sie irgendwie von ihrem leid befreien zu können, doch er wusste auch nicht wie und wenn ihr bester Freund Genzo schon keinen Weg gefunden hatte, wie sollte dann er einen finden?
Stumm tauschten beide Männer einen Blick aus. Sie erinnerten sich noch zu gut daran, als sie das erste Mal von der Presse mit Lügen durch den Kakao gezogen worden waren. Sie und die, die ihnen etwas bedeuteten. Es war nicht einfach gewesen und sie hatten ihre Lektion auf die harte Tour lernen müssen. Mittlerweile hatten sie gelernt eher zu misstrauisch zu sein als zu vertrauensvoll. Und sie waren stiller geworden, einsilbiger, um nicht mehr alles der Öffentlichkeit preiszugeben.
Besonders Schneider hatte unter der regelrechten Hetzjagd der Presse gelitten und war von einer guten Freundin für eine Story verraten worden, so dass er sich nicht mehr leichtfertig einem Menschen anvertraute. Schnelle Bekanntschaften für ein oder zwei Nächte, aber an sein Herz kam keine ran, das blieb gut versteckt im Tresor, wo ihm keiner weh tun konnte. Denn auch nach all der Zeit traf jeder Tiefschlag und ließ ihn immer noch nicht kalt. Er hatte gelernt einzustecken, er war keine Mimose, aber es war unendlich schwer wieder festes Vertrauen zu fassen und nicht immer Angst zu haben, dass dieses Vertrauen missbraucht werden könnte.
Und so saß er an diesem Tag einer hilflosen Sanae gegenüber, die sich ohnmächtig all diesen Lügen ausgesetzt fühlte. Leise murmelte er ihr Worte des Trostes und des Verständnis zu. Er versicherte ihr, dass all das schon bald wieder vergessen werden würde und dass sie eine Gegendarstellung abdrucken werden würden. Schneider war bereit ihr alles zu erzählen, nur um ihr den Schmerz zu nehmen. Vorsichtig nahm er sie in den Arm und hielt sie einfach nur fest, während Sanae in seinen Pullover weinte.
Währenddessen war Genzo in sein Schlafzimmer gegangen um an sein Handy zu gehen, dass bereits seit einigen Minuten klingelte. Er wollte Sanae und Schneider in diesem Augenblick lieber nicht stören, denn irgendwie hatte er das ungenaue Gefühl, dass Kalle die richtigen Worte finden würde um sie zu trösten und ihr zu helfen. Was die Beziehung oder nicht Beziehung der beiden anging war Genzo gespalten: Zum eine wollte er, dass Schneider die Finger von Sanae ließ, die doch nur in Tsubasa verliebt war und keinem anderen ihr Herz schenken wollte und auf der anderen Seite wollte er seinen langjährigen Freund mit der Frau seines Herzens wirklich glücklich sehen, doch irgendwie schienen beiden Varianten irgendwen zu enttäuschen.
„Wakabayashi."
„Hallo Wakabayashi, ich bin es, Tsubasa."
Damit hatte Genzo nun wirklich nicht gerechnet, dass Tsubasa sich bei ihm meldete und dann auch noch so früh. Ungewöhnlich. Er hatte eher mit einem genervten Trainer gerechnet, dem er erklären musste, warum Schneider und er selbst noch nicht beim Training erschienen waren. Aber nein, mit Tsubasa hatte er nun wirklich nicht gerechnet, wollte er doch in ein paar Tagen schon in Bremen sein.
„Hey Tsubasa, alter Freund, wie geht es dir? Ich bin ehrlich etwas überrascht, dass du anrufst. Es ist im Augenblick nämlich gerade ein sehr schlechter Zeitpunkt."
Normalerweise hätte er sich auf ein Telefonat mit seinem alten Rivalen und langjährigen Freund wirklich gefreut, aber heute morgen gab es wichtigere Dinge zu regeln.
„Ach, störe ich gerade? Liegt ihr beide noch im bett oder seid ihr gerade Trauringe aussuchen? Oder doch eher das Hochzeitsmenü zusammenstellen? Ich kenne mich da nicht so aus, was vor welchem kommt."
Verwirrt musste Wakabayashi einen Moment überlegen, wovon Tsubasa da gerade sprach, aber auch nach einem Moment Bedenkzeit kam er nicht drauf.
„Tsubasa verdammt, was redest du da? Was willst du von mir?"
„Was ich rede? Was ich rede? Und was ich von dir will? Nichts will ich, absolut gar nichts. Die Sache ist für mich gegessen. Ein toller Freund bist du, Genzo, ein wirklich toller Freund. Aus der Zeitung muss ich erfahren das du heiratest. Aus der Zeitung. Und dann auch noch, und dann auch noch-"
Jetzt war auch bei Genzo der Groschen gefallen und er wusste, worüber sich Tsubasa so aufregte. Er hatte augenscheinlich ebenfalls den Artikel gelesen, der Sanae emotional so mitnahm. Und er war wütend, er war stink wütend. Das brachte Genzo irgendwie zum Schmunzeln. Er ahnte, dass es weniger die Tatsache war, dass Tsubasa augenscheinlich aus der Zeitung von seiner angeblich bevorstehenden Heirat erfuhr, sondern eher wer dort als seine zukünftige Ehefrau stand, die ihn so wütend machte.
„Ja, in dem Artikel steht Sanae Nakazawa. Ja, und?"
„Was ja und? Sag mal Genzo, bist du eigentlich noch ganz zu retten? Willst du Sanae wirklich heiraten?"
Damit hatte Genzo den Beweise, dass Sanae Tsubasa bei weitem nicht so egal war, wie er es allen gerne glauben machen wollte. Er war augenscheinlich nur noch nicht bereit es ihr zu sagen, aber so langsam lief ihm wohl wirklich die Zeit davon, denn zumindest hier in Deutschland gab es mehr als nur willige und qualifizierte Bewerber um ihr Herz.
„Und was wäre, wenn ich es wirklich wollen würde?"
Genzo sprach absichtlich im Konjunktiv, doch Tsubasa in seiner Aufregung bemerkte dies nicht.
„Es ist also wahr, es ist also wirklich wahr? Genzo, ich dachte du wärst mein Freund."
„Ich bin dein Freund Tsubasa. Und ich weiß gar nicht, warum du dich hier so aufregst. Sanae ist alt genug zu tun und zu lassen, was sie möchte. Außerdem hast du doch nicht wirklich erwartet, dass sie den Rest ihres Lebens auf die Möglichkeit wartet, dass du irgendwann aufwachen könntest, oder?"
Am anderen Ende der Leitung wurde es für eine Weile bedenklich still.
Tsubasa lief unablässig in seinem Zimmer auf und ab, das ihm jetzt mehr wie einem Gefängnis erschien als je zuvor. Er konnte nicht fassen, dass einer seiner besten Freunde seine beste Freundin heiratete. Sanae, seine Sanae, mit den leuchtenden Augen, dem stürmischen Temperament und der normalerweise großen Klappe und dem noch größeren Herz. Seine Sanae eben. Einen Augenblick hielt Tsubasa in seinen Gedanken inne. Seine Sanae, nein, sie war jetzt nicht mehr seine Sanae, nicht wirklich. Vielleicht war sie es nie gewesen. Er hatte es immer nur angenommen, aber nie ein konkretes Zeichen für seine Vermutung erhalten. Und jetzt war sie endgültig Genzos Sanae und würde nie mehr sein als nur ein guter Freund.
Aus irgendwelchen Gründen machte dieser Gedanken Tsubasa traurig, aber er konnte nicht genau sagen, warum. War er enttäuscht, weil keiner der beiden es ihm früher gesagt hatte? Vielleicht hatte er deswegen diese Woche nach Bremen kommen sollen, damit sie es ihm persönlich sagen konnten. Oder war er auf sich selbst sauer, weil er es nicht vorher bemerkt hatte, das da etwas zwischen den beiden war. Diese unsägliche Traurigkeit, Enttäuschung und Wut wollten ihn gar nicht mehr loslassen, deswegen versuchte er sich schnellstmöglich von Genzo zu verabschieden. Er brauchte jetzt dringend einen Drink und viel Ruhe, auch wenn es erst neun Uhr am Morgen war.
„Na ja Genzo, ich habe eh nur angerufen um dir zu gratulieren. Richte Sanae bitte auch meine Glückwünsche aus, ich muss jetzt auflegen, es gibt noch viel zu tun. Bis irgendwann einmal. Tschüss."
„Aber Tsubasa, du verstehst da etwas komplett falsch, das ist alles eine riesengroße L-"
Tsubasa legte einfach so auf ohne auf Genzos letzte Worte zu reagieren. Er konnte sich schon denken, was dieser hatte sagen wollen: Das es alles eine ganz große Liebesgeschichte war, aber das wollte Tsubasa jetzt nicht hören. Das ertrug er jetzt nicht.
Was auch immer diese komischen Gefühle in ihm ausgelöst hatte, er wollte es runterspülen und vergessen. Schwerfällig griff er zur Whiskeyflasche und trank sie bis zur Hälfte aus. Auf dem Tisch lag noch die Zeitung mit den Bildern von Genzo und Sanae, Arm und Arm, und in ihrem Schlafzimmer, vermutlich vor dem Liebesspiel. Die Bilder verhöhnten ihn und brachten Tsubasa dazu noch einmal zu Flasche zu greifen und immer mehr zu trinken. Er wollte Sanae seliges Lächeln nicht mehr sehen, wollte Genzos selbstzufriedenen Gesichtsausdruck vergessen.
Warum machte ihm das Glück seiner Freunde so krank? Tsubasa verstand es einfach nicht und nahm noch einen Hieb aus der Flache, die innerhalb von fünf Minuten beinahe komplett leer geworden war.
Tsubasa wollte seine Sorgen und die Ungewissheit im Alkohol ertränken, dabei vergaß er aber, dass Sorgen schwimmen konnten.
So, das hier war jetzt Skandal und Eifersucht... ich hoffe, ich habe euch vorher nicht zu viel versprochen...
Wie findet ihr denn den Skandal??? Reagiert Sanae über oder findet ihr es normal, für ihre Herkunft??? Oder habt ihr was ganz anderes erwartet?
Und Tsubasas Eifersuchtsszene? Man, hat der sich aufgeregt... und er weiß immer noch nicht, warum seine Gefühle Achterbahn fahren...
Bis zur Aufklärung ist es ja nun nicht mehr gekommen, was denkt ihr wird daraus werden? Alle Ideen dazu zu mir...
Es ist ungewöhnlich lang, aber das musste sein... Die nächsten werden auf jeden Fall kürzer, versprochen...^^ kann man als Drohung verstehen oder auch anders... je nach dem...
Dann bis zum nächsten Mal...
Schumeriagirl
