Sorry for the little break again. I'm very busy this week... But at last the duel begins now... Good luck!


7. Legendary

Geblendet von der grellen Sonne, stand Rango auf dem freien Platz, mitten in der Wüste.

Jake stand ein paar Meter weiter vor ihm und sah ihn herausfordernd an.

Ein kaltes, schadenfrohes Lächeln umspielte die Lippen des Killers.

Rango war gar nicht wohl in seiner Haut. Zitternd hielt er seinen Revolver in der Hand und kontrollierte das Magazin, wobei er immerzu mit einem anderen Auge die Umgebung absuchte, in der Hoffnung irgendeinen Fluchtweg zu finden. Aber rund um sie herum war nur flache Wüstenlandschaft. Nur vereinzelt lagen verstreut ein paar kleine Felsen und flache Steine. Aber ansonsten war es unmöglich ungesehen zu entkommen.

Rango hielt inne. Hinter ihm, nicht weit entfernt, erstreckte sich eine Talsenke. Vielleicht könnte er auf diesem Weg flüchten. Doch Jake würde ihn bestimmt nicht gehen lassen.

Im Gegenteil. Jake beobachtete ihn wie ein Wachhund.

„Du brauchst ja nicht alle Kugeln", meinte Jake spöttisch.

Er schlug Rango den Revolver aus der Hand und schüttete alle Kugeln auf den Boden aus. Bis auf eine.

Dann reichte er Rango die Waffe zurück.

Rango war sprachlos. Jake verlangte allen ernstes von ihm, sich mit ihm zu messen.

Jake lachte höhnisch und kroch ein paar Meter weiter rückwärts von ihm weg, wobei er Rango nicht aus den Augen ließ.

Rango schluckte schwer. „Können wir das nicht nochmal überdenken?"

Jake schoss ein paar Zentimeter neben Rango auf den Boden.

Erschrocken wich Rango aus. Sein Blick wanderte zu Jake, dessen Augen seine wilde Entschlossenheit ins Gesicht geschrieben stand. Und Rango wurde sofort mit einem Mal klar, dass Jake es nun endgültig zwischen ihnen entschieden haben wollte.

„Ich deute das mal als `Nein´.", murmelte Rango eingeschüchtert.

„Das Spiel beginnt jetzt!", rief Jake. "Du kannst es dir aussuchen. Entweder wir drehen uns den Rücken zu, zählen bis 10 und dann wird gefeuert, oder wir gehen aufeinander zu und schießen dann."

Rango schluckte.

„Zu freundlich", murmelte er. „Gibt es auch irgendeine Variante ohne Schießen?"

„Es gibt hier nur eine Regel. Wenn ich gewinne, stirbst du. Wenn du gewinnst, sterbe ich."

Zögernd hob Rango die Hand. „Aber könnten wir nicht…"

Jake schoss erneut. Rango sprang zur Seite und brachte sich hinter einem flachen Felsen in Sicherheit.

„Na los!", rief Jake. „Komm raus! Bringen wir es hinter uns. Oder bist du zu feige?"

Jake lachte. Es schien ihm Spaß zu machen, das Chamäleon zu hetzen.

Rango schlug das Herz bis zum Hals und machte sich hinter dem Felsen so klein wie möglich. Jake zielte weiter auf den Felsen und wartete darauf, dass Rango wieder rauskam.

„Was ist jetzt?", rief Jake. „Kommst du jetzt raus, ja oder nein? Oder muss ich dich holen?"

Fieberhaft dachte Rango nach. Er brauchte ein Ablenkungsmanöver, damit er Jake ablenken und fliehen konnte.

Er sah sich um. Nicht weit entfernt, lag die Talsenke. Er könnte schnell rennen, aber Jake war viel zu schnell mit seinem Schießeisen. Er würde ihn erbarmungslos abknallen, sobald er die Gelegenheit dazu hätte. Das wäre sein Ende.

Da kam ihm eine Idee. Hastig hob er einen Stein vom Boden auf und wartete ein paar Sekunden. Dann warf er den Stein so weit wie möglich von sich. Jake sah sofort in die Richtung, wo der Stein auf den Boden aufprallte. Rango nutzte seine Chance und rannte so schnell er konnte in die Talsenke.

Jake sah noch, wie Rango um die Biegung verschwand.

Er lächelte finster. „Du willst fliehen? Wie amüsant."


Rango rannte so schnell er konnte. Auf keinen Fall wollte er sich von Jake erwischen lassen.

Völlig außer Atem lehnte er sich gegen einen Hügel und keuchte schwer. Stöhnend hielt er sich am Bauch. Seine Wunden waren noch nicht ganz abgeheilt und den Sprint, den er hingelegt hatte, rächte sich jetzt furchtbar.

Zitternd stützte er sich mit den Händen auf die Knie.

Hatte er Jake abgehängt? War er frei?

Er lauschte angestrengt. Doch nichts war zu hören.

Gerade als Rango weiterrennen wollte, schrie er erschrocken auf.

Jake war vor ihm aufgetaucht und hielt den Lauf seines improvisierten Gewehrs direkt auf Rangos Bauch.

„Dachtest du wirklich, du könntest mir entkommen? Ha! Da kennst du mich aber schlecht."

Er drückte Rango an die Sanddüne.

Mit zittrigen Händen schaffte es Rango seinen Revolver rauszuholen.

Jake grinste. „Na los. Drück ab, du Held."

Rango schluckte schwer. Das Blut rauschte durch seinen Kopf und das Herz schlug ihm bis zum Hals. Gab es denn kein Entkommen?

Er sah Jake flehend in die Augen, aber Jake verriet kein Erbarmen. Er wollte den Kampf heute beenden. Ohne Verzögerung.

Rango schloss die Augen. Jetzt blieb ihm keine andere Wahl.

Er nahm einen tiefen Atemzug und warf seine Waffe weg.

Jake war so irritiert, dass ihm für einen Moment der Mund offen blieb.

„Heb sofort deine Waffe wieder auf!", schrie Jake ihn an.

Rango schüttelte den Kopf. „Nein!" Er verschränkte die Arme.

Jake zischte wütend. Er wollte ein Duell. Und jetzt bekam er es nicht? Er wollte sich mit ihm messen. Wie sollte er mit jemandem kämpfen, wenn derjenige nicht kämpfen wollte?

Wütend packte Jake das Chamäleon und schleuderte ihn im hohen Bogen durch die Luft. Rango knallte auf den Boden und blieb dort benommen liegen. Sofort richtete Jake ihn wieder auf. Er drückte ihm den Revolver wieder in seine Hand und hielt den Lauf der Waffe direkt an seiner Nase. Dann richtete Jake seine Kanone an Rangos Kopf.

Rango war starr vor Angst.

Wieder grinste Jake. „Derjenige der zuerst stirbt, hat verloren."

Rango seufzte niedergeschlagen. In Jakes Augen sah er die Gier nach Rache und seine Mordlust. Eine Mordlust, die nicht zu löschen war.

Er schloss die Augen. Er spürte, wie Jake seinen Revolver gegen seinen Kopf presste.

„Hast du Angst?", fragte Jake finster, ohne Mitleid.

Rango schwieg.

Er könnte abdrücken. Sein Revolver war in seiner Hand. Er könnte ihn töten. Aber was, wenn das seine letzte Tat im Leben sein wird? Jake hätte bestimmt noch genügend Kraft, um ihn einen Kopfschuss zu verpassen.

Für einen Moment stand Rango neben sich.

Sollte es wirklich so enden?

Bilder von damals zogen an seinem inneren Auge vorbei. Seine erste Begegnung mit Jake. Ihr erstes Duell. Dieses Duell ging glimpflich aus. Aber diesmal…

„Und wer wird dir glauben, dass du mich getötet hast?", fragte Rango.

Jake zische verärgert. Warum fing dieser Sheriff jetzt mit so was an?

Rango hatte seine Augen wieder geöffnet und sah Jake ins Gesicht.

„Vielleicht werden die Leute denken, es war jemand anderes gewesen. Schließlich bist du nicht der einzige Gesetzesbrecher in dieser Gegend."

Jake schnaubte verächtlich. „Die Kugel wird man sofort erkennen. Niemand außer mir verwendet solche Kugeln des Kalibers wie aus meiner Kanone."

„Das mag zwar stimmen", versuchte Rango es weiter. „Aber wer wird dir glauben, dass du mich furchtlos im Kampf besiegt hast?"

Jake sah ihn sprachlos an, während Rango fortfuhr: „Denn das kann ja schließlich jeder behaupten. Mein Schwindel mit den Jenkins-Brüdern hat auch jeder geglaubt. Woher wollen die Leute später wissen, dass es nicht nur ein Gerücht ist?"

Jake fauchte. „Wenn du glaubst, du kannst mich mit deinem Gerede umstimmen, hast du dich gewaltig geirrt."

Er drückte seinen Revolver fester Rangos Stirn.

„Warte, warte", sagte Rango und hob die Hände. „Meinetwegen kannst du ein Duell mit mir haben. Aber ein Duell wäre doch besser, wenn er unter Augenzeugen stattfinden würde. Ich kenne so was aus Geschichtsbüchern, wie die Legenden des Westens sehr berühmt wurden, wenn sie ihre legendären Kämpfe in einer Stadt ausgetragen haben. Genauso wie unser letztes Duell in der Stadt. Nur leider wurde es unterbrochen…"

Er lächelte gequält.

Jake schien nachzudenken.

„Also", begann Rango erneut. „Ich mach dir einen Vorschlag. Du lässt mich gehen, und wir tragen unser nächstes Duell in einer Stadt unter Augenzeugen aus. Also, ich meine, falls wir uns wieder mal begegnen sollten. Ich könnte mir vorstellen, dass du irgendwann mal wieder in die Stadt kommst, oder? Dann können alle Leute dabei zusehen und es überall herum erzählen. Dann wird keiner mehr daran zweifeln, dass du mich besiegt hast."

„Ohne Tricks?", fragte Jake.

Rango schluckte. „Okay, ohne Tricks."

„Schwöre!"

„Ich schwöre!"

Jake grinste gefährlich. Der Deal gefiel ihm irgendwie. Ein Duell war nicht so spektakulär, wenn andere es sich nicht ansahen.

„Na gut. Dann gehen wir jetzt in die Stadt und tragen es dort aus…"

„Nein, Jake! Warte!"

Jake zischte verärgert. Was war denn jetzt wieder los?

Rango hatte seine Hand gehoben und sah Jake bittend an. „Bitte, gib mir etwas Zeit. Ich muss mich erst noch erholen von der Trachtprügel von den Jenkins-Cousins. Die Leute sollen doch schließlich nicht sagen, dass der Sensenmann des Westens einen halberschöpften Sheriff besiegt hat. Das hätte jeder andere auch geschafft."

Das leuchtete Jake ausnahmsweise ein. Sein Adrenalin sank, was wiederum seinen Killerinstinkt dämpfte.

„Na gut", sagte er. „Dann gehst du allein zurück in die Stadt. Ich warte bis du kampfbereit bist. Aber eines sag ich dir…" Er beugte sich zu Rango vor und sah ihm drohend in die Augen. „Solltest du versuchen abzuhauen, dann jage ich dich bis ans Ende der Welt bis ich dich habe. Ist das klar!?"

Rango nickte hastig. Das hatte er sehr wohl verstanden.

Erleichtert atmete das Chamäleon auf, als Jake seinen Revolver sinken ließ. Doch bevor Jake sich abwandte, drehte er sich noch mal zu Rango um. „Und noch etwas. Beim nächsten Duell werde ich keine Kompromisse machen."

„Geht klar", sagte Rango und steckte mit zittrigen Händen seinen Revolver zurück in den Holster.


A duel without blood and tears… like in the movie. ^^ But I think it's the best for both that nobody dies.

But wait! The last chapter of this story comes soon…