Wortanzahl: 1070 Wörter
Kapitel 6 - Vater, Mutter, Kind
"Ich bin natürlich die Mama. Du bist der Papa. Das sieht man doch sofort."
Bestimmt verschränkte Janet die Arme vor ihrer Brust und achtete gar nicht darauf dass ihr dunkelblaues Kleid dabei zerknitterte.
„Und warum?", kam es trotzig von der kleinen Blonden die ihr gegenüber stand.
Auch sie hatte die Hände vor der Brust verschränkt, doch sie trug eine Jeanslatzhose die auf der einen Seite nicht verschlossen war mit einem schlichten weißen T-Shirt. Als Antwort ließ die ihre ältere Schwester nur den Blick langsam von Sams Füßen zu deren Kopf wandern bevor sie sich selbst von unten nach oben betrachtete. Erst danach erwiderte sie den Blick der Blondine und dabei sah sie so sehr nach ihrer Mutter aus, dass Sam ein kleines Kichern unterdrücken musste. Es half auch nicht, dass das andere Mädchen inzwischen ihre Hände in ihre Hüften stemmte und dabei wirklich wie das kleine Ebenbild ihrer Mutter aussah die ihrem Ehemann verdeutlichte, welchen falschen Weg seine Gedanken gegangen waren.
Entwaffnend hob sie ihre kleinen Hände und schenkte ihrer Schwester ein Lächeln.
„Ok, ok. Du hast gewonnen.", sagte Sam ergeben und verbeugte sich leicht vor ihr.
"Brav.", war Janets nachsichtiger Kommentar und gab der kleineren dann einen Kuss auf die Wange, genauso wie es ihre Eltern auch immer taten, wenn ihre Mama ihrem Papa zeigen musste wie falsch er lag.
Sam kicherte leise und vergrub ihre Hände tief in ihre Taschen. Doch sie war nicht die einzige mit einem Lachen. Vom Boden aus, direkt zwischen ihnen erklang ein kleines Glucksen. Mit einem strafenden Blick für die kleine Verräterin blickte Janet herunter auf ihre jüngste Schwester die auf ihrer Spieldecke lag und sie mit großen Augen beobachtete. Sie war inzwischen schon 6 Monate alt und sah immer mehr aus wie eine von Janets Babypuppen. Dies war auch der Grund wie sie auf dieses Spiel mit dieser Rollenverteilung gekommen war.
„Ist sie nicht süß?", meinte Sam daraufhin nur und kitzelte ihre kleine Schwester, die daraufhin erfreut kicherte.
Immer noch mit einem breiten Grinsen kniete sich Janet ebenfalls neben ihre kleine Schwester und streichelte, wie so oft in den Monaten. Vorsichtig, stets leicht unsicher, ob sie ihr nicht doch wehtun konnte, strich sie mit ihren Fingern vorsichtig über ihre kleine Pausbacke.
„Jap ... so wie ich.", meinte Janet und grinste Sam dabei breit an.
Das brachte ihr ein leises Lachen der Blonden ein, die sich nun im Schneidersitz hinsetzte.
"Ach und darum musst du die Mama sein und ich? Warum bin ich der Papa?"
"Weil du der Papa bist", sagte Janet ruhig und sah Sam mit einem Gesichtsausdruck an, das man fast die dazu passende Frage warum Sam so eine dumme Frage stellte, hören konnte.
Doch Sam ging nicht darauf ein und nickte einfach nur. Inzwischen kannte sie ihre Schwester, auch wenn es ihr immer noch schwer fiel, Janet als solche zu sehen. Kelly... ja, Kelly war in ihren Gedanken schon seit sie in Mamas Bauch war, ihre Schwester, aber Janet... Sam wusste nicht warum, aber sie konnte sich nie so vollkommen damit anfreunden Janet als ihre große Schwester zu sehen und zu akzeptieren. Nicht das sie Janet nicht mochte. Nein, so war es nicht. Sie war gerne mit der kleinen, quirligen Rothaarigen zusammen, doch … sie wusste selbst nicht, warum sie so dachte aber Janet war eher ihre beste Freundin. Aber das war auch egal. Insbesondere, wenn die Ältere so wie jetzt wartend ansah. Ob nun Schwester oder beste Freundin, Janet war die Ihre und mit dieser Erkenntnis setzte sie sich nun neben Kelly.
„Ich bin bereit.", sagte sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht und blickte dabei zu Janet auf.
Selbst im sitzen überragte ihre ältere Schwester sie nur um ein kleines Stück, was Sam ziemlich witzig fand. Mark war immer um einiges größer gewesen. Aber nun war sie es dir größer war. Was auch hervorragend zu ihrer jetzigen Rolle passte.
"Hallo Liebling", begrüßte sie dann gleich auch ihre Frau und gab ihr einen Kuss auf die Wange so wie es ihr Papa immer bei ihrer Mama gemacht hatte. Auch Kelly bekam einen kleinen Kuss auf den noch fast nackten Kopf sowie ein leises Hallo, bevor sich Sam gleich wieder im Sitzen aufrichtete.
„Hallo Schatz.", sagte Janet und setzte sich dabei gegenüber von Sam. Sie zog die Beine unter ihren kleinen Körper. „Wie war es auf Arbeit?"
"Langweilig. Ich durfte heute nichts in die Luft jagen, aber mein Chef hat gesagt, morgen darf ich mein neues Gerät ausprobieren. Und wie war dein Tag? War Kelly wieder ein Engel oder doch ein Teufelchen?" Lächelnd kitzelte Sam bei diesen Worten den Bauch des kleinen Mädchens.
„Oh es war so wie immer. Recht ruhig. Ein Engel der langsam das Laufen für sich entdeckt.", meinte Janet mit einem kleinen Lächeln im Gesicht und blickte dabei zu ihrer kleinen Schwester herunter.
Die wusste zwar nicht was los war, aber nach ihrem fröhlichen Glucksen, dass sie ausstieß, schien es sie zu freuen im Fokus ihrer Schwestern zu sein. Besonders als Janet anfing ihre kleinen Füßchen zu streicheln und zu kitzeln. Sam sah den beiden einen Augenblick lang zu, ehe sie wieder den Blick hob.
„Wirklich? Dann kann sie sicher auch bald schon die ersten Worte sprechen.", sagte die kleine Blonde und legte ihre Beine nun so, dass sie im Schneidersitz saß.
"Dummkopf! Das kann sie doch schon! Nie hörst du zu!"
„Tut mir leid, Schatz. Du kennst mich …", sagte Sam entschuldigend. Sie schenkte Janet ein hübsches Lächeln, beugte sich dann nach vorn und gab dieser einen kleinen Kuss auf die Nase.
So in ihr Spiel vertieft, registrierten sie gar nicht wie sie vom Türrahmen aus von ihren Eltern beobachtet wurden. Diese standen dort schon einige Minuten, wovon vor allem deren Lächeln zeugte. Ob nun Janets leichten Vorwurf, dass Sam nicht richtig zuhörte (was Shannon veranlasste ihren Mann einen Blick mit hochgezogenen Augenbrauen zuzuwerfen) oder Sams Entschuldigung, all das erinnerte sowohl Gibbs als auch Shannon an so einige Szenen zwischen ihnen beiden und machte deutlich wer wohl für Sams Vater-Version und Janets Rolle der Mama Patent gestanden hatte. Doch obwohl dies selbst so manchen Fehler zwischen ihnen aufzeigte, konnten sie doch nicht anders als zu lächeln als sie diese kleine Familie betrachteten. Diese drei Kinder waren ihre Welt und ihr gemeinsames Spielen zusammen zeigte mehr als alles andere, dass Shannon und Jethro es geschafft hatten. Sie waren nun langsam wirklich zu einer Familie geworden.
Ende Kapitel 6
