„Prongs?"

„..."

„Huhu, Jamie? Prongs, hey..."

Sirius wedelte mit einer Hand vor James Gesicht hin und her um dessen Aufmerksamkeit zu ergattern. Doch James Blick war auf den Boden gerichtet und er schien momentan ganz woanders zusein.

Mit einer geschmeidigen Bewegung seiner Hand verpasste Sirius seinem besten Freund einen leichten Klapps gegen die gerunzelte Stirn.

„Au, Padfoot du drittklassiger Besenstiel, was soll das?"

Empört schlug sich Sirius die Hand vor die Brust.

Seine Unterlippe schob sich vor und er zerrte an Remus Ärmel.

„Moohoooniiiiie...", heulte er auch schon gleich los, was Remus bloß aufstöhnen ließ, „hast du gehört wie James mich genannt hat? Einen drittklassigen Besenstiel. Womit habe ich das verdient?"

Unwirsch fischte der junge Werwolf Sirius Hand von seinem Ärmel um ihn dann genervt an zu blicken. „Und was soll ich jetzt machen?"

„Sag ihm er soll sich entschuldigen."

„Pha, da kannst du lange drauf warten, Sirius.", kommentierte James bloß und zuckte gelassen mit den Schultern.

Sirius Augen weiteten sich und blitzschnell schlang er seinen muskulösen Arm um Remus Schulter. Wispernd aber dennoch laut genug damit James es auch hören konnte sagte er: „Weißt du Moony? Du warst schon immer mein Liebling."

„Schleich du mir noch einmal bei mir ins Bett wenn du Angst beim Gewitter hast.", neckte James seinen besten Freund weiter.

„Remus. Remus! Hast du das gehört? Er erpresst sich meine Liebe in dem er böse Gerüchte über mich verbreitet."

Remus, der eher uninteressiert aber dennoch amüsiert dreinblickte sah Sirius skeptisch an.

„Und hilft es denn?"

„Und wie.", mit einem festen Griff zog er auch James grinsend unter seinen Arm.

„Petie, ich würde dir natürlich auch liebend gerne einen Arm anbieten aber ich hab leider nur zwei." Peter lachte nur und winkte schnell ab. „Sirius, so toll dich die ganzen Mädchen auch finden mögen, ich bleib auf meinem Ufer."

Mit diesen Worten rannte der kleine Junge durch die Menschenmasse um sich vor Sirius bellenden Rufen in Sicherheit zubringen.

Während der Schönling Peter hinterher jagte, blickten sich James und Remus bloß an um dann in schallendes Gelächter auszubrechen.

Die Sonne stand hoch über dem magischen Zauberdorf und die Menschenmassen drückten sich durch die Winkel der Stadt.

Die drei Jungs, Peter war mit seiner neuesten Freundin, einer Sechstklässlerin aus Huffelpuff abgezogen, betraten die drei Besen um bei einem kühlen Butterbier zu entspannen.

Madame Rosmerta die junge Besitzerin des Ladens warf Sirius schmachtende Blicke zu und kam sofort an ihren Tisch geeilt um die Bestellungen aufzunehmen.

Als sie wieder hinterm Tresen verschwunden war, warf Sirius seine Haare theatralisch nach hinten.

„Kommt es mir nur so vor oder sehe ich wirklich so gut aus?"

„Ha, und da sagt Lily ICH hätte ein großes Ego."

„Tja, Black da muss ich Potter wohl Recht geben. Im Gegensatz zu dir erscheint mir sein Ego wie ein Senfkorn.", Lily zwinkerte James verschwörerisch zu während sie sich am Tisch der drei Jungs mit Amos an der Hand vorbei drückte, „Ach und Black, irgendwie sitzt deine Frisur heute überhaupt nicht." Mit einem letzten leichten Lächeln auf den Lippen verschwand sie im Gedränge der Leute.

„Remus kneif mich mal..."

„..."

„AUA."

„..."

„Lily Evans hat mir gerade ein Kompliment gemacht."

„Möglich."

„Und sie hat mir zugezwinkert."

„Möglich."

„Vielleicht hatte sie auch einfach nur was im Auge."

„Schnauze Padfoot. Geh du erst mal zum Klo deine Frisur richten."

Sirius war gerade tatsächlich zwischen den vielen Menschen verschwunden, um wie er sagte ‚aufs Klo zugehen' obwohl James und Remus genau wussten das er sich seine Haare noch einmal genauer ansehen wollte, als James sich unbeholfen zu Remus umdrehte.

„Remus, kann ich dich was fragen?"

„Natürlich James."

Leise druckste der sonst selbstbewusste Junge vor sich hin.

„Meinst du wenn ich Lily ein bisschen, also Freiraum gebe, also sie in Ruhe lasse, dann wird sie eventuell ganz vielleicht sehen das ich der Richtige für sie bin?"

Remus schaute ernst in James Augen und suchte nach etwas in diesen, es schien als hätte er es gefunden denn mit einem Mal erhellte sich sein Blick.

„Du magst sie wirklich ‚nicht?"

Der junge Potter nickte bloß und wand sich dann wieder seinem Butterbier zu an dessen Etikett er seit einer geraumen Weile knibbelte.

„Dann wird sie früher oder später zu dir finden."

Ein leises Lächeln stahl sich auf Prongs Lippen und sein Bauch füllte sich mit ungeheurer Wärme. Er würde auf Lily warten. Koste es was es...

Ein lautes Krachen erschütterte das Dorf, die Wände des überfüllten Pub begannen zuzittern und es wurde mucksmäuschchenstill.

Schreie waren auf der Straße zuhören und die Menge schien mit einem Schlag in heller Aufruhe. So schnell die eigenen Füße einen tragen konnten, rannten die Leute aus dem Pub um dann in alle Himmelsrichtungen zu fliehen.

Als James und Remus nach draußen gepresst wurden, war die Luft staubig und der Himmel hatte sich zugezogen. Verzweifelt versuchten die beiden etwas zu erkennen als sie Rufe hinter ihnen hörten.

„Todesser. Bringt euch in Sicherheit. TODESSER."

Der verstaubte Himmel wurde erleuchtet von bunten Blitzen die orientierungslos auf das Dorf und seine Besucher einschossen.

Marlene McKinnon taumelte ihnen mit einer Platzwunde an der Stirn entgegen. Sie hustete stark und fiel in James Arme. „Sie...sie...James, alle müssen zum Schloss...zurück.", ihre Stimme zitterte und bebte. Mit einem Schwung hatte Remus Marlene auf seinen Rücken gezogen. „James ich bringe sie hoch zum Schloss. Ich sammle jeden auf den ich finden kann. Hol du Sirius." James nickte und das Adrenalin in seinen Adern pulsierte als er an Sirius dachte der irgendwo verletzt liegen könnte. Er wand sich zum gehen als Remus ihn an der Schulter festhielt. Gegen den tosenden Lärm schrie der aschfahle Junge ihn mit besorgtem Blick an.

„Pass auf dich auf, und tu nichts unüberlegtes. Ich hohle Hilfe."

Damit war er im Rauch verschwunden, selbst als James den Eingang zu den drei Besen erreichte hörte er immer noch Remus polternde Stimme auf der Straße der die Menschen anschrie mit ihm zukommen.

James Bauch drehte sich und zog sich immer wieder zusammen. Remus wirkte ruhig und gelassen. Remus wusste was er tat und James..., James Atem ging schnell, rasend schnell und sein Puls schlug unaufhörlich gegen seine Schläfen.

Der Pub war fast leer und in James stieg Panik auf. Kein Sirius in Sicht.

„Sirius? SIRIUS?", James Stimme donnerte durch den Raum, doch es kam keine Antwort.

Auf der Straße hörte er lautere Schreie und eilends sprang er wieder vor die Tür.

Immer noch rannten Menschen in Panik an ihm vorbei und dann sah er ihn... bzw. sie.

Es waren drei Männer, oder Frauen genau konnte er es nicht sagen, sie trugen lange dunkle Kutten und hatten Silberne Totenkopfmasken über ihren Gesichtern.

Mit den Händen wildgestikulierend schossen sie Flüche auf alles und jeden der ihnen in den Weg kam.

Vor den Füßen der drei stolperte ein kleiner Junge.

Einer der Todesser richtete den Blick auf den kleinen Jungen und hob so gleich den Zauberstab um einen Fluch loszuschicken. Geistesgegenwärtig schrie James einen Fluch der den Todesser nach hinten fliegen ließ. Die Aufmerksamkeit der beiden anderen richtete sich jetzt auf James und mit einem harten Schlucken verbannte dieser die Angst weit weg in seinen Körper.

Keine zwei Augenblicke später entstand ein Gefecht aus Flüchen zwischen den drei Kontrahenten. Zwei gegen Einen. Selbst James der ein herausragender Duellant war wusste das er keine Chance hatte. Gerade als er ins stolpern geriet hörte er jemanden seinen Namen rufen. „James.", es war Sirius. Ohne nachzudenken wand James seinen Gegner den Rücken zu, ein Gefühl von unsagbarer Glückseeligkeit breitete sich beim Anblick seines Freundes in ihm aus. Dessen zorniges Geschrei nahm er gar nicht richtig war, erst als er ihn unsanft zur Seite schuppste und schnell einen Schutzzauber auf sie legte realisierte er die Gefahr in der sie noch immer schwebten. Während jetzt beide ihre Gegenüber mit Flüchen bombardierten, kochte Sirius.

„Du beschissenes Arschloch,", schrie er James entgegen ohne den Blick von seinem Gegner zunehmen, „Ich hasse dich du Penner."

Ein Stück weiter liefen gerade Lily Evans und ihr Freund Richtung Schloss, als sie Schreie und Rufe hörten. Unvermittelt blieb Lily stehen und entdeckte James und Sirius duellierend.

Sie wollte zu den beiden rennen um ihnen zuhelfen doch Amos packte sie unwirsch am Arm.

„Was hast du vor Lily?", verzweifelt versuchte sie sich loszumachen, doch Amos war zu stark.

„Den beiden helfen, was denn sonst?"

„Lily bist du total übergeschnappt? Das ist gefährlich."

„Natürlich ist es das, also müssen wir den beiden helfen."

Amos lachte hohl auf.

„Ganz bestimmt nicht wir bringen uns in Sicherheit, komm mit."

Doch Lily zerrte weiter an ihrem Arm.

„Lily das ist kein Spiel, komm jetzt mit."

„EBEN AMOS DAS IST KEIN SPIEL! Rette deinen feigen Hintern, ich werde kämpfen.", mit diesen Worten hatte sie sich von Amos gelöst und rannte zu den anderen Griffindors.

Amos zögerte nicht eine Sekunde sondern war sofort in Richtung Schloss verschwunden.

Als mehrere Flüche auf die Todesser flogen, blickte James blitzschnell zur Seite. Was oder besser gesagt wen er da sah konnte er nicht glauben.

„Hau ab Lily. Bring dich in Sicherheit."

Seine Unachtsamkeit verpasste ihm einen Fluch gegen die Schulter.

„Pass auf du Vollidiot.", schrie Sirius ihn an.

Genau in diesem Moment erschienen zwei weitere Todesser aus dem Nichts und trafen auch Lily und Sirius.

Sirius und James hatten sich sofort wieder aufgerappelt doch Lily lag keuchend am Boden, sie war durch die enorme Wucht gegen eine Hauswand geworfen worden und dickes Blut quoll aus einer Wunde am Hinterkopf.

„Soso, ein Schlammblut also...", sprach die kalte Stimme des größten Todessers kalt und voller Hass. „Vielleicht ist es besser ihrem mickrigen Leben ein Ende zusetzten, was meint ihr?"

„Ihr fasst sie an und ich bringe euch um.", James grollende Stimme hallte über das Schlachtfeld.

„Wie süß. Ist das etwa deine Freundin? Potter `was? Und wen haben wir da? Uh, Black. Dreckiger Blutsverräter, du verdienst es nicht den Namen einer solch erwürdigen Familie zutragen."

Sirius spuckte auf den Boden und funkelte zornig und mit erhobenem Zauberstab seinen Gegenüber an.

Vier gegen drei.

Inständig betete Sirius das die Auroren jeden Moment auftauchen würde. Der Kampf kam ihm vor wie Stunden, obwohl es nur ein paar Minuten gewesen sein könne.

„Zurück zum Schlammblut...", der große Todesser lachte widerlich auf und erhob seinen Zauberstab, als mit einem lauten Knall mindestens zwanzig Auroren sie umzingelt hatten.

Die Todesser erkannten die Situation blitzschnell und in einem einzigen Atemzug waren sie disappariert, jedoch nicht ohne noch einen letzten Fluch Richtung Lily zuschicken.

„Crucio."

Lilys Kopf brannte und nur widerwillig und unter größter Anstrengung öffneten sich ihre Augenlider. Spärlich erkannte sie den Krankenflügel. Es war dunkel und fahles Mondlicht brach durch die Vorhänge.

Sie hörte leises Gezische aus den Betten neben ihnen, doch sie konnte niemanden erkennen da die Vorhänge festzugezogen waren.

„Prongs, glaub mir wenn du gesund bist werde ich dir deine gesamten Knochen noch einmal eigenhändig brechen."

„Padfoot...."

„Nichts Padfoot. Hast du eigentlich auch nur eine Sekunde nachgedacht? Drehe deinem verdammten Feind nie wieder den Rücken zu. Wie oft hat dein Vater uns das eingetrichtert? Meinst du er hat das umsonst getan? All das Training. Merlin James ich dachte ich würde dich verlieren. Weißt du eigentlich wie ich mich gefühlt habe als du da lagst? Als du dich vor Lily geworfen hast? Ich krieg deine verdammten Schreie nicht mehr aus dem Kopf. Du bist zu vernarrt in dieses Mädchen..."

„Ich hätte es für jeden getan, Sirius."

„Verdammte Scheiße und das weiß ich James. Das weiß ich, verdammt noch mal. Und das macht mir ja so eine scheiß Angst. Ich möchte nicht das du stirbst. Nicht für mich oder für irgendwen, ich brauch dich James..."

„Und ich brauch dich Sirius. Es tut mir Leid."

Eine bedrückte Stille herrschte zwischen den beiden Freunden und Lily liefen stumme Tränen über die Wangen.

„Sirius weinst du?"

„Gott James, das... das war die Hölle. Versprich mir das du mich nicht im Stich lässt."

Lily hörte Sirius tiefe, zittrige Stimme. Es hörte sich schwach und elend an, dass sich Lilys Magen umdrehte.

„Ich verspreche es Sirius. Ich liebe dich."

Ein Schluchzen war zuhören und dem stimmte ein weiteres mit ein.

„Ich liebe dich, du bescheuerter Hornochse."

Es herrschte wieder Stille und die Atemzüge der beiden Jungs verlangsamten sich.

Nach zehn Minuten Stille, atmete James hörbar aus.

„Glaub mir Sirius das hörst du nie wieder von mir."

Sirius bellendes Lachen verwandelte den Raum in etwas heimisches und Lilys Magen entkrampfte leicht.

„Von mir auch nicht. Höchstens wenn du irgendwann mal Lily heiratest. Dann werde ich mitten in der Zeremonie aufstehen und dir eine heiden Szene machen."

Die beiden Jungs lachten und ihre Stimmen ebbten in der Dunkelheit leise davon.