Titel: Der Liebeszug
Autor: Laren
Disclaimer: Ich besitze absolut keine Rechte an Gundam Wing. Und ich gedenke auch keinen müden Pfennig mit diesem Geschreibsel zu verdienen.
Betadank: an die beste der besten: Zanna knuddel

So, trotz des ganzen Stresses war ich mal wieder schnell 'selber lob' Oh und Sianna zwinker dir wird am Ende etwas auffallen… aber die Idee hatte ich von Anfang an 'clap'

Viel Spaß dabei und Sagt mir was ihr von dem Kapitel haltet.


Mit sich zufrieden machte sich Heero auf den Weg die Getränke zu holen. Die Schlange an der Theke war nicht besonders lang, so dass er relativ schnell wieder bei seinen Freunden war und jedem eine Flasche reichen konnte.

Mit Trowa war allerdings immer noch nicht viel anzufangen, wie er mit einem schnellen Seitenblick feststellte. Dessen Blick war beharrlich auf den blonden Organisator gerichtet. Langsam fand Heero es an der Zeit dass da mal was passierte. Normalerweise brauchte Trowa doch nicht soviel Anlauf um etwas anzustoßen.

Aber zunächst wollte er Wufei noch ein klein wenig quälen. Das hatte sich sein Freund schließlich verdient. Er nahm einen genüsslichen Schluck aus seiner Flasche und fragte dann beiläufig: „Wufei, warum hast du denn noch keine der netten Frauen hier zum Tanz aufgefordert?"

Wufei grummelte nur etwas in seinen nicht vorhandenen Bart und schaute weiter intensiv auf den Fußboden.

Heero musste tief grinsen. Das hätte er jetzt wirklich nicht von seinem Freund erwartet. Bisher hatte er noch nie einen derart schüchternden Eindruck gemacht. Aber wenn Heero ehrlich war, dann war dies auch das erste mal dass sie gemeinsam auf einer Tanzveranstaltung/Brautschau waren. Wufei und Meiran waren praktisch schon im Kindergarten ein Paar gewesen, da hatte Wufei sich nie darum bemühen müssen sie zu umwerben. Und nach ihrem Tod hatte er die ganze Zeit getrauert. Davon abgesehen, wenn Heero mal zum flirten ausgegangen war, dann nicht in Bars die Wufei frequentieren würde. Kein Wunder dass er bisher nicht bemerkt hatte wie verschüchtert Wufei doch in so einer Umgebung war. Dass sein Freund trotzdem noch so laute Töne spuckte machte aus einer leicht spaßigen Situation eine extrem lustige.

„Ich hab gehört du hast noch extra Tanzstunden genommen. Vielleicht solltest du wirklich mal eine der Onnas auffordern. Oder du wirst vielleicht keine mehr abbekommen," stichelte Heero weiter. Er fand wirklich, das er alles Recht dazu hatte.

Wufei wurde wieder rot im Gesicht und nuschelte etwas das sich wie „Nachher gleich," anhörte.

Heero wollte schon zum nächsten Schlag ausholen, als er sah wie Dorothy auf ihre kleine Gruppe zukam. Also hatte sie der Herausforderung doch nicht widerstehen können. Genau wie Heero es vermutet hatte.

Eines musste er ihr lassen, sie verstand einen verdammt guten Auftritt hinzulegen. Selbstsicher und absolut von sich überzeugt ging sie auf sie zu, blieb dann knapp zwei Schritte vor ihnen stehen, und tappte ungeduldig mit ihrem Fuß auf dem Holboden, während sie ihre Arme in die Hüften gestemmt hatte. „Und will nicht einer von euch mich zum Tanz auffordern?" fragte sie mit leicht überheblicher Stimme.

Heero sah aus den Augenwinkeln wie Wufei kurz seinen Kopf hob um die Frau zu betrachten. Dann breitete sich eine neue Schicht Rot auf seinem Gesicht und er schaute wieder nach unten.

Heero rollte mit den Augen, er würde Wufei wohl auch noch den entscheidenden Schubs geben müssen. Also nickte er Dorothy kurz zu und sagte, „Ich leider nicht Ma'am, ich hab vorhin schon getanzt. Und mein Freund zu meiner rechten ist gerade leider geistig weggetreten. Aber wie wäre es mit meinem Freund Wufei hier? Er liebt es zu tanzen."

„Ja?" fragte Dorothy erwartungsvoll in Wufeis Richtung.

Heero konnte ein fieses Lachen kaum unterdrücken, schnell stupste er seinen Ellenbogen in Wufeis Rippen und dieser reagierte prompt. „EswäremireineEhreSiezumTanzzuführen," nuschelte er schnell.

Dorothy schien zum Glück keine Probleme zu haben das Kauderwelsch zu verstehen, sie streckte ihre Hand aus und ergriff Wufeis Arm. „Na dann können wir ja loslegen," sagte sie und führte einen Wufei der so gut wie gar keinen Widerstand mehr leistete nach hinten zur Tanzfläche.

Eigentlich hätte Heero nur zu gern Mäuschen gespielt um zu hören was denn beim Tanz alles besprochen werden würde, aber er würde sich auch mit seinem Beobachtungsposten zufrieden geben. Es war schon lustig genug zu sehen wie Wufei und Dorothy – die eindeutig führte – sich zusammen auf dem Tanzparkett bewegten.

Plötzlich erschien vor Heero wieder eine rosa Wolke und versperrte ihm die Sicht auf die Tanzfläche. Er grummelte und fokussierte seinen Blick auf das Hindernis. Wie nicht anders zu erwarten war es Relena die ihn hoffnungsvoll anschaute: „Mein Held, wollen wir nicht noch einmal tanzen?"

Innerlich schüttelte sich alles in Heero. „Ähm später vielleicht. Ich muss mich noch vom letzten Tanz ausruhen," sagte er hastig.

Und obwohl eigentlich jedem der mindestens zwei aktive Gehirnzellen besaß klar sein müsste, dass es sich bei dieser Ausrede um eine Abfuhr erster Güte handelte, giggelte Relena nur. „Schade. Aber ich werde darauf warten mein Held. Schließlich haben wir noch so viel wegen der Hochzeit zu besprechen. Ich komme wieder." Und mit diesen Worten rauschte sie zur Seite.

Heero lief es eiskalt den Rücken runter. Diesen Satz hatte der Terminator in den Filmen auch immer gesagt und kurz danach für Mord und Totschlag gesorgt. In sofern war die Drohung ganz passend, denn ein weiterer Tanz mit der rosa Zuckerwatte war sicherlich genauso gefährlich.

„Boah, kann die sich nicht ein anderes Opfer aussuchen?" wunderte sich Heero. Und er fragte sich auch, wieso sie die ganze Zeit von einer Hochzeit faselte. Wahrscheinlich hatte sie schon zu tief ins Glas geschaut. Oder war unter dem Einfluss von irgendwelchen anderen Drogen? Vielleicht das ganze Pink? Nun, ihm war es egal, er wollte mit ihr nichts weiter zu tun haben.

„Was?" schreckte Trowa aus seinen Tagträumen auf.

„Nichts," beruhigte Heero ihn. Es würde jetzt wirklich zu lange dauern seinem Freund alles zu erklären. Dazu war er in der letzten Zeit zu abwesend gewesen.

„Wo ist eigentlich Wufei?" fragte Trowa nach einem kurzen Blick zur Seite.

„Er tanzt. Dahinten mit der Blondine im roten Kleid."

„Wow, wie ist er denn an die geraten?" wunderte sich Trowa. „Die ist doch mindestens drei Nummern zu groß für Wufei."

„Tja," wollte sich Heero schon auf seinen Ruhm ausruhen, als er merkte das Trowas Aufmerksamkeit schon wieder abgelenkt wurde.

„Oh mein Gott, er kommt auf mich zu," sagte der sonst so ruhige große Mann plötzlich aufgeregt.

Heero schüttelte den Kopf. Was war denn heute bloß mit Trowa los? „Vielleicht hat er es satt dich nur von weitem anzuschmachten und hat sich dazu durchgerungen den ersten Schritt zu machen?" riet er mal ins blaue hinein.

„Und was mach ich denn jetzt?" leichte Panik schwang in Trowas Stimme mit.

„Du gehst ihm jetzt entgegen, damit ihr euch in der Mitte trefft."

„Aber… Aber ich weiß doch gar nicht was ich sagen soll. Was wenn er gar kein Interesse hat?"

Heero seufzte tief. War das heute schwierig. „Trowa, seit fast zwei Stunden lasst ihr euch gegenseitig nicht mehr aus den Augen. Bei den Funken die zwischen euch hin und her fliegen müsstet ihr hier eigentlich schon einen Flächenbrand entzündet haben. Die Chancen dass er nicht auf dich steht sind äußerst gering. Und jetzt geh schon, damit er nicht alles machen muss." Dann gab er seinem Freund einen kleinen Schubs mit beiden Händen.

Trowa stolperte zwei Schritte, sah sich dann noch einmal wütend zu Heero um, um sich danach dann doch wieder auf den blonden jungen Mann zu konzentrieren und ihm jetzt endlich entgegen zu gehen.

Heero nahm einen weiteren Schluck und beobachtete die beiden neugierig. Es war echt spannend zu sehen, wie sie immer langsamer wurden, sich aber trotzdem immer näher kamen. Das war hier echt das beste Kino, das einem geboten werden konnte.

Dann nach einigen Schritten standen sie doch endlich dicht beieinander. Für einen Augenblick standen sie nur schweigend da, dann schienen sie gleichzeitig ‚Hi' zu sagen – zumindest sah es für Heero danach aus. Danach folgte wieder eine kurze Pause und beide wurden gleichzeitig rot im Gesicht.

Heero rollte erneut mit den Augen. Sah ja fast so aus, als wenn er jetzt zu den beiden gehen müsste um ihnen zu sagen, was sie als nächstes tun sollten.

Doch dann schien Trowa endlich die Initiative zu ergreifen. Er drückte die Schulter von dem blonden Mann und beugte sich zu ihm hin um ihn etwas ins Ohr zu flüstern.

Der Blonde strahlte danach übers ganze Gesicht und nickte. Dann blickte er sich suchend im ganzen Zelt um. Als er gefunden hatte was er suchte, machte er eine fragende Geste.

Aus Interesse folgte Heero dem Blick und konnte sehen, dass der blonde Mann, mit dem Langhaarigen kommunizierte, der Heero vorhin schon so positiv aufgefallen war. Scheinbar war seine Annahme, dass dieser auch zum Organisationsteam gehörte richtig gewesen.

Der Langhaarige nickte erst und machte dann eine scheuchende Handbewegung in die Richtung von Trowa und dem Blonden. Dieser strahlte als er die Handbewegung sah und schnappte sich dann Trowas Arm und dann gingen beide gemeinsam in Richtung Zeltausgang. Wahrscheinlich um draußen in Ruhe miteinander zu reden. Keine schlechte Idee, wie Heero fand. Schließlich waren sie im Zelt wie auf dem Präsentierteller.

Nachdem die beiden ganz aus dem Zelt verschwunden waren stand Heero für einige Augenblicke unentschlossen rum. Er überlegte hin und her, ob er lieber Wufei bei seinen dilettantischen Tanzversuchen beobachten sollte, oder seine ganze Aufmerksamkeit dem Langhaarigen schenken. Beides hatte seine Vorteile. Dann entschied er einfach sein Interesse auf beides zu verteilen. Wobei der Langhaarige ein eindeutig leckerer Anblick war. Wufei war eher lustig. Aber es war vielleicht gar nicht schlecht, dass Heero seinen Blick immer hin und her wandern ließ, denn er wollte auf keinen Fall so offensichtlich sein, wie Trowa und der Blonde. Das musste doch eigentlich jedem hier im Zelt aufgefallen sein, Heero war sich sicher.

Und so stibitzte er immer mal wieder einen fast flüchtigen Blick auf den Langhaarigen. Der Mann sah einfach umwerfend aus. Und er versprühte so eine lebendige Energie. Die ganze Zeit schien er zu lachen und gute Stimmung zu verbreiten.

Müßig überlegte Heero, ob vielleicht die Chance bestand, dass er auch auf Männer stand. Immerhin schien er keinerlei Probleme mit dem Flirten von Trowa und seinem Kollegen zu haben. Aber das bedeutete ja noch lange nicht, das er selber schwul war. Und überhaupt, wie groß waren wohl die Chancen dass bei diesem Ball für einsame Herzen noch ein schwuler Mann auftauchte? Und selbst wenn, dass dieser dann auch noch Single sein sollte würde schon an ein Biblisches Wunder grenzen. Also beschloss Heero diese unnützen Gedanken einfach weg zuschieben und sich aufs Beobachten zu konzentrieren. Anschauen kostete ja nichts und vielleicht würde daraus der eine oder andere nette Traum entstehen.

Er bemerkte gar nicht wie schnell die Zeit verging, aber angesichts dessen, dass seine Flasche inzwischen leer war, musste er mindestens eine halbe Stunde mit Beobachten beschäftigt gewesen sein. Er grinste kurz, sah ja ganz so aus, als wenn Trowa und der Blonde viel zu besprechen hatten.

Plötzlich tauchte schon wieder die rosa Wolke in seinem Sichtfeld auf. „Wollen wir jetzt endlich tanzen?" fragte Relena wieder und schaute ihn mit ihren großen Rehaugen an.

„Ähm, ich muss gestehen dass ich nicht wirklich Lust zum tanzen hab," versuchte sich Heero heraus zu reden.

„Oh," sagte sie enttäuscht. Doch dann erhellte sich ihr Gesichtsausdruck wieder. „Dann bleibe ich einfach hier und wir können miteinander reden."

Autsch, Heero hätte sich vor Schreck fast auf die Zunge gebissen. Ok, es hatte also weder mit hinauszögern noch mit ablehnen geklappt. Zeit für die nächste Variante – der taktische Rückzug. „Ähm, ich seh grad das mein Getränk leer ist, ich hol mir schnell neues," nuschelte er und verschwand in Richtung der Theke.

Als er dort angekommen war, stellte er sich zwar kurz an um sich ein Wasser zu besorgen, doch danach ging er nicht zu seinem Ursprungsort zurück. Stattdessen suchte er sich einen versteckten Platz hinter einem der Pfeiler. Von dort konnte er immer noch Wufei und Dorothy beobachten. Die zwei tanzten immer noch, allerdings schienen sie eher mit was anderem beschäftigt zu sein. Wufei hatte einen hochroten Kopf und redete wie ein Wasserfall, während Dorothy hin und wieder laut auflachte. Ahhh, anscheinend waren sie jetzt bei Wufeis Weltanschauungen angekommen. Es war wirklich schade, dass sie zu weit weg waren um etwas zu hören.

„Wieso bist du nicht zurück gekommen, mein Held?" fragte in dem Moment eine Stimme, die Heero inzwischen schon aufs äußerste verfluchte. Als er sich umdrehte stand er erneut der rosa Zuckerwatte gegenüber. „Wir wollten doch noch tanzen."

Jetzt reichte es Heero mit höflich sein. Er hatte es im Guten versucht, aber das schien ja nicht zu fruchten. „Nein, du wolltest noch einmal tanzen. Ich nicht! Und schon gar nicht mit dir!" Dann drehte er sich um und ging in Richtung Zeltausgang, vielleicht würde ihm die frische Nachtluft da draußen ganz gut tun.

„Heeeeeeeeeeeeeeeerrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrooooooooooooooooooo!" kreischte sie hinter ihm her, aber er nahm sich vor sich nicht nach ihr umzudrehen. Nachher würde sie das noch als Ermutigung werten.

Draußen angekommen nahm er erst einmal einen tiefen Atemzug. Dann ließ er seinen Blick umher wandern. Er war bei weitem nicht der einzige der sich hier aufhielt. Auch hier gab es überall kleine Grüppchen an Leuten die miteinander sprachen, trotzdem war es längst nicht so voll wie in dem Zelt.

Aber richtig in Sicherheit konnte er sich scheinbar immer noch nicht wähnen, denn schon kurze Zeit später stand Relena neben ihm. „Heero, wie kannst du nur so was sagen," fragte sie mit weinerlicher Stimme.

„Ich habe versucht höflich zu sein, aber du scheinst es nicht zu begreifen. Ich bin nicht an dir interessiert," dann drehte sich Heero wieder weg und bewegte sich etwas von der großen Menschentraube fort. Es musste ja nun nicht jeder mitbekommen was hier passierte.

„Aber Heero, wir werden doch heiraten," beharrte die pinke Pest.

Heero schüttelte sich. „Wie kommst du nur auf so einen abwegigen Gedanken? Ich hab einmal mit dir getanzt. Mehr nicht!" Leider gelang es Heero nicht das Mädchen los zu werden. So schnell er auch ging, sie rannte ihm praktisch hinterher. Zumindest waren sie jetzt nicht mehr in der Sichtweite von der Theke und damit auch ziemlich allein. Wäre ja noch schöner, wenn halb Blackside mitbekäme wie er vor so einer Verrückten fliehen musste.

„Aber mein Held, sieh es doch ein, wir sind für einander bestimmt. Es wurde vorhergesehen!"

„Bitte was?" fragte Heero verdutzt.

Relena schien das als Interesse aufzufassen, denn sie begann ganz eifrig zu reden: „Ich war bei einer Wahrsagerin. Und sie hat mir gesagt, dass ich den Mann meiner Träume – den Helden in strahlender Rüstung der mich vor allem Übel der Welt beschützen wird – auf dem Land treffen werde. Und das wir heiraten werden. Siehst du es passt alles zusammen. Ich bin hier in Blackside und treffe dich, Heero meinen Helden. Du musst doch einsehen dass dies Schicksal ist."

Heero schüttelte energisch den Kopf. „Ich sehe nur eins, nämlich dass du mit meinem Namen Schwierigkeiten hast. Ich heiße Heero und das hat gar nichts mit Held zu tun. Ich bin kein Held und auch nicht daran interessiert deiner zu werden. Du rennst dich da in eine Sache hinein die absolut hirnrissig ist. Ich. Habe. Kein. Interesse. An. Dir." Vielleicht half es ja, wenn er langsam mit ihr sprach.

Doch auch diese Hoffnung wurde enttäuscht. „Wieso sträubst du dich nur so gegen unser gemeinsames Schicksal? Du bist ein Mann, ich bin eine Frau, was braucht es mehr für uns um eine glückliche gemeinsame Zukunft zu haben? Ich hab schon alle Papiere vorbereitet. Du musst nur noch unterschreiben dann können wir nächste Woche heiraten."

Heero blickte um sich. Hier musste doch irgendwo die versteckte Kamera sein, oder? So eine durchgeknallte Situation konnte es doch nicht in Wirklichkeit geben oder? Und wenn das hier doch echt war, dann verdiente Wufei eine noch größere Strafe als sowieso schon. „Ich will nichts von dir. Und schon gar nicht heiraten!" versuchte Heero es noch mal. Vielleicht sollte er doch wieder zurück zu den anderen gehen. Vielleicht könnte er dort irgendeine Hilfe bekommen. Diese Frau war ja wohl absolut schrecklich.


Nachdem er Quatre die Erlaubnis gegeben hatte eine Auszeit zu nehmen musste Duo breit grinsen. Die Nr. 34 musste es seinem Freund wirklich angetan haben, denn normalerweise war Quatre wenn sie im Dienst waren absolut professionell.

Aber Duo würde ihm das garantiert nie vorwerfen. Der Ball lief absolut problemlos. Alles hatte sich ohne große Schwierigkeiten eingespielt. Die Schlangen an der Getränke- und Essensausgabe waren nur minimal, die Band spielte flotte Musik die von vielen Paaren zum tanzen genutzt wurde. Überall summte und brummte es voller Energie und Duo konnte viele fröhliche Menschen sehen. So wie es auf einem Fest das sie veranstalteten auch sein sollte.

Duo machte immer wieder die Runde durch das ganze Zelt um überall mal nach dem Rechten zu sehen. Dabei fiel ihm auf, dass Dorothy immer noch mit dem gleichen Typen tanzte. Wenn er das kleine Grinsen auf ihrem Gesicht richtig deutete, dann schien sie auch wirklich ihren Spaß dabei zu haben. Damit hatte Duo nicht gerechnet, aber er freute sich trotzdem.

Und er sah auch, wie sich die heiße Nr. 21 – Heero war sein Name gewesen, Duo erinnerte sich noch genau – Dorothys Cousine erwehren musste. Zumindest schien der junge Mann nach einem Tanz genug gehabt zu haben, denn diesmal nahm er vor dem Mädchen Reißaus.

Bei der Szene musste Duo wirklich schmunzeln. Der junge Mann hatte einen Gesichtsausdruck aufgesetzt, als wenn Dämonen hinter ihm her wären. Obwohl, wenn Dorothys Erzählungen der Wahrheit entsprachen, dann war ihre Cousine garantiert auch so schlimm.

Interessiert verfolgte Duo, wie Heero aus dem Zelt stürmte. Dabei kam sein Hintern wirklich toll zur Geltung. Duo schüttelte über sich selbst den Kopf und rief sich zur Ordnung. Trotzdem, als er sah wie das Mädchen hinter Heero hinterher rannte, da siegte Duos Neugierde und er folgte ihnen. Immerhin war er hier für alles verantwortlich und musste dafür sorgen, dass alles ruhig blieb.

Die zwei hatten einen gewissen Vorsprung, so dass Duo sie zunächst eher aus der Ferne beobachten musste und nicht einmal hören konnte was sie sagten. Aber den Mundbewegungen nach, schien es ein recht heftiges Hin und Her zu geben. Wobei der Mann allein durch seine Körperhaltung und seinem Gesichtsausdruck klar machte, dass er von dem Mädchen nicht verfolgt werden wollte.

Duo ging näher heran. Vielleicht sollte er wirklich eingreifen. Das sah ja schon verdammt nach Stalking aus. Und je näher Duo kam, desto klarer wurde das. Er konnte jetzt hören wie der Mann wieder und wieder sagte, dass er von ihr nichts wollte. Nicht interessiert war. Und sie konterte, dass sie doch füreinander bestimmt wären und bald heiraten würden.

So wie Duo die Situation einschätzte, würde sich das Mädchen nicht mit vernünftigen Argumenten überzeugen lassen. Sie schien sich wie eine Klette an Nr. 21 festgekrallt zu haben und ließ nicht mehr los.

Duo konnte die Verzweiflung im Gesicht des jungen Mannes sehen. Und Duo wurde klar, dass er ihm helfen musste. Er konnte nicht zulassen, dass hier irgendjemand derart belästigt wurde. Aber wie sollte er das dem Mädchen nur klar machen? Wenn Dorothy nicht maßlos übertrieben hatte, dann war ihre Cousine wirklich keinem Argument zuträglich. Und es würde sicher nicht gut aussehen, wenn er sie mit Gewalt – in Form eines Ordners – vom Fest entfernen lassen würde.

Dann fiel Duo die perfekte Lösung ein. Und ohne lange darüber Nachzudenken – damit er sich die dumme Idee nicht selbst wieder ausreden konnte – eilte er zur Tat. Mit schnellen Schritten ging er auf die beiden zu und rief: „Heero da bist du ja! Ich hab dich schon die ganze Zeit gesucht!" Er stellte sich neben den Mann, schlang seinen Arm um dessen Hüfte und zog mit der anderen dessen Kopf zu sich. Dann presste er seine Lippen auf die von Heero für einen langen, intensiven Kuss, während Duo im Stillen betete, dass der andere zu sehr überrumpelt wäre um vor dem Kuss zurück zu schrecken. Und er hoffte auch, dass er später für diese Aktion nicht in den Boden gestampft werden würde.