Chapter 7: „All the things she said..."

Wood war verwirrt. Was sollte das? Wieso zum Teufel spielte Jalta so mit ihm? Ihm gingen Fragen ohne Ende durch den Kopf und vor allem eine besondere: Wieso machte er sich überhaupt Gedanken um sie? Er wusste weder was er fühlte, noch was er wollte.

Als er an diesem Abend im Gemeinschaftsraum saß, blickte er die ganze Zeit stumm aus dem Fenster und konnte dennoch keinen klaren Gedanken fassen.

Unbemerkt setzte sich George zu ihm.

„Hey, großer Meister, alles klar bei dir?"

Wood sah ihn zunächst erstaunt an und antwortete erst nach einer Weile. „Ja, alles okay..."

„Sieht mir aber nicht danach aus. Komm schon, kannst ruhig damit herausrücken."

Oliver schüttelte den Kopf. „Danke, nein..."

George rückte seinen Sessel näher an Olivers heran. „Nun komm schon."

Wood fasste sich an die Stirn und stützte sich auf seine Hände. Dann sagte er nur ein Wort, ganz leise: „Jalta..."

George begann zu kichern wie ein zehn jähriges Mädchen und bekam sich gar nicht mehr ein.

„Was ist daran so lustig?" fauchte Oliver.

„Ich wusste doch, dass es dich irgendwann erwischt. Sie ist ja so süß, wenn sie dich hasst." meinte George ironisch.

„Habe ich gesagt, dass das auch nur im Entferntesten etwas mit Liebe zu tun hat?"

„Man sieht es dir an, mein Freund." George lachte abermals und streckte sich auf seinem Sessel.

Wood seufzte. „Es ist nichts und es wird nichts sein..."

George schüttelte den Kopf. „Ja, ja, klar! Und Neville ist kein Tollpatsch!"

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Es war früh am nächsten Morgen, als Jalta ihr Team aus den Träumen riss und zum Quidditchtraining anspornte. Die Hälfte blieb einfach liegen, während die andere Hälfte müde erklärte, dass sie lieber weiter schlafen wollten.

So blieb Jalta nichts anderes übrig als zu warten bis alle wach waren. Langsam ging sie hinunter in die große Halle und hinaus auf das Quidditchfeld, an dessen Rand sie sich setzte und die aufgehende Sonne beobachtete. Und erwischte sich selbst, wie sie an Oliver Wood dachte.

Sie schüttelte den Kopf um an etwas anderes zu denken, doch ihr blieb wohl nichts anderes übrig: Sie empfand etwas für ihn, ihr Herz begann zu klopfen, wenn sie nur seinen Namen hörte.

Über sich selbst verärgert warf sie sich ins Gras und begann leise vor sich hin zu summen. Denn sie war sich sicher, wenn sie irgendetwas anderes tat, würden sich diese Gedanken verflüchtigen so schnell wie sie gekommen waren.

„Jalta?" sagte eine bekannte Stimme hinter ihr. Vorsichtig drehte Jalta sich um und erkannte im Schatten Roger Davis.

„Was willst du." fauchte sie aufgebracht.

„Na ja, du sagtest eigentlich, dass wir trainieren wollten. Hier bin ich."

„Ich hab gesagt: Trainieren! Und nicht: Bespitzle mich!"

„Sag mal, wieso bist du in letzter Zeit so reizbar. Hast das etwas mit der Nacht im L'Ophir zu tun?"

„Wieso sollte es?" wollte Jalta wissen und starrte wieder in den Himmel.

„Nun... du reagierst immer sehr empfindlich, wenn jemand den Namen Oliver Wood benutzt. Und da ich euch an diesem besagten Abend zusammen weggehen sehen habe..." Roger zuckte mit den Schultern.

„Kein Kommentar." sagte Jalta kühl.

„Meinst du nicht, dass du da doch etwas sagen solltest?"

„Nein!"

„Nun komm schon, ich denke du hast einiges zu sagen."

„Und warum sollte ich es, angenommen, ich hätte etwas zu sagen, es dir zu sagen?"

„Weil du es, wenn du es mir nicht erzählst, es auch sonst keinem erzählen wirst."

„Wer sagt, dass ich es nicht jemand anderem erzählen werde... Ich habe überhaupt nichts zu erzählen..."

„Verplappert meine Liebe..."

Jalta schüttelte den Kopf und drehte sich auf den Bauch, sodass sie Roger ins Gesicht sehen konnte, der sich im Schneidersitz hinter ihr niedergelassen hatte.

„Meinetwegen. Aber unter der Bedingung, dass es bei dir bleibt!"

„Sicher. Und jetzt schiess los."

Jaltas kaute auf ihrer Unterlippe und begann leise. „Ich weiß nicht einmal wo ich anfangen soll."

„Irgendwo. Nur erzähl es mir. Du weißt, dass ich neugierig bin."

Jalta lachte leise und holte tief Luft. „Na ja, ich war ziemlich betrunken im L'Ophir und... ach ich muss ihn wohl angegraben haben, ich weiß auch nicht mehr. Wood hat mich dann nach Hause gebracht und irgendwie muss es dann wohl zu einem Kuss gekommen sein."

Davis fing an zu lachen. „Wie süß ihr beiden doch seid. Am Tag zickt ihr euch an und in der Nacht geht's heiß her. Interessant."

„Das ist nicht witzig." fauchte Jalta gereizt.

„Das finde ich aber schon. Kann es sein, dass die eiskalte Jalta von der Liebe heimgesucht wird?" stichelte Roger.

Jalta warf ihm einen bösen Blick zu, doch dann wurden ihre Gesichtszüge wieder weich. „Vielleicht..."

Roger begann abermals zu lachen und wuschelte ihr durch die Haare.

„Lass das!" keifte Jalta ihn an.

„Wie wäre es, wenn du vielleicht etwas freundlicher wärst. Oder überhaupt mal Lächeln würdest. Ich glaube damit hättest du es in allem wesentlich einfacher."

Nachdenklich nickte Jalta und strich sich die zerzausten schwarzen Haare aus dem Gesicht.

„Wirst du ihm sagen, was du mir erzählt hast?" fragte Roger nach einer Weile.

„Nein!" meinte Jalta entschieden.

„Deine einsame Schmachterei wird dir nichts nützen. Wenn du nichts sagst, wird Oliver nichts merken."

Jalta wollte etwas sagen, doch Roger legte ihr die Hand auf den Mund.

„Und ich gebe dir dazu einen kleinen Tipp. Die Gryffindors Trainieren von neun bis zehn Uhr."

Er stand auf und wandte sich zum gehen um, drehte sich aber doch noch einmal zu Jalta. „Nutze diese Chance..."

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Es war viertel vor zehn. Jalta stand in einem Sommerkleid am Rande des Feldes und beobachtete das Gryffindorteam augenscheinlich. Doch in ihren Inneren brodelte es. Sie musste sich ein Herz fassen und nur einmal den Mund aufmachen, doch ihre Angst war größer. Was war, wenn er sie ablehnte? Sie, Jalta, war niemals die Person gewesen, die wie alle anderen Mädchen, einen Schwarm gehabt hatte, den sie bedingungslos vergötterte. Niemals hatte sie Herzklopfen bekommen, eigentlich war sie nur auf ihren Spaß bedacht gewesen. Missmutig schnippte sie mit dem Fuß einen Stein weg, verschränkte die Arme hinter dem Rücken und schaute verbissen auf den Boden.

Plötzlich stand jemand vor ihr, sie bemerkte es jedoch erst, als diese Person die Sonne, die auf sie schien, verdunkelte.

„Nichts zu tun Kabuki?" fragte die ihr wohl bekannte Stimme Oliver Woods.

„Nein..." Langsam schaute sie hoch und musste ihren Kopf heben um ihm in die Augen zu sehen.

Er lächelte, als er sah wie böse sie ihn ansah. „Schon okay, ich bin gleich wieder aus deiner Sonne."

Versuch es mal mit Lächeln... klang es ihr durch den Kopf.

Keiner der beiden bewegte sich, sie schauten sich nur stumm in die Augen.

„Und? Warum bist du hier? Spionage?" Er lachte leise.

Jaltas Gesicht blieb ernst. „Ich... muss... mit dir reden."

„Oho, das klingt ja sehr offiziell." Wood lachte abermals. „Aber weißt du, spar dir deine Worte."

Jalta schnappte nach Luft. „Was?"

Er lächelte abermals. „Du weißt dass ich mit Roger Davis befreundet bin..."

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