„Guten Morgen! Einen Kaffee bitte", betrat David den Kiosk. „Hey! So früh hier?", staunte Jürgen, der sich auch sogleich an der Kaffeemaschine zu schaffen machte. „Naja, muss ja. Der Flieger zur Fashion Week geht doch in vier Stunden." – „Hörte ich gerade Fashion Week und Flieger und das direkt aus deinem Mund?" – „Ja, wieso nicht?" – „Weil Lisa mit Rokko alleine fliegen wollte, schon vergessen?" – „Lisa weiß doch gar nicht, was sie will." – „Aber du weißt es? David, ehrlich, das kannst du nicht bringen. Lisa ist in der Lage Kerima würdig zu vertreten und sie hat sich eine schöne Zeit mit Rokko verdient." – „Aber was, wenn er ihr an die Wäsche will?" – „Oder sie ihm? Diese Variante schon mal in Erwägung gezogen? David, Lisa und Rokko sind erwachsen. Die tun es, wenn ihnen der Sinn danach steht", schüttelte Jürgen verständnislos den Kopf. „Glaubst du, die haben schon?", tastete David sich behutsam vor. „Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass Lisa diese Tage mit Rokko unbedingt genießen sollte und du würdest da nur stören." Jürgen stemmte die Arme in die Hüften, um seinen Worten noch mehr Bedeutung zu verleihen. „Aber… Es ist doch alles gebucht", triumphierte David plötzlich. „Als würden dir die paar Öken wehtun…" – „Es geht mir nicht ums Geld. Es geht mir darum, dass der Platz gebucht ist. Was, wenn etwas passiert? Dann stehe ich auf der Passagierliste und bin unauffindbar." Wortlos reichte Jürgen David ein Telefon. „Ruf an und sag ab. Dann bist du in jedem Fall auf der sicheren Seite." – „Nein! Ich fliege in jedem Fall mit nach New York! Kerima braucht mich!" – „Sag mal, David, das mit Kerima ist doch nur vorgeschoben, oder? In Wahrheit geht es hier doch um Lisa." David schwieg betreten. „Hast du dich doch in sie verliebt?" David schwieg weiterhin. „Oder kannst du es nur nicht ertragen, dass Kowalski Dinge in ihr sieht, die sonst niemand sieht? Er liebt sie und Lisa lässt ihn nur ganz langsam an ihn heran. Mach das nicht kaputt, wenn du keinen wirklich guten Grund dazu hast." – „Ich muss zum Flughafen."
