Titel: Lower Your Shields and Surrender
Autor: ZaLa
Disclaimer: siehe Prolog
Kommentar: Eigentlich wollten wir gar nicht mehr nach Relena World, aber da ihr alle wissen wolltet, wie das Abendessen war... Aber seid gewarnt! Das hier ist das letzte (oder vielleicht vorletzte, mal schaun) lustige Kapitel, bevor es so richtig schrecklich und tragisch wird. Also genießt es! Bald braucht ihr jede Menge Taschentücher, so tragisch wird es. Und Schüsseln um all die Tränen aufzufangen.
PS: Und wer erkennt, aus welcher Serie Laren die Idee zu dem Abendessen geklaut hat, kriegt nen Keks! 'g'
Kapitel 6
Heero sah sich noch einmal in dem kleinen Restaurant um. Soweit wirkte alles ganz gut. Dann traf sein Blick wieder auf seine Begleiter und eine kleine Falte bildete sich auf seiner Stirn. Er seufzte noch einmal tief.
„Duo, ich finde wirklich, das du besser zu Hause auf mich warten solltest," versuchte er es ein letztes Mal mit Vernunft.
Doch seine Liebe schüttelte nur vehement den Kopf: „Ich denke ja nicht daran. Ich habe dir schon ein paar mal erklärt das ich es genau beobachten will wenn du dich mit dem pinken Monster triffst."
Heero seufzte erneut. Duo war zwar schon immer recht störrisch gewesen was das Thema Relena anging, aber in den letzten Tagen und Wochen war da fast eine ausgewachsene Paranoia draus geworden. „Wieso?" fragte er deshalb noch einmal. „Du tust ja fast so als würde sie hier im Restaurant über mich herfallen. So schlimm ist Relena nun auch wieder nicht. Aber es könnte unsere Mission gefährden, wenn sie dich sieht. Du weißt wie allergisch sie auf dich reagiert."
Duo schnaubte hörbar. „Ha, der trau ich inzwischen alles zu." Aber dann schien er zu bemerken das sich Heero wirklich nicht besonders wohl fühlte und schlug einen beruhigenderen Tonfall an. „Du musst dir wirklich keine Sorgen machen. Ich werde gleich in die Küche verschwinden und brav da bleiben. Solange Relena sich benimmt, wird sie nicht einmal ahnen das ich hier bin. Bitte Heero, zuhause sitzen würde mich einfach wahnsinnig machen." Und zusammen mit diesen Worten setzte Duo seine Geheimwaffe ein. Diesem flehenden Blick aus amethystfarbenen Augen hatte Heero noch nie widerstehen können.
Er hob seinen Zeigefinger und stupste Duos Nasenspitze damit an. „In Ordnung Koibito. Aber ich nehme dich beim Wort. Du wirst den Abend nicht stören. Du weißt was auf dem Spiel steht."
Duo grinste kurz, winkte dann aber ab, „Ja, ja keine Panik. Ich bin schließlich genauso professionell wie du. Ich werde einfach nur einen Blick auf die Überwachungskameras werfen. Und mich ansonsten mucksmäuschenstill verhalten."
Heero hatte zwar trotz all der Beteuerungen noch so seine Bedenken, aber ein Blick auf die Uhr zeigte ihm, das er auch nicht mehr viel Zeit hatte etwas an der Situation zu verändern. Er konnte nur hoffen das sie ihr Ziel erreichen würden. Und das ihn der Abend nicht selber zu viele Nerven kosten würde.
Dann streifte sein Blick Duos Begleiter. Und unwillkürlich seufzte er erneut. „Und warum seid ihr hier?" fragte er.
Ian grinste fast so breit wie Duo es konnte. „Hey, glaubst du wirklich das wir uns dieses Schauspiel entgehen hätten lassen? Mann, wir hätten Eintrittskarten für heute Abend verkaufen und steinreich werden können."
Heero bekam augenblicklich Bauchschmerzen bei diesem Gedanken.
Zum Glück wusste Wufei noch ein paar beruhigende Worte zu sagen. „Hör nicht auf die beiden Bakas. Wir sind hier um zu verhindern das Duo was unüberlegtes tut. Wir werden ihn keine Sekunde aus den Augen lassen."
„Hey," begehrte Duo in schönster Teenagermanie – etwas das er immer noch mit Perfektion beherrschte – auf. „Seit wann brauch ich Kindermädchen?"
„Die brauchst du immer wenn es um Relena geht," erwiderte Wufei in seinem kühlen Befehlston. „So und jetzt lasst uns in die hinteren Räume verschwinden, Relenas Wagen kann jeden Moment vorfahren."
Duos Gesichtsausdruck sprach Bände. Aber er fügte sich dem Unausweichlichen. Er beugte sich noch einmal zu Heero, küsste ihn bestimmt auf dem Mund und flüsterte dann, „Pass auf dich auf. Und vergiss nicht zu wem du gehörst."
Duos besitzergreifender Tonfall ließ Heero erschauern. Plötzlich wünschte er sich nichts sehnlicher als den Langhaarigen fest in seine Arme zu schließen – vorzugsweise während sie nackt auf einem Bett lagen – und ihn bis in alle Ewigkeit zu küssen. Er wusste das Duo mit seiner Eifersucht auf Relena vollkommen irrational war, aber irgendwie gefiel es ihm auch ein bisschen.
Mit einem Lächeln auf dem Gesicht sah er wie die drei anderen in Richtung Küchenbereich verschwanden. Dort waren die Monitore der Überwachungsanlage aufgebaut. Heero hielt es zwar immer noch für eine Wahnsinnsidee seinen gemeinsamen Abend mit Relena überwachen zu lassen, aber es machte die Sache für Duo leichter. Und Une fand die Idee auch ganz hervorragend.
Dann drehte Heero sich noch einmal um, nahm jede Kleinigkeit des Restaurants in sich auf. Es war ein sehr kleiner Laden. Es gab nur 10 Tische, die alle in abgeteilten Nischen standen. Alles war sehr rustikal eingerichtet und eigentlich so gar nicht Relenas Stil. Aber das Restaurant hatte zwei große Vorteile. Zum einen gehörte es Quatre – beziehungsweise WEI, und so konnten sie vollkommen ungehindert all ihr Preventer-Equipment aufbauen. Zum anderen wollte Quatre es sowieso in wenigen Wochen renovieren lassen, also falls irgendwas schief ginge wäre der Schaden minimal.
Es waren nicht besonders viele Gäste in Lokal, dafür hatten sie extra gesorgt. Ruhige Entspannungsmusik spielte im Hintergrund und Heero hoffte einfach mal das alles so problemlos wie möglich vonstatten ging.
Er war noch in seinen letzten Gedanken gefangen als er aus den Augenwinkeln durch eines der Fenster sehen konnte wie ein pinkfarbenes Fahrzeug vor dem Restaurant hielt. Man sollte doch meinen das Relena auch unauffälligere Autos besaß. Aber leider hatte ihre Obsession für die Farbe Pink genauso wenig nachgelassen wie ihre Obsession was ihn betraf. Aber das war ein Thema an das er jetzt keinen weiteren Gedanken verschwenden wollte. Manche Dinge ließen sich einfach nicht verändern.
Heero zupfte noch einmal an seiner Krawatte – er trug eine klassische Abendkombination die für ihn persönlich viel zu konservativ war, die ihre Prinzessin aber sicher voraussetzen würde. Dann machte er zwei Schritte auf den Eingang zu und als sich die Tür öffnete setzte er sein bestes Lächeln auf. Es war zwar ein wenig gekünstelt, aber Relena würde das nicht bemerken.
Dann kam auch schon Relena herein. Sie trug von Kopf bis Fuß Pink. Und entgegen sämtlicher Modetrends hatte sie es geschafft in ihrer Rock-Blazer Kombination so viele Rüschen und Spitzen unterzubringen das sie eher wie eine grenzdebile, neunzigjährige Liebesromanschriftstellerin wirkte, als wie eine hohe politische Führungsperson. Heero fragte sich mal wieder wieso die Bevölkerung Relena so liebte. Aber dann verdrängte er diesen Gedanken und ging einen weiteren Schritt auf sie zu. „Relena, schön das du dir für heute Abend freinehmen konntest." Er ergriff ihre Hand und gab ihr einen vollendeten Handkuss.
In der Küche schepperte es laut. Heero knurrte kurz. Dieser Baka. Sie hatten doch besprochen das er Relena so begrüßen würde. Das versprach ein wirklich anstrengender Abend zu werden.
Relena bemerkte nichts von dem Krach, sie schien zu sehr damit beschäftigt zu sein zu erröten. „Ach Heero," giggelte sie. „Für dich habe ich doch immer frei. Ich habe mich so gefreut das du mich eingeladen hast." Dann klimperte sie mehrmals mit ihren Wimpern.
Heero versuchte sein bestes um das Klimpern zu ignorieren. „Wollen wir an unseren Tisch gehen?" fragte er sie. Und ohne auf ihre Antwort zu warten führte er sie in eine der Nischen.
Während Relena sich setzte blickte auch sie sich neugierig im Restaurant um. Aber es schien ihr nicht so ganz zu gefallen, denn ihre Nasenspitze kräuselte sich. „Was ist das für ein Laden in den du mich bestellt hast? Ich dachte er gehört zu WEI, da hätte ich etwas weniger 'rustikales' erwartet," sagte sie mit ihrem überheblichen Prinzessinnentonfall.
Heero setzte sich ebenfalls und atmete kurz tief durch bevor er antwortete, „Rustikal ist wieder stark im Kommen Relena. Außerdem dachte ich, das es besser wäre wenn wir uns nicht in einem nicht so bekannten Restaurant treffen. Wir wollen doch schließlich den Abend genießen und nicht von eine ganzen Traube Klatschreporter belagert werden."
„Da hast du wohl Recht," stimmte Relena ihm zu, aber ihre gesamte Körpersprache verriet das sie nichts dagegen gehabt hätte zusammen mit Heero von diversen Reportern fotografiert zu werden.
„Ich habe mir die Freiheit erlaubt und für uns beide bestellt," erklärte Heero.
„Oh, was für ein vollendeter Kavalier du doch bist," kicherte Relena.
Heero tat sein bestes um nicht mit den Augen zu rollen. Der Abend fing an wirklich anstrengend zu werden. Dann ergriff er die Weinflasche und goss sich und Relena etwas zu trinken ein. Als die Gläser gefüllt waren, erhob er seines und sagte, „Auf einen wunderschönen Abend in netter Begleitung."
Relena errötete tief und ließ ihre beiden Gläser klangvoll aneinander stoßen. In der Küche schepperte es wieder laut.
Einen Augenblick später kam der Kellner und servierte ihnen den Salat. Heero spießte etwas von dem Gemüse auf seine Gabel und fragte, „Wie geht es dir Relena? Was hast du in letzter Zeit alles gemacht?" Er wusste das Relena mit dieser Frage für den Rest des Essens beschäftigt war. Und wirklich begann sie sofort eifrig zu erzählen.
Da Heero genau wusste was Relena alles erlebt und getan hatte, schaltete er einfach auf Durchzug. Mechanisch gab er in regelmäßigen Abständen zustimmende Laute von sich und dachte lieber daran was er alles mit Duo heute Nacht noch anstellen könnte. Ein sehr viel ergiebigeres Thema als Relenas neuesten Theorien zur Friedenspolitik.
Sie waren fast mit dem Hauptgang fertig, als auch Relena von all ihren neuen Plänen berichtet hatte. „Siehst du Heero, mein Plan ist einfach unglaublich genial. Wir werden die Bevölkerung wegen der Borggeschichte aufklären. Nur so können die Menschen den Frieden wirklich schätzen."
„Hn, ich bin mir nicht wirklich sicher, was diese Sache betriff. Was halten denn Une und Zechs davon?"
Relena machte eine abfällige Handbewegung. „Ach die, die sind natürlich dagegen. Aber nur weil sie eifersüchtig auf meinen genialen Plan sind."
Es erstaunte Heero das die Frau wirklich von ihren Tun überzeugt war. Wie konnte jemand soviel wissen wie Relena und gleichzeitig nichts wissen? Sie gaben ihr doch alle Informationen, sie hätte erkennen müssen wie gefährlich und dumm ihr Plan war. Aber scheinbar zählte Schlüsse ziehen nicht wirklich zu Relenas Talenten.
Jetzt war der Moment gekommen auf den sie alle hingearbeitet hatten. Heero tupfte sich mit der Serviette den Mund ab und versuchte dann möglichst enttäuscht drein zu schauen. „Das ist irgendwie schade, Relena."
Sie blickte von ihrem Essen auf und sah ihn verwundert an. „Was meinst du damit Heero?"
„Ach, ich dachte du könntest mir mit einer Sache helfen. Aber jetzt, wo du mir von deinen großen Plänen erzählt hast, da kann ich dich doch nicht mit meinen kleinen Problemen belästigen."
„Aber was ist denn? Was für Probleme? Ich werde alles für dich tun, Heero. Das weißt du doch," Relena hatte flink ihr Essbesteck zur Seite gelegt und Heeros Hände ergriffen. Während ihrer Worte streichelte sie beruhigend über seine Finger.
Ein ohrenbetäubender Lärm brach los. Eine Sirene schrillte mitten im Lokal. Es herrschte plötzlich große Unruhe. An den anderen Tischen sahen sich die Gäste wild um, jeder schien zu versuchen hinter den Grund des Lärms zu kommen.
Relena hatte ihr Gesicht wie unter Schmerz verzogen, ihre Hände fest über die Ohren gepresst. „Das ist ein schrecklicher Ort. Vielleicht ist das der Feueralarm. Wir könnten in Gefahr sein. Lass uns gehen, Heero," verlangte sie energisch.
Heero, der als einziger der Gäste vermutete was, beziehungsweise wer hinter diesem Lärm steckte, schüttelte den Kopf. „Das wird sich gleich geben, Relena. Sei unbesorgt," versuchte er sie zu beruhigen.
Wieder herrschte in der Küche einiger Aufruhr, dann stürmte Ian in das Lokal, ging ohne auf die anderen Gäste zu achten auf den Tisch von Heero und Relena zu und knipste dann an der Nischenwand ein kleines schwarzes Kabel durch – das von dem Plastikefeu der als Dekoration diente verdeckt worden war. Augenblicklich herrschte wieder Ruhe.
Mit einem „Entschuldigen Sie die technische Störung," wollte Ian wieder den Raum verlassen. Aber dann überlegte er es sich noch anders und flüsterte Heero schnell zu, „Er hat geschworen dass dies sein letztes Gimik war."
Heero hoffte das inständig, denn wie sollte er seinen Auftrag erfüllen wenn Duo soviel Unsinn anstellte? Er räusperte sich kurz und wandte dann seine Aufmerksamkeit wieder Relena zu. „Siehst du, das war gar nicht so schlimm wie vermutet."
Eine kleine Falte hatte sich auf Relenas Stirn gebildet. „War das nicht dieser komische Kollege von dir? Der Partner von Wufei? McNibbels, oder so?"
„Äh, nein, wie kommst du denn darauf?" war alles was Heero spontan einfiel. Er hätte im Leben nicht gedacht das Relena sich an Ian erinnern würde. Sie bemerkte doch ansonsten Leute außerhalb ihres Standes sehr selten.
„Ich bin mir ganz sicher," fuhr Relena fort. „Zwar hab ich ihn noch nie in einem Anzug gesehen, aber das muss er gewesen sein. Was hat das zu bedeuten?"
Heero beugte sich vor und sah ihr verschwörerisch in die Augen. „Das ist ein Geheimnis Relena. Du musst mir versprechen es niemandem zu erzählen.", Heero suchte noch verzweifelt nach irgendeiner hanebüchenen Ausrede.
Relenas Augen wurden große und sie errötete leicht vor Aufregung. „Oh, ich liebe Geheimnisse."
„Er arbeitet hier als Restaurantmanager," stotterte Heero.
„Aber warum? Er ist doch bei den Preventers."
„Äh, es ist sein Zweitjob. Er braucht das zusätzliche Geld."
„Und wieso ist das ein Geheimnis?"
Verdammt, wieso mussten bei Relena ausgerechnet mal dann die Gehirnzellen zusammenarbeiten wenn man es mal nicht gebrauchen konnte? Was konnte er denn noch zusammenlügen? „Äh, er braucht das Geld weil er davon ein Geschenk kaufen will. Jawohl, ein Geschenk. Ein Verlobungsring. Damit will er seine heimliche Liebe überraschen."
Relenas Augen leuchteten noch mehr. Heero seufzte erleichtert. Er hatte gewusst das diese romantische Erklärung genau nach ihrem Geschmack sein würde. „Oh, und wer ist es?" fragte sie noch nach.
Hn, wen konnte er nur nehmen? Es musste jemand sein den nicht nur Relena kannte sondern auch Ian. „Dorothy!" sagte er den ersten Namen der ihm einfiel.
„Dorothy?"
Heero nickte: „Aber pssscht. Du darfst niemandem was verraten. Ian ist total schüchtern und will Dorothy erst ansprechen wenn er genug Geld für den Ring hat. Wenn du etwas verrätst, dann verdirbst du die ganze Überraschung."
Relena lächelte leicht. „Keine Sorge, das Geheimnis ist bei mir gut aufgehoben. Ich werde nichts verraten. Oh wie romantisch."
Puh, diese Klippe schien umschifft zu sein. Heero lehnte sich etwas entspannter zurück.
Ihr Kellner begann damit ihre Teller abzuräumen. Sie hatten den Hauptgang beendet und nur noch das Dessert wartete auf sie. Sie waren also schon beim Nachtisch angelangt und es hatte erst eine Katastrophe gegeben. Das war gar nicht mal ein so schlechter Schnitt, fand Heero.
Dann sah er wer aus der Küche kam um den Nachtisch zu servieren. Duo! Duo mit offenem Haar und in einem Kleid, notdürftig als Kellnerin verkleidet. Was glaubte der Baka denn? Das Relena blind war? Sobald die Duo erkennen würde, würde der ganze Abend umsonst gewesen sein!
Heero schickte dem Langhaarigen seinen besten Deathglare entgegen, aber Duo ließ sich nicht stoppen. Er erreichte den Tisch und begann damit das Dessert aufzutragen.
Natürlich nutzte Relena genau diesen Moment um wieder nach Heeros Händen zu greifen. „Du wolltest mich vorhin um etwas bitten. Worum geht es denn? Ich werde wirklich alles für dich tun."
Heeros Teller schepperte ein wenig als er unsanft den Tisch traf, aber das war das einzige was passierte. Duo schien sich wirklich unter Kontrolle zu haben. Was für ein Glück, denn Heero hatte schon befürchtet das dieser Relena alle Haare einzeln ausreißen würde.
Er wollte gerade ansetzen um sein Anliegen zu erklären als er bemerkte das Duo immer noch neben dem Tisch stand. Und das obwohl er alles serviert hatte. Mit leichten Deutungen seines Kopfes versuchte er seinen Partner dazu zu bewegen sich wieder zu entfernen. Aber Duo blieb wie angewurzelt stehen und versuchte offenbar Löcher in Relenas Schädeldecke zu starren. Super, gleich würde Relena bemerken das etwas nicht stimmte und sich die Kellnerin genauer ansehen. Und das Geschrei das dann folgen würde, würde schlimmer sein als die Sirene von vorhin.
Darum tat Heero sein möglichstes um Relena abzulenken. „Du weißt das ich in zwei Monaten Geburtstag habe, oder?"
„Aber natürlich, wie könnte ich dieses Datum je vergessen," sie strahlte ihn an.
Duo schien etwas sagen zu wollen, doch in dem Moment erschien die Rettung in Form von Ian, der den Langhaarigen kurzerhand fortschleifte. Duo wollte sich wohl wehren, aber eine Hand über seinem Mund hinderte ihn daran.
Heero atmete erleichtert aus.
„Das ist wirklich ein sehr seltsames Restaurant. Und wie McNibbels mit seiner Angestellten umgeht, die arme Frau. Ich glaube ich werde mich bei Quatre beschweren," sagte Relena.
Heero ergriff ihre Hände. „Ach, lass uns über etwas wichtigeres reden."
„Ja, Heero," hauchte sie, das Lokal und die Angestellten sofort vergessend.
„Nun ich wollte dich darum bitten mir bei dieser Feier zu helfen. Ich hatte noch nie in meinem Leben ein großes Fest. Das würde ich jetzt gerne haben. So kurz vor dem zehnten Jahrestag des Friedens möchte ich auch groß feiern. Und niemand kann so schöne Feste organisieren wie du."
„Oh Heero. Natürlich helfe ich dir. Wozu bin ich schließlich deine Freundin?"
Heero schüttelte den Kopf. „Aber du hast mir doch vorhin erzählt was du alles vorhast bis zum Jahrestag. Ich möchte dich mit meiner privaten Bitte nicht von deinem großen Projekt abhalten."
„Das ist wirklich kein Problem. Ich werde einfach die Planung für die Borggeschichte an Dorothy weitergeben. Wozu ist sie meine Assistentin? Und ich werde mich derweil um die wirklich wichtigen Dinge kümmern."
Sieg. Er hatte sie soweit bekommen. Die Welt war ein weiteres mal gerettet. Sanft zog er ihre Hand wieder an seinen Mund und gab ihr einen weiteren Kuss. Mit dieser romantischen Geste würden sie die pinke Prinzessin für die nächsten Monate ruhig stellen.
„Ich bin dir so unendlich dankbar das du mir dabei hilfst, Relena."
„Du weißt das ich immer alles für dich tun werde. Das war schon immer so. Schließlich liebe ich dich."
Das war jetzt auch für Heero etwas zu viel. „Relena..." wollte er einwerfen.
Doch sie sprach weiter. „Ich weiß. Du bist immer noch verwirrt was deine Gefühle angeht. Aber ich bin mir sicher, das du deine homosexuelle Phase nun endlich hinter dir lassen wirst. Du brauchst dich nicht zu schämen, viele Teenager haben das. Das hat nichts zu bedeuten. Wichtig ist nur, das du endlich einsiehst das ich die richtige für dich bin," sie lächelte selig.
Während Heero noch verzweifelt nach Worten suchte mit denen er dieses Statement kommentieren konnte, sprang die Sprinkleranlage an. Beinah sturzbachartig kam das Wasser von der Decke.
Alle anderen Gäste schrien, sprangen von ihren Plätzen auf und rannten nach draußen. Heero und Relena taten es ihnen nach. Endlich draußen blieben sie stehen. Sie waren patschnass und Heero hoffte das diese letzte Katastrophe nicht Relenas Stimmung zum schlechten verändert hatte. „Es tut mir furchtbar leid," sagte er.
Sie seufzte tief. „Wir sollten uns wirklich bei Quatre wegen dem Restaurant beschweren. Unglaublich wie wir behandelt wurden."
„Es ist alles meine Schuld. Du musst sofort nach Hause, bevor du dir in den nassen Sachen den Tod holst." Heero konnte sehen das Pargan schon die Wagentür für Relena geöffnet hatte.
Aber sie schüttelte nur den Kopf. „Nein Heero. Trotzdem, das nächste Mal werde ich das Restaurant aussuchen." Dann stellte sie sich auf ihre Zehenspitzen und küsste Heero auf die Wange. „Machs gut. Und ich werde gleich morgen mit dem Planen anfangen. Sei unbesorgt. Es wird das schönste und größte Fest das du dir vorstellen kannst." Sie lächelte ihn noch einmal an und stieg dann in die Limousine.
Wie es sich für einen Kavalier gehörte blieb Heero tropfend stehen und winkte dem Auto nach. Als es außer Sichtweite war, ging er wieder in das Restaurant.
Die Sprinkleranlage arbeitete immer noch. Und mitten im Raum stand Duo. In seiner schrecklichen Verkleidung, vollkommen nass 'geregnet' und mit verschränkten Armen.
Heero zog fragend eine Augenbraue hoch.
„Ian und Wufei haben Schwierigkeiten das Ding abzuschalten."
„Hn."
„Meinst du, unsere Versicherung wird den Schaden decken?" Duo sah immer mehr wie ein begossener Pudel aus.
„Hn."
„Sie hat es verdient."
„Hn."
„Ok, Ok ich gebe es zu. Ich scheine ein echtes Eifersuchtsproblem zu haben."
Heero machte einen schnellen Schritt auf Duo zu, hob dessen Kinn an und küsste ihn hart auf den Mund. Duos Arme nahmen ihn sofort gefangen und dicht aneinander gedrückt standen sie dort während das Wasser weiterlief.
„Baka," flüsterte Heero nur und küsste seinen Partner wieder und wieder. Wie konnte der Dummkopf nur wegen jemandem wie Relena eifersüchtig sein? Aber irgendwie war es süß. Unprofessionell, nervenaufreibend, katastrophal, aber süß. Heero schüttelte noch einmal den Kopf, fing dann aber wieder Duos Lippen mit den seinen an. So standen sie noch eine Weile engumschlungen im Regen der Sprinkleranlage.
„Sag mal," sagte Heero plötzlich, „wie hast du es eigentlich geschafft, in dieser Aufmachung an Ian und Wufei vorbeizukommen?"
„Ich hab die beiden in den Kühlraum gesperrt."
Heero trat einen Schritt zurück. „Du hast die beiden in den Kühlraum gesperrt?" wiederholte er verblüfft.
Duo zuckte mit den Schultern und verschränkte erneut die Arme vor der Brust. ‚Wag es ja nicht mich deswegen auszuschimpfen!' schien sein Blick zu sagen.
Heero starrte ihn noch eine Weile ungläubig an, dann fingen seine Mundwinkel an zu zucken. „Oh Duo," lachte er und zog den Langhaarigen wieder in eine Umarmung. „Das hätte ich wirklich nur zu gerne gesehen."
„Kein Problem. Das nächste Mal mach ich Fotos."
