So da bin ich wieder. Hoffe das Kapitel gefällt euch.
Kapitel 6:
Híro's Haus steht, einsam, an die gewaltige Felswand geschmiegt die Konohas hinteren Schutz bildete. Das Schwarz der Hauswände lassen das Gebäude mit dem Schatten der Felsen verschwimmen und nur noch die Fenster stechen aus der Dunkelheit wie die Augen eines Monsters das geduldig auf Beute wartet.
Ein leichtes Frösteln zieht sich an deinen Armen hinunter bei dem Gedanken daran.
„Du magst Schwarz, huh?" Fragst du den Shinobi vorsichtig während er in den Taschen seines Mantels nach dem Haustürschlüssel sucht.
„Wie hast du das nur erraten?" Mittlerweile hat er schon sämtliche Manteltaschen durchwühlt und geht zu seiner Hose über: „Ist ganz praktisch...Spart Heizkosten und hält Vertreter fern... Verdammt."
Er scheint bei der letzten Tasche angekommen zu sein ohne etwas gefunden zu haben. Er zögert kurz macht dann einen Schritt zurück und tritt die Tür kurzerhand ein.
Holz splittert und mit einem lauten Krachen bricht das Holz in die Wohnung.
„Ich komm hier eh nie wieder hin." Sagt er mit Achselzucken als er dein, etwas geschockten, Gesichtsausdruck bemerkt.
„Ich habe nichts gesagt." Du hebst abwehrend die Hände.
„Aber gedacht!"
„Schnauze."
„Ich
habe auch nichts gesagt."
Du errötest leicht als du merkst das du das Letzte laut gesagt hast: „Ich hab nicht dich gemeint."
Du kratzt dich verlegen am Kopf.
Híro ignoriert die Geste und steigt über die Trümmer der Tür. Seine Hand sucht einige Sekunden findet dann aber den Lichtschalter. Das grelle, plötzliche Licht schmerzt in deinen Augen und zwingt dich sie zu schließen. Als sich deine Pupillen endlich den geänderten Lichtverhältnissen angepasst haben öffnest du sie vorsichtig wieder. Híro ist bereits weitergegangen und verschwindet gerade hinter einer Ecke. Schnell eilst du ihm hinterher.
Zielsicher bewegt er sich in Richtung Keller wo er vor einer schweren Eisentür stehen bleibt und beginnt auf einem Zahlenschloss einen Code einzutippen.
„Wow. Dein Privatbunker?"
„So ähnlich." Antwortet er kühl
„Gott, bist du immer so einsilbig?"
„Nein."
„Ich glaub ihm nicht."
'Halt du die Klappe.' Dieses mal achtest du darauf das du nichts laut sagst.
„Geht man so mit seinem Retter um?"
'Du hast mich nicht gerettet du hast nur mein Chakra fast völlig geleert und gebündelt auf den Froschverschnitt losgelassen.'
„Pfü..." Beleidigte Stille in deinem Kopf.
Ein schweres Schleifen holt dich aus deiner Konversation. Die gewaltige Stahltür hatte begonnen sich langsam, schleppend zu öffnen. Híro stapfte als erstes in den dunklen Raum dahinter.
Neonröhren flackern auf und werfen einige male merkwürdige Schatten an die grauen Betonwände bevor sie den Raum in kaltem Licht erhellen.
„Was zur Hölle...?" Der Raum ist bis oben hin angefüllt mit Waffen. An den Langen Seitenwänden hängen, fein säuberlich aufgereiht, die unterschiedlichsten Schwerter, Äxte und Schusswaffen.
Híro lächelt stolz als er deinen bewundernden Gesichtsausdruck sieht: „Jeder braucht ein Hobby, oder?" Er tritt an einen schweren Ebenholzschrank. Das tiefe Schwarz scheint sämtliches Licht im Raum zu absorbieren und gibt ihm eine gruselige Aura. Mit einem Ruck öffnete der Shinobi die Türen. Neugierig siehst du ihm über die Schulter und erblickst, auf einem ebenso schwarzen Samtkissen, eine Klingenkette. An dem langen Metallband sind in regelmäßigen Abständen geschärfte Spitzen angebracht die mit ihrem unbefleckten Metall quasi schon nach Blut dürsten. Beinahe ehrfürchtig nimmt der Schwarzhaarige den kalten Stahl legt ihn aber wieder zurück als er bemerkt das du ihm immer noch über die Schulter schaust: „Du kannst dir jede Waffe nehmen die du willst. Ich brauche sie nicht mehr." Er wirft dir einen kurzen Blick zu: „Und wenn du dich Waschen willst: das Bad ist oben die erste Tür rechts."
Du folgst seinen Blicken und merkst das du von oben bis unten mit Blut voll geschmiert bist das sich in der Kleidung und in deinem Gesicht verkrustet.
Du nickst ihm dankbar zu und folgst seiner Wegbeschreibung.
Einige Augenblicke später stehst du in einem geräumigen Bad. Das kalte Wasser kühlte angenehm deine Haut und lässt dich für einen Moment so etwas wie Ruhe spüren.
„Ist alles okay?"
Im Spiegel siehst du wie Híro hinter dir steht, lässig im Türrahmen gelehnt.
„Muss ich darauf antworten?" Du blickst ihn durch den Spiegel grimmig an. Was für ein scheiß Kommentar.
Er zuckt gleichgültig mit den Schulter: „Nö."
„Was ist eigentlich los mir dir?" Du drehst dich um.
„Nichts, was soll sein?"
„Du stellst dich hier hin und benimmst dich wie ein gefühlsloser Vollidiot! Die haben meine Schwester massakriert und du fragst mich ob alles okay ist!"
„Ich habe versucht freundlich zu sein mehr nicht." Sein gleichgültiger Gesichtsausdruck ist immer noch in sein Gesicht gemeißelt.
„Das ist aber gründlich in die Hose gegangen."
„Tja. Es ist eben ein Glücksspiel."
Wütend machst du einige Schritte auf ihn zu und drückst ihm den Finger auf die Brust: „Bring mich zu meiner Schwester sonst spiele ich mit deinem Leben ein Glücksspiel und selbst du solltest mittlerweile gemerkt haben das ich nicht viel Glück hab!"
Seine Gesichtszüge verfinstern sich unmerklich als er deine Hand fest umklammert und von seiner Brust nimmt: „Okay. Ich muss eh noch ins Krankenhaus." Er dreht sich um und verlässt das Bad: „Dann sind wir quit."
Grimmig stapfst du hinter ihm her.
„Was für ein Arschloch."
'Aber echt.'
Ein leichtes Platschen unter deinen Füßen lässt dich runter schauen. Du stehst in einer kleinen Blutspur die sich in einzelnen, großen Tropfen hinter Híro herzieht wo die Tropfen aus dem Ärmel seines weiten Mantels fallen: „Öhm..du tropfst."
Der Schwarzhaarige dreht sich nicht einmal um: „Tja wird sich die Putzfrau beschweren, soviel Arbeit und sie kann mir nicht mal mehr eine Rechnung schicken."
„Du hälst dich wohl für extrem lustig."
„Nein ich halte Etikette nur für extrem überflüssig."
Du lässt das Kommentar so stehen und folgst dem Mann leise vor dich hin fluchend. Mit einem leisen Knurren kommentierst du den kleinen Abstecher des Shinobi der die Haustür knapp verfehlt und einen kleinen Raum tritt der neben dem Eingang ist. Der Raum ist abgedunkelt doch etliche Fläschchen mit merkwürdigen Flüssigkeiten werfen komische Lichtreflexionen an die Wände.
„Was ist dass?" Du merkst wie dein Mund offen steht.
„Alchemie." Híro hat angefangen Schubladen zu durchwühlen und verschiedene Fläschen in seine Tasche zu stecken. Seine Hand streift durch die Regale und bleibt an einer Lücke stehen: „Warst du hier drin?"
Du wendest dich gar nicht von dem Anblick einer mittelgroßen Flasche ab in der eine grünliche Flüssigkeit wild umher sprudelt und dabei bunte Schlieren in das Gebräu malt: „Nö."
Heftig wirst du am Arm gepackt und rumgerissen. Der Schwarzhaarige schüttelt dich heftig: „HAST DU DIE FLASCHE GENOMMEN DIE DA STAND?!"
„NEIN!" Du reißt dich etwas schockiert von dem Mann los, „Hör auf so auszuflippen, Man. Was war denn da drin."
Der Shinobi atmet einige Male tief durch: „Ein Gift." Er fährt sich mit der bleichen Hand übers Gesicht, „Ach Scheiß drauf. Ich habe es wahrscheinlich einfach verlegt. Komm." Er läuft an dir vorbei und verlässt das Haus.
Verdutzt bleibst du zurück: „Womit hab ich das verdient."
„Wahrscheinlich hast du richtige scheiße gebaut."
'Halt die Klappe'
„Wo ist das Krankenhaus?" Híro und du hechten wieder über die teilweise brennenden Dächer von Konoha. Auf den Straßen haben sich gewaltige Flüchtlingsströme gebildet die in panischer Angst versuchen in die Schutzbunker unter den Felswänden zu gelangen.
„Nicht weit von hier." Er zeigt auf ein weißes Gebäude was sich unweit vor euch aus dem Erdboden gräbt. Mit einem mal scheint die Erde zu erbeben. Vor Schreck verlierst du das Gleichgewicht und fällst vom Dachgiebel. Im letzten Moment kannst du dich an einer Regenrinne festhalten bevor du in die panischen Massen gefallen wärst die dich wahrscheinlich zermalmt hätten.
„He zieh mich wieder hoch!" Híro steht regungslos über dir und starrt auf die Felswände. Du folgst seinem Blick und erstarrst.
Über der Felswand bäumen sich riesige Massen an Sand auf die sich auf Konoha, in Form einer riesigen Welle, stürzen. Entsetzte Schreie von Menschen hallen durch die Luft beinahe übertönt von dem gewaltigen Rumpeln.
„VERDAMMT ZIEH MICH HOCH!" Schreist du den Mann an während sich die Welle immer weiter in eure Richtung gräbt. Erst jetzt scheint der Mann sich wieder daran zu erinnern wo er ist und zieht dich beherzt hoch. Du hast gerade wieder die Dachschindeln unter deinen Füßen als du von der Sandwoge erfasst wirst. Sand, überall Sand. Die Körner graben sich in deinen Rachen, du schnappst nach Luft doch kommt nur der gelbe, körnige Sand. Du wirst hin und her geschleudert. Verzweifelt willst versuchst du dich an die Oberfläsche zu ziehen aber es geht nicht. Deine Luft wird knapp. Panik umschlingt dich wie eine Schlage ihr sterbendes Opfer.
Etwas greift dich, zieht dich hoch. Luft. Du spuckst den Sand angewidert aus um Platz für die köstliche Luft zu machen. Du öffnest vorsichtig deine Augen und siehst das du einige Meter über dem Meer aus Sand fliegst. Du fliegst. Verdutzt drehst du deinen Kopf und bekommst fast einen Herzinfarkt. Fledermäuse. Dir schauen etwa ein halbes Dutzend der gruseligen Tiere, die sich gerade abmühen dich durch die Luft zu schleppen, in die Augen. Du atmest immer wieder tief durch und schließt deine Augen in der Hoffnung die Tatsache zu verdrängen dass dich gerade etwa sechs eklige, kleine, gruselige Fledermäuse zehn Meter über einer todbringenden Sandlawine durch die Luft tragen.
Erleichtert atmest du auf als du wieder festen Boden unter den Füßen hast.
„Ich sehe du hast den Flug genossen." Eine höhnische Stimme dringt an deine Ohren.
Du öffnest die Augen und blickst in das breite Grinsen von Híro um dessen Brust sich gerade wieder die Fledermäuse platzieren und zu seinem T-Shirt vereinigten: „Nein habe ich nicht. Ich hasse diese...Viecher."
„Meinetwegen kannst du gerne zurück ins Sandmeer springen."
„Halt die Klappe und bring mich zum Krankenhaus."
Der Shinobi schweigt einige Sekunden verächtlich: „Du stehst auf seinem Dach."
„..oh. Wo ist meine Schwester?" Wütend packst du den Mann am Kragen.
„Pathologie, erstes Untergeschoss. Wir treffen uns in fünf Minuten wieder hier."
„Wenns sein muss." Du eilst zur Treppe.
Kalte Luft schlägt dir entgegen als du die Tür zur Pathologie öffnest. An den weiß gestrichenen Wänden sind in langen Reihen metallene Schränke angebracht in denen die Leichen lagern. Du schaust dich um doch alle Seziertische sind leer. Ein Seufzen gleitet von deinen Lippen bevor du dich daran machst die Schubladen mit den Leichen zu durchwühlen.
Verbrannte Leiche, verbrannte Leiche, verkohlte Leiche, noch eine verbrannte Leiche.
„Gott, was machen die hier mit ihren Einwohnern?"
„Auf den ersten Blick: Am Spieß knusprig braten und dann vergessen."
„Sehr witzig." Sarkasmus trieft aus deiner Stimme während du weiter durch die einzelnen Behelfssärge durchsuchst.
„Find ich auch."
Du öffnest eine weitere Schublade. In der Schublade liegt der Hundejunge. Der Anblick der Leiche lässt auf dich wieder seinen Blutgeschmack schmecken und erinnert dich daran dass du demnächst auch mal wieder einen guten Schluck nehmen solltest.
„Was tun sie hier?" Fragt dich plötzlich eine erschrockene Stimme.
Du wirbelst herum und blickst in die Augen einer Kunoichi mit rosa Haaren und Arztkittel.
„Ich suche meine Schwester, und wenn du dich nicht zu deinen Freunden hier gesellen willst sagst du mir wo sie ist!" Instinktiv hast du eines deiner Schwerter gezogen und hältst es ihr an die Kehle
Zu deinem Erstaunen schaut dich die Frau nicht Böse an sondern eher traurig: „Natürlich, hier."
Zielsicher zieht sie eine Schublade auf. Unter der weißen Folie kommt das unnatürlich bleiche Gesicht deiner Schwester zum Vorschein. Ihr Anblick lässt in deinem Herz eine gewaltigen Riss aufklaffen. Deine gesamte Welt minimiert sich auf den toten Körper. Ihr entblößter Oberkörper ist durch ein große X-Narbe geschändet die herzlos mit einem dicken Faden wieder zusammengenäht wurde. Schwach sackst du über ihr zusammen. Tränen fließen sturzbachartig, ungehemmt über deine Wangen.
Eine Hand legt sich sanft auf deine Schulter: „Es tut mir Leid. Sasuke hat mir erzählt was passiert ist."
„Du hast keine Ahnung." Schluchzt du. Mit deiner Hand fährst du vorsichtig über die Stichwunde die ihr das Leben genommen hat, „Du hast keine Ahnung."
„Wir wollten nicht das es passiert. Ihr hättet euch nicht wehren sollen."
Wütend fährst du rum und packst die Kunoichi: „Nicht wehren?" Du schreist beinahe, „Was sollen wir tun wenn wir plötzlich von einem halben Dutzend ANBU angegriffen werden?"
Sanft löst die Frau deinen Griff: „Hör zu: Es tut mir wirklich Leid. Naruto war komplett außer Kontrolle. Ich war dabei. Ich habe noch versucht sie zu retten aber es ging nicht."
Deine Wut verfliegt ein Stück weit. Du blickst wieder zu deiner Schwester und streichst ihr sanft über ihre grau-blaue Wange: „Es tut mir auch Leid, ich bin nur total fertig."
„Schon okay."
„Warum bist du nicht bei den anderen da draußen und kämpfst?" Du schaust die rosa-haarige vorsichtig an.
„Ich sollte ihr auf Verwundete warten um sie zu versorgen aber das ist jetzt egal... Wir sind hier eingeschlossen durch...den Sand."
„Was wird das hier? Die fröhliche Psychologiestunde im Leichenkeller?" In der Tür steht Híro.
„Hallo Híro hätte nicht gedacht dich nochmal hier zu sehen...außer in der Horizontalen." Die Rosahaarige nickt zu den Seziertischen ohne von dem Kommentar Notiz zu nehmen.
„Ich sagte in fünf Minuten auf dem Dach." Er schaut dich anklagend an.
„Ich versuche von meiner Schwester abschied zu nehmen. Im Gegensatz zu dir hatte ich jemanden der mir etwas bedeutet hat!" In deiner Wut ballst du deine Fäuste sodass sich die Fingernägel in das Fleisch deiner Handballen graben.
„Eine Schwäche die du jetzt teuer bezahlt." Er ist zu euch getreten, „ Hey so schlecht sah sie ja gar nicht aus."
„Schlag ihn, schlag ihn, komm schon ich weiß das du es willst."
Einen Moment spielst du wirklich mit dem Gedanken ihm eine zu verpassen lässt es dann aber doch bleiben.
Du wirfst einen letzten langen Blick auf deine Schwester und schiebst sie dann wieder in den Schrank: „Okay gehen wir."
Híro nickt dir zu: „Dann los." Er wendet sich zu der rosa-haarigen: „Sakura willst du mitkommen?"
„Nein, danke. Ich bleib hier bis ich wieder wen zu versorgen habe oder..naja wir sehn uns."
Híro nickt noch einmal bedächtig, dreht sich um und geht.
„Du bist so ein Arschloch weißt du das?" Sagst du zu dem Mann während ihr die Treppe zum Dach hochlauft.
„Das ist mir scheiß egal weißt du das?" Hohn schwingt in seiner Stimme mit.
„Warum wolltest du Sakura eigentlich mitnehmen? Damit du mehr zum angaffen hast?"
Er lacht leicht auf: „Weißt du es gibt mehr im Leben als Sexualität."
„Das sagst mir der, der gerade eine Leiche begafft hat."
„Ich habe gesagt es gibt mehr und nicht das sie nicht existiert."
„Du bist so ein Arschloch."
„Du wiederholst dich."
Ihr seid endlich auf dem Dach angekommen und habt einen guten Ausblick über die Stadt.
„Wie kommen wir jetzt hier weg?" Fragst du den Schwarzhaarigen.
Er lacht: „So wie wir hier heraufgekommen sind."
„Na klasse."
Sein T-Shirt beginnt sich aufzulösen in eine unzählige Anzahl von kleinen schwarzen Leibern.
„Ich hasse dich."
„Du kannst dich ja weiter mit Sakura unterhalten und warten bis ihr von Sand, Mist, Rock und Sonstwas Ninjas abgeschlachtet werdet?"
„Du
weißt das das passieren wird und du lässt sie einfach hier
zurück?"
„Sie will es so und jetzt halt die Klappe sonst
werden meine Kleinen nervös." Er streichelt sanft eine der
Fledermäuse bevor er ihnen einige Befehle gibt. Sofort wirst du
gepackt und in die Luft gezogen. Immer leiser werdend hörst du
Híro: „Die Trainingspuppen haben sicher ihre Ziele erreicht,
meißtens."
Wenn ich das hier überlebe bringe ich ihn um.' Du hast krampfhaft die Augen geschlossen und betest das du bald wieder landest. Als dein Wunsch auch nach mehreren Minuten nicht erfüllt wird öffnest du vorsichtig wieder die Augen. Unter dir zieht das zerstörte Konoha vorbei. Die Sandwelle hatte die meißten Brände gelöscht dafür aber die halbe Stadt unter sich begraben. Vereinzelt buddelen sich Menschen aus den Sandmassen doch verglichen mit den Mengen die sie begraben hatte waren es fast gar keine. An den äußeren Bezirken sind zwar immer noch einige Kämpfe im Gange doch auch diese finden langsam ihr Ende. In der Ferne kann man sogar schon die ersten Leichenhaufen sehen die angezündet werden. Konoha ist gefallen. Du willst gar nicht wissen wieviele Leute diese Nacht ihr Leben verloren haben, oder es noch werden. Im Gegenteil dich interessiert nur ein ganz bestimmter. Die ganze Streiterei hatten die Gedanken an Sayuri bis jetzt weitegehend übertönt doch nun brachen sie wieder hervor und weitere Tränen fließen über deine aufgeweichten Wangen. Sayuri war tot. Endgültig tot. Erst wurde dein gesamtes Dorf abgeschlachtet durch einen einzelnen Freak, dann hat dich deine neue Neue Familie verstoßen weil du einmal jemanden vertraut hast und dann wird deine Schwester ermordet weil du am falschen Ort zur falschen Zeit warst und irgendein Naruto seine Privatprobleme mit zur Arbeit nehmen musste. Dein Flug scheint zu Ende zu gehen. Sanft setzten sich die Fledermäuse auf einer kleinen Lichtung ab, unweit vom Dorf entfernt. Mit einem kleinen Ruck setzt neben dir auch Híro auf. Sofort fliegen die Fledermäuse auf ihn zu und setzen sich auf seine Brust.
Der Mann kramt aus einer kleinen Tasche einige tote Mäuse heraus und wirft sie in den Kragen seines frisch gebildeten Hemds aus dem kurz danach deutliche Schmatz Geräusche ertönen. Er fasst nochmal in seine Tasche und holt diesesmal zwei Blutkonserven heraus von denen er eine dir zuwirft: „Du wirst sie brauchen denke ich mal."
„Danke." Flüsterst du, immer noch bei den Gedanken an deine Schwester.
„Kein Problem." Seine Stimme klingt nicht weniger schmerzerfüllt.
„Wir sollten los." Du hast die Konserve gierig mit einem Schluck leergetrunken und achtlos ins Gras geworfen.
„Sofort." Er greift unter seinen Mantel und holt ein Stirband mit dem Emblem von Konoha darauf hervor, mit der anderen Hand greift er nach einem Kunai. Bedächtig fährt er mit dem Stahl durch das weichere Metall des Stirbandes und hinterlässt eine dicke Narbe auf dem Emblem, dann lässt er das Band achtlos ins Gras fallen: „Wir könne los."
„Du gehst nirgendwo hin, Bastard." Aus den Schatten dringt die wütende Stimme dicht gefolgt von zwei Kunais die sich tief in das Fleisch des Schwarzhaarigen bohren. Erschrocken keucht Híro auf.
„Ich bring dich um du elender Bastard." Aus den Schatten tritt ein blonder Shinobi mit orangenem Overall.
„Renn." Híro funkelt dich bestimmend an.
„Was?"
„RENN, verdammt nochmal!" Du machst erschreckt einige Schritte zurück denkst aber nicht im Traum daran einfach wegzurennen.
Der Blonde setzt wieder an: „du wirst dafür bezahlen was du getan hast."
„Ich habe nichts getan." Antwortet Híro ruhig.
„NICHTS?" Der andere Mann schreit beinahe und zeigt auf Konoha: „DAS NENNST DU NICHTS? Konoha ist vernichtet! Der Sand hat uns verraten. Nur weil du dich nicht unter Kontrolle hattest."
„Ich habe die Hyuugas nicht angerührt!"
„Warum sagt Hinata dann das sie dich dort gesehen hat?" Erst jetzt fällt dir die eingesackte Person auf die ängstlich hinter einem Baum kauert. Einen Moment meinst du in den Pupillenlosen Augen der jungen Frau eine diabolisches Freude zu erkennen aber es ist so schnell wieder weg das du beschließt es war nur Einbildung.
„Ich habe keine Ahnung!"
Der Mann im Overall geht in eine Kampfposition: „Mach dich bereit zu sterben."
„Warum musste es soweit kommen Naruto?" Traurig geht Híro ebenfalls in Kampfposition.
'Naruto?' Gedanken schießen dir durch den Kopf. Du willst Rache. Instinktiv ziehst du deine Schwerter hältst dich dann aber doch zurück.
Naruto hat auf einmal eine gewaltige Streitaxt gegriffen und stürmte auf den Schwarzhaarigen zu. Dieser weicht den ersten zwei Schlägen aus und parierte den dritten mit seinem Arm. Anstatt Blut spritzen Funken als die grobe Waffe auf den Arm trifft. Einen Moment verharren die Kämpfer in der Position: „Du hast meine Axt geklaut Naruto."
„Dein ganzer Besitz wurde konfisziert folglich ist es nicht mehr deine, Híro."
Die Kämpfer stoßen sich wieder auseinander. Die Axt hat den Ärmel von Híros Mantel zerrissen und unter dem schwarzen Stoff kommt die Klingenkette zum vorschein.
Wie ein Lebendiges Wesen rutscht die Blut befleckte Kette von seinem Arm und beginnt zu zucken. Der Arm des Mannes ist mit Schnitten übersät wo sich die Klingen festgehalten haben und das Ende der Kette scheint er sich selbst unter die Haut gepflanzt zu haben. Chakra durchfließt das kalte Metall und lässt es blau aufleuchten.
Wieder greift der Blonde an doch dieses mal schickt Híro die Klingen vor. Die Kette sticht nach dem Shinobi doch er weicht der spitze aus die an ihm vorbeifliegt. Híro reißt seinen Arm zurück und wie auf Kommando dreht die Kette und versucht Naruto zu umrunden. Dieser merkt die Finte und springt über die Kette auf die andere Seite wo er mit der Axt ausholt und nach sie auf den Kopf des anderen nieder fahren lässt. Die Kette ist schneller. Der Angriff ist pariert und Naruto taumelt einige Schritte zurück als die Wucht des Aufschlags zurückgeleitet wird. Sofort ist die Kette bei ihm und sticht zu doch anstatt seine Brust zu durchbohren löst sich der Mann in Rauch auf.
Verwirrt blickst du dich um. Im Augenwinkel siehst du das Híro das selbe tut wöhrend er wachsam von seiner Kette umkreist wird. Plötzlich siehst du wie Naruto hinter Híro erscheint. Seine Axt kommt aus Híros totem Winkel, bereit sich in seiner Schulter zu vergraben.
„PASS AUF!" Schreist du doch anstatt auszuweichen schaut dich Híro nur wütend an. Er will was sagen doch aus seinem Mund quillt nur Blut als die Axt sich tief in seine Schulter frisst. Er sackt auf die Knie. Blut tropft in dicken Tropfen auf das Gras und befleckt die Erde: „Ich sagte du sollst rennen!" Naruto versenkt seinen Fuß in Híros Magen sodass er abhebt und weggeschleudert wird. Krachend landet er im Gestrüb und bleibt erstmal liegen. Er war noch nicht ganz gelandet da stand Naruto schon vor dir. Du kreuzt deine Schwerter zur Verteidigung doch der Schlag durchbricht sie locker. Die breite Seite der Axt trifft dich am Kopf und du wirst zur Seite gestoßen. Ein Baum bremst dich. Keuchend blickst du auf. Naruto steht bereits über dir und zielt mit der Axt auf deinen kopf. Er schlägt zu: „Jetzt wirst du deiner Schwester folgen!"
Du schreist auf doch der Schmerz bleibt aus.
Sachte öffnest du wieder deine Augen. Die Klinge der Axt verharrt still über deiner Stirn. Mit einer schnellen Rolle windest du dich zur Seite weg. Naruto knurrt grimmig und versucht die Klingenkette abzuschütteln die sich um seine Axt gelegt hatte.
„Sie hat damit nichts zu tun, Naruto!" versucht Híro auf Naruto einzureden. Er wendet sich zu dir: „Verschwinde wenn dir noch irgendwas am Leben liegt."
Du zögerst.
„Jetzt, Mädchen!!"
Naruto reißt sich wieder los und verstrickt sich wieder in den Kampf mit dem schwer verletzten Híro. Du musst dich von dem Kampf losreißen doch du schaffst es schließlich und rennst in den Wald.
Du weißt nicht wie lange du gerannt bist doch irgendwann sackst du erschöpft zu Boden. Du atmest schwer. Mit deiner Hand fährst du vorsichtig über deine Schläfe aus der immer noch etwas Blut trieft. Langsam kehrt dein rationales Denken zurück. Du kannst nicht mehr erklären warum du weggerannt bist. Genauso wenig wo du hingerannt bist. Konoha, oder zumindest seine Überreste, scheinst du weit hinter dir gelassen zu haben. Müdigkeit übermannt dich doch du versuchst dich verzweifelt dagegen zu wehren doch deine Augenlider wollen nicht so wie du willst. Erst als es hinter dir verdächtig raschelt kommst du wieder vollkommen zu Bewusstsein und springst auf.
Erschreckt siehst du Híro der sich schwach an einen Baum klammert.
„Oh mein Gott." Du hastest zu ihm hin. Kaum hast du ihn erreicht verlassen ihn seine Kräfte und er fällt in deine Arme.
„Du hast ihn besiegt!"
Blut quillt aus seinem Mund als er antwortet: „Besiegt?" Er lacht leicht, „Ich bin geflohen."
