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Auf dem Weg zur Seashore Lane, einer kleinen, schäbigen Nebenstraße am Hafen von Rocky Beach, schmiedeten die drei Fragezeichen in aller Eile einen Plan, nachdem Justus Inspektor Cotta angerufen und ihm die wichtigsten Details erzählt hatte. Tim hielten sie über Handy auf dem Laufenden.

„Gut, dass Tim eine Freisprechanlage besitzt", bemerkte Justus. „So können wir auch unterwegs mit ihm in Kontakt bleiben."

„Es ist ja nicht so, als ob er irgendeine Vorbildfunktion übernehmen müsste, aber es ist doch sicherer, wenn er beide Hände am Steuer hat und sich ganz auf den Verkehr konzentrieren kann", meinte Bob. Justus und Peter stimmten ihm nachdrücklich zu. Der erste Detektiv setzte sofort zu einem Vortrag über Verkehrssicherheit an und über die hohe Zahl von Unfällen, die durch Telefonieren am Steuer verursacht wurden, wurde jedoch hastig von Peter unterbrochen und auf ihr akuteres Problem aufmerksam gemacht.

Sie alle wussten, dass sie gleich vermutlich auf die drei Männer treffen würden, die gestern Cynthia entführt hatten, und möglicherweise auch auf Mr. Shandler. So ganz wohl war ihnen nicht bei der Vorstellung, sich mit drei kräftigen Männern anlegen zu müssen, falls der Inspektor und die Beamten nicht rechtzeitig eintrafen. Immerhin hatten sie das Überraschungsmoment auf ihrer Seite, da die Entführer nicht wussten, dass Tim inzwischen Verstärkung durch die drei Detektive bekommen hatte.

Kurz bevor sie die Seashore Lane erreichten, ließ sich Peter zurückfallen und parkte den Wagen am Straßenrand. Die drei Fragezeichen stiegen aus und gingen zügig auf die Seashore Lane zu, eine Seitenstraße, vor deren Einfahrt Tim gerade sein Mietauto parkte und ausstieg. Er ließ sich Zeit, damit Justus, Peter und Bob sich unauffällig nähern konnten.

„Wo bleibt denn nur Inspektor Cotta?" flüsterte Peter nervös.

„Keine Ahnung", raunte Bob. „Er müsste eigentlich jeden Moment hier sein."

„Still, Kollegen", zischte Justus. „Es geht los. Tim ist mit seinem Koffer um die Ecke gebogen. Wir werden vorerst an der Ecke warten und lauschen. Wenn es für Tim gefährlich wird, müssen wir eingreifen. Die Entführer müssten eigentlich schon da sein, denn Tim ist ziemlich pünktlich."

In der schattigen Seashore Lane, die im Wesentlichen aus Hinterausgängen und Hinterhöfen von hohen Verwaltungsgebäuden und leerstehenden Bürokomplexen bestand und ziemlich vom restlichen lebhaften Betrieb am Hafen abgeschirmt war, ging Tim mittlerweile auf die beiden Männer zu, die ihn dort erwarteten. Sie trugen große Sonnenbrillen und Baseballmützen, die wohl ihre Gesichter unkenntlich machen sollten. Ihre Hände steckten in den Taschen ihrer Sommerjacken, die merkwürdig ausgebeult waren. Tim versuchte, sich nicht vorzustellen, was sie darin höchstwahrscheinlich versteckt hatten.

„Keine Spur von Mr. Shandler. Und wo ist wohl der dritte der Entführer?" murmelte Justus seinen Kollegen zu, nachdem er einen flüchtigen Blick um die Ecke geworfen hatte, um festzustellen, dass sich Tim und die Gauner zum Glück in Hörweite befanden, sodass die drei Fragezeichen hören würden, was gesagt wurde.

„Ich bin Tim Bell. Sind Sie die Herrschaften, die mich hier in Sachen Floristik treffen wollten?" fragte Tim gerade.

„Genau die", antwortete der eine der beiden halblaut, als wollte er sich nicht durch seine Stimme verraten. Es war der größere der beiden, die gestern Cynthia in den Wagen gezerrt hatten.

„Haben Sie die Unterlagen dabei?"

„Ja, das habe ich", erwiderte Tim fest. „Wo ist Cynthia Summers? Ich will sie sehen oder per Telefon mit ihr sprechen, als Beweis dafür, dass sie noch lebt. Sie müssen mir außerdem beweisen, dass Sie sie freilassen. Erst danach werde ich Ihnen die Dokumente aushändigen."

Der größere der beiden Schurken brach in ein trockenes Lachen aus, der andere schwieg und wartete, bis sein Kumpan verstummt war, dann sagte er:

„Sie stellen hier gar keine Bedingungen. Und Ms. Summers kommt frei, sobald wir im Besitz der Papiere sind. Wenn ich nun also um den Koffer bitten dürfte…"

„Nicht so schnell. Wer garantiert mir denn, dass Sie uns nicht beide zum Schweigen bringen werden? Von daher werden Sie verstehen, dass ich Ihnen mein einziges Druckmittel nicht so ohne weiteres überlassen kann." Tim versuchte mit aller Macht, Zeit zu schinden. „Und in wessen Auftrag handeln Sie eigentlich? In Mr. Shandlers oder in Mr. Larkins?"

„Mr. Bell, wessen Interessen wir vertreten, kann Ihnen völlig egal sein", antwortete der zweite Entführer ungerührt. „Wenn Sie nun bitte den Koffer öffnen würden, um uns zu beweisen, dass Sie die Unterlagen tatsächlich dabei haben? Denn so langsam beschleicht mich der Verdacht, dass Sie uns hier zum Narren halten wollen."

„Nein, nein, keineswegs", versicherte Tim hastig. „Ich bin nur um die Sicherheit von Ms. Summers besorgt."

Die drei Fragezeichen hörten, wie sich die Schnappverschlüsse des Aktenkoffers öffneten.

„Hier, bitte sehr. Die Unterlagen aus der Buchhaltung von Flowercult. Wie gefordert."

„Ja, das sieht so weit in Ordnung aus", sagte der zweite Entführer, doch in seiner Stimme schwang ein leicht unsicherer Unterton mit. „Na gut, Mr. Bell. Dann kommen Sie jetzt bitte mit uns."

„Mit Ihnen kommen? Wohin?"

„Das werden Sie schon sehen. Nun kommen Sie, ich werde Sie nicht noch einmal höflich bitten."

„Auf keinen Fall. Das war nicht Teil der Vereinbarung. Sie bekommen die Unterlagen und dafür wird Ms. Summers freigelassen. Das ist alles."

„Mr. Bell, so leid es mir tut, aber dann müssen wir wohl zu etwas anderen Methoden greifen…" begann der zweite Mann.

„Jetzt, Kollegen", raunte Justus, und mit Gebrüll stürmten die drei Detektive auf die Entführer zu, die sich ihrerseits gerade auf Tim stürzten.

Wie die drei gehofft hatten, waren die Männer zu überrascht, um der Übermacht von vier Gegnern viel entgegenzusetzen. Womit die Jungen allerdings nicht gerechnet hatten, war der dritte Entführer. Dieser war während des Überraschungsangriffs aus dem Van der Entführer gestiegen, der weiter hinten in der Seashore Lane stand, und kam nun mit erhobener Pistole auf die drei Fragezeichen und Tim zu, die ihre beiden Gegner am Boden festhielten. Auch der dritte Entführer trug eine Sonnenbrille und dazu einen Anglerhut. Wäre die Waffe nicht gewesen, hätte sein Anblick ähnlich komisch gewirkt wie der seiner Komplizen.

„So, und jetzt steht ihr alle schön auf und lasst Dean und Brad wieder los", sagte er unbeeindruckt, die Pistole auf Justus und Bob gerichtet, die den kleineren der Entführer gepackt hatten. Allen vieren rutschte das Herz in die Hose. Justus versuchte es dennoch und sagte laut: „Hören Sie, es ist vorbei. Selbst wenn Sie uns umbringen und die Beweise vernichten, nützt Ihnen das nichts mehr. Die Polizei ist bereits unterrichtet und weitere Kopien aller Unterlagen sind schon auf dem Weg zu ihr. Geben Sie auf, solange Sie noch können!"

In diesem Moment hielten zwei Wagen an der Einfahrt der Seashore Lane. Heraus sprangen Inspektor Cotta und sieben Polizisten.

„Nehmen Sie die Waffe runter", bellte er den Entführer an. „Sie sind verhaftet! Und Sie da am Boden, Sie rühren sich nicht bis ich es Ihnen sage! Justus, Peter und Bob, seid ihr unverletzt? Und Sie, Mr. Bell?"

„Inspektor Cotta", japste Justus. „Gut, dass Sie da sind."

Und er, Bob, Peter und Tim rappelten sich auf. Zum Glück war keiner von ihnen ernsthaft verletzt. Sie würden wohl den ein oder anderen blauen Fleck zurückbehalten, doch das war natürlich nichts im Vergleich zu einer möglichen Schussverletzung.

„Inspektor, die drei wissen, wo Cynthia Summers gefangen gehalten wird", rief Peter.

„Aha", sagte Cotta. „Na, dann erzählen Sie doch mal, meine Herren. Wo finden wir Ms. Summers? Und ich rate Ihnen, es uns gleich zu sagen, das wird sich vor Gericht eventuell strafmildernd auswirken."

Der dritte Entführer schnaufte resigniert und antwortete dann:

„Sie befindet sich 1349 Paramount Drive. Im Keller. Dean hat den Schlüssel bei sich." Und er wies mit dem Kopf auf den größeren der beiden Entführer.

Die drei Fragezeichen und Tim atmeten auf. Cynthia war also noch am Leben!

„Gut", meinte Cotta. „Sergeant Hall, rufen Sie bitte einen weiteren Streifenwagen her, der die Herrschaften hier mitnehmen kann. Sie und Sergeant Morreno nehmen diesen Schlüssel und fahren zum Paramount Drive, um Ms. Summers zu befreien. Oder warten dort noch ein paar ihrer Kollegen auf uns, Mr. …?"

„Mein Name ist Don Harris. Und nein, es gibt keine weiteren Kollegen dort." Harris sah sehr schlecht gelaunt aus und warf den drei Detektiven wütende Blicke zu. „Ihr verdammten Bengel! Wo kommt ihr überhaupt plötzlich her? Oder… Nein! Das kann doch nicht wahr sein! Ihr seid doch die Jungs vom Parkplatz gestern! Die uns fast die Tour versaut hätten! Ich dachte eigentlich, wir hätten euch heute Vormittag gründlich abgeschreckt."

„'Fast versaut hätten', Mr. Harris?" fragte Justus liebenswürdig. „Ich glaube, wir haben Ihnen die 'Tour' tatsächlich komplett vermasselt!"

Dann stimmte er in Peters, Bobs und Tims Gelächter ein, während Cotta ihnen lächelnd zunickte und die drei Entführer zum Streifenwagen brachte.


Am nächsten Tag saßen die drei Detektive in ihrer Zentrale und ließen die Geschehnisse der letzten beiden Tage noch einmal Revue passieren.

„Gut, dass einer der Entführer, Brad Keens, gestanden hat, wie es die Bande geschafft hat, uns aufzuspüren und zu verfolgen", sagte Peter. „Sonst wären wir jetzt damit beschäftigt, die Zentrale von oben bis unten nach einer Wanze zu durchsuchen."

„Wer hätte aber auch ahnen können, dass er Justus erkannt hat, als er bei der Entführung als Fahrer im Wagen gewartet und uns mit unseren Rädern gesehen hat", grinste Bob.

„Mich wundert nur, dass du ihn nicht genauso erkannt hast, Just, wenn er bereits ab und zu als Kunde auf dem Schrottplatz aufgetaucht ist", wandte sich Peter an Justus, dem die Frage ein wenig peinlich zu sein schien.

„Nachdem ich ihn nach der Verhaftung ohne seine Maskerade zu Gesicht bekommen habe, kam er mir auch bekannt vor, aber mit Sonnenbrille und Mütze hätte ich ihn nie im Leben erkannt", entgegnete er. „Und dann wusste er auch noch, dass wir als Privatdetektive arbeiten! Kein Wunder, dass sie uns daraufhin observiert haben. Sie brauchten noch nicht einmal eine Wanze oder einen Peilsender, sie fuhren uns einfach hinterher, in der Hoffnung, dass wir sie zu Tim Bells Versteck führen würden."

„Was wir ja auch um ein Haar getan hätten", meinte Bob. „Wenn Peter nicht der Buick aufgefallen wäre, mit dem sie uns verfolgt haben. Aber abgesehen davon bin ich vor allem froh, dass Cynthia Summers nichts Schlimmeres passiert ist. Zum Glück hatten die Entführer sie nur im Keller im Paramount Drive eingesperrt und das nicht einmal gefesselt."

„Ja, auf die Art würde sie keine Verletzungen davontragen, die auf eine Entführung schließen lassen könnten", ergänzte Justus. „Anscheinend sollte sie wirklich später wieder freigelassen und die Sache vertuscht werden."

„Na ja, Flowercult wäre in arge Bedrängnis geraten, wenn eine ihrer Mitarbeiterinnen ein Entführungsopfer geworden wäre, noch dazu im Zusammenhang mit Ungereimtheiten in der Firma selbst", warf Peter ein. „Sie hatten einfach darauf gehofft, dass niemand Cynthia glauben würde, wenn sie von ihrer Entführung erzählte. Da es bei der Entführung eigentlich einzig und alleine darum ging, Tim auszuschalten, wäre sie verschont geblieben."

„Richtig, Cynthia war nur das Bauernopfer", fuhr Bob fort. „Tim war derjenige, den die Entführer haben wollten. Beim Treffen in der Seashore Lane ging es nur darum, ihn dorthin zu locken, um ihn dann entführen und später mundtot machen zu können. Die Dokumente, die den Betrug bei Flowercult aufdeckten, brauchten sie natürlich auch, damit sie sowohl die Beweise als auch den Journalisten beseitigen konnten. Deshalb haben sie in der Seashore Lane auch so lange gezögert, bis sie Tim tatsächlich angegriffen haben. Sie wollten sichergehen, dass er die Beweise nicht andernorts deponiert hatte, was natürlich naheliegend gewesen wäre."

„Hätten sie ihn erstmal gehabt, hätten sie schon noch aus ihm herausgekriegt, ob er ihnen wirklich alle Unterlagen gebracht hat", sagte Justus. „Und hätte ich vorher gewusst, mit was für brutalen Leuten wir es zu tun hatten, hätte ich mir zweimal überlegt, ob ich mir mit denen einen Faustkampf liefere. Das war wirklich eine unserer gefährlicheren Aktionen."

Bob und Peter stimmten ihm zu und alle drei schwiegen einen Moment nachdenklich. Die Stille wurde von einem Klopfen an der Tür unterbrochen.

„Herein, es ist offen", rief Justus.

Die Tür ging auf und Tim schaute herein.

„Hallo, Freunde", begrüßte er sie und trat ein. Hinter ihm folgte ein weiterer Besucher, eine junge Frau mit wilden blonden Locken.

„Cynthia Summers", rief Peter überrascht.

„Ja, die bin ich. Hallo zusammen", sagte Cynthia und lächelte breit. „Tim meinte, ich könne ruhig mitkommen. Ich wollte mich doch endlich persönlich bei meinen Rettern bedanken."

Die drei Fragezeichen winkten verlegen ab.

„Das war doch selbstverständlich", meinte Justus ungewohnt bescheiden. „Wir tun eben, was wir können."

Peter und Bob grinsten sich vielsagend an, kommentierten den Sinneswandel des ersten Detektivs ausnahmsweise aber nicht. Tim und Cynthia setzten sich zu den drei Fragezeichen und gemeinsam sprachen sie bei einem Glas Limo und frisch gebackenem Kirschkuchen von Tante Matilda, die inzwischen aus Oxnard zurück war, über die letzten Unklarheiten im Fall Flowercult.

„Die Entführung wurde tatsächlich von Gary Shandler, einem der Mitbesitzer von Flowercult und Chef der Einkaufsabteilung, in Auftrag gegeben", berichtete Tim. „John Larkin von Rose Garden in England hatte ihn benachrichtigt, dass ich auf dem Weg zu Flowercult war und bereits Beweise gegen Rose Garden in der Hand hatte. Shandler konnte aber nicht einfach zur Buchhaltung gehen und die Rechnungen und Lieferscheine verschwinden lassen, denn das wäre bei der nächsten Steuerprüfung aufgefallen und infolgedessen dann wahrscheinlich die ganze Kenia-Geschichte. Also musste er denjenigen erwischen, der hinter der Story her war – mich. Zu meinem Glück bekam er mich einfach nicht zu fassen, fand dann aber heraus, dass Cynthia Kontakt zu mir hatte. Also musste etwas geschehen. Er ließ Flowercult beobachten und als ich zum zweiten Mal ungeschoren das Gebäude verlassen konnte, noch dazu mit den Beweisen, drehte er durch. Als sie schließlich an dem Tag als letzte Mitarbeiterin Flowercult verließ, ließ Shandler ohne Zeugen, wie er hoffte, Cynthia von Dean Winston, Brad Keens und Don Harris entführen, die eigentlich mich zur Strecke bringen sollten. Na ja, den Rest der Geschichte kennt ihr ja."

„Allerdings", lachte Bob. „Aber was ist denn nun mit Ihrer Story, Tim? Haben Sie genügend Material, um Shandler und Larkin vor Gericht zu bringen?"

„Nun, zunächst werde ich einmal meine Titelstory über den Vorfall schreiben", stellte Tim klar. „Mit den rechtlichen Abläufen müssen sich die Staatsanwälte beschäftigen, und zwar in Kalifornien und in England. Dass es in Kenia zu Verfahren kommt, wage ich zu bezweifeln. Die Plantagenbesitzer werden ihre Hände in Unschuld waschen. Aber die Verantwortlichen bei Rose Garden und Flowercult dürften eine sehr unangenehme Zeit vor sich haben, insbesondere Gary Shandler. Ich meine, der Mann wollte mich umbringen lassen! Dafür alleine kommt er schon ins Gefängnis, und zwar für eine ganze Weile."

„Nicht zu vergessen für meine Entführung", ergänzte Cynthia. „Ich glaube, ich werde mich demnächst mal nach einem anderen Job umsehen. Dieser Bürokram ist mir einfach zu stressig."

Die anderen lachten.

„Schön zu hören, dass sie schon wieder darüber lachen können", sagte Justus. „Aber hätte es eigentlich für den Nachweis, dass die Rosen aus Afrika stammen, nicht gereicht, die Blumen zu analysieren? Im Hinblick auf Sorte, Zustand, die Bedingungen unter denen sie gewachsen sein müssen? Oder auch darauf, welche Pestizide verwendet wurden?"

„Das ist sicher auch ein Indiz für ihre Herkunft", bestätigte Tim. „Aber man kann da keine exakten Ergebnisse erzielen, denn es sind häufig dieselben Sorten, die in verschiedenen Regionen angebaut werden und sie wachsen alle unter ähnlichen Bedingungen. Über die Pestizide hätte man vielleicht etwas beweisen können, aber das alleine hätte als Beweis vor Gericht wohl nicht ausgereicht."

„Also mussten Sie weitersuchen", nickte Peter.

„Genau. Wie Sherlock Holmes", lächelte Tim. „So lange, bis der Übeltäter dingfest gemacht ist."

Die drei Fragezeichen und Cynthia nickten und stießen darauf mit Limonade an.

„Ihr müsste unbedingt mal nach London kommen", meinte Tim. „Dann zeige ich euch die echte Baker Street. Und den Rest von London natürlich auch. Wir haben eine hohe Kriminalitätsrate, das ist ein gutes Pflaster für Detektive."

„Oh nein, Tim, ich glaube, unsere nächsten Ferien werden wir mal etwas ruhiger verbringen", grinste Justus. „Obwohl ich die Vorstellung schon verlockend finde… Dann wären wir international agierende Detektive, das würde sich gut auf unseren Visitenkarten machen…"

„Nein, Justus, nein!" rief Peter mit gespielter Verzweiflung. „Ich möchte nur einmal einen normalen, ruhigen Urlaub erleben."

„Ach, Peter", seufzte Justus. „Das klappt doch sowieso nicht. Schließlich werden wir ständig in irgendwelche dunklen Machenschaften verwickelt."

„Aber grundsätzlich finde ich es eine gute Idee, die Ferien mal in London zu verbringen", besänftigte Bob seine Freunde.

„Wunderbar", freute sich Tim Bell. „Ich habe euch schon meine Adresse aufgeschrieben. Ihr könnt euch jederzeit bei mir melden oder auch gleich vorbeikommen, wenn ihr zufällig mal in London seid. Hier ist die Adresse."

Und er reichte den drei Fragezeichen einen kleinen Zettel. Sie beugten sich darüber und brachen in lautes Gelächter aus.

„Hilfe! Ich sehe überall nur kleine Strichmännchen!", rief Bob. „Peter, hol noch mal den Ausdruck mit dem Code der Dancing Men, sonst finden wir Tims Wohnung nie!"

„Tim, Sie schaffen uns echt", ächzte Justus.

„Ach was, Jungs", grinste Tim. „Ich habe volles Vertrauen in die Fähigkeiten der drei Detektive! Ihr schafft das schon!"


ENDE


„Was lange währt, wird endlich gut" und so hat diese Geschichte endlich doch noch ihren Abschluss gefunden. Ich hoffe, sämtliche offenen Fragen sind beantwortet und alle Logiklöcher gestopft. Falls dem nicht so sein sollte, würde ich mich über Eure konstruktive Kritik freuen.

VG, kinesty