Kapitel 07 Beorn, Thrain und die Entscheidung

Luna

„Du hast dich für Kili entschieden, oder?" „Nein. Im Gegenteil. Ich habe mich für Euch entschieden, Mylord. Schon als ihr diese Wahl ausrieft, wollte ich Euren Namen sagen. Schwieg, weil ich nicht wusste, wie Eure Neffen darüber denken werden. Aber ich bin mir sicher, dass ihr ein sehr guter Gemahl sein werdet.

Wollt ihr mich auch? Oder habt ihr jemanden, der auf Eure Rückkehr wartet, außer Eurer Schwester, meine ich." „Sht, Luna. Sei unbesorgt. Ich habe nur meine Schwester, die auf uns wartet. Ich danke dir, für dein Vertrauen in mich und ja, ich will dich auch. Leg dich zu mir und schlafe ein bisschen. Es ist noch ein weiter Weg bis zum Erebor.

Ich passe auf dich auf, Luna." „Danke" Ich schmiegte mich an ihn und legte meinen Kopf auf seine Brust. Sein ruhiger Herzschlag und die gleichmäßige Atmung schläferten mich ein. Ich fühlte seine Arme um mich herum und mein Arm griff um ihn herum. So fühlte ich jede seiner Bewegungen. Stunden später rüttelte es heftig an seinem Arm. Ich schlug die Augen auf. „Mist. Ich wollte nur Thorin wecken.", entschuldigte Fili sich sofort. „Schon gut. Überlasst ihn mir, bitte."

Er nickte und ging. Ich richtete mich weiter auf. Seine Arme hielten mich fest. „Mylord. Aufstehen. Eure Neffen erwarten Euch am Tisch.", flüsterte ich in sein Ohr. „Hm. Noch nicht, Luna." „Doch jetzt", grinste ich und erhöhte meine Körpertemperatur so weit, dass ich ihm wie ein glühender Ofen vorkommen musste. Hastig stand er auf und sah mich tadelnd an. Alles lachte und zog ihn damit auf. „Schluss damit", donnerte ich auf Khuzdûl dazwischen. Alles verstummte. „Beorn, mein guter, treuer Freund.

Hast du Zeit für mich? Bitte.", bat ich ihn und sah zu ihm auf. Beorn mit seinen fast 3 Metern und ich mit meinen 1,45 m. „Natürlich. Für dich doch immer.", dröhnte seine extrem tiefe Stimme mir entgegen. Ganz sanft hob er mich auf seinen Arm und verließ das Haus. Er ging hinter das Haus und zu den Ponys. „Was gibt es denn, kleine Luna?" „Du weißt vermutlich schon, warum wir diese Reise machen, oder?"

„Ja. Gandalf erzählte mir davon." „Gut, kurz vorm Düsterwald wartet ein ganzes Heer von Heimatlosen Zwergen auf uns. Es ist unter dem Kommando von Thorin Eichenschilds Vater Thrain. Wir können noch mehr Drachenverstärkung bekommen UND ich habe eine große Überraschung für DICH, mein lieber Beorn. Bitte begleite uns zum Erebor. Ich bitte dich. Hilf uns." Beorn grübelte darüber nach.

„Okay, hör zu. Ich begleite Euch und wir werden das schon schaffen. Ich lasse dich nicht im Stich.", sagte er und ich umarmte ihn so gut ich konnte. „Danke, Beorn, du bist der beste und treueste Freund, den ich mir wünschen kann." Behutsam bekam er einen Kuss auf die Wange. Wir kehrten zu den anderen zurück und ich wurde neben Thorin gesetzt. Beorn verwöhnte mich mit einem Krug Ziegenmilch. „Du strahlst so, Luna. Was ist los?", fragte Gandalf. „Beorn begleitet uns zum Erebor. Er tut es für mich.

Zumal ich eine Überraschung für ihn habe, welche er mit eigenen Augen sehen muss, um glauben zu können.", antwortete ich und widmete mich meinem Essen. Am nächsten Tag brachen wir auf und durften die Ponys nehmen. Ich saß diesmal bei Fili auf dem Pony und genoss seine Gesellschaft. „Ist alles in Ordnung?", erkundigte Fili sich behutsam. „Ja, Herr Fili. Mir geht es prima." „Gut. Hör endlich auf uns zu siezen und bitte benutze endlich unsere Vornamen." „Genau.", stimmten alle Zwerge dem zu.

„Vielleicht.", blieb ich vage. Wir erreichten nach Stunden den Düsterwald. Man sah von weitem zahlreiche kleine Feuer. Stimmen erhoben sich. Beorn hob mich vorsichtig vom Pony und sah mich besorgt an. „Alles in Ordnung. Mach dir keine Sorgen, Beorn. Bist du so lieb und hilfst den anderen? Mylord? Herr Kili? Herr Fili? Ihr kommt bitte mit mir.", antwortete ich Beorn und rief die 3 möglichen Thronfolger zu mir. Sie eilten zu mir und gemeinsam folgten sie mir ins Lager. Ich traf Dana, Belin und Nikita.

„Geht zur eben angekommenen Gemeinschaft. Helft bitte dort mit.", trug ich den dreien auf. Sie nickten und gingen. „Wer sind die?" „Das, meine Lieben, ist Beorns Frau und seine Kinder. Ein Sohn und eine Tochter. Er glaubt sie Tod und doch sind sie gesund. Eben sehr lebendig." Thrain sah mich. „Hallo, Luna. Schickt mein Sohn dich?" „Hallo, Mylord. Nein. Kommt mal bitte näher." Er gehorchte und ich trat zur Seite.

„Das, Mylord, ist Euer Sohn. Mylord Thorin Eichenschild und das, Mylord Thrain, sind Eure Enkel. Herr Fili und Herr Kili.", klärte ich auf und fügte hinzu: „Beorn, Danas Mann, Vater von Belin und Nikita, ist auch hier. 2 Familien sind wieder vereint und glücklich." „Du bist eine gute Frau. Wähle einen Gemahl.", sagte Thrain. „Vater, ich habe diese Wahl bereits ausgerufen. Kili, Fili und ich stehen zur Wahl." Thrain nickte.

„Nun gut. Kind, gib deine Entscheidung jetzt bitte bekannt." Ich umarmte Thorin. Da bogen zwei weitere Frauen um die Ecke. „Das sind Bia und Kira... Sie retteten mein Leben. Sie dürfen wählen, zwischen Fili, meinem älteren Enkel und Kili, meinem jüngeren Enkel. Mein Sohn Thorin steht NICHT zur Wahl. Er wurde soeben von Luna gewählt.", erklärte Thrain sanft. Kili war von Kira hin und weg. Fili erging es ebenso bei Bia. Kira antwortete als erste. „Ich wähle Kili, wenn Mylord Thrain gestattet."

Thrain sah Bia an. „Mylord, gestattet meine Wahl. Ich wähle Fili." „Ladys, ich gestatte Eure Wahl. Seid ihr Männer einverstanden?" „Ja, voll und ganz.", sagten sie, wie aus einem Munde. Ich lachte. „Entschuldigt mich bitte. Ich sehe mal nach Beorns Familie.", bat ich. „Ohne dich treffen wir keine Entscheidungen, Luna.", rief Thrain mir nach. „Danke, Mylords." „Luna, warte. Ich möchte mit." „Dann kommt, Mylord.

Er schloss zu mir auf und nahm meine Hand. „Da sind sie.", flüsterte Thorin. „Ich seh's. Er ist überglücklich. Sieh nur, wie er lacht.", grinste ich und setzte meinen Weg fort. „Beorn!", rief ich. „Hier unten bin ich, du Hüne." „Ach da, bist du." Er hielt uns die Hand hin und wir setzten uns darauf. „Oh, Thorin, du auch hier? Selbst du bist glücklich. Warum?", fragte Beorn.

„Vor ein paar Tagen rief ich die Gemahlswahl aus. Luna hat mich gewählt und Vater hat es genehmigt. Ich liebe Luna und ich darf sie heiraten.", sprudelte er los und freute sich sehr. „Das ist wunderbar. Gratulation zur Verlobung." „Danke", sagten wir gleichzeitig und lachten. „Ich danke dir von Herzen, Luna, dass du meine Familie beschützt, gerettet und zu mir zurück gebracht hast.", sagte Beorn tief bewegt und drückte mich, wie ein rohes Ei, an sich.

„Gern, geschehen. Du hast einst mein Leben gerettet. 10 Jahre später lernte ich Dana und die Kinder kennen. Ich brachte sie her. Hier wurden sie ohne zu zögern aufgenommen. Würdet ihr uns zu Mylord Thrain bringen?" Alle nickten und bahnten sich einen Weg durch das Zwergenheer. Die übrige Gemeinschaft folgte uns. Bei Thrain angekommen lässt Beorn uns runter. „Danke, Großer", lobe ich Beorn.

„Danke, Beorn. Du bist wirklich klasse", lobt auch Thorin ihn. Beorn reagiert total verlegen und ist überfordert. Thrain gibt uns Ringe.