Kurz bevors zur Sache geht ^^ …wird's noch mal richtig romantisch.

Figuren: SM. Romantik: Möhrrytier

Die Stille war förmlich greifbar. Einen Moment lang versanken sie in ihr; ihr stetiges Atmen war das einzige Geräusch. Alice hatte diesen Augenblick gesehen; den Frieden, der sich über sie breitete. Sie war hin und hergerissen zwischen zwei Optionen. Entweder sie würde den Moment noch länger genießen und ihm die Chance geben, die Nähe, ihre Emotionen langsam zu spüren. Oder sie würde endlich mit ihm über die vergangen Stunden reden; es war ein tiefer Wunsch ihn nicht im Unklaren zu lassen; anders als Bella.

Jasper bemerkte den Konflikt zwischen Zufriedenheit und Anspannung. Er kannte seine Alice gut genug, um ihr die Entscheidung abzunehmen; es ihr leichter zu machen. Es war selbstlos; er wollte sie glücklich sehen; aufgeregt. Für den Rest hatten sie noch die ganze Nacht vor sich.

Er näherte sich ihr mit einer Bewegung. Liebevoll umschlang er ihre schmale Taille. Sie versank in seinen Armen wie ein kleines Kind. Entspannt lehnte sie sich zurück; noch unwissend, dass diese Entscheidung nicht von ihr abhängen würde. Sein kalter Atmen kitzelte in ihrem Nacken als er sie fragte: „Was hast du gesehen; auf der Insel? Edward, Nessie, ihr alle habt so unterschiedliche Gefühle empfunden. Was ist passiert? Oder wird passieren?" fügte er mit einem kurzen Lachen hinzu.

Nun war sie ganz auf die Geschichte eingestellt. Er musste alles erfahren. Ihre Augen strahlten vor Begeisterung; mehr brauchte er nicht zum Glücklich sein. Sie drehte sich in seinen Armen, sodass sie ihren Geliebten anschauen konnte. Er lehnte sich herunter, um ihr einen zärtlichen Kuss auf die Nasenspitze zu geben und wartete auf ihre Antwort.

„Sex!" sie kicherte. Er war sichtlich schockiert, noch konnte er den Tag und diese Aussage nicht in einen Zusammenhang bringen; außerdem war es nicht seine Art, so etwas direkt anzusprechen. Er zog seine Augenbrauen zusammen.

Sie fuhr fort; sichtlich amüsiert von seinem Gesichtsausdruck: „ Also eigentlich hättest du das heute schon bemerken müssen, immerhin kannst du fühlen, was die anderen fühlen!" sie neckte ihn.

„Ich war wohl etwas abgelenkt", gestand er kühl. Seine Gedanken waren den ganzen Tag um Alice gekreist; sie war zu weit weg, um sich auf etwas anderes zu konzentrieren.

„Na gut, es geht um Nessie und Jake!", da war es raus. Mit der Vorinformation und diesem Satz war ihm alles klar. Sein Mund stand offen. Alice lachte und schloss ihn; sie verweilte dabei etwas länger als nötig auf seinem Kiefer; liebkoste ihn.

„Renesme ist fünf? Und sie hat solch intimen Kontakt zu Jacob? Was fällt diesem Köter ein?", er reagierte wie Edward. Sie waren in ähnlichen Zeiten aufgewachsen, zumindest was die Moralvorstellungen anging. Alice lachte herzhaft; genau das hatte sie erwartet. Aber mit dieser einfachen Sichtweise würde sie ihn nicht davonkommen lassen.

„Also erst mal haben die beiden noch nichts getan. Edward hat es bis jetzt zu verhindern gewusst", Jasper nickte zustimmend. Alice ließ sich dadurch nicht ablenken. „Damit ist klar, welche Partei du ergreifst, aber was würdest du tun, wenn du an Jacobs Stelle wärst? Würdest du sie, mich, unberührt lassen?", um ihr Argument zu unterstützen schmiegte sie sich eng an ihn. Sie küsste sein Schlüsselbein und wanderte langsam seinen Hals hinauf bis zu seinem Ohrläppchen, an dem sie zärtlich knabberte: „Könntest du?" sie kicherte.

Den ganzen Tag verzehrte er sich nach ihrer Nähe und nun nutze sie das schamlos für ihre Zwecke aus; sie würde immer bekommen, was sie wollte. Auch wenn es nur eine Antwort war. Er versuchte stark zu bleiben; nicht dass es ihm etwas ausmachte, sie gewinnen zu lassen, aber dieser Punkt war ihm wichtig.

„Ich konnte; erinnerst du dich. Es mag nicht allzu lang gewesen sein, aber zumindest lange genug, um es richtig zu machen; ehrenhaft." Er zog sie zurück in die Vergangenheit. Schon heut Nachmittag war sie dahin abgeschweift und nun durchlebten sie jene ersten Momente noch einmal gemeinsam.

Es regnete heftig. Jasper überlegte, dass es normaler erscheinen würde, ins Innere zu gehen. Es war sehr kalt für diese Jahreszeit man würde ihn bemerken, wenn er ohne Schutz im Sturm umherlief. Er hasste die Nähe von Menschen; er war hungrig; es würde Gefahr bedeuten. Aber er setzte sich dieser Qual freiwillig aus. Er fand es sei eine gute Art zu büßen; ewige Schmerzen; für die Leben, die er genommen hatte; je näher er den Menschen war, umso mehr litt er; gut. Dann nichts wie rein.

Es war eine kleine Kneipe. Obwohl es erst nachmittags war, waren alle Gäste betrunken. Trotz der Prohibition schafften es die Menschen, Alkohol zu besorgen. Er war nicht gut für sie, zog sie runter; wie ihn das Blut. Er versank in den dumpfen Gefühlen der Betrunkenen; es betäubte ihn selbst. Nach einer Weile hörte er, wie sich ein Gast laut aufregte; er hatte zuvor mit zwei anderen Streit angefangen und war sichtlich aufgebracht; aggressiv. Jasper hätte die Situation beruhigen können, aber dieser Mann bedeutet ihm nichts; sollte er doch kämpfen; sterben; er wollte nur nicht dabei sein. Die zerbrochene Flasche in seiner Hand würde zu Blut führen; Blut würde zu Tod führen: Einen Menschen zu töten, würde bedeuten, die ganze Kneipe auszulöschen. Jasper war schon durch den Gedanken daran deprimiert und verließ den Laden. Er würde sich einen anderen Unterschlupf suchen müssen. Keine Betäubung, aber er wollte sich ja quälen, dann auch ohne Ausflüchte.

Er ging in ein Café. Alice hatte auf ihn gewartet. Seit mehreren Wochen war sie hierhergekommen. Sie war so erleichter ihn endlich zu sehen. Ohne Furcht kam sie auf ihn zu, strahlend. Sie reichte ihm die Hand; er küsste sie.

In ihm tobte ein Chaos; warum war sie so freundlich? Wer war sie? Und warum fühlte er sich plötzlich weniger depressiv?

Doch anstatt seine Verwirrung zu äußern, duckte er seinen Kopf und entschuldigte sich für sein offensichtlich unhöfliches Verhalten, das sie ansprach.

Sie kicherte; sie hatte dieses Verhalten gesehen, konnte es aber nicht ganz verstehen. Sie nahm seine Hand und zog ihn aus dem Café hinaus; zurück in den Regen.

Er war verwirrt, zögerte aber keine Sekunde ihr zu folgen; sie strahlte die unglaublichsten Gefühle aus; noch nie zuvor hatte er so etwas gespürt; er wusste, dass er ihr vertrauen kann; vom ersten Augenblick an.

„Irgendwie habe ich dich vom ersten Augenblick an geliebt, nur wusste ich das damals nicht gleich." Er hob sie hoch und trug sie langsam Richtung Schlafzimmer.

„Ich wusste, dass ich es tat, aber ich wollte, dich nicht gleich verschrecken", sie grinste, „ du hattest so schon genügend Fragezeichen in deinem Gesicht. Und ich konnte nicht sehen, wann du mich lieben würdest; nur das es so sein würde." Sie presste ihren Kopf an seine Schulter und war wieder in der Vergangenheit.

Alice zog ihn immer weiter die Straße entlang. Auf dem Weg erklärte sie ihm hastig, dass sie die Zukunft sehen und könne und ihn gesehen habe; auf der Suche nach ihr, auch wenn er davon nichts wüsste. So merkwürdig das klang, er glaubte ihr sofort. Ehrlichkeit schwang mit jedem Wort, das sie sprach. Sie beschrieb wie das mir den Visionen funktionierte und er hörte gespannt zu.

Als der Regen immer stärker wurde, entschloss sie sich, sich unter ein Vordach zu stellen. Sie standen eng beieinander. Ihre Haare waren komplett durchnässt. Sie konnte das erste Mal seinen unvergleichlichen Geruch wahrnehmen. Es war ein Manko ihrer Visionen, dass sie nur sah und hörte; nicht riechen oder spüren konnte. Sie atmete tief ein und war durch sein Aroma gänzlich abgelenkt von der stürmischen Außenwelt; er roch so verführerisch.

Sie sah so bezaubernd aus in ihrem niedlichen Mantel; sie roch wie die schönsten Blumen und ihre Gefühle waren die herrlichsten, die er je wahrgenommen hatte. Ihre Gefühle änderten sich in dem Moment, in dem sie einatmete. Er war nicht in der Lage damit umzugehen.

In diesem Moment sah sie, was er vorhatte; mit schreckerfüllte Augen sah sie ihn an: „Jasper! Nicht!" Gerade hatte sie gesehen, wie er sie stürmisch küssend an die Wand drücken würde. Sein großer Körper würde ihren vollständig bedecken. Er würde sie hochreißen auf seine Augenhöhe und seinen muskulösen Körper fest an sie drücken. Die Wand hinter ihnen würde Einstürzen; sie im Geschäft dahinter landen.

Er blickte sie entsetzt an; hatte er das wirklich gerade gedacht. Er schüttelte bestürzt den Kopf. Das erste reine Wesen, das er jemals getroffen hat und er würde es so willkommen heißen. Hatten die Jahre bei Maria wirklich alles Menschliche davon gewaschen? War nichts mehr übrig von seiner Erziehung? War es nicht wenigsten dieser Engel wert, richtig behandelt zu werden?

Alice lachte ihn freundlich an und legte eine Hand aufmunternd auf seine Schulter: „Es ist nicht so, dass mir das nicht gefallen würde, es wäre nur etwas auffällig, das Geschäft zu zerstören, findest du nicht?" Sie wollte nicht, dass er leidet. Sie hatte ihn so oft leiden gesehen. Mit ihr sollte er glücklich sein; das war der Plan.

Dennoch möchte ich mich inständig entschuldigen, Miss Alice. Es war falsch von mir solche Gedanken zu haben; sie vermutlich sogar auszuführen. Ihr habt etwa besseres als meine Gesellschaft verdient." Er konnte ihr nicht länger in die Augen sehen. Er vertraute sich nicht oder seinen Manieren; seine Instinkte hatten viel zu oft die Oberhand über ihn.

Alice hob sein Kinn, um seine Augen zu sehen; seine tiefschwarzen Augen. Die Berührung ließ ihn erschaudern; sie war so viel sanfter als alles, was er gewohnt war. Fasziniert starrte er in ihre bernsteinfarbenen Augen; noch nie zuvor hatte er eine solche Farbe in den Augen eines Vampires vernommen.

Mir liegt aber nichts an der Gesellschaft jemandes anderen. Ich habe auf dich gewartet. Glaub mir!", sie fasste sich mit dem Zeigefinger an die Schläfe, „so ist es vorhergesehen. Und ich muss sagen, bis jetzt finde ich es ganz lustig", ihr charmantes Lächeln war umwerfend.

So sehr er auch versuchte, sich zu geißeln, in ihrer Gegenwart war es schwer einen negativen Gedanken zu fassen; er gab also zunächst auf. „Es wird nie wieder passieren. Versprochen, Miss. Ich will eurer würdig sein." Und er gab ihr erneut einen sanften Kuss auf den Handrücken.

Sie zog ihn wieder in den Regen; eine Abkühlung konnten beide vertragen; sie wollte ihn nicht weiter in Versuchung bringen; sie wusste dass er fühlte, was sie fühlt. Er würde es ihr sagen; in der Zukunft. Sie brachte ihn in ihr Hotel. Sie hatte sich ein schönes großes Zimmer genommen. Er nahm ihr höflich den Mantel ab und hing seinen eigenen an einen Haken. Sein Hemd war ebenfalls komplett durchnässt und sie sah ihn die edlen Möbel beschmutzen. Schnell bewegte sie sich auf ihn zu und nestelte an seinen Knöpfen: „Die Flecken werden nicht mehr rausgehen, wenn du dich auf den Sessel setzt; dir ist doch nicht kalt, oder?"

Sprachlos stand er da und gab ihr das Hemd; sie hing es im Bad auf.

Als sie zurückkam, blickte sie ihn das erste Mal richtig an. Sie hatte seine Narben gesehen in ihren Visionen, aber live war es etwas anderes. Sie kam neugierig näher. Die Vergangenheit war ihr verwehrt und er hatte sich noch nicht entschlossen, ihr davon zu erzählen. Vorsichtig strich sie über die halbmondförmigen Male; fuhr die willkürlichen Muster nach. Sie war fasziniert von diesem Anblick; nicht im geringsten verschreckt: Warum auch; sie hatte sie häufig gesehen und kannte die Geschichte dahinter nicht; ihr fehlten die Instinkte, die andere Vampire bei seinem Anblick hatten.

Jasper war wie zu Eis erstarrt. Ihre Berührungen machten ihn verrückt; doch waren sie so unschuldig neugierig. Sie wusste nicht, wie sich das für ihn anfühlte. So zärtlich, so heiß, so verführerisch. Er ließ ein leises Stöhnen hören, als sie ihren Kopf an seinen Rücken presste und die Male seines Schulterblatts berührte. Nun bemerkte sie die Intimität dieser Situation und eine mögliche Variante der Zukunft blitzte vor ihren Augen auf. Sie würde ihr gefallen, also legte sie ihre Arme um ihn und ließ ihre Liebe ausstrahlen, etwas ängstlich, wie er darauf reagieren würde.

Eine Welle der Erregung durchströmte sie plötzlich; ein intensives Gefühl, das sie noch nie zuvor erlebt hatte; es machte süchtig. Doch so schnell es kam, war es wieder weg. Jasper war in die andere Ecke des Zimmers geflüchtet. Peinlich berührt, seine Gefühle nicht unter Kontrolle zu haben. Es passierte ihm selten, dass er etwas ausstrahlte, was er nicht von sich geben wollte. In Momenten des Kontrollverlusts. Bisher hatte er diese Erfahrung nur mit Wut, Hass und Aggressionen gehabt. Dieses starke Gefühl des Verlangens hatte er selbst noch nie verspürt. Bei anderen bemerkt, aber nie selbst erlebt; es überraschte ihn, überrollte ihn; zu stark, es für sich zu behalten.

Alice lächelte ihn an und kam näher; sie wollte mehr davon.

Nein, bleib stehen, bitte!" er streckte warnend eine Hand nach ihr aus und flehte sie an; seine Augen in Schmerzen.

Alice fühlte sich zurückgewiesen. Ein ebenso starkes Gefühl, das sie nicht kannte. Ihr Gesichtsausdruck war herzzerreißend.

Warum? Was habe ich falsch gemacht?" Sie schob ihre Unterlippe heraus.

Es war süß; hatte sie nicht bemerkt, dass SIE nichts falsch gemacht hatte; dass es seine Schwäche war? Er wollte sie trösten ohne ihr zu nah zu kommen; er traute sich immer noch nicht. Er schickte ihr eine Welle Zufriedenheit. Sie schloss die Augen und ließ sich daran fallen.

Nein, Sie haben nichts falsch gemacht, aber ich habe Euch doch versprochen, nicht so respektlos zu handeln und ich war erneut kurz davor." Wie konnte ihm so etwas nur passieren; noch nie hat er ein solches Verlangen nach jemanden gespürt; nicht einmal als er jemandem noch näher war; noch intimer.

Ich glaube nicht, dass mich das stören würde. Ich sehe nicht, dass wir hier viel kaputt machen würden" kokett lächelte sie ihn an und legte sich aufs Bett; ihren Kopf in die Hände gestützt, die Beine in der Luft verschränkt; ihren Blick nie von seinen Augen weichend.

Ich möchte es richtig machen", entschuldigte er sich, „es gab so lange keine Gefühle mehr in mir, zumindest keine angenehmen, dass ich nicht alles verschlingen will, was sich mir bietet. Es ist lange her, aber ich war durchaus einmal ein Gentleman und ich habe das Bedürfnis euch nichts anderes als das entgegen zu bringen, Miss Alice." Sie kicherte bei dem Namen. Er war aus einer anderen Zeit, sie war so neugierig.

Er setzte sich in den Sessel am Fenster, weit genug weg vom Bett, um ihre Nähe nicht direkt zu spüren. Verlegen griff er sich in die Locken und schaute auf den Fußboden. Es war merkwürdig immer noch ohne Hemd zu sein, obwohl es ihm nicht so unangenehm wie sonst war, dass ein anderer Vampir seine Narben sah; so wie Alice auf sie reagiert hatte, schienen sie für sie eine andere Bedeutung zu haben. Jedoch eine, die ihn und sie in ständige Versuchung führen würde. Sein Hemd wäre ihm lieber.

Nun gut, wenn du nicht willst, dann lass uns reden! Du bist faszinierend. Erzähl mir deine Geschichte! Wie bist du zu den Narben gekommen?" mit großen Augen blickte sie ihn an, obwohl sie sah, dass sie die Antwort darauf noch nicht bekommen würde.

Jasper lächelte verlegen. Musste denn ihr erstes richtiges Gespräch um dieses Thema gehen. Hallo, ich bin ein Kriegsveteran. Ich habe tausende Vampire getötet, Menschen ausgesaugt und, ach ja, mit meiner durchgeknallten Anführerin geschlafen.

Ich passe", entschuldigend schaute er zu ihr auf, „aber ich glaube der Stoff ist zu hart zum Kennenlernen. Was ist mit dir? Deine Geschichte?"

Alice steckte sich ihren Finger an den Mundwinkel. Wie konnte sie das nur erklären ohne zu viel zu offenbahren. „Von meiner Zeit als Mensch weiß ich nichts mehr. Ich bin in einem Wald aufgewacht mit diesem brennenden Gefühl in meiner Kehle. Aber noch bevor ich darauf reagieren konnte, hatte ich meine erste Vision", nun blickte sie verlegen auf den Boden und malte die Muster des Teppichs nach.

Was hat sie dir gezeigt?" er wollte mehr über sie wissen, selbst wenn nur aus dem Grund ihre liebliche Stimme noch länger zu hören.

Dich." Das überraschte ihn; er war geschmeichelt, obwohl er nicht wusste, was seine jämmerliche Existenz mit dieser Elfe zu tun haben sollte. Aber er hörte weiter zu und ließ sich nichts anmerken.

Ich sah dein Gesicht; die Schmerzen darin; ich hatte das Gefühl, dass nur ich sie lindern könnte. Du warst auf der Suche; nach mir, wie ich glaube. Und nach einer Lösung für dein Problem; die ich besaß, sobald ich meine zweite Vision hatte"

Ich kann dir nicht ganz folgen. Welches Problem? Ich würde meinen, davon habe ich einige", ein sarkastischen Lachen entfuhr ihm.

Du musst dich nicht von Menschen ernähren, um am Leben zu bleiben, es gibt einen anderen Weg. Es gibt eine Familie, die uns aufnehmen wird, wenn du mir folgst; sie können uns alles zeigen, eine Zukunft. Es gibt Hoffnung." Liebevoll sah sie ihn an. Sie wusste wie sehr er unter den Taten litt, die er noch verschwieg.

In dem Moment als sie die Hoffnung erwähnte, wusste er, dass sie recht hat. Die Hoffnung war in ihrer Aura zu spüren; es gab keinen Grund sich gegen sie zu wehren; er würde ihr überall hin folgen; nur um dieses Gefühl nie wieder zu verlieren. Wie konnte diese kleine Person nur so schnell solche Macht über ihn haben?

Was muss ich tun; wohin soll es gehen?" er wollte ihr zeigen, dass er nicht zögern würde sie zu begleiten. Das machte sie sehr glücklich.

Also zunächst einmal sollte ich dir zeigen, wie man auch jagen kann. Deine Augen sehen furchtbar aus", sie grinste ihn kurz an, „ dann fände ich es schön, wenn wir uns noch ein bisschen besser kennenlernen bevor wir uns aufmachen. Wie bei dir, bin ich mir noch nicht ganz sicher wann und wo wir sie treffen werden. Aber ich sehe jetzt, da du dich entschieden hast, deutlich, dass wir sie treffen werden. Ich bin so froh: Ich wäre ungern allein gegangen."

Er bezweifelte, dass es eine Chance gegeben hätte, sich gegen ihren Vorschlag zu entscheiden; sie wirkte nicht gerade wie eine Frau, die ein Nein akzeptierte. Aber wo sollte er auch hin wollen, wenn sie nicht da wäre?

Sie gingen jagen; widerwillig versuchte Jasper sich an seinem ersten Bären. Er schmeckte scheußlich, aber Alice hatte recht; keine Schuldgefühle, keine Verzweiflung anschließend; das war es wert. Er konnte mehr von seiner Kraft bei dem Tier anwenden, als er es je für einen Menschen gebraucht hätte; das fand er sehr befreiend; obwohl es ihm etwas peinlich war dieses Maß an Aggression in Gegenwart von Alice anzuwenden.

Sie beobachtete ihn schwärmerisch; diese Kraft wirkte nicht im Geringsten verängstigend auf sie; im Gegenteil; es gab ihr ein Gefühl von Sicherheit. Sie wusste er würde sie vor allem beschützen. Noch war sie ein sehr schlechter Kämpfer.

Anschließend kehrten sie in ihr Hotel zurück. Sie begaben sich wieder auf die Plätze, die Jasper am sichersten erschienen: er auf den Sessel, sie auf das Bett.

Als du vorher meintest, dass du dich an deine menschlichen Tage nicht erinnern kannst und allein im Wald aufgewacht bist, da habe ich mich gefragt wo dein Schöpfer war. War niemand da, um dir das Leben als Vampir zu erklären?" er machte sich sorgen um sie. Allein; Neugeboren; wie verwirrt sie gewesen sein muss.

Mmh, ist das normalerweise so? Nein, da war niemand nur ich und du, wenn du so willst", sie kicherte, „ach ja und die Cullens, die Familie von der ich dir erzählt habe. Ich habe versucht, von euch allen so viel zu lernen wie ich konnte. Erstmal habe ich mich so tief wie nur möglich in den Wäldern versteckt, weil ich sah, was geschehen würde, wenn ich einem Menschen begegnen würde; ich habe dich so oft leiden sehen, wenn du ein neues Opfer gejagt hattest; ich wollte das nicht empfinden. Es hat geklappt bis jetzt", berichtete sie stolz.

Bist du nie einem anderen Vampir begegnet? Ich meine außer in deinen Visionen?", es schien ihm so surreal, dass Alice bis jetzt ganz allein war und dennoch so ein hohes Verständnis von falsch und richtig entwickeln konnte.

Nein." Sorgenfalten auf ihrer Stirn. „Ich habe versucht, dem zu entgehen. Weißt du, immer wenn ich einen Kontakt mit anderen Vampiren gesehen habe, warst du weg; war das hier weg", sie zeigte um sich, um die Situation zu verdeutlichen. „Ich weiß nicht, was mit mir passiert wäre, einige Vampire schienen sehr nett zu sein, aber dein Gesicht war das erste, das ich sah; ich glaube fast auch schon als Mensch, aber das ist nur eine Vermutung. Ich wollte es nicht aufgeben; egal was für ein Leben auf mich gewartet hätte", es war ihr peinlich das so zu formulieren; sie liebte ihn; konnte er das hören durch diese Worte; spüren durch ihre Gefühle?

Er spürte es, konnte es aber nicht einordnen, denn so ein Gefühl wurde ihm gegenüber noch nie entgegen gebracht. Es war angenehm, nichtsdestotrotz.

Aber er wollte nicht weiter in ihre Privatsphäre eindringen, es schien ihr unangenehm zu sein. „Danke, dass du mir das erzählt hast. Wenn es also nichts über unsere Vergangenheit zu sagen gibt", sie blickte ihn schmollend an, „zumindest nicht im Moment; ich verspreche, dass ich das noch nachholen werde. Wie sieht´s mit der Zukunft aus?", er war neugierig. Was hatte sie noch gesehen; würden sie zusammenbleiben oder würde sie ihn irgendwann satt haben; er würde es ihr nicht verübeln. Sie sagte, es gäbe Hoffnung. Wie sah sie aus? Schmunzelnd dachte er darüber nach, dass sie vermutlich klein, dunkelhaarig und elfenhaft daherkommen würde.

Was sollte sie ihm sagen? –Wir werden tierisch verknallt sein, heiraten und die Finger nicht voneinander lassen können- sie konnte sich das ja selbst noch nicht vorstellen; und sie hatte die Visionen.

Wir werden die Cullens finden; sie sind wie eine Familie. Sie werden uns mögen und aufnehmen; wir werden unter Menschen leben, in einem Haus mit vielen Annehmlichkeiten. Du wirst Emmet lieben, ihr werdet viel Spaß zusammen haben."

Dieses eine Wort machte ihn stutzig. Liebe. War es das, was von ihr ausging? Das, was er empfand, wenn sie sprach? Konnte sie ihn lieben? War es möglich, dass diese Gefühl in ihm schlummerte so viele Jahre und nun ausbrach, stärker als jeder Hass, jedes Leid, das er fühlte? Liebte er Alice? Bei dem bloßen Gedanken an diese Tatsache, bekam er Schmetterlinge im Bauch; wenn es seinem kalten Herzen möglich gewesen wäre, hätte es so laut geschlagen, dass sie es gehört hätte.

Was siehst du über uns beide?", er war nervös. Hatte er das richtig vernommen? War es Liebe, die von ihr ausging? Konnte er so viel Glück haben, dass sie ihn liebte?

Alice guckte auf. Was war gerade geschehen? Die Zukunft hatte sich verändert; sie war positiver. Es fehlte noch ein Schritt; ein Wort, das gesagt werden müsste, dann würde alles klar sein; hing diese Entscheidung von ihr ab; davon was sie sagte?

Du", ihr Blick wurde ganz sanft, „du wirst dich in mich verlieben so wie ich mich dich. Ich weiß nicht wann, aber es wird geschehen."

Nein", sagte Jasper. Alice Welt brach zusammen. Ein Meer von Traurigkeit umhüllte sie schlagartig. Hatte sie sich geirrt? War das das Falsche? Hätte sie nichts sagen dürfen?

Doch Jasper kam näher; im Bruchteil einer Sekunde kniete er an ihrem Bett; nahm ihre kleinen Hände in seine. Sein Blick war weich, verletzlich. „Nein, Alice. Es wird nicht in der Zukunft geschehen, weil es schon passiert ist. „Ich liebe dich", als er die Worte ausgesprochen hatte, wusste er, dass sie wahr waren; seit der ersten Sekunde, in der er dieses unglaubliche elfenhafte Wesen gesehen hatte, spürte er es. Nun war es ihm möglich, es zu erkennen und sie sollte es auch wissen.

Das Glück, das sie empfand durchflutete ihre emotionale Aura. Er war noch nie so zufrieden. Sie warf ihre dünnen Arme um seinen Hals und schluchzte tränenlos. „Oh, Jasper. Ich hätte gedacht, ich muss darauf Jahre warten, dass es sich langsam entwickeln würde; nie hätte ich zu träumen gewagt, dass du es so schnell erkennst. Ich liebe dich auch; immer nur dich."

Sie war so nah; so weich. Der Moment war so voller Gefühl, dass er ihn nicht verschenken wollte. Vorsichtig nahm er seinen Kopf zurück, um ihr in die Augen zu sehen; er suchte nach der Erlaubnis sie zu küssen und fand sie in ihrem strahlenden Gesicht. Er stütze ihren Kopf mit seiner rechten Hand; sie war so zierlich; mit der linken zog er sie langsam zu sich heran. Durch die Höhe des Bettes waren sie auf gleicher Ebene. Er schloss die Augen und drückte seine Lippen zart auf ihre. In geschmeidigen Bewegungen liebkoste er ihren geschlossenen Mund. Mit seiner Zunge kostete er den Geschmack ihrer Oberlippe. Sie stöhnte sehnsüchtig und öffnete ihren Mund, um behutsam seine Unterlippe zu beißen. Ihre Zungen bewegten sich erforschend; verlangend umeinander. Sie zog ihn zu sich aufs Bett und er kam über ihr zum Liegen ohne nur einen Teil seines Gewichts auf ihr abzulegen. Ihre Hände wühlten sich in seine vollen blonden Locken; er sollte ihr noch näher sein. Ihr Atem ging schnell und blies ihrem jeweiligen Gegenüber einen unvergleichlichen Duft ins Gesicht; einen betäubenden; verführerischen Duft. Er nahm seine Hand unter ihren Rücken und rollte sie in einer einzigen Bewegung über sich. Dabei setzte er sich so an das Kopfende, dass sie auf ihm saß. Der Kuss wurde nur kurz unterbrochen und ging genauso leidenschaftlich weiter wie zuvor. Alice gewann an Selbstvertrauen und forderte immer mehr von seinen Lippen. Währenddessen wanderten seine großen Hände vorsichtig unter ihr seidenes Hemd; er fuhr ihren Rücken empor und berührte mit seinen Daumen nur knapp die Seiten ihrer Brüste; die Berührungen brannten heiß auf ihrer Haut. Ihr Becken bewegte sich rhythmisch auf seinem; instinktiv. Ihre Augen drehten sich nach hinten, als sie ihren Kopf zurücklegte und ein wohliges Stöhnen von sich gab.

Stopp", flüsterte er zärtlich in ihr Ohr und knabberte liebevoll an ihrem Ohrläppchen.

Nicht aufhören!", quängelte sie leise und presste ihre Lippen hart auf seine, ihre Finger tief in seinen Locken.

Er entwand sich ihrem Griff, um Luft zu holen und sprach weiter: „ Ich werde nicht aufhören, wenn du das möchtest; aber ich werde auch nicht weiter gehen." Er zog seine Hände aus ihrem Hemd hervor und legte sie auf ihren Oberschenkeln ab.

Wenn du nicht weiter gehst,…" sie schnappte sich den Saum ihres Hemdes und begann es langsam hochzuziehen, als er ihre Hände festhielt und ein kurzes Lachen hören ließ. „…wirst du auch nicht weiter gehen. Bitte Alice!"er guckte sie ernst an.

Die Lust in ihr war zu groß; ihr Blick war flehend.

Du darfst nicht aufhören; ich habe so lange auf dich gewartet und endlich verstehe ich meine Visionen; ich kann es fühlen." Sie warf ihre Arme um seinen Hals und presste ihren Körper eng an seinen.

Shh, meine Alice; beruhige dich", er nahm sie tröstend in die Arme und legte eine Woge von Frieden und Zufriedenheit über sie. Er wippte sie wie ein kleines Kind in seinem Schoß; sie war so klein und so durcheinander. Es war der erste richtige Kontakt, den sie zu einem Lebewesen hatte; und es war so wunderschön; warum konnte sie diesen Moment nicht länger haben?

Es tut mir leid! Ich werde bei dir bleiben und dich immer lieben, aber das kann ich dir noch nicht geben, es nicht von dir nehmen. Versteh doch, das erste Mal in meinem neuen Leben fühle ich mich wieder menschlich und lebendig. Ich habe alles Menschliche so lange verweigert und nun kommt es wieder und mit ihm das Bedürfnis moralisch zu handeln, richtig zu handeln; nicht egoistisch und vorschnell." Er hoffte so sehr, dass sie ihn versteht; ihm verzeiht.

Ich begreife das nicht", schluchzte Alice „du willst mich doch, das kann ich in deinen Augen sehen. Und ich will dich; ich brauche dich. Ist das nicht menschlich genug?"

Wie konnte er ihr das nur erklären? Da sah er hinter sich am Bett eine Rose geformt aus Metall; sie schmückte das Gestell. Er griff nach ihr und formte einen Ring aus dem Metall. Dann kniete er sich vor sie. „Alice, ich weiß nicht wer du bist, woher du kommst und was in den letzten Stunden mit mir passiert ist. Aber ich weiß, dass ich es nie wieder rückgängig machen möchte: Ich will dir folgen, bis ans Ende der Welt. Ich will dich lieben und verehren bis ans Ende meiner Existenz. Bitte, heirate mich!" seine Augen waren aufrichtig und fiebrig.

Sie hatte es gesehen, aber war wiederum überrascht diesem Glück so früh zu begegnen. In ihrer frühen Zeit als Neugeborenen fand sie einmal eine Handvoll Modemagazine im Wald. Verloren von einer kultivierten Wanderin vermutlich; mit dem schäbigen Kleidungsstück, das sie von Anfang an bei sich hatte, war sie so neidisch auf die schönen Sachen und ein Bild war ihr seit jeher im Gedächtnis; das Hochzeitskleid; wie oft hatte sie sich in diesem Kleid gesehen. Und nun bat sie Jasper, ihre einzig wahre Liebe, um ihre Hand.

Wortlos nickend nahm sie seinen Antrag an und ließ sich den selbstgebastelten Ring an den Finger stecken. Sie begutachtete ihn kurz voller Stolz. Dann riss sie Jasper um und landete über ihm auf dem Boden. Sie übersäte ihn mit Küssen und wusste, solange würde sie warten können; bis sie Mrs. Jasper Whitlock sein würde.

Jasper lag mit seiner Alice, seiner angetrauten Frau im Bett. Die metallene Rose schmückte seitdem jedes Bett, das sie besaßen. Alice bekam eine schöne kleine Hochzeit, mit wunderschönen Kleid und einem echten Ring.

„Siehst du, ich konnte warten", langsam kamen beiden aus den Erinnerungen zurück und er grinste sie triumphierend an. „Trotz meiner starken Gefühle und meinem Verlangen" mit diesen Worten zog er sie nah zu sich heran.

Sie schmollte ein wenig; sie hasste es, zu verlieren. „Aber du bist in einer anderen Zeit aufgewachsen, wie Edward. Jake und Nessie leben heute, wo Heirat nicht nötig ist, um sich ehrenhaft zu lieben, wo die meisten Heiraten in Scheidung enden, wo sie nicht ewige Treue bedeuten; anders als ihre Liebe. Außerdem waren wir nach weniger als einer Woche verheiratet und dann gab es keinen Grund mehr für dich sich zurückzuhalten. Die beiden kennen sich schon länger und lieben sich schon länger, als du es je ausgehalten hättest."

Er küsste sanft ihren Nacken und flüsterte kaum hörbar: „Dann tun sie mir wohl leid. Aber ich kann meine Erziehung nicht ändern, wie Edward; ich würde darauf bestehen, dass sie zunächst heiraten; tut mir leid, Liebes." Sein kalter Atem prickelte auf ihrer Haut. Sie merkte plötzlich, dass diese Nacht noch etwas anderes als Gespräche im Angebot hatte.

„Dann tun sie mir wohl auch leid; gut dass ich nicht in ihrer Haut stecke und dich haben kann; wann und wo ich will", ein kleines teuflisches Grinsen breitete sich auf ihrem Mund aus, als sie sich auf dem Bauch liegend und den Kopf in ihre Hände gestützt ihm zu wandte und ihn herausfordernd anblickte.

Hach, Jasper ist so ein Gentleman….und so verdammt sexy. Dafür ein REVIEW!