Disclaimer: Wie immer. Wer es noch nicht weiß, soll sich die letzten Kapitel ansehen
A/N: Für sternenstauner, pete, Katzura und Angel de la Luna, die mir treu und brav reviewen und dadurch anspornen, schnell ein neues Kapitel zu schreiben
Ich hoffe euch (und den unzähligen Schwarzlesern) gefällt dieses Kapitel. Es ist etwas anders, als die vorherigen, da ich wieder auf die Ich-Perspektive (wie im Prolog) zurückgegriffen habe. Im nächsten Kapitel geht es dann wieder wie gewohnt weiter. Aber solche „Brainstormings" wird es zwischendurch immer mal wieder geben.
Viel Spaß damit
Klar kennen wir die Gedanken,
die den gleichen Grad an Konfusion haben,
wie unsere eigenen
- Marcel Proust -
6. Kapitel – Drei sind zwei zuviel
Konferenzraum – 9 Uhr
Katies POV:
UFF! Montag Morgen und Redaktionssitzung. Diese Kombination ist eindeutig in die Schublade „NEGATIV" abzulegen. Vor allem, weil Larry schon wieder rumbrüllt. Kann der eigentlich noch was anderes? Ich glaube nicht. Scheint seine normale Gesprächslautstärke zu sein.
Ein Blick nach links zeigt mir, dass Barbie sich in aller Seelenruhe die Nägel feilt und Larry völlig ignoriert. Gibt's das denn? Was ist mit Barbie los? Sie ist doch sonst die einzige, die regelrecht an Larrys Lippen hängt und jedes seiner Worte wie ein knochentrockener Schwamm in sich aufsaugt.
Roger hat meinen verwirrten Blick gesehen und kritzelt etwas auf einen Zettel. Mal sehen, was er weiß
Habe Nicolette gestern im Hyde Park gesehen. Rate mal wer bei ihr war
Toastbrotbarbie im Park? In Stöckelschühchen und Minirock? In BEGLEITUNG? Was für eine geistlose Person sollte sich das antun? Mein Blick geht nach vorne zu Barbie. Dabei sehe ich aus den Augenwinkeln Larry am Fenster herumhüpfen und wild gestikulierend die Arme in die Luft werfend. Dies reicht um mir eine aberwitzige und völlig idiotische Vorstellung durch den Kopf schießen zu lassen
Larry?
Ich schiebe den Zettel wieder zu Roger rüber, der ganz große Augen bekommt, als er meine Antwort liest und dann ungeniert zu grinsen anfängt. Er greift nach seiner Feder und kritzelt wieder etwas auf den Zettel
Interessante Vorstellung, nur leider knapp daneben. Du hast noch einen Versuch
Also doch nicht unser völlig verdrehter Chef. Aber gibt es denn noch jemanden, der blöd genug ist, mit Barbie einen Spaziergang im Park zu machen? Ich meine, sogar die kleine Julia weiß, dass Barbie nichts anderes kann, als schön aus zu sehen. Obwohl, vielleicht geht es dieser Person gerade darum.
Habe keinen blassen Schimmer
Roger grinst wieder, als er meine Antwort liest und Alec, der von der Seite aus mitgelesen hatte zieht fragend die Augenbrauen hoch und sieht erst mich und dann Roger an. Ich zucke nur mit den Schultern, weil ich, genau wie er, auch keine Ahnung habe, was hier vor sich geht.
Larry hüpft jetzt an der Tür auf und ab und brüllt immer noch. Was regt ihn eigentlich gerade so auf? Heiliger Merlin, wenn er so weitermacht, kann er bald Lockhard in der geschlossenen Abteilung im St. Mungos Gesellschaft leisten. Ich schüttel nur ungläubig den Kopf und widme mich wieder den wirklich wichtigen Dingen an diesem Morgen. Roger hat inzwischen den Zettel wieder zu mir rübergeschoben
-WAS?- ich, laut und unüberhörbar.
Daraufhin passieren mehrere Dinge gleichzeitig. Barbie quickt erschrocken auf und rammt sich fast ihre Nagelfeile in die Pulsadern und Larry stolpert vor Schreck über seine eigenen Füße, da ihn mein Aufschrei aus seiner Brüll-und-Hüpf-Routine gerissen hatte und plumste unsanft auf seinen Po. Joe fand das alles ganz amüsant und lachte laut auf.
Nebenbei bemerkt, ich weiß immer noch nicht, was er hier eigentlich macht. Vielleicht ist er hier einfach nur das Maskottchen. Oder ein Mitläufer? Trittbrettfahrer? Spion vom Tagespropheten? Voldemorts Erbe, bereit zu zu schlagen, wenn es an der Zeit ist?
OK, Schluß mit dem Blödsinn, Bell. Im Grunde genommen ist das doch völlig egal. Was mich gerade voll und ganz fesselt, ist Rogers Antwort
-Was ist los, Ms. Bell? - Larry, puterrot im Gesicht und gerade dabei, sich recht unelegant wieder auf zu rappeln
- Nichts. Hab mich nur gerade erschrocken – ich, ehrlich aber nicht besonders geistreich, da immer noch reichlich perplex.
Gut gemacht Katie. Wirklich eine Glanzleistung. Wie willst du Larry jetzt erklären, dass du lieber mit deinen Kollegen Zettelchen schreibst wie ein 13-jähriges Schulmädchen, statt gebannt seinen überlebenswichtigen Ausführungen zu lauschen? Memo an mich selbst. Erst denken, dann reden.
Ich denke immer noch über eine plausible Erklärung nach und verpasse dabei fast, dass Larry schon wieder redet
- Nicht wahr? Geht mir auch immer so. Der Redaktionsschluß zum Monatsende kommt immer so plötzlich – Larry, wie ein Honigkuchenpferd über alle vier Backen strahlend und offenbar hochzufrieden mit seiner Erkenntnis
Redaktionsschluß? Also davon war die Rede. Wieso regt der sich denn darüber so auf? Der kommt doch gar nicht so plötzlich, sonder in aller Regelmäßigkeit alle 28 Tage. Und das schon seit knapp 10 Jahren. So langsam sollte er sich da mal dran gewöhnen. Aber was brüte ich eigentlich darüber nach. So ist Larry halt. Immer kurz davor, wie ein Kessel hoch explosivem Zaubertrank in die Luft zu gehen.
Und ganz unter uns gesagt: Der Redaktionsschluß ist erst am Freitag. Also noch sagenhafte 5 Tage entfernt. Im Zeitungsgeschäft eine halbe Ewigkeit. Wenn ihn das so aus der Ruhe bringt, frage ich mich, wie er wohl abgehen würde, wenn er täglich eine Zeitung rausbringen müsste. Vielleicht ist das auch der Grund, warum er ein Monatsmagazin rausbringt. Im täglichen Geschäft würde er sonst wahrscheinlich abgehen wie ein Zäpfchen...obwohl...eigentlich tut er das ja hier auch schon.
- Wie weit sind sie eigentlich mit dem Wood-Interview? Larry, jetzt ganz der große Zeitungsboss
- Ich arbeite daran, aber diesen Monat wird es wohl nichts mehr. Er windet sich noch, wie ein Flubberwurm – ich, ganz die Ruhe selbst und Larry unerschrocken ansehend
Aus den Augenwinkeln sehe ich wie Joana zu Roger rübersieht und ihn angrinst, während dieser nur lässig mit den Schultern zuckt und zurückgrinst. Was geht denn da ab? Hab ich was verpasst?
- Ich hoffe, sie haben Ersatz. Wir brauchen ein Interview des Monats – Larry, vor Aufregung schon wieder ganz rot im Gesicht
Ob ich einen Ersatz habe? Natürlich habe ich den. Was denkt der eigentlich von mir. Meine einzige verpflichtende Aufgabe hier ist schließlich das Interview des Monats und dafür habe ich ganze 28 Tage zeit. Da werde ich wohl einen Ersatz gefunden haben. Also schalt einen Gang zurück, Boss.
- Hab ich. Der Ersatz ist heute um 11 Uhr hier – ich, nach außen hin noch immer die Ruhe selbst, aber in Gedanken kann ich nur den Kopf schütteln
- Wer? - Larry, der bei dieser gebrüllten Frage irgendwie eine entfernte Ähnlichkeit mit einem hochrangigen Offizier hat
- Sir, Lee Jordan, Sir – ich, aufspringend, dabei salutierend und ganz im vorschriftsmässigen Befehlsempfängerton, was Roger, Alec und Joana zum prusten bringt, während Barbie nur verwirrt guckt, Joe gar nicht reagiert und Larry nur ein irritiertes „Häh?" rausbringt.
Ich zucke nur unschuldig mit den Schultern, setze mich wieder und lehne mich entspannt zurück. Larry erholt sich langsam von seiner Verwirrtheit und schon hüpft er wieder am Kopfende des Konferenztisches wie der schon mehrfach erwähnte Gummiflummi auf und ab und faselt vom bevorstehenden redaktionsschluß. Wie deses Nervenbündel eine der besten Quidditchmagazine des Landes aufbauen konnte ist mir, mit Verlaub gesagt, ein absolutes Rätsel.
Aber sei's drum. Nachdem jetzt wieder alles seinen gewohnten Gang geht, sprich Larry hüpft und brüllt, Barbie feilt und guckt dämlich und Joe ist einfach nur da, sehe ich erst auf den Zettel und dann ungläubig zu Roger rüber, der mich mit breitem Grinsen ansieht und fragend die Augenbrauen hochzieht. Mein Blick fällt ein weiteres mal auf den Zettel, auf dem die Buchstaben in Leuchtschrift zu tanzen scheinen.
PERCY WEASLEY
Armes magisches England. Was soll bloß aus dir werden? Man stelle sich mal eine Kombination aus den Beiden vor. Furchtbar. Bei dem Gedanken schüttelt es mich nur und ich tue, was hier sonst keiner tut. Ich höre Larry zu, um mich von dieser Vorstellung ab zu lenken.
Merlin, wie tief bin ich gesunken!
Großraumbüro - 11 Uhr
Katies POV:
Ich sitze an meinem Schreibtisch und habe immer noch Hallus von rothaarigen Barbies mit Brille und Schulsprecherabzeichen. Diese Vorstellung wird mich wohl noch eine ganze Weile verfolgen. Brrr! Mich schüttelt's schon wieder.
In welches Haus würde eigentlich ein Barbie/Percy-Kind kommen? Gryffindor? Bei Barbies Genen bestimmt nicht. Die war in Hufflepuff. Ganz sicher. Aber eigentlich ist sie sogar dazu zu dämlich. Wahrscheinlich war sie eher häuserlos und hat in einem Sonderzimmer in irgendeiner unbedeutenden Ecke des Schlosses gewohnt. Vielleicht in der Nähe zum Klo der maulenden Myrte. Das würde erklären, warum Myrte so maulig ist. Bei so einer Nachbarin würde ich auch maulig werden.
Bei dem Gedanken muß ich grinsen. Gesegnet sei mein Sarkasmus. Ich sollte mir mal ernsthaft überlegen, ob ich nicht ein Buch schreiben sollte. Titel: „Die Irrungen und Wirrungen einer Hogwartsschulzeit – Das Enthüllungsbuch der Katie B." Da würde einigen ganz schön die Muffe genen. Oh ha, und Snape würde mir nachträglich meine bestandene Zaubertrankprüfung aberkennen. Also streicht das mit dem Enthüllungsbuch. Ich überlege mir einen anderen Titel für ein anderes Buch
AAARGH! Was ist jetzt los? Stürzt die Redaktion ein? Larry stürzt jedenfalls aus seinem Büro raus, während Barbie einen ganzen Stapel Akten fallen lässt
- Was war das? Was hat hier geknallt? Ein Angriff? Müssen wir in den Bunker? – Larry, völlig von der Rolle, dabei kreidebleich und am ganzen Leib zitternd
- Wir haben einen Bunker? – ich, ungläubig zu Alec rüber schauend, der mir allerdings nur eine Vogel zeigt
- Im Leben nicht. Was denkst du denn, wo wir hier sind? In der Normandie? – Alec, vollkommen überzeugt davon, dass unser Chef nicht mehr ganz dicht ist.
Ich stimme ihm da absolut zu und drehe mich in die Richtung, aus der der Knall gekommen ist. Was ich da sehe, entlockt mir ein schelmisches Grinsen. Da steht mein guter alter Streichkumpan Lee Jordan in all seiner Pracht und Herrlichkeit in der Tür und strahlt gut gelaunt in die Runde. Der Knall war nichts weiter gewesen, als die schwungvoll aufgestoßene Redaktionstür, die mit voller Wucht gegen die Wand geknallt war. Das er damit die komplette Redaktion in einen schockähnlichen Zustand versetzt hat, berührte ihn nicht im geringsten. Wundert mich nicht. So ist er halt.
- Alles OK, Boss. War blinder Alarm – ich, laut und unüberhörbar
- Dann ist ja gut – Larry, hörbar erleichtert und schon wieder in seinem Büro verschwunden
Kopfschüttelnd gehe ich auf Lee zu. Dabei komme ich an Barbie vorbei, die immer noch mit großen Augen in die Welt starrt, als wäre sie gerade einem leibhaftigen Basilisken begegnet.
- Mr. Jordan, wie ich sehe, haben sie gut hergefunden – ich, ganz professionell, da außer Roger ja keiner weiß, dass Lee und ich uns kennen
- Natürlich Ms. Bell. Wenn eine hübsche Reporterin mich um ein Interview bittet, bin ich immer pünktlich zur Stelle - Lee, ganz darauf getrimmt, Frauen, in diesem Fall mir, den Kopf zu verdrehen. Versuch es erst gar nicht, mein Lieber. Diese ganze Beziehungskiste mit uns wird nur ein Fake
- Wenn sie so weitermachen werde ich noch rot, Mr. Jordan. Kommen sie, wir setzen uns in den Konferenzraum. Ich habe schon Kaffee hingestellt. Sie mögen doch Kaffee, oder? – ich, genau wissend, dass Lee ohne Kaffee keine drei Stunden überlebt
- Kaffe hört sich sehr gut an. Da bin ich dabei - Lee, immer noch mit diesem flirtenden Blick.
Ich bin ja mal gespannt wie lange es dauert, bis meine Kollegen merken, dass Mr. Quidditchkommentator of the Year mich angräbt
OK, die Frage hat sich erledigt. Als ich Lee die Tür zum Konferenzraum öffne und ihn eintreten lasse, sehe ich, wie Roger ihm einen finsteren Blick hinterher wirft. Scheinbar hat er die Situation in Windeseile erfasst.
Na dann, Licht aus, Spott an. Herzlich willkommen im Lee und Katie Liebestheater.
Aber jetzt ist Schluß mit lustig. Im Moment interessiert mich am meisten, mit wem Mr. Jordan damals in seinem letzten Jahr im Geheimgang hinter dem Wandteppich im vierten Stock war. Das brennt mir seit damals nämlich regelrecht unter den Nägeln. Er hat ausgesehen, als wäre ich ein Geist, als ich den Teppich zur Seite gerissen und ihm ein „Erwischt" entgegen geschleudert habe. Sein Date hat er allerdings geistesgegenwärtig weiter in den Gang und somit in die Dunkelheit geschubst, so dass ich nicht sehen konnte, wer es war. Mich ärgert heute noch, dass ich damals meinen Zauberstab nicht dabei hatte, sonst hätte ich mit dem Lumos mal nachgesehen, wer sich da in der Dunkelheit versteckt.
Großraumbüro – 12:30 Uhr
Rogers POV:
Hmpf! Jetzt schreibe ich diesen blöden Absatz schon zum x-ten mal neu. Der Boden um mich herum sieht aus, als wäre ein Tornado hier durchgefegt. Überall Pergamentknäul. Und das nur, weil Katie mit diesem nervigen Lee Jordan ausgerechnet in den Konferenzraum gegangen ist. Genau an der Stelle, wo sie sitzen, sind raumhohe Fenster zur Redaktion hin, so dass ich die Beiden voll im Blick habe. Ich wette, das hat sie absichtlich gemacht. Sie weiß, dass ich ihn nicht leiden kann und will mich bloß provozieren. Dieser Blödmann war damals in Hogwarts schon hinter ihr her und jetzt gräbt er sie schon wieder an.
Was macht der da jetzt den schon wieder? Laß deine Pfoten bloß von meiner Katie, du Quacksalber, sonst schieß ich dir mit ‚nem Quaffel dein dämliches Grinsen aus dem Gesicht. Moment mal, meine Katie? Mars an Roger. Sieh zu, dass du zumindest wieder in die Umlaufbahn deines Heimatplaneten zurückkommst. Katie ist schon ewig nicht mehr deine Katie. Um genau zu sein, seit gut 6 Jahren nicht mehr.
Traotzdem, laß dir nicht von ihm den Kopf verdrehen, Katie. Der spielt nur mit dir. Jordan ist einer der größsten Playboys im Quidditchgeschäft. Der hat jede Woche eine Neue bei sich im Bett.
HNNGHH! Ich werde hier noch irre. Ich muß hier raus. Ich...
- AU! Was soll das, Hancock? Willst du mich umbringen? – ich, grummelnd zu Alec, der mir gerade einen Memoflieger an den Kopf fliegen lassen hat. Diese Dinger sind zwar ganz praktisch, aber auch verflucht gefährlich. Wenn die einen erwischen hat man das Gefühl, man wird aufgespießt
- Wenn Blicke Löcher bohren könnten, wäre Jordan schon längst ein Spaghettisieb, Kumpel. Was ist los mit dir? Eifersüchtig? – Alec, anzüglich grinsend. BLÖDMANN!
- Ich? Eifersüchtig? So ein Quatsch! Ich will nur nicht, dass er sie verarscht – ich, ziemlich empört über diese Unterstellung
Merlin Davies, das war ja so was von gelogen. Natürlich bist du eifersüchtig.
- Ja klar, und Voldemort war ein Muggelfreund – Alec, noch breiter grinsend und scheinbar genau wissend, das ich ihn gerade angelogen habe
- Also ich kann das schon verstehen. Katie ist ja nicht gerade jemand, den man al Mann von der Bettkante stoßen würde – Joana, natürlich ebenfalls breit grinsend. VERRÄTERIN!
- Genau. Unsere Katie ist schon ein heißer Feger – Alec, mit Blick zu Katie
- He, du bist verheiratet, Kollege – ich, ihn scharf ansehend
- Das braucht mich doch nicht daran hindern, mir Appetit zu holen. Solange ich zu Hause esse, ist das ganz legal – Alec, der auf jede Bemerkung die passende Antwort hat
- Sehe ich auch so – Joana, Alec zustimmend
- Sagt mal, habt ihr nichts zu tun? – ich, inzwischen leicht genervt von Alecs Sticheleien
- Doch, aber du auch – Alec, der nicht wirklich den Eindruck macht, als ob ihn seine Arbeit davon abhalten würde, mich zu piesacken
- Und Larry killt dich, wenn du bis Redaktionsschluß nicht fertig bist – Joana, genauso gelassen und breit grinsend
- Bis dahin sind es noch ganze 5 Tage hin. Der macht nur schon wieder viel zu viel Wind um nichts – ich, genervt mit den Augen rollend
- Das erzähl mal Larry. Dem platzt glatt die Halsschlagader – Alec, der jetzt doch tatsächlich die Füße auf den Tisch legt und Hände hinter dem Kopf verschränkt, während Joana laut auflacht über die Vorstellung, wie unserem Big Boss der Schlag trifft, wenn ich ihm sage, dass er übertreibt
Mir wird das hier alles zuviel. Ich muß hier raus, sonst platze ich.
- He, wo willst du hin? Warte auf uns. Frusteisessen macht in Gesellschaft viel mehr Spaß – Alec und Joana, die schon nach ihren Jacken greifen und hinter mir her rennen.
- Ich bin nicht gefrustet. Ich bin nur... – ich, abgewürgt von meinen heimtückischen Kollegen
- Eifersüchtig – Alec
- Mordlüsternd - Joana
- Weder noch. Mir steht nur der Sinn nach einem großen Eis – ich, ganz offensichtlich lügend und regelrecht aus dem Gebäude fliehend
Wir sind noch gar nicht ganz auf der Straße, da höre ich Alec Joana zuflüstern „Und er ist doch eifersüchtig"
- Ganz offensichtlich – Joana, von der ich auch ohne hin zu sehen weiß, dass sie breit grinst
Was habe ich bloß getan, um mit solchen Kollegen gestraft zu sein? Als ob es nicht reicht, dass dieser Jordan hier einen auf dicke Hose macht. Ich brauche jetzt ein Eis. Sonst koche ich über.
Florean Fortescues Eissalon – 13:15 Uhr
Katies POV:
Wie kommt es, dass ich in letzter Zeit nie bezahlen muß, wenn ich bei Fortescues bin? Erst Roger, letzte Woche Alec und heute Lee. Lee tut es wahrscheinlich aus lauter Dankbarkeit, dass ich sein kleines Schauspiel mitspiele und ihn vor Schwiegermutters Rache rette. Und es scheint zu klappen. Rogers Blicke vorhin, als ich mit Lee im Konferenzraum saß, sprachen Bände. Er war damals schon eifersüchtig und scheinbar ist er es immer noch. Und dass, obwohl wir schon seit Jahren nicht mehr zusammen sind. Aber wahrscheinlich können Männer alte Revierkämpfe nicht einfach so vergessen. Mir soll's egal sein. Ist nicht mein Problem
- He, sind das da drüben nicht deine Kollegen? - Lee, der sich bei dieser Frage leicht zu mir rüberbeugt und mit dem Kopf in die entsprechende Richtung zeigt
- Ja - ich, bestätigend, nachdem ich die drei ein paar Tische weiter entdeckt hatte
- Was meinst du, nehmen die uns ab, dass sich da was zwischen uns „anbahnt"? – Lee, mit einem Seitenblick auf meine Kollegen
- Sicher tun sie das. Hast du Rogers Blicke vorhin nicht bemerkt? – ich, absolut überzeugt, dass unser Schauspiel Erfolg hat
- Welche Blicke? – Lee, fragend
- Gerade beim Interview. Glaub mir, Lee. Wenn Blicke töten könnten, wärst du jetzt nicht hier – ich, antwortend
- Ehrlich? Geschieht ihm recht. Immerhin hat er dich mir damals direkt vor der Nase weggeschnappt – Lee, zufrieden mit sich selbst
- Ach was. Sei doch mal ehrlich, Jordan. Das war purer Egoismus damals. Du hast doch nur was von mir gewollt, damit Roger mich nicht kriegt. Und das nur, weil du nicht wolltest, dass der Star der Ravenclaws eine Gryffindor bekommt – ich , breit grinsend
Pfft! Star der Ravenclaws.Das ich nicht lache. Den steckst du beim Quidditch doch locker dreimal in die Tasche - Lee, widersprechend und empört über meine Unterstellungen
Darum geht es nicht. Ich weiß selber, dass ich Roger beim Quidditch überlegen bin. Ist ja auch kaum verwunderlich. Wer einmal ein Jahr mit Wood als Kapitän erlebt hat, steckt jeden in die Tasche. Soviel steht fest. Und ich habe ihn sogar 3 Jahre erlebt. Tatsache ist, dass du eifersüchtig warst...und es immer noch bist, so wie du dich gerade aufführst – ich, mir die letzten Worte dann doch nicht verkneifen könnend und Lee verschmitzt anlächelnd
- Ich kann ihn nun mal nicht besonders gut leiden. Ist das verboten? Wie läuft es eigentlich mit unserem Freund Wood. Schon ein Interview in Sicht? – Lee, vom Thema ablenkend
- Naja, es geht so. Er würde wohl, weil ich es bin, aber ihm stehen seine eigenen Prinzipien dabei etwas im Weg. Kann ich irgendwie verstehen, aber trotzdem laß ich da nicht locker. Und glaube ja nicht, ich merke nicht, dass du gerade vom Thema ablenkst – ich, Lee spöttisch anfunkelnd
Lee grinst daraufhin nur. Wahrscheinlich, weil es ihm völlig egal ist, dass ich sein Ablenkungsmanöver durchschaut habe. Ich sehe noch mal zu meinen Kollegen rüber und stelle fest, dass Joana uns gerade entdeckt hat. Sie schubst Alec an und nickt zu uns rüber. Und was macht der? Sieht uns und grinst wie Fred, nachdem er diesem Malfoy-Frettchen die Haare grün-lila gestreift gehext hat.
- Warum schmunzelst du so? – Lee, mit vollem Mund, da er sich gerade einen großen Löffel Schokoeis in seine Futterluke geschoben hat
- Wir sind gerade entdeckt worden – ich, Lee lächelnd in die Augen sehend
- So? Na dann wollen wir denen mal was bieten – Lee, zu allen Schandtaten bereit und mir seinen Eislöffel entgegenhaltend, auf dem sich ein großer Klecks Schokoeis-Sahne-Matsche befindet, auf dem wiederum eine Kirsche thronte.
Ich spiele das Spiel mit. Zum einen, weil Lee und ich einen Deal haben und zum anderen, weil ich für Schokoeis sogar mit Marcus Flint ausgehen würden. Uärgh, oder eher doch nicht. Dann schon eher mit Montague, obwohl der auch schon übel ist.
Hmmmmmmmm! Es gibt nichts besseres als Schokoeis.
HIMMEL! Das ich mich jetzt ausgerechnet an dieser dämlichen Kirsche verschlucke, weil schlucken und lachen nun mal nicht gleichzeitig geht, war so nicht geplant. Und das alles nur, weil Roger sich fast das Genick gebrochen hätte, als er sich zu uns umdrehte. Alec hat ihm wohl gesteckt, dass wir hier sind und Roger hat sich gerade in dem Moment umgedreht, als Lee mir den Löffel in den Mund geschoben hat und ich genüsslich die Schokomatsche genossen hatte. Bei seinem Gesichtsausdruck bleib einem gar nichts anderes übrig, als zu lachen.
HEILIGER FLUBBERWURM!
Diese blöde Kirsche steckt mir immer noch quer im verkehrten Halsloch. Das gibt es doch nicht. Aber Lee spielt den besorgten Verehrer ganz überzeugend, und klopft mir mitfühlend und helfend auf den Rücken. Dadurch fällt die Kirsche nun endlich in den Teil meines Innenlebens, in den sie gehört und Roger die Augen fast aus dem Kopf.
Armer Kerl. Irgendwie kann er einem ja schon leid tun. Er hat ja gar keinen Grund zur Eifersucht. Aber wenn ich ihm sage, dass das hier alles nur Fake ist, könnte er sich verplappern. Außerdem würden Alec und Joana bestimmt misstrauisch werden, wenn er plötzlich gar nicht mehr eifersüchtig ist. Sorry Roger, ich werde dich wohl noch ein Weilchen weiter quälen müssen. Aber ich mache das irgendwann wieder gut. Versprochen.
- Langsam an. Dir nimmt doch keiner was weg. Geht's wieder? – Lee, der nicht einmal aufhören kann Sprüche zu klopfen, wenn eine seiner besten Freunde vor seinen Augen praktisch erstickt. IDIOT!
- Ja, geht schon wieder. Danke – ich, hustend und röchelnd und mit Tränen in den Augen
- Wirklich? Du siehst nicht so aus? – Lee, scheinbar doch ernsthaft besorgt
- Ehrlich Lee. So schnell bringt mich nichts um – ich, ihn beruhigend, aber immer noch hustend
- Das beruhigt mich. Fred und George würden mir den Hals umdrehen, wenn ich unsere beste Streichkumpanin umbringe – Lee, zum Laden der Twins schielend
- Das tun die sowieso, wenn die hinter dein kleines Wandteppichgeheimnis kommen – ich, mir diesen Seitenhieb nicht verkneifen könnend
- He, du hast gesagt, dass du das nicht verwenden wirst – Lee, leicht panisch
- Für's Interview. Ich habe nie gesagt, dass ich es grundsätzlich für mich behalte – ich, weiterstichelnd
- Kat, bitte tu mir das nicht an. Ich bin tot, wenn das rauskommen – Lee, jetzt mit flehendem Gesichtsausdruck
- Aber sicher bist du das. Da brauchen wir uns gar nichts vormachen – ich, immer noch in die gleiche Kerbe hauend
- Katie, bitte. Versprich mir, dass das unter uns bleibt. Bitte – Lee, jetzt ernsthaft panisch
- Okay, aber nur weil du es bist, Lee. Jeden anderen würde ich in die Pfanne hauen – ich, großzügig wie ich bin
- Uff. Danke Kat – Lee, dem deutlich sichtbar ein ganzer Steinbruch vom Herzen fällt. Jetzt aber mal ehrlich, Mr. Jordan, glaubst du ernsthaft, ich hätte jemals was gesagt?
- Nichts zu danken. Wofür sind Freunde schließlich da – ich, großspurig und mich wieder meinem Eis widmend
Alec, Joana und Roger sind unterdessen aufgestanden und wollten wohl wieder in die Redaktion. Als die drei an uns vorbei kamen, schoss Roger Lee einen mörderischen Blick zu, den Lee triumphierend erwiderte. Ich sag's ja. Männer und Revierkämpfe. Das soll mal einer verstehen. Da komme ich mit der Reaktion von Alec und Joana schon besser klar. Die beiden grinsen mich an. Alec zeigt mir zwei hoch erhobene Daumen, während Joana mir einen kleinen Zettel in die Hand drückt und schon sind die drei weg. Ich falte den Zettel auseinander und muß lachen, als ich sehe, was da drauf steht.
Gratuliere. Er ist echt heiß. Halt dich ran oder sag mir Bescheid, wenn es nichts wird. Ich wäre nicht abgeneigt.
Lee sieht mich fragend an und ich schiebe ihm den Zettel rüber.
- Hätte nichts dagegen. Deine Kollegin ist nicht zu verachten – Lee, schon wieder eine Eroberung witternd.
Nichts da, mein Lieber. Jetzt „gehörst" du erst mal mir, sonst sehe ich mich gezwungen, mal ein Pläuschchen mit den Twins zu halten. Dies sage ich ihm auch. Er wird daraufhin wieder blass und widmet sich schweigend seinem Eisbecher. Tja, selber Schuld. Du hättest mir halt nicht sagen sollen, wer dein Wandteppichdate war. Jetzt habe ich dich in der Hand, Lee Jordan und das werde ich, so lange ich kann, genießen. Hehehe! Himmel, ich glaube, man merkt, das die Weasleys zu meinen besten Freunden gehören.
Großraumbüro - 17 Uhr
Katies POV:
Roger ist knatschig. Er hat den ganzen Nachmittag kein Wort mit mir gesprochen und das, obwohl unsere Schreibtische keine 2 Meter auseinander stehen. Als ich heute Mittag wieder in die Redaktion kam, hat er mich grimmig zur Rede gestellt, warum ich mich von so einem Blender wie Lee um den Finger wickeln lasse. Ich habe ihm daraufhin erklärt, dass er weder mein Vater, Bruder oder Freund wäre und demzufolge kein Recht habe, mir vor zu schreiben, mit wem ich mich einlassen darf und mit wem nicht. Ihm ist daraufhin die Kinnlade runtergeklappt und man konnte ihm deutlich ansehen, dass er letzteres in meiner Aufzählung zu gerne wäre. Seitdem redet er jedenfalls nicht mehr mit mir.
Irgendwie ist das jetzt verkehrte Welt. Ich spiele mit Lee dass verliebte Pärchen, während mir gleichzeitig Bilder von Roger und mir durch den Kopf geistern. Ich glaube, so ganz bin ich auch nach so vielen Jahren nicht über unsere Trennung hinweg. Er ist doch mehr, als „nur" ein Kollege. Aber ich kann Lee doch jetzt nicht hängen lassen. Deal ist Deal. Richtig? RICHTIG! Also, jetzt wird erst mal ein oder zwei Monate mit Lee „geturtelt" und dann sehen wir mal, was an der Rogerfront läuft. Ich hoffe nur, er denkt dann nicht, dass ich ihn als Lückenbüßer will.
MERLIN NOCH MAL! Katie Bell, reiß dich gefälligst zusammen. Zum einen kannst du jeden haben, den du willst, weil du nämlich verflucht attraktiv bist, wie deine Freundinnen dir immer wieder sagen und zum anderen hast du eine Menge Interviewnotizen, die du durchackern und in Form bringen musst, weil Larry dich umbringt, wenn du es nicht tust.
Hnngh! Irgendwie ist so ein Bürotag nichts für mich. Ich muß an die frische Luft und mich bewegen, sonst roste ich ein und komme auf dumme Gedanken. Mal sehen, vielleicht kann ich Oliver heute Abend ja dazu überreden ein paar Wurfübungen zu machen. Ich habe schon viel zu lange nicht mehr auf einem Besen gesessen, geschweige denn Quidditch gespielt. Oliver bringt mich glatt um, wenn er das wüsste. Aber was der Käpt'n nicht weiß, macht den Käpt'n nicht heiß.
Quidditchstadion Puddlemere United - 20 Uhr
Olivers POV:
Wenn Katie wüsste, was für Gedanken ich gerade habe, würde sie mir den Hals umdrehen oder zumindest mit ihrem Besen eins über den Schädel ziehen. Aber hey, kann ich denn was dafür, wenn die Kleine so verflucht heiß aussieht, wenn sie nur mit einem Shirt und Trainingshose auf dem Besen sitzt, statt in vorschriftsmäßiger Quidditchrobe? Da soll sie sich nicht wundern, wenn meine Gedanken gerade überhaupt nicht beim Quidditch sind, sondern bei ihr. Warum ist mir in den letzten vier Wochen nicht aufgefallen, dass Katie nicht mehr das kleine Mädchen aus Hogwarts ist? Sie hat Kurven an genau den richtigen Stellen und Augen, die einen dazu bringen können, nackt in Snapes Kerker zu tanzen. Geradezu hypnotisierend. Sie...umpfff...was war...?
- Oliver! Ist alles okay? – Katie, erschrocken und mit weit aufgerissenen Augen
- Ja, geht schon. War nur gerade etwas abgelenkt – ich, mir den Bauch haltend, da vom Quaffle frontal erwischt
- Sorry, tut mir leid. Ich habe wirklich nicht mitbekommen, dass du mit deinen Gedanken woanders warst – Katie, jetzt dicht vor mir schwebend und mich zerknirscht ansehend
- Mach dir keinen Kopf, Kleine. Du hast nur deine Chance genutzt. Hätte jeder gemacht – ich, sie leicht schief angrinsend
- Hab halt bei dem besten gelernt, Großer – Katie, jetzt ebenfalls grinsend
Sie scheint es mir nicht zu verübeln, dass ich auf die Neckereien unserer Schulzeit zurückgegriffen habe. Damals habe ich sie immer Kleine genannt, obwohl sie es eigentlich nicht war. Sie ist genauso groß wie Angelina und etwa 10 Zentimeter größer als Alicia, die immer etwas zu klein für ihr Alter war. Das hat allerdings nichts an deren Temperament geändert. Alicia ist ein Energiebündel. Katie war aber trotzdem immer unsere Kleine, da sie ein Jahr unter den anderen und ganze drei unter mir war. Zwar hat sie das immer gewurmt, aber da sie es nun mal nicht ändern konnte, hat sie halt das beste daraus gemacht. Ich habe sie immer gerne damit aufgezogen, weil sie immer einen so herrlichen Schmollmund ziehen konnte und irgendwann ist sie dazu übergegangen mich Großer zu nennen.
Katie nimmt wieder Kurs auf mich und versucht mich aus zu spielen. Diesmal nicht, Kleine. Diesmal halte ich. Ich weiß nicht, was sie geritten hat, aber irgendwie hat sie heute Hummeln im Hintern. So aufgekratzt habe ich sie selten erlebt. Eines der wenigen Male, wo sie so drauf war, war nach dem Pokalsieg in meinem letzten Jahr. Sie ist mir vor lauter Begeisterung um den Hals gefallen und hat mir einen Kuß auf die Lippen gedrückt. Ich muß damals nicht unbedingt den intelligentesten Eindruck gemacht haben, denn sie hat mich nur angegrinst und hat gemeint, dass ich den Mund so langsam wieder zumachen könnte.
Jetzt ist sie gleich da. Sie geht nach links, rechts, nein doch links, schießt und...Arrrgh! Mist doch rechts. Ausgespielt, und das auf allerhöchstem Niveau.
- Pah. Glückstreffer. Das schaffst du nicht noch mal – ich, nach dem Quaffle tauchend
- Ach was, ich hab dich ganz sauber ausgespielt. Gib's ruhig zu – Katie, elegant aus einem Looping zum schweben kommend
- Oliver Wood, der Star der Liga lässt sich nicht von einer kleinen Reporterin ausspielen – ich, hochnäsig a la Percy
- Ach, so läuft das hier. Na wenn das so ist. Was hältst du von einem kleinen Duell? – Katie, mit beunruhigendem Glitzern in den Augen
- Und der Gewinner kriegt was? – ich, ahnend, was sie gleich sagen wird
- Was du kriegst, weiß ich nicht. Aber ich kriege ein Interview – Katie, mich herausfordernd ansehend
Bingo! Ich habe es geahnt. Aber das wird dir nicht mitlaufen, liebe Katie. Ich werde dich nämlich nicht gewinnen lassen
- OK, einverstanden. Aber wenn ich gewinne - und das werde ich – dann gehst du mit mir zum Ministeriumsball an Halloween - ich, ihr ebenso fest in die Augen sehend, wie sie mir und wissend, dass sie solche öffentlichen Auftritte genauso hasst wie ich
- Hmpf, na gut – Katie, die Augen verdrehend
- He, was ist denn hier los? – Angelina, unter uns stehen und verwundert zu uns raufsehend
- Siehst du doch. Ich mache gerade euren Keeper ein wenig fertig – Katie, breit grinsend und zu Angelina runtersehend
- Na, wenn das so ist. Das sollten wir uns nicht entgehen lassen. Schusstraining können wir auch ein anderes mal machen. Setzt euch Jungs. Jetzt gibt's ne Lehrstunde – Angelina, Katie angrinsend und sich dann auf den Rasen setzend
Erst jetzt sehe ich, dass auch alle unsere Jäger anwesend sind. Sowohl Stammteam als auch Reserve. Na das kann ja heiter werden. Wenn ich jetzt verliere, bin ich das Gespött der Mannschaft.
- Na? Was ist los? Angst, dich vor deinen Kollegen zu blamieren? – Katie, scheinbar genau wissend, was in meinem Hirn gerade vor sich geht
- Das hättest du wohl gerne, was? Vergiß es, jetzt zeig ich dir mal, wie die Profis spielen – ich, ihr den Quaffle zuwerfend
- Gut! Gespielt werden 10 Schuß. Wer den meisten Erfolg hat, gewinnt. Bei einem unentschieden zählt das Ergebnis der ersten Schusses – Katie, jetzt ganz auf das Bevorstehende fixiert
Ich nicke ihr nur zu und konzentriere mich auf ihre Bewegungen. Das wäre ja gelacht, wenn die mich besiegen würde. Immerhin habe ich ihr all ihre Tricks und Kniffe beigebracht. Ich kenne ihren Flugstil und ihre Wurftechnik in und auswendig. Da sollte es doch nicht so schwer sein, 10 Schüsse zu halten.
OK, sie fliegt los. Sie versucht mich aus zu tricksen. Nichts da, den Schuss halte ich. Sie schießt...JA! Ich sag's doch. Gehalten! Bei einem Unentschieden, bin schon mal ich der Sieger, aber so weit lasse ich es gar nicht erst kommen.
Nächster Anlauf. Konzentrier dich Wood. Die kennt dich genauso gut, wie du sie. Katie wird es dir nicht leicht machen. Der geht nach links...MIST!...doch nach rechts. Ausgleich. Und Katie legt einen perfekten Doppellooping hin. Fliegen kann die Kleine, das muß man ihr lassen.
He, was ist das? Warum jubeln die da unten? Ihr habt gefälligst auf meiner Seite zu sein, ihr Verräter! Immerhin bin ich euer Käpt'n. Na wartet. Das gibt Rache. Morgen, wenn Jim nicht da ist, laß ich euch Bodentraining machen. Darüber hat mein Hogwartsteam schon immer gestöhnt. Sprints, Sit-Ups, Liegestütze, usw. Das volle Programm. Hehehehehe!
Katie fliegt schon wieder an. Ich schiebe meine verräterischen Kollegen aus meinen Gedanken und versuche heraus zu bekommen, was Katie vorhat
- Sagt mal, ist das nicht die Reporterin von Quidditch Monthly, mit der unser Käpt'n da gerade spielt? – Scott, mich natürlich genau zum falschen Zeitpunkt ablenkend, so dass Katie leichtes Spiel mit mir hat. Treffer! Versenkt! 2:1 für Katie! Verfluchter Mist! Danke Scottie!
- Ja, ist sie, und sie scheint verflucht gut zu sein – Luke, dessen grinsen ich förmlich vor mir sehe
OK, wollen wir doch mal sehen, wer hier am Ende der Sieger ist. Katie wird es jedenfalls nicht sein und euch da unten wird das Lachen schon noch vergehen. Jetzt werdet ihr euren Käp'n mal in Aktion erleben...und morgen gibt's Bodentraining!
Umkleideräume Quidditchstadion Puddlemere United – 22 Uhr
Katies POV:
Boah, ich bin fix und alle. Nach meinem zweiten Treffer ist Oliver so richtig in fahrt gekommen und hat alles gehalten, was ich ihm um die Ohren gehauen habe. Dabei habe ich wirklich gut geschossen. Einmal hat ihn nur seine eigene Dusseligkeit vor einem weiteren Gegentreffer bewahrt. Wenn er nicht vor Schreck vom Besen gefallen wäre, als dieser eine Reservejäger unter uns lautstark genießt hat, würde es jetzt immerhin 3:7 für mich stehen und nicht 2:8. Nun ja, da kann man halt nichts dran ändern und eigentlich hat er verdient gewonnen. Er war immer schon um Welten besser als ich und wenn er als Profispieler gegen mich verloren hätte, wäre das eine ganz schöne Blamage für ihn gewesen.
Trotzdem, dass ich jetzt auf diesen blöden Ministeriumsball muß, passt mir gar nicht. Da hängen doch nur Paragraphenreiter und Memofliegerbastler rum und wenn ich Pech habe, auch Percy und Barbie...obwohl, das könnte ganz interessant werden. Ob Barbie wohl tanzen kann? Die Vorstellung wie Barbie mit schmachtendem Lächeln bei Percy in den Armen liegt und die Beiden zusammen über das Tanzparkett strumpeln, reicht, um mir die gute Laune wieder herstellen zu lassen.
HUCH! Was ist das? Ein KNUT?
- Was soll das denn? – ich, mich nach dem Knut bückend und ihn dann Angelina so dicht vor die Augen haltend, dass sie Mühe hat, nicht zu schielen
- Katie, nimm das Ding aus meinem Gesicht. Was soll das? – Angelina, fauchend und mit den Armen wedelnd
- Dann sag mir, warum du mir in der Dusche einen Knut vor die Füße wirfst. Hat dich irgendetwas in Freds und Georges Testlabor am Kopf getroffen, oder was? – ich, keinen Millimeter weichend
- Als ob ich jemals einen Fuß in dieses Höllenloch setzen würde. Ich bin doch nicht lebensmüde. Der Knut ist für die Gedanken, die du gerade hattest. Warum hast du so zuckerig vor dich hingegrinst? – Angelina, meine Hand endgültig vor ihrem Gesicht wegschiebend, einen Schritt auf mich zumachen und mir geradewegs in die Augen starrend.
- Und was geht dich das an? - Ich, mich fragend, warum sie so an meinen Gedanken interessiert ist
- Weil ich mich frage, ob da gerade ein gewisser ehemaliger Quidditchkapitän von dir durch deine Gedanken geistert – Angelina, jetzt anzüglich grinsend.
Was geht den jetzt ab? Hab ich was verpasst?
- Was? Wieso solltest du denn durch meine Gedanken geistern, Ang? – ich, allerdings genau ahnend, von wem sie spricht
- Ich meine nicht mich – Angelina, immer noch starrend und dann die Augen verdrehend
- Harry? Sorry Ang, aber ich stehe nicht auf kleine Jungs, auch wenn sie Helden sind – ich, Angelina reizend
- Herrgott, ich rede von Oliver, du Depp – Angelina, mir jetzt mit der flachen Hand vor die Stirn hauend
- Oliver? Wieso sollte der den durch mein Hirn geistern? – ich, nicht wissend, wie Angelina auf so einen Gedanken kommt
- Was weiß ich denn? Du erzählst es mir ja nicht – Angelina, jetzt brummend und sich auf die Bank setzend
- Wieso auch? Es gibt ja gar nichts zu erzählen – ich, mir die verschwitzten Sachen vom Körper reißend und unter die Dusche verschwindend
- Du geisterst auf jeden Fall durch seine Gedanken – Angelina halblaut, da die Dusche einen Höllenlärm macht
- Was? – ich, verdutzt die Dusche wieder abdrehend und den Kopf um die Ecke steckend
- Hast du das nicht bemerkt? Er hat dich die ganze Zeit nicht aus den Augen gelassen – Angelina, schmunzelnd
- Ang, wenn er mich aus den Augen gelassen hätte, wäre er ein ganz schön armseliger Keeper. Das war sein Job – ich, stöhnend über so viel Blödheit meiner eigentlich ganz intelligenten Freundin
- Das weiß ich auch. Aber er hat dich auch angesehen, wenn du den Quaffle wiedergeholt hast und auch gerade, als wir vom Platz gegangen sind – Angelina, mir klarmachend, dass sie doch nicht so blöd ist, wie von mir befürchtet. Ein beruhigender Gedanke
- Und was willst du damit sagen? – ich, nicht wissend, worauf sie hinaus wollte
- Das ich glaube, unseren lieben Käpt'n hat's erwischt. Man konnte fast die Herzen in seinen Augen sehen. Das ist sogar Scott und Luke aufgefallen – Angelina, die Sache auf den Punkt bringend
Mir bleibt erst mal die Spucke weg, bei dieser Aussage. Einen Moment lang sehe ich Angelina an, als wäre sie Quirrel, der uns stotternd und schlotternd erzählt, dass der Teekessel von seiner Großmutter jeden verflucht, der nicht auf der Stelle die Griechische Nationalhymne rückwärts pfeift. Dann aber schüttel ich den Kopf und verschwinde unter die Dusche. Ich muß jetzt erst mal den Schweiß und den Dreck von 2 ½ Stunden Quidditch loswerden und dann kann ich mir Gedanken über Oliver machen
WG Katies Schlafzimmer - 23 Uhr
Katies POV:
Feierabend. Ich liege in meinem Bett und lasse den Tag Revue passieren. Das Interview mit Lee ist gut verlaufen, unser Schauspiel hat seinen Anfang genommen, Roger ist eifersüchtig und redet nicht mit mir und beim Quidditch war ich Oliver in der Gesamtbilanz des Abends hoffnungslos unterlegen.
Angelina habe ich nach dem Duschen dann doch noch erzählt, was mich vorher so amüsiert hat. Bei dem Gedanken an Barbie und Percy als Paar hat sie gelacht, als hätte ich sie mit einem Kitzelfluch belegt. Sie hat Barbie einmal gesehen, als wir in der Winkelgasse einkaufen waren und Barbie sie über den Haufen gerannt hat. Seitdem hat Angelina sie gefressen. Kann ich ihr nicht verübeln. Allerdings hat sie mir noch mal gesagt, dass sie mit ihrer Aussage bezüglich Oliver nicht scherzen würde. Er hat mir wohl wirklich wie ein paralysiertes Karnickel hinterher gesehen
Na klasse. Ich bin kaum einen Monat in London und ich bringe drei Männer komplett von der Schiene. Zu allem Überfluss bringt das mein Liebesleben zusätzlich völlig durcheinander, weil ich mit Lee vorspiele, was ich, wenn ich ehrlich bin, mit Roger gerne hätte und jetzt funkt auch noch Oliver dazwischen. Wie soll ich denn da noch einen Überblick behalten? Kann mir das mal einer sagen? Drei sind ganz klar zwei zu viel.
Scheinbar nicht, denn außer mir ist gerade keiner hier in der WG, den ich fragen könnte. Oliver ist parteiisch, da involviert und Lindsey hat Nachtschicht. Ich glaube, ich sollte jetzt schlafen. Morgen wird ein anstrengender Tag. Larry dreht bestimmt wieder ab und ich brauche all meine Kraft, um ihn nicht „versehentlich" in einen Frosch zu verwandeln.
Nanu? Was ist denn jetzt noch? Wer klopft da am Fenster?
Eine Eule? Um diese Zeit? Wer will den so spät noch was von mir? Vorsichtig binde ich den Brief vom Bein der Eule los und erkenne Lees Schrift. Was will der denn noch?
Kates
Sorry, wenn ich dich damit noch mal nerve, aber ich muß nicht einfach noch mal darum bitten, es niemandem zu sagen. Die Jungs machen Kröter-Futter aus mir, wenn die das erfahren.
Bitte verrate mich nicht
Lee
Mensch Lee, hast du denn immer noch nicht kapiert, dass ich dichthalte? Ich wollte das doch nur für mein eigenes Seelenheil wissen. Von mir aus kannst du knutschen mit wem und soviel du willst. Ich drehe das Blatt Pergament um und suche meine Feder samt Tintenfass aus den Untiefen meines Schreibtisches hervor. Warum nur, habe ich hier nicht so eine Ordnung wie im Büro? Stöhn! Privat bin ich einfach ein hoffnungsloser Fall
Lee du Quälgeist
Ich werde nichts sagen, das habe ich dir doch schon versprochen, auch wenn ich die Vorstellung ganz amüsant finde, wie du den Jungs das erklären willst. Du musst mir versprechen, dass ich dabei sein darf, wenn du es ihnen doch irgendwann sagst. Das will ich um nichts in der Welt verpassen.
Und jetzt laß mich schlafen, sonst habe ich morgen Ringe unter den Augen und schreibe aus Übernächtigung doch noch den Namen von deinem Wandteppichdate in das Interview
Katie
Ich binde der Eule den Brief wieder ans Bein und schicke sie zu Lee zurück. Als ich wieder im Bett liege steigt in meinem Kopf ein Bild auf. Eines von Lee, einem Wandteppich und ihr. Grinsend kuschel ich mich unter meine Decke und drehe mich auf die Seite.
A/N: So, da das mein bisher längstes Kapitel war und ich mich hiermit meiner Meinung nach selber übertroffen habe, denke ich, dass 5 zusätzliche Reviews zu denen von den oben erwähnten doch wohl nicht zuviel verlangt sind, oder?
Eigentlich wollte ich ja nicht um Reviews betteln, aber es ist doch schon frustrierend, wenn man merkt, dass die Story zwar gelesen wird, aber man kaum Feedback bekommt. Also ihr Schwarzleser, lockert eure Finger und haut in die Tasten. So schwer ist das nicht. Einfach den lila Button unten links drücken und loslegen
Bilanz nach dem 6. Kapitel: 31073 Wörter, 6 Kapitel, 17 Reviews, 441 Hits, 3 Favs und 4 Alerts. Ihr seht also, ich sehe euch ;-)
