A/N: Das ist es also nun – das letzte Kapitel dieser Geschichte. Und ich muss sagen, es hat Spaß gemacht, sich der Herausforderung zu stellen, die abranka mir gegeben hat. Und es hat mir viel Spaß gemacht, zu sehen, wie die Statistik der Leserzahlen schön gestiegen ist.
Kommen wir zur letzten Review, die auf diese Weise beantwortet wird (alle weitern werden direkt beantwortet):
LMA23: Was das noch wird? Nun, in diesem Kapitel wirst du es unweigerlich erfahren. Und solltest du wirklich gefallen an Slash gefunden haben und du würdest gerne noch mehr gute Geschichten lesen, dann lass mich einfach wissen, welches Pairing dir vorschwebt und welches Rating, ich bin mir sicher, dass ich in meiner Sammlung welche habe (oder jemanden kenne, der entsprechende Geschichten kennt).
Disclaimer: Die hier verwendeten Charaktere und Schauplätze gehören weder mir noch meiner sprunghaften Muse, die immer nicht das schreiben will, was sie gerade schreiben soll, sondern sind das geistige Eigentum von JKR. Sie sind nur ausgeliehen und ich verdiene mit dieser Geschichte auch kein Geld. Das einzige, was hierbei mir gehört, sind allenfalls ein paar Detail-Ideen, die ich mir eventuell mit meiner Muse teilen müsste.
Familientreffen
Teil VII – Das Familientreffen
Seit Tagen nun schon flatterte Molly Weasley wie ein aufgescheuchtes Huhn durch den Fuchsbau. Das würde das schönste Familienfest seit Jahren werden. Drei Kinder verheiratet, ein weiteres in einer dauerhaften Beziehung, die einer Ehe gleichkam, eine Verlobung, vier Enkelkinder und sogar Fred und George schienen sich endlich aufgerafft zu haben, endlich sesshaft zu werden. Schließlich hatten sie angekündigt in Begleitung zu erscheinen, und zwar nicht nur in Begleitung von einander. Nicht, dass Molly dieser Ankündigung sofort Glauben geschenkt hätte, aber als Ginny dann bestätigte, dass Fred sich ernsthaft mit jemandem traf, sie es ihrem Bruder aber überlassen wollte, seine Freundin beim Familientreffen vorzustellen, war Molly überzeugt gewesen.
Jetzt summte sie vor sich hin, während sie ein weiters Blech Aprikosen-Streuselkuchen aus dem Backofen nahm und ein Blech mit Schokoladen-Honig-Haferkeksen hineinschob.
„Mmmm... Das riecht köstlich, Liebling." Wie ein Niffler, der Gold gerochen hatte, kam Arthur Weasley schnuppernd in die Küche.
„Alter Naschkater. Das sagst du doch bloß, weil du hoffst, dass du jetzt schon etwas von dem Rand haben kannst und ich ihn großzügiger abschneide als sonst", lachte seine Frau, reichte ihm aber dennoch einen Teller mit Kuchenrändern. „Ist der Garten fertig entgnomt?", fragte sie.
Mit einem Gesichtsausdruck, den Molly nur zu gut von ihren Söhnen, allen voran Fred und George kannte, versuchte sich Arthur vor der Antwort zu drücken.
„Arthur Weasley! In weniger als vier Stunden findet hier das alljährliche Familientreffen statt, und weil dieses Jahr nicht nur Percy Gabrielle mitbringen wird, sondern auch Fred und George endlich jemanden mitbringen wollen, ist es doch wohl bitte nicht zu viel verlangt, wenn ich möchte, dass der Garten einigermaßen annehmbar aussieht, oder?" Beide Hände in die Hüften gestemmt, starrte Molly ihren Gatten an.
„Aber Molly, Liebling, du weißt doch wie verrückt die Kleinen immer nach den Gnomen sind. Wenn ich den Garten vollkommen entgnome, werden sie furchtbar enttäuscht sein. Abgesehen davon, dass unsere eigenen Kinder unseren Garten ohne die Gnome gar nicht als unseren Garten erkennen", versuchte Arthur zu argumentieren und zog Molly in seine Arme.
„Oooch... stören wir die Kuschelstunde?", fragte da eine lachende Stimme von der Tür her.
Beide Eltern wirbelten herum. „Charlie!" Freudestrahlend eilte Molly zur Tür und umarmte ihren zweitältesten Sohn. „Wie schön, dich zu sehen. Wo ist Draco? Ihr seid früh... Die anderen kommen erst in knapp vier Stunden. Und hast du schon gehört, Fred und George bringen dieses Jahr auch jemanden mit. Oh, und natürlich bringt Percy Gabrielle mit. Kaum zu glauben, dass die beiden verlobt sind. Ich freu mich ja so für Percy. Auch wenn ich es schön gefunden hätte, wenn wir die Verlobung hier hätten feiern können", überschüttete Molly Charlie mit Fragen und Fakten, die größtenteils schon in vorangegangenen Briefen erzählt worden waren, während sie sein Gesicht nach Anzeichen neuerlicher Drachenverletzungen absuchte. Doch Charlie sah gesund und munter aus.
Lachend machte er sich von seiner Mutter los. „Da bald die ungarischen Hornschwänze schlüpfen und wir ein paar mehr als eifrige Neulinge haben, die uns nur zu gern ein wenig eher abgelöst haben, konnten wir schon früher los. Und Draco ist draußen im Garten. Er... ähm... bewundert die Gartengnome."
Tatsache war, dass sich Draco auch nach all den Jahren, die er jetzt schon mit Charlie zusammen war, noch immer nicht an die überschwänglichen Begrüßungen, die in der Familie Weasley üblich waren, gewöhnt hatte. Weshalb er es im Normalfall vorzog, etwas abseits zu warten, bis der erste Freudentaumel vorüber war. Ein Malfoy und ein Slytherin zu sein vertrugen sich nun mal nicht wirklich mit unzähligen herzlichen Umarmungen.
„Arthur!" Empört drehte sich Molly zu ihrem Ehemann um. „Da siehst du, was du angerichtet hast. Hättest du den Garten entgnomt, wie ich dich gebeten hatte, dann hätte Draco jetzt keinen Grund draußen zu stehen und die kleinen Biester zu bewundern."
„Aber Liebling, du weißt doch, dass Draco dann einfach etwas anderes gefunden hätte, das er bewundern könnte... Letztes Jahr waren es meine Batterien..."
„Die ich dich gebeten hatte, in deinen Schuppen zu räumen, anstatt sie als müllartige Dekoration im Garten zu lassen." So leicht ließ sich Molly von ihrem Mann nicht besänftigen.
Charlie lachte. Seine Eltern würden sich wohl nie ändern. „Mum... Draco würde immer etwas finden, das er in unserem Garten ‚bewundern' würde, nur damit du dich erst mal umarmungstechnisch an mir abreagieren kannst."
Molly schnaubte ungehalten. „Als ob eine Umarmung etwas schlimmes wäre..." Insgeheim aber wusste sie sehr wohl, dass Draco einfach in einem anderen, kühleren Umfeld aufgewachsen war, mit Eltern, die ihn zwar über alles liebten, aber es nicht offen zeigten.
Ein mittlerer Aufruhr von draußen deutete darauf hin, dass Charlie und Draco offenbar nicht die einzigen waren, die zu früh erschienen waren und dass dieses Mal Draco die freudige Erst-Umarmungsattacke abgekommen hatte.
„Klingt als wären Ginny und Harry angekommen", meinte Charlie grinsend, wusste er doch genau, dass einzig seine Schwester Dracos abweisende Haltung in Bezug auf Umarmungen derart ignorierte.
oOo
Nach und nach trafen auch die anderen Familienmitglieder ein und wenige Stunden später saßen alle laut durcheinander schwatzend an dem großen Tisch, der im Garten aufgestellt worden war. Kuchenplatten wurden umhergereicht – natürlich nicht, ohne dass Molly die Zwillinge nicht mit einem Blick ermahnt hätte, keines ihrer Produkte unter die Kuchenstücke zu schmuggeln. Bill ließ, sehr zur Freude der Kinder, den Kakao in einer lustigen Fontäne aus der Kanne in die jeweils hochgehaltenen Tassen springen. Und Arthur demonstrierte voller Begeisterung seine neuste Kaffeetafel taugliche Errungenschaft: einen batteriebetriebenen, von ihm eigenhändig verbesserten Milchschäumer, der dafür sorgte, dass überall auf dem Tisch lustige Milchschaumberge zu sehen waren. Nur nicht in den Kaffeetassen…
Gabrielle und Fleur tauschten in munterem Französisch Verlobungsgeschichten aus, während Hermione dem werdenden Großvater Ultraschallbilder ihres noch ungeborenen Kindes zeigte. Derweil versuchte Luna Bill für einen Artikel über ägyptische Skarabäen und ihre Fluchresistenz für den Klitterer zu gewinnen und Ginny ließ einen pompösen, aber von echter Zuneigung durchsetzten Bericht von Percy über sein Werben um Gabrielle über sich ergehen. Allerdings wanderte ihr Blick immer wieder über den Tisch zu den zwei neusten Pärchen, und man konnte ihr deutlich ansehen, dass sie nur auf eine passende Gelegenheit wartete, jeden einzelnen der vier nach allen Regeln der Kunst auszuhorchen. Die Zwillinge tuschelten und heckten irgendwelche Pläne aus und Charlie, Harry, Ron und Draco überlegten, ob sie später noch ein spontanes Quidditch-Spiel aus dem Boden stampfen konnten. Und Blaise… Blaise war vollauf damit beschäftigt, Molly davon abzuhalten ihn wahlweise mit Keksen oder, seiner Meinung nach, zu privaten Fragen zu attackieren.
Ein früher, hilfesuchender Blick in Richtung Draco hatte ihm nämlich klar gemacht, dass er von seinem Slytherinkameraden zwar mitfühlende Anteilnahme aber keine aktive Hilfe erwarten durfte. Vielmehr drückte Dracos Schulterzucken soviel aus wie: ‚Da musst du durch, wenn dir was an George liegt!' Und das begleitende Lächeln schien zu besagen: ‚Aber wie du siehst, habe ich es auch überlebt, und du musst ja nicht jeden Sonntag zum Mittagessen hier erscheinen…'
Weshalb Blaise also Molly soeben mit seinem besten, unverbindlichen Slytherinlächeln, aber dennoch entschieden erklärte, dass er und George gewiss keine Kataloge mit selbstreinigenden Bettwäschemustern bräuchten und auch von Zusammenziehen noch keine Rede sei.
Familientreffen-Atmosphäre eben.
oOo
Etwas später am Nachmittag, als die erste Raubtierfütterung vorüber war, war Fred gerade in der Küche, um einen neuen Krug eisgekühlten Kürbissaft zu holen, als Luna durch die Tür trat. Sie war im oberen Badezimmer gewesen, um die letzten Reste des Schokoladenkuchens aus ihrer Bluse zu entfernen, den ein im Umgang mit Kuchengabeln noch nicht so geübter Jean großzügig auf die neben ihm Sitzenden verteilt hatte. Nun wurde sie Zeugin, wie Fred heimlich Quasseltropfen – Marke ‚Koreanisch' in den Kürbissaft tat. Amüsiert räusperte sie sich.
Augenblicklich flog Fred herum, das Wort „Erwischt!" deutlich ins Gesicht geschrieben. Doch als er Luna erkannte, entspannte er sich und der schuldbewusste Blick wich einem mutwilligen Funkeln. Kürbissaft und die Quasseltropfen waren vergessen, als sich eine neue Idee in seinem Kopf formte. Einer Raubkatze gleich trat er auf Luna zu und drängte sie gegen die Wand neben der Tür.
„Schließ die Augen", wisperte er an ihr Ohr.
Ein neugieriger Funke glomm in ihrem Blick auf.
„Schließ die Augen und hör mir zu", wiederholte er.
Luna tat wie geheißen. Freds warmer Atem glitt über ihre Wange, streifte ihre geschlossenen Lider und verharrte schließlich dicht neben ihrem Ohr. Dann begann er mit seiner weichen, tiefen Stimme Bilder in ihren Kopf zu projizieren:
„Stell dir vor, wir wären in den Bergen... Meilenweit weg von jeder Behausung. Schroffe Felsen ragen in die Höhe, dichte, dunkle Wälder bedecken die Abhänge. Eine Wiese, knapp oberhalb der Baumgrenze, mit freiem Blick über das Tal und in den Himmel. Vereinzelt kreisen Greifvögel hoch über der einsamen Hütte, dem Ziel unseres Ausflugs.
Wir haben den Berg zu Fuß erklommen, denn du wolltest die Schnarchzapfenkäfer nicht durch Magie verschrecken. Du hattest Recht, denn die Stille im Wald war wirklich schön… friedlich…
Doch nun, da wir angekommen sind, kümmern mich die Stille oder diese Wesen nicht länger, mir steht der Sinn nach etwas anderem. Noch ehe du die Tür zu der Hütte hast aufschließen können, dränge ich dich gegen die Hauswand... etwa so..." Eng an Luna gepresst, ließ er sie die ganze Länge seines hochgewachsenen Körpers spüren.
„Vom Wald her tönt Vogelgezwitscher, doch ich höre es nicht, einzig dein leicht beschleunigter Atem dringt an mein Ohr, als ich von deinen Lippen eine Entschädigung für die Wanderung einfordere.
Jegliche Gegenwehr erstirbt und leise stöhnend ergibst du dich dem Kuss, heißt meine Zunge, die sich so begehrlich zwischen deine Lippen drängt, willkommen, erwiderst ihr Spiel.
Mein Mund hinterlässt eine Schneise leise brennender Küsse, während ich in Leidenschaft deine Wangen, deine geschlossenen Augen und schließlich jene Stelle hinter dem Ohr berühre, ehe sich meine Lippen ihren Weg deinen Hals hinab bahnen. Am Kragen verharre ich, denn der Stoff deiner Waldrobe hindert mich daran, meine Reise fortzusetzen, zwingt mich, meine Aufmerksamkeit erst den blätterförmigen Knöpfen zuzuwenden. Ohne auf etwaige Einwände zu achten – nicht, dass du etwas derartiges äußern würdest – öffne ich die obersten Knöpfe, gerade genug, um dir die Robe über die Schultern zu streichen, ohne dass sie zu Boden gleitet. Ich lächle, als ich erkenne, dass du unter der Robe eine Bluse trägst. Noch mehr Knöpfe. Und doch um so viel praktischer als ein Shirt oder Pullover.
Die kühle Bergluft, die nun unvermutet deine bloße Haut trifft, lässt dich frieren, doch bald schon vertreiben meine Lippen die Gänsehaut und du neigst den Kopf zur Seite, so dass ich ungehindert deine Nackenbeuge mit meinem heißen Atem liebkosen kann. Ein leises Keuchen entweicht dir, als ich an der weichen Haut am Schlüsselbeinansatz sauge, an ihr nippe, gerade eben die Haut durchbreche. Ein leichtes Ziehen ist zu spüren, gerade eben von Schmerz durchzogen, doch nicht unangenehm. Besänftigend gleitet meine Zunge über das Mal, ehe ich wieder nach oben wandere, erneut deinen Mund erobere, all die kleinen Geräusche trinkend, die ich dir entlocke.
Eine Hand taucht hinab, gleitet unter den weichen Stoff deiner Bluse, vorwitzige Finger wagen sich in deinen BH, reizen deine aufgerichtete Brustwarze.
Leise stöhnend reibe ich mich verlangend an dir, genieße die Hitze, die dein Körper ausstrahlt. Ich will mehr davon!
Mit einem Wink meines Zauberstabs beraube ich dich deiner Kleidung, so dass du nackt vor mir stehst.
Ungehindert streifen meine Hände über deinen weichen Körper, machen ihn sich zu eigen, während ich dich noch immer leidenschaftlich küsse.
Langsam bahnen sich meine Lippen ihren Weg deinen Körper hinab, sorgen dafür, dass du nicht länger wegen der kühlen Bergluft zitterst. Ich sinke auf die Knie, gleite immer tiefer, will dich schmecken. Einer plötzlichen Eingebung folgend, ordne ich unsere Glieder neu, so dass du jetzt quasi auf meinen Schultern sitzt, die Wand noch immer im Rücken, aber dein süßes Zentrum liegt offen vor mir. Genussvoll taucht meinte Zunge in die Tiefe, leckt über den Spalt, fängt jenen Trank der Lust auf, der mir in Wellen entgegenbrandet..."
Längst ging Lunas Atem nur noch stoßweise. Die Augen geschlossen, gab sie sich ganz ihren Vorstellungen hin, die mit jedem Wort von Fred in ihr lebendig wurden. Hitze durchfloss sie, sammelte sich in ihrer Mitte, sorgte dafür, dass es zwischen ihren Schenkeln feucht wurde. Bei seinen letzten Worten keuchte sie leise, doch als er abbrach ergriff sie eine ungemütliche Unruhe. Alles in ihr weigerte sich, die Augen zu öffnen, in die Realität zurückzukehren, noch dazu, da sie das untrügliche Gefühl hatte, dass die Realität keineswegs einen Abstecher ins obere Stockwerk, um ihre aufgestaute Erregung zu befriedigen, beinhaltete.
Ein Laut des Unmuts drang über Lunas Lippen.
„Tut mir leid", wisperte Fred da an ihrem Ohr, sandte erneut einen Schauder über ihren Rücken. „Aber wir werden beobachtet. Und wenn du genau hinhörst, hörst du das unterdrückte Kichern eines viel zu neugierigen Kindes. Welches leider noch dazu uns sofort bei den anderen verpetzen würde, wenn wir uns jetzt nach oben davonstehlen würden..."
Irgendwie brachte es Luna fertig, zu nicken. „Lass uns aber noch einen Moment so stehen bleiben. Denn ich glaube kaum, dass mich meine Beine jetzt schon tragen. Merlin, ich glaube, wir haben so eben die Antwort auf die Frage gefunden, die Ginny dir nachher stellen wird", flüsterte Luna verträumt zurück, doch dieses Mal hatte ihre Verträumtheit einen ganz neuen Grad erreicht.
„Ich weiß nicht, wo Fred mit dem Kürbissaft bleibt", ließ sich da von draußen Mollys Stimme vernehmen, worauf wieder das Kichern des Kindes zu hören war...
Fred seufzte leise, musste aber gleichzeitig grinsen. Denn so war das nun mal bei einem Weasley-Familientreffen – nie war man auch nur zwei Minuten ungestört. Zumindest nicht, ohne dass man nicht für jede Menge Gesprächsstoff sorgte.
oOoOo
„Komm zu Bett, Molly, der Tag war lang genug", rief Arthur seiner Frau zu, als er an der Küche vorbeikam. Das Familientreffen war für dieses Jahr vorüber und, wenn man mal von der halben Stunde absah, wo sie alle Koreanisch gesprochen und sich gegenseitig nicht mehr verstanden hatten, hatten sich die Zwillinge regelrecht mustergültig benommen. Auch hatte keines der Enkelkinder versehentlich eine herumliegende Batterie für eine außergewöhnliche Süßigkeit gehalten, so dass sie wegen einer Batteriesäureverätzung ins St. Mungos gemusst hätten. Nicht, dass das jemals vorgekommen wäre… zumindest nicht, soweit Molly wusste.
„Ich komme gleich, ich will das nur noch fertig machen", scholl es Arthur aus der Küche entgegen.
„Das Geschirr kannst du doch auch noch morgen abspülen", erwiderte ihr Gatte mit sanftem Nachdruck.
Ein Kichern seiner Frau ließ ihn aufhorchen. Neugierig trat Arthur in die Küche, wo er seine Frau gar nicht, wie er es erwartet hatte, dabei vorfand, wie sie das Schlachtfeld, welches von dem Familientreffen wie immer übrig geblieben war, bekämpfte, sondern Molly saß am Tisch und schien eifrig an einer Liste zu schreiben.
„Für was ist diese Liste?" Er setzte sich über Eck neben sie.
„Für Fred", kam die belustigte Antwort.
„Für Fred? Oh nein, Molly, du wirst doch nicht…" Mit einer Mischung aus Bestürzung und verschwörerischer Vorfreude, beugte sich Arthur vor, um einen Blick auf die Liste zu erhaschen, an der seine Frau arbeitete. Tatsächlich, auf dem Papier standen lauter Namen unverheirateter, mehr oder weniger junger Hexen. „Gwendolyn Chucklehead? Molly! Gwendolyn war Schulsprecherin als Bill nach Hogwarts kam."
Erneut kicherte Molly. „Weiß ich doch, weiß ich doch."
Das unheilvolle Funkeln in ihren Augen ließ Arthur erst recht wachsam werden. „Molly… Was hast du vor?"
Zum ersten Mal, seit er die Küche betreten hatte, blickte Molly ihren Gatten direkt an. „Arthur, hast du nicht gemerkt, was geschehen ist, als den Zwillingen klar wurde, dass sie nach Percys Verlobung nun unweigerlich in meinen mütterlichen Fokus des Verkuppelns geraten sind?", fragte sie. „Sie sind endlich aktiv geworden! Du weißt, dass ich nie einem meiner Kinder ernsthaft einen Partner aufdrängen würde, weil ich weiß, dass aus so etwas keine glückliche Beziehung entstehen kann. Aber wenn ich ihnen nicht von Zeit zu Zeit ein wenig Angst einjage, dann würden sie nicht von sich aus die Initiative ergreifen. Und du musst zugeben, bei George hat es funktioniert. Ich weiß zwar nicht, was genau sich die beiden ausgedacht hatten, um meiner Einmischung zu entgehen, aber es hat George Blaise beschert, worüber ich sehr glücklich bin. Was nun Fred und Luna betrifft…" Molly zögerte.
„Sie scheinen sich zwar gut zu verstehen, es kribbelt auch zwischen ihnen, aber etwas wirklich Großes wie bei Harry und Ginny, Bill und Fleur, Ron und Hermione sehe ich nicht. Vielleicht kommt es noch im Laufe der Zeit, wer weiß? Oder aber Fred findet noch die Frau, die für ihn bestimmt ist. Allerdings wird er nie suchen, wenn er sich in Sicherheit vor mir wähnt…"
Sprachlos sah Arthur seine Frau für einen Moment an, dann brach er in schallendes Gelächter aus. „Ich glaub, jetzt weiß ich, woher unsere Söhne ihr Talent für Streiche haben…"
Empörung stand Molly ins Gesicht geschrieben, als sie ihren Ehemann anstarrte. Doch dann schlich sich ein schelmischer Ausdruck in ihre Augen und sie zwinkerte Arthur übermütig zu. Oh ja, sie würde schon noch dafür sorgen, dass ihre heimliche Begierde Erfüllung fand.
Ende Teil VII
Ende der Geschichte
