Disclaimer: Die Twilight Saga gehört Stephenie Meyer und nicht mir!

AN: Hallo! Ja, es geht weiter mit den Cullens! Dieses Kapitel ist nicht wirklich sehr spannend, aber ich hoffe natürlich, dass ihr es trotzdem irgendwie mögt :) Danke fürs Lesen und ich freue mich natürlich wie immer über Reviews von euch! Viel Spass! Eure Vanessa


Carlisles PoV

Montag Morgen sass ich in bequemer blauer Jeans und warmen schwarzen Pullover am Küchentisch und trank in aller Ruhe eine Tasse Blut. Die Zeitung lag aufgeschlagen vor mir und ich las interessiert den Leitartikel. Es war ruhig bei uns. Was wohl nur daran lag, dass Edward oben war und die anderen Kids in der Schule. Da wo mein Jüngster eigentlich auch hätte sein sollen, wäre er nicht vom Unterricht suspendiert worden.

Esme war im Garten bei ihren Blumen. Da konnte sie am Besten abschalten und entspannen. Dass ihr die Sache mit Edward diesmal so zusetzen würde, hätte ich nicht gedacht. Meine Frau hatte eine Liste geschrieben, mit den Dingen, die bei der Schlägerei von Jasper und Edward kaputt gegangen waren – und die war lang! Verschiedene Vasen, Bilder, unser über alles geliebter Glastisch, Schüsseln, Gläser und der Wohnzimmerschrank unter anderem ...

Den Sonntag hatten wir ganz gut hinter uns gebracht und es ging Edward wieder besser, was nicht zu Letzt seinen Vampirfähigkeiten zu verdanken war. Jeder Mensch hätte an diesem grippalen Infekt noch einige Tage oder sogar Wochen zu knabbern gehabt, aber bei uns Vampiren war das ja nicht der Fall.

Ich blätterte auf die nächste Seite und trank einen Schluck. Als ich auf meine Armbanduhr sah, stand ich auf und ging ins Wohnzimmer. Ich griff nach dem Telefon, stolzierte in die Küche zurück und setzte mich wieder auf meinen Stuhl am Kopfende.

Dann drückte ich die Kurzwahlfunktion der Forks High School – ja wir hatten die Nummer schon eine ganze Weile gespeichert – und wartete darauf, dass die Sekretärin abnahm. Ich hörte mit dem anderen Ohr, wie Edward oben aus der Dusche trat und in seinem Zimmer verschwand.

Und das Husten, was er versuchte zu unterdrücken, hörte ich natürlich auch.

Dann wurde abgenommen.

„Ja, Dr. Cullen hier," meldete ich mich wie immer, während ich mit der anderen Hand an der Tasse mit Blut herumspielte. „Ich hätte gerne einen Gesprächstermin mit Mr. Greene und Mr. Facinelli, dem Klassenlehrer von meinem Sohn Edward Cullen."

Ich wartete geduldig. Die Sekretärin verband mich mit dem Direktor. Oben hörte ich Edwards Zimmertür.

„Direktor Greene," begrüßte ich den anderen Mann freundlich.

„Ja, es geht um die Suspendierung von Edward. … Da gibt es ein Problem, Sir," sagte ich in den Hörer. „Er hat zwar den Zettel abgegeben, aber die Unterschrift darauf ist nicht meine. … Nein. … Okay!"

Ich hörte wieder einen Moment zu und legte meine linke Handfläche an den Rand der Tasse, um zu prüfen ob das Blut noch warm war. „Da gibt es einiges zu bereden, ja! Wird Mr. Facinelli auch dabei sein können? … Gut. Eine Stunde, das passt mir, Direktor Greene. Bis gleich und danke!"

Ich legte auf und trank dann einen großen Schluck aus meiner Tasse. Dann hörte ich Schritte, die die Treppe hinunter kamen und ein unterdrücktes Husten.

Er legte mir kurz eine Hand auf die rechte Schulter. „Morgen, Dad."

Ich drehte mich halb zu ihm um, als er an mir vorbei und zur Mikrowelle ging.

„Morgen," begrüßte ich ihn und sah ihm dabei zu, wie er den Rest des Tierblutes in seine Tasse füllte und diese dann in die Mikrowelle stellte. Als der Motor und der Ventilator ansprangen, kam er wieder zu mir und setzte sich auf seinen Stuhl.

Ich musterte ihn und hob die rechte Hand an seinen Kopf. „Darf ich mal?"

Ich legte meine Hand auf seine Stirn und schätze seine Körpertemperatur ab. Das Fieber war gestern noch weiter gesunken und seine Haut fühlte sich jetzt wieder fast normal an.

„Wie hast du geschlafen," fragte ich ihn und zog meine Hand wieder zurück, als die Mikrowelle piepte.

Edward stand auf und holte seine heisse Tasse Rehblut. Dann drehte er sich um, nahm einen vorsichtigen Schluck und leckte sich die Lippen. Es schmeckte scheinbar sehr gut. Dann endlich bekam ich eine Antwort von ihm, bevor ich noch mal fragen konnte.

„Ganz gut," sagte er und setzte sich wieder zu mir. „Dad, es tut mir leid. Wegen allem." Er sah mir in die Augen und ließ frustriert die Hand auf den Tisch fallen. „Ich hab nichts gesagt, weil ich Angst hatte und-"

„Warte," stoppte ich ihn und sah ihn überrascht an. „Du hattest aber keine Angst vor mir, oder? Ich meine vor der Strafe. Davor hast du keine Angst, das weiss ich!"

Er schüttelte sofort hektisch den Kopf. „Nein," sagte er grinsend und ich atmete erleichtert auf. Er fuhr fort. „Ich hatte Angst dich zu enttäuschen. Ich mache in letzte Zeit immer nur Mist und ich hab keine Ahnung warum! Ich versuch mich zu bessern, okay?"

Okay! Danke, Edward! …

Er sah auf seine Hände und trank noch mal einen Schluck. Ich tat dasselbe und sah ihn dann wieder ernst an.

„Wir fahren gleich in die Schule," sagte ich und er schluckte nervös. „Gibt es noch irgendetwas, das du mir sagen willst, vorher? Ich würde es besser finden, wenn ich das von dir höre und nicht von Mr. Greene."

Mein Sohn sah auf seine Hände und den Tisch. „Nein ..."

„Sieh mich an und sag das noch mal, Edward," befahl ich ihm. Ich mochte es nicht, wenn er mich nicht an sah oder ingnorierte. Ganz besonders, wenn es um so etwas wichtiges wie Schule oder Suspendierung ging. Er wusste das eigentlich!

Er hob seinen Kopf und sah mir dann in die Augen. „Nein, Dad!"

Ich nickte. „Gut," sagte ich, zufrieden mit der Antwort und wir tranken das Tierblut aus. „Ich geh mich umziehen. In 20 Minuten fahren wir los. Sei dann bitte fertig!"

Er zuckte die Schultern. „Klar!"

Ich ließ ihn unten allein zurück, sprintete die Treppe hinauf in den ersten Stock.


Ich wechselte die Jeans gegen eine schwarze Hose, die ich auf zur Arbeit anziehen würde und stand dann vor meinem Kleiderschrank. Überlegend strich ich mit den Fingern durch meine nicht kleine Auswahl an verschiedenen Hemden und Krawatten. Es war ja ein formeller Besuch in der Schule. Das hieß, ich sollte wirklich in Hemd und Anzug erscheinen und nicht unbedingt in Freitzeitklamotten.

Ich entschied mich für ein hell blaues Hemd, was ich bin oben zuknöpfte und eine dunkelblaue Krawatte – wie meistens. Dann ließ ich mich auf unser Bett sinken, zog die schwarzen, geputzten Schuhe an, die zwar drückten aber dafür ordentlich aussahen. Ich brauchte unbedingt neue Schuhe!

Als ich fertig war, griff ich nach einem hellgrauen Jackett und betrachtete mich im großen Wandspiegel. Kopf schüttelnd trat ich aus dem Schlafzimmer und auf den Flur, wo mein Sohn gerade aus seinem Zimmer kam. Stiefel, Jeans, schwarzer Pullover und schwarzer Schal um den Hals. Seine graue Jacke in der Hand und die Schlüssel klimperten in seiner linken Hand.

„Kann ich so gehen," fragte er unsicher, aber ich nickte.

Ich drehte mich einmal um die eigene Achse und sah ihn dann fragend an. „Und ich?"

Er betrachtete mich eingehend und grinste dann. „Das Jackett ist echt scheiße, Dad! Wenn ich dir das sagen darf?"

„Darfst du nicht," gab ich grinsend zurück und wir gingen gemeinsam wieder ins Erdgeschoss zurück.

Dort schlüpfte ich in meinen schwarzen Mantel, warf mir den grauen Schal um den Hals und nahm die Mercedes Schlüssel vom Sideboard. Mein Handy steckte ich in die Manteltasche und Edward zog sich seine graue Jacke an.


Wir verließen das Haus und liefen zu meinem Mercedes, den ich draußen geparkt hatte und ich öffnete durch die Fernbedienung die Zentralverriegelung des Wagens. Edward stieg auf den Beifahrersitz und ich ging an unserem Haus vorbei zu den Blumenbeeten, wo Esme in ihren ältesten Anziehsachen in der Erde kniete und vorsichtig eine Pflanze einsetzte.

„Wir fahren jetzt, Schatz," sagte ich und sah ihr kurz zu, wie sie das neue Pflänzchen mit der Gießkanne vorsichtig bewässerte.

Dann stand sie auf und schlang ihre Arme um meinen Hals, so dass ihre Unterarme auf meinen Schultern lagen und sie mich mit ihren Händen nicht berührte. „Du siehst gut aus, Carlisle."

Ich grinste und küsste sie dann auf den Mund. „Danke, du aber auch."

Esme sah an sich herunter und putzte ihre dreckigen Hände dann an dem Pullover und der Hose ab.

„Lügner," sagte sie leise und sah mich dann wieder mit diesem Blick und diesen Augen an, die so umwerfend waren, dass ich sie noch einmal küssen musste.

Als sich unsere Lippen berührten, schloss sie die Augen und ich streichelte ihr dunkelbraunes Haar. Eine laute Autohupe zerstörte
diesen schönen Moment und ich sah über ihre Schultern zu meinem Wagen.

„Ich denke, das heisst, dass ich mich los reißen soll! Bis gleich!"

„Ich warte auf euch," sagte Esme lächelnd.

Ich ging seufzend von ihr weg und in die andere Richtung zu meinem schwarzen Mercedes. Ich stieg ein, während Edward schon angeschnallt auf seinem Sitz sass und die Arme vor der Brust verschränkt hatte. Ich schlug die Tür zu, steckte den Schlüssel ins Zündschloss und startete den Motor. Dann griff ich nach hinten, schnallte mich an und fuhr langsam über die Einfahrt hinaus auf die Strasse.

Tbc ...