Wahrlich , keiner ist weise , der nicht das Dunkel kennt , das unentrinnbar und leise von allen ihn trennt .
I
I
I
Viele Wege führen zum Mord
I
Kapitel VII
I
II
I
Unter Freunden
I
Mr. Weasley, Ron und Hermine folgten einem Wächter einen engen Gang entlang. Der Wächter war relativ wortkarg, und schien auch sonst nicht sonderlich gut gelaunt zu sein. Daher wagte es Mr. Weasley auch nicht, ihn anzusprechen. Ab und zu klimperte der kleine Mann mit den Schlüsseln, lief aber ansonsten recht inaktiv und zielstrebig voran. Mr. Weasley vertraute ihm, sie sicher zur entsprechenden Zelle zu geleiten.
Er sah sich seine anderen beiden Begleiter an. Ron und Hermine freuten sich schon, Harry besuchen zu können. Man konnte ihre Erwartung förmlich in der Luft riechen. Mr. Weasley überlegte, während er seinen Sohn eindringlich beobachte. Wenn er genau hinsah, konnte er eine gewisse Anspannung in den braunen Augen seines Zweitjüngsten erkennen. Auch Hermines Blick verriet ihre Sorge um ihren besten Freund. Beide hatten Angst, wie es um Harry stehen würde.
Mr. Weasley vermied es, sich allzu genau umzusehen. Denn eines war sicher, wer immer sich um die Hygene an diesen Ort kümmerte, gab sich keine sonderlich große Mühe.
Die Wände waren glitschig und feucht, leuchtend grüne Algen wuchsen überall dort, wo das wenige Licht der spärlich angebrachten Fackeln ankam. Mr. Weasley zuckte unbewusst mit den Schultern. In dieser Einrichtung hielt sich sowieso keiner besonders lange auf.
Viele Türen reihten sich links und rechts des Ganges an. Hinter jeden von ihnen befand sich eine spartanisch eingerichtete Zelle. Die Möbilisierung bestand jediglich aus einem Bett, einem Tisch und den entsprechenden Stuhl. Das Ministerium schien es nicht nötig zu haben allzu viel Geld für eine wohnlichere Zelle auszugeben. Mr. Weasley schüttelte verärgert den Kopf. Er hoffte nur, dass Harry in einem besseren Raum aufgehoben war.
Sie liefen nun schon sehr lange den Gang entlang. Mr. Weasley wurde langsam ungeduldig. Er beschloss, jetzt doch den Wächter anzusprechen. "Entschuldigen sie, soweit ich mich nicht irre, führt der Gang zu den Hochsicherheitszellen. Sind sie sicher, dass wir hier richtig sind?"
Der Wächter lächelte abschätzig. "Ich irre mich nicht, Mr. Weasley. Ja, wir gehen in den Hochsicherheitsbereich. Das ist es, wo sie hinwollten."
Mr. Weasley erbleichte. "I..ist der Hochsicherheitsbereich nicht ein wenig übertrieben?"
"Das weiß ich nicht," antwortete der Wächter gleichgültig. "Ist mir auch egal." Ron und Hermine blickten verwirrt auf, sagten aber nichts.
Der Wächter ging unbeirrt weiter. Ein unangenehmes Schweigen entstand. Nach einer Weile machte er ein nachdenkliches Gesicht. "Mr. Weasley, ich muss sie auf eines aufmerksam machen..." er unterbrach sich und blickte verstört um sich. Mr. Weasley bedeutete ihn mit einem Nicken fortzufahren. Der Wächter schluckte "Seit einiger Zeit wird der Hochsicherheitsbereich von Dementoren überwacht."
Wenn Mr. Weasley vorher erschrocken war, dann hatte er jetzt panische Angst. "Dementoren? Außerhalb von Askaban?" Der Wächter nickte traurig.
Ron und Hermine horchten auf. "Harry kann Dementoren nicht ausstehen." rief Ron aufgebracht.
Hermine nickte zustimmend, "Er reagiert besonders heftig auf Dementoren. Bei der ersten Begegnung ist er sogar ohnmächtig geworden." stellte sie verzweifelt fest.
Der Wächter schnaubte verächtlich. "Auf besondere Zimperlichkeiten wird hier keine Rücksicht genommen." er ging stur weiter, die anklagenden Blicke von Ron und Hermine ignorierend. Mr. Weasley seufzte traurig.
Der Gang bog ein paar mal nach rechts und nach links ab. Nach einer sehr langen Weile standen sie vor einer mehrmals versiegelten Tür. Der Wärter blieb verunsichert stehen. Seine Augen huschten verstört in jede Richtung. Er schien jetzt zu bereuen, nicht noch einmal überdacht zu haben, überhaupt in dieses einem Verließ ähnliche Gefängnis hinunterzugehen. "Nun ja..., also...hierhinter ist der Sicherheitsbereich." er drehte sich um, um seinen Begleitern in die Augen zu schauen.
Mr. Weasley runzelte verstört die Stirn. Er ahnte nichts gutes. "Warum öffnen sie nicht die Tür?"
Der Wächter zuckte zusammen. Es gab keinen sichtbaren oder hörbaren Grund zusammenzuzucken. Trotzdem strahlte der Wächter panische Angst aus. "I..ich möchte nicht öfter als nötig, dort hineingehen." Er zitterte am ganzen Körper.
Mr. Weasley hob eine Augenbraue. Der Wächter gab ein erbärmliches und bemitleidenswertes Bild ab. Mr. Weasley schüttelte traurig den Kopf. "Sind es die Dementoren?" fragte er besorgt.
Der Wächter machte eine Kopfbewegung, die als ein Nicken zu deuten war. Er zitterte jetzt noch heftiger. Mit einem furchtvollen Blick auf die Tür entfernte er sich mehrere Meter von ihr. Mr. Weasley und die Kinder folgten ihm. Der Wächter holte dreimal tief Luft. "Verstehen sie mich nicht falsch," wandte er sich an Mr. Weasley, "Ich arbeite nun schon seit zwanzig Jahren als Wächter. Ich hatte auch schon das Vergnügen," beim Wort Vergnügen nahm seine Stimme einen sarkastischen Tonfall an, "mit Dementoren zusammenarbeiten zu dürfen. Ich verstand mich immer als Experte auf dem Gebiet Dementoren. Nicht, dass ich damit angeben würde." Er lächelte. "Seit einiger Zeit verhalten sich die Dementoren nicht mehr ganz so..." er suchte nach den passenden Worten "- unterwürfig. Sie sind stärker geworden. Wir Wächter haben keine Macht mehr über sie. Keiner traut sich so recht in deren Nähe." er schluckte. "Es scheint so, als wenn die Dementoren schon zu Du-weißt-schon-wen übergetreten sind. Nur, dass sie sich noch innerhalb der Schutzmauern befinden, zeugt vom Gegenteil. Ansonsten machen sie so ziemlich, was sie wollen." er beugte sich nach vorne, und fuhr mit rauchiger Stimme fort, "Die Sterberate ist gestiegen. Auch bei den nicht-pernamenten Gefangenen." er schauderte. "Also, wir haben absolut keine Kontrolle mehr über die Dementoren. Ich weiß wirklich nicht was uns hinter dieser Tür erwartet. Wer will vorgehen?" Er grinste sie herausfordernd an.
Mr. Weasley schluckte, "Ist es denn wirklich so schlimm?"
Der Wächter nickte. "Ich bedaure, sir. ich werde sie nicht weiter begleiten." er wandte sich zum Gehen. "In einer Stunde werde ich sie an dieser Stelle abholen." er hielt inne, "Oder ihre seelenlosen Körper da herausholen. Viel Vergnügen." Dann ging er.
Mr. Weasley, Ron und Hermine schauten sich gegenseitig nachdenklich an. Das Schweigen fühlte sich unendlich lang an. Schließlich nickte Mr. Weasley bedächtigt. "Lasst uns umkehren. Molly wartet sicher schon mit einem leckeren Kuchen auf uns." Er winkte Ron und Hermine aufmunternd zu.
Hermine schluckte. "Und was ist mit Harry..."
Ron legte einen Arm um Hermines Schultern. "Wir können jetzt nichts für ihn tun, hörst du?" in seinen Augen war deutlich Trauer zu lesen. "Komm, wir müssen los."
"Nein,..." Hermine schluchzte laut. "Das können wir ihm nicht antun." Sie wischte sich eine noch nicht vorhandene Träne weg, "Wenn Harry hier stehen würde, und einer von uns in diesem Verließ gefangengehalten würde, Ron, er würde nicht zögern, uns da herauszuholen." stellte sie fest.
"Du bist aber nicht Harry." sagte Mr. Weasley.
Ron sah seinen Vater fragend an. "Können wir es wirklich nicht wagen, dort hineinzugehen? Nur, um Harry kurz 'Hallo' zu sagen. Bitte!" sagte er gradezu flehendlich.
Mr. Weasley schüttelte traurig den Kopf. "Nicht, wenn der Wächter recht hat. Tut mir leid."
Ron war aufgebracht. "Du glaubst also den Spinnereien, die er da ausgepackt hat?"
Mr. Weasley nickte nachdenklich, "Ich möchte kein Risiko eingehen. Ihr seid noch Kinder."
"Das ist Harry auch" sagte Hermine.
"Mit einem Unterschied," warf Mr. Weasley ein...
"Er hat keine Eltern, die sich um ihn sorgen. Die Angst um ihn haben, weil er den Dementoren ausgesetz ist." rief Ron.
Mr. Weasley nickte, "Das auch. Aber ihr habt kein Verbrechen begonnen..."
"Hat Harry auch nicht." unterbrach Hermine ihn wieder. Das war untypisch für sie, einer Autoritätsperson zu wiedersprechen. "Harry würde es nie einfallen jemanden zu ermorden. Er würde nicht mal einer Fliege etwas zuleide tun." protestierte sie. Ron nickte zustimmend.
Mr. Weasley schaute sie skeptisch an. "Ich hoffe wirklich, dass ihr Recht habt. Harry ist ein netter Junge, zweifellos, aber er hat auch viel durchmachen müssen. Nicht zuletzt den Tod von seinem Paten." er zuckte mit den Schultern "Vielleicht war das zuviel für ihn."
"Und was wäre, wenn Harry den Mord wirklich nicht begangen hat?" fragte Ron. "Er hat selbst immer gesagt, dass er meist keinen Ärger findet, sondern der Ärger ihn."
Hermine lachte. "Ja, das stimmt. Alles Spannende oder Unmögliche, was einem zustoßen kann, zieht ihn wie einen Magneten an. Ich frag mich manchmal, wie er damit fertig wird."
"Jetzt musst du dich leider fragen, ob er damit fertig wird." Ron schaute seinen Vater vorwurfsvoll an.
Hermine schluchzte wieder. "Er wird es nicht bis zum Gericht durchhalten. Bevor er auf dem Angeklagtenstuhl sitzt, werden die Dementoren ihn gebrochen haben."
Ron nickte traurig. "Wer auch immer ihn dort hineingezogen hat, hat vielleicht genau das vor." die anderen beiden schwiegen.
Gemeinsam traten sie den Rückzug an. Mr. Weasley hatte sich den ungefähren Weg gemerkt. Nur ab und zu mussten sie auf einer Kreuzung der Gänge stehen bleiben, bis Mr. Weasley sich erinnerte. Nicht lange, und sie passierten die Wächter am Tor. Während des ganzen Rückweges fiel kein weiteres Wort.
I
Unter Freunden
I
II
I
Ende
Reviews:
Megagirli: Danke für dein Lob. Ich werde deine Geschichte natürlich auch weiterhin im Auge behalten.
Trang-Ouls-Avatar: Ich freu mich, dass es dir gefällt. Harrys Plan über Voldemorts Vernichtung wird natürlich auch nicht zu kurz kommen. bleib dran!
ina pichler:) mach ich!
Lily13: Dies mal gings nicht ganz so schnell. zu deinen vorigen Reviews: ich habe 'The Hobbit' auf Englisch gelesen und, naja, ich wusste den deutschen Titel nicht. ich korrigier das sofort, danke für deinen Hinweis.
Liebe Grüße
Frodo
