Prompt: Schön

Spoiler: 1.16 Love Sick bis 1.19 Leave it to the Beavers


„Schatz, wir müssen langsam los!" rief Nick die Treppe hinauf und wippte ungeduldig auf seinen Füßen vor und zurück.
„Gleich!" kam die Antwort auf dem ersten Stock.
Der Grimm seufzte schwer und kreuzte die Arme vor der Brust.
Er liebte Juliette ja heiß und innig, selbst nach drei Jahren noch. Aber manchmal fragte er sich wirklich, was so schwer war, zeitig fertigzuwerden. Was konnte schon so ewig dauern? Das Kleid, das sie sich für den Abend herausgelegt hatte, anzuziehen sicher nicht. Es würde vielleicht eher eine Herausforderung für ihn sein hinterher, sie daraus zu befreien. Jedenfalls tendierten seine eigenen Pläne in diese Richtung.
Ungeduldig sah er auf seine Uhr.
Zwanzig Minuten bis zum vereinbarten Date. Und sie würden mindestens fünfzehn dieser zwanzig Minuten brauchen, um von hier zur Brasserie zu kommen.
„Juliette?" rief er erneut. „Wir müssen wirklich ..."
„Ist in Ordnung. Ich brauch nur noch eine Minute", kam prompt die Antwort.
Okay, die eine Minute sei ihr gegönnt in der Hoffnung, daß alle Ampeln einmal für statt gegen sie sein würden.
Trotzdem wurde Nick allmählich nervös.
Es war ja nicht so, als hinge etwas großartig ab von diesem Date, einmal abgesehen von seinem eigenen Seelenheil. Hatte er sich einmal dazu hinreißen lassen, dann …
„Liebling, Monroe kennt die Reserierung nicht", rief er erneut, nachdem er sogar noch eine zusätzliche Minute gegeben hatte.
„Ich bin fast auf dem Weg. Warum rufst du Monroe nicht an und sagst ihm, daß wir möglicherweise etwas spät sind und gibst ihm die Reservierung durch?"
DAS hörte sich jetzt nicht nach ein paar Minuten an sondern nach … einer richtigen Verspätung!
Da hatte er sich breitschlagen lassen von beiden, war mitten im Dienst zur Brasserie gefahren, weil deren Telefonleitung gestört war, um diesen Termin auszumachen, hatte fast die ganze letzte Nacht bei Monroe verbracht, um den Blutbad zu instruieren, es schließlich sogar erlaubt, daß der Rosalee als seelische Unterstützung mitbrachte und jetzt … war Juliette zu spät!
Nick atmtete tief durch und zückte sein Handy. Monroe war schon seit Monaten in der Kurzwahl, also kostete es ihn nur einen Tipper auf die richtige Stelle des Smartscreens und …
„Ich rufe Monroe jetzt an", rief er nach oben.
„Ist gut. Ich … ich bin fast soweit", kam die Atnwort.
Die kam jetzt schon seit viel zu langer Zeit beschloß Nick. Besser, sobald er Monroe Bescheid gegeben hatte, er ging nachsehen. Er gab seinem Blutbad-Freund Bescheid, daß sie sich etwas verspäten würden und er die Reservierung ruhig schon einmal aufrufen konnte, dann nahm Nick die Treppe in Angriff und erklomm den ersten Stock.
Das Schlafzimmer lag im Dunkeln, also war Juliette nicht einmal angezogen. Was ritt sie denn heute nur? Immerhin war sie diejenige gewesen, die unbedingt hatte Monroe kennenlernen wollen.
Nick schüttelte den Kopf, betrat das Schlafzimmer und klopfte an die geschlossene Tür zum Bad.
„Schatz? Wir kommen jetzt wirklich viel zu spät", erklärte er.
„Nur noch eine Sekunde!"
„Die hast du nicht mehr, tut mir leid." Damit öffnete Nick die Tür und trat ins Bad … nur um wie erstarrt stehenzubleiben und seine Lebensgefährtin anzustarren mit vor Schreck geweiteten Augen.
„Was zum Kuckuck … ?"
Juliette lächelte verschämt. „Adalind hat sie mir gegeben. Sie meinte, sie würden einen wirklich tollen Teint machen. Nur leider … kriege ich sie nicht wieder runter."
Nick wußte wirklich nicht, was er dazu sagen sollte. Auf Juliettes Gesicht saßen festgesaugt vier gewaltige Blutegel.
Natürlich Adalind, dachte er, während er den Notruf aufrief. Und natürlich war es dem Hexenbiest gelungen seine sonst vernünftig denkenden Freundin und Lebensgefährtin die Egel nicht nur aufzuschwatzen, sondern sie auch noch zu überreden, sie anzusetzen.
Schönheitswahn bei Frauen!