Disclaimer: Und auch im Epilog gehört mir keine der Figuren des Harry Potter Universums. Sie sind weiterhin geistiges Eigentum von JKR, ich habe sie lediglich ausgeliehen und verdiene mit dieser Geschichte kein Geld.
Chronik eines Verrats – Epilog
1. November 1981
James war tot! Und Lily war tot. Nur der kleine Harry hatte überlebt, als der Todesfluch des Dunklen Lords auf diesen selbst zurückgefallen war und er, von dem Zauber getroffen, verschwunden war.
James war tot und es war seine Schuld! Die Todesser waren binnen weniger Stunden von einem wohlorganisierten Orden in lauter Splittergruppen zerfallen. Einige fanatische Anhänger versuchten, den Lord zu rächen, andere flohen ins Ausland oder versuchten auf andere Weise ihre Haut zu retten.
James war tot und Peter wusste, dass er alles verloren hatte. Denn er hatte James verraten, das sah er jetzt. Aber nun war es zu spät! Er konnte es nicht mehr rückgängig machen. Nichts von alledem. Weder seinen Entschluss, den Todessern beizutreten, noch jene Begegnung mit Voldemort, bei der er dem Lord den Aufenthaltsort der Potters genannt hatte, nachdem er endlich, vor etwa einer Woche, deren Geheimnisbewahrer geworden war. Denn im Januar hatte sich James noch von Professor Dumbledore davon überzeugen lassen, dass Benjy Fenwick, ein muggelstämmiger Zauberer, die bessere Wahl war. Fenwick war auch prompt in der Muggelwelt untergetaucht, und als der Dunkle Orden ihn nach fast einem dreiviertel Jahr endlich gefunden hatte, hatten sie regelrecht Hackfleisch aus ihm gemacht.
James war tot. Und er, Peter, war bereit die Konsequenzen zu tragen. Wie ein Mann! Wie ein Gryffindor! Er würde...
„Wurmschwanz!"
Eine polternde Stimme ließ Peter, der ziellos durch die Straßen Londons gewandert war, herumfahren.
„Du elender Verräter! Jetzt weiß ich endlich, wieso du diesen Sommer nie zu Hause warst, wenn einer von uns bei dir vorbeigesehen hat. Denn du warst ja damit beschäftigt, mit deinen Todesserfreunden zusammen zu sein und den Mord an deinen alten Schulkameraden zu planen! Sag schon, wer von uns sollte der nächste sein? Moony? Ich? Oder nein, ich weiß, du hättest uns beide zusammen erledigen lassen! Zwei zum Preis von einem! Na, wie klingt das?" Mit ausgestrecktem Zauberstab kam Sirius auf ihn zugeschritten.
„T...t... Tatze, bitte, versteh doch, ich wollte ihn retten. Ich wollte James retten! Das musst du mir glauben! Ich...", flehte Peter, aber Sirius schnitt ihm das Wort ab.
„Gar nichts muss ich dir glauben, du verräterische Ratte!"
Ratte... Dieses letzte Wort hallte wieder und wieder durch Peters Bewusstsein. Eine Ratte, der geborene Überlebenskünstler. Und in diesem Moment wusste Peter, dass er heute noch nicht sterben würde.
Langsam hob er seinen eigenen Zauberstab. Es kümmerte ihn nicht mehr, dass sie sich auf offener Straße befanden, umgeben von unschuldigen Muggeln...
